ZWST informiert. Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.v. Ausgabe 4 Dez. 2012

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1 ZWST informiert Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.v. Ausgabe 4 Dez ZWST-Jahresplan 2013: S.8-9 Liebe Freunde der ZWST, in dieser letzten Ausgabe im Jahr 2012 informieren wir Sie über unsere Aktivitäten der vergangenen Herbstwochen. Highlights waren sicherlich der internationale Kongress zum Thema Holocaustüberlebende, das 10jährige Jubiliäum unseres Frankfurter Treffpunktes sowie die Gründung eines neuen Treffpunktes in Düsseldorf (S.1-5). Auch konnten wir in diesem Jahr wieder eine Freizeit für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen durchführen (S. 6-7). In 2013 werden wir verstärkt die Aktivitäten vor Ort in den Gemeinden für diesen Personenkreis unterstützen (S.8). Basierend auf unserem Abkommen mit der Jewish Agency, ist der neue Delegierte Dan Fayutkin seit Herbst in den Gemeinden unterwegs, um unser Engagement für junge jüdische Erwachsene zu unterstützen. Wir freuen uns über diesen personellen Zuwachs (S.13). Unsere Kooperation mit dem Land Thüringen im Rahmen unseres Projektes Perspektivwechsel mit Bildungsmaßnahmen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ist weiterhin erfolgreich. Die diesjährige Fachtagung in Weimar hat nicht zum ersten Mal gezeigt, wie hoch angesichts aktueller Debatten der Bedarf ist (S.15). In dieser Ausgabe gibt Ihnen unser Jahresplan 2013 (S.8-9) einen Überblick über geplante Aktivitäten im kommenden Jahr. Ich möchte Sie besonders auf den Jugendkongress in Berlin im Februar 2013 sowie auf ein europäisches Seminar für Hebräisch-Lehrer im Januar 2013 hinweisen. Auch möchte ich Sie auf unsere Fortbildungen für Demenzbegleiter aufmerksam machen, die zunehmend an Notwendigkeit gewinnen. Für Angehörige planen wir Seminare auf regionaler Ebene. - Wie schon im Bericht über unsere Mitgliederversammlung erwähnt (S.16), können wir dieses Jahr mit konsolidierten Finanzen abschließen, doch es wird weiterhin eine dringende Aufgabe sein, Fördermittel zu akquirieren, wenn wir unserem Anspruch gerecht bleiben wollen. Wir bedanken uns bei allen, die uns im Jahr 2012 gefördert und unterstützt haben, ein spezieller Dank geht in diesem Zusammenhang an den Zentralrat. Wir wünschen allen Lesern ein Chanukka Sameach und alles Gute für das Jahr Ihr Beni Bloch, Direktor der ZWST Mein Leben begann mit 12 in Israel Internationaler Fachkongress in Frankfurt: Gebrochene Identitäten Noemi Staszewski, Mitorganisatorin der Tagung u. Projektleiterin der Treffpunkte Im Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde Frankfurt/M. Vom 04. bis 07. November, einige Tage, bevor in ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen anlässlich der Reichspogromnacht vor 74 Jahren stattfanden, hat die ZWST ihren Fachkongress zum Thema Gebrochene Identitäten durchgeführt. Die von der Aktion Mensch e.v. und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) unterstützte Veranstaltung richtete sich an professionelle Mitarbeiter von jüdischen Gemeinden und anderen Organisationen, die mit Shoah-Überlebenden arbeiten. ZWST Direktor Beni Bloch betonte in seinem Grußwort seine Freude über die steigende Anzahl von internationalen Teilnehmern aus Frankreich, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, Bosnien-Herzegowina, Russland, Weißrussland, Ukraine, Israel und USA. Anja Kräutler, Programmleiterin der EVZ, schloss sich hier an: Es sei ein wichtiges Anliegen der EVZ, eine Brücke zu schlagen zu Ländern vor allem in Osteuropa und der ehemaligen SU. Vertreter von sozialen Organisationen wie Hesed Chamah (Moskau), Ziva Pamet (Prag) und andere hatten die Gelegenheit, auf dem Podium ihre Arbeit vorzustellen. Ein Austausch, der beiden Seiten zu Gute kommt und als Energiespender wirken kann, so Ewa Spaczynska vom jüdischen Wohlfahrtsverband in Polen. Immer häufiger finden sich Betreuer Überlebenden gegenüber, die als Illegale, mit arischen Papieren oder versteckt, als Kinder, mit oft wechselnden falschen Identitäten die Shoah überlebt haben. Nicht nur Kinder, die in Klöstern oder bei christlichen Familien versteckt wurden, oder Kinder, die früh zu Waisen wurden und keine Erinnerungen mehr an ihre Ursprungsfamilien haben, erleben mit zunehmendem Alter Irritationen ihrer Identität. Schwerpunkte der Tagung waren daher Themenkomplexe, die sich mit Fragen der Identitäts- und Persönlichkeitsbildung von Überlebenden und deren Konsequenzen für die Betreuung und Ver-

2 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS sorgung beschäftigten. Der Kongress wurde vom ZWST-Sozialreferat unter der Leitung von Paulette Weber und ihrem Team, gemeinsam mit Noemi Staszewski, der Projektleiterin der Treffpunkte für Überlebende und Prof. Dr. Doron Kiesel (FH Erfurt) organisiert. Paulette Weber, Martin Georgi, Beni Bloch, Anja Kräutler (v. li.) geschwiegen und ist heute Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde in Frankfurt. Auf die Frage aus dem Publikum, was 60 Jahre lang mit diesem Teil von dir geschah antwortet Lilo Günzler, dass sie ihre Kinder nicht belasten und ein Leben ohne Angst leben wollte. Ich habe es verdrängt und bereue es nicht. Doch nach 60 Jahren brachten mich junge Menschen dazu, ein Buch zu schreiben, dieser Prozess des Schreibens war für mich eine Befreiung. Seit 2005 berichtet sie in Schulklassen, 2007 schrieb sie ihre Autobiographie Endlich Reden. Diesen biographischen Einstiegen folgten historischen Erläuterungen von Dr. Jens Hoppe (Jewish Claims Conference, Frankfurt) über die Formen und Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung in Polen und Deutschland, um die unterschiedlichen Überlebensschicksale verständlicher zu machen. Zeitzeugin Lea Balint Prof. Dr. Christian Wiese (li.) mit Prof. Dr. Doron Kiesel Dr. Martin Auerbach (li.) mit Dr. Jens Hoppe ZWST informiert Seite 2 Die Child Survivors als lebende Geschichte Die Auswirkungen von Leugnung, Verlust und (Wieder-)Entdeckung der eigenen jüdischen Identität, wurden den über 100 Teilnehmern authentisch durch zwei Zeitzeuginnen nahegebracht, die den Holocaust als Kinder überlebt haben. Lea Balint, wurde 1938 in Polen geboren. Als sie 4 Jahre alt war, wurde ihre Mutter ermordet und sie in einem Kloster außerhalb Warschaus versteckt wanderte sie mit ihrem Vater, der Ausschwitz überlebt hat, nach Israel aus. Ihr Satz ich wurde mit 12 in Israel geboren zeigt, was eine unterbrochene oder fragmentierte Identität bedeuten kann. Nicht ohne Humor schilderte sie dem Publikum, wie sie zunächst unter dem strengen Reglement im Kloster als Christin erzogen wurde, eine antijüdische Einstellung vermittelt bekam, dann als Kommunistin Stalin anbetet und erst in den 80er Jahren beginnt, sich zu erinnern. Lea Balint erforscht seit 1991 Überlebensgeschichten von Kindern, die die Verbindung zu ihrer Familie verloren haben. Mit ihrer Hilfe hat das Museum der Ghettokämpfer in Israel eine spezielle Abteilung für Kinder mit verlorenen Identitäten eingerichtet. Lilo Günzler, geb in Frankfurt, hat die nationalsozialistische Herrschaft mit ihrem Vater, z.t. im Kellerversteck in Frankfurt überlebt, Mutter und Bruder wurden nach Theresienstadt deportiert und überlebten das KZ. Der Abtransport vom Ostbahnhof in Frankfurt wurde von ihr bedrückend geschildert, ebenso ihr Aufwachsen in einer Atmosphäre von Bedrohung, Angst und Unwissenheit. Uns wurde nichts erklärt, ich konnte mit dem Wort Jude` nichts anfangen. Sie hat 60 Jahre lang Zukunft braucht Erinnerung praxisorientierter Ansatz der Tagung Martin Georgi, Vorstandsvorsitzender der Aktion Mensch e.v., der schon am 31. Oktober die Gelegenheit wahrgenommen hatte, das 10jährige Jubiläum des Treffpunktes für Überlebende in Frankfurt mitzufeiern, brachte unter der Überschrift Zukunft braucht Erinnerung eines der Ziele der Tagung auf den Punkt: Es ginge nicht nur um eine Zustandsbeschreibung, sondern auch um einen Zukunftsentwurf, eine Aufgabenstellung an die Gesellschaft insgesamt, auch mit Blick auf die jüngere Generation. Prof. Dr. Lena Inowlocki (Dipl. Soziologin, Goetheuniversität und FH Frankfurt) betonte in ihrem Eingangsvortrag über die Bedingungen des biographischen Erinnerns, wie wichtig es sei, die subjektive Wahrnehmung der Klienten ernst zu nehmen und eigene therapeutische Denkmuster zu überprüfen. Auch dürften die Biographien von Überlebenden nicht als Privatschicksal pathologisiert werden, sondern müssten über mehr Wissen und Sensibilisierung in der Gesellschaft verankert sein.

3 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS Vor dem Hintergrund der erforderlichen Weiterqualifizierung in der Arbeit mit Überlebenden, auch mit Blick auf die zweite und dritte Generation, waren Vorträge und Workshops mit Fachleuten wie Dr. Martin Auerbach (Psychiater u. Psychotherapeut, Direktor von AMCHA Israel, Foto S. 1), Miriam V. Spiegel (selbstständige Paar- und Familientherapeutin, psychologische Beraterin bei TAMACH, Schweiz) und Prof. Dr. David Pelcovitz (Rabbiner, Arzt und Psychotherapeut) zentraler Bestandteil der Tagung. (s.u.: Statements) Miriam Spiegel verdeutlichte, wie Traumata und Familiengeheimnisse über Generationen weiterwirken können, wenn sie nicht unterbrochen werden, hier könne eine Therapie durchaus als Selbst- oder Familienheilung helfen und unterstützen. Dr. Martin Auerbach machte den Fachkräften Mut: Wir sollten nicht so sehr auf das Ziel einer endgültigen Heilung fixiert sein, sondern schon der therapeutische Prozess an sich kann Linderung bringen! Auch Rabbiner Julien Chaim Soussan (Mainz) schlug aus religiöser Perspektive den Bogen zu dem praxisbezogenen Ansatz der Tagung, in dem er appellierte: Jude, du hast eine Verpflichtung, Hitler nicht posthum noch eine Befriedigung zu verschaffen, also praktiziere dein Judentum, in welcher Form auch immer. Der Glaube könne eine Hilfestellung sein, um Puzzleteile der eigenen Biographie zusammenzufügen, und etwas Ruhe und Ordnung im Leben zu finden, unabhängig von der religiösen Richtung oder dem Pflegen religiösen Rituale. Statements der Teilnehmer Inessa Lukach, Leiterin des Treffpunktes Amcha der JG Dresden: Immer wieder beeindrucken mich die tragischen Schicksale und der Überlebenswillen meines Volkes. Die Vergangenheit nicht zu vergessen, um die Zukunft zu bewahren, das ist unsere Hauptaufgabe. Die Atmosphäre der gut organisierten Tagung war hervorragend, ein gutes Miteinander der Teilnehmer, die mit gleichen Gedanken und Zielen angereist waren. Für meine praktische Arbeit waren vor allem die historischen Hintergründe der nationalsozialistischen Verfolgung in Deutschland interessant, aber auch der Beitrag von Miriam Spiegel, der Bericht von Ewa Spaczynska über die Kooperation mit einer Gruppe von Child Survivors in Polen sowie der Vortrag von Rabbiner Soussan. Im Workshop mit Elli Zamberk-Kaminer bekamen wir im Rahmen einer Fallbesprechung professionelle Beratung im Umgang mit den komplexen Problemen des Ehepaars G. Sie überlebten den Holocaust, waren mit Antisemitismus in der ehemaligen Sowjetunion konfrontiert, Erfolgreiche Tagungsarchitektur und zukünftige Aufgabenstellungen In seinem Resümee richtete Prof. Dr. Christian Wiese (Uni Frankfurt/M.) seinen Dank an das motivierte, interessierte und aktive Publikum, angesichts einer anspruchsvollen Tagungsarchitektur mit emotional berührenden Inhalten. Es ist das Anliegen der ZWST, den sozialen, psychischen und physischen Auswirkungen von zusammengesetzten oder fragmentierten Identitäten von Überlebenden aktiv zu begegnen. Auch ist es eine dringende Aufgabe, Konzepte für den Umgang mit den Nachfolgegenerationen zu finden, die oft mit den Auswirkungen von jahrelangem Schweigen oder aber emotionaler Überschüttung schon im Kindheitsalter zu kämpfen haben. Dazu gehören neben internationalen Tagungen laufende Fortbildungen für Fachkräfte, direkte Unterstützung in den Gemeinden und Förderung von Treffpunkten für Überlebende und ihre Angehörigen. Hvb, ZWST, Fotos: Rafael Herlich haben Tschernobyl überstanden und sind nach Deutschland ausgewandert. Im Workshop mit Dr. David Pelcovitz haben wir uns mit Übertragungsmechanismen in der therapeutischen Arbeit mit Angehörigen der 2. Generation beschäftigt. Von zukünftigen Tagungen würde ich mir noch mehr Informationen zur doppelten Traumatisierung wünschen (Verfolgungserfahrungen im Nationalsozialismus und in der ehemaligen SU). Wünschenswert wären Interviews mit Betroffenen bzw. die Aufarbeitung ihrer Schicksale, die im KZ oder in Ghettos überlebt haben, mit Juden, die aus Deutschland, Polen, der ehem. Tschechoslowakei, Baltikum, Weißrussland und Ukraine deportiert wurden. Ebenso sollte man Interviews mit Kindern und Enkelkindern der Opfer aus den genannten Ländern führen, die zum Teil in der ehemaligen UdSSR aufgewachsen sind, viel über die Deportation ihrer Eltern und vom Schicksal ihrer Verwandten in Lagern des Gulag erfahren haben. Klaus Teschemacher, ehemaliger GF der JG Emmendingen mit Paulette Weber Martin Georgi mit Sohn Jonathan Tami Meroz vom Wohlfahrtsministerium in Israel Ausgabe 4 Dez Seite 3

4 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS Miriam Spiegel Beni Bloch Fotos: Rafi Herlich ZWST informiert Seite 4 Viola Jakschová, Ziva pamet, Treffpunkt für NS- Opfer u. Zwischengenerationendialog, Prag: Die Konferenz vermittelte nicht nur neue Anregungen und Kenntnisse, sondern hat auch eine Atmosphäre von Unterstützung für die Überlebenden selbst (inkl. 2. u. 3 Generation) und ihre Helfer geschaffen. Es gelingt nicht immer, diese beiden Ebenen erfolgreich zu verbinden, was jedoch hier meiner Meinung nach gelungen ist. Ein Phänomen der Konferenz war die Vielfalt von Teilnehmern und Referenten (Überlebende, Historiker, Psychologen, Psychotherapeuten, Pfleger, Sozialarbeiter, Projektmanager, Seelsorger etc.), und die Möglichkeit für alle, sich an der Diskussion zu beteiligen. Für unsere Arbeit in den Treffpunkten in Tschechien, finde ich es sehr hilfreich, unsere Aktivitäten international vergleichen zu können. Ein konkretes Ergebnis ist die Zusammenarbeit mit Treffpunkten in Deutschland. Im Namen von Ziva pamet möchte ich mich nochmals bei den Veranstaltern der Tagung für die Einladung bedanken und wünsche Ihnen alles Gute bei der weiteren Arbeit. Miriam Spiegel, Beratungsstelle Tamach, Zürich: Für mich ist es jedes Mal wieder sehr beeindruckend und stimmig, mit professionellen Fachleuten und einem sehr gemischten, internationalen Publikum, Betroffenen und Nichtbetroffenen, Fachpersonen und Laien zusammen zu kommen. Wir können einander viel mitgeben: Mut, Wissen, Ehrlichkeit, Offenheit. Meine Arbeit bei Tamach wird sicherlich durch diese Synergie bereichert. Ich habe zwei, deutsch- u. englischsprachige Supervisions-Gruppen geleitet, hier haben wir uns mit bemerkenswertem Fallmaterial auseinandergesetzt und hatten Raum für intensive Diskussionen. Ich war von dem Engagement der Teilnehmer beeindruckt und mit beiden Sitzungen sehr zufrieden. Die Arbeit mit Shoah-Überlebenden stellt hohe Ansprüche an uns, ob in Frankfurt, München, Rostock oder in Israel, Tschechei, Sarajewo, Paris. Für zukünftige Tagungen wäre vielleicht zu wünschen: less is more`, d.h. weniger Beiträge und mehr Vertiefung. Valentina Sustavova, Treffpunkt JG Wiesbaden: Die Konferenz hilft uns, die Emotionen und Handlungen von Shoah-Überlebenden besser zu verstehen. Sonst wären wir kaum in der Lage, diesen traumatisierten Menschen professionell zu helfen. Das Gespräch mit Lea Balint und ihr Vortrag über die Bewältigung verlorener Identitäten waren besonders eindrucksvoll. Mit zunehmendem Alter wird die Suche nach der eigenen Identität immer akuter. Ich möchte Frau Balint, die selbst Überlebende ist und traumatische Ereignisse hinter sich hat, meinen größten Respekt aussprechen für ihre Arbeit. Mein Dank geht auch an die Veranstalter für die gute Themenauswahl. Der Workshop von Miriam Spiegel hat uns gezeigt, wie wichtig ein sensibler Umgang mit Überlebenden, aber auch mit den Helfern ist, die mit traumatisierten Menschen arbeiten und unter großen emotionalen Belastungen stehen. Die Präsentation von internationalen Projekten und ein anregender Ideenaustausch tragen zu einer Verbesserung unserer Arbeit in den Treffpunkten bei. Jana Stachevski, Treffpunkt JG Recklinghausen: Rund 40 % der Gemeindemitglieder in Recklinghausen haben den 2. Weltkrieg als Kinder im Exil, im Ghetto oder KZ überlebt. Für unsere Arbeit stellen sich die Fragen: Welche Probleme mit der eigenen jüdischen Identität gibt es? Wie können wir ihnen helfen, sich damit auseinanderzusetzen und damit klarzukommen? Diese Fragen waren Thema des Kongresses und wurden mit Praxisbeispielen in den Workshops vertieft. Für mich war der Workshop mit Dr. Martin Auerbach besonders hilfreich, zumal hier auch Überlebende teilgenommen haben. Hier habe ich verstanden, warum nicht alle Betroffene in den Treffpunkt kommen. Als Sozialarbeiterin der Gemeinde sollte ich einen persönlichen Zugang zu den Leuten finden und sie dabei unterstützen, soziale Kontakte zu knüpfen. Unser Treffpunkt zielt darauf ab, eine jüdische Identität zu stärken. Nach dieser Tagung verstehe ich wesentlich besser, dass Identität keine Einbahnstraße` ist. Als Kriegskinder wussten die Überlebenden oft nicht, zu wem sie gehören. Als Folge schämen sich viele, dass sie jüdisch sind und zögern, darüber zu sprechen. Im Workshop kamen wir zu dem Schluss, dass die Treffpunkte einen geschützten Raum` bieten, in dem man lernt, besser mit diesen Gefühlen umzugehen. Als Themen für zukünftige Tagungen würde ich mir eine Supervision für Überlebende und Mitarbeiter der Treffpunkte wünschen. Auch würde ich gerne mehr erfahren über Gruppenarbeit mit Überlebenden. Gianna Marcuk, ZWST Mecklenburg-Vorp.: Ich bin Angehörige der 2. Generation, meine Mutter, ihr Bruder und ihre Eltern haben 4 Jahre im faschistischen Ghetto gelitten und überlebt. Daher war für mich die Tagung sehr bewegend und beeindruckend. Für meinen Berufsalltag waren die Vorträge über verschiedene Zentren in anderen Ländern sehr informativ. Der Supervisions-Workshop mit Miriam Spiegel hat mir sehr viel gebracht, da ich mich mit anderen Teilnehmern intensiv austauschen konnte. Für zukünftige Tagungen würde ich mir wünschen, dass verstärkt Bemühungen in Richtung psychologische Betreuung der Überlebenden und auch Hilfestellung für die Helfer unternommen werden.

5 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: TREFFPUNKTE Treffpunkt in Frankfurt/M. feiert 10jähriges Jubiläum Ende Oktober beging der Treffpunkt in Frankfurt a.m., das älteste psychosoziale Zentrum der ZWST für Überlebende der Shoah und ihre Angehörigen, sein 10jähriges Bestehen. Ca. 120 Besucher der Einrichtung trafen sich zu diesem Anlass mit Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Sponsoren und einigen Gästen im Restaurant Sohar im Ignatz-Bubis Gemeindezentrum. Für die Organisatoren war die rege Beteiligung an diesem Abend bewegend. Siegmund Plutznik betonte im Namen aller Besucher des Zentrums: Wir sind doch alle mehr oder weniger einsam. Hier finden wir einen Ort, an dem wir zuhause sind, wo wir uns wohlfühlen, Bekannte und Schicksalsgenossen finden, uns nicht erklären müssen und angenommen werden. Wenn wir Probleme oder Fragen haben, finden wir hier immer ein offenes Ohr und gute Vorschläge. Neuer Treffpunkt in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf Am 23. Oktober 2012 haben sich in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf die Türen eines neuen Treffpunktes für Holocaustüberlebende und ihre Familien geöffnet, initiiert von der ZWST, gefördert von der EVZ, der JCC und der Aktion Mensch. Wir freuen uns auf gemeinsame Aktivitäten und gesellige Treffen in entspannter Atmosphäre. Der Treffpunkt steht unter der Obhut der Sozialabteilung und wird von Sonja Markmann geleitet. Vor vielen Jahren hat David Reusmann sel.a. eine Gruppe von Überlebenden aus NRW gegründet. Sein Motto war: Wir wollen zeigen, dass wir am Leben sind und am Leben bleiben wollen. Man traf sich in der Düsseldorfer Gemeinde, half sich gegenseitig, feierte Geburtstage und war gemeinsam aktiv. Inzwischen sind viele von dieser Grup- Mit Blumensträußen bedankte er sich im Namen aller bei den Leiterinnen Ania Hadda und Noemi Staszewski, den Psychoanalytikern Dr. Kurt Grünberg und Dr. Isi Kaminer sowie Elli Kaminer- Zamberk und allen anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Beni Bloch wies in seiner Begrüßungsrede auf die Anfänge dieses Pilotprojektes hin, das auf Initiative von Überlebenden und Professionellen entstand. Die hier gemachten Erfahrungen ermöglichten es der ZWST, in vielen anderen Gemeinden in Deutschland, ähnliche Projekte ins Leben zu rufen. Sein Dank ging deshalb auch an die Sponsoren, ohne deren finanzielle Unterstützung diese Programme nicht realisierbar wären. Beeindruckt von der fröhlichen Stimmung und dem Engagement zeigten sich auch Martin Georgi von der Aktion Mensch und Elvira Glück von der Claims Conference. Neben den kulinarischen Genüssen trugen Henryka Tronek mit ihrem virtuosen Violinspiel sowie der Chor der Shalom Singers, die alle seit Jahren immer wieder ehrenamtlich im Treffpunkt auftreten, zur lockeren Stimmung an diesem Abend bei. Trude Simonsohn formulierte, was viele Anwesende empfanden: der Treffpunkt ist aus Frankfurt nicht mehr wegzudenken. Noemi Staszweski (Foto li.) pe verstorben, doch die monatlichen Treffen sind weiterhin für die heutigen Besucher der einzige Kontakt zu anderen Menschen. Mittlerweile gehören auch Veteranen und Überlebende der Leningrader Blockade zu dieser Gruppe. Dr. Horowitz, Ruth Rubinstein und Frank Müller vom Vorstand der Düsseldorfer Gemeinde sowie die Geschäftsleitung und die Leitung der Sozialabteilung haben sich über die Jahre hinweg für diese Gruppe stark gemacht und engagiert. Mehr als 40 Überlebende kamen an diesem sonnigen 23. Oktober in der Gemeinde zusammen, um die Eröffnung zu feiern. Zu diesem Anlass waren ZWST-Direktor Beni Bloch, die Leiterin des ZWST- Sozialreferates Paulette Weber, die Projektleiterin der Treffpunkte, Noemi Staszewski und Svetlana Antonova, Mitarbeiterin des ZWST-Sozialreferates aus Frankfurt angereist. Als Ehrengast haben wir den Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf Dr. Bastian Fleerman begrüßt. Von der Düsseldorfer Gemeinde waren Vorstandsmitglied Ruth Rubinstein, Geschäftsführer Michael Szentei- Heise sowie der Leiter der Sozialabteilung Günter Jek anwesend. Wir bedanken uns bei dem Musiker Michael Hain, der mit Klassik und Klezmer für eine festliche Atmosphäre gesorgt hat, bei unserem Koch Alex Rubinski, zuständig für das leibliche Wohl und bei Elena Karas für ihre organisatorische Hilfe. Sonja Markmann, JG Düsseldorf Momentaufnahmen von Rafi Herlich Festliche Eröffnung des Treffpunktes für Überlebende in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Foto li.: Anatoli Yakub Ausgabe 4 Dez Seite 5

6 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT Goldener Oktober im Max-Willner-Heim Behindertenfreizeit 2012 Endlich war es soweit, wieder fand eine Freizeit für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen vom 15. bis 21. Oktober 2012 in statt. Die ZWST hatte 37 Familien aus ganz Deutschland eingeladen. Mit insgesamt über 100 Menschen war das Max-Willner-Heim ausgebucht, leider konnte nicht allen Anmeldungen entsprochen werden. Von Anfang an herrschte eine entspannte und positive Stimmung. Das Konzept, etwa zwei Drittel bekannte und ein Drittel unbekannte Familien einzuladen, ging auf: Diejenigen, die mit dem Angebot der ZWST vertraut sind, kamen schnell in Kontakt mit den Neulingen. entwickelten. Keren bot ein Theaterworkshop mit gruppendynamischen Spielen an und Polina gestaltete gemeinsam mit den Teilnehmern Fotoplakate. Nicht zu übersehen war Pinchas Kranitz, der als bewährter Betreuer immer dann zur Stelle war, wenn man ihn brauchte. Die Sozialarbeiterinnen Natascha Poltawez und Jana Stachevski (ZWST) beantworteten etliche Fragen zum Sozialrecht. Der Psychotherapeut und Arzt Dr. Alexander Bakalejnik sprach mit den Angehörigen über medizinische und psychologische Themen. Eine Gesprächsrunde mit Dr. Michael Bader und Dr. Dinah Kohan (ZWST) gegen Ende der Freizeit zeigte, dass etliche Fortschritte und Veränderungen im Vergleich zum Projektbeginn 2005 festzustellen sind. Waren vor einigen Jahren noch viele Familienangehörige sehr unwissend und unsicher, so haben mittlerweile viele erheblich an Selbstsicherheit gewonnen. Hier spielt die Tatsache eine zentrale Rolle, dass viele Eltern gegen ihre Isolation angehen, sich zusammenfinden und so auch eher in der Lage sind, mit den alltäglichen Problemen des Alltags umzugehen. ZWST informiert Seite 6 Ein wichtiger Aspekt dieser Freizeiten ist es, dass die Eltern Gelegenheit bekommen, sich untereinander auszutauschen und sich zu erholen. Daher wurden unter anderem Aktivitäten getrennt für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen angeboten. In Kunstworkshops für die behinderten Teilnehmer wurde mit den Künstlern Rina Nentwig und Costa Bernstein getöpfert und gemalt, israelische Tänze und Musik wurden gemeinsam mit Tirza Hodes, Marina Zisman und Ludmilla Engel eingeübt. Neu waren die Betreuer Keren Kotlyarevskaya (Studentin der Theaterpädagogik) und Polina Primak (Studentin der Sozialarbeit u. Madricha der ZWST), die schon am 2. Tag eigene Aktivitäten Zum Programm gehörten Ausflüge nach Worms und in die alte Synagoge, die bei den Teilnehmern sehr gut ankamen. Rabbiner Kogan aus Düsseldorf war ein geschätzter Gesprächspartner für viele Familien und leitete verschiedene Gesprächsrunden zur jüdischen Tradition. Der Höhepunkt der Freizeit war der Abschiedsabend, an dem etliche Menschen mit Behinderung ihre Talente zeigten: Es wurden Gedichte und Lieder vorgetragen, Tänze gezeigt, und mehr als einmal flossen Tränen der Rührung bei den Eltern. Auch hier war eine Weiterentwicklung der Menschen mit Behinderung, aber auch ihrer Angehörigen im Hinblick auf mehr Selbstbewusstsein festzustellen. Es war somit eine gelungene und sicherlich nicht die letzte Freizeit für diesen Personenkreis. Wir bedanken uns bei allen, die diese Freizeit unterstützt haben, vor allem bei Felix Krasni (ZWST- Sozialreferat) für seine umtriebige Organisati-

7 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT on. Auch richten wir unseren Dank an die Aktion Mensch e.v., die uns die Durchführung ermöglicht hat. Das Behindertenprojekt der ZWST beabsichtigt, das Engagement vor Ort verstärkt zu unterstützen. Daher fordern wir alle Interessenten und Betroffenen auf, Aktivitäten in den einzelnen Gemeinden zu initiieren. Aktion Mensch e.v. fördert diese Projekte, wenn mindestens ein Mensch mit einer Behinderung involviert ist. Dinah Kohan, Leiterin der Freizeit, Koordinatorin des Behindertenprojektes Das Wichtigste ist die Energie, die man zurückbekommt Statements der Teilnehmer und Betreuer Keren Kotlyarevskaya (35), Nürnberg, erstmalig als Betreuerin dabei: Ich befinde mich zurzeit in einer Ausbildung zur Theaterpädagogin, theaterpädagogische Arbeit mit behinderten Menschen hat mich immer interessiert. Das wichtigste an der Arbeit mit behinderten Menschen ist die Energie, die man zurückbekommt. Man gibt selber viel, aber die Rückmeldung, die man bekommt, ist unbezahlbar. Wenn man sieht, wie das Mädchen mit Autismus auf der Bühne ihre Gefühle rauslässt oder wie ein Mann, der kaum reden kann, anfängt zu singen, ist das einfach überwältigend. Natascha Poltawez (52), Düsseldorf, ZWST-Behindertenprojekt: Es war enorm, die Veränderung und die Fortschritte der Teilnehmer im Vergleich zu früheren Freizeiten zu sehen. Da war zum Beispiel eine junge Teilnehmerin mit motorischen Schwierigkeiten, sie kann sich nicht gut bewegen. Gegen Ende der Freizeit konnte sie ihre Finger besser bewegen, hat bei der festlichen Abschlussveranstaltung aktiv mitgemacht und war eingebunden. Es ist unbeschreiblich, welche Veränderungen diese besonderen Tage auslösen können. Herbstspaziergang mit den Betreuern Natascha P., Keren K. (2.u.3. v.li.), Marina Z. (re.) Mutter von Ofena (41), München, die an einer autistischen Behinderung leidet: Ich bin doppelt glücklich: für mich und meine Tochter. Wir verbrachten zum 3. Mal wunderschöne Zeiten in. Meine Träume sind in Erfüllung gegangen, Spaziergänge, Musik und vieles andere. Ofena hat 2 Bilder gemalt, eines geht in die geplante Wanderausstellung, eines behalten wir. Wir sind dem ganzen Team dankbar und hoffen, dass wir auch in Zukunft dabei sein können. Mutter von Stanislaw (30), Darmstadt, der an einer autistischen Behinderung leidet: Ich bin sehr glücklich, dass mein Sohn hier so aus sich herausgeht. Wissen Sie, wir waren schon einmal hier, aber so wie jetzt war es noch nie. Er hat seine Gedichte öffentlich vorgelesen und hat viel mit den anderen gesprochen. Das macht mich sehr glücklich. Marina Zisman, ehrenamtliche Mitarbeiterin: Ich arbeite in diesem Projekt seit Anbeginn und konnte mich davon überzeugen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Im Juni 2004 haben wir in Frankfurt/M. über die Situation dieser Menschen nur gesprochen, jetzt, einige Jahre später organisiert die ZWST ein vielfältiges Angebot. Im Rahmen der Behindertenfreizeit 2012 haben Familien aus ganz Deutschland zusammen eine schöne Zeit verbracht. Kunst, Musik und Tanz sind ein magisches Mittel und eine gute Arznei gegen Krankheiten. In dieser Woche habe ich viel mit Menschen gesungen und getanzt. Ich sah, wie die manchmal traurigen oder verschlossenen Gesichter der Teilnehmer vom Lächeln erhellt wurden, wenn sie jüdische Lieder hörten, sangen und israelische Tänze getanzt haben. Ich bin sicher, dass Musik und Tanz als magische, medizinische und religiöse Mittel in unserer Arbeit mit behinderten Menschen helfen können. Rina Nentwig, ehrenamtliche Mitarbeiterin im ZWST-Behindertenprojekt: Costa und ich haben uns in unseren Kunstworkshops auf folgende Aktivitäten konzentriert: - die Kaltnadel-Radierung, die Zinkplatten wurden von uns präpariert, die Teilnehmer ritzten anschließend auf die Platte und diese wurde gepresst. - auf das Modellieren mit Ton, alle getöpferten Produkte konnten im Brennofen fertiggestellt und den Teilnehmern ausgehändigt werden. - auf das Malen mit verschiedenen Farben (Wasserfarben, Ölfarben, Pastellfarben). Es entstanden sehr schöne Dinge, Bilder und Getöpfertes, die auch für die geplante Wanderausstellung geeignet sind. Fortsetzung Behindertenprojekt: S. 10 In den Workshops mit den Betreuern Polina und Rina (oben v.li.) und Pinchas (unten) Fotos S.6,7: Rina Nentwig Ausgabe 4 Dez Seite 7

8 Sozialreferat informiert: JahreSprogramm 2013 Kontakt: Paulette Weber, Leiterin Sozialreferat Tel.: 069 / Für alle Termine gilt: Änderungen vorbehalten! Seminarort:, falls keine andere Angabe Anmeldungen über die zuständige Gemeinde Was? Wann? Info? Seniorenfreizeiten turnus 1: für gruppen reserviert (tu Bischwat) turnus 2: für gruppen reserviert turnus 3: für gruppen reserviert (f. esther, purim) turnus 4: für gruppen reserviert turnus 5 (pessach) turnus 6 (J. ha`shoa, J. hazikaron, J. ha`azma`ut) turnus 7: frauenbund (lag Baomer) turnus 8: holocaustüberlebende (J. Jeruschalajim) turnus 9: alteingesessene (Schawuoth) turnus 10 turnus 11 turnus 12 turnus 13 (9. aw) turnus 14 turnus 15 turnus 16: Veteranen turnus 17 (rosch haschana, Jom Kippur) turnus 18 (Sukkot, Shemini azereth, Simchat thora) turnus 19: frauenbund turnus 20 turnus 21: für gruppen reserviert turnus 22: für gruppen reserviert turnus 23: für gruppen reserviert (Chanukka) turnus 24: für Seminare bzw. gruppen reserviert Mo Mo Mo So So Mo Mo Mo Do Mi Mi Mi Mi Di Di Mo Mo Di Di Di Di Mo Mo Di Di Di Di Di Di Di Di Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Mo Do Ansprechpartner: larissa Karwin 069/ Adresse: Kurhotel Eden-Park rosenstr Bad Kissingen * Fortbildung für erstmalige Teilnehmer sowie Ehrenamtliche des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) Fortbildung Sozialarbeit fortbildung Sozialarbeit (erstm.teiln./teiln.bfd*) fortbildung für Sozialarbeiter i fortbildung für Sozialarbeiter ii Psychosoziale Versorgung (Fortgeschrittene) Seminar zum thema demenzbegleiter i Seminar zum thema demenzbegleiter ii Fortbildung Ehrenamt Betreuer u. leiter der Seniorenfreizeit B. Kissingen i Betreuer u. leiter der Seniorenfreizeit B. Kissingen ii leiter und mitarbeiter in Seniorenklubs i leiter und mitarbeiter in Seniorenklubs ii Bikkur Cholim i Bikkur Cholim ii Chewra Kadischa i Chewra Kadischa ii Israelische Volkstänze Seminar für anfänger Seminar für Fortgeschrittene Koschere Küche Kochseminar i Kochseminar ii Mo Do mo Do Mo Do So Mi Mo Do Mo Do Do So Do So Mo Do Mo Do Mo Do Mo Do Mo Do Mo Do So Mi Mo Do So Mi Mo Do Rivin/Purnik,069/ Rivin/Purnik,069/ Rivin/Purnik,069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ G.Gubinsky, 069/ L.Karwin, 069/ L.Karwin, 069/ L.Karwin, 069/ L.Karwin, 069/ L.Karwin, 069/ L.Karwin, 069/ Assja Kazwa, 069/ Assja Kazwa, 069/ Judentum (Seminar mit Rabbiner Bollag) Do So G.Gubinsky, 069/ Behindertenprojekt tagung für angehörige in frankfurt/m. Integratives EU-Seminar: Jüdische Kultur erleben (Koschere Küche, Kunst u. tanz, mit teiln. aus deutschl., Schweiz, litauen, tschechei) Tschechien) Seminar: Sexualität u. Kunst Freizeit für Betroffene und Angehörige I Freizeit für Betroffene und Angehörige II So Di Do Mi Di Mi So Do Do Mo dinah Kohan, oder marina Chekalina Tel.: 069/ ZWST informiert Seite 8 Integrationscoaching in jüdischen Gemeinden (3-tägige Fortbildungen u. Tagesseminare vor Ort) Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben! A. Purnik, 069/

9 Jugendreferat informiert: JahreSprogramm 2013 Was? Wann? Wo? Sommermachanot turnus 1 turnus 2 turnus 3 Mo So Di So Mi Di , italien Ferienwoche 18+ (18-35 Jahre) Mi Mi Bellaria/italien Kontakt: Nachumi Rosenblatt Leiter Jugendreferat Tel.: 069 / Rundreise Israel (15-19 Jahre) Wintermachanot 2013/14 Seminare zu Pessach turnus 1 turnus 2 Familienseminare turnus 1 turnus 2 Aus- und Fortbildung Madrichim Seminar: anfänger in der Jugendarbeit i Seminar: anfänger in der Jugendarbeit ii Seminar: anfänger in der Jugendarbeit iii u. iv Seminar: anfänger in der Jugendarbeit V Seminar: madrichim der Jugendzentren Seminar: Vorbereitung Sommermachanot 2013 Seminar: Vorbereitung Wintermachanot 2013/14 So So So Do Mo Fr Fr Mi Mo Mi Mi Mi Fr So Fr So Mi So Fr So Fr So Mi Fr Fr So (10-13 J.) Natz/Südtirol (14-18 J.) Israel (12-14 J.) Gatteo/Italien Gatteo/Italien Mitarbeiter des Jugendreferates: Inka Margulies Tel.: 069 / Iris Elkabets-Rosen Tel.: 069 / Jona Gross Tel.: 069 / Daniela Sobol Tel.: 069 / Jugendzentrumsleiter Treffen der Jugendzentrumsleiter Treffen der Jugendzentrumsleiter Treffen der Jugendzentrumsleiter Fr So Fr So Fr So Für alle Termine gilt: Jugendkongress (18-35 Jahre) Do So Berlin Änderungen vorbehalten! Europäische Fortbildung für Hebräisch-Lehrer So., Di., Seminarort:, falls keine andere Angabe Fortbildung Erzieher Seminar Seminar Fr So Fr So Anmeldungen über die zuständige Gemeinde Fortbildung Vorbeter Seminar Seminar Fr So Fr So Kindergartenleiter/Kitaleiter Treffen Treffen Fr So Fr So Info Projekt Oranim : Student Leadership for Jewish Peoplehood Projekt für Studenten und die Altersgruppe einführungsseminar Begegnungseminar Vertiefungsseminar Studienreise nach israel auswertungsseminar Do So Fr So Do So Do Mo Do So israel Inka Margulies Alexander Drehmann Tel.: 0170/ yahoo.de Ausgabe 4 Dez Seite 9

10 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT Unterstützung der Behindertenarbeit in Sachsen Kontakt Ehrenamtprojekt: Jana Stachevski, Tel.: / Servicezentrum: Marina Chekalina Mo.-Do Uhr Tel.: 069 / Allgemeine Projektleitung: Paulette Weber Tel.: 069 / Info SHG Chemnitz: ZWST informiert Seite 10 Zwei Schwerpunkte der ZWST-Behindertenarbeit sind die Förderung des ehrenamtlichen Engagements sowie die Unterstützung niedrigschwelliger Angebote in den Gemeinden. Seit Herbst 2012 unterstützt das Servicezentrum der ZWST engagierte Mitarbeiter in den Gemeinden bei der Durchführung von Aktivitäten und der Akquirierung von Fördermitteln. Im Folgenden zwei Beispiele für Aktivitäten in Sachsen: Förderung der Selbsthilfe durch stärkere Vernetzung Anfang September 2012 trafen sich in Dresden die Selbsthilfegruppe der israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, eine schon länger existierende Gruppe von Angehörigen von Menschen mit psychischer Behinderung und die Selbsthilfegruppe der jüdischen Gemeinde zu Dresden. Die Förderung der Selbsthilfe und des ehrenamtlichen Engagements in den Gemeinden vor Ort ist schon lange fester Bestandteil des ZWST-Behindertenprojektes, seit 2011 intensiviert im Rahmen eines Ehrenamtsprojektes. Ziel dieses Projektes ist es, die Gemeindemitglieder bundesweit zum Thema psychische und geistige Behinderung zu sensibilisieren und dadurch Ehrenamtliche für diesen Personenkreis zu gewinnen. Wie in den Anfangszeiten des ZWST-Behindertenprojektes ist es in einigen Regionen oder Gemeinden heute immer noch sehr schwer, den Zugang zu dieser Gruppe zu finden. Viele der zum größten Teil aus Ländern der ehemaligen SU zugewanderten Familien haben oft nicht den Mut, mit ihren Kindern in die Gemeinden zu gehen oder erwarten aufgrund schlechter Erfahrungen als Migranten keine Hilfe. Diese pessimistische Grundhaltung wollten wir mit unserem Treff in Dresden durchbrechen. Elena Tanaeva, Sozialarbeiterin der jüdischen Gemeinde zu Dresden organisierte diese Zusammenkunft, Nina Tabera, ehrenamtliche Mitarbeiterin, übernahm die Funktion der Reiseleitung beim Rundgang durch die Stadt und organisierte eine entspannte Gesprächsrunde in den Räumen der Gemeinde. Dieser Treff hat erste Fäden eines Netzwerkes zwischen betroffenen Familien in Sachsen geknüpft mit dem Ziel, dieses Netzwerk mit weiteren Zusammenkünften und gemeinsamen regionalen Aktivitäten zu festigen. Wir sollten uns regional zusammenschließen, um mit Hilfe der Gemeinden und des Landesverbandes, die älter werdenden Angehörigen zu unterstützen und die mittlerweile auch erwachsen gewordenen Kinder zu fördern. Doch die Hilfe kann erst dann geleistet werden, wenn sie auch angenommen wird. Zum jüdischen Landesverband Sachsen gehört neben den Gemeinden Leipzig und Dresden auch die Gemeinde in Chemnitz. Wir rufen betroffene Familien in allen drei Gemeinden, die noch nicht in einer Gruppe organisiert sind, dazu auf, sich an die Sozialabteilungen oder direkt an Jana Stachevski (ZWST-Behindertenprojekt, Tel.: 02361/15131) zu wenden. Jana Stachevski Förderung eines literarischen Treffpunktes für blinde und sehschwache Menschen in Chemnitz In der jüdischen Gemeinde Chemnitz ist seit 2003 eine SHG für zugewanderte Gemeindemitglieder mit einer Sehbehinderung aktiv. Im Rahmen der vielfältigen Aktivitäten dieser Gruppe ist dort eine einzigartige Bibliothek aus Hörbüchern in russischer Sprache entstanden. Mit Unterstützung der Aktion Mensch e.v. soll hier ein literarischer Treffpunkt entstehen, der sich an sehbehinderte Menschen, aber auch an Nichtbehinderte richtet, die sich für russische Literatur interessieren oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Mit regelmäßigen Treffen, Lesungen, musikalischen Veranstaltungen und Diskussionen soll gegen die behinderungsbedingte Isolation angegangen, Berührungsängste abgebaut und ein unbefangenes Miteinander zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gefördert werden. Mit dem Ziel, behinderte und nicht behinderte Menschen verschiedener Altersgruppen und Religionszugehörigkeiten in ein gemeinsames Projekt einzubinden, wird das Motto Inklusion mit Leben gefüllt. Der Treffpunkt soll Menschen mit und ohne Behinderung aufgrund ihrer Freude am Lesen zusammenbringen. Die ZWST wird über die Entwicklung des literarischen Treffpunktes in Chemnitz berichten. Weitere geplante Aktivitäten: Computerkurse für Menschen mit Behinderung (JG Recklinghausen) Integratives Musikprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung (JG Dessau) Dies sind nur Beispiele von vielen kreativen, den Gedanken der Inklusion unterstützenden Vorhaben in den Gemeinden, die durch die Unterstützung der ZWST und die Förderung der Aktion Mensch e.v. in Gang gesetzt wurden bzw. geplant sind. Wir fordern alle Gemeinden auf, dieses Angebot des ZWST-Servicezentrums zu nutzen! ZWST, HvB Kontakt Servicezentrum: Marina Chekalina, Tel.: 69/ , Mo.-Do., Uhr

11 DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: ZWEIGSTELLE M.-V. Situation der sozialen Beratung in Mecklenburg-Vorpommern Eine Bestandsaufnahme Die ZWST-Zweigstelle Mecklenburg-Vorpommern (MV), geleitet von Gianna Marcuk, ist mit drei Anlauf- und Beratungsstellen in Rostock, Schwerin und Wismar vertreten. Hier werden an jeweils zwei Tagen pro Woche Sprechstunden für die Mitglieder der jüdischen Gemeinden Schwerin und Rostock und deren Angehörige durchgeführt. Ältere Gemeindemitglieder mit Migrationshintergrund sind das Hauptklientel der Zweigstelle. Sie sind aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse und ihrer häufig beeinträchtigten Gesundheit im besonderen Maße hilfs- und betreuungsbedürftig. Aufgaben von ZWST und jüdischen Gemeinden Vor diesem Hintergrund haben die Beratungsstellen der ZWST und die Sozialberatungen in den Gemeinden einen Zulauf an Klienten, die sich früher vor Ort die notwendige Hilfe holen konnten. Auch wird insgesamt in der Beratung mehr Zeit beansprucht, da mit zunehmendem Alter der Klientel, akute Fragen wie Pflege und Betreuung, Unterbringung in einem Alters- oder Pflegeheim, Erteilung einer Patientenverfügung etc. gelöst werden müssen. Viele ältere Zuwanderer aus der ehemaligen SU haben extrem negative Vorstellungen von der Unterbringung in einem Seniorenheim. Auch ist es ungewohnt für sie, Patientenverfügungen, Testamente o.ä. weit im Vorfeld zu verfassen. Verbreitet sind Misstrauen und Vorurteile, dass man ihren Willen falsch interpretieren könnte. Daher sind Aufklärung und eine kultursensible Beratung für Betroffene und Angehörige sehr wichtig. Kontakt: ZWST M.-V., Büro Rostock Augustenstr Rostock Tel./Fax: 0381/ mail: Im Sozialbüro der JG Rostock (stehend G. Marcuk) Wegfall von Migrationsberatungsdiensten durch drastische Kürzungen von Land und Kommune Die Beratungsstellen haben im vergangenen Jahr stärker an Bedeutung gewonnen, da die Finanzierung der allgemeinen Migrationsberatung in MV in den Jahren fast um die Hälfte reduziert wurde. Andere Beratungsdienste für Zuwanderer, die früher das Land und die Kommunen angeboten haben, sind dadurch gänzlich weggefallen. So wurden z.b. Beratungsstellen der anderen Wohlfahrtsverbände in Demmin, Güstrow, Schwerin, Rostock und Wismar geschlossen. Besondere Hilfestellungen wie z.b. persönliche Begleitung zu Arzt- und Behördenterminen werden gegenwärtig ausschließlich in den Gemeinden angeboten. Für die weiterführende Migrationssozialarbeit sieht der Landeshaushalt 2012/2013 Zuschüsse an Verbände der Freien Wohlfahrtspflege für die Beratung von Migranten vor. Diese Förderung soll eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Diese Mittel sind jedoch nicht ausreichend, um ein flächendeckendes Hilfenetz anzubieten. Besonders die ländlichen Regionen sind betroffen, da sie zum Teil nur durch mobile Beratung abgedeckt werden können. Auch kann die migrationsspezifische Beratung nicht mehr in allen Stadtteilen angeboten werden. Dadurch sind zusätzliche Schwierigkeiten vor allem für ältere jüdische Gemeindemitglieder entstanden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Psychotherapeutische Behandlungsangebote, die auf die speziellen Bedürfnisse von jüdischen Migranten ausgerichtet sind, fehlen in MV nach wie vor. Andererseits verschärfen sich die psychosozialen Probleme und Hilfe ist gerade hier besonders notwendig. Die ZWST erfüllt in diesem Zusammenhang eine fachkundige und mentalitätsbezogene Beratungs- und Begleitfunktion und arbeitet eng mit den Psychosozialen Zentren, Gesundheitsämtern, Betreuungsbehörden und Amtsgerichten zusammen. Die ZWST-Mitarbeiter werden oft zu komplizierten Fällen hinzugezogen. Hier ist es die Aufgabe, vor allem die sprachliche und vertrauenswürdige Unterstützung für alle Beteiligten zu leisten sowie bei der Durchführung von notwendigen behördlichen und gesetzlichen Maßnahmen helfend mitzuwirken. Dabei stehen die Belange der jüdischen Zuwanderer im Vordergrund. Auch die allgemeine Sozialberatung (z.b. finanzielle, rechtliche oder schulische Probleme) verliert nicht an Bedeutung. Dazu gehört eine kompetente und kontinuierliche Beratung sowie Begleitung in schwierigen Lebenssituationen, wie z.b. Informationen zu den vorhandenen Angeboten und im Bedarfsfall eine Weitervermittlung an andere Adressen. Die Beratung und Unterstützung von Holocaust- Überlebenden hat sich weiterhin intensiviert. Durch die von der Jewish Claims Conference vorgenommenen Änderungen hinsichtlich der Ansprüche auf Entschädigungszahlungen eröffneten sich neue Möglichkeiten für die Betroffenen. Im Rahmen dieser Arbeit leistet die Zweigstelle Unterstützung bei allen Fragen (Antragsstellung etc.), die mit dem Thema Entschädigung im Zusammenhang stehen. Gianna Marcuk Foto: Wladimir Medovoi Ausgabe 4 Dez Seite 11

12 DAS JUGENDREFERAT INFORMIERT Termine der Seminarreihe für Anfänger in der Jugendarbeit I-V für das Jahr 2013: S bunte Schnürsenkel Abschluss der Ausbildung für Madrichim (Praktikantenseminare) Der erste Eindruck, den man kurz nach der Ankunft beim ersten Praktikantenseminar bekommt, ist wahrscheinlich die Verwunderung darüber, wie viele andere jüdische junge Menschen in Deutschland sich für die Jugendarbeit in ihren Gemeinden engagieren möchten. Schnell findet man alte Freunde von den Ferienfreizeiten im Sommer (Sommermachanot), an denen man vor kurzem noch als Chanich teilgenommen hat, lernt aber auch sehr viele neue Menschen kennen. Die meisten tun diesen Schritt, um den Kindern, die nach ihnen auf die Machanot fahren, die reichhaltigen und vielfältigen Erfahrungen zurückzugeben und ihnen eine Zeit zu bieten, die sie nie vergessen werden. Andere Gründe sind auch, selbst weiterhin Spaß zu haben, auch wenn man nicht mehr Chanich ist. Auf jedem der fünf Seminarteile lernen wir verschiedene Methoden, um Programme vorzubereiten, mit Kindern besser umgehen zu können, pädagogische Aspekte und haben gemeinsam viele nützliche Ideen entwickelt, die man für das Erstellen von kreativen Programmen nutzen kann. Wie zum Beispiel die 5000 Schnürsenkel, mit denen wir als einziges Material ein kreatives Programm auf die Beine stellen sollten. All dies wird gleichzeitig in einem jüdischen Kontext vermittelt, so dass wir auch die Traditionen und Bräuche unserer Religion weitergeben können. Zu den Seminaren gehören seit längerem intensive Erste-Hilfe-Kurse, damit wir vorbereitet sind und in einer schwierigen Situation angemessen reagieren können. Eine ZWST-Urkunde belegt den erfolgreichen Abschluß der Seminarreihe Nach jedem Seminar, wie auch nach jedem ausgeführten Programm, bekommen alle Teilnehmer ein persönliches Feedback. Nach diesem aufregenden Jahr hat man nicht nur viele neue Freunde gefunden, sondern auch unglaublich wertvolle Erfahrungen und Werte gesammelt, die jedem von uns das ganze Leben lang nützlich sein können. Noemi Becher, Madricha aus Darmstadt Fangt an! Ein klares Fazit der Praktikantenseminare 2012 ZWST informiert Seite 12 Mit dem Abschlussseminar vom bis sind die Seminare für Anfänger in der Jugendarbeit 2012 zu Ende gegangen. Ein Jahr lang hat ein Team von erfahrenen Jugendleitern (Netta Elkabets-Rosen, Xenia Fuchs, Jossi Avidor, Benni Barth, Adrian Ben Shlomo und Roni Lehrer) die angehenden Madrichim auf 5 Seminaren ausgebildet. Die Themen der Seminare reichten von Kreativität und Konfliktmanagement über Pädagogik bis hin zu Basiswissen über Judentum und Israel. Alle Themen wurden mit Fallbeispielen aus der praktischen Arbeit in den Jugendzentren vor Ort und auf den Machanot ergänzt. Die Fortbildungsreihe unterstützt die Ferienfreizeiten der ZWST und fördert die Jugendarbeit in den Gemeinden. Hier werden Jugendliche motiviert, sich aktiv in ihren Gemeinden zu engagieren, und sie erhalten Hilfe für die praktische Umsetzung ihrer Arbeit. In Zeiten von Beschneidungsdebatten, des stärker werdenden Rassismus, Antisemitismus und Antiisraelismus ist eine starke jüdische Jugendarbeit wichtig. Die Jugend ist nicht nur unsere Zukunft, die Jugend ist vor allem unser Heute. Wenn unsere Gemeinden heute keine gute Jugendarbeit organisieren, stellt sich die Frage nach der Zukunft unserer jüdischen Gemeinschaft. Deshalb war es uns wichtig, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie nicht auf andere warten dürfen, sondern besser heute als morgen damit beginnen müssen, sich in ihren Gemeinden für eine aktive jüdische Jugendarbeit zu engagieren bzw. ein bestehendes Angebot zu stärken und zu erweitern. Die Seminare vermitteln den Madrichim das nötige Handwerkszeug, die Motivation muss von ihnen kommen. In diesem Jahr waren alle Teilnehmer außerordentlich motiviert. Mit der Aufforderung Fangt an! endete die Seminarreihe, die hoffentlich der Anfang einer tollen Jugendarbeit ist. Jossi Avidor, Seminarleiter (Heilpraktiker für Psychotherapie und Coach,

13 DAS JUGENDREFERAT INFOMIERT Die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland liegt in den Händen der jungen Generation Die ZWST heißt Dan Fayutkin (38), den neuen Delegierten der Jewish Agency in Deutschland, herzlich willkommen. Er ist als Mitarbeiter der ZWST verantwortlich für die Altersgruppe der über 18jährigen. Dan ist seit September 2012 in den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden unterwegs und unterstützt das Engagement der ZWST für junge jüdische Erwachsene. Sein Ziel ist es, ein landesweites Bildungsnetz für diese Generation in Deutschland aufzubauen bzw. zu unterstützen nach dem Motto attraktiv, im täglichen Leben anwendbar, unter einem jüdischen Dach. Seine Biographie bietet einige Abwechslung: Geboren am 09. August 1974 in Riga, wuchs Dan in Moskau auf. Nachdem er mit 18 Jahren die Schule (mit integriertem Deutschunterricht) beendet hatte, ging er 1993 nach Israel. Dan betont: Israel hat einen besonderen Platz in meinem Leben! Seine erste Station war das Studentendorf Ibim bei Sderot, welches schon in der 2. Generation von deutschen Juden geleitet wird. Von 1993 bis 1997 absolvierte er an der Hebräischen Universität in Jerusalem sein Bachelor-Studium (Deutsche Literatur und Sprache, Soziologie). Aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse hat er während des Studiums in der Gedenkstätte Yad Vashem Seminare für deutschsprachige Gruppen organisiert und im Archiv gearbeitet reiste er erstmalig nach Deutschland, um an der Uni Trier den Sommerferienkurs zu absolvieren: Mir war es wichtig, Angehörige meiner Generation in Deutschland zu treffen, ich habe viele Leute kennengelernt, die sich Israel sehr verbunden fühlen. Von 1997 bis 2011 diente Dan in der israelischen Armee, die letzten Jahre war er Major im Generalstab. Die in das tägliche Leben integrierte jüdische Bildung liegt ihm sehr am Herzen: Ich möchte nicht in die Gemeinden fahren, einen allgemeinen Vortrag halten und wieder gehen. Mir ist an einer praktischen Zusammenarbeit mit den Gemeinden gelegen. Zurzeit sondiere ich die Lage gemeinsam mit den Vorständen, Geschäftsführern und Jugendleitern, wir suchen gemeinsam nach einer Strategie. Ich frage: Was braucht ihr ganz konkret, um die jungen Erwachsenen stärker zu motivieren, sie in die Gemeinden zu holen, ein spannendes Angebot zu organisieren? Auch kann ich laufende Initiativen und Projekte unterstützen, indem ich mein Konzept an das Publikum anpasse. Dan Fayutkin hat seinerseits konkrete Vorstellungen, welche Inhalte er vermitteln möchte, wie z.b. Leadership und Management, Verwaltungslehre, praktische Aspekte der jüdischen Ethik, Politische Bildung, Soziale Netze, moderne jüdische Philosophie und Geschichte. Erste Fäden des Bildungsnetzwerkes sind bereits geknüpft: Vom 02. bis 04. November hat er in der IKG Würzburg sein erstes Seminar für junge jüdische Erwachsene aus jüdischen Gemeinden in Bayern durchgeführt. Ich freue mich über das hohe Interesse der rund 40 Teilnehmer aus ganz Bayern, die Diskussion verlief auf einem hohen Niveau. Mit diesen Fortbildungen verfolge ich zwei Ziele: Aufbau eines jüdischen Bildungsnetzes, die Vermittlung der jüdischen Ethik für das alltägliche Leben und eine Darstellung des ethischen Dilemmas in Israel. Hier wird mich Marianna Levtov, die Delegierte der JA in Berlin für jüdische Studenten, als Fachfrau für internationale Beziehungen unterstützen. Das Seminar ist ein gutes Beispiel einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen der israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, des Bayrischen Landesverbandes, der Jewish Agency und der ZWST. Ich danke vor allem Alexander Shif, dem Jugendleiter in Würzburg und Lyubov Symonenko vom Bayrischen Landesverband für ihre Kooperation. Die Fortsetzung als Seminarreihe ist bereits geplant, neben Würzburg auch in der IKG Schwaben- Augsburg, wo Dan bereits sein Konzept vorgestellt hat. Auch zu weiteren Gemeinden wurden Kontakte geknüpft, in Nürnberg und Düsseldorf hat er Vorträge gehalten zur aktuellen, politischen Situation in Israel. Dan Fayutkin ist noch nicht lange in Deutschland und hat sich bereits an einem Europäischen Kongress für junge jüdische Erwachsene in Maastricht Ende November beteiligt, organisiert von der Jewish Agency und dem israelischen Diasporaministerium. Auch hier hatte er die Gelegenheit, Kontakte herzustellen bzw. zu vertiefen. Dan betont: Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Initiative zu ergreifen, doch das kann keine oneman-show` sein. Ich kann den Anstoß geben für eine erfolgreiche Kooperation in den Gemeinden. Die heutige junge Generation hat sehr viele Alternativen. Daher ist es für mich eine Herausforderung, junge Menschen dazu zu motivieren zu können, ihr Judentum zu leben. Dazu muss man nicht streng religiös sein. Die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft liegt allein in den Händen der jungen jüdischen Generation! HvB, ZWST ZWST begrüßt ihren neuen Mitarbeiter und Delegierten der Jewish Agency in Deutschland Kontakt: Tel.: / Mail: gmail.com Ausflug nach Rothenburg o.d.t. im Rahmen des Seminars in der IKG Würzburg, Fotos: A. Shif Ausgabe 4 Dez Seite 13

14 PROJEKT: SEO-FORTBILDUNG SEO-Fortbildung für Webseiteninhaber, Webdesigner und andere Seine Tipps an Webseiteninhaber, Webdesigner und andere in diesem Bereich: www. seo-jerusalem.de ZWST informiert Seite 14 Im Oktober traf sich in eine kleine Gruppe von Männer und Frauen zwischen 26 und 41 Jahren, um an einem 3-tägigen SEO Intensiv- Grundkurs teilzunehmen. Dieses Pilotprojekt der ZWST zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) bot den Teilnehmern eine professionelle Schulung zur Optimierung der eigenen Website, um in der heutigen Internetwüste besser gefunden zu werden und das eigene Marketing zu verbessern. Das Seminar gab den Teilnehmern, z.t. selbstständig oder noch im Studium, z.t. Informatiker, aber auch aus anderen Branchen, die Möglichkeit, ihre beruflichen Chancen auf dem Markt erfolgreicher zu nutzen und von der Dynamik im Web zu profitieren. Der Workshop wurde von Zachi Porath geleitet, Geschäftsführer der Firma SEO Jerusalem und Experte auf diesem Gebiet. Seit mehreren Jahren veranstaltet Zachi Porath erfolgreiche Schulungen und Kurse. Die Seminarinhalte ermöglichten den Teilnehmern, aus erster Hand zu lernen und das direkte Expertenwissen uneingeschränkt zu ihrem eigenen zu machen. Die Themen: Search Engines Search Quality SEO Stragegie Keyword Research Content Optimierung Designoptimierung Dazu Zachi Porath: Insgesamt waren es zwei hochinteressante Tage mit einem kleinen, aber feinen und gut gemischtem Teilnehmerpublikum. Alle waren sehr offen und lernbereit, mit reger Teilnahme durch viele Fragen und Feedback. Ich bedanke mich vor allem bei Dani Krumholz (Interactive Design, freier Mitarbeiter der ZWST) für seine Unterstützung, die ist nicht mehr wegzudenken! Warum ist SEO für den Inhaber einer Site so wichtig? Suchmaschinen werden täglich milliardenfach von Millionen von Usern benutzt, von denen wiederum Tausende Ihre Kunden werden können. Damit dies tatsächlich passiert, müssen Sie für eine starke Präsenz im Internet sorgen. Dazu gehört auch, auf der ersten Google-Seite unter den organischen Suchergebnissen zu sein. Wenn Sie nicht auf der ersten Suchergebnis-Seite von Google landen dann existieren Sie schlichtweg nicht. Das müssen Sie wissen: 91 % benutzen das Internet, um nach Produkten zu suchen, an denen sie Interesse haben. 75 % benutzen eine Suchmaschine bei ihrer Suche. 87 % benutzen hauptsächlich Google als Suchmaschine. Und wussten Sie, dass: Google 10 organische Suchergebnisse pro Seite anzeigt, Lediglich 20 % der User bis zum Seitenende scrollen, Lediglich 10 % der User weiter zur zweiten Seite gehen werden? Mit anderen Worten: Der weitaus größte Teil des immensen Suchmaschinen-Traffics spielt sich auf der ersten Seite ab, und zwar hauptsächlich im oberen Bereich der Seite. Wenn Sie also von Google weit oben platziert werden und es an die Spitze der ersten Seite schaffen, dann werden Sie die meisten Besucher bekommen. Die Kursbeurteilungen fielen überdurchschnittlich gut aus und alle Teilnehmer würden den Kurs weiterempfehlen bzw. haben ihr Interesse an weiteren Schulungen ausgedrückt. Besonders gelobt wurden die umfangreichen Kursunterlagen, die in Form eines Kurskataloges (ca. 200 S.) an die Teilnehmer ausgehändigt wurden. Die SEO Jerusalem beabsichtigt aufgrund des Feedbacks, diesen Einsteigerkurs an die Zielgruppe anzupassen und einen aufbauenden 2-tägigen Kurs anzubieten. Der Aufbaukurs wird den Übergang von der Theorie zur Praxis einleiten. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der ZWST und möchten die Gemeinden dabei unterstützen, den Mitgliedern neue Perspektiven zu eröffnen. Zachi Porath, HvB, ZWST

15 PROJEKT PERSPEKTIVWECHSEL Fallstricke und Handlungsräume rassismuskritischer Bildungs- und Sozialarbeit Fachtagung in Weimar Das Modellprojekt "Perspektivwechsel Bildungsinitiativen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit" ist ein Präventionsprogramm zur Kompetenzförderung von Multiplikatoren aus Pädagogik, Sozialer Arbeit und Verwaltung. Im Rahmen von Fortbildungen, Qualifizierungsseminaren, Supervisionen und Beratungen können die Beteiligten ihre Reflexionsfähigkeit, ihr Fachwissen sowie ihre Handlungssicherheit auf auf dem Themengebiet der diskriminierungskritischen Bildungs- und Sozialarbeit erweitern und vertiefen. Mit Unterstützung des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut" und der Landesstelle für Gewaltprävention in Thüringen hat das Projekt im Zeitraum von 2007 bis 2010 diverse Module entwickeln und umsetzen können. Seit 2011 werden die Bildungsaktivitäten des Projektes erfolgreich fortgesetzt, gefördert durch das Bundesprogramm "Toleranz fördern Kompetenz stärken" und durch das Thüringer Sozialministerium. Im Jahr 2012 wurden rund 65 Veranstaltungstage mit ca. 300 Teilnehmern durchgeführt. Das Projekt wird geleitet von Marina Chernivsky (Dipl.Psych.), für die wissenschaftliche Projektbegleitung ist Prof.Dr. Doron Kiesel zuständig. Über die regulären Seminare und Veranstaltungen hinaus wurde vom 19. bis 20. November 2012 in Weimar die diesjährige Fachtagung zum Thema Das offene Schweigen Zu Fallstricken und Handlungsräumen rassismuskritischer Bildungs- und Sozialarbeit organisiert. Die mittlerweile zum 6. Mal durchgeführte Tagung mit rund 250 Teilnehmern richtete sich an Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter sowie andere Multiplikatoren der politischen Bildung. Die Projektleiterin Marina Chernivsky äussert sich zum Titel der Tagung: Wir haben uns bewusst für diese Überschrift entschieden, wohlwissend, dass es viele Themen gibt, die offen verschwiegen werden. Bezogen auf unsere Tagung stellten sich die Fragen: Welche Funktion hat dieses Schweigen? Wie gehen wir damit um? Und vor allem: Wie brechen wir dieses Schweigen? Und warum Fallstricke? Dazu Marina Chernivsky: Wir haben eine Tagung konzipiert, die auf die Schwierigkeit der Thematisierung von Rassismus verweist. Denn etwas, was nicht einmal gemerkt oder gesehen wird, kann im Nachhinein auch nicht mehr erinnert werden. Dieses Thema scheint besonders unbequem zu sein, denn dabei geht es nicht nur um subtil verinnerlichte Hierarchisierungen und Menschenbilder, sondern auch um rassistisch motivierte Menschenfeindlichkeit. Auch die Debatte um die NSU Affäre hat uns nachhaltig beschäftigt. Prof. Dr. Doron Kiesel ergänzt: Viele Multiplikatoren haben den Anspruch, aufklärend tätig zu sein, merken aber nicht, dass sie in ihrem Arbeitsalltag bestimmte Muster tradieren und weitergeben, weil sie davon überzeugt sind, auf der richtigen Seite zu sein. Man kann z.b. eine sogenannte antifaschistische Arbeit machen, merkt aber nicht, dass man selbst rassistische Klischees transportiert. Die Tagung sollte die Anwesenden dazu anregen, sich zu fragen: Wie kommt es eigentlich, dass langjährige pädagogische Arbeitsformen und -inhalte nicht zu dem gewünschten Erfolg führen? Wir wollten Perspektiven jenseits der klaren pädagogischen Konturen anbieten und unbewusste, latent vorhandene Denkstrukturen erreichen. Welche Handlungsräume bot die Tagung? Marina Chernivsky: Die Tagung bot eine ausgewogene Mischung aus theoretischer Reflexion und praxisnaher Expertise. Unser Ziel war es, viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Rassismus in der eigenen Arbeitspraxis aufzuzeigen. Dabei sollte verdeutlicht werden, dass ein kompetenter Umgang mit gesellschaftlicher Diversität in den eigenen Reihen beginnt. Doron Kiesel: Wir haben uns entschieden, eine Vielfalt an Workshops anzubieten, um eine hohe Bandbreite von Fragestellungen diskutieren zu können. Die Leiter der Workshops sind oft schon länger in ihrer Arbeit erfolgreich, reflektieren aber auch ein Scheitern ihrer Arbeit. Es ging um eine pädagogische Praxis, die durchaus auch widersprüchliche Ergebnisse hat. Die Vielfalt der Einrichtungen macht deutlich, dass es nicht nur eine Richtung rassismuskritischer Bildungsarbeit gibt. Je differenzierter wir uns mit dieser Arbeit auseinandersetzen, desto erfolgreicher sind wir. Tagungen wie diese führen zu einem Perspektivwechsel im Hinblick auf das eigene pädagogische Handeln. Seit Projektbeginn und mit zunehmender Vernetzung hat sich in Thüringen die Sensibilität für unterschiedliche Formen der Ausgrenzung und hinsichtlich des Umgangs mit Diversität erweitert. Nur durch das Nicht-Handeln von Politik, Gesellschaft und Individuum gelingt es fremdenfeindlichen und antisemitischen Gruppen immer wieder, mit dumpfen Argumenten ihre Zielgruppen zu finden und für sich einzunehmen. Daher gibt es weiterhin einen hohen Bedarf, sich abseits vom Arbeitsalltag mit den o.g. Fallstricken und Handlungsräumen auseinanderzusetzen, wie die steigende Anzahl der Tagungsbesucher gezeigt hat. Die ZWST bedankt sich bei ihren Förderern und Kooperationspartnern, u.a. beim Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) sowie beim Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen für die Unterstützung. HvB, ZWST, Fotos: Rafi Herlich Projektleiterin Marina Chernivsky Prof. Dr. Micha Brumlik, Goetheuniversität Frankfurt/M. u. Martina Reinhardt vom Thüringer Sozialministerium Publikationen, Seminarbeispiele, Filme etc. zum Download unter: www. zwst-perspektivwechsel.de Ausgabe 4 Dez Seite 15

16 ZWST INTERN UND PROJEKTINFO Projekt für Studenten und die Altersgruppe Anmeldeschluss: Termine, Kontakt und Anmeldung: S. 9 Impressum Hrsg.: ZWST, Hebelstr Frankfurt/M. Tel.: 069 / Fax: 069 / Redaktion und Satz: Heike von Bassewitz 069 / Satz und Druck: adc - Reichelsheim Andrej Kulakowski ZWST informiert Seite 16 ZWST-Mitgliederversammlung 2012 Am 2. Dezember trafen sich die Delegierten der Landesverbände und selbstständigen Gemeinden zur alljährlichen Mitgliederversammlung der ZWST im Frankfurter Gemeindezentrum. In seinem Grußwort betonte Ebi Lehrer, Vorstandsvorsitzender der ZWST, dass die Konsolidierung der Finanzen in diesem Jahr gelungen sei. Er bedauerte die erforderlich gewordene Reduzierung der Mitarbeiterzahl, einhergehend mit der Schließung des Integrationszentrums Hatikwa in Berlin. Er betonte gleichzeitig, dass die ehemaligen Kollegen in neue Jobs vermittelt werden konnten und die ZWST-Präsenz in Berlin mit dem Internationalen Büro in der Friedrichstraße, dem Kunstatelier Omanut und der Jüdischen Galerie gesichert sei. Doch die Akquirierung zusätzlicher Mittel und die Sicherung eines ausgeglichenen Finanzhaushaltes sei auch zukünftig eine zentrale Aufgabe der ZWST. In diesem Zusammenhang ging ein ausdrücklicher Dank an Dr. Werner Reimann, Finanzreferent der ZWST, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in der Buchhaltung dafür gesorgt hat, dass die Buchhaltung a jour ist. Ebi Lehrer drückte seine Freude darüber aus, dass die angespannte Finanzlage im Vorstand stets konstruktiv diskutiert werden "...Das ZWST Programm gab mir... den Ort und die Ruhe, abseits vom Alltag, über die eigene Jüdischkeit...und meine Beziehung zu Israel zu reflektieren, und das war keine einfache Sache..." (Teilnehmerin aus Deutschland). "Vor der Reise habe ich fast jede Nacht von Deutschland geträumt und nur Kriegsbilder gesehen Während der Reise durch Deutschland und nach der Begegnung mit der deutschen Gruppe habe ich viele neue Bilder entdeckt... es passt einfach nicht mehr in die Schublade..." (Teilnehmerin aus Israel). "Student Leadership for Jewish Peoplehood" ist ein Projekt der ZWST, das in Kooperation mit dem Oranim Academic College, der UJA Federation of New York sowie der Jewish Agency for Israel durchgeführt wird. Es richtet sich an Mitglieder der jüdischen Gemeinden zwischen 18 und 35 Jahren, aber auch an aktive jüdische Studierende. Inhalte: Das Projekt beinhaltet 4 Wochenendseminare einschließlich einer mehrtägigen bilateralen Begegnung mit israelischen Studierenden in Deutschland sowie eine Studienreise nach Israel einschließlich einer mehrtägigen Rückbegegnung mit israelischen Studierenden im Oranim Academic College. Die Seminare bieten die Gelegenheit, persönliche Fragen zur jüdischen bzw. israelischen konnte und bedankte sich bei dem Vorsitzenden der ZWST-Finanzkommission, Michael Warman und den Mitgliedern der Prüfungskommission. Mit 56 Delegiertenstimmen wurde der Vorstand (mit einer Enthaltung) für das Geschäftsjahr 2011 entlastet. ZWST-Direktor Beni Bloch appellierte in seinem Grußwort an die Delegierten, das Angebot der ZWST intensiver zu nutzen: Hinsichtlich der Nachwuchsförderung in der Jugendarbeit bemängelte er die sinkende Teilnehmerzahl an den von der ZWST organisierten Workshops für Jugendzentrumsleiter. In der allgemeinen Aussprache wurde seitens der Delegierten auf den Mangel an Fachpersonal in jüdischen Schulen und Kindergärten hingewiesen - andererseits werden entsprechende Fortbildungen der ZWST nicht immer genutzt. Beni Bloch rief die Anwesenden daher dazu auf: Schickt eure Leute zu unseren Qualifizierungsprogrammen! Er rief weiterhin dazu auf, das Angebot des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zu nutzen und verstärkt Ehrenamtliche in den Gemeinden einzusetzen. Er informierte nochmal über dieses Angebot und betonte: Wir sind in unserer Arbeit aufeinander angewiesen! HvB, ZWST Identität zu formulieren, die eigene Rolle in der jüdischen Gemeinschaft zu reflektieren sowie auch neue Kooperations- oder Partizipationsideen gemeinsam zu entwickeln. Das umfangreiche Seminarprogramm ist eine Kombination aus theoretischen Reflexionen, interaktiven Workshops, angeleiteten Begegnungen, Diskussions- und Gesprächsrunden sowie Filmarbeit. Der Ablauf der einzelnen Seminare ist teilnehmerorientiert: alle Beteiligten können das Programm in seiner Ausrichtung mitgestalten und an der Seminardurchführung aktiv mitwirken. Teilnahmebedingungen und Kosten: Das Programm richtet sich an Mitglieder der jüdischen Gemeinde, an Absolventen des Projekts "Brückenschlag sowie an aktive jüdische Studierende aus Deutschland. Beim Abschluss des Gesamtprogramms erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Seminarsprache ist Deutsch und Englisch. Eine wiederholte Teilnahme am diesjährigen Programm ist für Teilnehmer der vorangegangenen ZWST-Oranim-Programme nicht möglich. Für die Anmeldung sind ein ausführliches Motivationsschreiben sowie ein kurzer Lebenslauf unbedingt erforderlich. Der Selbstkostenbeitrag für das Gesamtprogramm beträgt 500,- Euro. Inbegriffen sind: Unterkunft, Verpflegung und die sämtlichen Reisekosten. (Termine, Kontakt, Anmeldung: S.9)

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