Eisbrecher. Wechsel auf neues Content-Management-System > 8. Programm cms.nextgen

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1 Die Kundenzeitschrift des BIT Nr. 52 / Dezember Eisbrecher Externe Mitarbeitende Gezielte Verstärkung für das BIT Seite 5 Kundenzufriedenheit 2013 Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick Seite 10 Bundesinformatiktagung Gemeinsamer Auftritt aller IT-Leistungserbringer Seite 12 Programm cms.nextgen Wechsel auf neues Content-Management-System > 8

2 Inhalt Programm cms.nextgen Wechsel auf neues Content- Management-System Seite 8 Externe Mitarbeitende Gezielte Verstärkung für das BIT Seite 5 Kundenzufriedenheit 2013 Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick Seite 10 Editorial 3 Zusammenarbeit stärken Aus der Geschäftsleitung 4 Von einem Jahr des Wandels in ein Jahr spannender Vorhaben Aktuell 5 Gezielter Einsatz von externen Mitarbeitenden Produkte & Projekte 7 Nachrichtengrösse auf 25 MB erhöht 8 Bis 2016: Wechsel auf neues Content- Management-System Aktuell 10 Gestiegenen Erwartungen noch nicht gerecht geworden 12 «Voraussetzungen für Kooperation so gut wie lange nicht mehr» Produkte & Projekte 15 Informatikausbildung: Was ändert, was bleibt IT-Thema 16 Behördendaten frei nutzen Bundesinformatiktagung Gemeinsamer Auftritt aller IT-Leistungserbringer Seite 12 Aktuell 18 «Konzept der Zusammenarbeit ist einmalig» Bits & Bytes 20 Kurz gelesen; kurz notiert 21 Trendreport 22 SMS-Interview 23 Mixed Pixels Version française sous Titelbild: Ob PC, Tablet oder Smartphone: Das neue CMS stellt Inhalte passend dar. Herausgeber Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT Monbijoustrasse 74, CH-3003 Bern Telefon Intranet: intranet.bit.admin.ch Internet: Redaktionsleitung Nora Kelemen Redaktion Daniel Wunderli (WuDa), Kathrin Sterchi (steka), Florina German (GeF), Georg Preisig (PG) Layout und Illustration Eva-Maria Künzi (KEM) 2 Druck BBL, Vertrieb Publikationen, Bern Online-Version und Abonnement Kontakt Tel Erscheinungsweise Der «Eisbrecher» erscheint alle drei Monate, die nächste Ausgabe im März 2014.

3 Editorial Zusammenarbeit stärken Liebe Leserinnen und Leser Nora Kelemen Leiterin Kommunikation Mobil zusammenarbeiten ist Trend. Wie das in der Bundesverwaltung aussehen kann, darüber diskutierten die Teilnehmenden der ersten gemeinsamen Bundesinformatiktagung im Oktober. Sie setzten sich damit auseinander, wie die Nutzer und ihre Daten auch beim mobilen Arbeiten stets geschützt bleiben. Lesen Sie dazu die Seiten 12 bis 14. Der Anlass stand ganz im Zeichen der Zusammenarbeit: Alle IKT-Dienstleister der Bundesverwaltung hatten ihn zusammen organisiert und nutzten die Gelegenheit, sich über gemeinsame Projekte auszutauschen. Um unser breites Angebot an Dienstleistungen zu gewährleisten, setzen wir auch auf externe Mitarbeitende. Wie das BIT das Verhältnis interne zu externe Mitarbeitende gestaltet und die passenden Partner findet, erfahren Sie auf den Seiten 5 und 6. Gemeinsam arbeiten kann auch heissen, sich gegenseitig Informationen und Daten zugänglich zu machen. Neu wurde in der Bundesverwaltung der Wunsch laut, diese Daten an einem zentralen Ort zur Verfügung zu stellen. Das Pilotprojekt Open Government Data Bund macht es möglich. Auf dem Portal können Sie beispielsweise heute schon Daten des Bundesarchivs, der Nationalbibliothek oder von Meteo- Schweiz einsehen und nutzen. Ab Seite 16 erfahren Sie mehr darüber. Auch zu Aspekten der Zusammenarbeit haben wir Sie in unserer jährlichen Kundenzufriedeneheitsumfrage gefragt. Erfreulich ist: Die Anwender sind mehrheitlich zufrieden. Die Fachleute wünschen sich jedoch noch mehr Erreichbarkeit und bessere Reaktionszeiten. Die wichtigsten Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsumfrage finden Sie auf den Seiten 10 und 11 zusammengestellt. Bei der Umfrage sprachen unsere Kunden auch das Content-Management-System (CMS) an. Der Wunsch nach einer umfangreicheren Anwendung wurde laut. Erste Veränderungen stehen bereits ins Haus: Bis 2016 migriert das BIT rund hundert Webseiten auf eine neue CMS- Plattform, die auf dem Adobe Experience Manager basiert. Die grosse Neuheit ist ein responsives Webdesign: Es ist in Zukunft gleich, ob die Nutzer eine Seite von ihrem PC, vom Tablet oder vom Smartphone aus bearbeiten. Die neue Plattform erkennt automatisch das Bildschirmformat und passt die Benutzeroberfläche an. Eine anregende Lektüre und einen gelungenen Start ins Jahr 2014 wünschen Nora Kelemen und das «Eisbrecher»-Team. 3

4 Aus der Geschäftsleitung Von einem Jahr des Wandels in ein Jahr spannender Vorhaben Liebe Kundinnen und Kunden Giovanni Conti Direktor BIT 2013 war für uns durch einen grossen Wandel geprägt. Schon blicken wir fast aus der Distanz auf unsere vergangenen Organisationsstrukturen zurück. Bei Anfragen, Projekten, Bestellungen oder Problemen denken die BITler im neuen System. Natürlich haben die Veränderungen im vergangenen Jahr auch zu Unsicherheiten und Fragen geführt. Diese haben auch unsere Kunden gespürt was in der Kundenzufriedenheitsumfrage seinen Niederschlag fand. Erfreulicherweise konnten wir bei den Anwendern trotz BIT-internem Wandel eine Steigerung der Zufriedenheit feststellen. Das zeigt doch, dass die bereits im Vorjahr angestrebten Verbesserungen an der Kundenfront Früchte tragen. Mehr dazu erfahren Sie in dieser Ausgabe. Nun geht das Jahr zu Ende. Noch gibt es viele Details in unserer Organisation zu regeln. Aber der grosse Umbau ist hinter uns und die Veränderungen sind schon fest verankert. Wir blicken motiviert nach vorne: Ein Jahr voller spannender Herausforderungen erwartet uns. Nach langen Vorarbeiten findet 2014 die operative Einführung der neuen Kommunikationsplattform UCC statt. Auch wenn sich die Arbeiten sicher über 2014 hinaus fortsetzen, telefonieren bereits nächstes Jahr Tausende Mitarbeitende der Bundesverwaltung mit dem neuen System. Zugleich findet auch eine grössere Migration der Office-Anwendungen statt: Die Version Office 2013 wird im Verlauf des nächsten Jahres auf allen Arbeitsplätzen installiert. Ausserdem treffen wir in enger Zusammenarbeit mit dem ISB die Vorbereitungen, um alle Mobiltelefone mittels des neu beschafften Mobile- Device-Management-Systems zu konfigurieren. So garantieren wir noch bessere operative Voraussetzungen und Sicherheit für die bundesinterne Benutzung der Geräte. Auch wird das BIT 2014 die Anwender des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit der Büroautomation bedienen und die dazugehörigen Supportleistungen anbieten. Diese Beispiele zeigen: 2014 werden viele IT-Nutzer innovative Veränderungen spüren. Dazu planen wir einige grössere und viele mittlere sowie kleinere Vorhaben, die wir gezielt mit dem einen oder anderen Fachamt vorantreiben: Das neue Vorhaben Fiscal-IT wurde dieses Jahr bereits vorbereitet. Vorausgesetzt, das Parlament gibt die Mittel dafür frei, bedeutet das ab 2014 auch beim BIT viel Arbeit. Die Alkoholverwaltung erneuert im Zuge ihrer Transformation und Integration in die Zollverwaltung ihre eigenen Fachanwendungen: Gemeinsam mit der Zollverwaltung errichtet sie 2014 und 2015 eine neue Plattform für die Verarbeitung der Verbrauchssteuern. Das BIT soll dabei als technischer Partner wirken. Dies sind zwei Beispiele für zahlreiche spezifische Vorhaben, die uns 2014 erwarten. Viel realisieren wir hier aus eigenen Kräften. Aber das BIT holt sich auch externe Unterstützung, sowohl mit neuen Formen der Technologiepartnerschaften als auch mit dem gezielten Einsatz von externen Mitarbeitenden. Denn die Jahre sehen nicht alle gleich aus. Man muss die Balance zwischen interner Leistung und externer Unterstützung immer wieder neu abwägen. Auch dazu erfahren Sie in dieser Ausgabe mehr. Diese Herausforderungen sind für uns ein Zeichen, dass sich die Vertrauensbeziehung zwischen Ihnen und uns stärkt und dass unser Dialog uns ermöglicht, die notwendigen Verbesserungen einzuleiten. Gerne setzen wir mit Ihnen diesen Dialog im nächsten Jahr fort. Bis dahin wünsche ich Ihnen erholsame und frohe Festtage. Giovanni Conti 4

5 Aktuell Version française en ligne Gezielter Einsatz von externen Mitarbeitenden Das BIT verfügt über ein breites Spektrum an IT-Fachkräften. Entwickler, Ingenieure, Datenbank- und Netzwerkspezialisten sorgen täglich dafür, dass die Informatik der BIT-Kunden reibungslos funktioniert. Doch mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt zu halten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Dazu holt sich das BIT Unterstützung durch externe Mitarbeitende. BIT-Kontakt: Peter Weiss Leiter Integrationsmanagement und Beschaffung Text: Florina German und Daniel Wunderli Im BIT arbeiten über 30 Business-Engineers, mehr als 50 Projektleiterinnen und Projektleiter, fast 100 Applikationsentwickler sowie 40 Wirtschaftsinformatiker. Dazu kommen mehr als 180 Systemingenieure, 30 Datenbank- und 30 Netzwerkspezialisten, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie alle sind interne Mitarbeitende des BIT. Mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung bringen sie den grossen Teil der Ressourcen auf, die es braucht, um eine breite Palette an Leistungen für die Kundinnen und Kunden des BIT zu erbringen. Belastungsspitzen überbrücken Zusätzlich setzt das BIT externe Mitarbeitende ein. Sie werden aus verschiedenen Gründen ins Boot geholt. Ein Beispiel: Ein Projektteam hat die Aufgabe, innerhalb eines Jahres eine bestimmte Anwendung zu entwickeln. Nach we- nigen Monaten bemerken die Verantwortlichen, dass sie aufgrund veränderter Anforderungen Verstärkung brauchen, wenn sie die Anwendung termingerecht in Betrieb nehmen wollen. Glücklicherweise spricht ihnen das ISB aufgrund der Bedeutung des Projekts IKT-Fördermittel zu. Dadurch können kurzfristig zwei externe Mitarbeitende das Team verstärken. «Wenn es darum geht, Belastungsspitzen zu überbrücken, ist der zeitlich begrenzte Einsatz externer Fachkräfte gerechtfertigt», sagt Peter Weiss, Leiter Integrationsmanagement und Beschaffung. Bestehendes Wissen erweitern Das BIT setzt auf das spezifische Know-how externer Mitarbeitender, wenn intern Kenntnisse zu einer bestimmten Technologie noch nicht aufgebaut sind. Beispielsweise bei einem Datenbankprojekt, bei dem das Team für den Premier-Support externe Mitarbeitende des Herstellers verpflichtet. Dadurch erhält das Projektteam kompetente Unterstützung bei der Optimierung der Systemperformance. Die Mehrheit der Mitarbeitenden sind interne Angestellte. Kurzfristige Verstärkung holt sich das BIT jeweils durch externe Mitarbeitende. 5

6 Aktuell Externe Mitarbeitende bringen fehlendes Wissen in laufende Projekte ein und fördern die Technologieentwicklung. Etwa in einem Projekt, in dem externe Spezialisten benötigt werden, die über sehr spezifische Kenntnisse zum eingesetzten Produkt verfügen. Dieses Knowhow im BIT aufzubauen wäre wirtschaftlich nicht in jedem Fall sinnvoll. Knapp jeder Fünfte kommt von aussen Wie sieht das Verhältnis von internen Mitarbeitenden zu externen Fachkräften konkret aus? Der Beschäftigungsgrad von Mitarbeitenden wird in der Regel in Full-Time Equivalent (FTE), dt. Vollzeit-Äquivalent, angegeben. Ein FTE entspricht dabei der Arbeitszeit eines 100%-Pensums. Das BIT hat für das Jahr 2012 das Verhältnis interne/externe Mitarbeitende gemessen: «Auf genau 1000 interne FTE kamen 210 extern geleistete FTE», sagt Peter Weiss. Das ist ein Anteil von 17,3%. Bedarf im Voraus kennen Damit das BIT seine Fähigkeiten möglichst breit mit internen Mitarbeitenden abdecken kann, hat die BIT-Geschäftsleitung in diesem Jahr das Thema strategische Ressourcenplanung aufgearbeitet. Ziel ist eine mittel- bis langfristige Planung von internen und externen personellen Ressourcen, die auch die zukünftigen Veränderungen im Bedarf berücksichtigt unabhängig davon, ob das die Auslastung der Teams oder deren Kenntnisse betrifft. Wenn das BIT auf externe Mitarbeitende setzt, gibt es verschiedene Wege, diese auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Eine Möglichkeit besteht darin, externes Personal aus Rahmenverträgen auszuleihen. Diese Rahmenverträge sind Abkommen mit anerkannten Personalvermittlungen, die Fachspezialisten nach Bedarf über einen gewissen Zeitraum zur Verfügung stellen können (siehe Infobox Personalverleih). Das BIT schreibt solche Rahmenverträge jeweils öffentlich aus, damit externe Mitarbeitende rechtlich korrekt und gemäss Personalverleih-Gesetz befristet eingesetzt werden können. Braucht das BIT externe Unterstützung für einen spezifischen Auftrag, richtet es seine Ausschreibung an spezialisierte Firmen (sogenannte Technologie-Partner, siehe Infobox). Diese übernehmen bei Vergabe die Verantwortung für den Auftrag und setzen das dafür nötige Personal ein. Der Vorteil dieser Rahmenverträge besteht darin, dass das BIT Aufträge zielorientiert und rasch umsetzen kann. Für grössere Projekte reichen Rahmenverträge nicht aus. Normalerweise bedarf es eigener öffentlicher Ausschreibungen. Für die Auftraggeber ist dabei wichtig, dass sie dafür entsprechend Zeit einberechnen: In der Regel dauert die Auftragsvergabe bei öffentlichen Ausschreibungen acht Monate. Erst dann kann das BIT externe Mitarbeitende einsetzen und Leistungen beziehen. Rahmenverträge kurz erklärt In Rahmenverträgen legt das BIT mit seinen Partnern die Bedingungen fest, zu denen es externe Mitarbeitende beschäftigt. Personalverleih: Als Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung wird mit zwei bis vier Personalvermittlungen je ein Rahmenvertrag abgeschlossen. Besteht konkreter Bedarf, legt das BIT allen Rahmenvertragspartnern das gewünschte Profil (Beschrieb der Funktion und Dauer der Beschäftigung) vor. Die Partner machen dem BIT daraufhin konkrete Angebote. Nach erfolgter Bewertung und Auswahl wird ein Abrufvertrag erstellt. Technologie-Partner: Mit einer öffentlichen Ausschreibung werden ein oder mehrere Technologie-Partner ausgewählt. Mit diesen schliesst das BIT je einen Rahmenvertrag ab. Für konkrete Aufträge wird dann von allen Technologie-Partnern ein Angebot eingeholt. Nach erfolgter Auswertung wird einem Partner ein Auftrag erteilt oder mit ihm ein Werkvertrag erstellt. Für dessen Umsetzung und das nötige Personal muss der Vertragspartner sorgen. 6

7 Produkte & Projekte Nachrichtengrösse auf 25 MB erhöht Die ist das am meisten verwendete schriftliche Kommunikationsmittel im Büroalltag. An Nachrichten werden oft Dokumente oder Präsentationen gehängt, deren Grösse stetig zunimmt. Deshalb wurde die Mailgrösse auf allen -Systemen der Bundesverwaltung per 30. Oktober 2013 von 10 auf 25 MB erhöht. BIT-Kontakt: Pascal Horner Wirtschaftsinformatiker Text: Kathrin Sterchi s werden immer häufiger mit Anhängen aus Word, Excel oder Powerpoint versandt. Einfache Gestaltungsmöglichkeiten, die Visualisierung mit Grafiken und Fotos sowie animierte oder vertonte Inhalte sind mit ein Grund, dass der Umfang von -Nachrichten kontinuierlich steigt. Auch Verschlüsselungs- und Signaturfunktionen wie MIME oder S/MIME (Secure/ Multipurpose Internet Mail Extensions) erhöhen die Nachrichtengrösse um mindestens 30 Prozent. «Die durchschnittliche Grösse einer Nachricht beträgt heute 140 KB. Pro Tag werden ungefähr 70 Nachrichten abgelehnt, weil ihr Umfang grösser als 10 MB ist», erklärt Pascal Horner, Wirtschaftsinformatiker im BIT. Um dem veränderten Nutzungsverhalten Rechnung zu tragen, hat die Fachgruppe Büroautomationssteuerung (BAST) des Informatiksteuerorgans des Bundes (ISB) den Entscheid gefällt, per Ende Oktober 2013 die Nachrichtengrösse in der gesamten Bundesverwaltung von 10 auf 25 MB zu erhöhen. Die Umstellung ist jetzt ohne Kostenfolge für die Kunden in der gesamten Bundesverwaltung erfolgt. Eine Erhöhung der Nachrichtengrösse haben sich Kunden immer wieder gewünscht zumal auch die Begrenzung der Mailgrösse bekannter Provider wie GMX, Gmail oder Bluewin zwischen 20 und 25 MB liegt. Der Anstieg der Nachrichtengrösse auf 25 MB wird keine grosse Auswirkung auf die Storage- Nutzung haben, da die Kapazität der Festplatten immer grösser wird. Die Grösse des Postfachs in Exchange 2003 weist 100 MB auf; ab Exchange GB. -Archivierung Bei den BIT-Kunden werden alle s standardmässig zwölf Monate nach dem Eingang im «Personal Archive» archiviert. Diese Zeitdefinition kann aber je nach Dokumententyp, Funktion und Amt variieren und entsprechend den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Trotzdem empfiehlt es sich, regelmässig das Postfach aufzuräumen und alte s zu löschen oder manuell zu archivieren. 7

8 Produkte & Projekte Version française en ligne Bis 2016: Wechsel auf neues Content-Management-System Im Rahmen des Programms cms.nextgen transferiert das BIT bis 2016 rund hundert Webseiten der Bundesverwaltung auf das neue Content-Management-System Adobe Experience Manager (AEM). Aktuell ist das Projektteam daran, den Core-Mandanten zu definieren. BIT-Kontakt: Nicole Roemmel Produktmanagerin Text: Daniel Wunderli Die Art, wie Anwender Informationen im Internet konsumieren, ist in stetigem Wandel. Die Zeiten sind vorbei, in denen Webseiten nur auf dem PC aufgerufen wurden. Tablets und Smartphones machen einen immer grösseren Anteil der Endgeräte aus, mit denen die Benutzer auf Webinhalte zugreifen. Kommt hinzu, dass Social-Media-Kanäle und Webanwendungen mit Dialogcharakter stark an Bedeutung gewinnen. Mit der Vielfalt steigen die Anforderungen an Content-Management-Systeme (CMS), mit denen Webredaktoren die Intraund Internetauftritte bewirtschaften. Heute verwalten BIT-Kunden die Inhalte ihrer Webauftritte mit dem Standardmandanten BIT. Dieser basiert auf dem CMS Imperia. Der Standardmandant, der seit 2004 in verschiedenen Versionen im Einsatz ist, entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und soll durch ein neues Produkt abgelöst werden. Deshalb machte sich das BIT 2012 unter dem Programmnamen cms.nextgen daran, die Anforderungen an ein zeitgemässes CMS zu evaluieren. «Neben dem veränderten Nutzerverhalten und den erhöhten Sicherheitsanforderungen war auch die Möglichkeit der Integration von Umsystemen wie z.b. Datenbanken oder Fachapplikationen ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Nachfolgeprodukt», sagt Programmleiter Urs Aeschbacher. Die Kunden waren in den Evaluationsprozess des neuen CMS von Beginn an eingebunden. Zu diesem Zweck bildete sich die interdepartementale Arbeitsgruppe CMS (IDA CMS), in der die Webverantwortlichen der Departemente und der Bundeskanzlei vertreten sind. Die IDA CMS hat bei der Definition der funktionalen Anforderungen und beim Releasemanagement ein entscheidendes Mitspracherecht und unterstützt das BIT als Koordinations- und Informationsstelle. Adobe Experience Manager Mittlerweile ist der Entscheid gefallen, welches Produkt in Zukunft als CMS in der Bundesver- Der Adobe Experience Manager und der Core-Mandant sollen releasefähig bleiben. Aus diesem Grund werden kundenspezifische Erweiterungen nicht in den Core-Mandanten integriert. 8

9 Produkte & Projekte waltung zum Einsatz kommt. Es ist der Adobe Experience Manager (AEM), ehemals CQ. Dieser bildet die Grundlage für die künftige CMS- Platt form, die sich noch in der Konzeptionsphase befindet. Geplant ist, alle rund 100 Imperia- Auftritte bis Ende 2016 auf die neue CMS- Plattform zu transferieren. Das BIT holte sich dafür die Unterstützung des IT-Dienstleistungsunternehmens Namics AG, das über viel Erfahrung mit der Implementierung von AEM verfügt. Mit dem Kern fängt alles an Das Programm cms.nextgen besteht aus verschiedenen Teilprojekten, eines davon ist das Projekt Core. «Aktuell sind wir gemeinsam mit Namics dabei, den Core-Mandanten zu konzipieren», sagt Projektleiter Bruno Stettler. «Dabei steht die Releasefähigkeit der neuen Lösung im Vordergrund.» Also die Möglichkeit, Softwareaktualisierungen einzuspielen. Dies ist beim heutigen Standardmandanten BIT mit hohem Aufwand verbunden. Datenbanken und kundenspezifische Erweiterungen wurden jeweils integriert, mit der Folge, dass heute viele unterschiedliche Kundenmandanten im Einsatz sind. Dies wollen die Projektverantwortlichen bei der Entwicklung des neuen Core-Mandanten quasi dem Herzstück der neuen CMS-Plattform verhindern. «Aktuell analysieren wir die bestehenden Kundenmandanten und deren Erweiterungen», sagt Bruno Stettler. «Was davon in gleicher oder ähnlicher Funktionalität Teil des Core-Mandanten oder als optionale Erweiterung via Schnittstelle eingebunden wird, klären wir momentan ab.» Die Konzeptionsphase des Core-Mandanten soll bis Ende des ersten Quartals 2014 abgeschlossen sein. Danach beginnt die eigentliche Entwicklung des Core-Mandanten. Eine erste Version ist für Mitte 2014 geplant. Einfaches Content-Shifting Ebenfalls 2014 transferiert das BIT die Auftritte von drei Pilotämtern auf die neue CMS-Plattform. Das Bundesamt für Statistik (BFS) ist eines davon. «Wir sind bereits daran, den Auftritt des BFS zu analysieren und den Wechsel auf die neue Plattform vorzubereiten», sagt Bruno Stettler. Neben dem BFS werden auch die Webauftritte des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) in der Pilotphase migriert. Auch die Bundeskanzlei ist Teil des Pilots: Der neue Auftritt wird 2014 auf der neuen CMS-Plattform realisiert. Damit die Webredaktorinnen und -redaktoren nicht jeden einzelnen Text, jedes Dokument oder Bild in mühsamer Handarbeit von der alten in die neue CMS-Plattform einpflegen müssen, sind die Projektmitarbeitenden daran, ein Content-Shifting-Tool bereitzustellen. Dieses ermöglicht es, ganze Internetseiten inklusive der darauf verknüpften Medien auf die neue Plattform zu übertragen. Nach den Pilotauftritten wird das Projektteam den Transfer weiterer Webauftritte angehen. Voraussichtlich bis Ende 2016 sollten alle Imperia-Auftritte auf die neue CMS-Plattform transferiert sein. Erster Einblick in die Funktionalitäten Noch ist die Konzeption des Core-Mandanten nicht abgeschlossen. Ein genauer Überblick über neue Funktionalitäten ist deshalb noch nicht möglich. Was aber bereits feststeht: Die neue CMS-Plattform unterstützt responsives Webdesign. Das heisst, der grafische Aufbau einer Webseite orientiert sich an den Anforderungen des jeweiligen Ausgabegeräts. Je nachdem, ob ein Anwender Inhalte auf einem Desktop-Computer, einem Tablet oder einem Smartphone aufruft, werden diese passend dargestellt. Webredaktoren haben bereits im Editiermodus die Möglichkeit, eine Vorschau des Inhalts auf verschiedenen Endgeräten zu sehen. Weitere Informationen zum Programm cms.nextgen finden Sie auf intranet.bit.admin.ch > Angebote > cms.nextgen / AEM 9

10 Aktuell Version française en ligne Gestiegenen Erwartungen noch nicht gerecht geworden Die Ergebnisse der diesjährigen Kundenzufriedenheitsumfrage (KUZU) liegen vor. Der Kundenzufriedenheitsindex BIT fällt mit einem Wert von 4,43 um 0,04 Prozentpunkte schlechter aus als im Vorjahr. Die Benutzer stellen eine leichte Verbesserung fest nicht so die Fachleute. BIT-Kontakt: Nora Kelemen Leiterin Kommunikation Text: Daniel Wunderli *Der KUZU-Index BIT berechnet sich aus der Zufriedenheit der Fachleute und der Anwender, wobei deren Urteile im Verhältnis 2:1 gewichtet werden. Die Notenskala reicht von 1 bis 6. Das BIT hat wie in den vergangenen Jahren die Zufriedenheit seiner Kundinnen und Kunden gemessen. Das gesteckte Ziel die Kundenzufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern wurde nicht erreicht. Der Kundenzufriedenheitsindex BIT (KUZU-Index BIT*) weist einen Wert von 4,43 KUZU-INDEX BIT* 4,43 (4,47) aus (2012: 4,47). Für die KUZU 2013 hat das BIT über Kunden angeschrieben, die Hälfte davon nahm an der Umfrage teil. Insgesamt flossen über Bewertungen von Fachleuten und Anwendern in die Umfrageergebnisse ein: Fachleute (Personen, die einen IT-Beruf ausüben) sowie Anwenderinnen und Anwender (Personen, die IT für ihre berufliche Tätigkeit nutzen). Zufriedenheit der Anwender ist gestiegen Unter den rund durch Zufallsstichprobe ermittelten Anwenderinnen und Anwendern, die das BIT angeschrieben hat, nahmen Personen aus allen Kundenämtern teil, darunter Anwender Büroautomation, Kursteilnehmende und User SAP. Die Befragten beurteilten die BIT- Leistungen insgesamt mit der Note 4,61. Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zur 4,49 aus dem vergangenen Jahr. Damals wirkten sich die Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit den Betriebsunterbrüchen im Rechenzentrum Fellerstrasse negativ auf das Urteil der User aus. Systemausfälle wurden dieses Jahr in den offenen Kommentaren selten erwähnt. Wunsch: Bessere Systemperformance Ein Verbesserungsvorschlag, den die Anwender häufig erwähnen, ist die Systemperformance auszubauen. Ein Anwender drückt es folgendermassen aus: «Das Internet, aber auch die Zugriffe auf die Netzwerkablagen, sind extrem langsam.» Aber nicht nur die Netzwerkperformance stösst auf Kritik. Auch Outlook bereitet immer mal wieder Probleme. «Sowohl Outlook als auch das Internet sind zwischenzeitlich extrem langsam, was für die Arbeit sehr unangenehm ist», kommentiert ein Anwender. USER 4,61 (4,49) Support: Breites Meinungsspektrum Den Support beurteilen die Anwenderinnen und Anwender unterschiedlich. Positive Rückmeldungen wie «Die Service- Desk-Mitarbeitenden sind immer sehr freundlich» oder «Danke für die immer sehr schnelle und effiziente Hilfe» hat das BIT ebenso erhalten wie kritische Kommentare. «Bei Problemen dauert es meistens lange, bzw. muss intensiv Lobbying betrieben werden, bis die Wichtigkeit eines Anliegens wahrgenommen wird», schildert ein Anwender seine Erfahrungen mit dem IT-Support. Natürlich gab es in der grossen Anzahl Kommentare neben Anregungen, Verbesserungsvorschlägen und konstruktiver Kritik auch Rückmeldungen von rundum zufriedenen Anwendern wie z.b. diese: «Im Moment läuft alles sehr gut und ich bin zufrieden.» Unterschiedliche Entwicklungen bei Anwendern und Fachleuten Während die FACHLEUTE Anwender die BIT-Leistungen besser bewerten als 2012, 4,34 (4,42) geht die Entwicklung bei 10

11 Aktuell den Fachleuten in die entgegengesetzte Richtung. Sie beurteilen die Leistungen des BIT mit der Note 4,34 tiefer als als im Vorjahr (4,42). Zufriedenheit der Integrationsmanager leicht tiefer Die Integrationsmanager, also diejenige Kundengruppe, die bei Projekten und Veränderungen stark mit dem BIT zusammenwirken muss, beurteilen die Zusammenarbeit mit den Account-Managern des BIT mit der Note 4,65 leicht tiefer als im Vorjahr (4,70). Verbesserungspotenzial orten sie an den folgenden Stellen: «Die Abläufe im BIT sind nicht klar, Ansprechpersonen fehlen. Koordination und Endkontrolle der Aufträge fehlt», bilanziert ein Integrationsmanager. Sind die Ansprechpersonen im BIT INTEGRATIONSMANAGER 4,65 (4,70) klar, geben die Erreichbarkeit und Reaktionszeiten der BIT- Mitarbeitenden Anlass zur Kritik: «Accountmanager und Stellvertreter müssen nach wie vor besser erreichbar sein», so ein Kunde. Einzelne Voten zeigen, dass auch Verbesserungen spürbar sind. So schreibt ein Integrationsmanager, dass die Kundenorientierung seiner Meinung nach klar zugenommen habe. Zwei-Faktor-Authentisierung und CMS Tiefer als die Noten der Integrationsmanager fallen jene der Fachleute IT-Security aus; sie bewerten die Leistungen des BIT mit der Note 4,29. Letztes Jahr lag der Wert bei 4,45. Die offenen Kommentare zeigen, dass vor allem die Einführung der Zwei-Faktor-Authentisierung Anlass zu Kritik gibt. Die dafür nötigen BIT-Produkte seien noch zu wenig ausgereift oder noch nicht verfügbar. «Die technischen Voraussetzungen für die Einführung der Zwei-Faktor-Authentisierung sind noch nicht aufeinander abgestimmt», lautet ein weiterer Kommentar. Die Kunden E-Government haben die BIT-Leistungen mit 3,99 ebenfalls schlechter bewertet als im vergangenen Jahr (4,25). Insbesondere der Funktionsumfang des aktuellen Content- Management-Systems (CMS) wird negativ beurteilt: «Das CMS ist nicht so flexibel und arbeitet relativ langsam.» Ein weiterer Kunde weist darauf hin, dass das CMS zwar sehr einfach zu bedienen sei, bemängelt jedoch den Funktionsumfang: «Das CMS könnte moderner daherkommen und zum Beispiel die Einbindung von Social-Media-Funktionen ermöglichen.» Weitere Informationen zum Thema cms.nextgen finden Sie auf Seite 8. Neuausrichtung weckt hohe Erwartungen Wie im letzten Jahr lässt sich allgemein feststellen, dass die Erwartungen der IKT-Fachleute an das BIT jenen an private Service-Provider gleichen. Das BIT ist nun in die kritische Phase des Wechsels gekommen. Wir sind zuversichtlich, dass nach einer Durststrecke der erforderliche Schritt nach vorne gemacht werden kann. Das BIT wechselte Anfang April in die neue Organisation, der Prozess der Neuausrichtung ist noch nicht abgeschlossen. Dies spüren die Kunden. Aus den offenen Kommentaren geht hervor, dass die Neuausrichtung von den Kunden als sinnvoll und nötig betrachtet wird. «Ich denke, dass die Neuausrichtung zu einer Verbesserung der Informatik in der Bundesverwaltung führen wird», so ein Kunde. Der Weg dorthin sei aber noch lange. Ein weiterer Kunde kommentiert folgendermassen: «Ich glaube, dass das BIT nun in die kritische Phase des Wechsels gekommen ist. Jetzt wird sich erst zeigen, was falsch lief und ob und wie man es möglichst rasch korrigieren kann. Wir sind zuversichtlich, dass nach einer Durststrecke der erforderliche Schritt nach vorne gemacht werden kann.» 11

12 Aktuell Version française en ligne «Voraussetzungen für Kooperation so gut wie lange nicht mehr» Der Arbeitsplatz der Zukunft mobil und sicher. Dies war das Thema der ersten gemeinsamen Bundesinformatiktagung, die am 24. Oktober 2013 im Stade de Suisse stattfand. Neben dem Informatiksteuerungsorgan des Bundes gestalteten alle bundesinternen IKT-Leistungserbringer das Tagungsprogramm aktiv mit. Kontakt beim ISB: Gisela Kipfer Kommunikationsverantwortliche ISB Text: Daniel Wunderli Foto: Eva-Maria Künzi Die Premiere ist gelungen: Über 300 interessierte Besucherinnen und Besucher aus allen Departementen nahmen am 24. Oktober an der ersten gemeinsamen Bundesinformatiktagung im Stade de Suisse teil. Erstmals haben alle bundesinternen IKT-Leistungserbringer zusammen mit dem Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema «Der Arbeitsplatz der Zukunft mobil und sicher» organisiert. Neben dem ISB gestalteten die Informatik EDA, das Informatik Service Center ISC-EJPD, die Führungsunterstützungsbasis des VBS, das Information Service Center ISCeco des WBF sowie das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT das Programm der Tagung aktiv mit. «Die spontane, konstruktive Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der ersten gemeinsamen Bundesinformatiktagung war erfreulich und ausgezeichnet», sagte Peter Fischer, Delegierter ISB, bei der Eröffnung. «Diese Kooperation ist zugleich Programm für die heutige Veranstaltung.» Zusammenarbeit, Mobilität, Sicherheit Die Themenwahl war nicht zufällig: Die Stossrichtungen mobiles Arbeiten, Telekommunikationsinfrastruktur, organisationsübergreifende Zusammenarbeit und das Etablieren der IKT-Standarddienste sind wichtige Bestandteile der IKT-Strategie Bund «Wir wollen heute gemeinsam praktische Beispiele, Lösungsansätze und Möglichkeiten in den Bereichen mobiles Arbeiten aufzeigen, aber auch über die damit verbundenen Risiken sprechen», so Peter Fischer. Den Einstieg ins Thema machte Rob Smith. Der Analyst beim Technologieforschungsunternehmen Gartner sprach in seiner Keynote Speech über die Trends bei mobilen IT-Technologien und deren Nutzung im öffentlichen Sektor. Die Problematik, mit der IT-Abteilungen zu kämpfen haben, brachte er folgendermassen auf den Punkt: «Die Auswahl an unterschiedlichen Technologien ändert sich dauernd. Die Palette an mobilen Endgeräten ist riesig», so Rob Smith. Für Organisationen sei es schier unmöglich, diese Vielfalt zu managen. «Doch die Mitarbeitenden kennen die Vorteile unterschiedlicher mobiler Geräte aus dem privaten Umfeld und wollen diese auch im Geschäftsalltag nutzen.» Eine Lösung lautet «Bring Your Own Device». Das ist die Möglichkeit, mit privaten Geräten auf geschäftliche Daten zuzugreifen. Robert Käppeli, Leiter IT-Innovation bei der Schweizerischen Post, zeigte in einer weiteren Keynote Speech, dass dies für einen Teil der Postangestellten bereits Alltag ist. Bei der Einführung solcher Technologien lohne es sich, so Robert Käppeli, perfekten Gesamtlösungen den Rücken zu kehren und stattdessen in pragmatischen Schritten vorzugehen. Informatik und Telefonie verschmelzen Um die Einführung von Unified Communications & Collaboration (UCC) in der Bundesverwaltung ging es im ersten Referat des Themenblocks mobiles Arbeiten. Brigitte Gerber, Programmleiterin UCC beim ISB, zeigte, wie künftig Informatik und Telefonie verschmelzen und neue Arbeitsformen wie z.b. Desktop-Sharing oder Videoconferencing möglich werden. Das EDA hat mit UCC bereits in einem dreijährigen Pilotprojekt Erfahrungen sammeln können. Reto Mätzener, Projektleiter bei IT EDA berichtete über die Erfahrungen mit UCC, etwa während der Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Sein Fazit: «Wer einmal mit UCC gearbeitet hat, will es nicht mehr zurückgeben.» Patrick Treichler, Business-Process-Engineer bei der FUB, gab Einblick in die Voice Systeme der Armee (VSdA), die in einigen besonders sensiblen Bereichen des VBS UCC ergänzen sollen. Die VSdA sind krisenresistent und ermöglichen den Austausch von Informationen, die als VERTRAULICH oder GEHEIM klassifiziert sind. Peter Trachsel, Leiter Standarddienste beim ISB, diskutierte anschliessend mit dem stellvertretenden Chef des FUB, Daniel Zuber, und Jakob Germann, Leiter Support- und Ordermanage- 12

13 Aktuell ment im BIT, über Vor- und Nachteile der Standarddienste. Ein Standarddienst ist eine zentral durch das ISB geführte IKT-Leistung, die in der Bundesverwaltung vielfach unter gleichen oder ähnlichen Anforderungen zum Einsatz kommt. Neben der Datenkommunikation zählt die Büroautomation inklusive UCC dazu. Insbesondere Fragen zum Zusammenspiel zwischen Leistungsbezügern, Leistungserbringern und dem ISB beim Aufbau der Standarddienste sind noch offen. Schlange blockiert Ventilator Wie das Resultat einer erfolgreichen, organisationsübergreifenden Zusammenarbeit aussehen kann, zeigten Marc Jeanguenin, Chef IT-Automation bei IT EDA, und Beat Kupferschmied, Produktverantwortlicher Systemplattformen beim ISC-EJPD, anhand einer Fotoreportage über die Passausstellung für Auslandschweizer. Vom Antrag auf über die Erfassung in einer Vertretung im Ausland bis zur Prüfung der Daten und Passproduktion in der Schweiz zeigten die Referenten, welche technischen Komponenten dazu nötig sind und wer diese bereitstellt. Dass es trotz der guten Zusammenarbeit immer mal zu kleineren Störungen kommen kann, zeigt folgende Anekdote: «Es ist auch schon vorgekommen, dass eine Komponente in einer Auslandvertretung über- Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Christian Baumann ISC-EJPD, Giovanni Conti BIT, Peter Fischer ISB, Roman Grüebler ISCeco, Michel Geelhaar (Tagungsmoderator), Beat Ryser IT EDA, Jean-Paul Theler FUB. hitzt hat, weil eine Schlange den Ventilator blockierte», sagt Marc Jeanguenin. E-Government-Plattform des BSV Jakob Fankhauser, Integrationsmanager im BSV, zeigte gemeinsam mit Hans-Ulrich Wiedmer, SOA-Architekt beim ISCeco, ein weiteres Beispiel fruchtbarer Zusammenarbeit auf. Gemeinsam hatten sie die service-basierte E-Government-Lösung des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) aufgebaut. Die Plattform ermöglicht es externen Benutzern, mit wenigen Klicks einen elektronischen Antrag ans BSV zu stellen. So einfach die elektronische Antragsstellung ist, so komplex ist die dafür nötige IT-Infrastruktur. Durch die Anbindung der Fachanwendung ans elektronische Geschäftsverwaltungssystem (GEVER) mittels des E-Services GEVIS (GEVER Integration Service) werden die Dokumente der Fachanwendung systematisch im GE- VER des BSV abgelegt. Ist mobil auch sicher? Im zweiten Themenblock stand die IKT-Sicherheit im Mittelpunkt. Die nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken (NCS), die der Bundesrat im Juni 2012 verabschiedet hat, stellte Ka Schuppisser, Koordinatorin bei der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI), vor. Der Umsetzungsplan NCS sieht vor, anhand von 16 Massnahmen Bedrohungen aus dem Cyber-Bereich frühzeitig zu erkennen, die Widerstandsfähigkeit von kritischen Infrastrukturen zu stärken und generell Risiken aus dem Cyberspace zu reduzieren. Auch die Weisungen des Bundesrates über die IKT-Sicherheit in der Bundesverwaltung (WISiB), die ab in Kraft treten, waren Thema. Franz Zingg, Informatiksicherheitsbeauftragter Bund, erklärte die darin enthaltenen Vorgaben, etwa zum Grundschutz, zu Schutzbedarfsanalysen oder zur Netzwerksicherheit. Wie einfach es ist, Kontrolle über ein gängiges Smartphone zu erlangen, zeigte ein FUB-Mitarbeiter in einer anschliessenden Demo. Über den gratis WLAN-Zugang des Tagungsorts simulierte er einen Angriff von Cyberkriminellen auf die Geräte der Teilnehmenden. 13

14 Aktuell Ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit in der Bundesverwaltung ist die flächendeckende Einführung der Zwei-Faktor-Authentisierung bis Ende Neben Benutzername und Passwort müssen User künftig zusätzlich im Besitz eines physischen Tokens sein, z.b. in Form einer Smartcard. Die Kombination von Wissen (Benutzername/Passwort) und Smartcard macht Angriffe schwerer und unwahrscheinlicher. Wie die Zwei-Faktor-Authentisierung funktioniert, erklärten Samuel Oppliger, Chef der Swiss Defense PKI bei der FUB, und Michael von Niederhäusern, Leiter PKI im BIT. Eine PKI, die Abkürzung steht für Public-Key-Infrastruktur, ist ein System, das sichere Zertifikate, wie sie z.b. auf einer Smartcard gespeichert sind, ausstellt, prüft und verwaltet. Heute ist die Swiss Defense PKI für die Authentisierung der Angehörigen der Armee und Angestellten zuständig; die Admin PKI stellt Zertifikate für die Angestellten der Bundesverwaltung und der Kantone aus. Für die Zukunft ist geplant, die beiden PKIs zu einer einzigen Swiss Government PKI zusammenzulegen. «Die Kollegen von der Swiss Defense PKI haben ein sehr gutes Know-how, starke Schlüssel zu generieren», sagt Michael von Niederhäusern. Auf der anderen Seite verfüge die Admin PKI über eine Vielzahl von Zertifikats-Ausstellplätzen in den Bundesämtern und Kantonen. So stellt sie sicher, dass nur Personen eine Smartcard erhalten, die persönlich bei der Ausgabe anwesend sind und sich ausweisen können. Strategische Führungsübung 2013 In Basel explodiert eine Chemiefabrik, Bankomaten funktionieren nicht mehr, der Zugverkehr liegt lahm. Das Ganze ist kein Zufall: Angreifer haben die Webseite des Bundes gehackt und für die Vorfälle die Verantwortung übernommen. Besonders brisant: Experten können nicht ausschliessen, dass auch bundesinterne Daten abgeflossen und in fremde Hände geraten sind. «Verantwortlich für dieses Szenario war ich», sagte Stéphane Derron, stellvertretender Leiter Krisenmanagementausbildung des Bundes am Ende des Filmausschnitts. Er ist für die Regie der Strategischen Führungsübung (SFU) 2013 zuständig. Die SFU dient dazu, die Handlungsfähigkeit der Krisenstäbe der Departemente und der Bundeskanzlei in Krisensituationen auf die Probe zu stellen. Sie übten, ein einheitliches und umfassendes Lagebild zu vermitteln, Grundlagen für die Vorbereitung von Entscheiden zu schaffen und eine Kommunikationsstrategie mit den entsprechenden Massnahmen festzulegen. Gemeinsam mit Pascal Lamia, Leiter MELANI, berichtete Stéphane Derron über die Lehren, die sich für das Krisenmanagement Bund aus der SFU 2013 ergeben haben. Gemeinsame Podiumsdiskussion Zum Abschluss der Bundesinformatiktagung debattierten die Vorsitzenden der IKT-Leistungserbringer und des ISB in einer Podiumsdiskussion über die Zusammenarbeit und stellten sich den Fragen des Publikums. Christian Baumann vom ISC-EJPD, Giovanni Conti vom BIT, Peter Fischer vom ISB, Roman Gruebler vom ISCeco, Beat Ryser von der IT EDA und Jean-Paul Theler von der FUB sprachen nicht nur über die Chancen einer engeren Zusammenarbeit, sondern setzten sich auch kritisch mit den damit verbundenen Herausforderungen auseinander. «Die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit sind so gut wie schon lange nicht mehr», so Peter Fischer. «Es wird nicht nur versucht, sich abzustimmen, sondern wir realisieren gemeinsame Projekte.» Trotzdem seien noch viele Fragen zu klären, etwa die Dreieckszusammenarbeit zwischen Leistungserbringern, Leistungsbezügern und dem ISB im Bereich der Standarddienste, so ein weiteres Votum. Die Teilnehmenden zeigten sich zuversichtlich, dass diese Zusammenarbeit erfolgreich ist, wenn es weiterhin gelingt, Differenzen offen anzusprechen und Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Die Präsentationen aller Referenten sowie eine Bildergalerie finden Sie auf intranet.isb.admin.ch > Aktuell > Veranstaltungen > Tagung Bundesinformatik

15 Produkte & Projekte Informatikausbildung: Was ändert, was bleibt Die IT-Ausbildung ist ab 2014 Teil des Kursangebots des Ausbildungszentrums der Bundesverwaltung (AZB) im Eidgenössischen Personalamt. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen. Kontakt beim AZB: Lesley Pritchard Leiterin Ausund Weiterbildung Informatik AZB Text: Daniel Wunderli Bis jetzt hat die IT-Education BIT Informatikschulungen für Mitarbeitende der gesamten Bundesverwaltung angeboten. Seit Anfang September wird die Aus- und Weiterbildung im Bereich Informatik vom Ausbildungszentrum des Bundes (AZB) im Eidgenössischen Personalamt (EPA) organisiert. «Dadurch erhalten die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung alle Kurse aus einer Hand», sagt Lesley Pritchard, Leiterin Aus- und Weiterbildung Informatik. Von der Zusammenlegung der Aus- und Weiterbildung im AZB versprechen sich EPA, BIT und das Generalsekretariat EFD Synergien bei der Knowhow-Bündelung und beim Angebot. Um ein vielfältiges und attraktives Kursangebot im Bereich Informatik kümmert sich das gleiche Team wie gewohnt. Kurse kostenlos im E-Gate buchen Die Integration der Informatikausbildung ins AZB bringt für Kursteilnehmende nur geringfügige Veränderungen mit sich. Neu können interessierte Bundesangestellte Informatikausbildungen wie beim gesamten Kursangebot des AZB schon länger üblich direkt über das E- Gate buchen. Das Kursprogramm ist auch in Papierform und auf InfoPers verfügbar: intranet.infopers.admin.ch. Änderungen gibt es zudem bei der Verrechnung: Das AZB kennt für die angebotenen Kurse keine interne Leistungsverrechnung. «Der Besuch von Informatikkursen ist deshalb für Mitarbeitende der zentralen Bundesverwaltung ab 2014 kostenlos», sagt Lesley Pritchard. Auf aktuelle Entwicklungen reagieren Neben den bereits geplanten Kursen in den Bereichen Büroanwendungen, Grafik/Design, Netzwerk/Daten/Systeme, Programmierung sowie Wirtschaftsinformatik/IKT-Projekte reagiert das Team zeitnah auf aktuelle Informatiktrends. «Wir verfolgen die rasante Entwicklung in der IT-Welt genau und werden während des laufenden Kursjahrs Schulungen zu aktuellen Themen anbieten.» Es lohnt sich also, auf E-Gate gelegentlich nach neuen Kursangeboten Ausschau zu halten. Grossangelegte Anwender-Schulungen Bei tiefgreifenden Veränderungen wie z.b. dem Wechsel zu Windows 7 hat IT-Education BIT jeweils eine grosse Anzahl Anwender im Umgang mit der neuen Software geschult. Auch in Zukunft stehen solche Veränderungen an, etwa beim Wechsel von der herkömmlichen Telefonie zu Unified Communications & Collaboration (UCC). «Selbstverständlich wird sich die Ausund Weiterbildung Informatik bei solch grossen Projekten weiterhin um die Schulung der Anwender kümmern», sagt Lesley Pritchard. Im Kursprogramm des AZB stöbern und Kurse direkt buchen können Sie auf intranet.egate.admin.ch > Mitarbeitende > Aus- und Weiterbildung. Alle Informationen zum IT-Ausbildungsangebot finden Sie im neuen AZB-Kursprogramm. Das Kursprogramm des AZB als PDF-Dokument sowie weitere Informationen zu den IT-Ausbildungen finden Sie auf intranet.infopers.admin.ch > Personalentwicklung > Ausbildungsangebot. 15

16 IT-Thema Behördendaten frei nutzen Im Rahmen des sechsmonatigen Pilotprojekts «Open Government Data Bund» stellt das Schweizerische Bundesarchiv seit Mitte September einen zentralen Zugang zu Behördendaten zur Verfügung. Programmierer von Applikationen, aber auch Parteien, Medien, Verbände und Private können diese frei nutzen. Die ersten Rückmeldungen der Benutzer sind positiv. eine ganze Reihe teils äusserst populärer Anwendungen kreiert. Illustreets ist nur eine davon. Ausser Grossbritannien sind auch Deutschland, Frankreich, Österreich, die USA und die EU daran, ihre Daten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kontakt beim BAR: Simon Meyer Informationsbeauftragter Open Government Data Bund Text: Daniel Wunderli Familie Smith ist in England auf der Suche nach einem neuen Haus. Wie sieht es mit der Anbindung an den öffentlichen Verkehr aus? Gibt es gute Schulen in der Nähe des Wunschobjekts? Wo liegen die nächsten Naherholungsgebiete und ist die Umgebung auch sicher? Antworten auf diese Fragen findet Familie Smith mit Hilfe der Webapplikation illustreets (illustreets.co.uk). Diese nutzt öffentlich zugängliche Daten verschiedener Behörden, um auf einer interaktiven Landkarte die Suche nach dem geeigneten Eigenheim zu erleichtern. Open Data auf der politischen Agenda Dass Behördendaten öffentlich zugänglich sind und für unterschiedliche Verwendungszwecke genutzt werden dürfen, ist ein zentrales Anliegen der Befürworter von Open Government Data (OGD). England stellt schon seit längerer Zeit Behördendaten über ein zentrales Portal zur Verfügung (data.gov.uk). Aktuell sind über verschiedene Datensätze verfügbar. Applikationsentwickler haben mit diesen Daten Auch in der Schweizer Politik ist OGD Thema. Das Parlament hat 2011 das Postulat «Open Government Data als strategischer Schwerpunkt im E-Government» von Nationalrat Christian Wasserfallen überwiesen und den Bundesrat damit beauftragt, Grundsatzfragen zu OGD zu beantworten sowie eine thematische Auslegeordnung vorzunehmen. Der Steuerungsausschuss E-Government Schweiz hat darauf das Vorhaben «Open Government Data» in den Katalog der priorisierten Vorhaben aufgenommen. Ziel ist es, Grundlagen für OGD zu schaffen und mittels erster Pilotprojekte Erfahrungen zu sammeln. Pilotportal online Seit Mitte September ist das erste schweizweite Pilotportal online. Auf stehen der interessierten Öffentlichkeit über Datensätze für Auswertungen, Visualisierungen oder die Entwicklung von Applikationen zur Verfügung. Bis jetzt stellen das Schweizerische Bundesarchiv (BAR), das Bundesamt für Statistik (BFS), das Bundesamt für Landestopografie swisstopo, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und die Nationalbibliothek (NB) Daten auf dem Portal zur Nutzung bereit. Unterstützt wird das Pilotprojekt vom Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) und der Bundeskanzlei (BK). Das Pilotportal bietet einen zentralen Zugang zu frei nutzbaren Behördendaten. «Die Initiative für die Schaffung des Pilotportals ging von den Pilotämtern aus», sagt Simon Meyer, Informationsbeauftragter des Projekts «In der Schweiz gibt es relativ wenig Erfahrung mit OGD, weshalb sich die Beteilig ten für ein pragmatisches Vorgehen beim Aufbau des Portals entschieden haben.» Für die Pilotämter ist es nicht neu, einen Teil ihrer Daten zu veröffentlichen. Bisher stellten sie z.b. Statistiken oder Geodaten hauptsächlich auf ihren 16

17 IT-Thema Webseiten zur Verfügung. Das Pilotportal ist der erste Versuch, einen zentralen Zugang herzustellen. Transparenz schaffen Von einem solchen zentralen Zugang zu Behördendaten verspricht sich die Schweizer Regierung vor allem wirtschaftlichen, politischen und verwaltungsinternen Nutzen. Dies schreibt der Bundesrat in seinem Bericht zu Open Government Data*. Behördendaten können als Grundlage für neue Informationsdienstleistungen dienen, etwa in Form von Applikationen. Das BAR hat zur Wirtschaftlichkeit von OGD eine Studie** in Auftrag gegeben. Die Studienautorin kommt zum Schluss, dass die Einführung von OGD aus ökonomischer Sicht empfehlenswert ist. Trotz vieler Unsicherheiten in der Methodik und bei der Datenlage könne man davon ausgehen, dass sich der Wertschöpfungsanteil aus OGD in der Schweiz etwas zwischen 0,9 und 1,2 Milliarden Franken pro Jahr bewegen dürfte. Dies z.b. durch Produkte, die auf Meteodaten oder Geoinformationen basieren oder durch Effizienzgewinne, wie einen geringeren Aufwand bei der Datenbeschaffung in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Der freie Zugang erhöht auch die Transparenz der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit. «Ein verbesserter Zugang zu den Daten des Bundes kann helfen, politische Entscheide einfacher nachzuvollziehen», so Simon Meyer. Erste Anwendung bereits entwickelt Trotz der kurzen Zeit, während der das Pilotportal aufgeschaltet ist, gibt es schon viele positive Rückmeldungen. «Das Angebot wird rege benutzt», sagt Simon Meyer. Mit Datavisions GmbH hat bereits ein erstes Unternehmen eine Meteo-App entwickelt. Die Desktop-App ermöglicht die Visualisierung von Schweizer Wetterdaten im Monatsmittel von 1864 bis Weitere Beispiele von Anwendungen finden Sie auf > Anwendungen. «In Zukunft hoffen wir auf weitere spannende Applikationen, die wir auf dem Portal vorstellen können», sagt Simon Meyer. Ein nationales OGD-Portal aufbauen Ziel ist es, mit dem Pilotportal Erfahrungen zu OGD zu sammeln, um diese für die Umsetzung eines dauerhaften OGD-Webportals zu nutzen. Der Bundesrat hat dazu das ISB beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem BAR und der BK eine schweizerische OGD-Strategie zu formulieren und offene Fragen zu klären. Zum Beispiel die rechtlichen Rahmenbedingungen. «Aus der OGD-Community kommt die Forderung einer einheitlichen Lizenz zur Verwendung der Daten», sagt Meyer. «Heute hat jedes Amt eine eigene rechtliche Grundlage für die Sekundärnutzung seiner Daten. Wir stützen uns im Pilotprojekt auf diese gültigen Bestimmungen.» Eine einheitliche Lösung, die für alle Daten gilt, muss erst noch geprüft werden. Einen ersten Schritt in Richtung eines schweizweiten Zugangs für ODG hat das Pilotportal bereits getan. Seit Ende Oktober sind auch Daten des Kantons Zürich auf dem Portal verfügbar. «Je mehr Bundesämter, Kantons- oder Gemeindebehörden ihre Daten zur Verfügung stellen, desto interessanter wird es für findige Entwicklerinnen und Entwickler, diese zu kombinieren und neue Anwendungen zu programmieren», ist Simon Meyer überzeugt. Vielleicht geht es gar nicht mehr lange, bis Familie Schmid wie die Smiths in England mit einer App, die OGD nutzt, den geeigneten Wohnort evaluieren kann. Das Pilotportal finden Sie auf Beispiele für Anwendungen finden Sie auf > Anwendungen. *Den Bericht des Bundesrates zu Open Government Data finden Sie auf > Themen > Open Government Data > Aktuell **Adelheid Bürgi-Schmelz: «Wirtschaftliche Auswirkungen von OGD»: > Themen > Open Government Data > Aktuell 17

18 Aktuell «Konzept der Zusammenarbeit ist einmalig» Das BIT hat mit dem neuen Verwaltungsgebäude in Zollikofen Platz für 750 moderne Arbeitsplätze erhalten. Gleichzeitig hat es ein neues Arbeitsplatz- und Zusammenarbeitskonzept eingeführt. BIT-Kontakt: Martin Feller Stv. Leiter Human Resources Management Text: Kathrin Sterchi Das Unterbringungskonzept 2024 des Bundes sieht vor, die Räumlichkeiten der Bundesverwaltung mittel- bis langfristig auf wenige, aber grosse Standorte mit guter Verkehrsanbindung zu konzentrieren. Nicht rentable Gebäude will die Bundesverwaltung abstossen und Mietobjekte durch Eigentum ersetzen. Im Raum Bern sind gemäss dem Unterbringungskonzept 2024 acht grössere Standorte geplant. Zollikofen ist einer davon. Langfristig sind dort rund Arbeitsplätze in vier Gebäuden geplant. Das BIT hat diesen Herbst in Zollikofen das erste neue Verwaltungsgebäude bezogen. Damit wird das ursprünglich auf sieben Standorte verteilte Amt schrittweise auf zwei reduziert: das Verwaltungsgebäude am Eichenweg 1 in Zollikofen und in den nächsten Monaten den Standort «Titanic II» an der Monbijoustrasse in Bern. «Wir heissen die BIT-Mitarbeitenden in Zollikofen herzlich willkommen», sagt Daniel Bichsel, Gemeindepräsident von Zollikofen. «Für Zollikofen stellt der Bezug dieser 750 Arbeitsplätze ein sehr bedeutendes Ereignis in der Geschichte dar. Nie zuvor haben in der Gemeinde so viele Personen gleichzeitig ihren Arbeitsplatz bezogen.» Vor dem Wechsel der ersten Bundesangestellten an den neuen Standort wurde die RBS-Station Oberzollikofen, in unmittelbarer Nähe des BIT, saniert und mit zwei neuen Treppen, einem Lift, einer Wartehalle sowie einem neuen Perrondach ausgestattet. Neuausrichtung und Zusammenarbeit Ziel der laufenden Neuausrichtung des BIT ist es, eine durchgängige Organisation mit aufeinander abgestimmten End-to-End-Services für die Kunden zu schaffen. Dies wird durch das neu eingeführte Arbeitsplatz- und Zusammen- Das neue BIT-Gebäude am Eichenweg 1 in Zollikofen. Foto: René Rötheli 18

19 Aktuell arbeitskonzept in Zollikofen auch räumlich unterstützt. Im Open-Space-Modell sind die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden nach Bereichen in offenen Büroeinheiten angeordnet je nach Aufgabe und Funktion wurden sie fix zugeteilt oder in Form von Flex-Desk-Arbeitsplätzen bei Bedarf besetzt. Auf allen Etagen finden die BIT- Mitarbeitenden neben Sitzungszimmern auch Bereiche für ruhiges und kreatives Arbeiten und Treffpunkte für spontane Meetings. «Das gesamte Arbeitsplatz- und Zusammenarbeitskonzept ist in dieser Form einmalig in der Bundesverwaltung», betont Martin Feller, Projektleiter Kultur und Standorte. Neu: Projekt-Räume In Zollikofen können Mitarbeitende 15 Projekt- Räume mit vier, sechs oder zehn Arbeitsplätzen nutzen, die für die Dauer eines Projekts reserviert werden können. Mit der Schaffung von Projekt-Räumen wird dem Anspruch Rechnung getragen, dass Projekt-Teams über einen längeren Zeitraum einen fest zugeteilten Raum zum Arbeiten und Austauschen erhalten. «Mit dem Angebot in Zollikofen haben wir eine Alternative gefunden, um den grössten Bedarf an Projekt-Räumen abzudecken», sagt Mike Casablanca, Verantwortlicher Projektleiter-Pool. Piktogramme helfen, sich im Gebäude zu orientieren. Eine Open-Space-Umgebung ermöglicht persönliche Interaktion und konzentriertes Arbeiten nebeneinander. Fotos: Eva-Maria Künzi 19

20 Bits & Bytes Kurz gelesen Keine Chance dem Zufall Big Data ist wie ein Spiel. Das Ziel ist, den Zufall auszuschalten. Auf dem Weg dahin gibt es Etappensiege. Eine Etappe ist immer dann erreicht, wenn das eintrifft, was wir erwarten. Und das macht uns glücklich, behaupten Forscher. «Wer die Zukunft kennt, dem gehört sie», davon ist Rudi Klausnitzer überzeugt. In seinem Buch «Das Ende des Zufalls» skizziert er die Möglichkeiten von Big Data. Mithilfe von Daten lassen sich Dinge vorhersagen. Natürlich nur, wenn man diese Daten richtig einordnen und auswerten kann. Dann aber steht der Berechenbarkeit der Dinge nichts mehr im Weg: Verbrechen können auf Zeit und Ort vorhergesagt werden. Frauen erhalten Post mit Rabatten auf Schwangerschaftsprodukte ohne erzählt zu haben, dass sie ein Kind erwarten. Mehr noch: Daten erzeugen, speichern und zugänglich machen ist kein Prozess mehr, den wir unkontrolliert erdulden. Quantified-Self ist eine Bewegung, bei der Menschen weltweit ihre Gewohnheiten oder Leistungen messen, meist via Apps. Jedes Smartphone besitzt genug Sensoren, um unser Verhalten bis ins Detail zu erfassen. Datenwissenschaft ist auch längst zum Wettbewerb geworden und der Fortschritt generiert ganz neue Rollen. Wie die des Datenjournalisten zum Beispiel, der Big Data als Quelle für seine Artikel nutzt. «Das Ende des Zufalls» zeigt schier unendliche Möglichkeiten jedoch mehr euphorisch als fatalistisch. Denn wem die Zukunft wirklich gehört und ob Daten genutzt oder auch ausgenutzt werden, die Diskussion bleibt offen. GeF Kurz notiert Aktueller MELANI-Halbjahresbericht online In dieser Ausgabe des Lageberichts zieht die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (MELANI) eine Bilanz der Cyberangriffe der Monate Januar bis Juni 2013 der gleiche Zeitraum, in dem sich auch die grösste Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacke in der Geschichte des Internets ereignete: Cyberkriminelle hatten eine Schweizer Non-Profit-Organisation im Visier, die Gefahren aus dem Internet bekämpft. Im Fachbericht greift die Meldestelle ebenfalls das viel diskutierte Thema Abhörmethoden auf. Sie erklärt, wie Abhörprogramme wie zum Beispiel Prism funktionieren und wie Daten ausgewertet werden. Ausserdem hält der Bericht fest, dass Angriffe auf Smartphones drastisch zunehmen. Mithilfe von Trojanern, die sich Nutzer gleichzeitig mit gewissen Apps herunterladen, verschaffen sich die Täter Zugriff auf die Geräte. Auch Watering-Hole-Angriffe vermehren sich: Dabei konzentrieren sich Angreifer auf Online-Plattformen, auf denen sich Nutzer mit ähnlichen Interessen treffen. Wer zum Beispiel strategisch ein Nachrichtenportal oder ein soziales Netzwerk hackt, dem gelingt der Zugriff auf ein bestimmtes Publikum. Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist der Schutz von industriellen Kontroll- und Steuerungssystemen (ICS). MELANI erklärt, wie Hacker solcher Anlagen die quasi ausnahmslos permanent attackiert werden vorgehen, und spricht elf Sicherheitsempfehlungen aus, um sie vor Fernzugriffen zu schützen. Im Bericht finden Sie neben einer ausführlichen Liste und Einstufung weiterer Angriffe in genanntem Zeitraum auch Tipps zum Schutz, zum Beispiel von Voiceover-IP (VoIP)-Anlagen oder Content-Management-Systemen (CMS). Den Lagebericht können Sie auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch lesen. GeF MELANI-Lagebericht «Informationssicherung Lage in der Schweiz und international»: > Berichte > Lageberichte Rudi Klausnitzer: «Das Ende des Zufalls. Wie Big Data uns und unser Leben vorhersagbar macht», ecowin, ca. CHF

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