Geld nachhaltig angelegt

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1 Geld nachhaltig angelegt. Energiegenossenschaft fairpla.net, Münster Mobilität in NRW

2 02 Energie neu denken Eine von vier Themenwelten der KlimaExpo.NRW Als Energieland Nr. 1 in Deutschland ist Nordrhein-Westfalen Vorreiter bei der Realisierung der Energiewende. Dabei profitiert das Land von mehr als 100 Jahren Erfahrung in der Umwandlung, Verteilung und Nutzung von Energie und von hoher Energiekompetenz in Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Verwaltung und Wirtschaft. In NRW entstehen ständig neue Ideen, um das Energiesystem grundlegend und klimafreundlich zu verändern: durch effizientere Technologien, durch den Ausbau Erneuerbarer Energien oder durch klimafreundliche Investitionsmöglichkeiten wie bei der Energiegenossenschaft fairpla.net aus Münster. Die Idee fairpla.net: Investieren für Klimagerechtigkeit Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die man nicht allein in Deutschland oder in Europa in den Griff bekommen kann. Deshalb verbindet das Bürgerunternehmen fairpla.net eg Investitionen in deutsche Klimaschutzprojekte mit der Finanzierung von Energieprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Unser zentrales Ziel ist Klimagerechtigkeit, sagt Sabine Terhaar. Gemeinsam mit Edgar Boes-Wenner bildet sie den Vorstand der fairpla.net eg, einer internationalen Investoren-Genossenschaft aus Münster. Denn die Reduzierung der CO ² -Emissionen in den reichen Industrieländern bleibt wirkungslos, wenn klimafreundliche Energieerzeugung in den wachsenden Ökonomien der Schwellen- und Entwicklungsländer keine Rolle spielt. Deshalb verfolgt fairpla.net drei zentrale Ziele: Neben dem globalen Klimaschutz sind das eine umweltfreundliche Entwicklung der Energiewirtschaft in den reichen Ländern der Nordhalbkugel und eine gerechte Entwicklung in benachteiligten Regionen der Südhalbkugel. Um das zu erreichen, bietet die Genossenschaft Anlegern die Möglichkeit zu nachhaltigen Investments zum Beispiel in Solarstromanlagen in NRW und in Energieprojekte in Nigeria, Kenia, Indien oder auf den Philippinen. 29 hat fairpla.net bereits finanziert in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik,- Biomasse und Energieeffizienz werden durch zwei Biomassekraftwerke in Indien mit umweltfreundlicher Energie versorgt. 820 Projekte Frauen können in Nigeria mit Holz sparenden Öfen kllimaschonend kochen. hat die Energiegenossenschaft aus elf Nationen und von vier Kontinenten. beträgt die messbare Klimawirkung der bisher von fairpla.net finanzierten Projekte Menschen Zahlreiche Familien in Kenia nutzen Biogas für eine umweltfreundliche Versorgung in den Küchen. Mitglieder Tonnen CO ² / Jahr Familien auf den Philippinen werden durch ein Photovoltaikprojekt mit Sonnenenergie und Solarlicht versorgt. 03

3 Das Projekt Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe Soziale und ökologische Rendite Kaduna, Nigeria: Bau von Holz sparenden Öfen für 200 Familien Schon lange vor der Gründung von fairpla.net waren die Initiatoren auf der Suche nach einem Weg, Klimaschutzinvestitionen in Deutschland mit globalen Entwicklungen in ärmeren Regionen der Welt zu koppeln. Pilotprojekt war ein Windrad in Münster- Amelsbüren, bei dem Investoren nicht nur den Bau finanzierten, sondern gleichzeitig auch ein Projekt in Afghanistan unterstützten und damit die Gründung eines Unternehmens für Entwicklung und Vertrieb von Technologie zum Einsatz Erneuerbarer Energien. Wir wollen die Ungerechtigkeiten in ärmeren Ländern nicht durch Spenden abmildern, sondern durch verantwortungsbewusstes Wirtschaften von vornherein verhindern, sagt Sabine Terhaar. Dazu wurde nach einem Verein und einer GmbH im Jahr 2006 schließlich eine Investoren-Genossenschaft gegründet. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und das sollte auch durch die Wirtschaftsform dokumentiert werden, sagt Edgar Boes-Wenner. Eine Idee, die ankommt: Heute hat fairpla.net 820 Mitglieder aus elf Nationen und von vier Kontinenten. Auch als Sparerin habe ich die Möglichkeit, die Welt ein Stück mitzugestalten. Durch die Investition bei fairpla.net bewirkt mein Geld etwas Nützliches für die Gesellschaft, für die Umwelt und für die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlage. Petra Hemptenmacher, Investorin fairpla.net Investieren können AnlegerInnen bei fairpla.net ab einer Einlage von 250 Euro. Für Interessenten aus einkommensschwachen Gruppen oder ärmeren Ländern gibt es Sonderkonditionen. Entsprechend des globalen Gedankens und für eine höhere Investitionssicherheit wird jede Einlage auf unterschiedliche Projekte verteilt. Uns und unseren Mitgliedern geht es dabei in erster Linie um soziale und ökologische Rendite, sagt Edgar Boes-Wenner. Damit das Modell langfristig tragfähig bleibt, muss allerdings auch die wirtschaftliche Bilanz stimmen. Deshalb investiert fairpla.net ausschließlich in Projekte, die von zuverlässigen Partnern realisiert werden und bescheidene Rendite versprechen. Um das sicherzustellen, arbeitet die Genossenschaft zum Beispiel in Kenia und Nigeria mit zertifizierten Unternehmen zusammen, deren Aktivitäten von der Klimaschutzorganisation atmosfair regelmäßig geprüft werden. Ein Aufwand, den die Genossenschaft selbst nicht finanzieren könnte. Sabine Terhaar und Edgar Boes-Wenner, Vorstand fairpla.net eg 04 05

4 Arbeitsplätze und gesellschaftliche Entwicklung In Deutschland hat fairpla.net bereits drei Windkraftanlagen und 22 Photovoltaikprojekte unterschiedlicher Größe realisiert. Die meisten davon in NRW. Das schafft Arbeitsplätze, erhöht die regionale Wertschöpfung und reduziert gleichzeitig die Importabhängigkeit, sagt Sabine Terhaar. Das Gleiche gilt für die internationalen Projekte: In zwei von fairpla.net finanzierten Biomassekraftwerken im indischen Bihar entstanden nicht nur Arbeitsplätze für speziell ausgebildete Betriebsführer. Darüber hinaus haben sich in den umliegenden Dörfern landwirtschaftliche Verarbeitungsbetriebe angesiedelt, die die neue, saubere Energie nutzen. Auf den Philippinen hat fairpla.net ein Solarprojekt für Familien realisiert. Unter anderem profitieren davon Fischer, die ihre Häuser jetzt mit Solarlampen beleuchten können, statt wie bisher teures und gesundheitsschädliches Kerosin zu verbrennen. Finanziert wird die Anschaffung der Lampen über ein Mikrokreditsystem. Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Dafür ist nicht nur der Staat alleine verantwortlich, auch die Bürger müssen aktiv werden. Edgar Boes-Wenner, Vorstand fairpla.net eg Motor für den Fortschritt Symbol für die Energiewende von unten fairpla.net zeigt eindrucksvoll, dass das Modell der Bürgergenossenschaften auch im Bereich des Klimaschutzes hervorragend funktioniert. Die Initiative schafft nicht nur ein Bewusstsein für die Dringlichkeit des Klimaschutzes, sondern ermöglicht es Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt, durch ihr Investment gemeinsam und direkt an der globalen Energiewende mitzuwirken. Dabei sorgen die Mitglieder mit einer einzigen Investition für dreifachen Nutzen: Die technische Umsetzung der Projekte schafft Arbeitsplätze, und die Projektauswahl verknüpft Klimaschutz in Deutschland und Europa mit Fortschritt und nachhaltiger Entwicklung in benachteiligten Regionen der Erde. Eine Energiewende, die nur von oben verordnet wird, kann nicht funktionieren. Die Idee von fairpla.net wird Nachahmer finden, weil sie zeigt, was jeder Mensch auf wirtschaftlichem Wege für gerechten Klimaschutz tun kann. Sie ist ein starkes Symbol für die Energiewende von unten

5 Expo Fortschrittsmotor Klimaschutz GmbH Munscheidstraße Gelsenkirchen fairpla.net eg Hüfferstraße Münster fairpla.net ist ein Ausgezeichnetes Projekt der KlimaExpo.NRW. Im Auftrag der Landesregierung präsentiert die KlimaExpo.NRW das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens in den Bereichen Energiewende, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Die Initiative ist Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort NRW. In dieser Funktion zeichnet die KlimaExpo.NRW jährlich aus allen qualifizierten Projekten zwölf Projekte aus, die den Fortschrittsmotor Klimaschutz besonders gut veranschaulichen.

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