V BE Der VBE Sachsen-Anhalt wünscht seinen Mitgliedern ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

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1 transparent V BE Dezember 2014, Nummer 94, ZKZ parent Zeitschrift des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. / Lehrergewerkschaft im Deutschen Beamtenbund Verband Bildung und Erziehung Landesverband Sachsen-Anhalt Der VBE Sachsen-Anhalt wünscht seinen Mitgliedern ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr! Seite 3: Hauptvorstandssitzung des VBE Sachsen-Anhalt in Quedlinburg Seite 4: Seite 5: Pressekonferenz des Kultusministers zum Schulstart 2014/15 VBE und Mathematik-Wettbewerb PANGEA gehen Partnerschaft ein Seite 8: Abschied von Wendgräben Seite 19: Referat Senioren des VBE Sachsen-Anhalt informiert Seite 20: Wo weiland Goethe und Heine wanderten

2 2 Aktuelles Helmut Pastrik Leitartikel Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, blinde Kuh haben wir in unseren Kinderjahren gespielt. Unsere Landesregierung und das Kultusministerium spielen es auch noch im Erwachsenenalter. Diesen Eindruck habe ich, wenn ich auf die Geschehnisse und Diskussionen der letzten Monate im Bildungsbereich unseres Bundeslandes zurückblicke. Insbesondere denke ich dabei an das Hin und Her bei den Schülerzahlen für das Fortbestehen einer Grundschule. Erst die Anhebung der Schülerzahlen auf eine Mindestzahl von 60 und ab 2017 von 80 Schülern, und Wochen später, nach massiven Protesten, ist unseren Landespolitikern dann doch noch das Tuch von den Augen gefallen. Alle reden von Demografie, aber keiner hat sich vorher darüber Gedanken gemacht, dass dann ein Schulsterben in ländlichen Regionen in größerer Anzahl vorprogrammiert ist. Sicher dachte man, dass damit ja zumindest zu einem gewissen Teil der drohende Lehrermangel kompensiert werden könnte. Stellt sich mir die Frage: Hat man kurz vor der Adventszeit eine Erleuchtung bekommen und sind das die ersten Ängste vor der nächsten Landtagswahl? Die dann folgenden Erklärungen ließen schon den Eindruck erwecken, dass dem einen oder anderen ein Licht aufgegangen ist. Und eine zweite Erleuchtung gab es zur inklusiven Bildung. Ich war Teilnehmer des Deutschen Lehrertages am 21. November in Dortmund. Die amtierende KMK-Präsidentin und Kultusministerin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, äußerte sich in ihrem Grußwort zu den Kosten der inklusiven Bildung. Sie sagte, dass keiner mehr, auch in den anderen Bundesländern, davon ausgeht, dass Inklusion zum Nulltarif zu haben ist. Da kann ich mich noch an andere Aussagen erinnern, auch in unserem Bundesland! Und zu guter Letzt die dritte Erleuchtung. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Finanzminister Jens Bullerjahn sind jetzt bei der Problematik Unterrichtsversorgung verhandlungsbereit. Aber nicht pauschal. Der Ministerpräsident äußerte am 10. November nach der Kabinettssitzung: Wenn es konkrete Bedarfe gibt, werden sie gedeckt. Ähnlich äußerte sich der Finanzminister: Wenn nachgewiesen wird, dass es in bestimmten Schulen an bestimmten Fächerkombinationen fehlt, werden wir darüber im Kabinett beraten. Ich kann mich auch noch an eine Aussage von ihm im Jahr 2010 erinnern: Wir werden alle in unserem Bundesland ausgebildete Lehramtsanwärter einstellen. Ich hoffe, dass wir auch entsprechend des Bedarfs ausbilden, denn sonst könnte es ja als Ausrede verwendet werden, wie etwa: Wir wollen ja einstellen, aber es gibt keine ausgebildeten Lehrer in den entsprechenden Fachkombinationen. Dann sollten wir auch gleich, bei entsprechendem Bedarf an unseren Schulen, den direkten Weg gehen. Sollten Sie an Ihrer Schule Bedarf haben, wenden Sie sich am besten gleich an die Staatskanzlei und an den Finanzminister. Franz Christoph Schiermeyer sagte: Kleine Kinder nimmt man an die Hand, große beim Wort. Mögen die drei Kerzen der Erleuchtung bei unseren Landespolitikern nie erlöschen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erholsame Weihnachtsferien, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr Und allen, die mit Bildung zu tun haben, gebe ich noch zwei treffende Aussagen mit auf den Weg: Es gibt nur eine Sache auf der Welt, die teurer ist als Bildung: Keine Bildung! Mark Twain ( ), John F. Kennedy Bildung ist neben Energie der Wachstumsmarkt der Zukunft. Bea Beste Ihr Helmut Pastrik Landesvorsitzender I m p r e s s u m VBE transparent Zeitschrift des Verbandes Bildung und Erziehung, Landesverband Sachsen-Anhalt Geschäftsstelle Feuersalamanderweg 25, Halle/Saale Telefon: , Fax: Internet: Bankverbindung Sparkasse Halle, IBAN: DE BIC: NOLADE21HAL Namentlich gekennzeichnete Artikel sowie Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung des Vorstandes wieder. Anzeigen Landesgeschäftsstelle Redaktionelle Bearbeitung Torsten Wahl (Schriftleiter) Forellenweg 13, Falkenstein/Harz Telefon: , Fax: Karin Schemmerling Maiglöckchenring 21, Salzatal Telefon/Fax: Basis-Gestaltung Typoly, Berlin Titelbild Fotolia Tilo Grellmann Fotolia.com Satz und Druck Gebrüder Wilke GmbH ISSN:

3 3 Aktuelles Hauptvorstandssitzung des VBE Sachsen-Anhalt in Quedlinburg und Dieter Hohlbein für ihre Arbeit ganz herzlich gedankt. Außerdem wurde über die Um- und Neubesetzungen einiger Referate informiert: Der VBE Sachsen-Anhalt führte am seine traditionelle Herbst-Hauptvorstandssitzung durch. Gleichzeitg fand für die Mitglieder und Interessierte eine Personalratsschulung sowie eine Schulung im Umgang mit Mastertool statt. Auf der Hauptvorstandssitzung legte der Geschäftsführende Vorstand Rechenschaft über die vergangenen Wochen und Monate ab. Zugleich wurden die bevorstehenden Aufgaben für die nächste Zeit beraten. Dazu gehören die Vorbereitung und Mitgestaltung der didacta vom Februar 2015 und des Deutschen Lehrertages am 12.März 2015 in Leipzig. Auf die großen Probleme, die die Schulen und die Kolleginnen und Kollegen zurzeit im Land umtreiben, ging H. Pastrik ein. Er bewertete die Umsetzung der Ergebnisse der Dienstvereinbarung für die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Kritik muss man dabei an der Vorgehensweise des Ministeriums bzw. Landesschulamtes, aber auch bei einigen Schulleitern üben. Durch z. T. unprofessionelles Vorgehen wurde bei den Betroffenen viel Unsicherheit und Angst erzeugt. Und das haben die pädagogischen Mitarbeiter nicht verdient! Aber auch die auf einmal auftretende Unterversorgung der Schulen mit Lehrerinnen und Lehrern wurde als unverständlich bezeichnet. Referat Recht: Kati Elze ab Referat Sekundarschulen: Elke Krumbholz ab ADJ: Karsten Ballschmieter ab Referat Frauen: Peggy Krause ab Der Leiter des Referates Schulleitung/Schulaufsicht Mario Arlt und der Leiter der ADJ Sachsen-Anhalt Oliver Arlt sowie der Leiter des Referates Sekundarschule wurden im Frühjahr von ihren Funktionen abberufen. Letzterer hat aufgrund seiner Wahl in den geschäftsführenden Vorstand auf diese Funktion verzichtet. Besonderes Augenmerk muss jedoch auf die bevorstehenden Wahlen der Lehrerpersonalräte an den Schulen und für die oberen Schulbehörden gerichtet werden. Dazu verständigte man sich auf einen Fahrplan zur Vorbereitung und Organisation. vbe-redaktionsteam Im Rahmen der Hauptvorstandssitzung wurden den beiden ehemaligen Vorstandsmitgliedern Steffi Wagener

4 4 Aktuelles Pressekonferenz des Kultusministers zum Schulstart 2014/15 Für die rund Schüler in Sachsen-Anhalt gibt es laut Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) im Schuljahr 2014/15 ausreichend Lehrer. Im aktiven Dienst befinden sich Lehrer, sagte er am Mittwoch, dem , auf einer Pressekonferenz in Magdeburg. Auf Nachfrage der anwesenden Journalisten, Vertretern der Lehrerverbände und des Vertreters des Schulelternrates gab er an, dass die tatsächliche Zahl beträgt, inklusive der in Ruhephase befindlichen Lehrer. Den höchsten Grad bei der Unterrichtsversorgung hätten die Grundschulen mit landesweit 106 Prozent die Reserve ist nötig, um Unterrichtsausfall zu verhindern. Dazu beigetragen hat, dass das Land 31 Grundschulen geschlossen hat. Die Schüler der weiterführenden Schulen haben schlechtere Aussichten. Eine Unterrichtsversorgung von 100,6 Prozent bei den Gymnasien wird nicht ausreichen. Sachsen-Anhalts Lehrer sind alt, im Schnitt 51 Jahre. Der Krankenstand ist hoch. Auf die Frage, ob es in Sachsen- Anhalt bei der Unterrichtsversorgung regionale Unterschiede gibt, gab es keine konkrete Antwort. Es wird aber in Erwägung gezogen, ganzjährig Einstellungen vorzunehmen, das wäre gut für den ländlichen Raum. Zum neuen Schuljahr waren 370 neue Stellen für Lehrer ausgeschrieben worden. Im Wesentlichen sind sie alle gefunden worden. Das ist erfreulich, sagte Dorgerloh. Ob die Schulen in Sachsen-Anhalt wirklich ausreichend Personal haben, wird sich zeigen. Besonders gefragt sein wird in nächster Zeit das Lehramt Mathematik (MINT) Erstklässler sind in diesem Schuljahr eingeschult wurden. Das ist mehr als in den Vorjahren ein leichter Anstieg, bevor die Zahlen ab 2020 drastisch einbrechen werden. Bei den weiterführenden Schulen hält der Trend zum Gymnasium an. Trotz Gemeinschaftsschulen gehen 45 bis 47 % der Fünftklässler zum Gymnasium (kaum Veränderung). Die Gemeinschaftsschule zieht im zweiten Jahr ihres Bestehens bereits fast so viele Fünftklässler an wie die Gesamtschule. Vielleicht ein Trend, die seit Jahren hohe Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss zu stoppen. Im vergangenen Sommer unterschritt sie erstmals die Marke von zehn Prozent. vbe-redaktionsteam Personalratsschulung des VBE in Quedlinburg Im Rahmen der Personalratsschulung stellte das Unternehmen medical airport service GmbH durch seinen Regionalleiter Herrn Schneider seine Arbeit und Aufgaben für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung der Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen-Anhalt vor. Dieses Unternehmen ist im Rahmen der Fürsorgepflicht des Kultusministeriums für dieses Gebiet zuständig. Das Konzept umfasst Präventionsmaßnahmen, Fragen der Arbeitsmedizin und der Arbeitssicherheit. Zurzeit sind die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, erste Zustandsberichte anzufertigen. Dessen ungeachtet aber werden in den drei großen Feldern entsprechende Fortbildungen angeboten, die für die Schulen kostenlos sind. Die Schulleiter wurden, so Herr Schneider, auf ihren Schulleitertagungen darüber informiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Personalratsschulung bildete das große Thema der Aufsichts- und Betreuungspflicht. Dieses Thema wurde, vor allem aus juristischer Sicht, von Rechtsanwältin C. Steinmann sehr umfangreich beleuchtet. Anhand von Beispielen aus dem Alltagsleben gelang es ihr, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern so manches Aha! oder Kopfschütteln hervorrufen. vbe-redaktionsteam

5 5 Der VBE informiert VBE und Mathematik-Wettbewerb PANGEA gehen Partnerschaft ein Der alte Urkontinent Pangea stand Pate bei der Namensgebung eines Mathematik-Wettbewerbs für Schülerinnen und Schüler, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus vielen anderen europäischen Ländern kommen. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen jedoch aus Deutschland begann alles, als eine Gruppe von engagierten Menschen das erste Mal den Wettbewerb ausschrieb. Das Echo war naturgemäß zunächst nicht sehr groß: nur interessierte Jugendliche traten mit ihren Lehrkräften an. Aber das Projekt sprach sich herum waren es Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, 2014 konnte das Ergebnis weit übertroffen werden: junge Menschen nahmen teil. Mittlerweile hatte auch die Bildungsministerin die Schirmherrschaft übernommen. Sicherlich auch ein Anreiz für die Kolleginnen und Kollegen, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern zu beteiligen. Man mag nun die Frage stellen, weshalb ein weiterer Wettbewerb benötigt wird, nachdem es ja auf dem Markt schon eine Reihe anderer, erfolgreicher Wettbewerbe gibt. In der Tat gibt es eine Reihe von Besonderheiten, die dem Pangea-Wettbewerb in eine Ausnahmestellung bringen. Einmal werden die Aufgaben so gestaltet, dass zumindest in der Vorrunde für alle Schülerinnen und Schüler mindestens die Hälfte der Aufgaben lösbar sind, eine Besonderheit, die auch weniger begabten Teilnehmerinnen und Teilnehmern Mut machen soll, sich am Wettbewerb zu beteiligen und Spaß an der Mathematik zu bekommen. Zum anderen versuchen die Organisatoren, es den Lehrkräften so einfach wie möglich zu machen. Die Anmeldung ist ein Klick, und die Rückmeldung der Ergebnisse der eigenen Lerngruppe ist unkompliziert. Dem Verein Pangea stehen Experten zur Seite, die die ganze Breite der Schulmathematik repräsentieren. Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher lehrt an der Universität Gießen und leitet dort das Mathematikum. Prof. Dr. Hans- Georg Weigand ist an der Universität Würzburg tätig, Prof. Dr. Wilfried Herget ist emeritiert und lehrte und forschte früher an der Universität Halle-Wittenberg, an der Frau Prof. Karin Richter z. Z. arbeitet. Auch Prof. Dr. Marcel Erné von der Universität Hannover ist Mitglied des Beratungsgremiums. Allen gemeinsam ist, dass sie im Bereich der Fachdidaktik lehren. Zwei weitere Mitglieder des Gremiums sollen aber nicht vergessen werden. Mit dem Ingolstädter Grundschulrektor Dr. Michael Enzinger und dem Berliner Lehrer Helge Dietrich sind zwei Vertreter der Lehrerschaft dabei. Der VBE ist seit kurzer Zeit Partner des Pangea-Wettbewerbs. Damit ist er keine finanziellen Verpflichtungen eingegangen. Er fördert, indem er berichtet und die Mathematiklehrerinnen und -lehrer unter seinen Mitgliedern auffordert, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern am Wettbewerb zu beteiligen. Die Kolleginnen und Kollegen können aber auch selbst gestaltend mitwirken, indem sie Aufgaben aus der eigenen Unterrichtstätigkeit an die Organisatoren zur weiteren Verwendung einreichen. So ist die Partnerschaft für beide Seiten von Nutzen: Der VBE wird einmal mehr seinem Anspruch gerecht, nicht nur Tarifpartner sein zu wollen, sondern auch Initiator und Umsetzer von bildungspolitischen Initiativen. Der Wettbewerb profitiert von diesem Einsatz des VBE, denn er gewinnt mehr Schülerinnen und Schüler und deren Lehrerinnen und Lehrer, die motiviert sind, sich zu beteiligen. Selbstverständlich gibt es keine Mehrarbeit für die Kolleginnen und Kollegen. Ein wichtiges Merkmal, denn wir wissen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Schulen schon jetzt an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt sind. Die Preisverleihungen sind öffentlich und werden seit 2014 nicht mehr zentral durchgeführt. Für den norddeutschen Raum fand die Preisverleihung in einem festlichen Rahmen in Hannover statt. Dies ist besonders wichtig, denn die Leistungen der Jugendlichen können so angemessen gewürdigt werden. Zum Autor: Helge Dietrich, Berlin Mitglied des Beratungsgremiums des Pangea-Wettbewerbs Früher: Vorsitzender des VBE, Landesverband Berlin, und stellvertretender Bundesvorsitzender Bereich Beamtenpolitik. Helge Dietrich

6 6 Der VBE informiert Bundesarbeitsgericht: Frage nach Gewerkschaftszugehörigkeit beeinträchtigt Koalitionsfreiheit Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom (1 AZR 257/13) entschieden, dass die Frage nach der Gewerkschaftszugehörigkeit die Koalitionsfreiheit unzulässig einschränken kann. Hintergrund der Entscheidung war eine Tarifauseinandersetzung bei den Stadtwerken München. Die Arbeitgeberin forderte die Mitarbeiter des Nahverkehrs auf, mitzuteilen, ob sie Mitglied der GDL seien. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Stadtwerke noch keine Einigung mit der GDL erzielt. Ein Tarifvertrag war lediglich mit ver.di zustande gekommen. Die Arbeitgeberin wollte wissen, auf welche Mitarbeiter dieser Vertrag anzuwenden sei. Das Bundesarbeitsgericht hat dazu jetzt klargestellt, dass der Arbeitgeber in einer derartigen Arbeitskampfsituation nicht nach der Gewerkschaftszugehörigkeit fragen darf, denn: Die geforderte Auskunft verschafft der Arbeitgeberin genaue Kenntnis vom Umfang und Verteilung des Mitgliederbestands der GDL in ihrem Betrieb. Sie zielt nach Art und Weise der Befragung während einer laufenden Tarifauseinandersetzung mit Streikandrohung darauf ab, den Verhandlungsdruck der GDL unter Zuhilfenahme ihrer Mitglieder zu unterlaufen. Der dbb-bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt begrüßte das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über das von der Bundesregierung geplante Tarifeinheitsgesetz: Die Entscheidung bestätigt unsere berechtigten Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer gesetzlich verordneten Tarifeinheit. Das Gesetz will Arbeitskampfsituationen über einen Zählmechanismus regeln, bei dem es um die Gewerkschaftszugehörigkeit geht genau das aber haben die Bundesarbeitsrichter jetzt eindeutig für unzulässig erklärt. Wie viele Signale braucht die Große Koalition noch, um von diesem verfassungswidrigen und technisch gar nicht realisierbaren Projekt abzulassen?, so der dbb-chef. dbb beamtenbund und tarifunion Was Sie wissen sollten! Im Zusammenhang mit der Aufhebung des 47 Abs. 7 BBhV (Bundesbeihilfeverordnung) wurden die Betroffenen nach Ansicht der Seniorenkommission nicht eindeutig über die sich daraus ergebenden notwendigen eigenen Schritte informiert. Jeder Betroffene muss von sich aus tätig werden und die Umstellung seines PKV-Vertrages von 50 auf 30 % bei seiner Versicherung beantragen. Erst auf der Grundlage der Änderungsbescheinigung des Versicherers sei der Beihilfeanspruch von 70 % bei der zuständigen Beihilfestelle realisierbar. Heidrun Schulze Seniorenkommission Ladebeck zur Anhebung der beamtenrechtlichen Altersgrenzen: Überzeugungsarbeit im Parlament leisten Nachdem die Landesregierung die Kritik des Beamtenbundes an der Anhebung der Altersgrenzen für Beamtinnen und Beamte, die besonders belastende Tätigkeiten, wie im Vollzugsdienst der Polizei, der Justiz oder des feuerwehrtechnischen Dienstes, nicht berücksichtigt hat und auch daran festhält, den finanziellen Ausgleich bei besonderen Altersgrenzen zu streichen, will dbb-landeschef Wolfgang Ladebeck jetzt im Parlament für die dbb-forderungen werben. Dass sich die Landesregierung im Anhörungsverfahren inhaltlich nicht auf uns zubewegt, hat mir Finanzminister Bullerjahn schon signalisiert. Jetzt müssen wir im Parlament Überzeugungsarbeit leisten. Zu unserem Vorschlag, die Altersgrenze um jeweils einen Monat pro Jahr geleisteten Wechsel- und Schichtdienstes abzusenken, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vor dem Hintergrund der Gesundheitsschädlichkeit dieser Dienste bin ich optimistisch, die Abgeordneten von unserer Forderung zu überzeugen, sagte Ladebeck. Der Landtag hat am 13. November 2014 in erster Lesung den Gesetzentwurf zur Änderung beamten- und anderer dienstrechtlicher Vorschriften und zur Neuregelung des Landesbeamtenversorgungsrechts beraten. Schwerpunkte des Gesetzentwurfs sind die Anhebung der beamtenrechtlichen Altersgrenzen und die Vollregelung des Versorgungsrechts für Landesbeamte und Richter. dbb sachsen-anhalt

7 7 Der VBE emphiehlt Garantiezinsabsenkung zum Bis zu 22 % Beitragsvorteil im alten Jahr! Versicherungsunternehmen dürfen ab dem nur noch eine Garantieverzinsung von 1,25 Prozent auf die eingezahlten Leistungen anbieten. Bisher beträgt der Zinssatz 1,75 Prozent. Wer noch in 2014 eine private Vorsorgeversicherung abschließt, spart somit bis zu 22 Prozent Beitrag! Alle in Deutschland tätigen Versicherungsunternehmen müssen ab Januar die garantierte Verzinsung der eingezahlten Beiträge von Renten-, Dienst- bzw. Berufsunfähigkeitsoder Sterbegeldversicherungen bei neu abgeschlossenen Verträgen um fast 30 Prozent senken. Die gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Anpassung des Garantiezinses an den langjährigen Renditedurchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen ist ein wichtiger Beitrag für eine verlässliche Stabilität der Versicherungsunternehmen. Versorgungsniveau zu halten wird teurer Wer sich bei Neuabschluss in 2015 die gleiche Ablaufleistung garantieren lassen möchte, die er bei Vertragsunterzeichnung in diesem Jahr erhalten hätte, muss im Extremfall auf jeden eingezahlten Euro bis zu 22 Cent drauflegen oder verzichtet bei gleichem Beitrag je nach Laufzeit auf eine Leistung, die schnell einem größeren fünfstelligen Betrag entspricht. Geld, das später mitunter schmerzlich fehlt. Sparchance gilt nur bis Silvester Umgekehrt bedeutet die neue Regelung ein erhebliches Einsparpotenzial für all jene, die sich noch in diesem Jahr versichern. Bei einer Dienst- bzw. Berufsunfähigkeitsversicherung beträgt der Beitragsvorteil noch bis zu 6 Prozent, je nach Tarif sowie Eintritts- und Endalter. Auch Fonds-Renten oder innovative Versicherungsprodukte wie die vielfach gelobte Relax-Rente der DBV Deutsche Beamtenversicherung, langjähriger Kooperationspartner des dbb vorsorgewerks, kommen bei Betrachtung der Garantieleistung aktuell noch bis zu 8 Prozent günstiger. Besonders üppig fällt der Kostenvorteil bei einer klassischen Rentenversicherung aus: 20-Jährige, die noch in diesem Jahr unterschreiben, zahlen für die gleiche garantierte Ablaufleistung wie im nächsten Jahr einen rund 22 Prozent niedrigeren Beitrag, legt man beispielsweise die DBV-Klassik-PrivatRente über das dbb vorsorgewerk zugrunde. Tipp: Entscheiden Sie sich noch in diesem Jahr für eine private Vorsorge und profitieren Sie als Einzelmitglied in einem Landesbund bzw. Mitgliedsgewerkschaft bei einem Abschluss über das dbb vorsorgewerk von zusätzlichen Vorteilen dank Mitgliedschaft und dem geringeren Eintrittsalter. Dies gilt übrigens auch für Ihre Angehörigen. Mehr Informationen gibt s im Internet unter www. dbb-vorsorgewerk.de oder bei der Kundenbetreuung des dbb vorsorgewerk. Diese ist montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr unter 030/ für Sie da. 1. NATIONALE SONDERAUSSTELLUNG ZUM 500. REFORMATIONSJUBILÄUM DIE AUSSTELLUNG STEHT UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT VON BUNDESPRÄSIDENT JOACHIM GAUCK. TORGAU SCHLOSS HARTENFELS 15. MAI 31. OKTOBER 2015 Ausstellung ermöglicht durch: Gefördert durch Für Schulklassen gibt es ein spannendes und vielseitiges Bildungs- und Vermittlungsprogramm. Mit altersgerechten Führungen und praxisorien tierten Work s hops können Schüler in der Ausstellung das prägende Zeitalter der Reformation ent decken. Informieren Sie sich über das museumspädagogische Angebot und die Förderung für Schulklassen aus Sachsen unter: Öffnungszeiten: Di-So Uhr, Schülergruppen täglich ab 9 Uhr Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre Führungen und Workshops für Schulklassen (max. 25 Personen): 1 Stunde 30 Euro, 2 Stunden 50 Euro, 3 Stunden 70 Euro Geförderte Angebote für sächsische Schulklassen Informationen und Anmeldung: Staatliche Kunstsammlungen Dresden Tel.: 0049(0) Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit dem Landkreis Nordsachsen und der Großen Kreisstadt Torgau.

8 8 Referate Abschied von Wendgräben Vom fand die letzte Fachtagung des VBE Sachsen-Anhalt im Schloss Wendgräben statt. Die Fortbildung wurde wie immer vom Referat Gymnasien und der Adenauerstiftung organisiert. Zwanzig Lehrer nahmen an der Veranstaltung teil, die unter dem Thema Lehrer am Limit Probleme und Wege zur Lösung stand. Das Konzept der guten Mischung bewährte sich erneut erfolgreich. Vier Referenten stellten sich der Thematik von vier verschiedenen Blickwinkeln aus. 4. Tosten Salomon: Personal- und Tarifpolitik 1. Dr. Wolfgang Preuß: Lebe deine Zukunft Change Management Meine Erkenntnis: Probleme löst man nicht, indem man weitermacht wie bisher. Überlege, was du selbst ändern kannst. Fange dort an. Um Organisationsprozesse in der Schule zu verändern, musst du mit den Personen reden, die es ändern können. Auch der Personalrat gehört dazu. 2. Hanna Voß und Friederike Kleine: Zeitmanagement Meine Erkenntnis: Untersuche, welche Zeitfallen bei dir Stress erzeugen. Zeitfallen sind: a) überflüssige Besprechungen, b) Versuch, zu viel auf einmal zu tun, c) Hast und Ungeduld, d) schlechtes Ablagesystem, e) Unfähigkeit, Nein zu sagen, f ) fehlende Selbstdisziplin, g) privater Schwatz, h) Unentschlossenheit. 3. Ramona Wiedemann: AD(H)S Chaos oder Chance? Meine Erkenntnis: AD(H)S- Kinder sind nicht so, weil der Lehrer versagt hat. Sie brauchen eine Umgebung, die auf die Symptomatik eingestellt ist. Ein Sitzplatz vorn wird empfohlen. Bitte nicht mehr als zwei Betroffene in eine Klasse aufnehmen. Frau Wiedemann ist Mutter eines Sohnes mit AD(H)S. Diesen interessanten, aber auch unterhaltsamen Vortrag muss man selbst hören. Meine Erkenntnis: Der Lehrermangel in Sachsen-Anhalt wird sich in den nächsten Jahren vergrößern, wenn das Land nicht mehr Lehrer einstellt. Andere Lösungen wie Erhöhung der Arbeitszeit für Lehrer, Erhöhung der Klassenfrequenzen oder Kürzung der Stundentafel für Schüler erhöhen nur die Belastung für Lehrer und Schüler. Das führt zu hohen krankheitsbedingten Ausfällen. Das Land erwartet in seinem Interesse das Engagement der Lehrer und Schüler für die eigene Schule. Aber die Lehrer und Schüler erwarten auch den Einsatz des Landes für die Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen der Lehrer und Schüler. Vor Überlastung kann man sich schützen. Wir müssen lernen, Nein zu sagen. Hilmar Penne, Leiter des Referates Gymnasien Fotos: H. Penne

9 9 Anzeige Für mich die Einzige Banken gibt es viele. Aber die BBBank ist die einzige bundesweit tätige genossenschaftliche Privatkundenbank, die Beamten und Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes einzigartige Angebote macht. Zum Beispiel den B-Tarif für Bankleistungen. Außerdem betreiben wir eine konsequente Mitglieder-Mehrwert-Politik. Als Selbsthilfeeinrichtung für den öffentlichen Dienst 1921 gegründet, verfolgen wir bis heute erfolgreich nur ein Ziel: Nutzen stiften für die Gemeinschaft unserer Mitglieder und Kunden. Mit Direktbank und wachsendem Filialnetz sind wir bundesweit für Sie da. Mehr Informationen? Gerne! Tel / (kostenfrei) oder

10 Verband Bildung und Erziehung V BE Newsletter Ausverkauf von Bildung verhindern TTIP-Verhandlungsmandat neu bestimmen Der VBE setzt sich dafür ein, das Verhandlungsmandat für das Freihandelsabkommen EU-USA neu zu fassen. Dies hat VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann Anfang Juli bekräftigt: Der VBE erwartet vom neuen Europäischen Parlament, die bisherigen Verhandlungen über eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) mit den USA auf den Prüfstand zu stellen. Die fehlende Transparenz der bisherigen Verhandlungen über das Freihandelsabkommen sei ein gravierender Webfehler, der schnellstmöglich beseitigt werden müsse. Die parlamentarische Kontrolle des gesamten Verhandlungsprozesses muss eindeutig verankert werden, stellte Udo Beckmann klar. Der VBE-Bundesvorsitzende wandte sich dementsprechend an die Spitzenabgeordneten der deutschen Parteien im EU-Parlament und im Bundestag. Gegenüber dpa hatte Udo Beckmann Ende Juni erklärt, TTIP halte der VBE für einen Generalangriff auf die demokratische Beschlussfassung im Bildungsbereich. Der VBE fordert ebenso wie sein internationaler europäischer Dachverband ETUCE (Europäisches Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft)/Education International (EI), den Bildungsbereich generell aus dem geplanten Freihandelsabkommen auszunehmen. Es muss verhindert werden, dass Regeln für den kommerziellen Handel die Möglichkeiten der Regierungen und der zuständigen Behörden einschränken, öffentliche Bildung in hoher Qualität bereitzustellen, so Udo Beckmann. Unter Hinweis auf das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) stellte der VBE-Bundesvorsitzende klar: In Deutschland nehmen öffentliche und private Bildungseinrichtungen den öffentlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag wahr. Deshalb bringt eine analoge Regelung zu GATS, Dienstleistungen auszunehmen, die in Ausübung der Regierungsautorität geleistet werden, keinen hinreichenden Schutz vor Kommerzialisierung der Bildungsqualität. Die sechste Verhandlungsrunde fand in der 29. Kalenderwoche in Brüssel statt. Die EU-Kommission reagierte zuvor auf die wachsenden Proteste der europäischen Öffentlichkeit und setzte eine öffentliche Konsultation an. Die Kritik von ETUCE und den Mitgliedsorganisationen wird von den amerikanischen Bildungsgewerkschaften unterstützt. 12 Uhr mittags am Weltlehrertag: EI-Bildungskampagne Die öffentliche Bildung steht im Fokus der weltweiten Kampagne Gemeinsam für gute Bildung der Education International (EI). Die EI-Mitgliedsorganisationen, auch der VBE, fordern von der Politik, die Qualität der öffentlichen Bildungsinstitutionen und das Ansehen des Lehrerberufs auf nationaler und internationaler Ebene zu erhöhen. Höhepunkt der Kampagne wird der 20. Weltlehrertag, am 05. Oktober 2014, 12 Uhr, sein. In einem Aufruf der EI heißt es: Setzen Sie sich dafür ein, dass dies der außergewöhnlichste Weltlehrertag aller Zeiten wird! Zum 05. Oktober soll per , SMS oder Twitter dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, mitgeteilt werden, dass die folgenden Forderungen unterstützt werden: Bildung nach 2015 Schulbesuch zu ermöglichen. In Europa ist der Höhepunkt der Bildungskampagne von EI/ETUCE mit der öffentlichen Anhörung zur Zukunft der Qualität von Bildung verknüpft, die der Wirtschafts- und Sozialausschuss im Europäischen Parlament am 22. September in Brüssel veranstaltet. EI/ETUCE setzt auf die Schwerpunkte: Bildungsqualität in Krisenzeiten sichern und das Freihandelsabkommen EU-USA auf den Prüfstand stellen.

11 Deutscher Schulleiterkongress 2015: Anmeldung läuft Auch die vierte Runde des Deutschen Schulleiterkongresses kommt wieder ganz groß heraus. Der DSLK 2015 findet vom 12. bis 14. März 2015 im Kongresszentrum CCD Süd Düsseldorf statt. Die Veranstalter Verband Bildung und Erziehung (VBE) und Informationsdienstleister Wolters Kluwer erwarten erneut rund 2000 schulische Führungskräfte aller Schulstufen. Über 100 namhafte Referenten, Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden nach Düsseldorf kommen, zum Beispiel Ranga Yogeshwar, Margot Käßmann, Eckhard Klieme. Das Programm umfasst mehr als 90 Vorträge, Praxisforen, Rundtischgespräche im kleinen Kreis und bietet Zeit, Erfahrungen auszutauschen und Netzwerke zu erweitern. Der DSLK ist die größte Fachveranstaltung für Schulleitungen im deutschsprachigen Raum. Noch bis 15. Oktober gibt es bei Anmeldung den Frühbucherrabatt. VBE-Mitglieder haben weitere Rabattvorteile. Schulleitung Internationaler Kongress in Malta Im Rahmen des europäischen Projekts zur Weiterentwicklung von Schulleitung fand am 10. und 11. Juni ein Kongress in Malta statt. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen der Schulleitungen Maltas mit Autonomie und Eigenverantwortlichkeit. Das Projekt zielt darauf, die Praxis der Schulleitungen vor Ort kennenzulernen und sich über Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede der nationalen Systeme auszutauschen. Den VBE vertraten Gerhard Brand vom geschäftsführenden Vorstand und Peter Simon (VBE NRW), der auch in der ETUCE-Arbeitsgruppe Schulleitung aktiv ist. Nach dem Regierungswechsel in Malta legt der Inselstaat großen Wert auf die Weiterentwicklung seines Bildungssystems. Alte Schulbauten werden umgewidmet und neue Schulhäuser werden errichtet. So findet man in Malta zunehmend moderne und auch im europäischen Vergleich gut ausgestattete Schulen. Die Organisationsform des lokalen Schulbetriebs ist der in Deutschland nicht unähnlich. Es sind Grundschulen, 5. bis 11. Lebensjahr, und weiterführende Schulen, 12. bis 16. Lebensjahr, wobei die weiterführenden Schulen nicht äußerlich differenzieren, sondern nach einer gemeinsamen Sekundarstufe eine Oberstufe über weitere zwei Jahre zur Erlangung der Studierfähigkeit führen. Die verschiedenen Schulen in einer Region bilden zusammen ein College, wobei die einzelnen Schulen eine eigene Schulleitung haben. Die Schulleiter dieser Raumschaft bilden das Gremium von Schulleitern, dem ein Prinzipal vorsteht. Dessen Aufgabe ist es, die Schulen untereinander zu vernetzen, Bedürfnisse auszugleichen und dafür zu sorgen, dass die einzelnen Schulen voneinander profitieren. Im Schnitt umfasst ein College acht bis zwölf Schulen. Zu diesen Schulen gehören Grundschulen und weiterführende Schulen ebenso wie Sportschulen oder Schulen für Kinder mit Behinderungen. Auf dem Schulleitungskongress in St. Julian, Malta, für den VBE Peter Simon (l.), Gerhard Brand (r.) Das St. Benedict College auf Malta vereint acht Primarschulen, darunter die Zurrieq Primarschule (r.), und drei weiterführende Schulen unter dem Motto Stark im Geiste und im Handeln. Malta investiert derzeit stark in den Ausbau von Schulen hier eine weiterführende Schule (l.) Ähnlich wie in Deutschland versucht Malta, Kinder mit Behinderungen in den Regelschulen zu beschulen. Damit dies besser gelingen kann, haben die Schulen Inklusionsberater vor Ort, die sich auch in die Arbeit mit den Eltern einbinden. Darüber hinaus hat jede Schule Fachpersonal, welches die Möglichkeit hat, sich zeitweise in 1:1- Situationen den Kindern mit besonderen Bedürfnissen anzunehmen. Maltas Regierung, die durch vier Abteilungsleiter des Kultusministeriums vertreten war, zeigte sich sehr offen und flexibel, in großem Umfang auf die Bedürfnisse der Schulen vor Ort einzugehen. Aktuell wird in Malta diskutiert, ob die Schulen im Zuge von mehr Autonomie für die Schulleitungen zukünftig selbst über die Einstellung von Lehrerinnen und Lehrern entscheiden. Das Ministerium würde dann nur noch die vertragliche Abwicklung und die Alimentation regeln. Nach einem bislang sehr zentral geführten Schulsystem ist man auf dem Weg, den Schulen zunehmend mehr Einfluss auf das Curriculum zuzubilligen, indem man den Rahmen vorgibt, den Schulen aber Einige der Aktivitäten Maltas dürften im Hinblick auf mehr Autonomie auch für Deutschland interessant sein. Bei aller Fortschrittlichkeit verwundert es etwas, dass Malta ab der Sekundarstufe in Mädchen- und Jungenschulen trennt. Nach zwei Jahren Modellerfahrungen wird diese Trennung jedoch ab dem kommenden Jahr aufgehoben. Verantwortlich für den Inhalt: Mira Futász Fotos: Gerhard Brand Gestaltung: V BE Bundesgeschäftsstelle Behrenstraße 23/ Berlin T Verband Bildung und Erziehung V BE

12 Verband Bildung und Erziehung V BE Newsletter Qualität der öffentlichen Bildungsinstitutionen stärken Höhepunkt der EI-Bildungskampagne in Europa Die Kampagne der Education International (EI) Gemeinsam für gute Bildung findet mit zentralen Bilanzveranstaltungen auf jedem Kontinent ihren vorläufigen Abschluss. Am Weltlehrertag, am 05. Oktober 2014, werden durch die EI die Forderungen der Bildungsbeschäftigten UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon übergeben. Im Fokus steht dabei, gute Bildung für alle auch nach 2015 als Entwicklungsziel der UN zu verankern. Die Höhepunktveranstaltung für die Europäische Region ETUCE fand am 22. September in Brüssel im Beisein von EI-Präsidentin Susan Hopgood statt. Am selben Tag fand im Wirtschafts- und Sozialausschuss des Europäischen Parlaments eine öffentliche Anhörung zur Zukunft der Qualität von Bildung statt. Der VBE war vertreten durch Gitta Franke-Zöllmer, stellvertretende Bundesvorsitzende für Internationales und ETUCE-Vorstandsmitglied. Auch in Europa fordern die Mitgliedsgewerkschaften von der Politik, die Qualität der öffentlichen Bildungsinstitutionen und das Ansehen des Lehrerberufs zu erhöhen. Bildung dürfe nicht dem Profit ausgeliefert werden, lautete dementsprechend die Botschaft in Gesprächen und Verhandlungen der Bildungsgewerkschafter mit politisch Verantwortlichen in den jeweiligen Ländern. Der VBE fordert ebenso wie ETUCE, den Bildungsbereich generell aus dem derzeit verhandelten Freihandelsabkommen EU-USA (TTIP) herauszunehmen. Der schleichenden Privatisierung im Bildungsbereich muss ein Riegel vorgeschoben werden, bekräftigte VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. Weiterhin wird ein Schwerpunkt in der Arbeit der Education International (EI) das Engagement gegen Privatisierung im Bildungsbereich sein. In Brüssel warben die Vertreter der EU-Kommission dafür, dass die Länder trotz hohem Schuldenstand wachstumsfreundliche Ausgaben wozu die Bildung gehöre erhöhen sollten. Die länderspezifischen Empfehlungen im Rahmen des European Semesters würden auf Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz im Bildungswesen, auf die Aufhebung des Ungleichgewichts zwischen den einzelnen Gruppen und die Professionalisierung des Lehrerberufs orientieren. Der Plan Europa 2020 solle diese Ziele durch verschiedene Maßnahmen begleiten. Bei der gut besuchten nachmittäglichen Anhörung im Wirtschafts- und Sozialausschuss (EESC) wurde mitgeteilt, dass die neue EU-Kommission ein neues Bildungsprogramm mit dem Titel Die gute Schule erarbeiten will. EU-Verhandlungsführer zum TTIP Marco Düerkop versuchte zu erklären, dass eine explizite Herausnahme der Bildung aus dem Handelsvertrag nicht nötig sei, da öffentliche Bildung seit 20 Jahren von Verhandlungen ausgeschlossen sei. Für den finanziell unterstützten privaten Bildungsbereich gelte das aber nicht. Minderung der Qualitätsstandards seien nicht zu erwarten. Marco Düerkop räumte ein, es habe an Transparenz gefehlt. Mirja Becker, leitende Sekretärin der deutschen Vertretung bei der EU, Bereich Handel, versuchte ebenfalls den Unmut zu dämpfen und verwies auf die monatlichen Absprachen mit den Bundesländern. Die Statements konnten die Anwesenden wenig überzeugen. Der VBE warnte, das Thema dürfe nicht bagatellisiert werden. Prävention gegen sexuellen Kindesmissbrauch im Blickpunkt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann ist durch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig zum Mitglied im Beirat berufen worden. Der Beirat konstituierte sich am 22. September 2014 in Berlin. In dem 33-köpfigen Gremium arbeiten Betroffene und Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis in themenspezifischen Konzeptgruppen. Udo Beckmann arbeitet in der Gruppe Prävention. Es liegt uns sehr am Herzen, dass der Schutz gegen Missbrauch mehr als bisher fester Bestandteil schulischer Entwicklung wird, unterstrich Udo Beckmann. Schule muss Schutzraum und Kompetenzraum sein, was aber nur gelingt, wenn Schule in ein Netz unterschiedlicher Kompetenzen eingebettet ist. Beirat des Unabhängigen Beauftragten. Vorn Mitte v.l. Johannes-Wilhelm Rörig, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Bundesministerin a.d. Dr. Christine Bergmann; Udo Beckmann 4.v.r.

13 6. Norddeutscher Lehrertag in Schwerin Bereits zum sechsten Mal luden die Landesverbände des VBE von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein zum Norddeutschen Lehrertag ein. Der Weiterbildungstag am 27. September in Schwerin thematisierte Classroom Management Lernen und Lehrer ohne Stress. Hauptreferent Prof. Dr. Clemens Hillenbrand, Universität Oldenburg, kommt bei den Zuhörern gut an. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann (im Bild zweiter von links) nahm die Landespolitiker in die Pflicht. Die Lehrerbildung in allen drei Phasen muss solide und dauerhaft finanziert werden und sie muss passgenauer als bisher auf die Anforderungen an unseren Beruf zugeschnitten werden. Hier ist kein Spielraum für irgendeine Einsparung durch die Finanzminister. Udo Beckmann kritisierte, die KMK habe mit Blick auf die Inklusion ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Die Absicherung der Gelingensbedingungen der öffentlichen Bildungseinrichtungen müsse ganz oben auf der Agenda stehen. Nur dadurch könne der Trend zur schleichenden Privatisierung, der leider durch das seit 2006 geltende Kooperationsverbot beschleunigt worden sei, verhindert werden. Erneut bekräftigte Udo Beckmann: Der VBE fordert daher ein generelles Kooperationsgebot im Bildungsbereich. Michael Blanck (im Bild links), VBE-Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern, sagte in seinen Eröffnungsworten: Auf den Lehrer kommt es an. Allerdings kann der Lehrer nur erfolgreich agieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Michael Blanck verwies darauf, dass noch in Räumen unterrichtet werde, die zu Zeiten gebaut wurden, als Unterrichtsdisziplin noch im engen Zusammenhang zu absolutem Gehorsam gestanden habe. Gerechtigkeit wa(a)gen Am Vorabend der Landtagswahlen in Brandenburg hatte der Brandenburgische Pädagogen- Verband (BPV) zur bildungspolitischen Veranstaltung im Rahmen seines 9. Landesverbandstages eingeladen. Die Veranstaltung am 13. September 2014 in Dahlewitz stand unter dem Motto Gerechtigkeit wa(a)gen auch in Brandenburg. BPV-Präsident Hartmut Stäker verwies darauf, dass trotz gleichwertiger Abschlüsse laut neuem Lehrerbildungsgesetz des Landes Brandenburg eine Ungleichbehandlung der Lehrer entsprechend der Schulstufen, in denen sie unterrichten, erfolgt. Udo Beckmann überbrachte im Namen des VBE Bundesverbandes Grüße und stellte in seinem Vortrag klar, die Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit muss im Dienst-, Besoldungsund Tarifrecht verankert werden. Lehrerarbeit in den unterschiedlichen Schulstufen ist selbstverständlich nicht gleichartig, aber sie ist gleichwertig! Das Rechtsgutachten von Prof. Christoph Gusy, Bielefeld, im Auftrag des VBE zeige auf: Seitdem für alle Lehrämter universitäre Studiengänge vorausgesetzt würden und mit der Bologna-Reform auch für alle Lehrämter der Masterabschluss gelte, würden in der Lehrerausbildung die gemeinsamen Schnittmengen und genau das bestätigen die neuen Lehrerbildungsgesetze überwiegen. Auch der schulische Auftrag biete keine Gründe für eine Ungleichbehandlung. Es ist aber mit Blick auf das Grundgesetz ein grobes Missverständnis der Länder, Sachverhalte wie: das Land kann Gleichwertigkeit nicht bezahlen zu konstruieren. Auf dem Verbandstag wurde der bisherige Vorstand des BPV wieder gewählt. v.l.n.r. BPV-Präsident Hartmut Stäker, BPV-Vizepräsidentin Christina Adler, VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann Schularchitektur und Pädagogik gehören zusammen Die Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland, die vom VBE, dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und von den Montag Stiftungen Urbane Räume und Jugend und Gesellschaft erarbeitet wurden, finden zunehmende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, bei Schulträgern und in der Politik. Vor Beginn des neuen Schuljahres in NRW wurden die Leitlinien auf der Landespressekonferenz in Düsseldorf vorgestellt. In den nächsten Jahren müssen viele Schulen in ganz Deutschland bundesweit saniert oder umgebaut werden. Schulen müssen so konzipiert und gebaut sein, dass die Räumlichkeiten den Anforderungen entsprechen, die durch immer heterogener werdende Lerngruppen entstehen, sagte Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender Bund und NRW. Klassen-, Pausen- und Lehrerräume dürfen nicht allein auf die Wahl von Materialien oder Farben reduziert werden. Atmosphäre, Gestaltung und die Einbindung in die Umgebung sind ebenso wichtig. Die Anforderungen an Schulbauten hätten sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, vor allem durch den Ganztag und die Inklusion, so BDA-Präsident Heiner Farwick. Häufig wird eine strikte Trennung zwischen Unterricht und Nachmittagsbetreuung aufgehoben. Das muss sich auch im Raumangebot einer Schule niederschlagen. Der Neu- und Umbau von Schulgebäuden sei eine große Herausforderung für die Kommunen. Inklusion wird zum weitreichenden Anspruch, betonte Dr. Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. VBE-Bundesfrauenvertretung mit neuem Auftritt auf der VBE-Homepage Nach der Sommerpause des Jahres 2014 aktualisiert und erweitert die Bundesfrauenvertretung ihren Auftritt auf der VBE-Homepage sukzessive. Unter der Rubrik ABC für Frauen stellen die Frauenvertreterinnen Informationen zu aktuellen Themen zur Verfügung. Gestartet wurde mit dem Thema Mütterrente. V BE Bundesgeschäftsstelle Behrenstraße 23/ Berlin T Verband Bildung und Erziehung V BE Verantwortlich für den Inhalt: Mira Futász Fotos: Andreas Liedtke, Helmut Pastrik Gestaltung:

14 Verband Bildung und Erziehung V BE Newsletter Lehrerinnen und Lehrer dringend gesucht VBE fordert: Endlich handeln gegen Personalmangel Deutschlands öffentlicher Dienst steuert auf einen massiven Personalmangel zu. Besonders brisant ist die Situation im Bildungsbereich. Fast jede zweite Lehrperson ist älter als 50. Im OECD-Vergleich hat Deutschland neben Schweden die älteste Lehrerschaft. Allein 2012 gingen Lehrerinnen und Lehrer altersbedingt in den Ruhestand. Diese Rekordzahl war kein einmaliges Ereignis, sondern steht für den Trend auch in den kommenden Jahren. Schon jetzt fehlt es an jungen Lehrerinnen und Lehrern. Der Fachkräftemangel im Bildungsbereich ist nicht vom Himmel gefallen, erklärte VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann auf dem dbb Hearing unter dem Motto Team Öffentlicher Dienst sucht Verstärkung am 07. Oktober in Berlin. Udo Beckmann kritisierte, statt Lehrereinstellungen werde in den Ländern Arbeitsverdichtung betrieben. Sukzessive seien die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer verschlechtert worden. Das Ansehen des Lehrerberufs wird kontinuierlich beschädigt, der Lehramtsstudiengang ist nicht erste Wahl bei leistungsstarken Abiturienten. Dazu gehöre auch, dass Lehramtsstudiengänge zwar mit dem Master enden, dieser aber in den Ländern unterschiedlich gewichtet werde. Der VBE-Bundesvorsitzende forderte die Länder auf, die Kriterien zur Errechnung der Bedarfe endlich offenzulegen und Schluss zu machen mit der Verdunklung des Lehrerbedarfs. Die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems muss Basis der Bedarfsprognosen werden, stellte Udo Beckmann klar. Der Bildungsbereich müsse als Investitionsbereich anerkannt und die Attraktivität des Lehrerberufs müsse systematisch gestärkt werden. Der VBE dringe vor diesem Hintergrund auf eine Bezahlung, die der Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit gerecht werde. Auf dem Hearing wurden auch neue Materialien zur dbb Nachwuchskampagne "Die Unverzichtbaren" vorgestellt. Um qualifizierten, motivierten Nachwuchs für den öffentlichen Dienst zu gewinnen, gibt es vom dbb kostenlos die Lehrermappe Öffentlicher Dienst. Diese enthält eine komplett gestaltete Unterrichtseinheit, die Einblick in Besonderheiten der Beschäftigungsbedingungen und in den Arbeitsalltag des öffentlichen Dienstes bietet. Fünf Unverzichtbare eine Lehrerin, eine Polizeibeamtin, ein Fachinformatiker, ein Feuerwehrmann, ein Steuerfahnder berichten über ihr Berufsleben. Die Lehrermappe wird derzeit an mehrere tausend Schulen versandt. Mehr dazu: Der geschäftsführende Vorstand des VBE-Bundesverbandes gratulierte Bundesschatzmeister Gerhard Brand zu seiner Wiederwahl als Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg. V.l.n.r. Udo Beckmann, Gerhard Brand, Rolf Busch Experten aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes, u.a. Udo Beckmann (5.v.l.), berichteten auf dem Hearing des dbb über den Mangel an Personal. Willy Russ (l.), stellvertretender dbb Bundesvorsitzender, moderierte. Vermisst: die Bildungsrepublik Deutschland Vor sechs Jahren, im Oktober 2008, hatten sich Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten in Dresden getroffen und das Ziel einer Bildungsrepublik Deutschland verkündet. An das Ereignis erinnerte nun VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann auf der Öffentlichen Veranstaltung der Vertreterversammlung des VBE Baden-Württemberg Bildung macht einzigartig am 24. Oktober in Pforzheim. Das, was von der Bildungsrepublik bleibe, sei der bittere Nachgeschmack eines PR-Gags, konstatierte Udo Beckmann. Anstatt massiv zu investieren, wurden Rechenkünstler angesetzt, die ganz schnell die auf dem Bildungsgipfel versprochenen sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung als erfüllt errechneten. Trotz Bildungsgipfel gilt das Kooperationsverbot im Schulbereich auch noch heute. Das Ergebnis: Der Bund schaufelt sein Geld in private Nachhilfe für abschlussgefährdete Schüler und befördert damit die schleichende Privatisierung im Bildungsbereich. Politisches Unvermögen zur Kooperation werde erneut auf dem Rücken der Lehrkräfte und Kinder ausgetragen.

15 Dem Kooperationsverbot wird genüge getan, das Ansehen des öffentlichen Bildungswesens aber wird untergraben. Die Länder wursteln sich so durch und wissen, die Schuldenbremse steht vor der Tür. Der Bundesvorsitzende verwies darauf, dass in diesem Umfeld die UN-Behindertenrechtskonvention und der Artikel 24 umgesetzt werden sollen. Inklusion ist die gegenwärtig gravierendste gesellschaftliche und pädagogische Herausforderung. Für die Entwicklung einer inklusiven Schule müssen kontinuierlich ausreichende Ressourcen ohne Finanzierungsvorbehalt bereit gestellt werden. Wenn Politik dies nicht endlich erkenne, werde sie das Projekt Inklusion vor die Wand fahren zum Schaden der Kinder mit und ohne Handicap, erklärte Udo Beckmann. Die sonderpädagogischen Kompetenzen müssen erhalten bleiben. Auch Regelschulen brauchen verlässliche sonderpädagogische Ressourcen, wenn Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam lernen. Gerhard Brand nimmt die Glückwünsche des Tagungspräsidiums entgegen. V.l.n.r. Dr. Christoph Wolk, Nadine Possinger, Gerhard Brand, Andreas Baudisch Gerhard Brand, der als Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg wiedergewählt wurde, kritisierte in Anwesenheit von Kultusminister Andreas Stoch, die Lehrer würden bei gravierenden Veränderungen allein gelassen. VBE in Staatlicher Koordinierungsstelle Inklusion Am 06. Oktober konstituierte sich in Berlin die Staatliche Koordinierungsstelle zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gremium ist bei der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen angebunden und setzt sich zusammen aus dem Inklusionsbeirat und den Fachausschüssen Barrierefreiheit, Kommunikation und Medien sowie Freiheits- und Schutzrechte. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann nahm den Ruf in den Fachausschuss Kommunikation und Medien sehr gern an. Die Koordinierungsstelle wurde nach Artikel 33 der UN-BRK berufen und arbeitet als eigenständige Institution an der Schnittstelle von Staat und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen die Überwachung und Unterstützung der Umsetzung der Konvention. Menüauswahl Koordinierungsstelle Bildung nicht Geschäftemachern ausliefern Der gesamte Bildungsbereich muss aus dem Freihandelsabkommen EU-USA (TTIP) herausgehalten werden. Das bekräftigte VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann am 24. Oktober in Pforzheim erneut. Wir werden alles daran setzen, dass Geschäftemachern im Bildungsbereich die Türen verschlossen bleiben, betonte Udo Beckmann. Der Lehrer darf nicht durch eine App ersetzt werden! Der VBE sehe die große Gefahr, dass dem Staat die Durchsetzung von Qualitätsstandards im Bildungsbereich von internationalen Bildungskonzernen als Behinderung von Investoren ausgelegt werden könne. Die Aktivitäten des VBE zeigen inzwischen Wirkung. Es kommt Bewegung in die Diskussion des geplanten Freihandelsabkommens, erklärte Udo Beckmann. Inzwischen gebe es von den Ländern auch kritische Stimmen, die negative Auswirkungen auf den Bildungsbereich befürchten würden. Beckmann verwies darauf, dass auch eine analoge Regelung zum geltenden Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) im TTIP nicht weiterführe. In Deutschland nehmen öffentliche und private Bildungseinrichtungen den öffentlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag wahr. Deshalb bringt die GATS-Regelung, Dienstleistungen auszunehmen, die in Ausübung der Regierungsautorität geleistet werden, keinen hinreichenden Schutz vor Kommerzialisierung der Bildungsqualität. Der VBE setzt sich gemeinsam mit seinem europäischen Dachverband der Education International (ETUCE) dafür ein, den gesamten Bildungsbereich aus den Verhandlungen herauszunehmen. TTIP wird auch Thema auf der Sondersitzung des ETUCE Ende November in Wien sein. Mathematikwettbewerb Pangea zum achten Mal Seit 01. Oktober bis zum 02. Februar 2015 sind die Anmeldungen zum 8. Pangea-Mathematikwettbewerb möglich. Bisher sind über Anmeldungen eingegangen. Zum Wettbewerb können Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 3-10 allgemeinbildender Schulen kostenlos über ihre Lehrkraft angemeldet werden. Zur Vorrunde, welche am an den Schulen stattfindet, werden ab 15 Teilnehmern die Unterlagen an die Schulen verschickt. Aus der jeweiligen Runde qualifizieren sich die besten Teilnehmer zur nächsten Runde. Zum Schluss gibt es Regionalfinalen an sechs verschiedenen Orten mit direkt anschließenden Preisverleihungen. Alle wichtigen Informationen auf Der VBE ist ideeller Unterstützer des bundesweiten Wettbewerbs Pangea. Verantwortlich für den Inhalt: Mira Futász Fotos: Marco Urban, Ines Walter Gestaltung: V BE Bundesgeschäftsstelle Behrenstraße 23/ Berlin T Verband Bildung und Erziehung V BE

16 Verband Bildung und Erziehung V BE Newsletter Tarifautonomie statt Tarifeinheitszwang VBE Bundesversammlung gegen Aushöhlung des Artikels 9 Grundgesetz Die VBE Bundesversammlung unter dem Motto Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen beschloss einstimmig eine Änderung der Satzung. Neu sind nun auch die Bundessprecher der AdJ und der Seniorenvertretung mit Sitz und Stimme im Bundesvorstand vertreten. Bisher waren nur die 16 Landesvorsitzenden und die Bundessprecherin der Frauenvertretung stimmberechtigte Mitglieder. Die VBE Bundesversammlung sprach sich am 20. November in Dortmund einhellig gegen jegliche Versuche des Bundesgesetzgebers aus, mittels eines Tarifeinheitsgesetzes die Koalitionsfreiheit zu beschneiden. In dem einstimmig beschlossenen Antrag Keine Aushöhlung des Artikels 9 GG zulassen wird der vom Bundesarbeitsministerium vorgelegte Entwurf als Generalangriff auf Tarifautonomie bewertet. Der VBE unterstützt ausdrücklich die Petition des dbb an den Deutschen Bundestag Freiheit statt Tarifdiktatur. Zugleich wurde der dbb aufgefordert, mit eigenen Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Tarifautonomie konstruktiv gegen Versuche des Gesetzgebers aufzutreten, Artikel 9 GG Koalitionsfreiheit auszuhöhlen. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann bekräftigte in der Bundesversammlung, die Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge müsse endlich gestoppt werden. Auch im Bildungsbereich treibt der Staat eine schleichende Privatisierung voran. Der VBE lehnt diese Politik grundsätzlich ab. Wir fordern vor diesem Hintergrund den Beamtenstatus für alle Lehrer. https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_10/_08/petition_55245.mitzeichnen.registrieren.html Gute Schule geht nur ohne Rotstift Für ein Kooperationsgebot von Bund und Ländern auch im Schulbereich sprach sich VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann erneut auf der Herbsttagung des Deutschen Lehrertages am 21. November in Dortmund aus. Vor den rund 1000 Teilnehmern forderte er unter Hinweis auf die Inklusion und das digitale Lernen: Die Gelder von Bund und Ländern müssen gebündelt für die großen Herausforderungen eingesetzt werden. Für ein Kooperationsgebot sprach sich ebenfalls KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann in ihrem Grußwort aus. Die nächste Frühjahrstagung findet am 12. März 2015 im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Schulen gehören ganz oben auf die digitale Agenda des Staates Eine repräsentative forsa-lehrerbefragung im Auftrag des VBE ergab: Bundesweit haben 22 Prozent aller befragten Lehrer, von der Grundschule bis zu berufsbildenden Schulen, keinen Zugang zu einem dienstlichen PC. 41 Prozent gaben an, über keine geschützte Dienst- -Adresse zu verfügen. 51 Prozent haben keinen Zugang zu einer geschützten Online-Plattform für Unterricht, Hausaufgaben oder Elternkontakte. Zudem gaben 71 Prozent der Befragten an, dass sich einzelne Fachlehrer um die IT-Wartung kümmern. Trotzdem nutzen neun von zehn Lehrkräften das Internet im Unterricht. Die Kenntnisse für digital basierten Unterricht eignen sich 89 Prozent privat an. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann kritisierte bei der Präsentation der Umfrage am 12. November in Düsseldorf, bisher werde die digitale Schule vom Dienstherrn als Privatangelegenheit auf die Lehrer abgeschoben. Bei der Vorstellung von Computer-Pisa (ICILS) am 20. November sah sich der VBE mit seinen Forderungen vollkommen bestätigt. Die zuständige Politik muss dringend ihre Verweigerungshaltung aufgeben und das Geld für eine zeitgemäße IT-Ausstattung aller Schulen einschließlich der Grundschulen bereitstellen. Der VBE halte nichts von staatlichen Appellen, per Sponsoring die Schulen mit IT auszustatten, so Udo Beckmann. IT darf nicht zum Einfallstor für eine weitere schleichende Privatisierung des öffentlichen Schulwesens werden.

17 Wiener Konferenz zur Zukunft des Lehrerberufs Vom 25. bis 27. November kamen über 200 Gewerkschaftsrepräsentanten in Wien zur ersten ETUCE- Sonderkonferenz nach der neuen Satzung zusammen. Das Leitthema der Versammlung war Die Zukunft der Lehrerprofession, da es angesichts der Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und des Internets entscheidend ist, wie Bildung und der Lehrerberuf künftig aussehen. Die Vorträge der Gastreferenten aus der Wissenschaft und von der EU- Kommission und die Diskussion konzentrierten sich auf die drei Schwerpunkte Finanzierung und Public Private Partnership in der Bildung, Innovation im Bildungsbereich, soziale Ungleichheiten und der Lehrerberuf. Auf der Konferenz wurde einstimmig eine Resolution zum Leitthema beschlossen. Der VBE hatte seine Forderungen dazu eingebracht. Der allgemeinen Versammlung waren Workshops zur Hochschule sowie zur Gleichstellung im Lehrerbereich vorangegangen. Eine besondere Veranstaltung befasste sich mit dem Elementarbereich. Gefordert wurden der Zugang zur frühkindlichen Bildung für alle Kinder, ein Bildungsauftrag, der dem Alter der Kinder angepasst ist, und eine qualitativ hochwertige Ausbildung und Fortbildung des Personals. Erhöhte Investitionen seien dafür unerlässlich. Digitale Medien weder gut noch böse Seit 15 Jahren gibt es das Tutzinger Netzwerk, dem neben der Evangelischen Akademie Tutzing u.a. der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) angehören. Das Thema der diesjährigen Tagung Netzwelten/Schulwelten eine (schwierige) Partnerschaft? am 17./18. November hätte angesichts der vom VBE in Auftrag gegebenen forsa-umfrage IT an Schulen nicht aktueller sein können. Dr. Thomas Mößle vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) machte deutlich, es gebe keine monokausalen Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Gewaltvideos und dem eigenen Gewaltverhalten. Digitale Medien seien nicht per se gut oder böse, entscheidend seien Dauer und Art der Nutzung. Aus pädagogischen Gründen sei es wichtig, dass Erziehungsberechtigte mit ihren Kindern im Gespräch bleiben und sich austauschen. Der Dozent für Medienpädagogik an der Hochschule München Dominik Hanakam, ehemals selbst computerspielsüchtig, zeigte auf, mit welchen Tricks die Produzenten arbeiten, um Kinder und Jugendliche für Killerspiele und Gewaltvideos zu begeistern. Sehr praxisorientiert waren zudem die Beiträge von Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Bokowsky und von Birgit Kimmel, der pädagogischen Leiterin des Projekts klicksafe. BLLV-Präsident Klaus Wenzel, der die Veranstaltung mitorganisiert hatte, betonte die gelungene Mischung aus guter Theorie und überzeugender Praxis und nahm den Vorschlag der Teilnehmer auf, das Thema weiterhin auf der Agenda zu behalten. Hilfen für Flüchtlingskinder sichern Auf dem Delegiertentag des VBE Schleswig-Holstein am 05. November in Nortorf drängten VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann und der wieder gewählte Landesvorsitzende Rüdiger Gummert auf eine schnelle Unterstützung der Schulen bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern. Den Kindern, die traumatisiert, depressiv und elend hier ankommen, muss eine Perspektive gegeben werden, betonte Udo Beckmann. Die Schulen dürfen dabei nicht allein gelassen werden. Wir brauchen an den betroffenen Schulen dringend mehr Unterstützung durch Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und Dolmetscher. Rüdiger Gummert sagte, die Aufnahme der Flüchtlinge sei als inklusives Thema zu behandeln. Der Delegiertentag des VBE Schleswig-Holstein unter dem Motto: Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen thematisierte die fehlenden Gelingensbedingungen für Inklusion. Auch verabschiedete der Delegiertentag Forderungen zur Besoldungsneuordnung aller Lehrkräfte und Funktionsstelleninhaber. Bildungsministerin Britta Ernst hob in ihrem Grußwort die Rolle der Lehrkräfte für das Gelingen und die Weiterentwicklung der inklusiven Schule hervor. Für den VBE auf der ETUCE-Sonderkonferenz Udo Beckmann, Rolf Busch, Gerhard Brand, Gitta Franke-Zöllmer, hier mit ETUCE Präsidentin Christine Blower (4.v.r.), European Director Martin Rømer (3.v.l.), Helmut Skala, GÖD (r.) v.l.n.r Udo Beckmann, Britta Ernst, Rüdiger Gummert Jahrestagung der VBE-Bundesseniorenvertretung Ende Oktober trafen sich in Königswinter die Seniorenvertreter aus den VBE-Landesverbänden. Als Gäste nahmen daran VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann und der Vorsitzende der dbb Bundesseniorenvertretung Wolfgang Speck teil. Udo Beckmann berichtete über die eingeleitete VBE-Satzungsänderung. Weiter stellte er das Problem der beabsichtigten gesetzlichen Einschränkung des allgemeinen Streikrechts dar und verwies auf die negativen Folgen des Transatlantischen Handelsabkommens TTIP für den Bildungsbereich. Der VBE fordere, diesen insgesamt aus TTIP herauszunehmen. Max Schindlbeck, Sprecher der Bundesseniorenvertretung, referierte zum Thema Erben und Vererben, Helge Dietrich zum Thema Renten und Pensionen im Vergleich. Gerd Kurze stellte das Rentenmodell der katholischen Verbände vor. Verantwortlich für den Inhalt: Mira Futász Fotos: Uwe Franke, Jürgen Kaletsch, Gabi Schindlbeck Gestaltung: V BE Bundesgeschäftsstelle Behrenstraße 23/ Berlin T Verband Bildung und Erziehung V BE

18 18 Referate Senioren besuchen Merseburg und den Geiseltalsee Die Senioren des Verbandes Bildung und Erziehung und deren Freunde trafen sich in der beschaulichen Kleinstadt Merseburg, um zunächst das Unterirdische kennenzulernen. Das Unterirdische ist ein mittelalterliches Kellerlabyrinth tief unter der Stadt Merseburg. Das Gewölbesystem geht bis in das 13. Jahrhundert zurück und wurde in den folgenden Jahrhunderten ständig bis zu vier Etagen nach unten erweitert. Angelegt wurden die weitläufigen tiefen Keller als Naturalienlager. Große Mengen von Bier, Wein oder Öl konnten bei gleichbleibender Temperatur gelagert werden. von 1929 bis 1975 umgesiedelt werden; Dde Mehrzahl der Orte in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als die DDR die Braunkohle intensiv nutzte war die Flutung des Sees abgeschlossen, und es begann eine neue Nutzung des großen Areals. Der Tourismus hält Einzug und damit Ruhe, saubere Luft, Vogelgezwitscher, und es entstehen Campingplätze, Surfschulen Boots-, Fahrradverleihstationen und Restaurants. Vergessen sind die Mondlandschaften als Folge des Kohleabbaus. Sogar ein Winzer hat mit der Bepflanzung eines Südhanges und des Verkaufs der edlen Tropfen eine Marktlücke in dieser Region entdeckt. Auch als Eiskeller wurden die unterirdischen Lager genutzt. Im Winter wurde das Eis der Saale in die Keller gebracht, um Fisch und Fleisch besser kühlen zu können. In der Zeit des 2. Weltkrieges wurden die weitverzweigten Kellerräume als sicherer Luftschutzbunker genutzt, denn die chemischen Betriebe in der Nähe der Stadt Merseburg waren oft Ziele von alliierten Bombern. Nach einer kurzen und erholsamen Mittagspause setzte sich der Pkw-Konvoi nach Braunsbedra an den Geiseltalsee in Bewegung. Nach 300 Jahren Bergbau entstand hier, nachdem 1993 die letzte Braunkohle gefördert wurde, der größte künstlich erschaffene See Europas mit einer Wasserfläche von 18,4 Quadratkilometern. 16 Dörfer mit über Einwohnern mussten Auf einer 30 km langen Rundreise legte der von uns reservierte Geiseltal-Express am Weinberg eine Pause ein, um hier den köstlichen heimischen Federweißen zu probieren. Auch das Wetter hatte nach Fortsetzung der Tour Einfluss auf die Stimmung in dem Fahrzeug. Ein informations- und erlebnisreicher Tag ging bei Kaffee und Kuchen zu Ende. Seit fast 10 Jahren organisiert der VBE-Seniorenrat jährlich drei Tagesausflüge zu den Sehenswürdigkeiten in unserem Bundesland,und es ist davon auszugehen, dass 2015 wieder drei interessante Ziele in Sachsen-Anhalt gefunden werden. Darauf dürfen die Mitglieder und Freunde des Verbandes schon jetzt gespannt sein. Dietrich Schnock, Referat Senioren

19 19 Referate Referat Senioren des VBE Sachsen-Anhalt informiert: Das Referat Senioren im VBE Sachsen-Anhalt hat die Ziele und Termine für die Exkursionen 2015 festgelegt. Wir laden alle VBE-Seniorinnen und Senioren und Freunde unseres Verbandes recht herzlich ein. 1. Residenzschloss Dessau und Eichenkranz in Wörlitz am Treffpunkt um Uhr vor dem Haupteingang des Schlosses Parkplatz am Rathauscenter (erreichbar über Steinstraße) Aus dem geplanten Programm: Führung durch das Schloss / Ausstellung zur Stadtgeschichte von Dessau Mittagessen in Wörlitz Führung durch den historischen Gasthof Zum Eichenkranz Abschließend Erholung bei Kaffee und Kuchen! Die Exkursion wird von Herrn Ekkehard Schönemann vorbereitet. Anmeldung bitte bis zum Dessau, Fischereiweg 25, Tel. 0340/ Harzköhlerei und der (neu präsentierte) Halberstädter Domschatz um Uhr am Sternberghaus Parken: Harzköhlerei Sternberghaus, Sternberghaus 1, D Hasselfelde Aus dem geplanten Programm: Führung Mittagessen in der Köhlerhütte oder in Halberstadt/ Blankenburg Domführung und Besichtigung des Domschatzes Abschluss bei Kaffee und Kuchen Die Exkursion wird von Herrn H-E. Gustus vorbereitet. Anmeldung bitte bis Halberstadt, Feuerbachstr. 28, Tel / Schönebeck/Salzelmen das älteste Solbad Deutschlands um Uhr Treffpunkt: Parkplatz am Bahnhof Salzelmen Eggersdorfer Straße / gegenüber vom Gradierwerk Aus dem geplanten Programm: Besichtigung/Führung Historische Salzgewinnung Stadtführung Salzelmen Mittagessen Naherholungsgebiet Plötzky/Pretzien Abschluss: Erholung bei Kaffee und Kuchen Die Exkursion wird von Herrn Schnock vorbereitet Schönebeck, Tulpenweg 7, Tel /69755 Hinweise: 1. Anmeldung bei den Organisatoren oder bei Herrn Schnock ist notwendig! 2. Es ist nicht in jedem Falle möglich, noch eine weitere Information in Form eines Plakates zu versenden. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an! 3. Kleine Änderungen im Ablauf können sich noch ergeben. Sie sind alle herzlich eingeladen! Dietrich Schnock, Referat Senioren Wir trauern um unser langjähriges Verbandsmitglied und unseren Kollegen Werner Buch, Nachruf der in seinem 82. Lebensjahr verstarb. Durch sein engagiertes und unermüdliches Schaffen setzte er sich stets für die Belange der Schüler ein. Wir danken ihm für die Liebe und Güte, die er allen Schülern und Kollegen entgegenbrachte. Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde den Angehörigen. VBE-Kreisverband Wittenberg

20 20 Kreisverbände Wo weiland Goethe und Heine wanderten Am trafen sich Mitglieder und Partner aus dem RV Harz-Börde am Bahnhof der Schmalspurbahn Wernigerode. Familie Heilmann erwartete bereits ihre Wandergruppe mit einer Fahrkarte für die Fahrt mit der historischen Bahn bis Drei-Annen-Hohne, dem Ausgangspunkt eines erlebnisreichen Wanderwochenendes im Oberharz. Trotz nicht optimaler Wetterbedingungen war die Stimmung von Beginn an sehr gut, denn durch die gute Ausrüstung aller Teilnehmer war jeder auf das wechselhafte Wetter im Harz eingestellt. Nach unserer Ankunft in Drei-Annen-Hohne wurde das mitgeführte Gepäck im Hotel Kräuterhof hinterlegt, sodass der Start gleich mit dem überreichten Wanderpass in eine abwechslungsreiche Wanderroute beginnen konnte. Günter und Helke Heilmann hatten für uns eine Strecke ausgesucht, die den Oberharz mit seinen vielen Naturschönheiten in den Mittelpunkt stellte. Sie führte uns über die Leistenklippen, Grenzklippen, auf den wunderschönen Eulenweg bis zur Landsmannklippe. Hier konnten sich die kletterfreudigsten Teilnehmer in das Gipfelbuch eintragen. Auf dem Rückweg kehrten wir im Natur-Erlebniszentrum Hohnekopf ein. Da einige Teilnehmer den Wanderstempel vom Trudenstein und diesen Aussichtspunkt erleben wollten, ging es mit Schwung noch einmal auf eine Erweiterungsrunde, bevor alle zur Erholung in das Hotel zurückkehrten. Mit einer gemütlichen Runde am Abend ließen wir den Tag ausklingen. Gut gestärkt ging es am Morgen bei strahlendem Sonnenschein auf eine weitere Wanderroute über Drei Annen, den Hasselkopf zum Ottofelsen und weiter über den Gebohrten Stein zur Steinernen Renne. Nach kurzer Pause führte uns der Weg weiter zum Bahnhof Steinerne Renne, wo wir von dort aus mit der Schmalspurbahn wieder an den Ausgangspunkt zurückkehren konnten. Einen besonderen Dank möchten wir unseren Wanderleitern Helke und Günter Heilmann aussprechen, die diese Routen optimal ausgewählt haben und uns viele Informationen am Rande des Weges gaben. Dank auch an Dirk Kelch, der den Gepäckrücktransport absicherte. Auch im kommenden Jahr möchten alle Teilnehmer gern wieder mit dem Rucksack zu einer neuen Wandertour aufbrechen. Kerstin Bode, RV Harz-Börde Fotos: D. Kelch

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