Nachwuchsmangel und Generationenfalle Analyse und Strategie

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1 Nachwuchsmangel und Generationenfalle Analyse und Strategie 60. Konsultativtagung der deutschsprachigen Ärzteorganisationen, Brunnen, 4. Juli 2014 Dr. Max Kaplan Vizepräsident der Bundesärztekammer Präsident der Bayerischen Landesärztekammer Folie 1

2 Von der Ärzteschwemme zum Ärztemangel? DER SPIEGEL: 46/1979 Ärzteschwemme in den achtziger Jahren? Jährlich 6000 Jungmediziner, meint der Kassenarzt-Funktionär Professor Häussler, werden in den achtziger Jahren keinen Facharzt-Ausbildungsplatz in den Kliniken finden; direkt aus dem Hörsaal würden sie auf die Patienten losgelassen. Einzige Alternative, so Häussler im SPIEGEL-Gespräch: Jeder, der sich als Praktiker niederlassen will, muss eine vierjährige Spezialausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin durchlaufen. Folie 2 Quelle: DER SPIEGEL S. 84, 46/1979

3 Von der Ärzteschwemme zum Ärztemangel? Folie 3 Quelle: Ergebnisse der Ärztestatistik zum , BÄK/KBV

4 Von der Ärzteschwemme zum Ärztemangel? Verglichen mit der Zeit der Ärzteschwemme hat die Anzahl von Ärztinnen und Ärzten noch zugenommen. Dennoch prognostiziert die Bundesärztekammer einen Ärztemangel? 1. Demographische Entwicklung geht mit steigendem Bedarf an medizinischen Leistungen einher 2. Generationenfalle: Generation der Babyboomer verlässt altersbedingt die kurative Tätigkeit 3. Generation Teilzeit: Mehr Ärzte leisten nicht notwendigerweise auch mehr Arbeit Folie 4

5 Steigender Bedarf an medizinischen Leistungen Folie 5 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland, Statistisches Bundesamt

6 Steigender Bedarf an medizinischen Leistungen Folie 6 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland, Statistisches Bundesamt

7 Generationenfalle: Die Medizin wird älter Folie 7 Quelle: Ergebnisse der Ärztestatistik zum , BÄK/KBV

8 Generationenfalle: Vertragsärzte, die 60 Jahre oder älter sind Folie 8 Quelle: Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung, Kopetsch 2010

9 Geleistete Jahresarbeitszeit von Ärztinnen und Ärzten Folie 9

10 Geleistete Wochenarbeitsstunden von Ärztinnen und Ärzten Folie 10 Quelle: Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung, Kopetsch 2010

11 Personen (Tsd.) Ärztemangel: stationärer Bereich Krankenhäuser, Angebot Krankenhäuser, Nachfrage Folie 11 Studie WifoR und PWC (2010) Fachkräftemangel Stationärer und ambulanter Bereich bis zum Jahr 2030

12 Ärztemangel: stationärer Bereich Folie 12 Stellenbesetzungsprobleme nach Positionen, Blum/Löffert: Ärztemangel im Krankenhaus Ausmaß, Ursachen, Gegenmaßnahmen, Deutsches Krankenhausinstitut, 2010

13 Ärztemangel: ambulanter Bereich Folie 13 Niedergelassene Ärzte, Ergebnisse der Ärztestatistik zum , BÄK/KBV

14 Personen (Tsd.) Ärztemangel: ambulanter Bereich Arztpraxen, Angebot Arztpraxen, Nachfrage Folie 14 Studie WifoR und PWC (2010) Fachkräftemangel Stationärer und ambulanter Bereich bis zum Jahr 2030

15 Ärztemangel: hausärztliche Versorgung Folie 15 Entwicklung der Zahl der Hausärzte (ohne Kinderärzte) bis 2020 (Bundesarztregister KBV, Arztzahlentwicklung 2010)

16 Ärztemangel: regional Prognose der hausärztlichen Versorgung in Bayern Landkreise mit geringerem Versorgungsniveau* Würzburg Bayreuth Nürnberg Regensburg Landshut Augsburg (80% bis < 100%) als 2007 Landkreise mit deutlich geringerem Versorgungsniveau* (< 80 %) als 2007 Versorgungsniveau = Versorgungsangebot Versorgungsnachfrage Versorgungsangebot: München Annahme: 2007 = 100% Nachbesetzung Ärzte, wie Durchschnitt der letzten Jahre. Ruhestand Ärzte mit 70 Jahren Folie 16 Versorgungsnachfrage: Annahme: Basis = Anzahl der Arztkontakte/Morbidität der Bevölkerung 2007 Demographische Entwicklung

17 Ärztemangel: regional Prognose der hausärztlichen Versorgung in Bayern Würzburg Würzburg Bayreuth Bayreuth Nürnberg Nürnberg Regensburg Regensburg Landshut Landshut Augsburg Augsburg Landkreise mit geringerem Versorgungsniveau* (80% bis < 100%) als 2007 Landkreise mit deutlich geringerem Versorgungsniveau* (< 80 %) als 2007 Versorgungsniveau = Versorgungsangebot Versorgungsnachfrage Versorgungsangebot: München München Annahme: 2007 = 100% Nachbesetzung Ärzte, wie Durchschnitt der letzten Jahre. Ruhestand Ärzte mit 70 Jahren Folie 17 Versorgungsnachfrage: Annahme: Basis = Anzahl der Arztkontakte/Morbidität der Bevölkerung 2007 Demographische Entwicklung

18 Ärztemangel: regional Prognose der hausärztlichen Versorgung in Bayern 2007 Würzburg Bayreuth Nürnberg Regensburg Landshut Augsburg Landkreise mit geringerem Versorgungsniveau* (80% bis < 100%) als 2007 Landkreise mit deutlich geringerem Versorgungsniveau* (< 80 %) als 2007 Versorgungsniveau = Versorgungsangebot Versorgungsnachfrage Versorgungsangebot: 2020 München Annahme: 2007 = 100% Nachbesetzung Ärzte, wie Durchschnitt der letzten Jahre. Ruhestand Ärzte mit 70 Jahren Folie 18 Versorgungsnachfrage: Annahme: Basis = Anzahl der Arztkontakte/Morbidität der Bevölkerung 2007 Demographische Entwicklung

19 Ärztemangel: regional Prognose der hausärztlichen Versorgung in Bayern Landkreise mit geringerem Versorgungsniveau* 2007 Würzburg Bayreuth Nürnberg Regensburg Landshut Augsburg (80% bis < 100%) als 2007 Landkreise mit deutlich geringerem Versorgungsniveau* (< 80 %) als 2007 Versorgungsniveau = Versorgungsangebot Versorgungsnachfrage Versorgungsangebot: 2025 Folie 19 München Annahme: 2007 = 100% Nachbesetzung Ärzte, wie Durchschnitt der letzten Jahre. Ruhestand Ärzte mit 70 Jahren Versorgungsnachfrage: Annahme: Basis = Anzahl der Arztkontakte/Morbidität der Bevölkerung 2007 Demographische Entwicklung

20 Ursachenforschung: mangelnde Attraktivität? Studierende im Fach Humanmedizin Folie 20 Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung;

21 Ursachenforschung: mangelnde Attraktivität? Studierende im Fach Humanmedizin Folie 21 Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung

22 Ursachenforschung: mangelnde Attraktivität? ursprünglich in Deutschland tätige Ärztinnen und Ärzte sind 2013 ins Ausland abgewandert (Anteil der deutschen Ärzte 62,9 Prozent). Die beliebtesten Auswanderungsländer sind wie in den vergangenen Jahren die Schweiz (793), Österreich (289) und die USA (143). Jahr Folie 22 Quelle: Ergebnisse der Ärztestatistik zum , BÄK/KBV

23 Ursachenforschung: mangelnde Attraktivität? Gründe für den Ausstieg aus der kurativen Tätigkeit: Hierarchie / autoritäre Führung Zeitliche Belastung / mangelnde Vereinbarkeit Familie und Beruf Vergütung Zu viele nicht-ärztliche Tätigkeiten Folie 23 Quelle: Gutachten zum Ausstieg aus der kurativen ärztlichen Berufstätigkeit in Deutschland, BMGS 2004

24 Lösungsansätze Für eine Strategieentwicklung zur Nachwuchsgewinnung müssen Gründe für ein Verlassen der kurativen Tätigkeit berücksichtigt werden Arbeitsbedingungen in Kliniken ändern (Arbeitszeitgestaltung, Vereinbarkeit Familie/Beruf, flache Hierarchien) Niederlassung muss attraktiver werden (niederschwelliger Einstieg in die Niederlassung, neue Versorgungsformen, Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes, Stärkung der ländlichen Region) Arbeitsteilung innerhalb der Gesundheitsberufe neu überdenken Folie 24

25 Folie 25 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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