12. Analyseebenen der Managementforschung

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1 Einführung in das Studium der Management- und Wirtschaftswissenschaften WS 2013/ Analyseebenen der Managementforschung Internationales Institut für Management und ökonomische Bildung Professur für ABWL, insbes. Personal & Organisation

2 Agenda 1. Hinweise zur Klausur 2. Wiederholung Organisationale Kernmetaphern 3. Sozialwissenschaftliche Analyseebenen

3 Aufbau der Klausur 13 Aufgaben 60 Punkte insgesamt (bestanden mit 30 Punkten) Bei Antwortmöglichkeiten mit müssen Sie jeweils alle die Kästchen ankreuzen, die richtige Antworten darstellen! Das können, müssen aber nicht, jeweils auch mehrere sein. Wichtig: Aufgabentext genau beachten! Was ist gefragt? Was nicht? Verstehen, kreativ verwenden und beispielhaft illustrieren!

4 Klausurrelevante Themenfelder Wissenschaft (und Nicht-Wissenschaft) Facetten des kritischen Denkens (Artikel von Mingers, Seite 5-10, Passwort: mingers1 ) Wissenschaftliche Grundbegriffe Aussagearten Hypothesenformulierung Theorien Induktivismus/ Falsifikationismus Operationalisierung Qualitative vs. quantitative Sozialforschung Theorie vs. Praxis Engagement und Distanzierung (Elias) Grundformen wissenschaftlicher Erklärungen

5 1. Wdh.: Kernmetaphern der Managementforschung (Passwort für den Morgan-Text: morgan1 ) Perspektivenvielfalt (oder genauer: Theorienvielfalt):Unterschiedliche Denkund Betrachtungsweisen organisationaler Phänomene lassen sich auf unterschiedliche Organisations-Metaphern zurückführen Diese Metaphern kanalisieren unsere Aufmerksamkeit und unser Denken, indem Sie bestimmte Aspekte ( Ähnlichkeiten ) hervorheben und zugleich andere in den Hintergrund rücken Je nach Metapher treten somit jeweils spezifische Phänomene und (Erklärungs)Variablen des organisationalen Geschehens in den Blick Wichtige Metaphern: Maschine, Kultur, politisches System, Machtinstrument, psychisches Gefängnis, Fluss und Wandel etc.

6 Das komplexe Geschehen in Organisationen wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Determinanten beeinflusst Diese Determinanten bewegen sich zum Teil auf gänzlich unterschiedlichen Betrachtungs- bzw. Analyseebenen Die Logik der verschiedenen Ebenen gründet auf je eigenen Wirkungsmechanismen Obgleich diese Ebenen in der Realität eng miteinander verwoben sind, lassen sie sich daher nicht ohne Weiteres in einheitliches theoretisches Denkgerüst integrieren

7 a) Die Makroebene: Organisationen und ihre Umwelt Betrachtung der Organisation als Akteur Ggf. auch Betrachtung von ganzen Organisationspopulationen (z. B. Branchen o.ä.) Analyse der Bedeutung verschiedener Umwelt-Variablen auf das Verhalten von Organisationen/ Unternehmen Zentrale Konzepte: (Facetten der) Unternehmenspolitik/ -strategie Marktdynamiken Gesellschaftliche, globale, rechtliche, kulturelle, technische, ökonomische Rahmenbedingungen

8 c) Die Mesoebene(n): Organisationen und ihre internen Strukturen Blick in das Innere von Organisation Analyse der Bedeutung verschiedener Struktur-Variablen auf das Geschehen innerhalb von Organisationen/ Unternehmen Zentrale Konzepte: (Facetten der) Unternehmenspolitik/ -strategie (Formale und informale) Organisationsstrukturen und ihre Gestaltung Organisationskultur, Regeln, Rollen, Normen, Institutionen Prägung des organisationalen Geschehens durch soziale (= überindividuelle) Wirkkräfte

9 d) Die Mesoebene(n): Die Gruppenebene Betrachtung der Besonderheiten menschlicher Zusammenarbeit Analyse des Verlaufs von Gruppenprozessen (Teamarbeit, Gruppenzusammensetzung und -entscheidungen, Führung, Konflikte etc.) Zentrale Konzepte: Einfluss von Makro- und Mikrofaktoren auf die Zusammenarbeit Rollenbetrachtungen Merkmale von Gruppen (Homogenität/ Heterogenität, Kohäsion, Macht, Kommunikation, Werte und Normen etc.)

10 e) Die Mikroebene(n): Dyadische Beziehungen Betrachtung der Besonderheiten dyadischer menschlicher Interaktion Zusammenarbeit als Beziehungs -Phänomen (z.b. Vorgesetzten- Mitarbeiterbeziehungen o. ä.) Zentrale Konzepte: Individuelle Personenmerkmale Soziale Kompetenzen Situative Faktoren Interaktionseffekte ( Merkmal A trifft auf Merkmal B )

11 f) Die Mikroebene(n): Individualebene Betrachtung ausgewählter Merkmale einzelner Akteure Domäne der Psychologie Zentrale Konzepte: Persönlichkeitsmerkmale (von Führern, Unternehmern, Gründern etc.) Individuelle Kompetenzen und Motivationen Sozialisationseffekte

12 Zusammenfassung Viele praktische bzw. praxisrelevante Fragestellungen lassen sich auf ganz unterschiedlichen Analyseebenen betrachten Durch die Wahl der Analyseebene ergeben sich jeweils spezifische Erkenntnispotentiale, aber auch beschränkungen Nicht jede Analyseebene passt zu jedem Problem. Es lohnt sich daher stets, die gewählte Analyseebene kritisch hinsichtlich ihrer Angemessenheit für die betrachtete Problemstellung zu hinterfragen!

13 Vielen Dank! Viel Erfolg! Schöne Ferien! Bleiben Sie neugierig

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