Emotionsregulation am Beispiel Prüfungsangst

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1 Emotionsregulation am Beispiel Prüfungsangst Susanne Stöber

2 Prüfungsangst - Was ist das eigentlich? Prüfung Die Bewertung der persönlichen Leistungsfähigkeit zu einem bestimmten Thema an einem bestimmten Termin Angst angustia=dieenge angor=das Würgen real/begründet vs irreal/übertrieben fließende Grenzen

3 Angst Was passiert da mit/in uns? Steinzeit : Säbelzahntiger Flucht oder Kampf Physiologisch: erhöhte Aufmerksamkeit aller Sinne flachere schnellere Atmung körperliche Reaktionen Schwitzen, Zittern, Schwindel

4 Körperliche Reaktionen identisch bei realer und irrealer Angst Schnelles Abklingen Angst vor der Angst

5 Gibt es einen Zusammenhang zwischen Angst und Leistung?

6 Bedingungen von Prüfungsangst 1. Subjektiver Kontrollmangel : Misserfolgserwartung, Ungewissheit 2. Valenz von Misserfolg und seine Konsequenzen

7 Auswirkungen auf Lernen und Leistung aktivierende (Angst, Scham, Ärger) und deaktivierende (Langeweile, Hoffnungslosigkeit) negative Emotionen

8 Wirkung von Prüfungsangst 1. Kognitive Ressourcen Aufmerksamkeitsverlust 2. Einsatz von Lernstrategien a) positive Emotionen => Kreativität + Flexibilität b) negative Emotionen => rigide detailorientierte Strategien 3. selbst~ vs fremdreguliertes Lernen Verhinderung von Selbstregulation Begünstigung von Passivitätstendenzen

9 Lazarus: Transaktionales Stressmodell 3-stufiges Modell Primärbewertung Sekundärbewertung Neubewertung 2 Arten von Stressbewältigung Problemorientiertes Coping Emotionsregulierendes Coping

10 Bewältigungsstrategien Problemorientiert mittel- bis langfristig Aktivität, gezielter intensiver Einsatz Emotionsorientiert Direkte Veränderung, Modifikation ohne Ausweichen Meidensorientiert Behaviorale oder mentale Flucht, Konfrontationsvermeidung

11 Lernumgebung und soziale Umwelten Zuständig: Bildungsinstitutionen und Erziehende Fernziel: Prävention vs Realität: Modifikation Lernen lernen Ausgewogenes Verhältnis zwischen lehrer- und selbstgesteuertem lernen

12 Prüfungsgestaltung Hat sie auf Prüfungsangst? Transparenz von Zeitpunkten und Anforderungen Fähigkeitsangemesse Prüfungsaufgaben Reihung der Aufgaben nach Schwierigkeitsgrad Auswahlmöglichkeiten Emotionale Unterstützung durch Prüfer

13 Erwartungen, Rückmeldungen, Konsequenzen von Leistung Reduktion von Leistungsdruck und überhöhten Bedeutungen von Lernleistungen Herstellung kooperativer anstelle kompetitiver pädagogischer Zielstrukturen (individuelle + kriteriumsorientierte Bezugsnormen statt sozialer BN) Schaffung lernförderlicher Fehlerkultur (Fehler als Chance) Reduktion von Konsequenzen von Lernmisserfolgen

14 Therapiemöglichkeiten Emotionsorientierung Biofeedbackverfahren, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, systematische Desensibilisierung Kognitive Orientierung Aufmerksamkeitstraining, kognitive Restrukturierung Strategische Orientierung Strategische Trainings zum Erwerb von LernundPrüfungsstrategien

15 Motivationsregulation Stefanie Karlguth BS Selbstgesteuertes Lernen Juni 2007 Universität Düsseldorf PD Dr. Petra Buchwald

16 Motivationsformen und deren Kontrolle Welche Motivationsform liegt vor? Motivationsdefizite? =>dementsprechende Eingriffsmöglichkeiten können gewählt werden

17 Vollständiges Motivationsdefizit - Motivationsregulation Bestrafung/ Belohnung Teilziele stecken

18 Zielorientierung Lernziel: Kompetenzen steigern Leistungsziel: Können vorführen bzw. Unfähigkeit verbergen

19 1. Verspricht A. Spaß? Ja Selbstinitiative, spontane Aktivität Nein 2. Wird A. sanktioniert/ erwartet? Ja Fremd- Kontrollierte Aktivität Nein 3.Erzeugt A. ein Ergebnis? Nein Vollständiges Motivationsdefizit Ja 4.Hätte Ergebnis sicher lohnende Folgen? Nein Anreizdefizit

20 Anreizdefizit - Motivationsregulation Lernumgebung schaffen, in der Kompetenz erlebt wird Reattributionstraining

21 Anreizdefizit - Motivationsregulation Lernumgebung schaffen, in der Kompetenz erlebt wird Reattributionstraining Motivationsfördernde Zielsetzung

22 Reattributionstraining Stabilität über die Zeit stabil variabel Ort der Kausalität (Personenabhängigkeit) Intern Extern Fähigkeiten/ Begabungen Anstrengung Aufgabenschwierigkeit Glück/ Zufall

23 4.Hätte Ergebnis sicher Lohnende Folgen? Nein Anreizdefizit Ja 5. Ergebnis Durch A. Beeinflussbar? Nein Ja 6.Ist A. aversiv/ fordert Verzicht? Nein Selbstgesteuerte Zielaktivität Ja 7. Genügend Selbstregulations kompetenz? Ja Wirksamkeitsdefizit Selbstbeherrschte Zielaktivität Nein Volitionsdefizit

24 Volitionsdefizit - Strategien Aufmerksamkeit Motivation Ausblenden von Informationen, die ungünstige Motivation unterstützen Gezielt Steigern Emotionen Beeinflussung der eigenen Gefühlslage Misserfolgsbewä ltigung Umwelt Eigenes Handlungsrepertoire ausschöpfen; Abstand nehmen von unerreichbaren Zielen Umgebung absichtsförderlich gestalten Informationsverarbeitung Vermeiden langen Abwägens von Handlungsalternativen

25 Zusammenfassung Bei Motivationsproblemen eingreifen: Selbst regulierte Lerner machen das selbst Bei jungen Lernern/ Lernern mit schlechter Lernstrategie sollten Lehrer (Trainer) eingreifen

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