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1 27. Januar 2006, 16. Jahrgang, F Thüringer Schule Zeitschrift des Thüringer Lehrerverbandes e.v. Mitglied im VBE Mitglied im tbb beamtenbund und tarifunion thüringen Aus dem Inhalt Seite 4: Bundesvertreterversammlung des VBE 2005 Seite 7: Wer Qualität will, muss Lehrergesundheit fördern Seite 13: Viele Wege aber längst nicht alle führen nach Rom tlv Delegation zur VBE Bundesvertreterversammlung

2 2 Inhalt Inhaltsverzeichnis Seite 3 R. Busch tlv Umfrage zur Lehrergesundheit ein Erfolg Seite 4 6 B. Fröhlich Bundesvertreterversammlung des VBE 2005 Seite 7 R. Busch Wer Qualität will, muss Lehrergesundheit fördern Seite 8 9 Plakat tlv Lehrergesundheitstage Seite 10 S. Beutel tlv Lehrergesundheitstage 2006 Seite R. Busch Private Kollektiv- Sterbegeldversicherung Antragsformular Seite 13 F. Ahrens Viele Wege aber längst nicht alle führen S. Frank nach Rom Seite 14 Seite 15 Glückwünsche B. Fröhlich Frohe Weihnachten Anschriften der Geschäftsstellen, Beitrittserklärung Seite 16 Bestellzettel Thüringer Lehrerkalender 06/07 Klassenfahrten nach Berlin (incl. Transfer, Unterkunft, Programmgestaltung nach Absprache) Biss, Freiligrathstr. 3a, Berlin Telefon (0 30) Klassenfahrten an die ostfriesische Küste * In Norden und Neßmersiel sowie Orten hinter den Deichen * Jugendgästehäuser mit Halb-/Vollpension * Zimmer mit DU/WC/Appartement * Zwei Reisebegleiter erhalten Einzelzimmer * Tolle Programme, Wattwanderung * Fahrten per Bus oder Bahn möglich Prospekte/individuelle Angebote auf Anfrage * Jugendwerk Brookmerland, Leezdorfer Straße 70, Leezdorf Telefon ( ) , Fax ( ) Internet: Darlehen für Beamte, Angestellte und Arbeiter des ö. D. Zur Verwendung für: - Ablösung teurer Altkredite - Ausgleich des Girokontos - Hypotheken- und Nachrangdarlehen - Umschuldungen - Barauszahlung Zinssicherheit zu guten Konditionen Lange Laufzeiten - niedrige Raten Vertrauensvolle zügige Abwicklung IM & KA GmbH Warendorfer Str Münster (Hotline) i Klassenfahrt mit Kanu + Zelt durch Spreewald und Dahmeland preisgünstig Betreuer + 1 Kind frei Tel./Fax / Anzeigen Rehabilitation Sanatoriumsbehandlung Stationäre Heilbehandlung 5Sterne für Ihre Gesundheit: Die Inselklinik auf Usedom! Die Inselklinik Heringsdorf ist spezialisiert auf die Behandlung von Tinnitus, Chronischen Schmerzen wie Kopfschmerz, Migräne, Rheuma und Fibromyalgie, Erschöpfungszustände (Burn out) und Depressiven Störungen, Angststörungen, Zwangsstörungen und Schlafstörungen. Usedom die Sonneninsel Zahlreiche Heilfaktoren Ganzheitlich-integrative Medizin Integratives Behandlungsmodell In den Behandlungsprogrammen der Inselklinik werden Schulmedizin mit Naturheilverfahren und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) sinnvoll kombiniert. Akupunktur und Qi Gong sind Bestandteile des integrativen Behandlungsmodells. Die Ganzkörperkältetherapie in der Kältekammer bis 110 C und die Sauerstoffüberdrucktherapie (HBO) werden bei gegebener Indikation eingesetzt und ergänzen wirkungsvoll die ganzheitlich-integrative Medizin. Individuelle Informationen, auch für Beihilfeberechtigte und Privatversicherte, erhalten Sie unter unserer kostenlosen Service-Hotline: Einzigartiges Equipment Inselklinik Heringsdorf Inselklinik Heringsdorf Haus Kulm Klinik für ganzheitlich-integrative Haus Kulm Medizin Klinik für Fachklinik ganzheitlich-integrative für Psychosomatische Medizin Medizin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen Kulmstr Seeheilbad Heringsdorf Tel.: ( ) oder Fax: ( ) Thüringer Schule 01-02/2006

3 Im Brennpunkt 3 tlv Umfrage zur Lehrergesundheit ein Erfolg Liebe Kolleginnen und Kollegen, dank des uneigennützigen ehrenamtlichen Einsatzes von mehr als 60 tlv Aktiven konnte die Umfrage an 455 der insgesamt 937 Thüringer Schulen vor ungefähr Kolleginnen und Kollegen innerhalb von nur sechs Wochen vorgestellt werden. Dies haben uns viele nicht zugetraut. Deshalb dürfen wir als tlv auf dieses Ergebnis stolz sein und sprechen allen daran Beteiligten Hochachtung und unseren Dank aus. Dem häufig unterstellten Desinteresse am Gemeinwohl in großen Teilen der Gesellschaft und auch in den Interessenvertretungen ist damit ein wirklich positives Zeichen entgegengesetzt worden. Dies motiviert uns gemeinsam, weiter im Interesse aller an den Thüringer Schulen Beschäftigten zu arbeiten. Inzwischen sind von über 400 Schulen insgesamt mehr als ausgefüllte Fragebogen zurückgesandt worden. Es ist durchaus möglich, dass die Zahl von noch erreicht wird. Momentan werden die Daten an der Uni Potsdam vom Team von Prof. Schaarschmidt ausgewertet. Wir hoffen, noch im Februar erste Ergebnisse vorstellen zu können. Es ist sicher bei einer so groß angelegten Aktion nicht verwunderlich, dass man dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen macht. Bei sehr vielen Schulaufsichtsmitarbeitern und Schulleitungen haben wir Unterstützung erhalten und sind sogar auf besonderes Interesse an der Umfrage und den zu erwartenden Ergebnissen gestoßen. Selbst im Thüringer Kultusministerium sieht man die Lehrergesundheit als ein Thema von hoher Bedeutung auch für die Qualität von schulischer Bildung und Erziehung. Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt stellte zum 3. Thüringer Lehrertag des tlv im letzten Jahr fest: In der Schulaufsicht als auch bei den Schulleitungen ist die Lehrergesundheit ein Führungsthema und strategisches Managementziel sowie ein selbstverständliches Kriterium für personelle Entscheidungen. (TKM - Pressemeldung vom ) Unabhängig davon beobachteten wir viel zu oft, dass einzelne Schulamtsmitarbeiter und Schulleitungen die Durchführung der Umfrage erschwerten oder sogar zu beeinflussen versuchten. An mehreren Stellen gab es Versuche, die Umfrage nicht zu genehmigen, obwohl laut Thüringer Kultusministerium keine Genehmigung für die Umfrage des tlv erforderlich war. Zum Teil wurden die Fragen als persönlicher Angriff auf die eigene Person und den eigenen Führungsstil verstanden. In einer Schule wurden sogar alle namentlich erfasst, die den Fragebogen ausgefüllt wieder abgegeben haben. Diese Erfahrungen trüben die ansonsten so positive Haltung gegenüber der Umfrage und zeigen an solchen Stellen, dass noch nicht alle wirklich auf dem richtigen Weg sind. Hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf für einen neuen Umgang miteinander. Unabhängig davon, dass uns noch keine Ergebnisse vorliegen, hat uns das riesige Interesse an der tlv Umfrage überrascht. Die tatsächliche Bedeutung des Themas in Thüringen ist damit noch deutlicher geworden. Als Reaktion auf die hohe Nachfrage haben wir uns kurzfristig entschlossen, flächendeckend Fortbildungsveranstaltungen anzubieten. Dabei soll neben der Aufklärung über die Situation und dem Aufzeigen von professionellen Unterstützungsmöglichkeiten auch Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden. Um vielen die Teilnahme trotz weiter Wege und der hohen Beanspruchung in den Schulen zu ermöglichen, haben wir an insgesamt acht verschiedenen Orten tlv Lehrergesundheitstage geplant. Bereits Ende Februar Rolf Busch werden mit Erfurt, Neustadt (Orla), Neuhaus/Rwg, Meiningen, Bad Liebenstein, Mühlhausen, Nordhausen und Schmölln alle Regionen Thüringens erreicht (s. Plakat im Mittelteil, genauere Hinweise auf Seite 10 und unter Außer in Bad Liebenstein finden alle tlv Lehrergesundheitstage wochentags ab Uhr statt. Dadurch müsste eine Teilnahme leichter mit dem Unterricht vereinbar sein. Besonders freue ich mich, dass Prof. Bernhard Sieland von der Uni Lüneburg als Hauptreferent gewonnen werden konnte. Den Teilnehmern des 3. Thüringer Lehrertages wird er noch in guter Erinnerung sein. In der Thüringer Schule stellte er bereits das Internet Lehrerforum vor, das von unseren VBE Kollegen aus Nordrhein-Westfalen betrieben wird. Im Interview auf Seite 7 kommt Prof. Sieland auch in dieser Ausgabe zu Wort. Allen kann ich jetzt schon versprechen, die Teilnahme an den tlv Lehrergesundheitstagen lohnt sich wirklich. Also, wir sehen uns bei dem tlv Lehrergesundheitstag in Ihrer Nähe, und bringen Sie doch Ihre Kolleginnen und Kollegen mit. Ihr Rolf Busch Impressum Thüringer Schule Offizielles Organ des tlv thüringer lehrerverband Herausgeber tlv türinger lehrerverband e.v. Werner-Seelenbinder-Straße 14, Erfurt, Tel. (0361) , Fax (0361) Internet: Redaktion Henry Freynik, zu erreichen über: tlv thüringer lehrerverband, Landesgeschäftsstelle, Werner-Seelenbinder-Str. 14, Erfurt, Telefon: 0361/ , Fax: 0361/ , Verlag Satztechnik Meißen GmbH Anzeigen, Satz, Repro und Versand/Gesamtherstellung Satztechnik Meißen GmbH, Am Sand 1c, Nieschütz, Tel. ( ) , Fax ( ) , ISDN-Mac ( ) Anzeigenabteilung Sabine Sperling Tel. ( ) Fax ( ) Anzeigenpreise Zurzeit ist die Preisliste Nr. 4 vom Dezember 2004 gültig. Bezugspreis/Abonnementpreise Jahresabonnement 26,00 Einzelverkaufspreis 4,00 zzgl. Versandkosten u. Mehrwertsteuer Für tlv Mitglieder ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten. Bestellungen nehmen der Verband und der Verlag entgegen. Vertrieb Die Zeitschrift Thüringer Schule erscheint zehnmal jährlich. Mitglieder des tlv erhalten die Zeitschrift im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. ISSN: Die Schriftleitung behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Bei Einsendung an die Schriftleitung wird dem Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung zugestimmt. Die mit Namen oder Pseudonym gekennzeichneten Artikel stimmen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion überein. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Herausgebers strafbar Satztechnik Meißen GmbH 01-02/2006 Thüringer Schule

4 4 Verbandspolitik Bundesvertreterversammlung des VBE 2005 Unter dem Motto Gerechtigkeit durch Bildung Schule machen mit dem VBE! trafen sich rund 300 Delegierte aus den 16 Landesverbänden des VBE vom November im Würzburger Congress-Centrum, um den künftigen bildungs- und berufspolitischen Kurs der Lehrergewerkschaft VBE zu beraten und zu beschließen. Der VBE vertritt die Interessen von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulstufen und Schularten, Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Lehrerbildnern. Dies tut er auch auf internationaler Ebene in der Education International (EI), deren Gründungsmitglied der VBE ist. Eine Menge Arbeit lag vor den Delegierten, denn mehr als 120 Anträge zu wichtigen Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Reform der Lehrerbildung, Stärkung des Lehrerberufs und Verbesserung der schulischen Rahmenbedingungen in Deutschland galt es zu diskutieren und zu beschließen. Auf der Tagesordnung der Bundesvertreterversammlung in Würzburg stand auch die Wahl der Verbandsführung für die kommenden vier Jahre. Dabei wurde der bisherige Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Dr. Ludwig Eckinger mit 92,7 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen wiedergewählt und steht somit auch in den kommenden vier Jahren an der Spitze der Lehrergewerkschaft. Als stellvertretende VBE-Bundesvorsitzende wurden für die kommenden vier Jahre wiedergewählt: Udo Beckmann, Landesvorsitzender des VBE Nordrhein-Westfalen Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbands (tlv) im VBE und Dr. Albin Dannhäuser, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Neu in die VBE-Bundesleitung und damit als stellvertretende Bundesvorsitzende wurden gewählt: Dr. Ingrid Otto, stellvertretende Landesvorsitzende des VBE Niedersachsen Mario Arlt, Landesvorsitzender des VBE Sachsen-Anhalt. Dr. Ludwig Eckinger Als Schatzmeister des VBE-Bundesverbands wurde wiedergewählt: Johannes Müller, Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz. Die VBE-Bundesvertreterversammlung bestätigte auch die beiden bisherigen Abteilungsleiter beim Bundesverband: Gerhard Bleß (BLLV) als Leiter der Abteilung Berufspolitik Heinz Wagner (VBE Nordrhein- Westfalen) als Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik. In seiner Rede zu den Delegierten schlug der Bundesvorsitzende die Einrichtung einer Konferenz der Lehrergewerkschaften in Deutschland, analog zur Kultusministerkonferenz (KMK), vor, um Bildung zu einem wirklichen Schwerpunkt in der Gesellschaft und der Politik zu machen. Weiterhin führte er aus: Wenn Bildung zum Edelstein der Länder werden will, muss die Kulturhoheit der Länder in nationaler Verantwortung ausgefüllt und darf nicht in Kleinstaaterei verfälscht werden. Gegenwärtig fehle nicht nur eine nationale bildungspolitische Strategie, die Länder verneinten sogar deren Notwendigkeit. Heftig kritisierte der VBE-Bundesvorsitzende die aktuelle Föderalismusreform. Das Gut Bildung droht nach Maßgabe der individuellen Finanzkraft verteilt zu werden. Die bundeseinheitliche Bezahlung im öffentlichen Dienst gegen eine Länderzuständigkeit auszutauschen, leitet einen ruinösen Wettbewerb zwischen reichen und armen Ländern ein, so Eckinger. Die KMK warf Eckinger erneut den Ausstieg aus der OECD-Lehrerstudie vor. Beim Ausstieg aus der OECD-Lehrerstudie kamen mir manche Präsidiale vor wie oberschlaue Seeräuber, die an einer bestimmten Stelle im Meer einen Schatz versenken und dann an ihrem Boot eine Markierung machen. Die KMK würde sich nicht an ihre eigenen Verpflichtungen halten, angemessene Rahmenbedingungen für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer zu sichern, wie dies in der Bremer Erklärung vom 5. Oktober 2000 niedergelegt sei. Langfristige, durchdachte Entwicklungskonzepte, wie vom VBE seit Jahren gefordert, sind in den Ländern bis heute nicht verwirklicht. Und Eckinger weiter: Die Freigabe des Lehrerberufs für Quereinsteiger, das Anwerben im Ausland, eine ominöse Lehrer-Image-Kampagne, Birgit Drischmann freut sich mit Rolf Busch über das gute Ergebnis seiner Wiederwahl Thüringer Schule 01-02/2006

5 Verbandspolitik 5 Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Lehrer, vergrößerte Klassen, gestrichene Förderangebote, gekürzte Lehrerfortbildung und Noteinsatz von Lehramtsstudenten im Unterricht als Praxisangebot sowie Ersatzunterricht durch Eltern sind Irrwege, die das Arbeitsklima in den Schulen und die Motivation der Lehrerschaft beeinträchtigen. VBE-Bundesvorsitzender Eckinger warnte, aus PISA die falschen Lehren zu ziehen. Ein Maßband macht noch keinen Schneider. Das Schnittmuster muss stimmen. Eine pädagogische Reform des Bildungswesens müsse in Gang gesetzt werden, um Gerechtigkeit als pädagogisches Prinzip öffentlicher Bildung umzusetzen. Der VBE registriert mit wachsender Besorgnis, dass sich unter dem Deckmantel der Schulqualitätsentwicklung ein technokratischer Umgang mit Schulen anbahnt. Im PISA-Zeitalter werden mit Hilfe von Skalierungen, Vergleichsarbeiten und Standards die Schülerinnen und Schüler immer häufiger vermessen. Für die Lehrerinnen und Lehrer droht parallel dazu ein unausgegorener Lehrer-TÜV. Auf der öffentlichen Veranstaltung am schlug Eckinger im Rahmen der Bundesvertreterversammlung die Einsetzung eines Bildungsrats durch den Bundespräsidenten vor. Außerdem benannte der VBE-Bundesvorsitzende in fünf Eckpunkten den Kurs des VBE: 1. Wir wollen den kooperativen Föderalismus. Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf gleichwertige Bedingungen an ihren Schulen von Bremen bis Passau, von Aachen bis Frankfurt an der Oder. 2. Wir wollen weg von den Bildungssackgassen im System und brauchen deshalb eine nationale Bildungsstrategie. Das bedeutet ein längeres gemeinsames Lernen in der Grundschule und konsequente Durchlässigkeit zweier gleichwertiger Bildungsgänge in der Sekundarstufe. 3. Wir wollen, dass der Abzug von Geldern aus dem Bildungsbereich gestoppt wird und der Schülerrückgang zur Qualitätsverbesserung der Schulen genutzt wird. Wir brauchen den Ausbau und die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen. 4. Wir wollen, dass die Bildungspolitik vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Wesentliche Voraussetzungen für Bildungserfolg schaffen Kindergarten und Grundschule. Wir fordern das letzte Kindergartenjahr als Pflicht. Die soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden. 5. Wir wollen keine Scheckbuch- Personalpolitik. Wir treten ein für langfristig angelegte Personalentwicklungspläne in allen Ländern, für einen bundeseinheitlichen Rahmen für Besoldung, Laufbahn und Versorgung, eine pädagogische universitäre Lehrerbildung für alle Lehrämter nach bundeseinheitlichen Qualitätsstandards und einen bundesweiten Lehrerarbeits markt. Eindringlich mahnte VBE-Bundesvorsitzender Eckinger den Auftrag des Grundgesetzes im Artikel 3 Gleichheit vor dem Gesetz an. Gerechtigkeit durch Bildung ist ein Auftrag mit existenzieller Bedeutung für unsere demokratische Gesellschaft. Doch der Zugang zu Bildung hänge wieder von der sozialen Herkunft ab. Unsensibel werde von bildungsnahen und bildungsfernen Familien gesprochen. Eckinger: Ich vermisse eine gesamtgesellschaftliche Beunruhigung. Gesellschaftliche Eliten können Bildung abrufen, um Amt und Karriere absichern zu helfen. Für Benachteiligte hingegen wird im Big-Brother-Container nur noch ein Platz in der Spaßgesellschaft freigehalten, weil die ernste Gesellschaft nichts anzubieten hat. Scharf kritisierte der VBE-Bundesvorsitzende den Rückzug des Staates aus der Bildung und appellierte an die neue Bundesregierung, der Umbau des Sozialstaates dürfe nicht bedeuten, dass Bildung abgebaut oder an andere delegiert werde /2006 Thüringer Schule

6 6 Verbandspolitik Blaue Briefe an die neue Bundesregierung empfingen den dbb Vorsitzenden, Peter Heesen Am Ende der Veranstaltung übergibt Dr. Albin Dannhäuser die Briefe an Peter Heesen Öffentliche Bildung darf nicht auf dem Altar einer modischen Verschlankung staatlichen Handelns geopfert werden, so Ludwig Eckinger. Wir haben inzwischen den Boom der Privatschulen und hinter den Büschen lauert Public privat Partnership (ppp). Der Rückzug des Staates aus dem Bildungsauftrag ist eingeläutet. Wenn dann von Bildung als,kapital der Zukunft geredet wird, sind wir alarmiert. Freiheit dürfe nicht auf Freiheit vom Staat versimplifiziert werden. Selbstgerechtigkeit statt Bildungsgerechtigkeit ist eine schlichte wie verheerende Formel, betonte Eckinger. Die staatliche Magersucht sei ein Danaergeschenk an die Bürger. Mittelkürzungen, Schulschließungen, Personaleinsparungen, Unterrichtsausfall seien die Kehrseite der derzeitigen Bildungsbegeisterung in Politik und Medien. Grußworte zur öffentlichen Veranstaltung an die Bundesvertreterversammlung überbrachten u.a. Peter Heesen, dbb-bundesvorsitzender Jörgen Lindholm, Vizepräsident des EGBW Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Kultusstaatssekretär in Rheinland- Pfalz, vertritt die KMK Am letzten Beratungstag der Bundesvertreterversammlung wurde verdienstvollen Mitgliedern die Ehrennadel des vbe für ihre hervorragende Mitwirkung im Verband verliehen. Unter ihnen war auch das Ehrenmitglied im tlv thüringer lehrerverband, unser hoch geschätzter Freund Siegfried Habermann. In seiner Laudatio erinnerte Dr. Albin Dannhäuser u. a. an die Tage im Februar 1990, als Siegfried Habermann die historische Herausforderung nach der Wende 1989/1990 annahm und sich als Beauftragter des BLLV für die neuen Bundesländer in die Pflicht nehmen ließ, die Gründung neuer Lehrerorganisationen vorzubereiten. Binnen weniger Wochen nach der Öffnung der Mauer und innerdeutschen Grenze hatte er enge und freundschaftliche Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen in Thüringen und Sachsen hergestellt, die noch heute bestehen. Dr. Albin Dannhäuser: Er ist ein kompetenter Sachkenner, unabhängiger verbandspolitischer Kämpfer und prägende Persönlichkeit. Er kann Menschen überzeugen, begeistern und mitnehmen. Siegfried Habermann ist seit 57 Jahren Mitglied im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband und somit auch Mitglied im VBE seit dessen Gründung im Jahr Im Namen aller Mitglieder im tlv thüringer lehrerverband möchte ich Siegfried Habermann zu dieser Ehrung gratulieren und ihm für seine persönliche Zukunft alles Gute wünschen. tlv Ehrenmitglieder unter sich, Dr. Albin Dannhäuser, links, überreicht die Ehrennadel Bernd Fröhlich Kreisvorsitzender Apolda im tlv (Delegierter des tlv) Thüringer Schule 01-02/2006

7 Lehrergesundheit 7 Wer Qualität will, muss Lehrergesundheit fördern Mit diesem Vortrag auf dem 3. Thüringer Lehrertag am in Erfurt wurde durch Prof. Dr. Bernhard Sieland ein neuer Aspekt aufgegriffen. Als Konsequenz aus dem überwältigenden Interesse an der tlv Umfrage zur Lehrergesundheit in Thüringen führt der tlv im Februar acht Lehrergesundheitstage an verschiedenen Orten in Thüringen durch. Prof. Sieland konnte als Hauptreferent gewonnen werden. Aus diesem Anlass beantwortete er im Vorfeld folgende Fragen: 1. Qualität von Schule wird durch eine Fülle von Einflussfaktoren bestimmt. Welche Bedeutung messen Sie dabei der Förderung der Lehrergesundheit bei? Bisher wurde Schulqualität an den Leistungen für die Kernaufgaben Bildung und Erziehung gemessen. Gesundheitsförderung wurde als optionale Zusatzaufgabe (neben vielen anderen) angesehen, für die Zeit und Energie aufgewendet werden musste, die dem Kernauftrag verloren ging. Die neue Leitidee gute gesunde Schule vermeidet sogar das und zwischen beiden Kriterien und sieht sie als zwei Seiten EINER Medaille! Gut ist eine Schule, wenn sich alle Mitglieder mit einem Schulprogramm identifizieren, das die Zukunftsfähigkeit aller Beteiligten fördert. Gute Schulen sind lernende Systeme, bei denen sich jeder für die eigene Entwicklung, für die des Kollegiums und der Schüler einsetzt und folgende Fragen beantworten kann: An welchen Entwicklungszielen arbeiten Sie gerade? Arbeiten Sie in professionellen Lerngemeinschaften? Lernen Schüler und Lehrer kooperativ? Gesund ist eine Schule, wenn sie die gesundheitlichen Leistungsvoraussetzungen der Lehrer wie Schüler und Eltern ebenso analysiert und pflegt wie die gesundheitsrelevanten Leistungsergebnisse. Dazu gehören emotionale und soziale Kompetenz, weitere Life-Skills und letztlich eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben der Lehrer und Schüler. Kurz: Schulqualität ist ohne Lehrergesundheit eine Farce wer das Eine will, muss das Andere fördern und umgekehrt! 2. Was können die Lehrerinnen und Lehrer an den Lehrergesundheitstagen von Ihnen erwarten? Kritische Gretchenfragen nach ihrem alltäglichen Gesundheitshandeln, nach den Kraftquellen in ihrem Alltag, nach den Unterschieden zwischen ihrer gefühlten und diagnostizierbaren Gesundheit, nach ihren Entwicklungszielen in der nächsten Zeit, nach ihrer emotionalen Kompetenz sich über das Mögliche zu freuen und am leider nicht Möglichen nicht zu verzweifeln Ich möchte auch Impulse geben, in professionellen Lerngemeinschaften die Qualität beruflichen und gesundheitsförderlichen Handelns zu verbessern. Anderen, die nur auf Verbesserungen der Großwetterlage warten oder sich auf individuelle Gesundheitsförderung beschränken, möchte ich zurufen: Raus aus der Opferrolle! In meinem Workshop werde ich besonders die emotionale Kompetenz von Schülern und Lehrern in den Vordergrund stellen. 3. Welche Möglichkeiten der Unterstützung bietet das Lehrerforum? ist eine kostenlose virtuelle professionelle Lerngemeinschaft. Gäste können lesen, mit welchen Problemen und guten Praxisideen sich andere Kolleginnen und Kollegen auseinander setzen. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer können anonym Fragen stellen und innerhalb von zwei Tagen Anregungen von Kolleginnen und Kollegen und dem multiprofessionellen Beratungsteam bekommen. Sie können von guter Praxis berichten und Kontakte zu anderen Praxisprojekten knüpfen, die an ähnlichen Entwicklungszielen arbeiten. Das Forum bündelt kollektives Erfahrungswissen. Es ermutigt, professionelle Probleme für andere verständlich zu formulieren und anonym ins Netz zu stellen. Kurz, es ist ein Prototyp für eine multiprofessionelle virtuelle Lerngemeinschaft und bietet Synergien zwischen Lernen und Fallberatung, zwischen der Ausund Fortbildung von Lehrern, Beratungslehrern und Schulpsychologen. Die Nutzer können als Klienten um Anregungen bitten, als Berater Lösungsvorschläge erarbeiten, als Leser problembasiert lernen. Es soll die Bereitschaft zum kollegialen Diskurs fördern. Fragen online zu stellen ist ein Zeichen von Qualitätsbewusstsein, nicht ein Zeichen von Hilflosigkeit! Kolleginnen und Kollegen können erfahren, dass auch andere mit bestimmten Aufgaben Schwierigkeiten haben. 4. Wird es das Lehrerforum auch in Thüringen geben? Das Lehrerforum wurde von einem Thüringer entwickelt, und ich bin sehr gespannt, wie viele Thüringer Lehrer/-innen sich im Forum Prof. Bernhard Sieland beteiligen. Das werden auf jeden Fall solche Kolleginnen sein, die Probleme sehen und nach vielfältigen Lösungen suchen, die die eigene Praxis zur Diskussion stellen, die sich wie die drei Musketiere füreinander einsetzen im Dienste unserer Kinder und die auch die eigene Belastung und Gesundheit nicht aus den Augen verlieren. Wichtig ist natürlich, dass es ein starkes Thüringer Beratungsteam mit Spezialisten aus schulrelevanten Fachgebieten gibt, damit die Nachfragen von Lehrern, Anwärtern und Lehramtsstudierenden angemessen bedient werden können. Wer hier mitarbeiten will, melde sich in der tlv Landesgeschäftsstelle 5. Welche weiteren Initiativen sind vorgesehen? Einmal das Erzieherinnenforum Es leistet dieselben Funktionen wie das Lehrerforum für die Elementarerziehung. Gerade sie verdient künftig besondere Beachtung. Gleichzeitig ist die Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule zu intensivieren. Zum anderen sollen beide Foren in der Ausbildung von Erzieherinnen, Lehramtsstudierenden, Anwärterinnen, Beratungslehrern, Schulpsychologen und demnächst auch Schulleitungen genutzt werden. Dafür gibt es Material zum Herunterladen in beiden Foren. Das Gespräch führte Rolf Busch, tlv Landesvorsitzender 01-02/2006 Thüringer Schule

8 Zum Aushang im Lehrerzimmer 20.Februar Erfurt Gymnasium Albert Schweitzer 22.Februar Neustadt Orlatal-Gymnasium 23.Februar Neuhaus Gymnasium 24.Februar Meiningen Hotel-Restaurant Rautenkranz

9 25.Februar Bad Liebenstein m & i Fachklinik 27.Februar Mühlhausen Tilesius - Gymnasium 28.Februar Nordhausen bbs Gesundheit/Soziales undwirtschaft 01.März Schmölln Johann-Friedrich-Pierer-Schule Die Veranstaltungen sind vom ThILLM unter der Nummer ALX als Fortbildung anerkannt Tel.: / Fax: / tlv Lehrer- Gesundheit Mit freundlicher Unterstützung der DBV-winterthur

10 10 Lehrergesundheit tlv Lehrergesundheitstage 2006 Die Lehrergesundheitstage, die vom 20. Februar 2006 bis zum 1. März 2006 in Thüringen stattfinden, sind die Fortsetzung der tlv Lehrergesundheitskampagne. Das Thema gehört zur Fortbildung eines jeden Pädagogen, und dies sieht auch das ThILLM so, denn Veränderungen beginnen immer bei einem selbst, auch wenn man es nicht wahrhaben will. Bei sich selbst anzufangen, ist meist schwerer, als man glaubt. Auf dem Plakat im Innenteil finden Sie alle Veranstaltungsorte mit Datum aufgelistet. Suchen Sie sich den für Sie günstigsten Ort heraus, und nehmen Sie sich die Zeit, mehr über Grundvoraussetzungen für Ihren Beruf zu erfahren und Praxisvorschläge für den Alltag zu übernehmen. Bitte trennen Sie das Plakat heraus und hängen Sie es in Ihrer Schule aus, damit möglichst viele Pädagogen an den Veranstaltungen teilnehmen. Alle Veranstaltungen sind über 3 Stunden in der Zeit von Uhr bis Uhr geplant, außer am in Bad Liebenstein, mit Beginn Uhr. Nachfolgendes Rahmenprogramm gilt für alle 8 Termine: Uhr : Eröffnung Uhr: Lehrergesundheit in Thüringen warum kümmert uns das? Rolf Busch, tlv Landesvorsitzender Uhr: Wer gute Schule will muss Lehrergesundheit fördern! Prof. Dr. Sieland, Uni Lüneburg Uhr: Arbeitsgruppen 1. Emotionsarbeit für Lehrerinnen und Lehrer - Prof. Dr. Sieland 2. tlv Umfrage zur Lehrergesundheit Ergebnisse und Schlussfolgerungen - Rolf Busch 3. Gesundheitliche Beeinträchtigung im Beruf wie ist meine Versorgungssituation - Roland Hillemann, DBV 4. Lehrer liegen uns am Herzen Arbeitsmedizinischer Dienst (BAD, IAS) 5. Supervision eine Beratungsform Schulpsychologen, Kernteam Lehrergesundheit 6., 7., 8. Thematik wird vor Ort je nach Bedarf besetzt durch Physiotherapeuten, Mediziner oder alternative Medizin (je nach Anmeldung und Bedarf) Susanne Beutel Ich wünsche Ihnen Zeit, sich an diesen Gesundheitstagen zu beteiligen und hoffe, dass Sie weiter nachfragen und noch viele Veranstaltungen zu diesem Thema einfordern und uns damit Ihr Vertrauen schenken. Susanne Beutel AbteilungsleiterinSchul- undbildungspolitikimtlv Private Kollektiv-Sterbegeldversicherung Exklusiv für Mitglieder des tlv thüringer lehrerverband Liebe Mitglieder und Familienangehörige, die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Beihilfe im Sterbefall wurden zum komplett gestrichen. Um die Mitglieder und ihre Angehörigen im Todesfall vor finanziellen Lasten zu schützen, ist eine private Sterbegeldversicherung von besonderer Bedeutung. Der tlv Landeshauptvorstand beschloss am den Beitritt zu einem Gruppenvertrag. Diese Kollektiv-Sterbegeldversicherung können nur Mitglieder des tlv und ihre Angehörigen (Ehe- und Lebenspartner-/ in, Eltern, Kinder und Enkel ) abschließen. Auf den folgenden Seiten finden Sie den entsprechenden Antrag. Die Vorteile einer solchen Lösung lassen sich im Wesentlichen in zwei Richtungen beschreiben: 1. Vorteile für das Mitglied und die Angehörigen: Günstige Beiträge Garantierte Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung Aufnahme bis Alter 90 zu Beginn des Vertrages, danach bis Alter 80 Versicherungssumme bis (Empfehlung mind ,00 ) Doppeltes Sterbegeld bei Unfalltod Leistungen: - bei Tod im ersten Monat: Rückzahlung des Beitrages - bei Tod im 2. Monat: Zahlung 1/12 der versicherten Summe - bei Tod im 3. Monat: Zahlung 2/12 der versicherten Summe - bei Tod im 12.Monat: Zahlung 11/12 der versicherten Summe - bei Tod ab dem 2.Versicherungsjahr: Zahlung der versicherten Summe 2. Vorteile für den tlv thüringer lehrerverband Wirksames Mittel zur Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung Der aus der Zuwendung entstehende finanzielle Vorteil erhöht unsere finanzielle Unabhängigkeit. Hilft wesentlich bei der finanziellen Sicherstellung der satzungsgemäßen Aufgaben. Schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor den finanziellen Folgen eines Sterbefalles und leisten Sie gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des tlv. Mit freundlichen Grüßen Rolf Busch tlv Landesvorsitzender Thüringer Schule 01-02/2006

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