IPA aktuell. Der Sozialfonds. Helfen macht Freu(n)de. FH-Projekt in der Türkei. FH-Praktikum bei den Mounties

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1 IPA aktuell 1 Helfen macht Freu(n)de Der Sozialfonds FH-Projekt in der Türkei FH-Praktikum bei den Mounties Neujahrsempfang beim Bundespräsidenten IPA-Freund bei den Paralympics Auf dem Jakobsweg 50 Jahre IPA Lörrach Zeitschrift der International Police Association Deutsche Sektion e.v. 54. Jahrgang - Nr März 2009

2 Goldene Ehrennadel und Goldene Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft 2 Rheinland-Pfalz Hans Michalk Peter Auster Klaus Laun Gerhard Brenner Joachim Richter Bernhard Rösner Gerd Zimmermann Walter Schneider Manfred Hehn Roland Timann Gerhard Büchs Rudolf Stolleisen Klaus Spies Axel Schreiner Heinrich Mangold Gerhard Schallmeier Hans-Dieter Nein Albert Greiner Herman Sehnert Joachim Bossek Joachim Mikosch Helmut Seither Joachim Melchert Hessen Wolfgang Himmelmann Kassel Gerald Herber Kassel Nordrhein-Westfalen Gerhard Schuba Heinz Balz Dietrich H. Schwung Arno Piprek Jürgen Bröker Günter Sparenberg Alfons Wittke Klaus Jürgen Hennicke Herbert Grabarz Ludwig Comblain Baden-Württemberg Trier Ahrkreis Kaiserslautern Kaiserslautern Kaiserslautern Kaiserslautern Kaiserslautern Kaiserslautern Neuwied Neuwied Pirmasens Pirmasens Hunsrück Hunsrück Pirmasens Pirmasens Pirmasens Pirmasens Pirmasens Speyer Speyer Speyer Pirmasens Düsseldorf Solingen Kleve Kleve Steinfurt Steinfurt Düsseldorf Düsseldorf Kempen/Niederrhein Kempen/Niederrhein Saarland Bernd Harings Rudi Pauly Johann Veit Josef Ohlmann Maria Blatter Bayern Hans Dietrich Eckert Peter Hildebrand Günter Hutter Dieter Mayer Richard Püls Erich König Johann Hoffmann Alois Rützel Saarbrücken-City St. Ingbert Neunkirchen Neunkirchen Neunkirchen Bamberg Bamberg Bamberg Bamberg Bamberg Würzburg Würzburg Würzburg Silbernes Ehrenzeichen für Dieter Hübner Dieter Hübner ist seit 1974 Mitglied der IPA Verbindungsstelle Regensburg. Bereits nach kurzer Zeit engagierte er sich bei der Verbindungsstelle. Er übernahm als ausgebildeter Kirchenmusiker die Leitung des IPA-Chors in Regensburg bis zu seiner Auflösung Das Silberne Ehrenzeichen wurde ihm im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Verbindungsstelle Regensburg durch Landesgruppenleiter Harald Betscher übergeben. Silbernes Ehrenzeichen für Gerhard Mahlich Gerhard Mahlich gehört der IPA seit 1957 an. In seine Amtszeit als Leiter der Vebindungsstelle Siegerland fiel die Gründung und der Aufbau des IPA-Gästehauses Siegerland, welches von ihm im organisatorischen Bereich wie auch mit tatkräftigen Beiträgen voran gebracht wurde. Als Organisator hat Gerhard Mahlich Besuchsreisen zu IP A-Freunden anderer Länder, insbesondere nach Großbritannien durchgeführt und im Gegenzug auswärtige IP A-Freunde in unserer Region betreut. Für seine Verdienste wurde ihm durch Generalsekretär Patric Louis das Silberne Ehrenzeichen übergeben. Walter Widmaier Johann Gebert Hans Kutscher Willi Härle Werner Bernhardt Andrea Visciano Walter Mann Bruno Fischer Niedersachsen Ingrid Kluske Gunter Peyn H.-Dieter Bahr Christoff Leerhoff Ulm/Neu-Ulm Ulm/Neu-Ulm Stuttgart Stuttgart Stuttgart Stuttgart Stuttgart Stuttgart Meppen-Emsland Lüneburg Lüneburg Aurich Ohne Worte......Werner Kobush ist Mitglied der Verbindungsstelle Bochum 99 Gold-Jubilare in 2009 Mit Freude konnte der GBV feststellen, dass im Jahr 2009 insgesamt 99 IPA- Freunde zur Ehrung für die 50-jährige Mitgliedschaft anstehen. Sie sind im Jahr 1959 in die IPA eingetreten. Zur Orientierung für die jüngeren Leser: 1959 war das Geburtsjahr der Barbie-Puppe, kam Fidel Castro auf Kuba an die Macht, wurde Eintracht Frankfurt Deutscher Fußballmeister, erhielt die Bundeswehr 300 Starfighter und die russische Mondsonde Lunik 2 erreichte den Mond.

3 Liebe IPA-Freundinnen, liebe IPA-Freunde, verehrte Leserinnen und Leser, diese Ausgabe unserer Zeitschrift befasst sich mit sozialen Aspekten. Das haben schon Viele vor uns getan, immer aus dem Blickwinkel ihrer sozialen Stellung in der Gesellschaft. Ich habe es schon von verschiedenen Leuten gehört, dass, wenn man über die IPA spricht, diese für sie so etwas wie das soziale Gewissen in der Polizei bedeutet. Dem möchte ich mich gern anschließen. Soziales Denken hat vieles mit Solidarität gemein. Verbunden werden auch die Schwachen mächtig, so Schiller in seinem Wilhelm Tell. Das gilt in allen Gesellschaftsformen. Nicht alle Menschen bewegen sich auf der Sonnenseite des Lebens. Viele können jedoch nichts dafür. Schon rein aus dieser Tatsache heraus wird in Deutschland und in vielen anderen Ländern oft und gern darüber debattiert, inwieweit man Benachteiligten helfen soll. Einige werden nie müde, sich sozial und bürgerfreundlich darzustellen. Einer unsäglichen und fast nicht zu überbietenden Gleichmacherei wird gehuldigt. Kommt die Stunde der Wahrheit und ist der Tatbeweise gefragt, erinnern sich all die Strategen kaum mehr an ihre Versprechen. Soziale Verantwortung kann nur wahrgenommen werden, wenn sie auch glaubwürdig gelebt wird. Seit dem Bestehen der IPA-Deutsche Sektion ist der soziale Gedanke schon immer Bestandteil des Handelns der Mitglieder und Funktionäre gewesen. Viele Sitzungen des GBV und BV haben sich mit Schicksalen befasst, in denen IPA-Freunde und Polizeikollegen oder deren Familien unverschuldet in eine Notlage gekommen sind. Seit 1995 ist es unseren Vorgängern im Amt gelungen, in Zusammenarbeit mit der DBV-Winterthur durch die Sterbegeldversicherung einen nicht unbedeutenden Anteil für den Sozialfonds bereitzustellen. Eine großartige Arbeitsleistung, welche wir fortsetzten und die ihre Früchte auch heute noch trägt. Es ist dabei nicht nur die materielle Leistung, die Not lindert, sondern auch das Gefühl, nicht allein zu sein, wenn Hilfe dringend erforderlich ist. Dem wohnt ein tiefer humanitärer Gedanke inne. In einer kalten, berechnenden und schnelllebigen Gesellschaft Herzenswärme und Verständnis zu empfangen, ist nicht selbstverständlich. Das zeichnet unsere IPA aus! 3 Human ist der Mensch, für den der Anblick fremden Unglücks unerträglich ist und er sich sozusagen gezwungen sieht, dem Unglücklichen zu helfen Helvetius Dies ist der Grundgedanke unserer vielen Möglichkeiten, die uns der Sozialfonds eröffnet. Ihr

4 Freunde in der Not gehen Hundert auf ein Lot kontra SERVO PER AMIKECO 4 Freunde in der Not gehen Hundert auf ein Lot. Dieses Sprichwort beschreibt die Lage eines in Not geratenen, der Hilfe braucht und niemanden findet, der ihm hilft. Selbst seine besten Freunde, haben keine Zeit, keine Lust, schauen weg oder drücken sich einfach. Anders ist es in der IPA, in der Freundschaft groß geschrieben wird, in der IPA, in die man eintritt, um in Freundschaft zu dienen. Da steht plötzlich eine Truppe von IPA-Freunden und hilft, das hochwassergeschädigte Haus zu renovieren. Da ist eine IPA-Familie, die einen IPA-Freund bei sich wohnen läßt, damit er in der Nähe seines Kindes ist, das in einer Spezialklinik behandelt wird. Da werden Benefizkonzerte veranstaltet, um einem IPA-Freund ein behindertengerechtes Familienfahrzeug zu finanzieren und da verzichten Tausende von IPA-Freunden auf die Grundüberschussanteile aus ihrer Sterbegeldversicherung, um den Sozialfonds der IPA zu füllen. Nun ist ein Topf voller Geld noch keine Gewähr für wirkliche Hilfe. Wie also sieht diese Hilfe aus? Zum Beispiel... Das Kind eines IPA-Freundes wurde durch einen Unfall im Chemieunterricht bei einem misslungenen Experiment auf das Schwerste verbrannt. Dieser Junge lag monatelang im künstlichen Koma und liegt nach fast einem Jahr immer noch auf der Intensivstation der Klinik. Er wird lebenslang nicht mehr unter normalen Bedingungen leben können. Der Junge braucht immer gekühlte Umgebung, weil seine Haut Wärme nicht mehr verträgt. Die Haut trocknet dadurch sofort aus. Weil er ein spezielles Fahrzeug benötigt, um in der Öffentlichkeit beweglich zu sein, das aber nach Aussage der Krankenkasse nicht bezuschusst wird, hat der Sozialfonds der Deutsche Sektion e.v. einen Zuschuss geleistet. Die Familie konnte das Geld nicht aufbringen, weil sie sich durch die behindertengerechten Umbaukosten im Haus bereits bis über das Limit der Möglichkeiten verschuldet hat. Für zwei an Blutkrebs erkrankte Kinder zweier IPA-Mitglieder wurde eine Typisierungsaktion durchgeführt, da für beide noch kein geeigneter Spender in der Knochenmarkspenderdatei vorlag. Die Kosten, die den IPA-Mitgliedern entstanden, hat der Sozialfonds der Deutschen Sektion übernommen. Die eine Aktion war in Fulda, anlässlich unseres Nationalen Kongresses. Für beide Aktionen betrug diese Summe Dieser Betrag wurde vom Sozialfonds der DKMS - Gesellschaft Deutsche Knochenmarksspenderdatei - überwiesen. Tragisch war, dass in einem Fall ein Spender gefunden wurde, das kleine Mädchen aber kurz vor der Behandlung verstarb. Der Familie eines IPA-Freundes, deren Zwillinge zum Unfallzeitpunkt des Vaters drei Jahre alt waren, konnte der Sozialfonds ebenso helfen. Der Ehemann und Vater kam auf der Fahrt von seinem Dienstort nach Hause auf der Autobahn zu einem Verkehrsunfall hinzu und wollte helfen. Während der Hilfeleistung wurde er durch einen unachtsamen Fahrer erfasst und tödlich verletzt. Hier hatte die Hilfe sich auf die Zwillinge bezogen, für die jeweils eine Ausbildungsversicherung abgeschlossen wurde, die der Sozialfonds voll bezahlt hat und die zu deren 18. Lebensjahr ausbezahlt wird (siehe auch Seite 23). Ein IPA-Freund musste auf Grund einer Krebserkrankung bereits mehrere Operationen erleiden und erlitt in einer Reha-Maßnahme einen Schlaganfall, so dass er erneut ins Krankenhaus musste. Danach schloss sich eine weitere Reha- Maßnahme an. Da er Angestellter und kein Beamter ist, kürzte ihm die Krankenkasse die Tagessätze, so dass der Familie dadurch erheblich weniger Geld im Laufe der vielen Monate blieb. Zudem musste die vorher ganztägig berufstätige Mutter auf halbtags umsteigen, weil sie sich außer um ihren Mann auch um die zwei noch in der Grundschule befindlichen Kinder kümmern muss. Durch die finanziellen Kürzungen konnten die Schulden für das Haus nicht mehr ausreichend bedient werden. Als jetzt auch noch Teile der Behandlungskosten bezahlt die Möglichkeiten der Fa- endgültig zusammengebrochen. Auch hier konnte der Sozialfonds mit einer Zuwendung helfen. werden mussten, waren milie Ob es um ein Therapie-Fahrrad für den behinderten Sohn eines IPA-Freundes oder um die Finanzierung der Typisierungsaktion für das leukämiekranke Kind geht, der Sozialfonds hilft. Die Ehefrau eines IPA-Freundes verstarb nach jahrelanger Krebstherapie weit weg von zu Hause. Vorher war er mit ihr zusammen in ganz Europa in Klinken, in der Hoffnung, den Krebs besiegen zu können. Das hatte den Vater zweier Töchter finanziell stark belastet und so hatte er Schwierigkeiten, die Überführungskosten aufzubringen. Diese Summe hat der Sozialfonds übernommen.

5 ????? Was bietet der Sozialfonds? Noch Fragen????? Der Sozialfonds der IPA Deutsche Sektion e.v. bietet Polizeibediensteten unter bestimmten Voraussetzungen eine Zuwendung an. Diese Zuwendung kann dann zum Tragen kommen, wenn ein Polizeibediensteter oder eines seiner engsten, mit ihm in häuslicher Gemeinschaft wohnenden, Angehörigen unverschuldet in eine außergewöhnliche und unabwendbare und nicht nur kurzfristige Krisensituation geraten ist und deshalb der dringenden Hilfe bedarf. Woher kommt das Geld des Sozialfonds? Diesen Sozialfonds der IPA gibt es schon seit vielen Jahren. Er wurde ursprünglich aus den Spenden für den Oskar gegründet. Diese Anstecknadel, die es auch heute noch in verschiedenen Ausführungen gibt, hatte mit der Zeit nicht mehr genügend Geld für die Zwecke des Sozialfonds eingebracht. Deshalb haben die Verantwortlichen neue Wege gesucht. Der Sozialfonds der IPA Deutsche Sektion e.v. hat in den vergangenen Jahren schon vielen IPA-Freunden und deren Familien durch Zuwendungen aus diesem Fonds helfen können. Der Großteil der Gelder dieses Sozialfonds stammt aus Grundüberschussanteilen, die von einer IPA-Gruppenversicherung stammen, welche von Mitgliedern der IPA Deutsche Sektion bei der Versicherung DBV-Winterthur abgeschlossen wurden. Diese Versicherungsnehmer erklärten in einer Zuwendungserklärung gegenüber der IPA, dass sie ihre Grundüberschussanteile aus der Sterbegeldversicherung an die IPA abtreten und nicht mehr als 30% dieser Gelder als Kostendeckungsmittel verwenden dürfen. Diese Gelder fließen auf ein separates Konto der IPA Deutsche Sektion e.v. und werden dort verwaltet. Diese 70% der Grundüberschussanteile gehen auf Beschluss der IPA Deutsche Sektion an den Sozialfonds. Wem hilft der Sozialfonds? Der Personenkreis, der Zuwendungen durch den Sozialfonds bekommen kann, ist auf Polizeibedienstete sowie auf, in einer häuslichen Gemeinschaft mit dem Polizeibediensteten lebenden, nahe Familienangehörige begrenzt, die unverschuldet in eine nicht nur kurzfristige außergewöhnliche und unabwendbare finanzielle Krisensituation gekommen sind. Wie hilft der Sozialfonds? Zuwendungen aus dem Sozialfonds der IPA Deutsche Sektion können nur von IPA-Gliederungen erbeten werden, wenn sie von einer Notlage eines Polizeibediensteten erfahren, die den oben beschriebenen Kriterien entspricht. Hierzu gibt es auf der Homepage der IPA Deutschland unter der Rubrik Formulare das Antragsformular, das für den Sozialfonds der IPA Deutsche Sektion verwendet werden soll. Der Vorstand dieser IPA-Gliederung, meist eine Verbindungsstelle, hat diesen Antrag auf sachliche Richtigkeit zu prüfen und ihn dann über die zuständige Landesgruppe an die IPA Deutsche Sektion e.v. weiterzuleiten. Diese Übermittlung kann auch in außergewöhnlich dringenden Fällen - von der IPA-Gliederung direkt an die Geschäftsstelle der IPA Deutsche Sektion erfolgen. In einem solchen Fall muss jedoch zusätzlich der Original- Antrag auf dem oben beschriebenen Weg an die IPA Deutsche Sektion geleitet werden, auf dem der Bestätigungsvermerk der IPA-Landesgruppe angebracht und rechtsverbindlich unterschrieben sein muss. Auf eine Unterstützung aus dem Sozialfonds der IPA Deutsche Sektion hat niemand Rechtsanspruch, weil es sich dabei um eine freiwillige Zuwendung handelt. Was passiert mit dem Antrag an den Sozialfonds? Die Maximalsumme, die der Geschäftsführende Bundesvorstand der IPA selbst beschließen kann, liegt bei Soll im Ausnahmefall eine höhere Summe beschlossen werden, kann diese nur durch Beschluss des Bundesvorstands der IPA genehmigt werden. Dieser BV tritt nur zwei Mal im Jahr zusammen, so dass sich die Auszahlung einer Summe über deutlich verzögern würde. Steuerliche Auswirkung für die IPA und für die beschenkte Person kann es haben, wenn der Betrag höher als innerhalb von 10 Jahren beträgt. Im Jahr 2008 gab es nicht so viele Fälle, in denen IPA-Mitglieder in die oben beschriebene Lage gekommen sind und, Gott sei Dank, keine Katastrophen, von denen Polizeibedienstete betroffen waren. Gibt es Nebenwirkungen beim Sozialfonds? Die IPA Deutsche Sektion erhofft sich über diese Hilfeleistungen aus dem Sozialfonds hinaus eine zusätzliche Attraktivität bei den Kollegen/Kolleginnen des Polizeidienstes, die auch dazu führen soll, dass über die derzeitigen Mitglieder hinaus, weitere Polizeibedienstete Mitglied bei der IPA werden. Dabei kann sich jeder Kollege/jede Kollegin der Verbindungsstelle in Deutschland anschließen, wo er/sie gerne Mitglied sein will. Dies kann die für den Dienstort oder den Wohnort zuständige Verbindungsstelle sein oder auch eine ganz andere innerhalb der IPA. Es gibt 16 Landesgruppen mit derzeit insgesamt 290 Verbindungsstellen, von denen sicherlich eine davon die richtige für ein neues Mitglied ist. Über deutsche Mitglieder sind zwischenzeitlich in dieser größten Polizeiorganisation der Welt (mit weltweit über Mitgliedern) organisiert. Ganz sicherlich sind da auch Kollegen/Kolleginnen dabei, mit denen man täglich zusammen arbeitet und die einen mitnehmen in die IPA, die dann auch Deine IPA werden kann, weil es noch eine ganze Reihe weitere, für jedes Alter interessante, Dinge gibt, die die IPA bietet 5

6 Mailing-Aktion zu Gunsten des IPA Sozialfonds In den nächsten Tagen werden IPA-Mitglieder wieder Post von der IPA Deutsche Sektion mit der Information über unsere Gruppenversicherung bekommen. Die IPA-Deutsche Sektion e.v. hat vor einigen Jahren einen Gruppenversicherungsvertrag mit der DBV-Winterthur abgeschlossen. Bestandteil dieses Gruppenversicherungsvertrages ist eine Sterbegeldversicherung. Durch den Gruppenvertrag erhalten unsere Mitglieder verschiedene Vorteile. Hervorzuheben ist hier besonders, dass eine Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung erfolgt. Darüber hinaus erfolgt die Betreuung durch einen IPA-Freund mit all den Leistungen, die von einer normalen Versicherungsagentur nicht geleistet würden. Einige tausend IPA-Freunde haben diesen Vorteil zwischenzeitlich erkannt und sind dem Gruppenversicherungsvertrag beigetreten. Das Wichtigste jedoch: Gleichzeitig wenden diese IPA-Freunde ihren Grundüberschussanteil zu treuen Händen dem Sozialfonds der IPA- Deutsche Sektion e.v. mit dem verpflichtenden Auftrag zu, damit Kollegen in Not beizustehen. Wir bieten Ihnen also die Möglichkeit, sich selbst abzusichern und gleichzeitig etwas für Polizeikollegen in Notlagen zu tun. Viele dankbare Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland könnten über die spontane und notwendige Hilfe berichten, die ihnen aus dem Sozialfonds zugeflossen ist. Die Zuwendungen aus der Gruppenversicherung ist dabei inzwischen nahezu die einzige Grundlage für unseren Sozialfonds. Seinerzeit wurde mit der DBV-Winterthur vereinbart, dass die IPA-Deutsche Sektion e.v. einmal jährlich ihre Mitglieder über das Bestehen der Versicherung informiert und ihnen die Möglichkeit einräumt, dem Gruppenversicherungsvertrag beizutreten. Das Schreiben, das Sie in den nächsten Tagen erhalten, bietet Ihnen diese Möglichkeit. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es technisch erheblich aufwendiger und teurer ist, die bestehenden Verträge auszusortieren. Sollten Sie schon Mitglied der IPA-Gruppenversicherung sein oder zur Zeit kein Interesse an einer derartigen Absicherung haben, können Sie unser Schreiben natürlich vernichten. Damit ist für Sie alles erledigt, eine Verpflichtung zur Antwort besteht nicht. 6 Zwischen Hilfsbereitschaft, Mitleid und Rührung Seit vier Jahren gehöre ich dem GBV an und darf seither darf seitdem über Anträge an den Sozialfonds mit abstimmen. Es rührt mich an, wenn ich sehe, welch schlimme Schicksale IPA-Freunde, Kollegen und ihre Familien ereilt. Es rührt mich an, wenn ich sehe, wie schon vor Ort durch die Freunde der Verbindungsstellen geholfen wird. Es rührt mich an, wenn ich mir vorstelle, wie ein Scheck dazu beitragen kann, den Betroffenen etwas Freude in ihr schlimmes Schicksal zu bringen. Ich hatte Tränen in den Augen - und nicht nur ich -, als ich in Landshut einem Konzert beiwohnen durfte, das von Hunderten von Kollegen besucht wurde, um zwei behinderten Kindern eines IPA-Freundes zu helfen. Und wenn ich sehe, wie ernst die Freunde im GBV diese Hilfen für Freunde nehmen, wie alle darum bemüht sind, die Anträge so schnell und unbürokratisch wie möglich zu bearbeiten, wie nahe es allen geht, dass über Hilfe so gut wie immer einstimmig entschieden wird, dann bin ich stolz und glücklich, dabei sein zu dürfen. Ich habe einmal in Bremen einen Scheck übergeben. Eine junge Familie hatte die beiden Kinder einer Kollegin aufgenommen. Die verstorbene Kollegin und die Mutter der aufnehmenden Familie waren Schwestern. Die Zuwendung sollte es ermöglichen, die neue Lebenssituation zu verbessern. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Aber es gibt auch ärgerliches. Da lese ich, dass ein junger Kollege verstorben ist, rufe den Verbindungsstellenleiter an und frage nach den Umständen -einfach mal so- weise auf den Sozialfonds hin: 28 Jahre jung, verheiratet, zwei Kinder, Ehefrau schwanger, mitten im Hausbau aus dem Leben gerissen. Ein klassischer Fall für den Sozialfonds. Ja, vielen Dank für den Hinweis, wir besprechen das bei der nächsten Vorstandssitzung. Das war das letzte, was ich in dieser Angelegenheit gehört habe. Ich hatte lange das Bild einer jungen Witwe vor Augen, die bei all ihrer Trauer ratlos mit der Rechnung des Bestatters am Küchentisch sitzt. Ich habe noch heute Gewissensbisse, weil ich nicht hartnäckig genug war. Mein Appell geht daher an alle IPA-Freundinnen und -Freunde. Nicht immer bekommt der Verbindungsstellenvorstand mit, welche Schicksalsschläge andere IPA-Freunde ertragen müssen, nicht jeder bittet offen um Hilfe. Aber wenn Ihr in Eurem Umfeld von einem IPA-Freund erfahrt, dass er Hilfe braucht, informiert Euren Verbindungsstellenvorstand, damit er aktiv werden kann. Das Ausfüllen des Antrags dauert drei Minuten... drei Minuten Dienen durch Freundschaft. Und so freue ich ich über jeden Antrag, denn er ist ein Zeichen dafür, dass sich IPA-Freunde um IPA-Freunde sorgen, dass sie helfen wollen... helfen oder dienen, Dienen durch Freundschaft. Liebe IPA-Freundinnen und -Freunde, bitte seht mir meine Betroffenheit nach, aber es ist eine Herzenssache. Es ist nicht der Sozialfonds des GBV oder des BV. Es ist Euer Sozialfonds. Also tragt dazu bei, dass wir alle helfen können und habt ein offenes Auge für die Schicksale um Euch herum wünscht sich Hubert Vitt

7 Mit Hilfe des Sozialfonds Barrieren überwinden Erstmals in Thüringen: Der Sozialfonds der IPA Deutschen Sektion e.v. hilft unserem IPA Freund Ralph-Rainer Kratzer, Verbindungsstelle Nordhausen Unser Kollege Ralph-Rainer Kratzer ging im Jahr 2006 in Pension. Schon zu seiner aktiven Dienstzeit bei der Thüringer Polizei hatte er große gesundheitlich Probleme und war oft im Krankenstand. Im Frühjahr 2008 erhielten wir, die Mitglieder der Verbindungsstelle Nordhausen, durch die IPA-Freundin Angela Lingmann die Nachricht, dass er einen Teil von seinem linken Bein verlor. Wir besuchten ihn dann im Juni Die ersten Umbaumaßnahmen des Bades waren schon gelaufen und ein behindertengerechtes Auto angeschafft. Dies war sehr kostenintensiv und damit war der finanzielle Rahmen von Ralph-Rainer Kratzer ausgeschöpft. Nun denkt man wohl im Alltag nicht an das barrierefreie Wohnen, denn sein Haus ist ein Altbau und doch recht verwinkelt. Somit sind noch mehrere Umbauten notwendig. Den vorderen Hauseingang konnte er gar nicht mehr benutzen, es sind 6 Stufen zu überwinden. Hier ist ein Treppenlift notwendig, den Ralph-Rainer nicht mehr allein finanzieren kann. Unter dem Motto: Keiner ist vergessen und gemeinsam sind wir stark wurde die Verbindungsstelle Nordhausen aktiv. Es wurde schnell eine kostengünstige Variante eines gebrauchten Treppenliftes, welcher noch voll funktionstüchtig ist, gefunden. Der Antrag der Verbindungsstelle Nordhausen wurde über die Landesgruppe Thüringen an die Deutsche Sektion gestellt und am 24. Januar 2009 konnte Schatzmeister im GBV der Deutschen Sektion Rolf Schubert im Beisein von Thomas Kuhl Leiter der Landesgruppe und Verbindungsstellenleiter Hartmut Ackermann eine Urkunde in Höhe von 3000 an Ralph- Rainer Kratzer, während der jährlichen Auftaktveranstaltung der Verbindungsstelle Nordhausen dem Tanz ins Neue Jahr, übergeben. So konnten viele unserer Mitglieder an der positiven Auswirkung des Sozialfonds teilhaben und Ralph-Rainer Kratzer eine weitere Erleichterung des täglichen Lebens ermöglichen und er hat wieder Vertrauen und Mut schöpfen können. Ralph-Rainer wollte auch ein paar Ausführungen aus seiner Sicht machen, dies war jedoch nicht möglich. Er hatte an diesem Abend wohl zu nah am Wasser gebaut und so übergab er uns einen Brief. Hier ein Auszug: In den letzten Jahren meines aktiven Dienstes musste ich mich über 20 mal wegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in stationäre Behandlung begeben und habe mich zahlreichen Operationen unterzogen. Im März 2008 wurde mir das linke Bein über dem Knie amputiert. In dieser schweren Zeit stand mir nicht nur meine Familie zur Seite. Regelmäßig besuchten mich alte Kollegen und haben mir Mut zugesprochen. Der IPA-Gruppe Nordhausen verdanke ich den mir zur Verfügung gestellten Treppenlift. Durch den Lift kann ich das Haus ohne Hilfe verlassen. Ihr könnt euch kaum vorstellen, was es mir bedeutet, dass sich die Mitglieder der IPA-Verbindungsstelle Nordhausen so für mich einsetzen, obwohl ich schon 2 Jahre nicht mehr im Dienst bin. Ich danke auf diesem Weg allen Beteiligten und ende mit Ciceros Worten, die ich gern bestätige: Freundschaft ist Gefühl und Verständnis füreinander sowie Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen Nochmals Danke Ralph-Rainer Kratzer.. zwischenzeitlich ist der Treppenlift montiert und funktionstüchtig. Bericht: Michael Auffenberg, Landesgruppe Thüringen 7 Hilfe für die Hinterbliebenen Als der frühere Bundesschatzmeister Ralf Steffen von einer Notlage in seiner Behörde hörte, erinnerte er sich an den Sozialfonds. Die Angehörigen eines verstorbenen Kollegen standen vor den nicht unerheblichen Bestattungskosten, die leider nicht durch eine Sterbegeldversicherung abgedeckt waren. Hier zeigte es sich erneut, dass die von der IPA angebotene Gruppensterbegeldversicherung in solchen Fällen die Hinterbliebenen schützen kann. Da eine solche Versicherung nicht vorlag, sprang die IPA ein. Innerhalb eines halben Tages stellte die IPA-Deutsche Sektion einen namhaften Betrag zur Verfügung. Schatzmeister Günter Lambrecht, Landesgruppenleiter NRW Dirk Zülke, Rainer Wittka und Reinhold Littfin (Vbst. Essen) überreichten der Witwe die Zuwendungsurkunde und den Scheck. Auch der Hund der Familie (Mitte) freundete sich schnell mit den Gästen an.

8 Hilfe in Aachen - Scheckübergabe am Karnevalssamstag 8 Max Tost, 44-jähriger IPA-Freund aus Aachen, ist Vater von sechs Kindern. Seit 1995 ist er an Multipler Sklerose erkrankt und mittlerweile zu 80% schwerbehindert. Er hatte in den letzten Jahren mehrere Reha-Maßnahmen über sich ergehen lassen müssen, um seine Arbeitsfähigkeit noch weiter erhalten zu können. Die letzte Reha-Maßnahme von 28 Tagen wurde nur zu 70% von der Beihilfestelle übernommen. Hinzu kam, dass der IPA- Freund aufgrund seiner Erkrankung in den Innendienst versetzt werden musste. Damit hatte er durch die fehlenden Zulagen (DUZ, Schichtdienstzulage, pp) ein niedrigeres Einkommen. Da vier der sechs Kinder noch zu Hause Leben (Jüngster 6 Jahre) und daher die Ehefrau nicht arbeiten kann, hatte der IPA-Freund keine Möglichkeit mehr, diese Kosten selbst aufzubringen. Die Verbindungsstelle Aachen wandte sich über die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen an den Geschäftsführenden Bundesvorstand (GBV) der IPA Deutsche Sektion. Der GBV beschloss den IPA-Freund diesen fehlenden Betrag in Höhe von zukommen zu lassen. Am Karnevalssamstag wurde diese Summe in Aachen übergeben. Mit dabei waren der Sekretär der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Rolf Kinateder mit seiner Frau Doris, der Verbindungsstellenleiter von Aachen, Reinhard Trinkwitz, der Schatzmeister der Vebindungsstelle Aachen, Winfried Juchem sowie Rolf Schubert als Schatzmeister bei der Deutschen Sektion für den Sozialfonds zuständig. Sekretär der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Rolf Kinateder, Reinhard Trinkwitz, Leiter Vbst. Aachen, Max Tost, Bundesschatzmeister Rolf Schubert und Winfried Juchem, Schatzmeister Vbst. Aachen (v.l.n.r.) Die Übergabe fand im Haus des IPA-Freundes Max Tost in Aachen statt. Es war Kuchen und Kaffee für uns hergerichtet und es wurde eine gemütliche Runde, in der der IPA-Freund auch etwas über seine Leidensgeschichte erzählte. Man merkte ihm an, dass er sich nur schwer mit der Tatsache abfinden kann, nicht mehr alles selbst machen zu können. Doris Kinateder betätigte sich als Fotografin und so wurde die Nachmittagsrunde aufgelöst und der glückliche Max Tost wieder seiner Familie überlassen. Diese konnte bei der kleinen Zeremonie nicht dabei sein, weil Frau Tost krank im Bett lag und die Kinder zu dieser Zeit außer Haus waren. Marc Werner, der 15-jährige Sohn eines IPA-Mitglieds, war mit Bekannten zu einem Kurzurlaub in den Niederlanden. Beim Kite-Surfen wurde er von einer Windböe erfasst und gegen ein Haus geschleudert. Er wurde sofort notärztlich versorgt. Dennoch war das Ergebnis niederschmetternd. Marc ist vom Hals abwärts gelähmt. Er ist auf einen schweren Rollstuhl angewiesen. Weil das Wohnhaus der Eltern nicht rollstuhlgerecht war, musste ein Außenaufzug eingebaut werden. Trotz Verkauf des Familienautos konnte die Familie diese Kosten nicht aufbringen. Neben vielen anderen Helfern so auch Olaf Thon vom FC Schalke 04, leistete der Sozialfonds der IPA-Deutsche Sektion eine Zuwendung. Schatzmeister Günter Lambrecht und Unterstützung nach schwerem Sportunfall die Antragstellerin Anja Blome übergaben neben dem Scheck an den Vater Albert Werner auch eine von Präsidenten Udo Göckeritz zur Verfügung gestellte Originalnachbildung des Fußball-WM-Balles von 1954, über die sich der sportbegeisterte Junge sehr gefreut hat. Wir trauern um unser Ehrenmitgiled Rupert Bomertl Rupert Bomertl war seit 50 Jahren Mitglied der IPA und gehörte der Verbindungsstelle Nürnberg an. Er widmete sich vielen sozialen Projekten für alte, kranke und behinderte Menschen. Das brachte ihm in Nürnberg den Namen Engel der Alten ein. An Karneval wurde er im Alter von 84 Jahren in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden. Unmittelbar nach der Festnahme gestand sein eigener Enkel die Tat. Wir sind erschüttert über dieses grausame Verbrechen. Udo Göckeritz Präsident IPA Deutsche Sektion Harald Betscher Landesgruppenleiter IPA Landesgruppe Bayern

9 Microsoft Office Professional 2007 Liebe IPA-Freundinnen und Freunde, durch einen Volumen-Lizenz-Vertrag der IPA-Deutsche Sektion e.v. mit der Microsoft Corporation können wir MS Office Professional 2007 zu einem Endpreis von anbieten. 110 Euro Dieses Paket beinhaltet folgende Programme: Beispiel MS Office 2007 Professional - Word - PowerPoint - Publisher - Access - Excel - Outlook - InfoPath Das Angebot richtet sich an alle für die IPA tätigen Mitglieder. Mit der Bestellung verpflichtet sich das Mitglied, keine unberechtigt angefertigten Kopien der CD oder ihrer Teile weiterzugeben. Interessenten können ein Bestellformular auf die Homepage der Deutschen Sektion () im Mitgliederbereich mein.ipa-deutschland laden, das an den Logistikpartner Guma Records zu senden ist. Die Lieferung und Rechnungsstellung erfolgt über den Service von Guma Records. 9 Die IPA- Mitgliedschaft lohnt sich.

10 Man kann nicht genug dienen IPA-Freund Paul Ritschmann beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten 10 Berlin. Jedes Jahr lädt der Bundespräsident besonders verdiente Bürgerinnen und Bürger zu seinem Neujahrsempfang ein. In diesem Jahr befand sich ein IPA-Freund darunter. Paul Ritschmann (63) ist Mitglied der Verbindungsstelle Heidenheim. Aus der Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes: Herr Ritschmann gehört seit über 40 Jahren dem Freiwilligen Polizeidienst in Baden- Württemberg an. All die Jahre stand er dem Polizeirevier Heidenheim mit großem Einsatz zur Verfügung; insbesondere auch an Feiertagen verstärkte er den Streifendienst. Die IPA aktuell erfuhr von dem Empfang des IPA-Freundes durch ein Schreiben des Bundespräsidialamtes an einem Freitag, vier Tage vor dem Empfang. Zum Glück hatte Chefredakteur Hubert Vitt für den Tag ohnehin Urlaub geplant und konnte noch einen günstigen Flug nach Berlin buchen. Im Schloss Bellvue, dem Amtssitz der Bundespräsidenten wurden die Gäste fürstlich begrüßt. Am Eingang des Geländes standen Limousinen, die sie zum Schloss brachten, das sie über einen roten Teppich betraten. Paul Ritschmann war leicht auszumachen. Er war einer der wenigen Uniformträger und der einzige in Polizeiuniform. Zugriff Sommer 2007, Samstagnachmittag, dörfliches Idyll im östlichen Baden-Württemberg. Sechs Polizisten in verdeckt aufgestellten Zivilfahrzeugen beobachten ein Haus. Im Haus ein junger Mann, der mit einer Pistole seine Familie bedroht. Das SEK ist verständigt und im Anmarsch. Auch der Revierleiter war vor Ort. Er beobachtet zusammen mit dem Polizeifreiwilligen Paul Ritschmann, 60 Jahre alt, die Rückseite des Gebäudes. Plötzlich ein Funkspruch Die Zielperson verlässt das Gebäude und geht in westliche Richtung. Motor angeworfen und langsam in Richtung der Zielperson bewegt. Diese läuft weiter zu einer Bushaltestelle und telefoniert dort in einer Telefonzelle. Anfrage an den Verbindungsmann zum SEK: Wo bleiben die denn? Antwort: Sie rüsten gerade auf, das dauert noch einen Moment. Langsam rollen wir an der Telefonzelle vorbei, die Zielperson telefoniert noch und zeigt uns ihre Rückseite. Günstige Gelegenheit zum Zugriff. Zwei Autotüren fliegen auf, die Tür der Telefonzelle aufgerissen, die Zielperson gepackt, zu Boden gebracht, auf dem Rücken geschlossen. Das erste SEK-Team trifft wenig später ein. Es folgt die anerkennende Spruch: Hätten wir auch nicht besser gemacht. Ritschmann freut sich und der Revierleiter auch. Später die kritische Anfrage der vorgesetzten Dienststelle aus Stuttgart: Seit wann nimmt denn ein Revierleiter und ein Polizeifreiwilliger einen bewaffneten Täter fest, wenn das SEK vor Ort ist? Der Revierleiter konnte die Vorgesetzten beruhigen. Hansjörg Hirschenauer Polizeirevier Heidenheim Revierleiter Paul Ritschmann im Gespräch mit Bundespräsident Horst Köhler und dessen Gattin im Schloss Bellevue Aber Paul Ritschmann ist nicht nur bei der Polizei aktiv. Während seiner 43 Berufsjahre bei Siemens, später EPCOS, war er 37 Jahre bei der Werksfeuerwehr. Seit 15 Jahren arbeitet er im gemeindlichen Vollzugsdienst seiner Stadt. Man kann nicht genug dienen! begründet er seine vielfältigen ehrenamtlichen Engagements. Er war schon am Tag zuvor nach Berlin gereist und war zu Gast bei Professor Dr. Wolfgang Reinhardt MdL, dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Baden- Württemberg. Höhepunkt des Neujahrsempfangs ist das Défilé. Die Gäste werden namentlich aufgerufen und ihre Verdienste werden durch einen Mitarbeiter des Protokolls verlesen. Jede und jeder Einzelne wird von Bundespräsident Horst Köhler und seiner Gattin persönlich begrüßt und wechselt ein paar Worte mit ihnen. Dieses Défilé dauert mit kleinen Pausen insgesamt fast drei Stunden. Danach nehmen die Gäste an einem Essen mit dem Staatsoberhaupt teil. Paul Ritschmann war sichtlich stolz, dabei zu sein und die IPA ist stolz, dass eins ihrer Mitglieder diese Ehre erfahren durfte. Nach seinen Erzählungen kann man nur feststellen: Er hat es verdient.

11 IPA - B O U T I Q U E 2008 Informations- und Verlagsgesellschaft mbh, Partner der International Police Association (IPA) - Deutsche Sektion e.v. 1 Autoplakette Metall iert, Größe: Ø ca. 6,0/7,5 cm. Best.-Nr.: ab IPA-Wimpel Autoplakette 2 Stoffabzeichen für Clubjacken, Größe: Ø ca. 10 cm. Best.-Nr.: IPA-Wimpel auf Kunstseide, Seidenkordeleinfassung samt Aufhänger, eingenähtem Metallstab Best.-Nr.: 301 ca 13 x 17 cm 7,80 Best.-Nr.: 302 ca 18 x 24 cm 10,20 Best.-Nr.: 303 ca 30 x 40 cm 21, Stoffabzeichen 4 Radio Porti Automatischer Sendersuchlauf, Lautstärke regler, Klipp- Kopfhörer. Größe: ca. 7 x 6 x 1,5 cm Best.-Nr.: Radio Porti Sonderbestellung mit einem Aufdruck Ihrer Landesgruppe oder Verbindungsstelle sind bei einer Bestellung von mindestens 50 Stück möglich. FAXBESTELLUNG 089 / Name:... Mitgliedsnummer: D-... Straße:... Datum:... Tel.Nr.:... PLZ/Ort:... Unterschrift:... Artikel Anzahl Farbe Größe: L XL Bestellnummer Preis Gesamtsumme Versandkosten: Ihre Versandkostenbeteiligung beträgt nur 3,60. Hierdurch werden das tatsächlich anfallende Porto sowie teilweise die Kosten für Verpackung abgedeckt. Den Rest trägt die Informations- und Verlagsgesellschaft mbh. Ab einem Bestellwert von 110 entfällt dieser Betrag. Informations- und Verlagsgesellschaft m.b.h. Partnerverlag der International Police Association (IPA) - Deutsche Sektion e.v. D Unterhaching/München, Leonhardsweg 2 Tel.: 089/ , Fax: 089/ Gerichtsstand München, Handelsregister: HRB Für weitere Produkte fordern Sie bitte unseren Hauptkatalog an. Sie finden uns auch im Internet unter

12 12 50 Jahre IPA Lörrach Gäste aus nah und fern hatten sich angesagt. Allein aus der englischen Partnerstadt Chester reiste eine Delegation von 20 IPA-Freunden an, an ihrer Spitze der IPA-Präsident der Region Cheshire, Chris McCourt. Aus Senigallia, der Partnerstadt an der Adria kamen 18 IPA-Freunde mit ihrem Präsidenten Auro Berardinelli. Willkommen heißen konnte Verbindungsstellenleiter Rudi Kuppinger bei seiner Begrüßung am Donnerstag, dem ersten Festtag, auch Gäste aus deutschen Landen - von den Verbindungsstellen Hunsrück, Zwickau, Rosenheim, Aachen. Für einen Landkreis in einem Dreiländereck ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass auch die Anrainer mit von der Partie sind. So waren IPA-Freunde aus der benachbarten Schweiz und aus dem Elsass sowie aus der Partnerstadt Sens an der Yonne anwesend. Ein Novum beim Jubiläumsfest und auch in Lörrach war der Besuch des IPA-Präsidenten und Vize-Polizeichef der Region Edirne in der Türkei. Mit Edirne unterhält die Stadt Lörrach eine Kulturpartnerschaft. Sie setzt sich u. a. dafür ein, die Selimiye-Moschee als Weltkulturerbe aufzunehmen. Die Lörracher müssen einen besonders guten Draht zu Petrus gehabt haben. Genau am Jubiläumswochenende strahlte die Sonne mit den Veranstaltern um die Wette. Am Freitag unternahmen alle eine Fahrt in den Schwarzwald. Erste Station war das Besucherbergwerk Finstergrund in Wieden, in dem bis 1974 Silbererze und Flussspat abgebaut wurden. Der schönste Berg des Schwarzwaldes, der Belchen, war das nächste Ziel. Mit der Gondelbahn hatten wir den Berg schnell erklommen. Als wäre sich der Berg seiner internationalen Gäste bewusst, zeigte er sich von seiner besten Seite mit einer genialen Fernsicht in die Schweizer Alpen. Mit einem Schwarzwaldteller im Belchenhaus stärkten wir uns vor der Heimfahrt durch das Wiesental. Kaum zurückgekehrt, wartete schon die offizielle Jubiläumsveranstaltung, der Empfang im Rathaus Lörrach. Bürgermeisterin Marion Dammann, die die abwesende Schirmherrin, Oberbürgermeisterin Gudrun Heute- Bluhm vertrat, hielt die Festrede. Grußworte sprachen der Leiter der Polizeidirektion Lörrach, Leitender Polizeidirektior Michael Gehri, der Leiter der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, Polizeidirektor Armin Schuster, sowie Werner Busch, Generalsekretär der IPA Deutsche Sektion und Ömer Özcelik, Polizeivizepräsident der Provinz Edirne und IPA-Präsident. Verbindungsstellenleiter Rudi Kuppinger schilderte den Werdegang der Jubilarin. Von elf Mitgliedern bei der Gründung zählt die Verbindungsstelle Lörrach nunmehr 250 Mitglieder. Mit einer besonderen Werbeaktion im Blick auf das Jubiläum konnte endlich die 250 er Schwelle überschritten werden. Am Samstag stand ganz Lörrach im Zeichen der internationalen Polizeiausstellung. So etwas hatte die Stadt noch nicht gesehen: Polizeifahrzeuge aus Chester/England, Senigallia/Italien, von diversen Dienststellen in der Schweiz und aus dem Elsass, der Jugendverkehrsschule, Hundestaffel, Pavillons der Bundespolizei, eine Gruppe der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Bereitschaftspolizei Lahr u. a. lockten viele Bürger zum Gespräch mit den Beamten. Die Vorführungen insbesondere der Hundestaffel und der Festnahmeeinheit waren der Publikumsmagnet. So hautnah auf Du und Du mit Polizisten kam man selten. Feuerwehr und Rotes Kreuz sorgten für das leibliche Wohl und die Jazzband der Bundespolizei verwöhnte das Publikum mit flotter Musik. Die IPA vermittelte dem Publikum ihre Ziele an einem besonderen Stand. Der Verein Lörrach international, eine bürgerschaftliche Vereinigung zur Pflege der Partnerstädte, war ebenso vertreten wie auch die Villa Schöpflin. Die IPA-Verbindungsstelle Lörrach hatte es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Organisation zu unterstützen. Mit der Spende des Reingewinns aus den diversen Jubiläumsveranstaltungen verhilft die IPA Lörrach dem Zentrum für Suchtprävention zur Fortführung seiner wichtigen Arbeit. Der Samstagabend schließlich war der Höhepunkt des Jubiläums. Im Burghof, der Guten Stube Lörrachs, fand die Gala statt. Die Schirmherrin, Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm, konnte 320 internationale Gäste begrüßen; diese genossen einen hervorragenden bunten Abend mit einem abwechslungsreichen Programm in der seit Wochen ausverkauften Stadthalle. Eine Veranstaltung, die viele neue Freundschaften entstehen ließ. Am Sonntag verabschiedeten wir die Gäste im Burghofkeller der Polizeidirektion. Bereits dort abgegebene Dankesadressen wie auch viele positive Reaktionen zeigen uns, dass die Lörracher Freunde mit der Ausrichtung der Jubiläumsveranstaltungen auf dem richtigen Weg waren. Rudi Kuppinger Leiter der Verbindungsstelle Lörrach Internationale Gäste vor einem typisch deutschen historischen Streifenwagen

13 13 Wenn ich Ausdauer versichern könnte: Die Spezialtarife der DBV-Winterthur für Polizeibeamte Mit gezielter Vorsorge sichern Sie Ihren Lebensstandard. Nutzen Sie unsere Spezialangebote für Polizeibeamte mit Beitragsvorteilen: Polizei-Dienstunfähigkeitsabsicherung Haftpflicht-Spezialpolice Anwartschaftsversicherung für Personen mit freier Heilfürsorge/ Krankenversicherung als Beihilfeergänzung Unfallversicherung Bezirksdirektion Friedrich Kohlmann Freiherr-vom-Stein-Str Werne Tel.: Fax: dbv-winterthur.de Vertragspartner der IPA Deutsche Sektion e.v. Wir beraten Sie gerne. Anruf genügt! Bitte senden Sie mir Informationen zu den Spezialtarifen der DBV-Winterthur für Polizeibeamte: Name Vorname.. Straße, Hausnummer PLZ, Ort.. Telefon dienstlich/privat Geburtsdatum.. Wir versichern Ihnen, dass wir Ihre Angaben nur für interne Zwecke speichern. IPA aktuell

14 Ein Polizist macht sich auf den Weg Pilgern auf dem Jakobsweg von St.Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela von IPA-Freund Klaus Menssen, Verbindungsstelle Hannover 14 Angeregt durch das Buch von Hape Kerkeling Ich bin dann mal weg... fragte ich mich: Will ich den Pilgerweg laufen? Ich dachte, es ist höchste Zeit, diesen Jakobsweg traditionsgemäß zu Fuß in einem Stück zu gehen und in den einfachen Pilgerherbergen zu übernachten. Zunächst erkundigte ich mich bei der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg und erfuhr, dass ganz Europa mit einem Netz von Jakobswegen überzogen ist. Der Hauptweg beginnt in St.Jean-Pied-de-Port (Frankreich) und endet in Santiago de Compostela (Spanien). Alle Mitglieder der Jakobsgesellschaft, mit denen ich sprach, waren begeistert vom El Camino (der Weg), wie er im spanischen Volksmund heißt. Die beste Pilgerzeit wäre April bis Juni bzw. September bis Oktober. Zu den anderen Zeiten würde es zu heiß bzw. zu kalt sein. Tipps zur Grundausrüstung folgten: Der Rucksack sollte nicht schwerer als 12 kg sein. Schlafsack und Regencape sind Pflicht. Ein Pilgerstab wäre von Vorteil, um sich abzustützen. Auch ein Handy wäre für Notfälle eine gute Sache. So wenig Gepäck als möglich. Jedes Kilogramm zu viel scheuert erbarmungslos auf den Schultern! Sehr wichtig sind gut eingelaufene Wanderschuhe. Sandalen und Sportschuhe sind nur bedingt zu empfehlen. Der Weg geht oft über sehr unebenes Terrain, wo Wurzeln oder Geröll einen festen Stand erfordern. Als wichtigstes Utensil wurde mir der Pilgerausweis das Credencial ausgestellt. Dieser Ausweis wird in jeder Pilgerherberge abgestempelt. Nur mit diesem Ausweis ist es möglich, kostenlos in der Pilgerherberge Refugio genannt zu übernachten. Es wird empfohlen, eine kleine Spende von 5 bis 10 für Instandhaltungsmaßnahmen zu geben. Darüber hinaus dient das Credencial als Beweis für die Ausstellung der Compostela am Ende der Pilgerwanderung. Dies ist das Zeugnis, das das Pilgerbüro in Santiago de Compostela gemäß einer aus dem 14.Jahrhundert stammenden Tradition all den Pilgern ausstellt, die den Jakobsweg mindestens die letzten 100 km zu Fuß zurückgelegt haben. Um für diesen ca. 800 km langen Pilgerweg gerüstet zu sein, wanderte ich regelmäßig um das Steinhuder Meer. Ich fühlte mich optimal vorbereitet welch ein Trugschluss! Das waren Spaziergänge im Vergleich zum Jakobsweg bei Schlechtwetter. Der Aufbruch Am 19. August 2008 war es soweit. Freunde fanden sich zum Abschied ein. Einige Fotos dokumentierten den Probestart in Steinhude. Einer prophezeite: Wenn es regnet, wirst du spätestens nach 3 Tagen aufgeben. Ich beschloss, mir einen Vollbart stehen zu lassen, damit ich nach meiner Rückkehr wie ein echter Pilger aussehe. Von Hannover/Langenhagen flog ich über Mallorca nach Bilbao, wo ich von zwei spanischen Polizeikollegen der IPA herzlich empfangen wurde. Eine private Übernachtung rundete den Aufenthalt ab. Am 20. August fuhren sie mich zum Ausgangspunkt meiner Pilgerwanderung: St.Jean-Pied-de-Port. Für eine Spende erhielt ich die obligatorische Jakobsmuschel, die von nun an meinen Pilgerrucksack zierte. Die Jakobsmuschel ist das Pilgerabzeichen der Wallfahrer. Die Furchen der Schale sollen die Wege symbolisieren, die auf ein gemeinsames Pilgerziel hinführen. Bevor ich endgültig startete, überreichten mir die IPA-Kollegen einen Pilgerstab, der mir auf meiner Pilgerreise Glück bringen sollte. Kurz nach dem Aufbruch, die ersten Kilometer sind geschafft. Auf dem Weg Und jetzt ging es wirklich los: Ich schnallte den Rucksack um, nahm frohgemut den Pilgerstab und auf ging s. In dem kleinen Städtchen fand ich keinen Hinweis, wo ich in den Jakobsweg einsteigen könnte. Ich fragte einen mit einer Baskenmütze gekleideten älteren Herrn nach dem Weg. Keine Reaktion! Er ging demonstrativ weiter und kehrte mir den Rücken zu. Vermutlich wollte er mit mir nichts zu tun haben. Das fing ja gut an! Gott sei Dank blieb dies eine Ausnahme. Später waren alle Angesprochenen freundlicher und hilfsbereiter. Nachdem ich die rot-weiße Markierung - ab Spanien gelbe Pfeile - zuordnen konnte, kam ich zunächst auf der Straße zügig voran, doch dann ging es auf schmalem Pfad steil aufwärts in die Berge der Pyrenäen. Der 12 kg schwere Rück-

15 Begegnungen: ein Pilger und sein Hund sack machte sich jetzt schon bemerkbar. Mein Übergewicht und die fehlende Fitness ließen mich schier verzweifeln. Alle 100 m legte ich am steilen Pfad eine Pause ein. Da habe ich mir was vorgenommen!!! Durchhalten, da muss ich durch. Das wäre eine schöne Blamage, wenn ich jetzt schon aufgeben würde. Diese Kurzatmigkeit habe ich während meines Trainings am Steinhuder Meer nicht bemerkt. Der Jakobsweg - Camino de Santiago In die Zeit der Befreiung Spaniens von den Mauren fiel die Entdeckung des Grabes des Apostels Jakobus (spanisch Santiago). Nach der Überlieferung wurde der Apostel Jakobus der Ältere im Jahr 44 hingerichtet, seine sterblichen Überreste per Schiff an die Galizische Küste gebracht und im heutigen Santiago de Compostela bestattet. Der Sage nach wurde ein Eremit durch einen geheimnisvollen Sternenregen zum Grab des Jakobus geführt. Und an dieser Stelle errichtete man die Kathedrale von Santiago de Compostela. Jakobus und seine Grabstätte wuchsen schnell zum Wallfahrtsort der christlichen Kreuzritter heran, die Spanien von den Mauren befreien wollten. Zu meiner Überraschung wurde gegen 20 Uhr für die Pilger eine Messe abgehalten. Nach der Messe musste mein Hunger durch ein Pilgermenü befriedigt werden: äußerst preiswert und schmackhaft - sopa (Suppe), troucha (Forelle), dessert und vino tinto (Rotwein). Eine Einweisung in einen klammen, muffigen und kalten Schlafraum (110 Betten) war mir doch zuviel. Keine Heizung zum Trocknen der nassen Kleidung und Schuhe. Nach intensiver Verhandlung mit den Mönchen wurde mir ein Container mit 8 Betten zugewiesen. Während der Pilgerruhe (von 22 bis 06 Uhr) wurde ich von einigen Schnarchern geweckt. Ich konnte der nächtlichen Berieselung nicht standhalten und stelle fest, dass der eine den anderen Mitpilger in der Lautstärke übertönte. Was für eine Herausforderung!!! Ich habe aber vorgesorgt! Vom Steinhuder Schützenverein habe ich mir ein Paar Ohrenschützer Micky-Mäuse geben lassen, die nun zum Einsatz kommen sollten. Sie haben sich während der Nachtruhe in den Refugien immer wieder bewährt!!! Morgens bei Regen aufstehen, Rucksack packen und in Richtung Westen starten. Kein Frühstück!!! Ich wusste, in den Refugios gibt es normalerweise kein Frühstück. Das bedeutet, ich laufe mit leeren Magen und muss erst eine sogenannte Bar (Café) suchen. Dann gibt es con Leche (Kaffee mit ca.50% geschäumter Milch) und Bocadillos con Queso (Sandwich mit Käse oder Schinken). Auch gibt es Regeln für die Peregrinos, wie die Jakobspilger hier in Spanien genannt werden. Auf einer Tafel konnte ich lesen: Pilger willkommen in meinem Haus. Behüte es wie dein eigenes. Achte mit darauf, dass es ordentlich und sauber bleibt. Denke dabei an all jene, die nach dir kommen. Sie werden dir dankbar sein. Der Pilger ist nicht anspruchsvoll, aber einfühlsam und dankbar. Er möchte seine wohl verdienten Mußestunden haben. Bemühe dich, das Haus bis 8.30 Uhr zu verlassen. Wenn es möglich ist, gib uns eine kleine Geldspende. Ist es dir nicht möglich, segne dich Gott. Ich wünsche dir, dass Jakobus dich auf deinem Weg nach Compostela begleite. Das Wetter wurde besser. Die Schönheit der Natur war ein besonderes Erlebnis. Gelber und weißer Ginster wuchsen links und rechts am Weg. Mein Kopf war frei, aber ich war lange 15 Ein regelrechter Pilgertourismus setzte ein. Mit dem Ankommen in Santiago de Compostela war für den mittelalterlichen Menschen die Erdenpilgerschaft beendet - das Ziel des Unterwegsseins zu Gott erreicht! Nach weiteren ca. 100 km kam man nach Cap Finisterre, das Ende der damals bekannten Welt. Nach einigen Stunden war ich am Ende meiner Kräfte. Ca. 10 km habe ich geschafft, bis zur ersten Übernachtung in Honto/ Pyrenäen. Noch ca. 790 km!!! Mühsam überwand ich die Bergkämme und damit meinen inneren Schweinehund. Nun fiel es leichter es ging bergab. Gegen 18:00 Uhr sah ich im Regen das spanische Kloster Roncesvalles. Eine ehrwürdige Klosteranlage. Zuerst meldete ich mich beim zuständigen Mönch wegen der Übernachtung. Es folgten Eintragungen in Listen mit Namen, Alter, woher gekommen. Eine kleine Spende und ich hatte meinen zweiten Stempel im Pilgerausweis. Begegnungen: die junge Frau aus Deutschland pilgerte - gegen den Willen ihrer Eltern - mit ihrem geistig behinderten Kind

16 16 Zeit unkonzentriert und fragte mich des öfteren Warum bist du hier? Warum tust du dir das an? Zumal ich starke Schmerzen im Oberschenkel verspürte, die mich auf dem ganzen Pilgerweg begleiten sollten. Ich lernte die Langsamkeit des Pilgerns kennen. Braune und schwarze Schnecken begleiteten mich ein Stück meines Weges. Als mir bewusst wurde, dass ich noch eine Distanz von ca. 700 km bis Santiago de Compostela zurück zu legen hatte, fühlte ich mich wie diese Schnecken auf ihrem Weg. Ich taufte sie daher Jakobusschnecke. Die Pilger Unter den Pilgern ist das herzliche, aufmunternde Buen Camino (Alles Gute auf dem Jakobsweg) verbunden mit der erhobenen gespreizten Hand -Symbol der Jakobsmuschel- obligatorisch, als Zeichen der Gemeinschaft im Geiste des Heiligen Jakobus. Mancher geht als Wanderer los und kommt als Pilger wieder (an)! Ich hatte die Gelegenheit, intensive Gespräche mit Pilgern zu führen, von denen alle inzwischen eine andere Sicht ihres Lebens gewonnen haben. Sie mussten sich mit sich selbst ernsthaft auseinandersetzen. Die Selbstbegegnung ist eigentlich die Erfahrung, die man auf dem Camino machen kann. Wir sind in unserem Alltag oft gedankenlos und haben wenig Zeit für uns selbst. Viele Pilger entdecken ihren wahren Lebensweg. Ihr eigenes Wesen, die Mitte ihres Lebens, sie entdecken Gott und neue Perspektiven. Es ist egal, ob du nun Arzt, Pastor, Polizist, Tourist, Wanderer, alt oder jung bist. Alle machen die gleichen Erfahrung, worin sie andere, neue Lebenswerte finden und diese auch stärker wahrnehmen. Die Apotheken am Weg leben vom Verkauf ihrer Blasenpflaster, Schmerztabletten und den unterschiedlichsten Salben. Auf dem Jakobsweg verunglückten viele Pilger, die sich durch Stürze Arm- und Beinbrüche zugezogen hatten. Einige hatten ihre Kräfte nicht richtig eingeteilt, so dass sie durch Herzversagen zu Tode gekommen sind. Am Ziel Santiago de Compostela - das Ziel des Jakobsweges - ist neben Rom und Jerusalem ein dritter großer Wallfahrtsort und einer der bedeutendsten Pilgerziele der Christenheit. Was für ein Hochgefühl, ich habe es geschafft!!! Ich lehne meinen Kopf gegen die Kathedrale und lasse die Tränen laufen. Ich bin ergriffen und schaffe es noch rechtzeitig, an der Pilgermesse teilzunehmen. Als das Weihrauchfass durch die Kathedrale geschwenkt wird, bin ich einfach nur ergriffen und finde keine Worte. Das rund 50 kg schwere versilberte Weihrauchfass kommt nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Früher machte er den strengen Körpergeruch der Pilger erträglicher. Heute ist es ein beliebtes Spektakel, wenn das Fass an einem 35 m langen Seil hängend durch das Querschiff der Kathedrale geschwenkt wird. Zweimal ist es dabei schon über das Ziel hinaus aus der Kirche geschossen. Beeindruckend ist der Altar mit dem mit Gold, Silber und Edelsteinen geschmückten Jakobus. Erst wenn die Treppe hinter dem Altarraum erklommen und der Apostel umarmt und geküsst ist, ist die Pilgerreise zu Ende. In der Krypta unter dem Altar ruhen angeblich die sterblichen Überreste des Heiligen Jakobus. Ich blieb noch mehrere Tage in dieser Stadt und besuchte mehrmals das Apostelgrab. Bevor ich mit dem Flugzeug zurück nach Hannover startete, nahm ich noch eine Einladung von den dortigen Polzei-Kollegen, der Guardia de Civil an. Ein galizisches Essen und eine Führung durch die Stadt rundeten den Aufenthalt ab. Jeder geht seinen Jakobsweg! Obwohl die Jakobspilger in der Regel getrennt pilgern, bedingt durch die Konstitution und Meditation, hatten doch alle eine Gemeinsamkeit im Geiste erfahren, die rational nicht zu erklären ist. Diesen Pilgerweg habe ich nicht allein unternommen, sondern mit einem Freund, mit dem ich auch schon gemeinsam an einer Antarktis-Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern teilgenommen habe. Ich ließ den Jakobsweg auf mich wirken und ich bin damit zufrieden. El Camino spiegelt Dein Leben wieder!!! Pilgern ist so einfach, man wacht morgens auf, hat ein Ziel und macht sich auf den Weg. Der Rest ergibt sich!!! Gefragt, ob ich diesen Jakobsweg nochmals pilgern würde, verneine ich dies. Die schwer erklärbaren Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden. Für den Jakobsweg musst Du bereit sein! Es war eine wunderbare, intensive, energievolle Zeit, all die Wochen auf dem Jakobsweg. Für die ca. 800 km Pilgerweg habe ich 40 Tage gebraucht und dabei 5 kg abgenommen. Am Ende meiner Pilgerreise habe ich den 0 km-stein bei Capo Finisterre (das Ende der Welt oder auch das Meer der Finsternis) aufgesucht. Hier verbrannte ich - einem alten Brauch zufolge - meine Hosenbeine und erlebte einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Küstenfelsen aus. Zu Hause habe ich fast nichts verpasst, alles ging seinen gewohnten Gang auch ohne mich! Ich habe weder Radio, Zeitung oder Fernsehen vermisst. Auch das ist eine Pilgererfahrung! Später fallen mir immer wieder Menschen und Bilder von meinem Camino ein. Wer pilgert, hat lange etwas davon. Ich habe die Vermutung, einmal begonnen, hört das pilgern gar nicht mehr auf.

17 IPA-Besuch bei Innenminister Manfred Scherer Landesgruppenleiter Thüringen, Thomas Kühl, Inneninister Manfred Scherer und Präsident Udo Göckeritz (v.l.n.r.) Der Präsident der Deutschen Sektion der IPA, Udo Göckeritz, der Leiter der Landesgruppe Thüringen der IPA, Thomas Kuhl und weitere Mitglieder des Landesvorstandes besuchten den Thüringer Innenminister Manfred Scherer zu einem Gedankenaustausch. Udo Göckeritz informiert den Minister über Aufbau und Struktur der IPA Deutschland und über die Schwerpunkte der Arbeit der IPA. Besonders hob er dabei den Gedanken der internationalen Verständigung und des Austausches hervor. So berichtete er unter anderem von einem Projekt des Personalaustausches mit der ungarischen Polizei. Polizeibeamte aus Deutschland versehen in Ungarn für zwei Wochen Dienst gemeinsam mit ungarischen Kollegen und umgekehrt. Der Minister zeigte sich sehr interessiert an diesem Projekt und will mit seiner Fachabteilung prüfen, ob Thüringen sich an diesem Projekt beteiligen kann. Thomas Kohl informierte den Minister über die Arbeit der Landesgruppe Thüringen. Er hob dabei besonders die vielen Aktivitäten der Verbindungsstellen vor Ort hervor. Hier werde der Leitgedanke der IPA, dienen durch Freundschaft, in hervorragender Weise umgesetzt. Die Thüringer Verbindungsstellen betreuten in jedem Jahr eine große Zahl von Reisegruppen und Kollegen aus ganz Deutschland und Europa. Die Veranstaltungen seien aber auch auf die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und auf die Integration der Familien der Mitglieder gerichtet. Kuhl berichtete auch über das soziale Engagement der IPA. So konnte im Bereich Nordhausen einem behinderten Kollegen mit der Übernahme von Kosten für den Einbau eines Treppenliftes geholfen werden. Der Minister zeigte sich sehr interessiert an der Arbeit der IPA und würdigte deren Engagement für die Polizei und deren Beschäftigte. Er will die Arbeit der IPA ihm Rahmen seiner Möglichkeiten fördern und unterstützen. Die Arbeit der IPA müsse sinnvoll auf der Fachebene und in den Dienststellen vor Ort organisiert werden. Für schwierige Fragen bot er aber auch seine direkte Hilfe an. Für den Bedarfsfall wurden weitere Gespräche vereinbart. Anzeige 17 Aufwertung des NRO-Status der IPA bei den Vereinten Nationen Ob s am Jahrgang liegt? NRO (Nichtregierungsorganisationen), die eine besondere Kompetenz in oder ein besonderes Interesse an nur einigen Tätigkeitsbereichen des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC) haben, erhalten den Speziellen Konsultativstatus ( Special Category ). Dieser Status unterscheidet sich vom generellen Status, bei dem eine Kompetenz in allen Bereichen des ECOSOC erforderlich ist. Eine NRO mit generellem oder speziellem Konsultativstatus muss alle vier Jahre einen Bericht über ihre Tätigkeit zur Unterstützung der UNO einreichen. In der Praxis reicht die IPA jedes Jahr einen solchen Bericht ein. Die Bezeichnung NGO in Consultative Status (Special) with the Economic and Social Council of the United Nations and in Consultative Status with the Council of Europe kann ab jetzt auf IPA-Briefköpfen verwendet werden, ist jedoch in Englisch zu belassen. Nicht schlecht staunte Chefredakteur Hubert Vitt, als er in der Fachzeitschrift Kriminalistik las, dass Bernd Fuchs deren neuer Chefredakteur ist. Was verbindet die beiden Chefredakteure miteinander? Sie......waren Studienkollegen an der Polizeiführungsakademie...sind als IPA-Freunde aktiv,...trafen sich auch schon mal bei einem Golfturnier,...sind vom gleichen Geburtsjahrgang. Bernd Fuchs ist seit über 30 Jahren IPA-Mitglied und seit 10 Jahren Leiter der Verbindungsstelle Heidelberg, die im letzten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierte und leitet die Polizeidirektion Heidelberg. Die Redaktion von IPA aktuell wünscht IPA-Freund Bernd Fuchs eine glückliche Hand in seiner neuen Aufgabe.

18 Die IPA und die Fachhochschulen Wenn nicht wir, wer sonst? In vielen Studienplänen der Fachhochschulen der Länder und des Bundes ist ein Auslandspraktikum vorgesehen. Diplomarbeiten oder Projekte leben von Kontakten zu Polizeipraktikern in anderen Ländern. Die IPA ist ein gern gesehener Partner bei der Verwirklichung solcher Vorhaben. Sei es Hilfe bei der Suche nach Praktikumsplätzen, der Vermittlung von Experten im Ausland oder finanzielle Hilfe in Form eines Stipendiums... vieles kann die IPA den Fachhochschulen und ihren Studierenden bieten. Und das Sprichwort Was nichts kostet ist auch nichts gilt hier nicht. Die Hilfe der IPA ist ein Freundschaftsdienst für ihre Mitglieder. Wie so etwas aussehen kann ergibt sich aus den Beiträgen auf dieser und der nächsten Seite. 18 In Istanbul und Ankara konnten sich die Studierenden der Projektgruppe der FHöV NRW, Abteilung Köln, Fachbereich Polizeivollzugsdienst, während ihrer siebentägigen Projektreise im November 2008 ein Bild von der Ausbildung und Arbeit der türkischen Polizeikollegen vor Ort machen. Der gegenwärtige Wunsch der Türkei der EU beizutreten und die Zahl der türkischen Migranten in Deutschland waren unter anderem Auslöser der Projektidee. Unter der Leitung der Dozentin Ulrike Neuhoff startete das Projekt mit dem Thema Polizeiliches Handeln im Spannungsfeld von Freiheit und Kontrolle - eine Betrachtung zur Rolle der Polizei im politischen System der Bundesrepublik Deutschland und im System des EU-Beitrittskandidaten Türkei. Ein Dank an die Gastgeber: Projektleiterin Ulrike Neuhoff (l.) Eine Projektreise in die Türkei dertschaft mit einem Vortrag über deren Einsatzbereich und -technik ergänzte das Programm. Der privilegierte Zugang zu speziellen Restaurants für höhere Polizeioffiziere und ein Abendessen mit Superintendent Zafır Tunceroğlu, Polizeibeamter bei Interpol Istanbul, unterstrichen die Gastfreundschaft der türkischen Kollegen. Am vierten Tag reiste die Projektgruppe mit dem Zug von Istanbul in die Hauptstadt Ankara. Wie in Istanbul wurden wir auch in der Hauptstadt von türkischen Kollegen in Empfang genommen, die uns mit einem Kleinbus zur Verfügung standen. Höhepunkte des Aufenthaltes in Ankara waren der Besuch in der Polizeiakademie und des Fachhochschüler bekommen Einblicke in die türkische Polizeiausbildung und -arbeit Im Mittelpunkt der Projektarbeit stand die Informationsgewinnung vor Ort. So reiste die Projektgruppe im November 2008 gemeinsam mit der Projektleitung und dem pensionierten Polizeibeamten Armin Koppmann in die Metropole Istanbul und die Hauptstadt Ankara. Die Entscheidung des IPA Vorstands, das Vorhaben zu unterstützen, öffnete der Projektleitung bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung wichtige Türen. An dieser Stelle bedankt sich die Gruppe bei Hubert Vitt, der das Projekt dem türkischen IPA Vorstand vorgestellt hat Das erste Ziel der Reise war die Metropole Istanbul. Schon am Flughafen Istanbul wurde die neunzehnköpfige Projektgruppe von einer Delegation bestehend aus drei türkischen Kollegen in Empfang genommen, die eigens für die Unterstützung bei den Recherchen und anfallende Transporte mit einem kleinen Bus abgestellt waren. Dass einer der türkischen Beamten sogar über gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügte, erleichterte den drei Projektteilnehmern mit türkischem Migrationshintergrund die Übersetzungsarbeit. Zusätzlich zu den durch die Projektgruppe geplanten Besuchen, wie zum Beispiel der Heinrich-Böll-Stiftung und einer Polizeiwache, ermöglichten die türkischen Kollegen noch eine Vielzahl außerplanmäßiger Besichtigungen, unter anderem in Moscheen und wichtigen Kulturstätten wie dem Topkapi Palast, was der Projektgruppe einen guten Einblick in die Geschichte und Kultur des Landes gab. Der Besuch einer Einsatzhunangegliederten Police Research Departments. Organisiert wurde das alles vom Leiter der Abteilung für Auslandskontakte der Akademie, Ali Osman Elmastaş. In der Polizeiakademie genoss die Projektgruppe eine ausführliche Führung mit der anschließenden Möglichkeit, die Polizeistudenten selbst zu wichtigen Fragen rund um das Projekt zu interviewen. Ein hierfür extra für das Projekt erstellter und in die türkische Sprache übersetzter Fragebogen wurde von den jungen Polizeischülern ausführlich und zahlreich ausgefüllt. Ein anschließendes Mittagessen mit dem Präsidenten der Polizeiakademie zeigte uns auch hier wieder die Gastfreundschaft und das Interesse an unserem Besuch. Im Police Research Department hörten wir drei Vorträge zur der türkischen Kriminalstatistik, zum Terrorismusforschung und -bekämpfung und zu Ursachenforschung bei der Jugendgewalt. Ein Besuch im Atatürk-Mausoleum inklusive Führung durch das Museum, vermittelte der Gruppe auch in Ankara einen weiteren Einblick in die Geschichte des Landes. Neben den vielen projektbezogenen Veranstaltungen, blieb in beiden Städten noch Zeit für Besuche in der Altstadt, dem Basar und sogar für einen Hamam-Besuch, welche die Projektreise insgesamt zu einem unvergesslichen -durch die IPA unterstützten- Erlebnis abrundeten. Alexander Weiß Verbindungsstelle Köln

19 Ein Fachhochschul-Praktikum bei den Mounties von Tanja Bung - Verbindungsstelle Tübingen/Reutlingen Im September 2008 besuchte ich im Rahmen des durchzuführenden Praktikums während des Studiums an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen die Ausbildungsakademie der Royal Canadian Mounted Police in Regina, zu der seit einigen Jahren eine Partnerschaft mit der Hochschule in Villingen-Schwenningen besteht, und die Stadtpolizei in Regina (Regina Police Service). In der Akademie der RCMP durfte ich die 24-wöchige Ausbildung der Rekruten näher kennenlernen und an allen stattfindenden Veranstaltungen teilnehmen. Unter anderem auch an der Mayors Parade, welche einmal pro Woche zu Ehren der Graduating Troop durchgeführt wird. Die Graduating Troop ist die Ausbildungsklasse, die mit Erfolg die Ausbildung bei der RCMP abgeschlossen hat und durch die Vereidigung zu einem Mitglied der RCMP ernannt wird. Während des gesamten Aufenthalts durfte ich als willkommener und gern gesehener Gast der RCMP kostenneutral in der Akademie übernachten, die reichhaltige Verpflegung in der Kantine stand mir jederzeit zur Verfügung. Mit dem Commanding Officer der Akademie, Herrn Roger J. Brown, konnte ein Treffen vereinbart werden, bei dem ihm ein kleines Geschenk der IPA Tübingen/Reutlingen und der Hochschule für Polizei als Dank für die Gastfreundschaft überreicht werden konnte. Diese Geschenke nahm er erfreut entgegen und bedankte sich für den Besuch an seiner Akademie. Es sei eine Ehre, Polizisten aus anderen Ländern begrüßen zu dürfen, Tanja Bung im Kreis ihrer kanadischen Kollegen um diesen die Arbeit der RCMP näherzubringen. Desweiteren durfte ich die Arbeit der Regina Police kennenlernen, deren Zuständigkeit sich auf die Innenstadt der Einwohner zählenden Stadt erstreckt. Keine leichte Aufgabenbewältigung, da es sich bei Regina um eine sehr kriminelle und gefährliche Stadt handelt. Wohl die kriminellste Stadt im Vergleich zu gleich großen Städten in Kanada. Messerstechereien, Schießereien und Raubüberfälle sind hier an der Tagesordnung. Ein Highlight bei der Regina Police war eine ganztägige Übung einer Geiselnahme, die etwa einmal im Monat trainiert wird. Hier kamen das SWAT-Team, das Bomb-Team und die Negotators (Verhandler) zum Einsatz. Es war sehr interessant, das gute und routinierte Zusammenwirken der Einsatzkräfte zu beobachten, welches vermutlich das Resultat der regelmäßigen Übung ist. Die Kanadier sind sehr weltoffen und knüpfen gern internationale Kontakte. So konnte ich in Regina mehrere Mitglieder der IPA kennenlernen. Polizisten aus anderen Ländern werden mit Respekt behandelt, es ist eine Ehre für einen kanadischen Polizisten, den Lebensstil und die Traditionen des eigenen Landes den Menschen anderer Länder näherzubringen. Das Praktikum bei der kanadischen Polizei hat mir sehr gefallen. Es war eine interessante Erfahrung den respektvollen, netten aber dennoch bestimmten Umgang der Polizisten mit dem Bürger zu erleben. Die für unsere Verhältnisse kurze, aber gute Ausbildung kennenlernen zu dürfen, die sehr große Ähnlichkeiten zu der baden-württembergischen Ausbildung erkennen lässt. Es sind klare Strukturen in den Gesetzen zu erkennen, die keine weite Auslegung zulassen und strikt durchgesetzt werden. Es herrscht in der Bevölkerung hohe Akzeptanz und Respekt gegenüber Polizisten, die ihrerseits aufgrund der geografischen Struktur zur Aufgabenbewältigung auf die Bevölkerung angewiesen sind. Zur Stärkung und Verbesserung dieser guten Verbindung von Bürger und Polizei wird durch eine starke und weit ausgedehnte Öffentlichkeitsarbeit beigetragen. Hospitations- und Stipendienprogramm boomt Einmal Polizeidienst im Ausland machen - ein Traum, den viele Kolleginnen und Kollegen haben. Diesen Traum erfüllten sich im letzten Jahr 19 IPA-Mitglieder, zehn Frauen und neun Männer. Sie machten Dienst in New York, Texas, Arizona, Großbritannien, Irland, Kanada, Österreich und Schweden. Neben der organisatorischen Hilfe unterstützt die IPA Deutsche Sektion mit Stipendien, die in 2008 insgesamt betrugen. Genau so viele Anträge sind inzwischen bereits für das erste Halbjahr 2009 gestellt worden. Und da es sich um Mittel handelt, die unseren Mitgliedern zu Gute kommen, sind es Haushaltsposten, die der Bundesvorstand gerne freigibt. 19

20 Gewinner in der Niederlage Ein IPA-Freund bei den Paralympics in Peking von Harald Wimmer 20 Würzburg. Unser IPA-Freund Harald Wimmer war mit seinen 68 Jahren der älteste Teilnehmer der Paralympics in Peking. Nach 52 Jahren Leistungssport hat er sich mit der Teilnahme einen großen Traum erfüllt und ist von den vielen positiven Erlebnissen tief beeindruckt. Harald Wimmer mit Betreuerin (links) und Kanupartnerin Siglind Koehler (rechts) Hier sein Bericht exkl. für die IPA: Welcher Sportler träumt nicht von Olympischen Spielen? Mein Traum war dies schon seit Jahrzehnten. In meinem gesamten Rudererleben habe ich ca. 300 Siege in vielen verschiedenen Bootsgattungen erzielt, wie: Einer, Zweier, Vierer und Achter. Nie war eine Olympiaqualifikation möglich, weil ich Leichtgewichtsruderer war. Leichtgewicht wurde 2000 in Sydney das erste Mal olympisch, da war ich schon zu alt. Erst durch die Behinderung bekam ich eine Chance durfte ich bei der Weltmeisterschaft in Gifu in Japan im Vierer als Schlagmann starten, dort belegten wir den vierten Platz konnte durch den Ausfall einer Frau bei der WM der Vierer nicht starten war ich Ersatzmann des neu zusammengesetzten Vierers, der in München bei der WM Gold gewann. Das war die einzige Goldmedaille, die der Deutsche Ruderverband mit dem Handicap-Vierer bei dieser WM gewann. Nach dieser WM hatte ich mit meiner Ruderlaufbahn eigentlich schon abgeschlossen. Aber dann rief mich im Frühjahr 2008 die Trainerin und Koordinatorin für das Hanicap-Rudern in Deutschland an mit den Worten: Ich brauche DICH! Komme doch bitte zu einem Lehrgang nach München. Nach kurzer Überlegung habe ich dann doch zugesagt und weiß heute, dass dies der richtige Schritt zur Verwirklichung meiner Träume war. In meinem gesamten Sportlerdasein habe ich nie ein so hartes Training absolviert. Am 8. und 9. Mai 2009 habe ich mich dann beim World-Cup in München mit meiner neuen Partnerin Siglind Koehler (30) im Zweier für die Paralympics in Peking qualifiziert. Jetzt ging der Rummel richtig los. Trainingslager München - vier Tage zu Hause - Trainingslager Berlin - vier Tage zu Hause - Trainingslager München etc. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Tag mussten sein. Das war die härteste Zeit, die ich je beim Rudern erlebt habe. Allerdings immer mit den Visionen auf Peking, immer fröhlich mit einem Lachen im Gesicht, in bester Harmonie mit der Partnerin. Anders wäre dies nicht zu bewältigen gewesen. Harald Wimmer mit Ehefrau Anita und Ruderpartnerin Siglind Koehler Und am 29. August 2009 wurden wir in Frankfurt vom Chef der Lufthansa, Vizepräsidenten des Deutschen Ruderverbandes und Chef der Mission Dr. Quade verabschiedet. Erst im Flugzeug realisierten wir unser Tun. Jetzt wurde es ernst! Es gab kein zurück! Nach elf Stunden Flug erreichten wir Peking. Peking empfing uns mit Regen, aber die Freundlichkeit der Menschen ließen den Regen schnell vergessen. Mit Bussen wurden wir ins Olympische Dorf gebracht, wo wir auch gleich unsere Quartiere für die nächsten drei Wochen bezogen. Beeindruckend war die Organisation der Chinesen, es fehlte uns an nichts. Schon am nächsten Morgen ging es raus zur Regattastrecke Shunij. Und das Eingewöhnungstraining begann. Am 9. September begannen wir mit dem Vorrennen. Dort belegten wir in unserem Lauf den 5. Platz. Nur der Sieger dieses Vorlaufes kam ins Finale. In unserem Vorlauf waren die späteren drei Medaillengewinner. Also hatten wir eigentlich keine Chance auf einen vorderen Platz. Wir mussten einen Hoffnungslauf fahren, im dem wir den undankbaren vierten Platz erreichten und somit aus dem A-Finale ausschieden. Im B-Finale (Platz 7-12) belegten wir den dritten Platz hinter dem Sieger USA und der Ukraine und kamen somit in der Endabrechnung auf Platz 9. Nachdem wir uns von Rennen zu Rennen in unseren Zeiten gesteigert hatten und im B-Finale persönliche Bestzeit fuhren, waren wir mit unserem Abschneiden hoch zufrieden. Ich verbrachte noch einige Tage in Peking und besichtigte die obligatorischen Touristenhochburgen wie die Chinesische Mauer, Platz des Himmlischen Friedens, die Sommerresidenz der Kaiser und vieles mehr. Nach einer berauschenden Abschlussfeier im Vogelnest ging es dann am 18. September zurück nach Frankfurt. Meine Familie, Frau Anita und Sohn Peter, holten mich am Flughafen ab zur Zwischenstation Würzburg. Am 22. September begleitete mich meine Frau dann nach München in die Residenz, wo Ministerpräsident Günther Beckstein, der auch IPA-Mitglied ist, zu einen Empfang für alle Olympioniken Bayerns geladen hatte. Für jeden gab es einen Bayerischen Porzellanlöwen und wir durften uns alle ins Goldene Buch der Staatsregierung eintragen. Zum Abschluss war dies für mich noch mal ein bedeutsames Erlebnis, zumal auch meine Gattin mit dabei war, die mich im Vorfeld immer unterstützt hatte und auch an unserem 40. Hochzeitstag sowie an ihrem Geburtstag auf mich verzichten musste.

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