schwulinfreiburg Das Ende des Blümchensex? themen adressen termine februar märz 2008

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1 schwulin themen adressen termine februar märz 2008 Das Ende des Blümchensex?

2 Das Reisebüro am Stadttheater Bertoldstr. 44, Freiburg, Tel: 0761 / Das Büro im Bahnhof Littenweiler Lindenmattenstr.18, Freiburg Tel: /

3 inhalt_3 inhalt The same procedure as every year? Na, das wollen wir doch nicht hoffen, außer wir wollen in den alten Trott verfallen. Deswegen allen erst mal ein gutes neues Jahr und auf dass es für uns alle spannend, erfolgreich und immer wieder neu sein wird! Und vielleicht auch ein bisschen schlüpfrig? Denn das wird unsere erste Ausgabe des Jahres, denn wir beleuchten die provokante Frage, ob Schluss ist mit kuschelig und härtere Zeiten anbrechen. Und dann wären da noch die üblichen Verdächtigen, die das Jahr so einläuten in Freiburg: Der allseits beliebte Ball VerQueer, die Rosa Hilfe wählt in ihrer Mitgliederversammlung die neue Vorstandschaft und um der Narretei ein Ende zu machen, widmen wir uns noch den Nachrichten und dem, was das Jahr in Freiburg so bringen wird. Seid also gespannt, sendet uns Euren Lob oder Kritik und bis zur nächsten Ausgabe. In diesem Sinne: Happy new year, Miss Sophie! fokus blümchensex? 04 BDSM- ein haus mit 1000 zimmern 06 BDSM- gruppen/literatur/filme 07 die übermannende bilderflut 08 pro und contra blümchensex gruppen 10 mitgliederversammlung der rosa hilfe 16 schwule filmwoche / fluss e.v. 17 männercafétraum 33 gentle man vor dem aus? aktuell 12 jahresvorschau gruppen und kultur 13 jahresvorschau partys 14 ich weiß was ich tu news 18 lesben und schwule im sport 19 youtube im clinch mit den homos? veranstaltungen 20 lilo wanders: sex ist ihr hobby 21 veranstaltungskalender 26 die immoralisten: nachtstück und wie immer 27 cd-tipps 28 pink soap (episode 6) 36 adressen & gruppen 39 schlusswort/impressum

4 4_fokus blümchensex? BDSM ein haus mit 1000 zimmern Vielleicht beginnen wir vorerst mit einem Definitionsversuch und bedienen uns hierzu des WWW. Wikipedia definiert z.b.: Der Begriff Sadomasochismus umschreibt ein Spektrum sexuell geprägter Praktiken, die sich auf das einvernehmliche Zufügen oder Erleiden von Macht, Schmerzen, Demütigungen oder Freiheitsbeschränkungen ausrichten und ein wesentlicher Teilaspekt des BDSM darstellen. BDSM ist der heute gebräuchliche Sammelbegriff für alle Praktiken, die gemeinhin als S&M bezeichnet werden und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Bondage & Discipline (Fesselung und Disziplin), Dominance & Submission (Dominanz und Unterwerfung), Sadism & Masochism (Sadismus und Masochismus) zusammen. Früheste Zeugnisse und Darstellungen von BDSM-Praktiken, die der Lustbefriedigung dienen, gehen bis ins 6. Jahrhundert v.chr. zurück und auch das Kamasutra (Sanskrit: Verse des Verlangen, um 200 bis 300 n.chr.) bezeichnet verschiedene Schlagarten, die lustvoll in das Liebesspiel integriert werden können. Das BDSM lässt sich aber kaum auf das Schlagen reduzieren. Um mir das näher erläutern zu lassen, habe ich mich mit zwei erfahrenen BDSMlern getroffen: Bernd vom Triskele-Stammtisch und Thomas von der Gruppe SMile, beide aus Freiburg. Über die BDSM-Szene und deren Praktiken kursieren die wildesten Gerüchte sowohl in unserer Gesellschaft als auch in der Homo-Szene. Dabei ist eine nähere Betrachtung des Themas sehr spannend und interessant, zeigen sich doch einerseits einige Parallelen zu dem inneren und äußeren Emanzipationskampf der Schwulen und Lesben und kann andererseits Mann und Frau über die Beschäftigung mit der eigenen Sexualität viel lernen. Der Bereich BDSM ist ein Haus mit Zimmern sagt Thomas. Es gebe so viele verschiedene Spielarten - und auch diese können sich, je nach Kontext, stark unterscheiden: Je nachdem ob man auf der empfangenden oder der gebenden Seite steht, ob es als Belohnung oder Bestrafung gesehen wird oder auch ob sie von der dominierenden oder der dominierten Person ausgeht. Und so unterschiedlich ist auch die Erlebenswelt des BDSM, darüber sind sich Bernd und Thomas einig: BDSM ist eine Gratwanderung zwischen Lust und Leid und ein sehr starkes psychisches Erlebnis. Viel spielt sich im Kopf der Beteiligten ab, weswegen hier ist etwas Vorsicht geboten ist, da man nie weiß, welche Aktion was in seinem Gegenüber auslösen kann.vorsicht bzw. Sicherheit ist aber grundsätzlich etwas, auf dass in der BDSM-Szene sehr viel Wert gelegt wird. Auf der einen Seite spielt Diskretion eine große Rolle, da aufgrund der sehr verzerrten Wahrnehmung von BDSM in der Gesellschaft ein Outing für manche Beteiligte berufliche und private Nachteile haben könnte. Zusätzlich ist Vertrauen zwischen den Akteuren das A und O, denn wie oben bereits beschrieben, geht es bei BDSM um einvernehmliche

5 fokus blümchensex?_5 Handlungen - alles andere wäre Gewalt im negativen Sinne. Um das Überschreiten von Grenzen des Einzelnen erkennen zu können, spielen Codeworte eine große Rolle: Alltagsworte, die normalerweise in der BDSM-Situation nicht vorkommen (z.b. Kühlschrank ) und dazu dienen, dem Gegenüber Grenzen aufzuzeigen, die nicht weiter überschritten werden dürfen, weil Lust sonst zur Last wird oder die auf drohende Gefahren aufmerksam machen sollen. Stichwort: Outing. Auch für BDSMlerInnen ist das Coming out ein wichtiger Prozess. Mit sich, der eigenen Sexualität und seiner Lust ins Reine zu kommen stellt für viele eine große innerliche Auseinandersetzung dar. Und hier bestehen definitive Parallelen zu dem homosexuellen Coming out: Das Erkennen, dass man nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht, die innerliche Auseinandersetzung mit dem Thema bis man es für sich selbst akzeptieren kann und dann die Umsetzung, d.h. das öffentliche Auftreten sofern man seine Lust ausleben und vielleicht auch öffentlich für mehr Akzeptanz und Anerkennung werben möchte. Es findet nämlich auch politische Arbeit im Bereich des BDSM statt - und dies hat viel mit der bisherigen gesellschaftlichen Situation zu tun. In Deutschland ist das Praktizieren von BDSM-Handlungen per se nicht verboten. Allerdings wird nach dem ICD-10-GM (eine internationale Klassifizierung von Krankheiten und deren statistische Erfassung in der derzeitigen deutschen Fassung) Sadomasochismus als Störung der Sexualpräferenz (Schlüssel F65.5) ausgewiesen, was Arbeitgeber als auch Vermieter und viele andere als Begründung nutzten, geouteten BDSMlerInnen das Leben schwer zu machen. Dies führte bis zur Kündigung von Arbeitsstellen und Wohnungen, Erpressung etc. Diese Klassifizierung ist in Deutschland weiterhin gebräuchlich, obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit drei bis vier Jahren die Auffassung vertritt, dass nur krankhafter Masochismus oder Sadismus eine Störung, Sadomasochismus aber eine sexuelle Spielart darstellt. Rechtliche Sicherheit auf diesem Gebiet hat übrigens das AGG (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz) gebracht, da eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Präferenz nun verboten ist. Öffentlich Auftreten möchten die beiden Gruppen in Freiburg auch, und haben dies in der Vergangenheit auch oft getan: SMile war schon auf der Sommerlust mit Informationsständen und bei der CSD-Parade zugegen. Ebenso fand vor einigen Jahren auf dem Ball Verqueer eine große Bühnenaufführung zu diesem Thema statt. Missionieren möchten sie aber nicht, sagen Thomas und Bernd unisono. Es geht

6 6_fokus blümchensex? darum, den Interessierten Informationsmöglichkeiten zu bieten und zu zeigen, dass die Gruppen offen für Gespräche und konstruktive Auseinandersetzungen sind - aber nicht versuchen möchten, irgendjemanden von ihrer Lust zu überzeugen. Beide Gruppen sprechen die gleiche Thematik an: BDSM in all seinen Spielformen, egal ob hetero-, homo-, bi- oder transsexuell - niemand wird ausgeschlossen. Die Abende können als Diskussionen mit Beiträgen oder Filmvorführungen gestaltet sein, bieten aber auch die Möglichkeit, sich persönlich kennen zu lernen. Ein Kontaktbahnhof wollen sie aber nicht darstellen. Sie bieten keine Dienstleistungen und auch keine Vermittlungen an. Sie unterscheiden bzw. ergänzen sich in der Terminlegung, im Treffpunkt und in den regelmäßigen Besuchern (wobei es auch hier Schnittmengen gibt). Der Triskele-Stammtisch trifft sich einmal monatlich, jeden ersten Freitag, im Kämmerlein in der Böcklerstrasse - die Treffen sind offen für alle Interessierten. Die Gruppe SMile trifft sich 2x monatlich donnerstags, einmal im Nebenzimmer einer Freiburger Kneipe und einmal in privater Umgebung mit Spielmöglichkeiten - bei SMile wird um Voranmeldung zu den Treffen gebeten, hierüber erfährt Mann und Frau auch den Ort der Treffen. Beide Gruppen bieten die Möglichkeit, sich vorab mit AnsprechpartnerInnen zu treffen, um sich zu informieren oder auch gemeinsam zu den Treffen zu gehen. Pro Abend sind bei beiden Gruppen ca Leute da, die Altersgruppen sind bunt gemischt (von 25 bis derzeit 65, alle sind willkommen). Für unter 28-jährige gibt es in Freiburg sogar eine Jugendgruppe, die sich jeden 2ten Samstag im Monat trifft - mehr Informationen gibt es per Kontaktformular unter jtw Gruppen in Freiburg: - Triskele Stammtisch - SMile in Freiburg - der Freiburger Jugend- Stammtisch weiterführende Links: Bundesvereinigung Sadomasochismus e.v. bundesweites akzeptiertes Forum Literatur: Schlagzeilen (bekannteste Zeitschrift, erscheint 6x monatlich - Arne Hoffmann - Lexikon des Sadomasochismus (Nachschlagewerk - Imprint Verlag) Mathias J.T. Grimme - SM-Handbuch (gutes EinsteigerInnen-Buch mit vielen Tipps auch zu Sicherheitsaspekten - Charon Verlag) Paul - Pauls Bücher (Teile 1-3 und Handbuch für Sklaven und Meister - Darstellung einer schwulen 24/7-SM-Beziehung in Tagebuchform - Männerschwarm) Filme: Tokyo Dekadenz - japanischer Film, der die Lebenswirklichkeit einer Prostituierten, die sich als Callgirl auf sadomasochistische Kunden spezialisiert hat, schildert Secretary - in einer Mischung aus Liebesdrama und schwarzer Komödie wird die keimende sadomasochistische Beziehung zwischen einer Sekretärin und ihrem Chef gezeigt O Fantasma - kraftvoller homoerotischer Film aus Portugal, über die sexuelle Entwicklung des jungen Müllarbeiters Sergio

7 fokus blümchensex?_7 die übermannende bilderflut Verfickt, schon wieder die Meldung Ihr Startvolume ist fast voll, bitte löschen Sie ungenutzte Daten um dem System mehr Speicher freizugeben. Tja, und da ist sie dann, die für viele unter uns existenzielle, schier unlösbare Frage: Welche Daten sind denn eigentlich unnütz? Vielleicht die Kündigungs- oder Beschwerdeschreiben an diverse Vermieter, Mobilfunkprovider oder Sexshops (wieso die Bestellung noch immer nicht eingetroffen ist)? Nein, zu wichtig! Eher die Bilder vom Ex? Auf keinen Fall, dafür bin ich zu sentimental! Hmm, die Pornos, welche seit geraumer Zeit ein tristes Dasein auf der Festplatte fristen, einmal angeschaut sind sie eh langweilig... Und da wären wir auch schon, am Punkt um den sich alles dreht: Pornos auf der Platte. Wer hat sie nicht? Und jetzt mal wirklich ehrlich sein! Sind wir nicht alle kleine Onlinewichser, früher oder später überkommt es doch jeden, allein und geil zuhause, niemand da, die blauen Seiten spucken auch keinen passenden Kandidaten aus. Also auf zu www. zensiert.com, und siehe da, die schmutzigsten, aufgeilesten Fantasien werden wahr. Mann, was für eine scharfe Schnitte, den muss ich mir direkt auf die Platte laden, den will ich mir beim nächsten mal wieder anschauen. Gesagt getan und die ganze Bilderserie bzw. das komplette MPEG landet in einem Ordner auf dem kleinen runden Metallding welches da in unserem Rechner gemütlich seine Runden dreht. Mit der Zeit sammelt sich da natürlich einiges an, und eines Tages, kaboom! würden locker 3 DVD Rohlinge draufgehen, wollte man das alles brennen. Und Mann stellt sich die berechtige Frage, brauche ich das wirklich alles? Diese ganzen Bilder und kurzen Videos? Natürlich! sagt der Schwanz, Quatsch! sagt das Gehirn, lösch es!!! Wie die Sache ausgeht wissen wir alle! Also wenn schon behalten, wie sortieren, ordnen, archivieren...? Nach Datum? Nach Geilheitsgrad? Nach Praktiken? Oder lieber doch nach Haarfarbe der Typen? Tja meine Herren, genau hier scheiden sich die Geister. Denn mit der Zeit entwickelt jeder für sich sein Archivierungs- bzw. Sortierungssystem. Ich habe mir lange Zeit Gedanken gemacht, welches das beste wäre, doch bin ich irgendwann an dem Punkt angelangt an dem mir irgendwas in meinen Kopf geflüstert hat (ich schätze es war mein rationelles Denken, welches ab und an wirklich die Oberhand gewinnt) doch einfach mal diese Sammlerei zu überdenken. Ist es wirklich notwendig die Bilder welche man im Moment absoluter Unzurechnungsfähigkeit auf die Platte zieht, dauerhaft aufzubewahren? Hand aufs Herz, wer sieht sich die Dinger denn tatsächlich ein zweites Mal an? Da schau ich doch lieber auf den Favoritenseiten nach neuen, wenn s wieder soweit ist. Spart einiges an Speicherplatz und Aufwand, die Teile im Nachhinein zu sortieren. Apropos... wer schon sortiert hat, weiß auch wie verdammt schwer das sein kann. Die Dinger zu ordnen ist früher oder später - ein notwendiges Übel, die Sache wird natürlich dadurch erschwert das alleine durch das Ansehen gewisse Gehirnregionen ausgeschaltet werden und wir in einem Zustand enden, den man, um einmal in diesem Artikel dezent zu bleiben, rallig nennen könnte. Also Jungs, Ihr wisst was zu tun ist, Heft weglegen, Rechner hochfahren und einfach den mit xxx, geil, oder sonst wie benannten Ordner auf das Papierkorb-Icon ziehen und löschen drücken. Befreiend! Oder? cip

8 8_fokus blümchensex? Okay wir sind alle schwul. Oder eben lesbisch. Auf jeden Fall sind wir alle Homos (liebe heterosexuelle SchwuF Leser ich lasse Euch an dieser Stelle mal außen vor!). Eine Missionarsstellung gibt es also für uns meines Wissen nach nicht. Und falls mir da was entgangen sein sollte, bitte ich hiermit, mich darüber aufzuklären (Kontakt über die Redaktion). Innerhalb des SchwuF-Teams wird allerdings die Meinung vertreten, dass es eine schwule Missionarsstellung durchaus gäbe, nur dass derjenige der unten liegt dabei die Beine hoch nehmen muss. Solange das aber nicht geklärt ist bleibt die Frage Was genau ist denn jetzt Blümchensex? Eine Internet-Recherche im blauen Salon hat ergeben, dass unter Blümchensex oft Petting verstanden wird. Andere vertreten die Meinung, es sei eine verklemmte Version von Sex. Nach dem Motto: Licht aus, Decke drüber und ja keine Geräusche machen oder gar dabei lachen. Wikipedia sagt: Blümchensex ist ein nicht genau definierbarer Begriff aus der Alltagssprache, der meist mit einem ironischen oder kritischen Unterton sexuelle Praktiken oder Vorgehensweisen bezeichnet, die von Zartheit, Vorsicht und dem Bestreben gekennzeichnet sind, mit dem jeweiligen Gegenüber sexuelle Handlungen sanfterer Natur und nicht in unkonventioneller Art und Weise vorzunehmen. Es steht aber nicht zu lesen warum Blümchensex dann so einen schlechten Ruf hat. Muss man denn wirklich in Latex, Lack und Leder gehüllt unter Umständen sogar wie eine grotesk geformte Bockwurst aussehend wild Flüche ausstoßend auf den Partner einpeitschen? Ist es wirklich so wahnsinnig geiler, einander anzupinkeln, als die Haut millimeterweise mit den Lippen zu erkunden? Da es bei One Night Stands in erster Linie darum geht, die eigenen Triebe zu befriedigen, ist einfühlsamer, komplett auf den Anderen eingehender Sex sicherlich weder angebracht, noch sonderlich befriedigend. Innerhalb einer Partnerschaft kann doch hingegen ein Abend der mit Kuscheln, Wein und Knutschen beginnt und (nach entsprechendem Auskosten) dazu führt, dass man schlussendlich miteinander schläft (ich würde detaillierter darauf eingehen, aber dann würde diese ohnehin schlüpfrig geratene Ausgabe des SchwuF nur nach entsprechenden Altersnachweis abgegeben werden können) nicht nur schön, sondern im wahrsten Sinne des Wortes geil sein. In wie fern ist es denn bei einem One Night Stand überhaupt möglich zärtlichen, vorsichtigen und respektvollen Sex miteinander zu haben? Bedeutet dass dann nicht Liebe machen? Und ist dafür nicht schon rein per Definition LIEBE notwendig? Wichtig ist doch unterm Strich in erster Linie, dass es nicht langweilig wird im Bett. Und ich stelle jetzt die gewagte These auf, dass sich ewig wiederholende SM-Spiele auf Dauer genau so langweilig werden wie sich gegenseitig quasi zum Orgasmus zu streicheln. marjorie das ende des eine debatte contra

9 blümchensex? fokus blümchensex?_9 Verehrte Jury, meine Vorrednerin hat es doch schon unter Beweis gestellt: Blümchensex ist von niemandem wirklich zu definieren und das hat einen einfachen Grund: Es gibt ihn einfach nicht mehr bzw. hat ihn vielleicht nie wirklich gegeben. Schon alleine die Frage nach dem wie ist problematisch: Wenn penetriert wird, in irgendeiner Art und Weise, dann kann man doch nicht mehr von Blümchensex reden, oder? Denn da geht es doch gleichberechtigt und gleichbefriedigt zu und bei Penetration (oral oder... naja, das andere halt) findet immer eine gewisse Beherrschung des Anderen statt. pro Der Begriff Blümchensex - oder im englischen Vanilla Sex - suggeriert einem doch eine gewisse Reinheit und Unschuld zwei Nakedeis springen durch die Frühlingswiesen und betupfen sich mit Wattebäuschchen bis zum Höhepunkt. Das andere Extrem: Die Sau im Keller, an den Heizungsrohren gefesselt, vollgepumpt mit jeglichen chemischen und biologischen Substanzen die sein Meister herzugeben bereit war, wartet auf seine Entmannung. Aber gibt es diese Ideal-Bilder? Und vor allem, gibt es diese Illusion des reinen, weissen Blümchensex? Nein, denn ich wage zu behaupten jede sexuelle Spielart, sei es SM, Bondage oder eben mit Federn-streicheln, Knutschen, aneinander reiben oder sonst etwas dass zum Höhepunkt führt und einem besonders gefällt, ist ein Fetisch. Und somit ist jede individuelle Lustbefriedigung zu zweit oder mehr, kein Blümchensex. Aber das Problem ist doch nicht das ob oder ob-nicht des Blümchensex, sondern eher diese Einteilung in Gut und Böse, richtig und falsch. Und wie es im Leben nun mal so ist, findet sich die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Unsere Sexualität ist trotz so vieler Befreiungsversuche verschiedenster Generationen noch dermaßen tabuisiert, dass wir nicht von diesem Schubladendenken wegkommen. Es hat sich vieles gebessert, haben wir deshalb das Ziel schon erreicht? So selten es die Frühlingswiesler mit Wattebäuschchen gibt, so selten auch die entmannten Sklaven. Guter Sex findet in der Mitte statt (und damit meine ich nicht die vielgesuchte politische): Ein bisschen schmutzig, zart und hart, liebevoll, manchmal spielhaft erniedrigend, aber immer leidenschaftlich und geil. Und da schließe ich mich meiner Vorrednerin an: Hauptsache es wird nicht langweilig in der Kiste! bartholomew

10 10_ gruppen jahreshauptversammlung der rosa hilfe Am 24. Februar findet um Uhr in den Räumen der Rosa Hilfe auf dem Grether Gelände die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins statt. Der Vorstand hofft, dass möglichst viele Leute der Einladung folgen, weil neben der Entlastung und den Neuwahlen des Vorstands auch noch andere wichtige Punkte auf der Agenda stehen. Die Einladung gilt aber ausdrücklich nicht nur für Vereins Mitglieder. Genauso willkommen sind alle, die sich über die Arbeit der Rosa Hilfe im vergangenen Jahr informieren wollen oder sogar Lust haben sich selber zu engagieren. Nach den, durch Vereinsjubiläum und den Umzug der Rosa Hilfe von der Eschholzstraße auf das Grether Gelände, turbulenten Jahren kehrte 2007 wieder ein wenig mehr Ruhe in die Vereinsarbeit ein. Das bedeutet aber nicht, dass der Verein dieses Jahr untätig gewesen wäre erweiterte die Rosa Hilfe das Spektrum ihrer Angebote: Die neue Themenreihe bequeer und der Kaffeeklatsch Männerkaffeetraum am Sonntagnachmittag sind neu dazu gekommen. Die LesBi-Gruppe für Frauen ELLEments hat sich wieder neu formiert und bietet neben den Gruppentreffen nun auch einen monatlichen Tanzkurs an. Außerdem begann der Aufbau der Mittenrein Gruppe für Menschen mit Behinderung. Aber gefeiert wurde 2007 auch - unter dem Motto fünfzehn Jahre am anderen Ufer beging die Partyreihe SchwuLesDance im Gasthaus Waldsee ihr Jubiläum. Diese und noch viele andere Themen werden Teil des Jahresberichtes sein, den die amtierenden Vorstände bei der Mitgliederversammlung ablegen werden. Aber auch für dieses Jahr ist es wichtig, dass es Menschen gibt, denen die Arbeit des Vereins und das fortbestehen der größten schwul-lesbischen Institution dieser Stadt am Herzen liegt. Einer der gewichtigsten Punkte der bevorstehenden Mitgliederversammlung wird jedoch der Antrag auf Satzungsänderung sein. Viele Teile der Vereinssatzung sind in den dreiundzwanzig Jahren seit der Gründung unverändert geblieben, während der Verein sich im Laufe der Jahre verändert und weiterentwickelt hat. Deshalb sollen nun einige Punkte der Satzung angepasst werden. Dafür ist es aber nötig, dass möglichst viele Mitglieder erscheinen. Auch wenn es nur wenige Punkte sind, so liegt es doch in den Händen der Vereinsmitglieder, die Geschicke und das Vereinsleben der Rosa Hilfe zu lenken und zu beeinflussen. Sollte die Mitgliederversammlung nicht beschlussfähig sein, so muss eine zweite Sitzung einberaumt werden. Also kommt zahlreich und bringt mit viel lecker Kuchen mit. akb

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12 12_ aktuell jahresvorschau gruppen & kultur Schwule Filmwoche Auch die Schwule Filmwoche startet wieder, dieses Jahr zum 24ten Mal! Sie findet vom 24. bis 30. April statt und wir erwarten einen gewohnt guten und interessanten Mix aus Liebe und Leid, Drama und Komödie und schöne Stunden im Dunkeln unbedingt vormerken! Homosexuelle und Kirche HUK Beständig feiert die ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) Gottesdienste mit anschließender Austausch- und Kennenlernmöglichkeit. Die Gottesdienste finden in der Kapelle der Dreifaltigkeitskirche, Hansjakobstrasse 88 in Freiburg-Littenweiler jeweils ab 18 Uhr statt und zwar am 10. Februar, 13. April, 11. Mai, 13. Juli, 14. September und 09. November. Hier besteht für alle Lesben, Schwule und andere Christinnen und Christen die Möglichkeit, selbstbewusst Spiritualität und Sexualität zu vereinen und so, getragen von der Gemeinschaft, in Kirche, Gesellschaft und lesbisch-schwuler Community zu leben. Pink Culture Die allseits beliebte Tanzlust geht in 2008 flottschwingend weiter: 08. März: DIVEN, 07. Juni: Rhitmo Latino, 27. September: Queer Dance, 25. Oktober: Soundtracks und am 13. Dezember mit einem Weihnachtsspecial. Aber das Team von Pink Culture hat noch weitere Asse im Ärmel: Das Pink-Culture-Jahr begann im Januar schon mit der Abba-Tanzlust und dem wundervoll punkigen Auftritt von KayRay und schreitet bereits dem nächsten Höhepunkt entgegen. Am 08. und 09. Februar kommt Katharina Herb mit Ihrem Programm Tenore Amore, dass wir in unserem letzten Heft ausführlich vorgestellt haben. Am 22. Februar kommt unsere geliebte Lilo mit Sex ist Ihr Hobby ins Vorderhaus, und plaudert über Ihr Lieblingsthema (nähere Infos im Heft). Und was Pink Culture weiter für uns geplant hat erfahrt Ihr immer aktuell im Schwul In Freiburg. RainbowStars Lörrach Die RainbowStars werden am an der Fasnacht in Lörrach teilnehmen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden regenbogenbunt auftreten und den Verein vertreten. Also unterstützt die Jungs und Mädels zahlreich, auch wenn Ihr sonst nichts für die närrische Zeit übrig habt. Der Umzug beginnt um 14:11 Uhr und die Gruppe wird an Stelle 53 laufen. Und auch sonst engagiert sich die Jugendgruppe in Lörrach und zwar mit einem Schwul-Lesben-Markt, der schon zum zweiten Mal veranstaltet wird. Am 24. Mai haben schwulesbische Vereine und Gruppe der Region von Uhr die Möglichkeit, Ihre Arbeit auf dem Marktplatz in Lörrach zu präsentieren. Mehr Infos unter: jtw

13 aktuell_13 jahresvorschau partys Das Jazzhaus ist der lesbischen Community inzwischen schon länger als ein Ort bekannt, an dem man unter Ihresgleichen feiern kann. Allerdings handelt es sich bei dem Jazzhaus-Dauerbrenner Sister Zone um eine reine Frauenparty, so dass die schwulesbische Szene dort bisher nur an der letztjährigen CSD Party zusammen feiern konnte. Weil die CSD Party aber ein voller Erfolg war, startet am die neue Partyreihe Queer:Beatz im Jazzhaus. An den Turntables steht zum einen LaBreeze, einigen vielleicht vom Undergroundfloor bei der GaywerksLiga oder den Gute Musik Partys im Jazzhaus und im Ruefetto bekannt. Später wird DJ Agent Schwiech of Waldsee / Tag Eins Fame übernehmen, dessen Set auch die Hintern der größten Tanzmuffel wackeln lassen wird. Musikalisch wird es also eine spannende Kombination. Den Machern der Queer:Beatz Party ist es wichtig, dass die Musikzusammenstellung möglichst vielfältig ist und als Erweiterung zu den bestehenden Partys verstanden wird. Immer wieder eine Sensation ist die etablierte GaywerksLiga Party im E-Werk. Am 29. März wird wieder zu einer der beliebtesten Freiburger Partys eingeladen. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die E-Werk Party nicht all zu oft stattfindet. Für die musikalische Beschallung sorgen diesmal DJ ASCAP (Club deluxe) mit Minimal House und DJ Nenad J (Geilomat rec.zh) der ein CH-minimal-Set auflegen wird. Als VJ ist außerdem Molotov gebucht, der die Feiernden mit stylischen Projektionen zusätzlich entzücken wird. Wegen der unerwartet guten Resonanz auf den Underground Floor des letzten Jahres, werden im Keller die Indie- und Gitarrenfreunde auch dieses Mal wieder von LaBreeze gerockt. Aber das ist ja bei weitem noch nicht alles! Natürlich wird es auf dem Waldsee weiterhin SchwuLesDance geben, den absoluten Klassiker der Freiburger SchwuLesBi Veranstaltungen. Am bietet neben einem neuen DJ aus Karlsruhe zusätzlich DJ Horizon einen Mix aus House mit ein paar Black und R n B Sprenklern. Am liefern Psyence + MK sexy, dirty and spacey house. Man kann also davon ausgehen, dass das SchwuLesDance Team wieder einiges an Überraschungen bereit halten wird. In einem Punkt aber sind sich alle schwulesbischen Partymacher einig: Keine der Partys sieht die anderen als Konkurrenz. Man kennt und schätzt sich untereinander, tauscht DJs und Tipps aus und feiert zusammen. Auf das die Beziehung der Veranstalter auch 2008 eher freundschaftlich und kollegial als von Konkurrenzdenken geprägt ist. tom

14 14_ aktuell start einer neuen bundesweiten kampagne zur AIDS-prävention ich weiss was ich tu Im März 2008 wird eine neue Kampagne an den Start gehen, die erstmals bundesweit auf das Problem der seit Jahren ansteigenden HIV-Infektionszahlen in Deutschland im Bereich der MSM (Männer, die mit Männern Sex haben) aufmerksam machen soll: Ich weiß was ich tu kann auch im europäischen Rahmen als Beispiel gebend angesehen werden. Die Gründe für den Anstieg, so geht aus wissenschaftlichen Studien hervor, sind facettenreich. Zum einen hat sich das gefühlte Bedrohungspotential von AIDS durch neue medizinische Therapien relativiert. In den 80er und 90er Jahren war eine HIV-Infektion mit einer unmittelbaren Todesbedrohung verbunden, heute wird HIV als eine schwere chronische Infektion beschrieben, die allerdings aufgrund der Nebenwirkungen der Therapien organische und andere körperliche Veränderungen mit sich bringt. Stets unterschätzt sind die psychischen und sozialen Auswirkungen eines Lebens mit HIV. Auch in Freiburg wird diese neue Kampagne am 15. März beim Schwu- LesDance am Waldsee starten. Dort ist die große Eröffnungsveranstaltung hier vor Ort. Ziel ist es, durch neue Materialien und Aktivitäten das Gesundheitsbewusstsein bei schwulen und bisexuellen Männern zu verbessern und gegebenenfalls mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die fünf größten Präventionsprojekte in Deutschland haben ein Leitbild entwickelt, das die Grundlage hierfür bildet: Unsere Aufgabe ist es, Raum für offene Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Widrigkeiten des Risikomanagements zu schaffen, um eine Balance zwischen Selbstschutz- und Selbstverwirklichungsinteressen zu finden. Im Mittelpunkt der neuen Kampagne stehen folgende Bereiche: - Risikominimierung und Fehleinschätzungen - Mythen und Fakten zu HIV und AIDS und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen - Leben als schwuler/bisexueller Mann in der Stadt und auf dem Land - Schwuler Lifestyle - Partnerschaft (offen/geschlossen/undefiniert). Das Schutzverhalten hat sich in den letzten Jahren verändert: Zwar ist HIV im allgemeinen Bewusstsein immer noch stark verankert, gleichzeitig ist eine Rückkehr des Sexuellen zu beobachten, die Frequenz

15 aktuell_15 sexueller Begegnungen steigt. Hierbei werden unterschiedliche Risikominimierungsstrategien angewendet, die nicht alle gleich wirksam sind und von den Präventionisten kritisch hinterfragt werden müssen. Außerdem soll ein Schwerpunkt auf die Bedeutung des HIV-Antikörpertests gelegt werden: Nur er verschafft Gewissheit sowie im Falle eines positiven Ergebnisses, die Sicherheit, rechtzeitig medizinisch behandelt zu werden. Außerdem verbessert das Wissen um den eigenen Status die Möglichkeit, sich und andere zu schützen. HIV-positive Menschen tragen hier natürlich eine besondere Verantwortung. Ziele der Kampagne insgesamt sind, Gesundheitsgewinne zu vermitteln d.h. ein Bewusstsein für gesunden Lebenswandel als auch eine Wertschätzung dafür zu schaffen. Safer-Sex-Verhalten soll stabilisiert werden, gerade jüngere oder wenig gesundheitsbewusste Männer sollen dazu ermuntert werden hier eine gewisse Konsequenz zu erlernen. Differenzierte Problemlösungsangebote sind wichtig: Neben klassischer Vor-Ort-Arbeit sind auch Beratungs- und Gruppenangebote aller vor Ort tätigen Player in diesem Bereich wichtig. In Freiburg sind das neben der AIDS-Hilfe und der Rosa Hilfe alle Vereine und Gruppen in diesem Bereich genauso wie die Gastro- und Partyszene. Die neue Marke dieser Kampagne muss sich etablieren, ebenso wie die dazu gehörige Internetplattform. Denn in den letzten Jahren hat sich die Partnersuche stark in virtuelle Welten verlagert. Deshalb stellt das Internet zunehmend einen zeitgemäßen Ort der Prävention dar. Bekannt ist auch, dass das Internet intensiv zur Gewinnung von Gesundheitsinformationen genutzt wird. Dies wird, beispielsweise auf GayRomeo, intensiv für die HIV-Prävention und Gesundheitsvorsorge genutzt, und zwar, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Bei diesen Aktivitäten gilt es, Synergien zu schaffen, Diskurse anzuregen und dadurch Neudiagnosen zu senken. Start der Kampagne in Freiburg am auf SchwuLes- Dance/Waldsee ab 21:30 Uhr Was bist Du Dir wert? ist nicht das Motto der Kampagne, sondern die Haltung. Es geht um Werte, Risikomanagement, solidarisches Handeln, schwule Gesundheit, Empowerment etc. Das Ich soll gestärkt werden, Informationen noch leichter zugänglich gemacht werden, Safer Sex sowohl bei HIV-Positiven als auch Negativen und Ungetesteten wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden. robert & stefzi

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