Weiterbildung Ergebnisse der Online-Umfrage zur Aus- und Weiterbildung 2014

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1 Weiterbildung 2014 Ergebnisse der Online-Umfrage zur Aus- und Weiterbildung 2014 Copyright Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Ein Nachdruck auch auszugsweise ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. Herausgeber Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. Berlin Brüssel DIHK Berlin: Postanschrift: Berlin Hausanschrift: Breite Straße 29 Berlin-Mitte Telefon (030) Telefax (030) Internet: Redaktion DIHK Bereich Weiterbildung Kristin Lorenz Stand: August

2 Einführung Im Frühjahr 2014 hat der DIHK eine online gestützte Unternehmens-Befragung durchgeführt. Zu ihren Plänen und Motiven im Bereich Aus- und Weiterbildung äußerten sich Unternehmen. Die Antworten verteilen sich auf die Wirtschaftszweige wie folgt: Industrie (ohne Bau) 26 Prozent, Baugewerbe 4 Prozent, IT/Medien 9 Prozent, Handel 17 Prozent, Gastgewerbe 7 Prozent, Verkehr 5 Prozent, Banken/Versicherungen 7 Prozent, Unternehmensorientierte Dienste 3 Prozent, Gesundheit/Pflege 3 Prozent, Immobilien 3 Prozent, sonstige Dienstleistungen 16 Prozent. Nach Größenklassen zeigt sich folgende Verteilung: Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten 15 Prozent, Unternehmen mit 10 bis 19 Beschäftigten 13 Prozent, Unternehmen mit 20 bis 199 Beschäftigten 47 Prozent, Unternehmen mit 200 bis 499 Beschäftigten 12 Prozent, Unternehmen mit 500 bis Beschäftigten 6 Prozent, Unternehmen mit mehr als Beschäftigten 7 Prozent. Die Auswahl und Ansprache der Unternehmen erfolgte über die Industrie- und Handelskammern. Zur besseren Lesbarkeit wird auf geschlechtsspezifische Doppelungen verzichtet. 2

3 Bedeutung Weiterbildung Das Weiterbildungsengagement in deutschen Unternehmen ist hoch: 99 Prozent der Unternehmen geben an, im Jahr 2014 die Weiterbildungsaktivität für ihre Mitarbeiter zu vergrößern oder diese zumindest auf gleichem Niveau zu belassen. Nur ein Prozent der Unternehmen plant mit weniger Weiterbildung als im Vorjahr ein historisch niedriger Wert. Ohne Weiterbildung geht es nicht, dieses Bewusstsein ist hieraus deutlich ablesbar. Der in der Vergangenheit deutlich sichtbare Unterschied beim geplanten Weiterbildungsengagement zwischen kleinen und großen Unternehmen hat sich im Jahr 2014 weiter angeglichen, da größere Unternehmen im weiteren Ausbau ihrer Weiterbildungsaktivitäten etwas zurückhaltender geworden sind: Plante im Jahr 2013 noch jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern das Weiterbildungsengagement zu verstärken (45 Prozent), ist es im Jahr 2014 nur noch jedes dritte (34 Prozent). Zugleich ist der Anteil derjenigen Unternehmen, die weniger Weiterbildung anbieten wollen über alle Betriebsgrößen hinweg gleichbleibend gering, wohingegen die Tendenz, das Weiterbildungsengagement auf dem bisherigen Niveau zu halten, steigt. Hier dürfte sich auch ein gewisser Konsolidierungseffekt bemerkbar machen: Nach gestiegenem Engagement in den Vorjahren gibt es Anzeichen, dass zahlreiche Unternehmen ihre Aktivitäten nun auf höherem Niveau verstetigen eine Entwicklung, die sich insbesondere in größeren Unternehmen zeigt. 3

4 Reaktionen auf Generationenwechsel Die Reaktionen auf das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern und den immer deutlicher spürbaren Fachkräftemangel sind vielfältig. An erster Stelle stehen in vielen Unternehmen größere Kraftanstrengungen bei der betrieblichen Weiterbildung (58 Prozent). Genauso groß ist der Anteil derer, die angeben, die benötigten Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren zu wollen. An dritter Stelle - mit gut einem Drittel der Unternehmen steht ein größeres Engagement in Sachen Ausbildung. Sechs Prozent der Unternehmen etwas mehr als 2013 setzen auf mehr Fachkräfte aus dem Ausland. Erstmals abgefragt wurde, inwiefern Unternehmen altersbedingt ausgeschiedene Mitarbeiter durch die Nachqualifizierung von An- und Ungelernten bzw. die Beschäftigung älterer Mitarbeiter über den Rentenbeginn hinaus zu ersetzen versuchen. Für 17 bzw. 16 Prozent der Unternehmen sind dies konkrete Handlungsoptionen. 4

5 Zehn Prozent der Unternehmen sehen keinen Handlungsbedarf in Folge des Ausscheidens von Mitarbeitern, da sie ohnehin weniger Fachkräfte benötigen ein Phänomen, das in Kleinstbetrieben (weniger als zehn Beschäftigte) stärker ausgeprägt ist (29 Prozent) als in größeren Unternehmen. Auffallend auch: Je größer das Unternehmen, desto häufiger wird auf betriebliche Weiterbildung gesetzt, um durch das Ausscheiden Älterer nicht in einen Fachkräfteengpass zu geraten. Hier sollten alle Beteiligten einschließlich der IHKs darauf hinwirken, die betriebliche Weiterbildung auch in kleinen Unternehmen noch stärker zu verankern. 5

6 Voraussetzungen für mehr Investitionen in Weiterbildung Bessere Geschäftserwartungen sind für 28 Prozent der befragten Unternehmen Voraussetzung, um mehr in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter zu investieren. Gleichauf liegt der Wunsch nach mehr Förderung. Ebenfalls 28 Prozent geben an, dass eine stärkere staatliche Finanzierung von Weiterbildung Voraussetzung ist, das Qualifizierungsangebot zu vergrößern. Grundsätzlich muss sich Weiterbildung für ein Unternehmen rechnen, das sagen 26 Prozent der Befragten. In diesem Zusammenhang spielt auch die Form der angebotenen Qualifizierungsmöglichkeiten eine zunehmend wichtige Rolle. Mehr Flexibilität ist gewünscht, d. h. mehr Inhouse-Seminare (22 Prozent) oder Online-Angebote (14 Prozent). Aus Sicht der Unternehmer sind aber auch die Arbeitnehmer selber stärker gefragt: 20 Prozent erwarten von den eigenen Mitarbeitern mehr Urlaubs- bzw. Freizeitverzicht oder eine finanzielle Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen (elf Prozent). Knapp 30 Prozent der Unternehmen halten mehr Investitionen in Weiterbildung derzeit für nicht notwendig. Interessant sind auch die Schlüsse, die sich aus den Freitextantworten in Zusammenhang mit der Frage nach mehr Investitionen in Weiterbildung ziehen lassen. Von den mehr als 300 Unternehmen, die hier antworten, bescheinigen 20 Prozent ihren Mitarbeitern zu wenig Engagement bzw. Motivation für eine Weiterbildung. 13 Prozent wünschen sich mehr Angebote in der Region bzw. flexiblere sowie orts- und zeitunabhängige Lernangebote. Neben zu hohen Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen bemängeln elf Prozent fehlende Fördermöglichkeiten oder zu hohe bürokratische Hürden, um diese zu beantragen. Fünf Prozent befürchten, dass sich die kosten- und zeitintensive Qualifizierung ihrer Mitarbeiter am Ende nicht für das eigene Unternehmen auszahlt und wünschen sich eine stärkere Bindung ihres Personals. 6

7 Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) Erstmals wurde unter den teilnehmenden Unternehmen auch die Frage nach Kenntnis und Nutzen des DQR gestellt. 87 Prozent geben hier an, den Deutschen Qualifikationsrahmen nicht zu kennen. Von den 13 Prozent, die Kenntnis vom DQR haben, sehen immerhin zwei Drittel darin auch einen unternehmerischen Nutzen. Hier ist auch von Seiten der Politik noch einige Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten! 7

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