Keine Lust auf Schule?

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1 Keine Lust auf Schule? Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung Dipl. Soz. Andrea Michel Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz

2 Grundannahmen Schulprobleme sind ein Hilferuf. Das Kind versucht auf sich und seine Situation aufmerksam zu machen. Die Abkehr von Schule entsteht nicht von heute auf morgen. Werden Anzeichen früh erkannt, kann einer Verfestigung (möglicherweise) vorgebeugt werden. Die Spirale der Abkehr von Schule beginnt häufig in der Grundschule, verschärft sich beim Übergang und kann sich in manifestem Verhalten in der weiterführende Schule zeigen.

3 Präventive Arbeit mit Schulmüden - was heißt das? Wie können gefährdete Kinder früh erkannt werden? Wie können Brüche gemildert werden? Wo kann Schulentwicklung ansetzen? Wie kann Öffnung von Schule unterstützt werden? Wie kann Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe gelingen? Wo ist lokale Vernetzung besonders wirksam? Wie kann Elternarbeit gut gelingen?

4 Schulabkehr ist ein Prozess Dauerhaftes Schwänzen entsteht nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis eines Prozesses, ein Driften mit vielen Zwischenstationen Begrifflichkeiten: Schwänzen, Schulmüdigkeit, Schulver-drossenheit, unterrichtsmeidendes Verhalten, Schulangst, Schulphobie, -distanz, - verweigerung, -absentismus etc. Wie kann die Abwärtsspirale unterbrochen werden? Wann/Wo/Wem/Welche Lösungen anbieten?

5 Wie werden die Kinder und Jugendlichen wirklich optimal und individuell gefördert?

6 Ansätze und Perspektiven der Prävention 1. Schulmüdigkeit ist eine Konsequenz schwieriger Bedingungen im Leben der Kinder. Die Bedingungen bedürfen einer koordinierten Bearbeitung. 2. Schulmüdigkeit ist eine Folge innerschulischer Prozesse und Strukturen. Diese müssen verändert und attraktiver gestaltet werden. 3. Schulmüdigkeit hat strukturelle Ursachen. (Schul-) Strukturen müssen weiterentwickelt werden und durch landesweite, regionale und lokale Konzepte und Standards eine feste Verankerung finden. ( wird im Rahmen dieses Vortrags ausgeklammert)

7 Prävention 1.Fokus: Individuelle Förderung des Kindes Lebenssituation der Kinder wahrnehmen Begleiteter Übergang beim Schulwechsel Durch Öffnung nach innen Informationsbasis schaffen Blick auf Lebenswelt und Ursachen schärfen Verfahren der Früherkennung systematisieren Vernetzung und Zusammenarbeit organisieren Schulinterne Kooperation Kooperation mit lokalen Akteuren Starke Elternarbeit Case-Management & indiv. Förderung in Lerngruppen

8 Exkurs: Mögliche Systematisierungsfragen Schwänzen erfassen & systematisieren: Eckstunden? Tage?... Verlauf der letzten / aller Schuljahre: Eingebundenheit in Klasse Familiäre Entwicklung: traumatische Ereignisse, Familienkonstellationen Psychische/physische Besonderheiten: Psychische oder körperliche Behinderungen etc. Bisherige Lösungs-, Hilfsversuche: Schulen, Eltern, Nachhilfe Einschätzung Klassenleitung/Fachlehrkräfte: Der Kontakt ist.. Eltern/Lehrkraftkontakte: Form der Kontaktaufnahme: mündl., telefonisch, schriftlich, Treffen, Anzahl Ziele & Strategien aus Sicht von Lehrkraft, Kind, Eltern Praxisbeispiel KOMM Beratung in Schule und Stadtteil, Darmstadt/Frankfurt

9 Prävention 2. Fokus: Die einzelne Schule und Unterrichtsgestaltung Übergangsmanagement Grundschule weiterführende Schule (Verzahnung, Kooperation beim Übergang/Schuleinstieg) Entwicklung eines Gesamtkonzeptes, feste Einbindung in Schulprogramm und kontinuierliche Weiterentwicklung Sicherheit mit der sozialen Situation erleichtert das Lernen (Schul-/Klassenklima, Konstante Betreuung, stabile Bezugsgruppe) Lebensnähe : Unterrichtsformen (Integration sozialpädagogischer Methoden in den Unterricht, Fortbildungen). Integration von JH-Angeboten in Schule Schule integrieren ins wirkliche Leben, lokale Vernetzung und Einbindung in den Sozialraum

10 Intervention: Was tun, wenn der (Haupt-)Schul-abschluss naht und der Jugendliche nicht regelmäßig zur Schule kommt / nicht mehr motiviert ist / massiv stört etc.? Übergang (Haupt-)Schulabschluss Berufsleben gestalten: Förderklassen, Förderung von arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen, Langzeitpraktika, verstärkte Kooperation mit Betrieben, Praxisklassen etc.

11 Intervention: Was tun, wenn der Jugendliche kaum noch in die Schule kommt? und eventuell auch nicht mehr zu einer Fortsetzung der Schullaufbahn zu motivieren ist / nicht mehr in die Schule zurückkehren will? Kooperation mit Schulverweigererprojekten der Jugendhilfe, intensive sozial pädagogische Betreuung, kleine Gruppen / Einzelarbeit, Erlernen von Kompetenzen, Psycho-Soziale Stabilisierung

12 Herausforderungen und Chancen Systematisierung der Früherkennung & Förderung gefährdeter Kinder. Begleitung des Übergangs von der Grundschule in die weiterführende Schule. Förderung von Schulentwicklung durch integrierte Strategien & Öffnung von Schule. Infrastrukturelle Zusammenarbeit und Kooperation von Schule & Jugendhilfe

13 Danke für ihre Aufmerksamkeit!

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