Die ersten Christen, die das Heilige Land etwa seit der

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2 Zu dieser Stunde erschien ein Stern am Himmel und wanderte über den Ort, wo das Kreuz war. Und solange das Kreuz angebetet wurde, stand er über ihm. Und es wurde Öl in gewöhnlichen Flaschen zur Weihe dargebracht. Sobald das Holz des Kreuzes mit der Öffnung einer Flasche in Berührung kommt, wallt das Öl stark auf, und wenn sie nicht schnell verschlossen wird, fließt es ganz heraus. 7 Das auf diese verschiedenen Arten hergestellte heilige Öl wurde den Pilgern anschließend in kleinen Ampullen verkauft. Auch wenn es dem modernen Betrachter auf den ersten Blick so scheinen mag um Souvenirs im modernen Sinne handelte es sich bei all dem nicht. Es ging nicht um bloße Erinnerung, um ein Weißt-du-noch? nach der Rückkehr in die Heimat. Vielmehr sollte das erfahrene Heil auch in der Zukunft weiterwirken, oder wie es der Pilger von Piacenza formuliert: ex qua benedictionem tulimus davon nahmen wir Segen mit. 8

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4 17 Palästinareisen und Legenden: Der Wallfahrtsgedanke entsteht Die ersten Christen, die das Heilige Land etwa seit der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts bereisten, waren noch keine Pilger im eigentlichen Sinne des Wortes. Es handelte sich offenkundig vornehmlich um Geistliche meist Bischöfe und Gelehrte aus Kleinasien und Ägypten, die eher aus einem fast schon wissenschaftlich zu nennenden Interesse heraus die Stätten der Bibel aufsuchten. In den Quellen finden sich nur spärliche Hinweise auf diese Reisenden, wenige sind auch namentlich bekannt. Die Anfänge der christlichen Wallfahrt ins Heilige Land Bischof Melito von Sardes ist der früheste unter ihnen; er unternahm in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts eine Reise nach Palästina. Eusebius von Caesarea zitiert in seiner etwa anderthalb Jahrhunderte später entstandenen

5 Kirchengeschichte die Einleitung eines heute verlorenen Werkes von Melito, in dem dieser für einen gewissen Onesimus Auszüge aus den Büchern des Alten Testaments zusammenstellte. Da er, so erklärt Melito, in den Orient gereist und an den Schauplatz der Predigten und Taten gekommen sei sowie über die Bücher des Alten Testaments genaue Erkundigungen eingezogen habe, könne er ihm nun den korrekten Kanon also Anzahl und Reihenfolge der alttestamentlichen Schriften nennen Über die Reise des Bischofs Alexander von Kappadokien im ersten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts hören wir ebenfalls in der Kirchengeschichte des Eusebius. Seine Erzählung mutet stark legendenhaft an: Demnach erhielt Alexander in einer nächtlichen Offenbarung den göttlichen Auftrag, künftig zusammen mit Narcissus das Bischofsamt von Jerusalem zu verwalten, da dieser aufgrund seines hohen Alters allein nicht mehr dazu imstande war. So sei Alexander wegen des Gebets und der Stätten der Geschichte nach Jerusalem aufgebrochen. Die Einwohner der Stadt aber hätten ihn ebenfalls aufgrund einer Offenbarung nicht nur aufs freundlichste empfangen, sondern ihn anschließend gewaltsam

6 an der Heimreise gehindert, da er ihr von Gott bestimmter Bischof sei. 2 Der Presbyter Pionius aus Smyrna, der im Jahr 250 unter Kaiser Decius den Märtyrertod starb, soll in seiner Verteidigungsrede über seine Reise nach Judäa gesagt haben, er habe das Land gesehen, das bis heute Zeugnis ablegt vom Zorn Gottes. Was er mit eigenen Augen sah, führt er als Beweis für die Richtigkeit der christlichen Ansprüche an: Trockenes und unfruchtbares Land sei eine offenkundige Strafe Gottes für die Sünden der Bewohner, das Wasser des Toten Meeres nähre kein lebendes Wesen aus Furcht vor einer Wiederholung göttlicher Strafe und die Landschaft Palästinas spiegele noch zu seiner Zeit das biblische Schicksal von Sodom und Gomorrha als Vorgeschmack für das bevorstehende Gericht Gottes. 3 Clemens von Alexandria verließ 218 wegen theologischer Streitigkeiten mit seinem Ortsbischof seine Heimatstadt und reiste ins Heilige Land, um dort Hebräisch zu lernen. Der bedeutende Theologe und Exeget Origenes, der die Katechetenschule in Alexandria leitete, kam im Jahre 230 erstmals auf Einladung der Bischöfe von Caesarea Maritima

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