Analyse pragmatischer Texte

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1 Studienseminar Koblenz Wahlmodul 199 Analyse pragmatischer Texte Ihre Ausführungen in der Sachanalyse Was gehört in die Sachanalyse? In der Sachanalyse werden die relevanten Sachverhalte der Stunde (Inhalte, Thema, Problem) fachwissenschaftlich fundiert knapp dargestellt. Sie soll es ermöglichen, einen Unterricht mit angemessenem fachlichem Schwierigkeitsgrad zu planen. Die fachlichen Begründungen sollen zudem didaktische Zugänge öffnen und legitimieren. 1

2 Was gehört in die Sachanalyse? Die zentrale Bedeutung der Sachanalyse liegt also darin, dass sich die Lehrkraft möglichst umfassend und detailliert mit dem Lerninhalt vertraut macht, mit dem sie die Lerngruppe konfrontieren will. Die Lehrkraft, entnimmt dem Lehrplan ein Thema, aktiviert ihr Vorwissen, deckt die dem Lerninhalt zu Grunde liegenden Strukturen auf und ergänzt das Ganze mit Informationen aus geeigneter Fachliteratur. Dabei bemüht sie sich, wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Pragmatische Texte als Lerngegenstand erfordern, dass Sie sich in der Sachanalyse intensiv mit dem Text der Stunde auseinandersetzen, d.h. Thema, Textsorte, Intention, Adressat des Textes erfassen, den Aufbau darstellen, Gedankengang und Argumentation erarbeiten, sprachliche und stilistische Mittel analysieren, den Funktionszusammenhang von Inhalt, Form, Intention und Wirkung eines Textes erläutern: Wie hat der Autor Gedanken, Inhalte und Absichten sprachlich umgesetzt? Was will der Text mit seinen sprachlichen Mitteln erreichen? 2

3 Pragmatische Texte als Lerngegenstand Darüber hinaus müssen Sie den Text im (zeitgeschichtlichen) Kontext verorten, sich über Ihre Meinung zum dargestellten Sachverhalt/Thema Klarheit verschaffen und Position beziehen. (Pragmatische) Texte als Lerngegenstand Es gibt zwei mögliche Vorgehensweise der Analyse: die textsukzessive Strategie die aspekt- / strukturorientierte Strategie 3

4 Aspekte der Analyse (Textstrukturen) Aufbau, Argumentation Semantische Analyse (Wortwahl) Syntax Bilder, Metaphern Rhetorische und stilistische Mittel Analyse der Argumentationsstruktur Fragen zu den argumentativen Strukturen. Welche Behauptungen / Thesen werden aufgestellt? Wie werden die Behauptungen begründet? Welche Argumente werden durch Stützungen untermauert? Welche Beispiele sollen die Argumentation belegen? Welche Schlussfolgerungen werden aus der / den Argumentationen gezogen? Welche Behauptungen werden nur aufgestellt, aber nicht begründet? Gibt es Behauptungen und Argumente, die nicht in einem engen Bezug zueinander stehen? 4

5 Semantische Analyse Untersucht den Text nach folgenden Aspekten: Welche Wortarten kommen (häufig) vor? Gibt es Wortfelder? Welche Sprachschichten? auffällige Fremdwörter oder fachsprachliche Ausdrücke? Wörter und Wendungen, die stark konnotativ besetzt sind Schlagwörter, Leerformeln Hochwertwörter Archaismen, Neologismen Euphemismen Syntaktische Analyse Welche Satzartenwerden im Text verwendet? Kommt eine Satzart besonders häufig oder in auffälliger Weise vor? Welche Sprachhandlungen werden mit den verwendeten Satzarten vollzogen? Welche Formen von Sätzen sind zu erkennen (Parataxe, Hypotaxe)? Dominiert eine davon? Den ganzen Text über oder nur an einer bestimmten Textstelle? Werden die Sätze unverbunden (asyndetisch) aneinandergereiht oder besteht eine enge Verknüpfung durch beiordnende (koordinierende) oder unterordnende (subordinierende) Konjunktionen oder Pronominaladverbien? Werden im Text auffällig kurze oder lange Sätze verwendet? Lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Satzbau und der Intention erkennen? 5

6 Analyse der rhetorischen und stilistischen Mittel Gibt es Wörter oder Wendungen, die etwas übertreiben oder untertreiben? etwas bildlich ausdrücken? etwas veranschaulichen? etwas beschönigen? (Euphemismen) nur einen Teil von einem Ganzen ansprechen? ( Synekdoche) das Gegenteil von dem meinen, was sie sagen? (Ironie) Werden vom Autor bestimmte Begriffe in auffälliger Weise umschrieben oder vermeidet er bestimmte Begriffe (Euphemismen, Tabuisierungen)? Enthält der Text Wörter und Ausdrücke, die in einem übertragenen Sinn verstanden werden müssen (Bilder, Metaphern, Vergleiche) Rhetorische Figuren: rhetorische Frage, Anapher, Parallelismus, Chiasmus, Gliederung, Ordnung gegliedert Aspekte der Bewertung Folgerichtig Verwendung von Verknüpfungswörtern (Kohäsionsmittel), Hinweise auf Querverbindungen Übersichtlich Unterscheidet Wesentliches und Unwesentliches Roter Faden Kürze, Prägnanz Ohne Gliederung und Zusammenhang wirr Unübersichtlich Keine Trennschärfe von Wesentlichem und Unwesentlichem Ohne roten Faden assoziative Strukturen, die von einem Leser/Hörer nicht erfasst werden können Weitschweifigkeit 6

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