Interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung von ErzieherInnen und Erziehern.

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1 Interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung von ErzieherInnen und Erziehern. 1

2 Struktur: 1. Kompetenzbegriff 2. Interkulturelle Kompetenz 3. Interkulturelle Kompetenz eine Querschnittsaufgabe? 4. Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern in Hessen 5. Interkulturelles Lernen im Lehrplan 6. Beispiel: Sprachförderung und Bilderbuch 7. Querschnittsaufgabe und Diversity-Ansätze 8. Fragen 2

3 Kompetenz Kompetenz bezeichnet im DQR die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, Kenntnisse und Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten zu nutzen und sich durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Kompetenz wird in diesem Sinne als umfassende Handlungskompetenz verstanden. BMBF/KMK

4 Interkulturelle Kompetenz Der Begriff der interkulturelle Kompetenz wird im pädagogischen Diskurs kritisch diskutiert. Er wird u. A. als eine Kompetenzerweiterung verstanden, die dazu befähigt, in als interkulturell wahrgenommenen Situationen, Handlungskompetenz zu zeigen. Ist Interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselkompetenz? (vgl. Maria do Mar Castro Varela in : Auernheimer (2002) Richtet sich die Kompetenzanforderung nur an die Mehrheitsgesellschaft? (vgl : Mecheril in ebda 2002) 4

5 Interkulturelle Kompetenz Westphal unterscheidet z.b. in folgende Kompetenzkategorien: 1. Interkulturelle Kompetenz als Kapital auf globalisierten Arbeitsmärkten. 2. Interkulturelle Kompetenz als pädagogische Qualifikation. 3. Interkulturelle Kompetenz als biographische Ressource. (vgl: Westphal in: Fürstenau, Gomolla (Hrsg) Wiesbaden 2009) 5

6 Interkulturelle Kompetenz als pädagogische Qualifikation Interkulturelle Kompetenz ist ein mehrdimensionales Konzept, das verschiedene Fähigkeiten, Einstellungen und Lernprozesse anspricht. Dazu gehört ein reflektierender Umgang mit Heterogenität. Dieser ist nicht nur auf die ethischkulturelle Dimension beschränkt, sondern schließt andere Ebenen der Diversität mit ein, wie z B. Geschlecht, sozialer Status, Alter, Sexualität, Beeinträchtigungen etc.. 6

7 Was heißt interkulturelle Kompetenz konkret: Sie meint die Fähigkeit: Situationen mit ihren Problemen und Chancen erfassen zu können, sich als Person in heterogenen Kontexten zurechtzufinden, als ErzieherIn in multikulturellen Arbeitssituationen angemessen handeln zu können, sich persönlich auf Lernprozesse einzulassen sowie interkulturelle Lernprozesse zwischen Personen anzustoßen und zu begleiten. 7

8 Ausbildung von Erzieherinnen und Erzieher in Hessen: Lehrplan für Berufliche Schulen Fachschule für Sozialpädagogik

9 Interkulturelle Kompetenz ein Querschnittsthema in der Ausbildung? Empathie Kommunikative Kompetenz Konfliktfähigkeit Kreativität (Filzinger, Johann 1992) Selbstreflexion Ambiguitätstoleranz Flexibilität Offenheit 9

10 Interkulturelles Lernen im Lehrplan in Hessen Wahlpflichtfach - Sozialpädagogische Arbeit im interkulturellen Bereich: Im Wahlpflichtbereich werden die in anderen Lernbereichen erworbenen sozialpädagogischen Kompetenzen der Studierenden für die entsprechenden Tätigkeitsfelder vertieft und erweitert. Zentrales Anliegen ist die Vermittlung von Kompetenzen und Qualifikationen, die zur Gestaltung und Bewältigung eines gelingenden Alltags und von außerordentlichen Vorhaben und Projekten in den verschiedenen Formen und Institutionen mit den Beteiligten befähigt. 10

11 Wahlpflichtfach - Sozialpädagogische Arbeit im interkulturellen Bereich Wahlpflichtfach - Sozialpädagogische Arbeit im interkulturellen Bereich: zielt auf deutsche und ausländische Studierende gleichermaßen, Erziehungsziele und Handlungskompetenzen sind hier unter anderem Akzeptanz des jeweils Anderen, Empathie, Abbau von Vorurteilen, Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz, Dialog- und Kommunikationsfähigkeit, Chancengleichheit, Fähigkeit zur Selbstreflexion, Wertschätzung der jeweiligen Muttersprache, Hilfestellungen für die Zweitsprachkompetenz, Hilfestellungen bei der Entwicklung einer interkulturellen Identität 11

12 Wahlpflichtfach - Sozialpädagogische Arbeit im interkulturellen Bereich Wichtige Elemente dabei sind: Fachpraxis Projekte Hospitationen 12

13 Beispiel: Thema Sprachförderung: Sprachentwicklung und Sprachförderung Zweitsprachentwicklung Sprachentwicklung beim Bilingualismus die zentrale Bedeutung der Erstsprache beim Zweitspracherwerb Identitätsentwicklung Lehrplan für Berufliche Schulen Fachschule für Sozialpädagogik 2004 praktische Hilfestellungen beim natürlichen Zweitspracherwerb in verschiedenen Arbeitsfeldern: Strukturen, Regeln, Methoden, Medien, Materialien 13

14 Thema: Sprachförderung und Bilderbuch 14

15 Thema: Sprachförderung und Bilderbuch 15

16 BEA-Fachtagung Weimar März 2008 * Geschichten oder Märchen mit muttersprachlichen Wendungen

17 Thema: Sprachförderung und Bilderbuch 17

18 Projekte zum Thema Sprachförderung und Bilderbuch Beispiel 1. Hospitation in Kleingruppen in Kitas, Entwicklung von Projekten gemeinsam mit den ErzieherInnen und Kindern mit Unterstützung der Mütter. Durchführung der Projekte im Rahmen der Medienprojekte im Lernbereich III: Medien Sozialpädagogischen Handelns. Beispiel 2. Praktikum in einer Unterkunft für Asylbewerber. Berufspraktikum in diesem Bereich und Aufbau eines Spiel- und Lesezimmers, regelmäßige Vorlesekreise gemeinsam mit Eltern und Kinder. 18

19 Interkulturelle Kompetenz ein Querschnittsthema in der Ausbildung? Heterogenität ist die Regel und nicht die Ausnahme. Inklusion schließt alle Menschen mit ein. Interkulturelle Kompetenz lässt sich nicht losgelöst von der Professionalisierungsdebatte sehen und ist Teil eines professionellen Habitus. 19

20 Interkulturelle Kompetenz ein Querschnittsthema in der Ausbildung? Fachkenntnisse, Sprach- und oder Kommunikationskompetenz, Rechtliche Kenntnisse, Kenntnisse über Kulturelle/politische Hintergründe, Eigene Praxiserfahrungen. 20

21 Interkulturelle Kompetenz ein Querschnittsthema in der Ausbildung? Michely-Weirich

22 Interkulturelle Kompetenz ein Querschnittsthema in der Ausbildung? In fast allen Lehrplänen der Fachschulen/Fachakademien in der Bundesrepublik Deutschland wird interkulturelle Kompetenz als Querschnittsaufgabe gesehen. In der curricularen Diskussion bei der Erarbeitung von Lehrplänen wird die interkulturelle Kompetenz im Kontext der Diversity-Debatte gesehen. Interkulturelle Themen finden in vielfältiger Weise Ihren Niederschlag in den Lernbereichen/Lernfeldern. 22

23 Diversity Wahrnehmung der Vielfalt von Identitäten und Identitätskonstruktionen und ihre Verbindungen mit den komplexen Realitäten der Gesellschaft und bestehenden Machtverhältnissen. Sensibilisierung für Diskriminierungen und Infragestellung der diesen zugrunde liegenden Normsetzungen. Gesellschaftliche Vielfalt wird als Potential begriffen und aufgewertet. 23

24 Diversity Diversity-Ansätze sind eng an gesellschaftsrelevante Entwicklungsprozesse und Theorien geknüpft. Globalisierung (Beck 1989), Migrationsgesellschaft (Castro Varela, Mecheril 2010) Transnationalisierung (Pries 2010). Sie setzen sich mit der Konstruktion von gesellschaftlicher Ungleichheit und Hierarchisierung auseinander. 24

25 Gefahren versus Chancen Wenn wichtige Themen zu Querschnittsthemen werden, gehen Sie dann irgendwann verloren? Entsteht ein Spannungsverhältnis von Ausbildungsinhalten und erlebter Praxis? Was heißt das für die strukturellen Bedingungen in der Praxis? Steht ein gesellschaftlich- struktureller Blick individuellen Förderaspekten im Wege? 25

26 Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf Fragen. 26

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