Informationen zur Vorbereitung auf einen C-SR-Lehrgang

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1 Informationen zur Vorbereitung auf einen C-SR-Lehrgang Was soll dieses Schreiben eigentlich? Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele angehende C-Schiedsrichter entweder falsch oder ungenügend vorbereitet zum Lehrgang kommen. Das Ergebnis sind z.t. relativ hohe Durchfallquoten und Frustration: Bei den Teilnehmern, aber auch bei den Ausbildern! Dieser Text soll helfen, dieses Problem zu beseitigen und erläutert, welche Vorbereitung von den Teilnehmern erwartet wird. Natürlich ist das keine Garantie zum Bestehen und es wird auch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Trotzdem glauben wir, dass die genannten Tips dem Prüfling bei der Vorbereitung helfen können. Ablauf eines SR-Lehrganges Üblicherweise ist der Lehrgang in einen Ausbildungsteil und einen Prüfungsteil aufgeteilt. In erstgenanntem werden die Problem-Themen aber auch bei den Teilnehmern auftretende Fragen durchgearbeitet. Die Dauer beträgt etwa drei Stunden. (Anmerkungen: Der Theorieteil wird unterschiedlich gehandhabt. Zum Teil gibt es einen separaten Vorbereitungslehrgang und nur einen kurzen Theorieteil direkt vor der theoretischen Prüfung.) Der Prüfungsteil ist wiederum in eine theoretische (schriftliche) und in eine praktische Prüfung aufgeteilt. Die theoretische Prüfung dauert 75 Minuten. Der Test besteht aus mehreren Teilen: - Ankreuztest mit 30 Textfragen zu den Regeln mit jeweils 4 möglichen Antworten. Es können 1-3 Antworten richtig sein. Ist eine Antwort zu viel oder zu wenig angekreuzt, gilt die die Frage als falsch beantwortet. - 3 Fragen zu Aufstellungen. Es muß entschieden werden, ob die dargestellte Aufstellung richtig oder falsch ist. Hier können 6 Punkte erzielt werden. Jedes richtige Kreuz gibt einen Punkt. - Ankreuztest mit 2 Fragen zu den Handzeichen mit jeweils 8 möglichen Antworten (als Text). Hier können 8 Punkte erzielt werden. Jedes richtige Kreuz gibt einen halben Punkt. - Anschreibebogen: Der Prüfling erhält einen bereits ausgefüllten Spielberichtsbogen. In diesem Bogen befinden sich keine Fehler. Allerdings fehlen Eintragungen. Ihr seid der Schiedsrichter, der nach dem Spiel den Bogen kontrolliert und die fehlenden Dinge nachträgt. Es muß keine Eintragung geraten werden, sondern es läßt sich aus dem Bogen erkennen, was genau eingetragen werden muß. Für 12 korrekt und vollständig nachgetragene Dinge erhält man 6 Punkte. Achtung: Nicht jede einzelne Zahl ist automatisch ein halber Punkt. - Zum Bestehen der theoretischen Prüfung müssen 40 von 50 Punkten erreicht werden. Bei der praktischen Prüfung muß jeder Prüfling mindesten als 1. und als 2. Schiedsrichter ein Spiel pfeifen. Die SR werden vom Ausbilder beobachtet und anschließend wird die Leistung des Prüflings besprochen.

2 Um den Schiedsrichterschein zu erhalten müssen sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung bestanden werden. Theorie Regelheft durcharbeiten o Es ist nicht möglich im Lehrgang sämtliche Themen durchzuarbeiten. Aus diesem Grund ist es auch trotz evtl. vorhandener Spielerfahrung oder Erfahrung als D-SR notwendig, sich intensiv mit dem Regelwerk auseinanderzusetzen. o Im Gegensatz zu der D-Prüfung geht es nicht mehr nur darum, dass der SR das Spiel irgendwie leiten kann, sondern durch Abfragen von z.t. sehr speziellen Sonderfällen und auch weiterführenden Interpretationen soll eine vertiefte Regelkenntnis bewirkt werden. o Bitte besorgt Euch ein aktuelles Regelheft. Es gibt häufiger Regeländerungen und Ihr müsst Euch auf die aktuell gültigen Regeln vorbereiten. Ein altes Regelheft gilt nicht als Ausrede für falsche Antworten. Anschreiben üben o Auch hier gilt das Anschreiben kann nicht in vollem Umfang durchgenommen werden. Dafür ist in dem Lehrgang einfach keine Zeit. Als D-Schiedsrichter beherrscht Ihr das ja bereits. o Trotzdem kann es nicht schaden, sich nochmal ein paar Klassiker anzuschauen. Einige Dinge gehen auch sehr leicht vergessen, weil sie einfach nicht so häufig vorkommen. o Aufstellung o Auch bei diesem Thema gehen wir davon aus, dass Ihr dies als D-SR bereits beherrscht. o Es schadet aber sicherlich nicht nochmal zu schauen, wie man die Aufstellung auf dem Feld mit den Eintragungen auf dem Spielberichtsbogen vergleicht.

3 o Für die Positionsbestimmung vorne/hinten und rechts/links gilt jeweils die Spitze des Dreiecks (vorderster und äußerer Kontakt eine Fußes mit dem Boden) Die Zahlen im Dreieck entsprechend der Trikot- Nummer. Handzeichen o Der Schiedsrichter teilt seine Entscheidungen den Mannschaften in der Regel immer mit Hilfe der vorgeschriebenen Handzeichen mit. Wenn man hier das falsche Handzeichen verwendet verstehen die Mannschaften nicht, weshalb der Spielzug gerade abgepfiffen wurde und es kommt zu Diskussionen. Deshalb werden diese auch schon im Theorieteil abgeprüft. o Schaut Euch also bei der Vorbereitung mit dem Regelheft auch immer die Handzeichen mit an. Auch hier empfiehlt es sich, die Situationen mit anzuschauen, die nicht so häufig vorkommen oder wo das Handzeichen nicht ganz so offensichtlich ist. Praxis Ganz allgemein gelten natürlich alle Dinge, die auch bei der D-Prüfung wichtig waren. Allerdings gehen wir jetzt davon aus, dass Ihr prinzipiell ein Spiel leiten könnt und die Basics beherrscht. Ihr sollt also in der praktischen Prüfung zeigen, dass ihr fähig seid auch Spiele auf höherem Niveau oder kritische Spiele souverän zu leiten. Persönliches Auftreten

4 o Der Schiedsrichter tritt souverän und bestimmend auf und trifft seine Entscheidungen. Allerdings darf er niemals überheblich oder herrschend wirken. Er ist nicht der wichtigste Teilnehmer an dem Spiel. o Weit wichtiger als die Entscheidungen sind in diesem Zusammenhang die Körpersprache. Schiedsrichtertechnik o Zusammenarbeit des Schiedsgerichts (1. SR / 2.SR / LR / Anschreiber) Blickkontakt 1./2. SR nach jedem Spielzug Nonverbale Kommunikation aktive Mitarbeit des 2. Schiedsrichters Einbeziehung der Linienrichter während des Spiels / Briefing vorab Zusammenarbeit mit dem Schreiber o Reaktionsschnelligkeit: Sobald etwas passiert, was den Spielzug beendet muß der Pfiff erfolgen. o Zeichengebung sichere und deutliche Verwendung der jeweils richtigen Schiedsrichterzeichen Anzeigen des jeweils ersten Fehlers Reihenfolge der Handzeichen o An dieser Stelle werden die Grundtechniken des Volleyball- Schiedsrichters empfohlen. Diese sind auf der Website des DVV kostenfrei herunterladbar. o Vergeßt nicht, Euch die Formalien vor während und nach dem Spiel nochmal detailiert anzuschauen. Basics zur kurzen Wiederholung der Pfiff o Der Pfiff muß kurz und laut sein. o Jeder Schiedsrichter sollte seine eigene Pfeife besitzen. Diese ist an einem Umhängeband befestigt. o Achtung: Die Pfeife muß während des Spielzugs im Mund bleiben und hängt nicht am Band oder wird mit der Hand festgehalten. die Handzeichen o Die Handzeichen deutlich, groß und ordentlich sein. Also bitte das Aus -Zeichen nicht irgendwo vor der Brust verstecken. o Verwendet die richtigen zeichen! o Beliebte Fehler: - Wenn Ihr die Seite anzeigt bitte den Arm strecken. - Fehler immer auf der Seite des Feldes zeigen, wo sie passiert sind Beispiele: Netz auf der rechten Spielfeldhälft => rechte Hand an das Netz und

5 umgekehrt Ball auf der linken Spielfeldhälfte doppelt berührt => die linke Hand macht das Zeichen Achtung: Ihr müsst Euch dabei aber nicht zu dem Feld drehen oder gar rüberlehnen. - Das Zeichen für Touché ist relativ kompliziert. - Bitte macht keine Doppelzeichen. Also nicht gleichzeitig die Seite und den Fehler anzeigen. Das geschieht nacheinander. Denkt bitte an die Reihenfolge der Zeichen beim 1.SR und beim 2. SR. die Haltung o Auch wenn das vielleicht ein bisschen seltsam klingt: Es hilft Euch beim Pfeifen, wenn Ihr gerade und ordentlich dasteht. - Ihr sollt nicht am Pfosten lehnen oder auf dem Anschreibertisch sitzen. - Haltet Euch bitte auch nicht am Pfosten fest. - Bitte steckt die Hände nicht in die Hosentaschen oder verschränkt die Arme. Laßt die Arme einfach locker hängen. Das ist zwar für die meisten Menschen etwas ungewohnt, ist aber die natürlichste Haltung. - steht gerade und aufrecht Sonstiges o Es gibt noch eine Menge Dinge zur Praxis zu sagen (beispielsweise: Pfeift immer den ersten Fehler und nicht den bequemsten!), aber das sind Dinge, die Ihr beim Lehrgang erklärt bekommt. o Ein paar Tipps möchten wir aber trotzdem noch geben: - Laßt Euch Zeit! Wenn etwas passiert ist, was den Spielzug beendet, muß als allererstes der Pfiff kommen. Dann habt Ihr ein bisschen Zeit zum Nachdenken was passiert ist und dann erst macht Ihr die Zeichen. Also bleibt ruhig und werdet nicht hektisch. Pfeifen Denken - Zeigen - Probiert schon mal vor der Prüfung in Eurem Training zu pfeifen. Da muß man sich ein bisschen dran gewöhnen. Das ist neu, wenn man das erste Mal oben auf dem Kasten steht und zwei Teams bewältigen muß. Pfeifen lernt man nicht, indem man nur das Regelheft durchliest. Das muß man ausprobieren. Was müsst Ihr zur Prüfung mitbringen? aktuelles Regelheft Papier und Stift Pfeife aktuelles Passbild Eure Fragen Gute Laune! ausreichend Zeit

6 Schlußgedanken Wir hoffen, dass Euch diese fünf Seiten bei Eurer Vorbereitung auf den SR-Lehrgang helfen und ein bisschen den Weg zeigen. Das waren jetzt eine ganze Menge Dinge und das Regelheft ist noch dicker. Aber Ihr braucht vor der Prüfung keine Angst haben. Wenn man sich ein bisschen vorbereitet kann man das ohne große Probleme schaffen. Wir wünschen Euch viel Spaß und viel Erfolg!

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