Berufsmesse schliesst mit Besucherrekord

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1 Die Zeitung für KMU und UnternehmerInnen > 11. Dezember /2014 Berufsmesse schliesst mit Besucherrekord In dieser Ausgabe 240 Berufe, 300 Weiterbildungsangebote, zwei Messehallen und über Besucher: Diese Zahlen bringen die zehnte Berufsmesse Zürich auf den Punkt. Schulklassen, Lehrpersonen und Eltern aus zwölf Kantonen informierten sich in der Messe Zürich vom 18. bis 22. November über die duale Berufsbildung. InteraktiveStände zogen viele Interessierte an. Bild: Sara Barth Ob Bäckerin, Maurer, Informatikerin oder Haustechniker um sich über eine Berufslehre zu informieren, ist die Berufsmesse Zürich die beste Adresse. Über 120 Branchenverbände,Firmen und Schulen präsentierten vom 18. bis 22. November in der Messe Zürich 240 Lehrberufe und 300 Weiterbildungsangebote. Mit über Besuchern aus der halben Schweiz verzeichnete die Berufsmesse bei ihrer zehnten Durchführung einen Besucherrekord. Im Vorjahr waren es rund Diese hohebesucherzahl überraschte auch die Verantwortlichenbei KGV und Messe Schweiz(Zürich) AG, die die Berufsmesse gemeinsam organisieren. Die Zahlen sind nicht zuletzt davon abhängig, welche anderen, meist kleineren Berufswahlausstellungen in den umliegenden Kantonenstattfinden. App gewann Award Nicht nur die Aussteller zeigten sich innovativ und lockten mit interaktiven Angeboten Interessierte an ihre Stände.Auch die Berufsmesse selbst bot ein Tool für die Smartphone-Generation.Eine neue Appmit interaktivem Hallenplan ermöglichteesden Besuchern, sichanein gewünschtes Ziel navigieren zu lassen. Dies war der erste Einsatz einer Indoor-Navigation an einer Schweizer Messe. Entsprechend gross war das Interesse.Die Appgewanninder gleichen Woche anden Best of Swiss Apps den silbernen Award in der Kategorie Productivity. Mehr zur Berufsmesse gibt es ab Seite11. (gme) Seite7 VomVater zum Sohn: eine geglückte Nachfolge Seite10 WieimParadies: Zürichs Image ist sehr gut Seite17 Die BBZ gönnt sich ein Buch zum 30-Jahr-Jubiläum Anzeige Für kürzere Bauzeiten. Eberhard Unternehmungen Kloten, Oberglatt, Rümlang, Luzern, Basel Telefon

2 Weihnachtenkann kommen. Ho-ho-holenSie sich dasgeschenkspecial fürihr KMU. NokiaLumia830 Kabellose Tischladestation geschenkt CHF 1. * Mit NATEL business infinity M Jetzt im Swisscom Shop oder: swisscom.ch/kmu-xmas *Giltbei Gerätekauf undgleichzeitigem Abschluss einesneuen SwisscomAbos NATEL business infinity M(CHF99. /Mt.) bis Mindestvertragsdauer 24 Monate.Preis des Gerätes ohne AboCHF Exkl. SIM-KarteCHF 40.. Preiskabellose Ladestation NokiaCharging PlateDT-900ohneAbo CHF49.90.

3 Editorial Inhalt Im Brennpunkt Wirtschaftliche Aussichten fürs kommende Jahr 4 5 Konjunkturausblick Schweiz 6 Nachfolgeplanung bei Firmen 7 Politik und Wirtschaft Kampf um Gebührenhoheit 8 Porträt «Spezielle Gewerbler» 9 Zürich wirtschaftlich attraktiv 10 Berufsmesse Spezial Eröffnungsfeier 11 Ins Mekka der Berufwahl eingetaucht Bildung Bauberufe imwandel (der Zeit) 14 In eigener Sache KMU Frauen an der WIR-Messe 15 Kolumnen Karl Lüönd: Der tiefe Sinn der zweiten Strophe 16 Wadenbeisser:Gewerbestopper19 Verbände Horgner Weihnachtsmarkt 16 Die Schulfabrik im Kreis 5 17 KMU-Forum Region Winterthur 17 Ratgeber Sozialversicherungen Krankheit während Kündigungsfrist 21 Aktuell Opel Corsa setzt Standards 22 Topadressen Topadressen 23 Impressum 23 Anzeige Spannende Zeiten Hans Rutschmann, Präsident KGV Wiederum neigt sich ein ereignisreiches,spannendes Jahr dem Ende zu. Es ist die wichtigste Aufgabe des KGV, sich für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen einzusetzen, welche die KMU in ihrer Entwicklung fördern. Dafür wird in unseren Gremien wie beispielsweise der Berufsbildungskommission, der Baugewerbegruppe,der Gewerbegruppe im Kantonsrat oder den KMU-Frauen viel Zeit investiert, um guten Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Zusätzlich nehmen Verbandsvertreter in verschiedenen weiteren Gremien Einsitz und setzen sich für einen weiterhin funktionierenden Arbeitsmarkt ein. Leider macht der Kampf gegen eine schleichende Verschlechterung der Voraussetzungen für die Wirtschaft einen grossen Anteil unserer Arbeit aus.so kämpften wir 2014 unter anderem gegen die Mindestlohninitiative der Gewerkschaften, gegen die Abschaffung der Pauschalsteuern und im Baurecht gegen den Ökozwang und den Mindestanteil von preisgünstigen Wohnungen. Und leider ist unser Kampf nicht immer erfolgreich. Dazu kommt unser Dauereinsatz gegen die zunehmende Überregulierung und die anhaltende Gesetzesflut. Selbstverständlich werden wir unseren Einsatz für eine prosperierende Wirtschaft auch 2015 fortsetzen. Und hier werfen bereits einige grössere Ereignisse ihre Schatten voraus. Eine für unsere Wirtschaft äusserst wichtige Herausforderung wird die Erbschaftssteuerinitiative sein, die insbesondere auch die KMU in ihrer Entwicklung hemmen würde.auf kantonaler Ebene kommt im Juni des kommenden Jahres unserevolksinitiative«ja zu fairen Gebühren» zur Abstimmung. Dies wird für unseren Verband zu einer grossen Herausforderung,wollen und müssen wir diese Abstimmung selbstverständlich gewinnen. Im kommenden Frühjahr finden die Regierungs- und Kantonsratswahlen statt. Hier setzen wir uns mit der Kampagne «Top5» zusammen mit anderen Wirtschaftsverbänden für eine starke bürgerliche Regierung ein. Bei den Kantonsratswahlen sind insbesondere unsere Bezirksgewerbeverbände gefordert, in ihren Wahlkreisen Unternehmerpersönlichkeiten und Gewerbetreibenden zum Wahlerfolg zu verhelfen. Auch hier gilt es, die wirtschaftsfreundlichen Kräfte im Parlament zu stärken. Im Herbst folgen dann die National- und Ständeratswahlen. Es stehen uns also auch im kommenden Jahr spannende Zeiten bevor. Verluste vermeidet manonline. Creditreform Egeli Zürich AG Binzmühlestrasse 13, 8050 Zürich Tel. +41(0) Dezember /2014 3

4 Im Brennpunkt Wachstum schwach, aber stabil Verhalten, mit positiven Tendenzen so beurteilen vier Exponenten von Branchenverbänden die wirtschaftlichen Aussichten für das kommende Jahr.Ihre Forderungen an die Politik sind deutlich: Ausbau der Infrastruktur, keine kurzfristigen Sparprogramme,unnötige Regulierungen abbauen. Gabriela Meissner Europa schwächelt zwar weniger als auch schon, doch auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum zuhoffen, scheint derzeit nicht berechtigt. Dies prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle (KOF)der ETH Zürich für die kommenden beiden Jahre. Die Schweiz durchlaufe zurzeit eine Periode mit einem schwachen, aber stabilen Wachstum, heisst es in der Konjunkturanalyse weiter. Die Binnenwirtschaft neige zunehmend zur Schwäche,auch wenn die andauerndenettoeinwanderungeinendirekteneinbruchzuvermeiden vermöge. So sehen es auch die Exponenten von vier Branchenverbänden, die für die «Zürcher Wirtschaft» Stellung zur Entwicklung ihrer Märkte beziehen. Sowohl die ASTAG als auch der Schweizerische Baumeisterverbandsindder Überzeugung, dass diekonjunkturzurückgehenwird. ErneutePreissenkung Bei den Apothekern befürchtetman wegen mehrmaliger Preissenkungen von Medikamenten einen deutlichen Umsatzrückgang. Sie wollen sich künftig als erste Anlaufstelle imge- sundheitswesen positionieren und verlangen von der Politik, unnötige Restriktionen abzubauen. Positiver sehenesdie SchweizerHoteliers. Sie hoffen, dass sich die in ihrer Branche kürzlich eingesetzte Trendwendefortsetzenwird. Die KOF-Analyse erwartet insbesondere im Dienstleistungssektor eine weiter steigende Beschäftigung und hält eine Abschwächung des Frankens in nächster Zeit für unwahrscheinlich. AndréKirchhofer Astag Vizedirektor Daniel Lehmann Direktor Schweizerischer Baumeisterverband Dr. pharm. Lorenz Schmid Präsident des Kantonalen Apothekerverbands AVKZ Christophe Hans Hotellerie suisse Leiter Wirtschaftspolitik Welche wirtschaftliche Entwicklung erwarten Sie 2015 in Ihrer Branche? Trotz weiteren Wachstums dürfte die Konjunktur tendenziell an Fahrtverlieren. Die Auswirkungen werden auch imtransportgewerbe spürbar sein. DerVerdrängungskampf dürfte weiter zunehmen. Positiv ist hingegen der stabile Binnenkonsum, der für eine befriedigende Auftragslage insbesondereimstückgutbereich sorgt. Der Nah- und Baustellenverkehr profitiert vorderhand noch vom Hoch an der Immobilienfront, jedoch mit leichtabnehmender Tendenz. Am meisten Schwierigkeiten hat das internationale Geschäft, wo ausländische Mitbewerber zu ganz anderen, nicht immer nachvollziehbaren Kostenstrukturen tätig sind. Wir haben zwar im Bauhauptgewerbe nach wie vor hohe Umsätze, doch ist der Zenit klar überschritten. Die Anzeichen mehren sich, dass ab 2015 die Bautätigkeit im Bauhauptgewerbe rückläufig sein wird.verantwortlich dafür sind nicht nur die Zweitwohnungsinitiative und die Unsicherheit über die korrekte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, sondern auch die allgemeine Abschwächung der Bautätigkeit.All das ist verbunden mit einer Reduzierung von Arbeitsplätzen. Wirbefürchteneinen Umsatzrückgang von 5 Prozent. Die PreisederverschreibungspflichtigenMedikamentewurdenauf den 1. November 2014 ein weiteres Mal gesenkt.dies ist nun bereits die vierte grosse Preissenkung seit Die Medikamentenpreise in der Schweiz sind nun definitiv auf dem Preisniveau vergleichbarer europäischer Länder angelangt. Als Konsequenz gehen die Umsätze der über die Apotheke verrechneten Medikamente seit 2011 zurück.diese Entwicklung wird sich auch 2015 fortsetzen. Seit der Einführung der ärztlichen Medikamentenabgabe (Selbstdispensation) in denstädtenzürichundwinterthur steigt der Anteil des Medikamentenverkaufs durch Ärzte stetig,was zu zusätzlichen EinbussenindenApothekenführt. Nachdem die vergangenen Jahre für die Schweizer Beherbergungswirtschaft aufgrund des starken Frankens und der weltweit lahmenden Konjunktur schwierig waren, dürfte sich die kürzlich eingesetzte Trendwende fortführen. Sowohl bei den Übernachtungszahlen als auch bei der Wertschöpfung sind leicht positive Tendenzen zu erwarten. Für die anstehende Wintersaison dürfte das Wachstum etwas dynamischer ausfallen als für die Wintersaison des letzten Jahres, basierend auf der Hoffnung,dass sowohl im europäischen Umfeld als auch weltweit steigende Wachstumsdynamiken zu erwarten sind und diewetterverhältnisse etwas positiver ausfallen Dezember /2014

5 Im Brennpunkt Von welchen internen und externen Faktoren ist ein positiver Verlauf der Geschäfte primär abhängig? Eine zentrale Herausforderung des Transportgewerbes ist es, dieproduktivitätmindestensauf dembisherigenniveauhaltenzu können. Erschwerend wirkt sich zunehmend die Situation auf dem Strassennetz aus. Infolge von Kapazitätsengpässen und gleichzeitigem Verkehrswachstum kommtesregelmässig zu Überlastungen, Staus und Unfällen. Zahlreiche Netzabschnittesindchronischüberlastet.Hier besteht enormer Handlungsbedarf. Zudem ist es wie in anderenbranchenauch wichtig,die eigenen Kosten zu kennen und im Griff zu haben. DieTransportpreisemüsseneineklareKostenkalkulationalsGrundlagehaben. Zudemgilteszuvermeiden,dass neuestaatlicheundadministrative Belastungen dazukommen. Im Bauhauptgewerbe spielt eine zentrale Rolle, ob die Stimmung der Wirtschaftsentwicklung positiv ist oder nicht. Nur wer an eine gute Entwicklung glaubt, investiert auch wirklich. Wegen der heutigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ist dies aktuell aber nur zum Teil der Fall. Die öffentliche Nachfrage ist entscheidend für ein mittelfristig stabiles Budget.Dabei spielen bevorstehende Weichenstellungen bei der Finanzierung der öffentlichen und der privaten Infrastruktur dies vorallem bei Strasse und Schiene -eine wesentliche Rolle. Die Zukunft wird zeigen, ob die Politik weitere Preissenkungen fordertund ob immer mehr Ärzte ihr Einkommen mit dem Nebenverdienst des Medikamentenverkaufs aufzubessern versuchen. Gleichzeitig liegt es an uns Apothekerinnen und Apothekern, die Apotheke als kompetente und praktische Anlaufstelle für jegliche Fragen zu Gesundheit und Krankheit neu zu positionieren. DieChancenindiesem Bereich und damit für eine positivezu- kunft der Apotheken des Kantons Zürich sind gut,weil dies auch im Sinne der Bevölkerung und des Zürcher Gesundheitswesens ist.die Gesundheit ist unserhöchstesgut.hoffen wir also,und daran arbeiten wir natürlich auch, dass die Politik die Qualitäten und Kompetenzen der Apotheken nutzt und diese im Sinne der Bevölkerung erweitert. Für die Beherbergung als Exportbranche hat neben der inländischen Wirtschaftsentwicklung die konjunkturelle Lage in den wichtigsten Quellmärkten einen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf. Hier ist vor allem die Zurückhaltung der europäischen Gäste aufgrund der schwachenwirtschaftsdynamik im Euroraum zu spüren. Das wirtschaftliche Umfeld und die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz sind ebenfalls erfolgsrelevant Unsicherheiten bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der Zweitwohnungsinitiative haben diesbezüglich einen negativen Einfluss auf die Investitionstätigkeit in der Branche und hemmen das Wachstum. Nicht zuletzt beeinflussen auch die Wetterverhältnisse die Übernachtungszahlen. Was erwarten Sie von der Politik,damit Ihre Branche in den nächsten Jahren prosperieren kann? Das Transportgewerbe ist auf eine leistungs- und funktionsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Deshalb müssen die Schweizer Strassen in den nächsten Jahren massiv ausgebaut und modernisiert werden. Zu einem substantiellen Erneuerungsprogramm gehören die Engpassbeseitigung sowie Kapazitätserweiterungen in allen Landesteilen. Aus Sicherheitsgründen darf aber auch der Sanierungstunnel am Gotthard nicht vergessen gehen. Eine zweiteherausforderungbesteht indernachwuchsförderung.die NachfragenachTransportdienstleistungen wirdinden nächsten Jahren enorm ansteigen. Umso wichtiger ist es, genügend Jugendliche für die Berufswelt des Transportgewerbes zu begeistern. Drittens braucht es eine faire Verkehrsfinanzierung auf Grundlage desverursacherprinzips und der Kostenwahrheit. Aus unserer Sicht ist eine verlässliche Investitionspolitik vor allem iminfrastrukturbereich zentral. Da die Investitionen langfristig ausgerichtet sind, machen kurzfristige Sparprogramme und auch Konjunkturpakete kaum Sinn. Sie werden meist zu früh oder zu spät umgesetzt und kommen selten zum richtigen Zeitpunkt. In der Raumplanung hat die Politik Instrumente zu schaffen, die eine bauliche Verdichtung dort ermöglichen, wo es Sinn macht. Es wäre aber falsch, die Raumplanung über zentrale,generelle Rahmengesetze steuern zuwollen. Viel zielführender ist der Abbau von unnötigen Regulierungen undvorschriften direkt vor Ort in den einzelnen Gemeinden. Die Apotheken wollen sich als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen positionieren positionieren dürfen. Und ich sage bewusst «dürfen». Denn bis heute bleibt dies der Apotheke in vielen Bereichen untersagt. Viele Medikamente dürfen nur mit ärztlicher Verschreibung abgegeben werden, obschon die universitäre Ausbildung der Apothekerinnen und Apotheker deren Abgabe und Einsatz zu Gunsten der Bevölkerung eigentlich erlauben würde. Die Politik ist gefordert, dieser unnötigen Restriktion wohlgemerkt in Zeiten des Hausärztemangels den Riegel zu schieben. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 tendiertdie Schweiz dazu, eigene wirtschaftliche Errungenschaften infrage zu stellen oder gar zu torpedieren. Es ist die Rolle der Politik, gemeinsam mit der Wirtschaft, die Fundamente unseres Erfolgs zu bewahren, gegenüber der Bevölkerung zu vertreten. Die Offenheit gegenüber anderen Kulturen, unser Pragmatismus als Antwort auf die Komplexität der Welt, unsere liberale Sichtund Innovationskraft haben uns Respekt undwohlstand gebracht. Diese Werte scheinen aber heuteinfrage gestellt.abschottung,überregelung und Protektionismus sind trügerische Sicherheiten und bestimmt keine passende Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.Die Politik ist deshalb gefordert, aktiv gegen populistischetrends zu handeln auch imbevorstehenden Wahljahr Dezember /2014 5

6 Im Brennpunkt Konjunkturausblick Schweiz 2015 Die Schweiz glänzte nach der Finanzkrise zwar nicht mit bombastischen Wachstumsraten, aber doch mit einer soliden Konjunkturentwicklung.Im europäischen Umfeld ist dies ein präsentables Ergebnis,das nicht zuletzt durch die Schützenhilfe der SNB ermöglicht wurde.wie stehen die Zeichen für 2015? David Marmet Vor einem Jahr standen die Zeichen in der Schweiz auf Wachstum, die globalen Konjunkturaussichten verhiessengutes.inden letzten Quartalen hat sich das internationale Umfeld aber eingetrübt. Zwar bleiben in den USA die Konjunkturkräfte vergleichsweisestark,aberdie jüngsten Konjunkturdaten aus der Eurozone deuten auf eine noch langsamere Erholung hin, als ursprünglich gedacht. Insbesondere die Wirtschaftszahlen aus Deutschland haben enttäuscht. Die Schweiz als kleine, offene Volkswirtschaft inmitten EuropaskannsichdieserEntwicklung nicht entziehen. Es zeichnet sich sowohl beim Aussenhandel als auch bei der Binnennachfrage eine zwar nicht düstere, aber doch recht lustlose Entwicklung ab. Solider Aussenhandel Der schweizerische Aussenhandel hat sich im bisherigen Jahresverlauf trotz anspruchsvollem Umfeld insgesamt von seiner soliden Seite gezeigt. Zwar legten die Gesamtexporte nur bescheiden zu. Erfreulich ist aber, dass das Wachstum über die Branchen breit abgestützt war. Nun könnte man geneigt sein, daraus den Schlusszuziehen, die Lage der SchweizerExporteure sei samt und sonders als «gut» zu bezeichnen. EinBlickzurückzeigt jedoch, dass seit der Finanzkrise einige wichtige Branchen ihre Exporte steigern konnten, während bei anderen die aktuellen Ausfuhren weit unter den Niveaus von 2008 liegen. Zu den Letztgenannten gehören die Maschinen-, die Elektronik- und die Metallindustrie (vgl. Grafik). Besonders stark zurückgegangensind hier die Exporte in den wichtigsten Markt, die EU. Auf der anderen Seite steht die pharmazeutische Industrie. Seit Beginn der Finanzkrise wirkte diese Branche stabilisierend für den gesamten Aussenhandel war sie doch aufgrund der Tatsache, dass sie vergleichsweise weniger stark dem globalen Preiswettbewerb ausgesetzt ist, weniger anfällig für exogene Schocks. Im kommenden Jahr darf mit einer leicht besseren Konjunkturlage im Ausland sprich auch in der Eurozone gerechnet werden. Die schweizerische Aussenhandelsdynamikdürfte entsprechend wieder kontinuierlich zulegen. Solange aber die Investitionsdynamik in der Eurozone nicht deutlich an Fahrt gewinnt, sehen wir gerade für die MEM-Industrien wenig zusätzlicheimpulse. Lustlose Binnenkonjunktur Die beim privaten Konsum seit längerem erwartete Konsummüdigkeit scheint sich nun allmählich auszubreiten. Die grösseren Anschaffungen sind dank mehrjährigem Tiefzinsumfeld und dank Reallohnsteigerungengetätigt. Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Verbraucher weniger zuversichtlich in diezukunft blicken. Die Unsicherheit über die angemessene Umsetzung der vom Schweizervolk gewünschten Zuwanderungsbeschränkungbremstzudem Welt EU USA China EMMA Gesamtexporte Pharma, Chemie Maschinen, Elektronik Metalle Uhren, Präzisionsinstr Welt EU USA China EMMA Gesamtexporte Pharma, Chemie Maschinen, Elektronik Metalle Uhren, Präzisionsinstr. Grafik: Exporte nach Branchen und Regionen (in %3.Quartal 2014 vs.1.quartal 2008). Quellen: Eidg.Zollverwaltung,Zürcher Kantonalbank, 2014 ZurPerson Gastautor Dr.David Marmet ist Leiter Marktanalyse Schweiz bei der Zürcher Kantonalbank. die Investitionslust,nicht zuletzt im Bausektor. Der Zenit ist überschritten; ausgehend vom heutigen hohen Niveau werden die Bauinvestitionen leicht rückläufig ausfallen. Voneinem deutlichen Rückgang bei der Bautätigkeit oder auch bei den Immobilienpreisen ist jedoch nicht auszugehen. Euro-Mindestkurs bleibt In einem solchen konjunkturellen Umfeld sind kaum Inflationstreiber auszumachen. Zum einen schlagen sich rückläufige Energiepreise sowie die deflationäre Entwicklung in der Eurozone in sinkenden Importpreisen nieder. Zum anderen haben die inländischen Produzenten aufgrund unterdurchschnittlicher Kapazitätsauslastung wenig Spielraum, höhere Preise durchzusetzen. Wirerwarten daher auch für 2015 nureine leicht positive Inflationsrate(0,4 Prozent). Gerade diese Inflationsentwicklung bekräftigt die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrem Entscheid, mit der bisherigenpolitik fortzufahren. Wir erwarten daher in der Tat, dass die SNB die EUR/CHF-Untergrenze bis weit über das Jahr 2015 hinaus aufrechterhalten wird. Dies wiederum heisst, dass eine erste Leitzinserhöhung noch in weiter Ferne liegt.eine unterdurchschnittlichwachsende Wirtschaft wir prognostizieren für 2015 eine BIP-Steigerung von1,5 Prozent und keine Inflationsgefahren am Horizont bedeuten wiederum, dass die Langfristzinsen auch im nächsten Jahr auf äusserst niedrigem Niveau verharren werden. Die viel beschworene Zinswende lässt also weiterhin auf sich warten Dezember /2014

7 Im Brennpunkt «Jeder hatseine Rolle gefunden» Tausende Firmen stehen in den nächsten Jahren vor einer Firmenübergabe.Zu einem Generationenwechsel ist es 2014 bei der Thalwiler Firma Fankhauser Reisen und Transporte gekommen. Sohn Pascal Fankhauser hat Anfang Jahr das Ruder der Firma übernommen. Iris Rothacher Märk Fankhauser von Fankhauser Reisen und Transporte fasste die Nachfolgeplanung seiner Firma früh ins Auge. «Seit 2009 habe ich mich intensiv damit beschäftigt», sagt er. «Ich habe zusammen mit meiner Frau einen Vortrag der ZKB über Nachfolgereglung besucht. Danach wusste ich, ich will und muss mich frühzeitig darum kümmern.» Der Thalwiler Geschäftsführer war damals 51 Jahre alt. Eine Übernahme innerhalb der Familie zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt schon ab. «Schweizer Unternehmer respektieren die Berufswahlfreiheit ihrer Kinder heute viel stärker als noch vorjahrzehnten», erklärtder Senior- Chef.Als Pascal in der Branche Fuss fasste, war für ihn völlig klar, seinen Sohn für eine spätere Geschäftsübernahmeeinmalanzufragen. DasGeschäftzuübernehmen, seifür ihn keine familiäre Verpflichtung gewesen, erklärt der Junior. Er sei in seinem Entscheid völlig frei gewesen. Seine Eltern hätten ihn nie gedrängt oder gar von ihm verlangt, dass er in die Fussstapfen seines Vaters trete. «Doch die Herausforderung, diese Firma weiterzubringen, war und ist für mich ein grosser Anreiz und eine Herausforderung. Mir war schon sehr früh klar, entweder ich werde Fussballprofi oder ich übernehme irgendwann die Firma.» Es hat Pascal immer interessiert, was bei Fankhauser Reisen und Transporte läuft. Schon als Schulkind sei erinden Ferien in den Lastwagenmitgefahren,das seifür ihn das Grösste gewesen. Als Chef akzeptiert es sind schon über 15 Jahre,zusammen», sagt Pascal Fankhauser erstaunt, «und funktionieren sensationell, im Beruf und privat. Es ist,als wären wir seelenverwandt.» Leben und lebenlassen ist eine von Märk Fankhausers Lebensphilosophien. «Ich weiss um Pascals Qualitäten, mein Sohn hatte längst vor der Übergabe mein Vertrauen und auch sämtliche Vollmachten.» In den Büros in Rüschlikon sieht es auch aus, als wäre alles beim Alten. Wenn auch die Fäden seit Anfang Jahr bei Sohn Pascal zusammenlaufen. Auch mit den Mitarbeitern hat es Pascal Fankhauser gut. «Unsere langjährigen Angestellten akzeptieren mich als Chef», sagt der Junior. «Allerdings haben wir eher ein kollegiales und freundschaftliches Verhältnis. Wichtig ist das Miteinander.» Eine grosse Stütze sei ihm zudem seine Schwester Simone,die seit vier Jahren im Familienbetrieb mitarbeitet. Mit richtigen Schwierigkeiten hatten Fankhausers während der Firmenübergabe nicht zu kämpfen. Natürlich würde es auch bei ihnen,wie in jeder Firma, zu Meinungsverschiedenheiten kommen, das sei aber völlig normal.im grossen Ganzen ging die Firmenübergabe ohne nennenswerte Probleme über die Bühne. Beneidenswert, sagendie einen, machbar, weiss Märk Fankhauser. «Eine Firmennachfolge muss man von langer Hand planen, meistens ist man zu kurzfristig.» Mehr Zeit für Politik Seit 1998 engagiert sich Märk Fankhauser in der Gemeinde.Erst war er in der Schulpflege, danach im Gemeinderat als Finanzvorstand tätig stellte er sich als Gemeindepräsident zur Wahl und gewann sie.«für mich war immer klar, dass ichnachder Firmenübergabenicht plötzlich auf null runterfahren will. Ich arbeitete gerne und bewege gerne etwas. Aber ich bin in der Dessertphase meines Lebens, ich habe alles erreicht: Privat, in der Familie, mit meiner Firma, in der Politik.Mit Pascal als meinem Nachfolger kann ich mich voll und ganz auf mein Amt als Gemeindepräsident konzentrieren, das etwa 60 Prozent in Anspruch nimmt. Ich weiss, die Firma ist in den besten Händen.Das gibt mir viel Gelassenheit.» Er könne sich gut zurückhalten und seinem Sohn das Steuer überlassen. «Ich rede mit, wenn ich gefragt werde, aber nicht drein.» Das sei wohl auch ein Teil des Loslassens.«Es war ein Umgewöhnen. Wir diskutieren zwar wichtige Dinge,doch der Entscheid liegt bei Pascal.» Erfolgreiche Übergabe Pascal Fankhauser war sich bewusst, dass er miteiner Firmamit rund 20 Mitarbeitenden auch eine grosse Verantwortung übernommen hat. Angst hatte er keine, aber Respekt davor. Zum Beispiel vor der Personalführung. Auch für die Kunden hatsichfastnichtsgeändert. Durch die jahrelange Mitarbeit von Pascal Fankhauser wissen gerade Stammkunden, dass erebenso kompetent Auskunft erteilt wie sein Vater. «Der Prozess war schleichend», berichtet Märk Fankhauser, «plötzlich wollten die Anrufer mit meinem Sohn verhandeln und nur noch selten mit mir. Da wusste ich, ich habe die Firma Fankhauser Reisen und Transporteerfolgreichübergeben.» Nach seiner Lehre hat Pascal im Familienbetrieb angefangen. Bis zum heutigen Taghat er es nicht bereut. «Wir arbeiten bereits seit 10, nein, Märk Fankhauser steht seinem Sohn Pascal jederzeit mit Ratund Tatzur Verfügung. Bild: Iris Rothacher 11. Dezember /2014 7

8 Politik und Wirtschaft Kampf um Gebührenhoheit Diverse Gemeindepräsidenten wollen nicht, dass ihre Gemeindeversammlungen in Zukunft über die Höhe von Gebühren demokratisch mitbestimmen können. Dies im Gegensatz zum Kantonsrat. Werner Scherrer* Rund ein Drittel der Zürcher Gemeinden haben aus reiner Propaganda das Referendum gegen die Initiative «JA zu fairen Gebühren» vom Kantonalen Gewerbeverband KGV und vom Hauseigentümerverband HEV unterschrieben.ein Referendum ist rechtlich unnötig, weil bereits ein Referendum ergriffen worden ist. Vonder Wiege bis zur Bahre zahlen wir Gebühren. Dabei steigen diese Einnahmen kontinuierlich und ungebremst. Es ist für die Exekutiven und die öffentliche Hand viel zu einfach, ohne Aufwand und ohne grosse Widerstände Gebühren zu erhöhen und als gut geölte Geldmaschine zu verwenden. Die Kreativität ist dabei fast grenzenlos:dagibt es Gebühren für die Kontrolle der Öffnungszeiten eines 24h-Tankstellenshops und Gebühren für die Aussenbeschriftung von Schaufenstern, die immillimeterbereich inden öffentlichenraumhinausragen. Anzeige Finanziell erheblich gewichtiger sind die riesengrossen Unterschiede bei den Baubewilligungsgebühren, die bis zum Zwanzigfachen differieren können und Abertausende von Franken ausmachen. Schon 2001 hat der HEV Zürich festgestellt: «Wer die Kostenentwicklung in den letzten 10 Jahren aufmerksam verfolgt hat, stellt fest, dass sich Bauen und Wohnen durch kräftig gestiegene Gemeindegebühren für Hauseigentümer und Mieter massiv verteuert haben.» Geändert hat sich nichts. Jetzt hat sich diesen Monat in gleicher Sache der Preisüberwacher Stefan Meierhans eingeschaltet. Er stelltinseinemfazit fest: «Die zum Teil grossen Unterschiede stechen stark ins Auge Teilweise dürften hohe Gebühren dazu dienen, gestiegene Ausgaben der öffentlichen Hand ohne Steuererhöhung zu finanzieren.» SpitzenwerteinZürich Untersucht wurden die 30 einwohnerstärksten Gemeinden der Schweiz. Zu den Gemeinden, die bei sämtlichen untersuchten Haustypen über dem Durchschnitt liegen, gehörenzürich mit dem Spitzenwert, Winterthur, Uster und Dübendorf. Dieser Selbstbedienungsladen für Gebühren muss unter Kontrolle gebracht und das Gebührenwachstum eingeschränkt werden. Die Lösung: Die Gebühren sollen den gleichen Regeln wie die Steuern unterliegen. Basis für die Kontrolle soll ein Gebührenkatalog sein, wie ihn schon diversegemeinden im Kanton Zürich kennen, noch aber ohne Mitbestimmung der Bevölkerung. Längst nicht allegemeindepräsidentensindgegen die neue Lösung.«Wenn die Gemeindeversammlung oder das Gemeindeparlament über die Gebühren debattiert und den Katalog festlegt, dann stärkt das die Legitimität der Gebühren», ist Philipp Kutter,Stadtpräsident vonwädenswil,überzeugt. Kontrolle alle vier Jahre Im Gegensatz zuden Steuern soll nurallevier JahreeineKontrolle der Gebühren erfolgen. Der Aufwand hält sich also im Vergleichzu einer Budgetdebatte mit viel mehr Kostenstellen in Grenzen, bringt aber Transparenz bei der Berechnung und bei der Erhebung von Gebühren. Zudem dürfen Gebühren in Zukunft nur kostendeckend erhoben und damit nicht zu Quersubventionenverwendet werden. Undvielleicht werden wir esauf diese Weise einmal erleben, dass Gebühren nicht immer nur steigen, sondern auch einmal sinken. Nicht nur, weil zu viel erhoben wurde, sondern weil eine Gemeinde dank der neuen Vergleichbarkeit vielleicht eineeffizienterelösungfindet. Eines steht heute schon fest: Dem Kanton Zürich und seinen GemeindenstehtimJuni2015 an der Urne ein grosses Gerangel umdie Gebührenhoheitbevor. *Werner Scherrer ist Kantonsrat (FDP) undvizepräsident des KGV Kurz gemeldet Pauschalsteuer: Erfolg für den KGV Überraschend klar hat das Stimmvolk am 30. November die Volksinitiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerungabgelehnt.Dieses erfreulicheresultatist aufeinegut geplante und sauber durchexerzierte Kampagne des schweizerischen Gewerbeverbands sgv zurückzuführen. Erfreulicherweise hat auch der Wirtschaftskanton Zürich die Initiative knapp abgelehnt, nämlich mit 51 zu 49 Prozent. Dies ist besonders bemerkenswert, rechnete man im Vorfeld doch eher mit einem Ja:Zürich hatte die Pauschalbesteuerung bereits 2009 abgeschafft, negative Folgen waren seither kaum zuspüren. Folglich genoss die Initiative der linken AL bis weit inbürgerliche Kreise hinein Sympathien. Nichtsdestotrotz hat der KGV, unterstütztvom HEVund von der ZürcherHandelskammer, undausgestattet mit äusserst bescheidenen Mitteln, eine kleine, aber feine Inseratekampagne gegen die Initiative geführt.diesehat am Ende wohl den Unterschied ausgemacht: Weniger als 9000 Stimmen trennten das Nein- vom Ja-Lager. Ein schönererfolg für den KGV,der einmal mehr beweist,dass sich der Einsatz für die richtige Sache immer lohnt, auch wenn die Erfolgsaussichten auf den ersten Blick düster scheinen. (ub) version internet ABACUS Business Software goes mobile ABACUS bringt Bewegung in Ihr Business. AbaSmart, die App für das ipad, informiert Sie schneller, macht Sie und Ihre Mitarbeiter effizienter und flexibler: > Unterwegs Leistungen, Spesen, Stunden erfassen, Rapporte ausfüllen, Adressen und Projektdaten bearbeiten und sofort mit der Software inihrem Unternehmen synchronisieren Dezember /2014

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