Fachgrundsatz der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. Market Consistent Embedded Value in der Krankenversicherung. Hinweis

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Fachgrundsatz der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. Market Consistent Embedded Value in der Krankenversicherung. Hinweis"

Transkript

1 Fachgrundsatz der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. Market Consistent Embedded Value in der Krankenversicherung Hinweis Köln, den

2 Präambel Die DAV hat entsprechend des Verfahrens zur Feststellung von Fachgrundsätze vom 25. April 2013 den vorliegenden Fachgrundsatz festgestellt. 1 Fachgrundsätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie aktuarielle Fachfragen behandeln, von grundsätzlicher und praxisrelevanter Bedeutung für Aktuare sind, berufsständisch durch ein Feststellungsverfahren legitimiert sind, das allen Aktuaren eine Beteiligung an der Feststellung ermöglicht, und ihre ordnungsgemäße Verwendung seitens der Mitglieder durch ein Disziplinarverfahren berufsständisch abgesichert ist. Dieser Fachgrundsatz ist ein Hinweis. Hinweise sind nicht verbindliche Empfehlungen zu aktuariellen Einzelfragen. Sie werden grundsätzlich auf der Basis einer hinreichend breiten fachlichen Diskussion und Abstimmung ausgesprochen (Definition laut Verfahrens für Fachgrundsätze der DAV). Der Hinweis basiert auf der Ausarbeitung Market Consistent Embedded Value für die Lebensversicherung. Zur Vereinfachung der Handhabung wurde ein selbständiges Papier für die Krankenversicherung erstellt. Sofern keine oder nur marginale Änderungen erforderlich waren, wurden die entsprechenden Abschnitte aus dem Papier für die Lebensversicherung im Wesentlichen übernommen. Mit Blick auf die leichtere Lesbarkeit, wurde auf eine explizite Kennzeichnung der jeweiligen Textstellen verzichtet. In diesem Zusammenhang möchte sich die Arbeitsgruppe ganz herzlich bei den Kollegen aus der Lebensversicherung für die ausgezeichnete Arbeitsgrundlage bedanken. Anwendungsbereich Der sachliche Anwendungsbereich dieser Ausarbeitung betrifft die Aktuare der Krankenversicherung sowie Personen, die Gutachten für einen Market Consistent Embedded Value (MCEV) im Rahmen der jährlichen Berichterstattung erstellen o- der prüfen. Inhalt des Hinweises Diese Ausarbeitung behandelt die marktkonsistente Berechnung des Embedded Value für die private Krankenversicherung (PKV). Sie basiert auf dem entsprechenden Hinweis für die Lebensversicherung (veröffentlicht am ), der mit Blick auf die speziellen Belange der PKV überarbeitet wurde. Der Fokus der Ausarbeitung liegt auf Einzelunternehmen, d.h. auf etwaige Bewertungsunterschiede, durch z. B. die Behandlung steuerlicher Verlustvorträge, aus einer Gruppenperspektive wird nicht eingegangen. 1 Der Vorstand dankt der Arbeitsgruppe Market Consistent Embedded Value Krankenversicherung ausdrücktlich für die geleistete Arbeit, namentlich Dr. Ulrich Stellmann (Leitung), Stefan Bause, Roland Bordt, Yvonne Brinkmeier, Dr. Lars Michael Hoffmann, Sebastian Krybus, Stephan Lück, Dr. Ralph Maaßen, Dr. Petra Meerwald, Dr. Witold Ossa, Siegfried Pröfrock, Gerd Radtke, Sascha Raithel, Hanno Reich, Dieter Reichelt, Dr. Rasmus Schlömer, Dr. Jan-Philipp Schmidt. 1

3 Die Ergebnisse dienen als Grundlagen/Vorgaben für die Ermittlung des MCEV in der PKV, gemäß den MCEV Principles Stand: Oktober Die beschriebenen Vorgehensweisen und Überlegungen sind prinzipiell auch für Solvency II anwendbar. Sowohl bei der Befüllung des Standardmodells als auch für interne Modelle müssen allerdings die besonderen regulatorischen Anforderungen und Einschränkungen berücksichtigt werden. Verabschiedung Dieser Hinweis ist durch den Vorstand der DAV am verabschiedet worden und tritt mit der Bekanntgabe auf der Internetseite der DAV in Kraft. 2

4 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 4 2 Überblick 6 3 Grundlagen 10 4 Marktnahe Bewertung und ökonomische Annahmen 16 5 Nicht-ökonomische Annahmen 23 6 Regulatorische Einflüsse 26 7 Managementregeln und Versicherungsnehmer-Verhalten 35 8 Kapitalkosten 53 9 Neugeschäftswert Besondere Aspekte deutscher Produkte Veränderungsanalyse Disclosures Glossar und Abkürzungen 89 Anhang 1 Ansätze zur Bestimmung des Required Capitals 94 Anhang 2 Aktuarieller Unternehmenszins (AUZ) 97 Literaturverzeichnis 100 3

5 1 Einleitung Seit dem ist der Hinweis Embedded Value für Lebensversicherungen vom Vorstand der DAV verabschiedet. Ergänzend hierzu wurde am der Hinweis Stochastischer Embedded Value sowie am der Hinweis Market Consistent Embedded Value veröffentlicht. Während sich der erste Hinweis noch auf eine rein deterministische Betrachtung des Themas stützte und die grundlegenden Definitionen des Embedded Values, seiner einzelnen Komponenten und der Veränderungsanalyse lieferte, erweiterte der zweite Hinweis diese Sichtweise und stellte eine Beschreibung von Bewertungsmodellen, die im Rahmen einer stochastischen Modellierung des Embedded Values angewandt werden können, zur Verfügung. Ferner wurden die wesentlichen Einflüsse einer stochastischen Modellierung auf die Methodik der Embedded-Value-Berechnung und seiner einzelnen Komponenten dargestellt. Durch entsprechende Veröffentlichungen des CFO Forums im Juni 2008 und Oktober 2009 wurde ein neuer Standard für die Ermittlung und Veröffentlichung des Embedded Values geschaffen, um eine noch stärkere Vergleichbarkeit und größere Transparenz in diesem Bereich zu erhalten. Durch die Verwendung eines marktkonsistenten Ansatzes zur Ermittlung des Embedded Values soll eine Bewertung erreicht werden, die den Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäftes gebührend Rechnung trägt. Diese neue Definition eines Market Consistent Embedded Value erfolgte im Wesentlichen durch 17 Principles, die thematisch eine Weiterentwicklung beziehungsweise Konkretisierung der bisherigen Principles des European Embedded Values darstellen. Im Rahmen des oben genannten Hinweises zum stochastischen Embedded Value wurde unter den dort vorgestellten Bewertungsmodellen auch bereits ein marktkonsistenter Ansatz untersucht. Allerdings schafften die durch das CFO Forum neu definierten MCEV Principles nun wesentlich konkretere Rahmenbedingungen für einen marktkonsistenten Ansatz, so dass es erforderlich war, diesen neu spezifizierten Regeln im Rahmen eines weiteren DAV-Hinweises zum Thema Market Consistent Embedded Value Rechnung zu tragen. Die oben genannten Hinweise befassen sich ausschließlich mit der Lebensversicherung. Zwischenzeitlich wenden auch viele private Krankenversicherer im Rahmen von Solvency II oder von MCEV-Berechnungen Bilanzprojektionen an. Zum Umgang mit den vielfältigen Besonderheiten des Geschäftsmodells der privaten Krankenversicherung, z.b. Beitragsanpassungsmöglichkeiten, geben die vorliegenden Lebensversicherungshinweise naturgemäß keine praktische Hilfestellung. Hier soll die vorliegende Ausarbeitung Abhilfe schaffen. Basierend auf dem Hinweis zum Market Consistent Embedded Value in der Lebensversicherung wird in der vorliegenden Arbeit im Detail auf die Besonderheiten der PKV eingegangen. Mit Blick auf die bessere Lesbarkeit hat sich die Arbeitsgruppe darauf verständigt, einen umfassenden Hinweis zu erarbeiten. Diverse Textpassagen der Ausgangsunterlagen gelten uneingeschränkt für die Lebens- und für die private Krankenversicherung. Diese wurden 1:1 aus der Ausgangsunterlage übernommen. Ebenfalls mit Blick auf die bessere Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, dies im Einzelnen bei den betreffenden Textstellen kenntlich zu machen. 4

6 In Analogie zum Hinweis für die Lebensversicherung dient diese Ausarbeitung nicht dem Zweck, Probleme des theoretischen Grundgerüsts zu lösen. Vielmehr soll dem Leser die grundlegende Problematik bewusst gemacht und mit Hilfe dieser Ausarbeitung eine Hilfestellung für die praktische Arbeit an die Hand gegeben werden. 5

7 2 Überblick Das CFO-Forum hat im Oktober 2009 die MCEV Prinzipien in ihrer aktuellsten Version veröffentlicht. Hierzu wurden zwei Papiere herausgegeben: und Market Consistent Embedded Value Principles Market Consistent Embedded Value Basis for Conclusions. In diesem Kapitel werden zunächst die 17 Principles vorgestellt. Zur besseren Einordnung wird danach der MCEV mit anderen kapitalmarktnahen Bewertungsprinzipien verglichen. 2.1 Zusammenfassung der 17 MCEV Principles Principle 1 (Introduction) definiert den MCEV als Maß für den konsolidierten Wert des "covered business" für die Eigentümer und den Group MCEV als Maß für den konsolidierten Wert des "covered business" und des "non-covered business". In einer Erklärung muss bestätigt werden, dass Methodik, Annahmen und Ergebnisse (inklusive Sensitivitäten) einer unabhängigen externen Prüfung unterzogen wurden. Die Prüfung muss außerdem die Übereinstimmung mit allen Principles bestätigen. Principle 2 (Coverage) stellt klar, dass das Covered Business klar abgegrenzt und beschrieben werden muss. Principle 3 (MCEV Definitions) legt die Aufteilung des MCEV in die drei Komponenten Free Surplus (FS), Required Capital (RC) und Value of in-force Covered Business (VIF) fest. Ebenso fordert es ausreichende Berücksichtigung von Risiko und verlangt eine Kalibrierung des Risikos in Anlehnung an einen Marktpreis des Risikos, falls dieser verlässlich beobachtbar ist. Principle 4 (Free Surplus) definiert den Free Surplus als den Marktwert derjenigen Assets, die dem betrachteten Geschäft zwar zugeordnet sind, aber eigentlich nicht benötigt werden. Principle 5 (Required Capital) definiert das Required Capital als den Marktwert derjenigen Assets, die dem betrachteten Geschäft zugeordnet sind und über die der Eigentümer nur eingeschränkt verfügen kann Es ist mindestens das Maximum aus regulatorischen und internen Kapitalanforderungen anzusetzen. Principle 6 (Value of in-force Covered Business) definiert den VIF als Summe der vier Komponenten Barwert der zukünftigen Überschüsse (PVFP), Zeitwert der Optionen und Garantien (TVOG), Frictional Cost (FC), Cost of residual non-hedgeable Risks (CRNHR) und liefert zusätzliche Informationen zur Berechnung des PVFP. Principle 7 (Financial Options and Guarantees) verlangt, dass der Zeitwert der Optionen und Garantien (TVOG) stochastisch berechnet wird, wobei der Wert aller projizierten Cash Flows mit dem Preis ähnlicher, auf dem Kapitalmarkt gehandelter Cash Flows in Einklang zu bringen ist. Principle 8 (Frictional Costs of Required Capital) und die dazugehörige Guidance fordern, dass die Frictional Costs des Required Capital von der Berücksichtigung 6

8 der non-hedgeable risks unabhängig ist. Sie spiegeln Kosten der Kapitalanlage sowie der Besteuerung der Zinserträge auf das Required Capital wider. Principle 9 (Cost of Residual Non Hedgeable Risks) definiert die Kosten der residual non-hedgeable risks, welche alle non-hedgeable risks umfasst, die noch nicht im PVFP berücksichtigt wurden. Principle 10 (New Business and Renewals) definiert das Neugeschäft und den Neugeschäftswert. Es handelt sich dabei um den Wert des Neugeschäfts der Berichtsperiode, i.a. also des vergangenen Jahres. Künftiges Neugeschäft findet dagegen keine Berücksichtigung im MCEV. Principle 11 (Assessment of Appropriate Non Economic Projection Assumptions) stellt klar, dass die best estimate Annahmen unternehmensspezifisch sein sollten. Guidance G 11.9 verlangt, dass die Auswirkung von außergewöhnlichen Kosten separat ausgewiesen wird. G stellt klar, dass die Holdingkosten in Bezug auf das Covered Business entsprechend allokiert werden. G 11.6 (demographische Annahmen) verdeutlicht, dass dynamisches Versicherungsnehmer-Verhalten im TVOG berücksichtigt werden soll. Principle 12 (Economic Assumptions) behandelt die ökonomischen Annahmen. Principle 13 (Investment Returns and Discount Rates) behandelt das marktkonsistente Diskontieren der Zahlungsströme des VIF. Principle 14 (Reference Rates) verlangt, wann immer möglich, den Gebrauch der Swap-kurve als Referenzsatz (risikofreier Zins). Bei nicht-liquiden Verbindlichkeiten ist die Swap-kurve inklusive einer Liquiditätsprämie zu verwenden. Principle 15 (Stochastic Models) fordert den Einsatz angemessener stochastischer Modelle, basierend auf aktuellen Marktdaten. Insbesondere sind zur Bewertung von Optionen und Garantien implizite Volatilitäten heranzuziehen anstelle von historisch beobachteten Größen. Principle 16 (Participating Business) diskutiert die Behandlung des überschussberechtigten Geschäfts. Principle 17 (Disclosure) beschreibt die Anforderungen an die Veröffentlichung des MCEV. 2.2 MCEV im Vergleich Nicht nur der MCEV basiert auf kapitalmarktnahen Bewertungsverfahren, auch das europäische Solvency II - Aufsichtssystem sowie IFRS 4, Phase 2, basieren auf diesen bzw. ähnlichen Prinzipien. Allerdings gibt es Unterschiede im Detail, wie in der folgenden Tabelle dargestellt: 7

9 Vergleich kapitalmarktnaher Bewertungsansätze Kriterium MCEV Solvency II IFRS 4 Phase 2 Basis MCEV Principles Directive Nov. 2009, Consultation Papers QIS 5, Technical Specifications vom Juli 2010 sowie Framework LTGA Jan Konzept Going concern Transfer value/ exit value Aktiva Folgt wahrscheinlich Folgt eventuell IFRS fair value IFRS (FV) measurement FV measurement Exposure Draft ED/2010/8 zu Insurance Contracts vom Juli 2010, Re-Exposure Draft Juli 2013 Fulfillment value Amortised cost oder FV Financial instruments: Classification and measurement (exposure draft (ED) vom Juli 2009) in Verbindung mit FV Measurement (ED vom Mai 2009) Umfang Passiva Versicherungsund Investmentverträge Versicherungsund Investmentverträge Nur Versicherungsverträge Ökonomische Annahmen Marktkonsistent Marktkonsistent Marktkonsistent, unternehmens-spezifisch, soweit kein Markt Diskontierung Swaps plus Liquidity Premium, falls angemessen, Omnibus II : Swap plus Volatility Adjustment risk-free und Berücksichtigung der liquidity, keine exakte Spezifizierung Inwieweit die Unterschiede zwischen diesen drei Bewertungsmaßstäben wesentlich sind bzw. werden, lässt sich derzeit 2 nicht verlässlich sagen: Einerseits wird in internen Modelle nach Solvency II der MCEV als Basis für Risikokapitalberechnungen verwendet, andererseits laufen derzeit noch die aufsichtsrechtlichen Genehmi- 2 Redaktionsschluss: Dezember

10 gungsverfahren dafür. Ebenso ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, inwieweit MCEV-basierte Verfahren für die Berechnung von Technical Provision nach Solvency II verwendet werden können. Noch schwieriger ist der Vergleich mit der IFRS-Rechnungslegung für Versicherungsverträge, bei der ein Standard noch in Arbeit ist 3, und außerdem die Auslegung in Bezug auf die Umsetzung der Prinzipien zum Beispiel bei der maßgeblichen Fragestellung nach den ökonomischen Annahmen noch offen erscheint. Insofern verbietet sich bei Redaktionsschluss eine Prognose über die Vergleichbarkeit von MCEV und IFRS für Versicherungen. 3 Geplante Veröffentlichung des Standards frühestens in

11 3 Grundlagen 3.1 Komponenten des MCEV Anforderungen aus den MCEV Principles Der MCEV besteht gemäß Principle 3 aus den folgenden einzelnen Komponenten: Value of in-force Business (VIF): Bestandswert des Covered Business, Required Capital (RC): Marktwert des für das Covered Business benötigten Eigenkapitals, Free Surplus (FS): Marktwert des dem Covered Business zugeordneten freien Eigenkapitals. Der Bestandswert besteht aus dem Barwert der Unternehmenserträge aus dem Covered Business, wobei Risiken wann immer möglich ausreichend und gemäß dem Marktpreis für ihre Übernahme zu berücksichtigen sind. Mit shareholder net worth bezeichnet man die Summe aus Free Surplus und Required Capital. Künftiges Neugeschäft wird nicht bewertet Der Bestandswert VIF Der VIF stellt den Wert des Bestandes dar und setzt sich wiederum aus mehreren Komponenten zusammen: VIF = PVFP TVOG FC CRNHR Der PVFP umfasst dabei schon den intrinsischen Wert der enthaltenen finanziellen Optionen und Garantien. Die Methodik zur Berechnung des PVFP basiert auf den Ansatz risikoneutraler Kapitalerträge und einer risikoneutralen Diskontierung. Da in den MCEV alle finanziellen Optionen und Garantien mit ihrem Marktwert einfließen sollen, der PVFP aber nur deren intrinsischen Wert beinhaltet, wird deren Zeitwert (TVOG) als zweite Komponente des VIF separat erfasst. Der TVOG wird bestimmt als die Differenz des stochastisch ermittelten PVFP (Mittelwert der PVFP über mehrere Szenarien) und dem deterministischen PVFP (PVFP mit dem certainty equivalent-szenario). In der Krankenversicherung können die TVOG, je nach Ausprägung des dynamischen Versicherungsnehmerverhaltens und der Managementregeln, sowohl wertmindernd wie werterhöhend sein. Die dritte Komponente des VIF sind die Frictional Costs of Required Capital. Diese umfassen Kosten durch Steuern und Kapitalanlagekosten sowie die Kosten durch Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer. Da die FC auf Basis des Required Capital berechnet werden, muss dieses im Modell über den Projektionszeitraum geeignet abgewickelt werden. 10

12 In der vierten und letzten Komponente des VIF sollen Kosten für nicht hedgebare Risiken einfließen. Die CRNHR sind Kosten ( Gebühren ), die ein Investor normalerweise dafür verlangt, solche nicht hedgebare Risiken einzugehen. Sie setzen sich aus vier verschiedenen Risiko-Sachverhalten zusammen: a) Für Risiken, die den shareholder value asymmetrisch beeinflussen. [G9.1 Asymmetries in the impact of the risks on shareholder value] b) Risiken, die noch nicht im PVFP und in den TVOG berücksichtigt wurden, müssen zusätzlich bewertet werden. Als Beispiel werden hierfür operationale Risiken angegeben, sofern diese nicht innerhalb des Modells für den PVFP schon als eigenständiger Aufwand angesetzt werden. c) Für nicht hedgebare Risiken wie zum Beispiel deterministisch modellierte Sterblichkeiten werden deren Erwartungswerte schon bei der Berechnung des PVFP und dem TVOG berücksichtigt. Das muss aber nicht gleich dem Erwartungswert dieser Risiken bezogen auf den Bestandswert aus Unternehmenssicht entsprechen. d) Ein weiterer Aufwand in den CRNHR kann für die Unsicherheit der nicht hedgebare Risiken angesetzt werden. Dies kann zum Beispiel bei Kapitalmarktannahmen vorkommen, wenn der Kapitalmarkt in diesem Bereich nicht genügend tief und liquide ist. In Bezug auf Rückversicherung stellt der VIF einen Nettowert dar. Innerhalb des Anhangs wird eine Umrechnung der berechneten CRNHR unabhängig von dem angewendeten Berechnungsverfahren auf einen entsprechenden Kapitalkostensatz gefordert. Der Kapitalkostenansatz selber ist dabei eng an die derzeitigen Regelungen von Solvency II angelehnt Required Capital Mit Required Capital bezeichnet man das Kapital, welches für den Geschäftsbetrieb unter Solvenzüberlegungen als benötigt erachtet wird und über welches das Unternehmen nur eingeschränkt verfügen kann. Für das Unternehmen gibt es im Wesentlichen die folgenden Gründe, einen Krankenversicherer mit (zusätzlichem) Eigenkapital auszustatten: Anforderungen der Aufsicht (Kapitalausstattung gemäß Solva I), Erreichen beziehungsweise Aufrechterhalten eines bestimmten Unternehmensratings, Reputation und Darstellung in der Öffentlichkeit, Investition in Neugeschäft. Bei der Bewertung von Required Capital und darüber hinausgehendem Free Surplus verweisen die MCEV Principles auf den Marktwert der diese Positionen bedeckenden Aktiva: Diese werden gemäß der Struktur auf der Passivseite wie folgt klassifiziert: Statutarische Verbindlichkeiten gegenüber den Versicherungsnehmern Required Capital als das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital Free Surplus 11

13 Das Required Capital wird gemäß Principle 5 mit dem Marktwert der Assets bewertet, die nicht für die Bedeckung der Verbindlichkeiten gegenüber den Versicherungsnehmern benötigt werden. Auf diesen Betrag werden im Anschluss die FC in Abzug gebracht. In der Praxis wird das Required Capital in Deutschland üblicherweise nicht über die freien Assets bestimmt, sondern über einen risikoorientierten Ansatz ermittelt (siehe Praktische Umsetzung). Da das Required Capital aus Sicht des Unternehmens bestimmt wird, ist gemäß G 5.1 das Kapital abzuziehen, das nicht vom Unternehmen bereitgestellt wird, wie zum Beispiel Nachrangdarlehen. Auf letztere werden auch keine Frictional Costs berechnet, wobei darauf zu achten ist, dass die Bindung dieser Mittel an anderer Stelle berücksichtigt wird (Basis for Conclusions bfc 45), zum Beispiel im PVFP oder im TVOG. Bei den klassischen Varianten HGB-Eigenkapital und Solvabilitätsspanne gemäß Solvency I wird das Required Capital in Prozent der Solvabilitätsspanne definiert: Required Capital = x% Solvabilitätsspanne, mit x = max(unternehmensinterne Zielgröße, 100%). G 5.2 und G 5.3 beschreiben weitere Anforderungen an die Höhe des Required Capital. Das jeder rechtlichen Einheit (regulated entity) zugeordnete Required Capital sollte mindestens so hoch sein wie der Unternehmensanteil an dem Kapital, das aus Solvenzgesichtspunkten kein Eingreifen der Aufsichtsbehörden auslöst, die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen erfüllt, unternehmensinternen Zielsetzungen genügt. Zu beachten ist außerdem der Zusammenhang zu den implementierten Managementregeln und der dort unterstellten Mindest-Kapitalausstattung. Mit der Einführung von Solvency II ist in der praktischen Umsetzung an dieser Stelle mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen, da eine exakte pfadabhängige Modellierung des Solvenzkapitals unter Solvency II an technische Grenzen stößt. Praktische Umsetzung Die bisher bekannten Verfahren zur praktischen Ermittlung des Required Capital variieren von extrem einfachen, an HGB orientierten Ansätzen, bis hin zu einer sehr aufwändigen Berechnung über ein internes Modell. Mögliche Verfahren sind im Anhang 1 zusammengestellt. Eine weitere Aufgabe besteht in der Zuordnung des Required Capital auf einzelne Segmente, zum Beispiel auf das Neugeschäft des letzten Jahrgangs oder auf einzelne Produktlinien. Vergleichbare Schlüsselungsverfahren kommen häufig auch für FC und CRNHR zum Einsatz. Während sich die Solvabilitätsanforderung gemäß Solvency I direkt für jedes Teilsegment berechnen lässt, muss das über andere Ansätze ermittelte Required Capital explizit auf die einzelnen Segmente allokiert werden. Sollen auf das Required Capital auch noch Kapitalkosten in jedem Projektionsjahr berechnet werden 12

14 (siehe Kapitel 7), so muss sich diese Allokation über den gesamten Run-Off erstrecken. Die Zuordnung kann zum Beispiel über die Alterungsrückstellung und/oder die Beitragseinnahmen erfolgen. Wird das Required Capital mit demselben Internen Modell und Parametern wie der MCEV berechnet, so ist der Zirkelschluss (Required Capital als Ergebnis aus dem Internen Modell wird als Input für das Interne Modell benötigt) geeignet aufzulösen Free Surplus Mit Free Surplus bezeichnet man gemäß Principle 4 den Marktwert aller Assets, die dem Covered Business zum Bewertungsstichtag zugeordnet sind, aber nicht zu dessen finanzieller Bedeckung benötigt werden. Der sich ergebende Betrag kann unter Umständen negativ sein. Gemäß G 4.1 und G 4.2 darf beim MCEV nur der Free Surplus angesetzt werden, der formell den im MCEV Covered Business bedeckt. Auf den Free Surplus fallen gemäß G4.1 keine Frictional Costs an Alternative Bewertung des shareholder net worth In der Krankenversicherung wird der Versicherungsnehmer gemäß Überschussverordnung an sämtlichen Kapitalerträgen, also auch an allen realisierten Bewertungsreserven, beteiligt. Der shareholder net worth kann alternativ aus den angepassten Buchwerten des HGB-Eigenkapitals abzüglich Immateriellen Vermögensgegenständen und Nachrangdarlehen bestimmt werden. Im Gegenzug müssen dann die Bewertungsreserven über den PVFP erfasst werden Zusammenhänge In der folgenden Grafik sollen die Zusammenhänge der einzelnen Komponenten des MCEV sowie die Gegenüberstellung von der HGB-Bilanz zu einer Marktwertbilanz auf Basis des MCEV veranschaulicht werden. Assets Liabilities Bewertungsreserve Buchwert der Kapitalanlagen Excess capital Eigenkapital SCR Solva I - Anteil Vers.- technische Rückstellungen Free Surplus Required Capital PVFP Marktwert der vers.- technischen Verpflichtungen inkl. künftiger Überschussbeteiligung und steuerlicher Verpflichtungen Free Surplus Required Capital PVFP Marktwert der vers.- technischen Verpflichtungen inkl. künftiger Überschussbeteiligung und steuerlicher Verpflichtungen Free Surplus Required Capital 3 MCEV VIF Frictional Costs TVOG CRNHR Marktwert der vers.- technischen Verpflichtungen inkl. künftiger Überschussbeteiligung und steuerlicher Verpflichtungen HGB Best estimate ohne aktivische Bewertungsreserven 9 Best estimate MCEV 13

15 Dem Buchwert der Kapitalanlagen stehen unter HGB das Eigenkapital (von dem in der Regel ein Teil zur Bedeckung der Solvency I - Anforderungen benötigt wird) sowie die statutarischen versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Beim Übergang zu einer best-estimate-betrachtung werden in einem ersten Zwischenschritt die versicherungstechnischen Rückstellungen aufgegliedert in den Marktwert der versicherungstechnischen Verpflichtung inklusive künftiger Überschussbeteiligung und dem Barwert der aus den kalkulierten Margen in Zukunft anfallenden Unternehmenserträge (PVFP). Das Eigenkapital setzt sich in dieser Betrachtungsweise zusammen aus dem Required Capital (basierend auf Solvency II oder einer anderen marktbasierten Risikobewertung) und dem diesen Betrag übersteigenden Free Surplus. Zusätzlich sind bei dieser Betrachtungsweise jedoch auch die Marktwerte der Kapitalanlagen zu berücksichtigen. (In der obigen Grafik wird dies durch den grün schraffierten Teil in der best-estimate-bilanz dargestellt.) Die Bewertungsdifferenzen der Aktivseite führen dann auf der Passivseite zu einer entsprechenden Erhöhung des Marktwertes der versicherungstechnischen Verpflichtungen beziehungsweise des PVFP und können auch die Höhe des RC und des FS beeinflussen. Die MCEV-Methodik sieht nun vor, dass die Frictional Costs, der TVOG sowie die CRNHR vom PVFP abgezogen werden. Der verbleibende Betrag stellt den VIF dar und bildet zusammen mit den beiden Eigenkapitalkomponenten den MCEV. In Deutschland teilt sich das Eigenkapital (gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Bewertungsdifferenzen, Nachrangdarlehen und nicht eingezahlten Teilen des Eigenkapitals) auf RC und FS auf Disclosures Principle 17 fordert die Veröffentlichung des Required Capital. Für jedes geographische Segment von Bedeutung soll das Required Capital in Prozent des Solvenzkapitals angegeben werden, bei dessen Unterschreiten Maßnahmen von der lokalen Aufsichtsbehörde eingeleitet würden (17.3.8). Gemäß soll die Veränderungsanalyse nach Free Surplus, Required Capital und VIF aufgeteilt werden. Schließlich fordert die Veröffentlichung einer Sensitivität, bei der das Required Capital auf das Solvenzkapital gesetzt wird, bei dessen Unterschreiten Maßnahmen von der lokalen Aufsichtsbehörde eingeleitet würden. Dieses minimale Solvenzkapital ist ebenfalls zu veröffentlichen. 3.2 Closed-Fund-Projektion und Going-Concern-Annahme Idealerweise sollte ein Unternehmensmodell als open fund konzipiert werden, also unter Berücksichtigung des künftigen Neugeschäfts. Hierfür müssten Annahmen über das Volumen und die Struktur des künftigen Neugeschäfts für den gesamten Projektionszeitraum getroffen werden. Diese Annahmen sind von sehr großer Unsicherheit geprägt, wie man bereits durch einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre erkennt. Bei der Bewertung des Unternehmens nach den MCEV Principles ist der Wert des künftigen Neugeschäftes nicht zu berücksichtigen. Daher wird in den derzeitigen Unternehmensmodellen der closed-fund -Ansatz verwendet. Dieser besteht darin, den zum Projektionsbeginn vorhandenen Bestand 14

16 im Laufe der Projektion auslaufen zu lassen, wobei die Berechnungen dennoch unter der going-concern-annahme zu erfolgen haben. Dabei wird eine Reihe von Fragen an die Umsetzung der Managementregeln aufgeworfen, deren Beantwortung sich nicht aus der praktischen Unternehmenssteuerung ergibt, sofern sich die Bestände nicht im Run-off befinden. Hierzu gehören die Finanzierung des künftigen Neugeschäfts, die Subventionierungseffekte zwischen Bestand und Neugeschäft, der Abbau des Eigenkapitals während der Projektion Finanzierung zukünftigen Neugeschäfts und Subventionseffekte Eine Möglichkeit, der going-concern-annahme Rechnung zu tragen, ist die Berücksichtigung von Kosten, die durch den Abschluss zukünftigen Neugeschäfts entstehen. Die Modellierung zusätzlicher Aufwendungen im Rohüberschuss reduziert diesen und liefert geringere Zuführungen zur RfB und geringere Unternehmensgewinne. Letzteres wird dadurch verstärkt, dass zukünftige Unternehmensgewinne aus diesem Neugeschäft unberücksichtigt bleiben. Die sich ergebenden Gewinn- und Verlustrechnungen spiegeln zunächst die tatsächlich beobachtbaren Verhältnisse in der Jahresrechnung besser wider. Im Ergebnis reduziert sich der MCEV. Andererseits erhöht sich durch die Zuordnung der Abschlusskosten zum Bestand bei diesem Ansatz der aktuelle Neugeschäftswert Entwicklung des Eigenkapitals Das Eigenkapital dient nicht ausschließlich der Fortführung des Geschäftsbetriebes, sondern unterstützt auch weitergehende geschäftspolitische Themen wie Wachstum oder Reputation. Entsprechend erfolgt eine Unterteilung des Eigenkapitals in Required Capital und Free Surplus. Für den Verlauf der Projektion muss festgelegt werden, in welcher Höhe für den jeweiligen Restbestand Kapital vorgehalten werden soll. Da im MCEV eine Bewertung des zum Stichtag vorhandenen Bestandes exklusive zukünftigem Neugeschäft vorgenommen wird, kann die Entwicklung des Eigenkapitals proportional zum Bestand modelliert werden. 15

17 4 Marktnahe Bewertung und ökonomische Annahmen Die dem Embedded Value zugrundeliegenden Annahmen haben entscheidenden Einfluss auf den Wert des MCEV. Dabei wird prinzipiell zwischen nicht-ökonomischen und ökonomischen Annahmen unterschieden. In diesem Kapitel wird zunächst auf die ökonomischen Annahmen eingegangen, im nächsten Kapitel dann auf die nicht-ökonomischen. 4.1 Grundlegende Annahmen Anforderungen aus den Principles Bewertungsansatz Principle 12: Die ökonomischen Annahmen müssen intern konsistent sein und sollten so festgelegt werden, dass projizierte Zahlungsströme konsistent zu vergleichbaren am Kapitalmarkt gehandelten Zahlungsströmen bewertet werden. Bfc 131: Alle Annahmen sollen aktiv festgelegt werden, sie dürfen nicht geglättet werden und müssen intern konsistent sein. Inflationsannahmen G 12.2: Sofern geeignete Marktinstrumente zur Verfügung stehen, sollen die Preisinflationsannahmen aus den Marktdaten abgeleitet werden. In anderen Märkten sollen diese Annahmen stattdessen als angemessene Differenz zur Reference Rate modelliert werden. Andere Inflationsarten werden konsistent abgeleitet. Aufgrund der besonderen Bedeutung der medizinischen Inflation für die private Krankenversicherung, ist diese in angemessener Form im Modell zu berücksichtigen. Kapitalerträge und Diskontierung Principle 13: Die Diskontierung des VIF erfolgt mit Diskontraten, die auch bei der Bewertung vergleichbarer Cash Flows auf dem Kapitalmarkt verwendet werden. G 13.1: Sofern Zahlungsströme nicht von Marktveränderungen abhängen beziehungsweise sich linear dazu verhalten, dann kann eine alternative Methode zum Einsatz kommen. Hierbei wird angenommen, dass Assets vor Steuern und Kapitalanlagekosten die Reference Rate verdienen. Zur Diskontierung der Zahlungsströme wird die nicht gekürzte Reference Rate verwendet, es gibt keine Abzüge für Steuern oder Kapitalanlagekosten. G 13.2: Sofern Zahlungsströme Optionen und Garantien enthalten, die sich nicht linear gegenüber Marktveränderungen verhalten, können risikoneutrale stochastische Modelle verwendet werden, um die Zahlungsströme der Aktiva zu projizieren und sämtliche Zahlungsströme zu diskontieren. Alternativ können auch Deflatoren verwendet werden. In beiden Fällen sollte die Reference Rate als risikofreier Zins benutzt werden. 16

18 Praktische Umsetzung Die marktnahe Bewertung von Aktiv- und Passivseite bedeutet, dass die projizierten Zahlungsströme auf den Bewertungsstichtag mit marktnahen oder marktkonsistenten Methoden bewertet werden. Innerhalb der Projektion selbst gelten weiterhin die Prämissen einer Bilanz- und GuV-Erstellung nach lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen. Eine marktkonsistente Bewertung setzt die Erfüllung der folgenden beiden Bedingungen voraus 4 : Der Erwartungswert der diskontierten zukünftigen Cash Flows einer Kapitalanlage liefert den aktuellen Marktwert der Kapitalanlage Das Kapitalmarktmodell ist arbitragefrei Arbitrage-Freiheit bedeutet dabei, dass der Kapitalmarkt keine Möglichkeit bietet, risikofrei eine höhere Rendite als den risikofreien Zins zu erzielen. 4.2 Diskussion der Swapkurve und Liquiditätsprämie Anforderungen aus den Principles Grundsätzlich sollte die Reference Rate als Näherung für den zu Währung, Laufzeit und Liquidität der Zahlungsströme passenden risikofreien Zins betrachtet werden. Für die konkrete Wahl werden zwei Fälle unterschieden: Gehören die zu bewertenden Zahlungsströme zu liquiden Verpflichtungen, sollte im Regelfall die Swapkurve entsprechend der Währung der Zahlungsströme verwendet werden; ist die Liquidität der Verpflichtungen eingeschränkt, so darf die Swapkurve um eine zusätzliche Liquiditätsprämie erhöht werden (Principle 14). Bei der Wahl der Reference Rate ist zu bedenken, dass sie auf das gesamte Berechnungsmodell anzuwenden ist und somit sowohl über die Diskontierung als auch über die Annahme für Kapitalanlagerenditen der Wert des MCEV beeinflusst. In den Basis for Conclusions werden die Hintergründe zur Festlegung der Swapkurve (ggf. inklusive Liquiditätsprämie) als Reference Rate beschrieben, Vorund Nachteile der Swapkurve diskutiert und Anmerkungen zur Wahl der Liquiditätsprämie gemacht. Dabei wird die Vorhersagbarkeit eines Zahlungsstroms als Maß für seine Liquidität angegeben. In den Guidance bis 14.5 werden Situationen geschildert, wann eine Anpassung der Swapkurve erforderlich ist. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Projektionszeitraum der Zahlungsströme länger ist als die Swapkurve. Die Swapkurve soll dann entsprechend verlängert werden. Für fehlende Laufzeiten zwischen der kürzesten und der längsten verfügbaren Laufzeit kann ein geeignetes Interpolationsverfahren verwendet werden. An diesen Stellen werden beispielhaft mögliche Verfahren hierfür beschrieben. Allerdings wird in den Basis for Conclusions klargestellt, dass derzeit kein allgemeingültiger Standard existiert, um bestehende Lücken in Swapkurven zu schließen. Eine Ausnahme bilden die sehr kurzen Laufzeiten. Dort sollte auf entsprechende Geldmarktkurven zurückgegriffen werden. 4 Siehe Hinweis der DAV zum Stochastischen Embedded Value, Abschnitt 4 17

19 Die Liquiditätsprämie muss nach den Principles aus Finanzmarktdaten abgeleitet werden, allerdings wird kein verbindliches Verfahren vorgeschrieben. Es sollte in allen Fällen darauf geachtet werden, dass das Verfahren der Herleitung für sich gesehen stabil ist, um konsistente Liquiditätsprämien zu verschiedenen Bewertungsstichtagen zu erhalten. Darüber hinaus sollten bei der Ansetzung der Liquiditätsprämie aufsichtsrechtliche und unternehmensspezifische Umstände berücksichtigt werden, die Möglichkeiten zur tatsächlichen Realisierung einer Liquiditätsprämie einschränken. Bei Kapitalanlagen spricht man von liquide, wenn der Besitzer der Kapitalanlage diese kurzfristig und ohne Wertverlust veräußern kann. Überträgt man diese Definition auf einen Versicherungsvertrag, so ist die entsprechende Veräußerungsmöglichkeit des Versicherungsnehmers (und nicht des Versicherungsunternehmens) ausschlaggebend für die Liquidität eines Vertrages. Die Verbindung zur Definition der MCEV-Principles kann folgendermaßen gezogen werden: Für ein Versicherungsunternehmen haben die Zahlungsverpflichtungen aus nur schwierig oder mit hohem Wertverlust veräußerbaren (oder besser: kündbare) Verträge eine wesentlich höhere Planbarkeit, es kann also mit wesentlich größerer Sicherheit vorhersagen, welche Beträge zu welchen Zeitpunkten gezahlt werden müssen. Ist diese Sicherheit ausreichend hoch, kann auf Kapitalanlagenseite die Liquiditätsprämie durch umfangreiche Investitionen in entsprechende illiquide Titel realisiert werden, da deren Auszahlungsprofil auf die passivseitigen Zahlungsverpflichtungen abgestimmt werden kann. Ist hingegen die Sicherheit über die Fälligkeit von Zahlungsverpflichtungen gering, kann zwar die gleiche Anlagestrategie umgesetzt werden, allerdings besteht hier ein höheres Risiko, dass die Liquiditätsprämie wegen vorzeitiger Veräußerungen nicht in gleichem Maße erwirtschaftet werden kann. Die Ermittlung einer Liquiditätsprämie setzt voraus, dass die Versicherungsverpflichtungen ihrer Liquidität nach in Klassen unterteilt und dann getrennt mit unterschiedlichen Liquiditätsprämien bewertet werden. Dabei braucht es nicht nur zwei Klassen liquide und nicht liquide zu geben, sondern es kann auch Zwischen-Klassen geben. Da im deutschen Geschäftsmodell die Aktiva des Sicherungsvermögens nicht auf verschiedene Passiva aufgeteilt werden, ist es sachgerecht, auf Basis der Deckungsrückstellung oder des Present Value in den einzelnen Liquiditätsklassen einen gewichteten Liquiditätsfaktor zwischen 0 und 1 zu bestimmen, mit dem dann die aus dem Kapitalmarkt abgeleitete Liquiditätsprämie multipliziert wird. Diese gewichtete Liquiditätsprämie bestimmt dann zusammen mit der Swap-Zinskurve die Reference Rate. In Ländern ohne geeignete Swapkurven können passende Alternativen verwendet werden, wie zum Beispiel die Rendite von Staatsanleihen (G 14.5). Unter Solvency II wird abweichend hierzu auf die Methodik des Volatility und Matching Adjustments abgestellt. 18

20 Praktische Umsetzung Bei der Verwendung einer Liquiditätsprämie für den MCEV sind folgende Punkte relevant: Der Anwender muss die Liquidität von Versicherungsverpflichtungen einschätzen. Dabei ist vom Anwender zu definieren, auf welcher Aggregationsstufe diese Einschätzung vorgenommen wird, da man aus den CFO-Principles nicht erkennen kann, welche der folgenden Sichtweisen zur Beurteilung der Liquidität von Versicherungsverpflichtungen eingenommen werden soll: Einerseits kann man die Vorhersagbarkeit der Zahlungsströme auf Basis von Bestandsgruppen (BG), Abrechnungsverbänden (AV) oder Blocks of Business (BoB) bestimmen; bei diesem Ansatz ist die eigentliche Übertragbarkeit der dahinter liegenden Tarife von untergeordneter Rolle, vielmehr ist die Vorhersagbarkeit auf Basis der betrachteten BG / AV / BoB primär zu begutachten. Andererseits kann man auch die Beurteilung aus Sicht der Tarifgestaltung vornehmen. Dieser Ansatz wäre analog zur Beurteilung der Liquidität eines Wertpapiers. Gegen diesen Ansatz spricht, dass im Tarif in der Regel auch biometrische Ereignisse versichert sind, aus deren möglichem Eintritt sich selbstverständlich eine gewisse Unvorhersagbarkeit ergibt; deren Hinzunahme zur Begutachtung kann nach Meinung der Arbeitsgruppe allerdings nicht im Sinne der CFO-Principles sein. Da der Begriff Vorhersagbarkeit in den Principles nicht definiert ist, muss der Anwender diesen für sich definieren. Zum Beispiel könnte man die Eigenschaft Vorhersagbarkeit an dem Anteil der Zahlungsströme festmachen, der als sicher gilt, und dann sicher über ein Konfidenzniveau definieren. Die Ableitung der Liquiditätsprämie aus dem Kapitalmarkt ist in der Regel nicht eindeutig. Deswegen sollte bei der Herleitung auf folgende Punkte wert gelegt werden: Die Methodik zur Herleitung der Liquiditätsprämie sollte dazu führen, dass die kurzfristigen Schwankungen bei ansonsten recht stabilem Kapitalmarkt möglichst begrenzt werden. Bei der Auswahl der Instrumente, die miteinander verglichen werden und woraus dann die Liquiditätsprämie abgeleitet wird, sollte darauf geachtet werden, den Basisfehler möglichst gering zu halten, das heißt die ausgewählten Instrumente müssen weitestgehend zueinander passen. So sollen zum Beispiel CDS von der Laufzeit her möglichst gut zu der Laufzeit der herangezogenen Corporates passen. Der Anwender muss definieren, wie die Instrumente auszuwählen sind, das heißt welche Corporates (mit welchem Rating) oder welche Mittelwertbildung über Corporates durchgeführt werden soll. Abhängig von dieser Auswahl können unterschiedliche Liquiditätsprämien resultieren. Für die fünfte QIS-Studie wurde von CFO- und CRO-Forum ein gemeinsames Papier ( QIS 5 Technical Specification - Risk-free interest rates ) veröffentlicht, das die Bestimmung der risikofreien Zinskurve als Thema hatte. Dort wurden grundlegende Prinzipien zur Herleitung der Liquiditätsprämie vorgeschlagen und die drei folgenden Methoden zur praktischen Bestimmung der Liquiditätsprämie angegeben: 19

21 Credit Default Swaps Negative-Basis-Methode: Herleitung durch den Vergleich von entsprechenden Corporate-Bonds und Credit-Default- Swaps. Covered Bond-Methode: Herleitung durch den Vergleich von Titeln, die sich nur in ihrer Liquidität unterscheiden, zum Beispiel durch Covered Bonds und Swaps. Structural-Model-Methode: Herleitung durch den Vergleich eines theoretischen ökonomischen Wertes eines Titels, der ohne Berücksichtigung der Liquidität bestimmt wurde, mit tatsächlichen Marktwerten. Eine ausführliche Beschreibung und Analyse dieser drei Vorgehensweisen findet sich in Summary of Liquidity Premium Estimation Methods, John Hibbert et al, Oktober Des Weiteren wird die Auswahl eines geeigneten Referenzportfolios diskutiert, auf das obige Methoden angewendet werden können. Für die Bestimmung der Liquiditätsprämie selbst wurde ein noch einfacher Schätzer angegeben, der sich wie folgt berechnet: Liquiditätsprämie = MAX(0, x% * (beobachteter Credit-Spread y bps). Die angegebenen Parameter x = 50 und y = 40 wurden dabei durch Vergleich mit den oben genannten Standardmethoden auf ausgewählten Referenzportfolios hergeleitet. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener Veröffentlichungen wird nicht nur durch die Einführung der Liquiditätsprämie eingeschränkt, sondern ist auch nur schwer möglich, so lange es keine Standards gibt, um Lücken in der Swapkurve zu schließen beziehungsweise die Swapkurven für lange Projektionsdauern zu verlängern. Wie die Zinsstrukturkurve fortgesetzt wird, hat einen sehr großen Einfluss auf den Wert des zu berechnenden MCEV. Dabei ist die Zinsstrukturkurve so zu verlängern, dass sie zu den Kapitalmarktszenarien passt. Grundsätzlich sind gemäß der Marktkonsistenz-Anforderung in der Modellierung die stochastischen Kapitalmarktprozesse, also insbesondere auch der Zins, so zu wählen, dass alle abgebildeten Assets zum Startpunkt der Simulation ihrem am Markt beobachtbaren Preis entsprechen. Über die Volatilität der forward rates weisen die Kapitalmärkte regelmäßig implizit auf eine mean reversion im Zins hin. Diese Tendenz zur Rückkehr der Zinsen zu einem langfristigen mittleren Niveau ist auch empirisch zu beobachten und muss bei der Extrapolation der Zinsstrukturkurve beachtet werden. Dies bedeutet insbesondere, dass ein einfaches konstantes Fortschreiben aktuell besonders hoher oder besonders niedriger Langfristzinsen nicht unbedingt sachgerecht sein muss, da es die Rückkehrtendenz zum Mittelwert ignoriert. Die Stärke der mean reversion ist auf empirischer Basis zu bestimmen. Mean reversion bedeutet nicht, dass ein künftiges Niveau zu einem künftigen Zeitpunkt stets erreicht wird, sie besagt nur, dass es eine gewisse erhöhte Wahrscheinlichkeit gibt, künftig in der Nähe des mittleren Langfristniveaus zu liegen. Die Höhe des langfristigen Zinsmittelwertes selbst ist allerdings nicht präzise aus Marktdaten schätzbar, weshalb hier ein Bezug auf ökonomische Fundamentalfaktoren sinnvoll erscheint. Für die Extrapolation der Zinskurve kann zwischen vier verschiedenen Arten von Verfahren unterschieden werden: 20

22 Einfache Verfahren wie zum Beispiel eine konstante Fortsetzung der Zinskurve, Makroökonomische Verfahren, die mit Festlegung einer konstanten Long-Forward-Rate oder Long-Spot-Rate arbeiten, auf die nach Ende der aus Marktdaten bestimmten Zinskurve ein entsprechender Übergang erfolgt, Parametrische Verfahren wie zum Beispiel Spline-, das Nelson-Siegel- Svensson- oder das Smith-Wilson-Verfahren, und Constant/Variable-Spread-Verfahren, wie zum Beispiel die Modifikation einer anderweitig bestimmten Zinskurve, Bei parametrischen Verfahren ermöglichen eine gleichzeitige Durchführung von Intra- und Extrapolation. Die von der EZB veröffentlichte AAA-Staatsanleihenkurve wird mit Hilfe des Nelson-Siegel-Svensson-Verfahrens bestimmt. Es existieren unterschiedliche Ansätze für die Festlegung des risikofreien Zinses (siehe untenstehende Tabelle). Ansätze für die Auswahl risikofreier Zinsen für langfristiges Versicherungsgeschäft Ansatz Zinskurve Quelle Berichterstattung ggü. der Aufsicht Solvency II Swedish Traffic Light System Aktueller Vorschlag: Swapkurven und Smith-Wilson-Verfahren Durchschnitt von government/swaps für betriebliche Altersversorgung, Staatsanleihen für sonstiges Lebengeschäft [CEIOPS CP 40] [FFFS] Swiss Solvency Test Staatsanleihen [SST2009] UK ICA regime Nicht vorgegeben. [INSPRU] Finanzberichterstattung IFRS Keine detaillierte Vorgabe. [IASB] Market Consistent Embedded Value Principles Swapkurven [MCEVP] 4.3 Kalibrierung des Modells und Volatilitäten Principle 15: Die stochastischen Modelle und die zugehörigen Parameter entsprechen dem Covered Business, sind intern konsistent und basieren auf aktuellen Marktdaten. Soweit möglich sollten implizite statt historischer Volatilitäten verwendet werden. In Guidance 15.2 finden sich Vorgaben zur Kalibrierung des Modells. Diese werden ergänzt durch bfc 146. Dort werden unter anderem der Test des stochastischen 21

23 Modells mit Hilfe des 1=1 -Tests für wichtige Anlageklassen sowie statistische Tests zur Überprüfung der Szenarien gefordert. Guidance 15.3 verlangt die Verwendung von Volatilitäten zum Bewertungsstichtag. Allerdings wird hierfür auch eine Ausnahme angegeben: Wenn es Bedenken gibt, dass die Märkte zum Stichtag ausreichend tief und liquide sind oder ungewöhnliche Marktentwicklungen beobachtet wurden, dann kann auf ältere Daten oder Expertenmeinungen zurückgegriffen werden. Korrelationsannahmen sollten auf Basis von Datenauswertungen über mehrere Jahre abgeleitet werden und sich normalerweise nicht jährlich ändern. Die Daten sollten, soweit möglich, mit extern verfügbaren Korrelationsdaten abgeglichen werden (G 15.5). Die letzte Forderung wird in bfc 149 jedoch wieder eingeschränkt, da solche externen Korrelationsdaten aktuell nicht existieren. Sollte sich dies in Zukunft jedoch ändern, dann gilt die Forderung nach dem Abgleich der Daten. 4.4 Disclosure Im Disclosure ist darzustellen, wie die ökonomischen Annahmen bestimmt werden. Für Unternehmen, deren Geschäft sich auf verschiedene Länder verteilt, müssen diese Darstellungen für die Länder separat erfolgen, die für das Ergebnis wesentlich sind. Die Reference Rate ist für jedes Land anzugeben, das für das MCEV-Ergebnis von Bedeutung ist. Außerdem muss darauf eingegangen werden, mit welchen Methoden die Kurven in den Fällen verlängert werden, in denen kein ausreichend tiefer Swap-Markt existiert. Werden für kurze Laufzeiten Geldmarktzinsen oder ähnliche verwendet, so sind diese ebenfalls im Disclosure darzustellen. Wie oben bereits erwähnt, können statt der Swapkurve andere Zinskurven zum Einsatz kommen. Auch dann schreiben die Principles vor, dass die alternativen Ansätze offengelegt werden. Ebenso ist der Ansatz der Liquiditätsprämie zu dokumentieren, wobei die Methodik der Herleitung sowie die Klasse(n) von Versicherungsverpflichtungen, für die eine Liquiditätsprämie angesetzt wird, anzugeben sind. Nicht nur die für die Ableitung der Volatilitäten und Korrelationen angewendeten Methoden sollen beschrieben werden, sondern gleichzeitig auch deren Änderungen gegenüber dem letzten Berichtszeitraum. 22

24 5 Nicht-ökonomische Annahmen 5.1 Allgemeine Anforderungen aus den Principles Die verwendeten Grundlagen sollen best estimate sein und dem mathematischen Erwartungswert der Realisierungen dieser Zufallsvariable entsprechen. Die Annahmen sollen unternehmensspezifisch sein. Dies ist gegenüber allgemeinen Annahmen beziehungsweise gegenüber den Annahmen anderer Marktteilnehmer vorzuziehen (Principle 11). Die Annahmen sollen aus einer Kombination von Beobachtungen der Vergangenheit und der Beurteilung zukünftiger Entwicklungen abgeleitet werden und die Einschätzung des Managements wiedergeben (bfc 111). Annahmen mit hoher Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklung stellen ein Risiko für das Unternehmen dar. Dieses Risiko sollte angemessen in den CRNHR berücksichtigt werden und nicht durch Einrechnen zusätzlicher Margen in den Annahmen (bfc 114). Die Forderung nach der Verwendung von best-estimate-annahmen lässt dies ohnehin nicht zu, da hier der mathematische Erwartungswert der Zufallsvariable definiert ist. An dieser Stelle ist die Abgrenzung zu den CRNHR sehr wichtig. Die Ergebnisauswirkung für das Unternehmen, beispielsweise durch die Asymmetrie des Risikos, wird in den CRNHR berücksichtigt, sofern sie nicht bereits im TVOG berücksichtigt wurde (siehe Kapitel 7). Die Annahmen sollten regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden, mindestens einmal pro Jahr (G 11.3). Laut bfc 116 bedeutet dies aber nicht, dass die Annahmen gleich den aktuellen Beobachtungen sein müssen. Die langfristigen Annahmen sollen vielmehr unter Berücksichtigung der aktuellen Beobachtungen erstellt werden. 5.2 Kosten Anforderungen aus den Principles Normalerweise dürfen zukünftige Kostenreduktionen beispielsweise durch gestiegene Produktivität nach den Principles nicht in die MCEV-Berechnungen einfließen. Eine Ausnahme bilden neu gegründete Unternehmen, bei denen innerhalb des Projektionszeitraums davon ausgegangen werden kann, dass ein langfristig gültiges Kostenniveau erreicht wird. In den Principles wird jedoch explizit darauf hingewiesen, dass die zusätzlichen Kosten, die anfallen bis das langfristige Kostenniveau erreicht wird, im VIF berücksichtigt werden müssen. (G 11.8) G 11.9: Art und Auswirkung aller außerplanmäßigen Entwicklungs- und Projektkosten, die nicht in den Stückkosten enthalten sind, müssen separat berichtet werden. In G wird die Behandlung von Verwaltungskosten der Holdinggesellschaft (inklusive der Zuordnung von Gemeinkosten) genauer spezifiziert: Sofern diese Kosten der Verwaltung des Covered Business zuzuordnen sind, müssen diese Kosten in die Kostenmodellierung des MCEV einfließen. In bfc wird weiter spe- 23

25 zifiziert: Selbst wenn aktuell keine Verrechnungsabkommen mit der Holdinggesellschaft bestehen, muss eine geeignete Zuordnung der Holdingkosten auf den Covered Business vorgenommen werden. G11.14: Defizite aus Pensionsverpflichtungen der betrieblichen Altersversorgung sollten den Kosten des Covered Business geeignet zugeordnet werden. Laut bfc 126 erfolgt diese Zuordnung allerdings nur für Personal, das dem Covered Business auch zugeordnet werden kann. Für die Aufteilung zwischen covered und Non- Covered Business sind geeignete Schlüssel zu verwenden, zum Beispiel kumulierte Leistungen, Service oder Gehalt. Die Berücksichtigung von Entwicklungskosten hängt von deren Art ab: Wiederkehrende Entwicklungskosten zur Verwaltung des Bestandes sollten berücksichtigt werden. Notwendige Entwicklungskosten für zukünftiges Neugeschäft sollten in die Kosten des aktuellen Jahres einfließen. Die Einbeziehung von Entwicklungskosten zur System- und Prozessverbesserung für zukünftige Kostenreduktionen ist zu prüfen, da die dadurch möglichen Einsparungen gemäß G 11.8 nicht eingerechnet werden dürfen (bfc 123). Die Zuordnung zu Abschluss- und Verwaltungskosten sollte konsistent sein mit Reservierung und Product Pricing (bfc 124). An dieser Stelle sei auf das Kapitel 8 verwiesen, in dem detailliert auf Subventionseffekte bei der Berechnung des Neugeschäftswertes eingegangen wird Diskussion / Bewertung Generell sind die Besonderheiten der Krankenversicherung angemessen zu berücksichtigen, also insbesondere die geeignete Kostenzuordnung vor dem Hintergrund von z.b. Bestandsentwicklungen und medizinischer Inflation. Nicht eindeutig geklärt wird in den Principles, wie Kostenreduktionen zu behandeln sind, wenn sie in der Mittelfristplanung bereits berücksichtigt sind. Wie lassen sich solche Kostenreduktionen zu geplanten Maßnahmen abgrenzen beziehungsweise wie stark müssen geplante Maßnahmen belegt werden, um sie im MCEV berücksichtigen zu können? Inwieweit ist die Berücksichtigung zukünftiger Kosteninflation (G 11.7) sinnvoll, wenn aus langjährig beobachteten Daten hervorgeht, dass Kostenreduktionen die Inflation aufgehoben haben bzw. für künftiges Neugeschäft ein ausgleichender Einfluss auf die Kostenparameter unterstellt werden kann? Wie sind in einem solchen Falle Inflationsparameter festzulegen, da sie nicht aus beobachteten Daten bestimmt werden können. Guidance ist für deutsche Versicherungsunternehmen insofern von Bedeutung, als dass eine marktnahe Bewertung der Pensionsrückstellungen zu erfolgen hat. In vielen Fällen wird dabei der HGB-Wert der Pensionsrückstellungen unter dem Marktwert liegen, da der Diskontierungszins von 6%, der für die HGB-Rückstellung bislang steuerlich anerkannt war, deutlich größer ist als ein marktnaher Zins. Eine entsprechende Korrektur ist in den MCEV-Berechnungen zu berücksichtigen. Gängige Praxis in den Rechnungen ist hierbei eine Bilanzkorrektur um die Differenz zwischen HGB-Wert und Marktwert. Mit dem Inkrafttreten des BilMoG werden Pensionsrückstellungenen ebenfalls marktnäher bewertet. Allerdings wird hier eine Übergangsfrist von 15 Jahren eingeräumt. Damit wird die Abweichung 24

26 zwischen den unterschiedlichen Bewertungen der Pensionsrückstellungen sukzessive kleiner werden. 5.3 Weitere Annahmen Rechnungsgrundlagen 1. und 2. Ordnung Die Rechnungsgrundlagen 1. Ordnung, wie Rechnungszins, Kosten, Kopfschäden und Ausscheideordnung, werden für die Berechnung der Beitragsanpassung verwendet und können sich von den entsprechenden Größen 2. Ordnung, die für die Bestandsentwicklung verwendet werden, unterscheiden. Eine wichtige Grundlage für die Berechnung der Schadensentwicklung und damit auch der Beitragsanpassung ist die medizinische Inflation. Diese Annahmen werden ausführlich im Kapitel 6 beschrieben. Die Anforderungen an die Annahmen werden in der Guidance 11.5 formuliert. Dynamisches VN-Verhalten Im Rahmen der stochastischen Modellierung fordern die Principles auch die Berücksichtigung dynamischen Kundenverhaltens für die Berechnung des Zeitwertes der Optionen und Garantien (G 11.6). In bfc118 wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine Modellierung des dynamischen Kundenverhaltens nur dann erforderlich ist, wenn materielle Auswirkungen zu erwarten sind. Im Kapitel 6 zu den Managementregeln gehen wir näher auf dieses Thema ein. Steuern G 11.16: Der Steuersatz sollte die Zahlungsströme und die Steuersituation des Unternehmens berücksichtigen. 5.4 Disclosure Ebenso wie bei den ökonomischen Annahmen muss auch bei den nicht-ökonomischen Annahmen dargelegt werden, wie die Daten hergeleitet werden. Bei bevorstehenden gesetzlichen Änderungen muss aus der Veröffentlichung hervorgehen, welche Steuerannahmen für die Zukunft getroffen wurden (bfc 128). 25

27 6 Regulatorische Einflüsse 6.1 Grundsätzliches Bei der MCEV-Bewertung sind zahlreiche rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Insbesondere sind die Verbindlichkeiten des Versicherungsbestandes gemäß den regulatorischen Vorschriften zu ermitteln (vgl. Principle G 3.5) In diesem Kapitel werden die in Betracht kommenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen aufgeführt und bezüglich ihrer Relevanz für das Berechnungsmodell kommentiert; gegebenenfalls werden auch Vorschläge zu deren Abbildung gemacht. Gesetzliche Anforderungen bieten teilweise auch Wahlmöglichkeiten, die durch das Management ausgeübt werden müssen; bei den entsprechenden Vorschriften finden sich Verweise auf Kapitel 6 (Managementregeln). Eine große Anzahl von Regelungen entstammt direkt den Gesetzen HGB, VAG oder VVG, beziehungsweise es handelt sich um Verordnungen, die auf einer Verordnungsermächtigung in diesen Gesetzen beruhen. Die Gliederung dieses Kapitels orientiert sich an den verschiedenen Gesetzesquellen. Dabei beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen grundsätzlich auf die nach Art der Lebensversicherung betriebene Krankenversicherung. Für das nach Art der Schadenversicherung betriebene Geschäft wird auf das Hinweispapier der DAV-Arbeitsgruppe Kalkulation von Krankenversicherungstarifen nach Art der Schadenversicherung verwiesen, in dem die Rechtsgrundlagen beschrieben werden. Hinweis: Nachfolgend wird nur das aktuell geltende Recht, sofern dies für den MCEV relevant ist, beschrieben. Geplante oder noch nicht in nationales Recht übertragene Gesetze und Verordnungen werden nicht betrachtet. 6.2 HGB Innerhalb des HGB sind die Paragrafen mit den Bilanzierungsvorschriften für die Kapitalanlagen bei der Berechnung des MCEV zu berücksichtigen, also insbesondere 253 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden 341b Bewertung von Vermögensgegenständen 341c Namensschuldverschreibungen, Hypothekendarlehen und andere Forderungen 341e Allgemeine Bilanzierungsgrundsätze 341f Deckungsrückstellung Praktische Umsetzung / Implementierung Da die Bilanzierung der Aktiva (siehe 253, 341 b, c) nicht nur von den einzelnen Assetklassen (Aktien, Immobilien, Fixed Income, ) abhängt, sondern auch von einer Zuordnung zum Anlage- bzw. Umlaufvermögen, ist eine zusätzliche Differenzierung der einzelnen Assetklassen nach der Zuordnung zum Anlage- bzw. Umlaufvermögen geboten. Erwähnenswert sind auch die Möglichkeiten des 341b zur Vermeidung von Abschreibungen bei vorläufigen Kursverlusten. Unternehmen, die diese Möglichkeiten nutzen, sollten diese auch entsprechend im Modell berücksichtigen. 26

28 6.3 VAG c Kapitalausstattung und Kapitalausstattungsverordnung (KapAusstVO) 53c VAG regelt in Verbindung mit der Verordnung über die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen die Anforderungen zur Kapitalausstattung des Versicherungsunternehmens, insbesondere die Berechnung der Solvabilitätsspanne. Praktische Umsetzung / Implementierung Die Kapitalausstattung des Versicherungsunternehmens ist eine zentrale Größe der Unternehmenssteuerung. Die grundsätzliche Berücksichtigung dieses Paragrafen ist daher zwingend erforderlich. Die individuelle Reaktion im Falle eines Verfehlens der Anforderungen ist über geeignete Managementregeln zu implementieren. Die Ermittlung der notwendigen Eigenmittel und die Steuerung der Eigenmittel sind im Rahmen der Modellierung zu berücksichtigen. Regelungen, in denen zusätzliche Eigenmittel mit Zustimmung der BaFin angerechnet werden können, sollten in der Berechnung grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Entsprechende Managementregeln sind zu implementieren. Werden abweichend zusätzliche Eigenmittel bei der Berechnung der Solvabilitätsspanne eingerechnet, was eine Zustimmung der BaFin unterstellt, so ist dies im Disclosure offen zu legen. Das aktuelle Verfahren zur Berechnung der Solvabilitätsspanne ist klar vorgegeben und somit einfach zu modellieren. Die zukünftigen Regelungen gemäß Solvency II sind erheblich komplexer und die Berücksichtigung in der Modellierung ist entsprechend schwieriger a Überschussbeteiligung und Überschussverordnung (ÜbschV) auf Basis 81d VAG 12a VAG legt fest, dass ein Teil der Kapitalerträge, die über die rechnungsmäßige Verzinsung hinausgehen, den Versicherten gutgeschrieben werden muss. Diese Regelung ist eingeschränkt auf die nach Art der Lebensversicherung betriebene Krankheitskosten- und freiwillige Pflegekrankenversicherung. Die Zinserträge, die auf die Alterungsrückstellung in diesen Versicherungsarten entfallen und die über die rechnungsmäßige Verzinsung hinausgehen, müssen zu 90 % den Versicherten gut geschrieben werden. Der Gesamtbetrag wird zum Teil der Alterungsrückstellung direkt gut geschrieben (sog. Direktgutschrift) und zum Teil der erfolgsunabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. Der Teil, der als Direktgutschrift den Versicherten zugeschrieben wird, wird jährlich um 2 % erhöht bis im Jahr % erreicht sind. Der Alterungsrückstellung, die durch den gesetzlichen Zuschlag entstanden ist, werden die Zinserträge unmittelbar zu 90 % gutgeschrieben. Die genaue Verteilung des Überzinses wird in der Überschussverordnung geregelt. 12a VAG regelt des Weiteren noch die Verwendung der Direktgutschrift und der Mittel aus der erfolgsunabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Die 27

29 Direktgutschrift ist für Versicherte ab Alter 65 zur (Teil-) Finanzierung der Mehrprämie bei einer Prämienanpassung zu verwenden. Ab Alter 80 sind die verbliebenen Beträge zur Prämiensenkung einzusetzen. Die Mittel aus der erfolgsunabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung sind innerhalb von 3 Jahren für Versicherte ab Alter 65 zur Begrenzung von Prämienerhöhungen oder zur Prämiensenkung zu verwenden. Die Überschussverordnung regelt neben der Verteilung des Überzinses die Mindestzuführung zur erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung. Im Bereich der nach Art der Lebensversicherung betriebenen Krankenversicherung, im Bereich der Pflegeversicherung sowie im Bereich der geförderten Pflegevorsorge sind jeweils mindestens 80 % des Überschusses, der auf diese Versicherungsbereiche entfällt, der erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung zuzuführen. Bei den Überschussquellen handelt es sich um das versicherungsgeschäftliche Ergebnis (bestehend aus Risiko- und Kostenergebnis sowie sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis), den Sicherheitszuschlag, das Kapitalanlageergebnis und das übrige Ergebnis. In der nach Art der Lebensversicherung betriebenen Krankenversicherung werden bei der Zuführung die aufgrund von 12a (1) VAG bereits verwendeten Mittel berücksichtigt. Die Überschussverordnung sieht weiterhin Regelungen vor, in welchen Fällen die Mindestzuführung in einem Jahr unterschritten werden darf. Praktische Umsetzung / Implementierung Die Regelungen bzgl. der Bestimmung der Höhe des zu verwendenden Überzinses und Überschussbeteiligung sind klar und sollten so in der Modellierung berücksichtigt werden. Im Rahmen der Entwicklung eines Regelwerkes zur Festlegung des Überschussverwendungssatzes oberhalb des Mindestzuführungssatzes sollte die gängige Geschäftspraxis berücksichtigt werden. Kritischer ist die Entwicklung eines Regelwerkes bzgl. einer Unterschreitung der Mindestzuführung zu sehen, da hier in der Praxis die Aufsichtsbehörde einzubeziehen ist Rückstellung für Beitragsrückerstattung In 56b VAG wird die Bildung einer Rückstellung für Beitragsrückerstattung, in der die für die Überschussbeteiligung der Versicherten gemäß ÜbschV festgelegten Beträge einzustellen sind, gefordert. In der Krankenversicherung ist dies die Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung. Absatz 1 legt fest, dass die Beträge der Rückstellung für Beitragsrückerstattung nur für die Überschussbeteiligung der Versicherten verwendet werden darf. Darüber hinaus enthält der Absatz aber auch noch eine Öffnungsklausel: Zur Abwendung eines drohenden Notstandes kann der Teil der Rückstellung für Beitragsrückerstattung, der nicht bereits für eine Verwendung vorgesehen ist (sog. freie RfB), mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde herangezogen werden. Für Aktiengesellschaften sieht 56a VAG Absatz 2 eine Begrenzung der Überschussbeteiligung für Versicherte, die über deren Rechtsanspruch hinausgeht, vor. 28

30 Praktische Umsetzung / Implementierung In 56b VAG wird nicht genau definiert, was ein Notstand ist. Dies ist im Rahmen der Modellierung nachzuholen, sofern der Notstand berücksichtigt werden soll. Hierbei ist vorzusehen, dass vor Eintreten des Notstandes alle Maßnahmen zur Abwendung, z. B. Beitragsanpassung, Realisierung von Reserven, ergriffen wurden. Tritt der Notstand dennoch ein, ist für die dann folgenden Schritte ein entsprechendes Regelwerk zu erstellen. Es ist eine unternehmensindividuelle Entscheidung, ggf. auf die Modellierung des Notstandes zu verzichten, was aber Auswirkungen auf den MCEV hat Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen Zur Vermeidung einer Insolvenz kann die Aufsichtsbehörde gemäß 89 VAG eine Auszahlung von Versicherungsleistungen verbieten. Praktische Umsetzung / Implementierung Es ist davon auszugehen, dass die gekürzten bzw. unterlassenen Auszahlungen an die Versicherten nachgeholt werden, wenn die Insolvenz abgewendet ist. Die Auszahlung der Versicherungsleistungen wird somit nur zeitlich verzögert. Eine Berücksichtigung der Möglichkeit einer Herabsetzung von Leistungen in der Modellierung wird daher nicht empfohlen ff. Substitutive Krankenversicherung Die Regelungen des 12a VAG wurden im Zusammenhang mit der Überschussverordnung bereits erläutert. 12b VAG regelt die Zuständigkeit des unabhängigen Treuhänders in der nach Art der Lebensversicherung betriebenen Krankenversicherung. Gemäß Absatz 1 ist die Zustimmung des Treuhänders zur Prämienänderung notwendig. In Absatz 1a wird die Zustimmungspflicht des Treuhänders bzgl. der Mittelverwendung der erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung festgelegt. In den Absätzen 2 und 2a wird die jährliche Überprüfung der kalkulierten Versicherungsleistungen und der kalkulierten Sterbewahrscheinlichkeiten geregelt. In Absatz 3 werden die Anforderungen an den Treuhänder festgelegt und Absatz 4 regelt die Einbeziehung der BaFin in die Bestellung des Treuhänders. 12f VAG behandelt die Pflegepflichtversicherung und setzt sie insbesondere bzgl. der Einbindung eines Treuhänders und der jährlichen Überprüfung der Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung gleich. In 12g VAG wird der Ausgleich der Versicherungsrisiken im Basistarif geregelt. Im Rahmen des Ausgleichs werden Mehraufwendungen aufgrund von Vorerkrankungen gleichmäßig auf alle Versicherte des Basistarifs verteilt. Aufwendungen, die aus der Begrenzung der Beiträge entstehen, sind gleichmäßig auf alle beteiligten Unternehmen zu verteilen. Praktische Umsetzung / Implementierung Im Rahmen der praktischen Umsetzung sind die Methoden zur Beitragsanpassung so zu wählen, dass sie zum einen die neu berechneten Beiträge die Zustimmung 29

31 des Treuhänders erhalten würden und dass zum anderen die geforderte jährliche Überprüfung der Versicherungsleistungen und der Sterbewahrscheinlichkeiten berücksichtigt wird. Im Rahmen der Modellierung des Basistarifs ist das Ausgleichssystem, da dies Einfluss auf das Unternehmensergebnis haben wird, angemessen zu behandeln. 6.4 VVG Vertragstypische Leistungen 192 Vertragstypische Leistung beschreibt den Leistungsumfang, der den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern vertraglich und gesetzlich zugrunde liegt. Praktische Umsetzung / Implementierung: Der vertraglich oder gesetzlich vereinbarte Leistungsumfang ist Grundlage für die Bestimmung des Zahlungsstroms an den Versicherungsnehmer und damit für die Berechnung des Marktwertes der zukünftigen Leistung. Optionen, Leistungserweiterungen und -steigerungen sind, sofern sie nicht vereinbart sind, nicht zu berücksichtigen Versicherungspflicht 193 Versicherungspflicht regelt unter anderem das Vorgehen bei Beitragsrückständen. In Verbindung mit der Pflicht zur Versicherung besteht seit Inkrafttreten des GKV-WSG nicht mehr die Möglichkeit zur Kündigung von Pflichtversicherungen durch das Versicherungsunternehmen. Praktische Umsetzung / Implementierung: Die aufgrund der Nichtzahlung der Beiträge erfolgende Umstufung in den Notlagentarif muss bei der Ermittlung der relevanten Zahlungsströme angemessen berücksichtigt werden Versicherungsdauer / 196 Befristung der KT Versicherung Die beiden Paragrafen regeln die Dauer der Krankenversicherung. Dabei wird unterschieden zwischen unbefristeten Versicherungen und solchen, für die eine kürzere Laufzeit vorgesehen bzw. ein bestimmtes Endalter festgelegt werden kann. Praktische Umsetzung / Implementierung: Im Modell ist beim Ansatz der zukünftigen Cash Flows zu berücksichtigen, dass die meisten Tarife unbefristet sind bzw. für bestimmte Tarife eine kurze Laufzeit vereinbart werden kann. Der Kündigungsausschluss in einem Großteil der Tarife stellt eine Garantie dar Wartezeiten 197 Wartezeiten regelt die Obergrenze der Wartezeit für die Inanspruchnahme von Leistungen. Praktische Umsetzung / Implementierung: 30

32 197 regelt die Obergrenze, die in der Krankheitskostenversicherung damit nie über 8 Monate beträgt. Im Modell kann dies bei der Ermittlung der zukünftigen Cash Flows damit nur für den Bestand berücksichtigt werden, dessen Versicherungsbeginn nicht weiter zurückliegt. Allerdings wird häufig auch Absatz 2 zu berücksichtigen sein, so dass sofort Leistungsanspruch besteht. Im Zusammenhang mit den Wartezeiten sind vielmehr auch Selektionseffekte zu berücksichtigen, die dazu führen können, dass von einer verminderten Leistungsinanspruchnahme nach Vertragsabschluss auszugehen ist Kindernachversicherung 198 Kindernachversicherung regelt die Pflicht des Versicherers, dem neugeborenen oder adoptierten Kind eines Versicherungsnehmers ohne Risikozuschläge und Wartezeit Versicherungsschutz zu gewähren. Praktische Umsetzung / Implementierung: Es handelt sich um eine Option des Versicherungsnehmers, den Versicherungsschutz auf sein Kind auszudehnen. Hinsichtlich der Definition des Neugeschäfts wird auf Kapitel 8 verwiesen Beihilfeempfänger 199 Beihilfeempfänger regelt die Pflicht des Versicherers, den Versicherungsschutz des Beihilfeempfängers nach Veränderung der Beihilfesätze ohne Risikoprüfung und Wartezeiten anzupassen. Praktische Umsetzung / Implementierung: Die Änderung des Versicherungsschutzes aufgrund der Veränderung des Beihilfesatzes stellt keine Option dar, da die Änderungen der Beihilfesätze in der Regel nicht individuell durch das Verhalten des Versicherungsnehmers beeinflusst werden können, sondern objektiv an Familienstand, Alter oder Änderung der Beihilfevorschriften gekoppelt sind. Dies ist jedoch im Modell zu berücksichtigen. Hinsichtlich der Definition des Neugeschäfts wird auf Kapitel 8 verwiesen Prämien- und Bedingungsanpassung 203 Prämien- und Bedingungsanpassung regelt die Voraussetzungen für die Durchführung einer Beitragsanpassung. In Kapitel 9 Besondere Aspekte deutscher Produkte erfolgt eine detaillierte Beschreibung Tarifwechsel 204 Tarifwechsel regelt die Voraussetzungen für einen Tarifwechsel. In Kapitel 9 Besondere Aspekte deutscher Produkte erfolgt eine detaillierte Beschreibung Kündigung des VN 205 Kündigung des VN regelt die Voraussetzungen für die Kündigung des Versicherungsvertrags durch den Versicherungsnehmer. Praktische Umsetzung / Implementierung: 31

33 Eine Kündigung stellt eine Option des Versicherungsnehmers dar und ist adäquat zu berücksichtigen (siehe Kapitel 6) Kündigung des Versicherers 206 Kündigung des Versicherers schließt die Möglichkeit der Kündigung in Tarifen, die der Krankenversicherungspflicht genügen, aus. Praktische Umsetzung / Implementierung: Der Ausschluss des Kündigungsrechts des Versicherers stellt eine Garantie dar. 6.5 Weitere regulatorische Einflüsse Kalkulationsverordnung Die Kalkulationsverordnung (KalV) umfasst die gesetzlichen Anforderungen an die versicherungsmathematischen Methoden der privaten Krankenversicherung in Deutschland. Insbesondere spezifiziert der Gesetzgeber hier die Rechtsgrundlagen der Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung (nach 12 (1) VAG). Außerdem wird die Beitragsanpassung (nach 203 VVG) näher reguliert. In einem MCEV Modell spielt die Kalkulationsverordnung insofern eine Rolle, als dass die für die Bestimmung zukünftiger Rohergebnisse relevanten Gesetze berücksichtigt werden müssen. Für den Wert eines Bestandes an Krankenversicherungsverträgen ist insbesondere die Tatsache relevant, dass gemäß 2 (3) KalV alle Rechnungsgrundlagen mit ausreichenden Sicherheiten (Margen) zu versehen sind. Diese Sicherheiten beeinflussen in der Regel zukünftige Rohergebnisse und infolgedessen auch einen MCEV. Nach 3 KalV sind die gleichen Rechnungsgrundlagen für die Berechnung von Prämien und Alterungsrückstellungen zu verwenden. Der Rechnungszins für die Kalkulation von Prämien und Alterungsrückstellungen ist nach 4 KalV durch den Höchstrechnungszins in Höhe von 3,5% nach oben beschränkt. In der nach Art der Lebensversicherung betriebenen privaten Krankenversicherung müssen Beiträge nach 7 KalV einen Sicherheitszuschlag in Höhe von mindestens 5% des Bruttobeitrages enthalten. Der Sicherheitszuschlag darf nicht bereits in andere Rechnungsgrundlagen einkalkuliert sein. Dieser Sicherheitszuschlag ist relevant für den MCEV, weil er unmittelbar das jährliche Rohergebnis eines privaten Krankenversicherers beeinflusst. Andere Zuschläge (z.b. für Verwaltungskosten) sind gemäß 8 KalV in der substitutiven Krankenversicherung als altersunabhängige und absolute Zuschläge festzulegen. Wenn altersunabhängige und absolute Zuschläge über prozentuale Zuschläge hergeleitet werden, dann übertragen sich Effekte von prozentualen Zuschlägen auch auf diese anderen Zuschläge. 11 KalV regelt die Berechnung einer Beitragsanpassung. 13 KalV enthält Regelungen hinsichtlich der Anrechnung von Alterungsrückstellungen bei einem Tarifwechsel. Verfahren zur Überprüfung der Rechnungsgrundlagen reglementiert 14 KalV. Die Umsetzung dieser Paragraphen in einem MCEV-Modell hängt entscheidend von der Modellierung der zukünftigen Entwicklung der Versicherungsleistungen und Sterbewahrscheinlichkeiten ab. Ob eine Umsetzung von 14 KalV relevant ist, sollte auf Basis der jeweiligen MCEV Modellierung entschieden werden. 32

34 6.5.2 GKV-WSG Die Gesundheitsreform 2007 (umgesetzt im GKV-WSG) hat zwei zentrale Konsequenzen für private Krankenversicherungsunternehmen: Die Übertragbarkeit von Übertragungswerten für substitutive Krankenversicherungsverträge mit Vertragsabschluss nach dem (geregelt in 12 (1) VAG) und die Einführung eines brancheneinheitlichen Basistarifs (geregelt in 12 (1b) VAG). Private Krankenversicherungsunternehmen mit substitutiver Krankenversicherung sind dazu verpflichtet, einen Basistarif anzubieten und dort Personen unter gewissen Bedingungen Versicherungsschutz zu gewähren (Kontrahierungszwang, 12 (1b) VAG). Insbesondere können Versicherungsnehmer aus anderen Tarifen in den Basistarif wechseln. Für einen MCEV ist die Tatsache bedeutend, dass sowohl Leistungen als auch Prämien an Größen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gekoppelt sind: Die Leistungen orientieren sich an den Leistungen der GKV (siehe SGB V, Drittes Kapitel) und die Beiträge sind durch den Höchstbeitrag der GKV nach oben begrenzt ( 12 (1c) VAG). Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind nicht möglich. Dadurch gibt es im Basistarif Krankenversicherungsverträge, bei denen das Äquivalenzprinzip verletzt ist und demzufolge ein Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit scheitert. In 12g VAG wird ein Ausgleich der Mehraufwendungen aus dem Basistarif zwischen allen Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Unabhängig von der Ausgestaltung dieses Ausgleichs beeinflussen Mehraufwendungen bzw. Minderaufwendungen das Rohergebnis eines privaten Krankenversicherungsunternehmens und damit den MCEV. Die Modellierung des Basistarifs innerhalb der MCEV Modellierung erhöht durch diese Aspekte die Komplexität signifikant. Die exakte Bestimmung eines Übertragungswertes ist bei einer MCEV Modellierung schwierig, weil sich der Übertragungswert an der Alterungsrückstellung im Basistarif orientiert ( 13a (1), (2) KalV). Die Einführung der Übertragbarkeit von Übertragungswerten kann einen Einfluss auf den MCEV besitzen, da sich dadurch das Wechselverhalten der Versicherungsnehmer verändern kann. An dieser Stelle sei auf Kapitel 6 verwiesen. Dort wird der Einfluss des Versicherungsnehmer-Verhaltens diskutiert. Die Überlegungen aus Kapitel 6 übertragen sich an dieser Stelle, falls bei einem Wechsel der Übertragungswert mitgegeben wird SGB XI Das elfte Sozialgesetzbuch regelt sowohl die soziale Pflegeversicherung für Versicherte der GKV als auch die private Pflegepflichtversicherung für Versicherte und Versicherungsunternehmen der PKV. Gemäß 23 SGB XI besteht für Versicherte in der PKV eine Versicherungspflicht im Unternehmen, bei dem allgemeine Krankenhausleistungen versichert sind oder bei dem ein Vertragsverhältnis besteht, das der Versicherungspflicht gemäß 193 (3) VVG genügt. Spezielle Regelungen beinhalten die Paragraphen 110 und 111: Zum Beispiel orientieren sich Art und Umfang der Leistungen an der sozialen Pflegeversicherung (SGB XI, Viertes Kapitel), der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung begrenzt, Ausschlüsse aufgrund von Vorerkrankungen sind nicht möglich und es besteht ein Kontrahierungszwang. Eine Kündigung durch das Versicherungsunternehmen ist ausgeschlossen. Überlegungen für den Basistarif hinsichtlich der Koppelung von Leistungen und Beiträgen an die gesetzliche Krankenversicherung übertragen sich an dieser Stelle auf die private Pflegepflichtversicherung (hier: Koppelung an die soziale Pflegeversicherung). 33

35 6.5.4 KStG 21 (Beitragsrückerstattungen) des Körperschaftsteuergesetzes begrenzt die ungebundene RfB auf die letzten drei Zuführungen. Dies sollte in den Modellen auch entsprechend abgebildet werden. Bestehende Ausnahmeregelungen bspw. auf Basis des jeweiligen Jahressteuergesetzes dürfen berücksichtigt werden Stresstest (R30/2002, R1/2004) Der Stresstest muss nicht zwingend abgebildet werden, wenn das Unternehmen bei einer unzureichenden Solvabilität ohnehin einen Einschuss leistet. Allerdings kann der Stresstest für die Managementregeln verwendet werden, etwa zur Steuerung des Aktienanteils, oder er kann als Maß für unvorhersehbare Verluste aus dem Kapitalanlageergebnis verwendet werden. Zu beachten ist, dass der Stresstest einjährig ist und nach einem Jahr mit negativer Kapitalmarktentwicklung gegebenenfalls abzuschwächen ist, wie es im Jahr 2009 von der BaFin gehandhabt wurde. 34

36 7 Managementregeln und Versicherungsnehmer-Verhalten 7.1 Einführung und Motivation Aufgrund der regelmäßigen Beitragsanpassungen und den damit einhergehenden Änderungen der Rechnungsgrundlagen sind Managementregeln und die möglichen Optionen der Versicherungsnehmer in der Krankenversicherung bereits bei der Berechnung des Certainty Equivalent Szenarios zu berücksichtigen. Ob eine Beitragsanpassung vorgenommen werden kann oder muss ist an klare Bedingungen geknüpft. Dies ergibt sich einerseits aus der KalV, den AVBs oder dem AUZ Verfahren. Die Interpretation und die Auslegung dieser Vorschriften hängen aber von Managementeinschätzungen ab. Somit haben Managementregeln insbesondere Auswirkungen darauf, wie schnell und wie stark angepasst wird. Nicht nur auf Beitragsanpassungen können die Versicherungsnehmer beispielsweise mit Kündigung oder Tarifwechsel reagieren. Es ist aber davon auszugehen, dass die Reaktionen insbesondere von der Höhe der Beitragsanpassungen abhängen. Diese Aspekte sind bei der Modellierung einer Krankenversicherung zu berücksichtigen und bilden eine zentrale Herausforderung bei der Berechnung eines MCEV in der Krankenversicherung. Ein zusätzlicher Aspekt im Rahmen des MCEV ist die Bewertung der Optionen und Garantien, wie sie bereits in den ersten Principles des CFO Forums gefordert wurden. Die methodische Bewertung der in der Krankenversicherung sicherlich unterschiedlichen Optionen und Garantien ist dabei vergleichbar mit der Vorgehensweise in der Lebensversicherung, so dass die folgende Beschreibung weitestgehend von der MCEV Leben Dokumentation übernommen wurde. Bei der Bewertung der Optionen und Garantien ist zu beachten, dass das Versicherungsunternehmen den Optionen und Garantien, die der Versicherungsnehmer (VN) hat, seinerseits Handlungsoptionen entgegenstellen kann, welche die Werthaltigkeit der VN-Optionen beeinflussen können. Im Rahmen einer realistischen Bewertung sind diese Handlungsoptionen zu berücksichtigen. Principle 16 fordert sogar explizit die Berücksichtigung von Managemententscheidungen zur Aufteilung der Überschüsse zwischen Versicherungsnehmer und Unternehmen. In stochastischen Unternehmensmodellen werden meist hunderte sehr unterschiedlicher Szenarien behandelt, die ein entsprechendes Managementverhalten nach sich ziehen. Über Managementregeln werden die Algorithmen definiert, die im Modell je nach Situation des Unternehmens und des Marktes die Steuerungsentscheidungen für die jeweils nächste Projektionsperiode festlegen. Diese Regeln formalisieren Steuerungsimpulse und Entscheidungen der Geschäftsleitung. Einschränkungen in der modellhaften Erfassung der Managemententscheidungen sind einerseits dadurch gegeben, dass nicht alle Faktoren im Modell abgebildet werden können, die in der Realität einer Entscheidung zugrunde liegen. Andererseits sind nicht alle Entscheidungen für die Berechnung eines Embedded Value relevant. Daher beschränkt man sich in der Modellierung auf solche Steuerungsgrößen, die wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben und 35

37 die durch die stochastisch veränderlichen Größen (also in der Regel der Kapitalmarkt) direkt oder indirekt beeinflusst werden. Unmittelbar beeinflusst durch stochastische Kapitalmarktszenarien sind natürlich die Kapitalanlagen. Deshalb wird in den Regeln auf ein Risikoexposure (zum Beispiel Aktienquote) und aktivische Sicherheitsmittel in Form von Bewertungsreserven geachtet. Indirekter beeinflusst, aber im Fokus der Unternehmenssteuerung, sind Größen zur Sicherheitsausstattung oder zur Ertragskraft wie zum Beispiel die Solvabilitätsquote, die Eigenkapitalausstattung, die RfB-Quote oder die Nettoverzinsung. Die Konzeption der Managementregeln sollte gemäß der MCEV Principles stets im Hinblick auf die eigene Unternehmensphilosophie und in Konsistenz mit der Unternehmensstrategie erfolgen. Sowohl die Ableitung unternehmenseigener Annahmen als auch die Regeln zur Geschäftssteuerung sind an der Realität der Unternehmensführung auszurichten und zu belegen. Auf die Ausprägungen einzelner Regeln und deren Zusammenspiel muss geachtet werden. Dabei spielt die sinnvolle Reihenfolge der Anwendung der einzelnen Regeln eine wichtige Rolle. In einer stochastischen Projektion kann man ferner nicht davon ausgehen, dass die Versicherungsnehmer stets dasselbe Verhalten bei der Ausübung ihrer Optionen zeigen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Kunden in gewissen Situationen ein verändertes Verhalten bei der Ausübung ihrer Optionen entwickeln. Zusätzlich zu den vertraglichen Optionen, die eine VN ausüben kann, ist in der Krankenversicherung zu berücksichtigen, dass ein VN zu einem Nichtzahler werden kann. 7.2 Grundlage für den Einsatz der Managementregeln Formell ergibt sich die Notwendigkeit der Verwendung von Managementregeln bei den MCEV-Berechnungen aus den MCEV Principles: Principle 7 Financial Options and Guarantees und Guidance 7.2 fordern die Berücksichtigung von Managementverhalten, sofern dieses Einfluss auf die Bewertung der Optionen und Garantien hat und durch die Geschäftsleitung formell bestätigt wurde. Die Aktionen des Managements müssen sich innerhalb regulatorischer und vertraglicher Rahmenbedingungen bewegen. Guidance 7.2 und 7.3 fordern ebenso die Berücksichtigung von dynamischem Versicherungsnehmerverhalten als Reaktion auf Marktveränderungen und auf das Managementverhalten. Guidance 9.5 zu cost of residual non-hedgeable risk erlaubt die Berücksichtigung von Managementverhalten bei der Bestimmung des erforderlichen economic capital für die sonstigen Risiken. Principle 16 zum überschussberechtigten Geschäft fordert die Berücksichtigung von Managementverhalten bei der Aufteilung der Überschüsse zwischen Versicherungsnehmer und Unternehmen. Gleiches gilt für die Praxis und die externe Kommunikation der Vergangenheit, die Marktpraxis (G 16.4) aber auch regulatorische Einschränkungen (G 16.1). Guidance zu disclosure schließlich fordert die Veröffentlichung des modellierten Managementverhaltens, sofern dieses materiellen Einfluss auf die Bestimmung des Zeitwertes der Optionen und Garantien hat. 36

38 7.3 Aufgaben der Managementregeln Die Managementregeln sollen im Modell die Behandlung von praktischen Fragen aus der Unternehmenssteuerung abbilden. Eine vollständige Liste dieser Fragestellungen können wir an dieser Stelle nicht angeben, da die Unternehmenssteuerung bei verschiedenen Versicherern nach sehr unterschiedlichen Prinzipien organisiert ist. Allerdings lässt sich sagen, dass die Managementregeln zumindest auf die folgenden Themen eingehen müssen: Strategische Asset-Allokation (Festlegung der exposures für die einzelnen Asset-Klassen, Festlegung der Restlaufzeiten beim Kauf von Anleihen) Steuerung der Bedeckung der Solvabilitätsbedeckung Auflösung von aktivischen stillen Reserven und Lasten (Festlegung, wann welche Reserven bzw. Lasten aufgelöst werden sollen) Festlegung der Überschussverwendungsquote Festlegung der Überschussverwendung Beitragsanpassung (BAP)/ Änderung der Rechnungsgrundlagen Nutzung und Auslegung des Notstandsparagraphen 56b VAG Der letzte Punkt ist bereits in Kapitel 5 diskutiert worden. Im Folgenden skizzieren wir beispielhaft einige Regeln, um die Vielfalt möglicher Ausgestaltungen aufzuzeigen. Festzuhalten bleibt, dass das verwendete Regelwerk ein Abbild der eigenen Unternehmensstrategie sein sollte. Die Herausforderung besteht dabei insbesondere darin, dass die festgelegten Managementregeln auch in extremen Kapitalmarktpfaden Anwendung finden müssen, für die es in der Regel keine Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gibt. Die Wirkung der Managementregeln in den Extremsituationen, aber auch schon in Konstellationen außerhalb des gewöhnlichen Blickwinkels in den letzten Jahren kann starken Einfluss auf die Bewertung von Optionen und Garantien haben. Beispiele für solche Konstellationen sind Szenarien mit noch weiter absinkenden Zinsniveaus und damit einhergehend sehr starken Rechnungszinsabsenkungen oder am anderen Ende Szenarien mit deutlich zweistelligen Zins- und Inflationsraten. Dieser Einfluss sollte dem Management beispielsweise durch Sensitivitätsanalysen transparent gemacht werden Strategische Asset-Allokation Bei der Festlegung einer Asset-Allokation geht es im ersten Schritt um die Aufteilung des Anlagebestandes auf verschiedene Anlageklassen, wie zum Beispiel Bonds, Aktien, Immobilien. Die häufigsten Kriterien, die bei der Aufteilung der Anlageklassen Anwendung finden, sind der Anlagetyp, die Bilanzierung, die Restlaufzeit oder das Risiko eines Teilportfolios. Mit der Festlegung einer Allokation wird gleichzeitig auch bestimmt, ob der Anlagebestand umgeschichtet wird, wie Neugeld investiert wird beziehungsweise welche Assets bei negativem Cash Flow veräußert werden. Bei der Festlegung der Gewichte der einzelnen Anlageklassen wird meist unterschieden zwischen Klassen, deren Gewichte aktiv gesteuert werden, und denen, die passiv gesteuert werden. Ein Beispiel für eine solche aktive Steuerung ist die Festlegung der Aktienquote auf Basis gewisser Sicherheitskennzahlen. Ein Beispiel für eine passive Steuerung ist der bis zur Fälligkeit gehaltene Bestand an Pfandbriefen. 37

39 Sind die Zielgewichte für die einzelnen Anlageklassen festgelegt, so kann diese Allokation erreicht werden, indem zwischen den Anlageklassen durch Käufe und Verkäufe umgeschichtet wird. Ebenso kann man sich einer Zielallokation nähern, indem nur die Liquidität aus laufenden Erträgen und versicherungstechnischem Cash Flow gezielt in bestimmte Anlageklassen investiert wird, um die tatsächlichen Gewichte in Richtung der Zielgewichte zu verschieben. Letztere Variante ist sicherlich näher an der Realität, jedoch kann die Umschichtung des Portfolios im Modell ebenso sinnvoll sein. In Situationen starker Marktbewegungen ist eine Steuerung ausschließlich durch Neuanlage nicht immer schnell genug, so dass ein zusätzliches Eingreifen durch Umschichtung notwendig wird. Mit zunehmender Verfeinerung der Modelle kann auch das Bondportfolio nach der Duration oder Restlaufzeit gesteuert werden. Die Duration des Bondportfolios hat Auswirkungen auf den laufenden Ertrag. Diese wiederum wirkt sich über die (näherungsweise) Modellierung des AUZ-Verfahrens auf die Anpassung des Rechnungszinses. Die Rechnungszinsanpassung zusammen mit der Annahme zur Veränderung der sonstigen Rechnungsgrundlagen bestimmt die Höhe der Beitragsanpassung. Die Höhe der Beitragsanpassung hat schließlich Auswirkungen auf das Kundenverhalten. Dieses wiederum kann kurzfristige und langfristige Effekte auf die Profitabilität und die Bestandszusammensetzung haben. Dieses Zusammenspiel ist komplex und in der Modellierung herausfordernd. Je nach erreichter Modellierungstiefe können die Ergebnisse einer solchen ALM-Untersuchung unterschiedlich ausfallen Steuerung der Solvabilitätsbedeckung Eine grundlegende Forderung in der Unternehmenssteuerung ist eine ausreichende Ausstattung der Gesellschaft mit Sicherheitsmitteln. Diese Forderung findet auch Eingang in die Managementregeln in Form von Zielgrößen für die Solvabilitätsbedeckung. Zu den Sicherheitsmitteln gemäß den derzeit geltenden Solvabilitätsvorschriften zählt das Eigenkapital. Wie in Kapitel 5 beschrieben, gibt es nach 53c die gesetzliche Forderung nach einer ausreichenden Kapitalausstattung, die im Modell ebenfalls eingehalten werden muss. Die hierfür verwendeten Regeln können entweder von einer Mindestquote ausgehen oder darüber hinaus eine Zielquote fordern, die in normalen Situationen erreicht werden soll. Zum Erreichen der Mindest- oder Zielsolvabilitätsquote kann eine Zuführung von Aktionärs- bzw. Eigentümermitteln ins Eigenkapital notwendig werden, um die Mindestquote einzuhalten. Diese zusätzlichen Mittel erhöhen die Frictional Costs. Die marktwertorientierte Solvabilitätsberechnung (Solvency II) wird in der Unternehmenssteuerung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um diese in der MCEV- Berechnung zu berücksichtigen, sind hierfür allerdings komplexe Berechnungsmodelle notwendig, die derzeit in der Praxis nicht umgesetzt werden können. Deshalb müssen voraussichtlich Approximationen verwendet werden, die auf deterministischen Berechnungen beruhen. Dieser Tatbestand stellt einen der wesentlichen Aspekte für die Weiterentwicklung der internen Unternehmensmodelle dar Auflösung von aktivischen stillen Reserven In der Unternehmenssteuerung werden Schwankungen der Jahresergebnisse nach HGB nach Möglichkeit reduziert. Eine Kennzahl dafür ist neben dem Jahresüberschuss die erzielte Nettoverzinsung auf die Kapitalanlagen. Diese Größen können 38

40 im Rahmen der Ergebnissteuerung beeinflusst werden, indem stille Reserven auf Kapitalanlagen realisiert werden. Bei der Auflösung von stillen Reserven ist allerdings zu beachten, dass hierdurch die Risikotragfähigkeit für die Zukunft reduziert wird. Bei einem unveränderten Risikoprofil der Kapitalanlagen kann dies das Risiko eines zukünftigen negativen Kapitalanlageergebnisses erhöhen. In den Modellen sind dafür Regeln zu definieren, wie groß der zu realisierende Betrag sein soll und in welchen Anlageklassen die Realisierung erfolgt. Der Realisierungsbetrag kann über einen Absolutwert bestimmt werden, um zum Beispiel ein RfB-Niveau zu erreichen. Alternativ ist die Vorgabe einer Nettoverzinsung möglich, die sich aus verschiedenen Unternehmens- und Marktparametern herleitet. Beispiele hierfür sind der Rechnungszins oder die Zinsforderung der Passivseite. Für die Realisierung selbst stehen im Normalfall nicht alle Anlageklassen zur Verfügung, da einige Klassen weniger fungibel sind, wie zum Beispiel Beteiligungen oder Namenspapiere. Meist werden nicht alle Klassen gleichermaßen in Anspruch genommen, sondern gemäß einer festgelegten Reihenfolge berücksichtigt. Die stillen Reserven bzw. Lasten haben in der Realität Einfluss auf die Höhe des AUZ. Da es in der Regel nicht möglich sein wird, den AUZ exakt im Modell abzubilden, sollte diesem Aspekt zumindest näherungsweise Rechnung getragen werden Festlegung der Überschussverwendungsquote Da der MCEV einen Unternehmenswert aus Aktionärs- bzw. Eigentümersicht darstellt, kommt der Bestimmung des Unternehmensanteils am Rohüberschuss in der Projektion eine zentrale Bedeutung zu. Zunächst sind die in Kapitel 5 beschriebenen gesetzlichen Vorgaben zu Mindestüberschussverwendungsquote einzuhalten. Der darüber hinaus vorhandene Spielraum muss mit der Unternehmensstrategie konsistent sein. Beispiele für solche Managementregeln sind: Steuerung einer RfB Quote Steuerung einer Ziel- oder Mindestdividende Sicherstellung einer Solvenzquote Konstante Quote Für die Zuteilung der Überschüsse als Direktgutschrift bzw. in die einzelnen Teile der RfB gibt es wiederum die in Kapitel 5 beschriebenen gesetzlichen Vorgaben. Diese gesetzlichen Bestimmungen sind entsprechend zu modellieren oder zumindest unter Abwägung der Materialität näherungsweise zu berücksichtigen. Da für das Geschäft nach Art Schaden andere gesetzliche Vorgaben gelten als für das Geschäft nach Art Leben können für diese beiden Geschäftssparten unterschiedliche Managementregeln zu Überschussverwendungsquote modelliert werden, sofern dies wiederum der tatsächlichen Unternehmenssteuerung entspricht. 39

41 7.3.5 Festlegung der Überschussverwendung Die Überschüsse werden in der Regel zu Limitierungszwecken oder als Barausschüttung verwendet. Die Überschussverwendung kann je nach erreichter Modellierungstiefe des Kundenverhaltens und in Abhängigkeit der sonstigen Managementregeln und Annahmen materielle Auswirkungen auf den MCEV haben. Die Modellierung der Überschussverwendung hat wiederum mit der realen Unternehmensstrategie konsistent zu sein. Die Überschussverwendung kann zum Beispiel von der Höhe der Beitragsanpassung, der RfB-Quote oder vom ökonomischen Umfeld abhängen. Die Treuhändergrundsätze gemäß 12b VAG sind zu berücksichtigen. Die zu berücksichtigenden regulatorischen Grundlagen sind in genauer beschrieben Beitragsanpassung (BAP) / Änderung der Rechnungsgrundlagen Die Möglichkeit, bzw. die Notwendigkeit einer Beitragsanpassung ist ein zentraler Aspekt bei der Konzeption einer Methodik und der Erstellung eines Modells zur Bewertung der Ertrags- oder Risikosituation eines Krankenversicherers. Hieraus ergibt sich bereits in einem deterministischen Best Estimate Szenario (oder Certainty Equivalent) die Notwendigkeit, Vorgehensweisen speziell zur BAP und damit zur Anpassung von Rechnungsgrundlagen zu definieren. Auch wenn der mögliche Rahmen für eine Vorgehensweise schon zu einem großen Anteil durch regulatorische Vorgaben bestimmt wird, sind für die konkrete Ausgestaltung der Beitragsanpassung Entscheidungen des Managements notwendig. Somit müssen für diesen Bereich bei der Modellierung eines Krankenversicherers zusätzliche Managementregeln definiert werden. Da das Vorgehen der Beitragsanpassung inhaltlich nicht getrennt von der Verwendung der RfB Mittel betrachtet werden kann, sind auch die entsprechenden Managemententscheidungen in diesem Bereich zusammen zu betrachten. Die Frage, wie diese sachgerecht definiert und in ein Modell übertragen werden können, kann dabei nicht allgemeingültig beantwortet werden. Der generelle Modellierungsansatz bedingt die Umsetzung der Managementregeln. Deutlich wird dies direkt bei der Frage, zu welchen Zeitpunkten in den Modellen eine Beitragsanpassung durchgeführt wird. Werden z.b. vereinfacht Beitragsanpassungen zu jedem Jahr durchgeführt ohne eine Abbildung eines auslösenden Faktors zu betrachten, so ist dies bei der Umsetzung der Managementregel zu beachten. Da man nicht davon ausgehen kann, dass sich in der nahen Zukunft ein markteinheitlicher Standard bei dem generellen Methodikansatz ergeben wird und mit beiden Methoden eine sachgerechte Abbildung der Beitragsanpassungssystematik möglich ist, wird bei den folgenden Überlegungen dieser zentrale Unterschied berücksichtigt. Den gesamten Prozess der BAP lässt sich in die folgenden drei Bereiche trennen: Ursachen und Auslöser einer BAP Beitragslimitierung und Verwendung von RfB Mitteln Anpassung der Rechnungsgrundlagen (RGL) 1. Ordnung Ursachen und Auslöser einer BAP Dieser Aspekt befasst sich mit den bereits erwähnten Unterschieden, die zurzeit in existierenden Modellierungsansätzen vorkommen. Für die Frage, wie definierte Managementregeln zur Beitragsanpassung in ein Modell übertragen werden sollten, 40

42 ist entscheidend, wie der Prozess der Beitragsanpassung im Modell umgesetzt ist. Daher werden die folgenden drei Möglichkeiten betrachtet: a) Modellierung von Auslösenden Faktoren (AF) innerhalb des Models, b) Feste Vorgabe von Anpassungszeitpunkten, i.d.r. jährliche Anpassung oder c) Eine Mischform der beiden Ansätze Zu a) Bei diesem Ansatz wird versucht, die Realität möglichst genau abzubilden. Die auslösenden Faktoren werden jedes Jahr gemäß der KalV pro Tarif oder Tarifgruppe ("AF-Gruppe", "Beobachtungseinheit") und Geschlecht explizit berechnet. Abhängig von den so ermittelten auslösenden Faktoren wird über eine Managementregel entschieden, ob für einen Tarif und ein Geschlecht in diesem Jahr eine BAP erfolgt oder nicht. Ebenso werden auch die Anpassungen des Rechnungszinses, die durch den AUZ ausgelöst werden, nur zusammen mit einer BAP durchgeführt. Die Zeitspannen zwischen zwei durchgeführten Beitragsanpassungen ergeben sich in erster Linie durch die verwendeten Inflationsannahmen. Diese können pro AF- Gruppe und Geschlecht unterschiedlich sein. Damit fallen die Zeitspannen zwischen den Anpassungen für unterschiedliche AF-Gruppen i.a. unterschiedlich aus. In der Folge sind auch die Zeitspannen zwischen dem Ansprechen des AUZ und der eigentlichen Rechnungszinsanpassung, die erst zusammen mit der nächsten BAP erfolgen, in den unterschiedlichen AF-Gruppen unterschiedlich lang. Desto länger diese Zeitspanne ist, desto größer wird die Werthaltigkeit der Zinsgarantie. Gerade in Niedrigzinsphasen, in denen der AUZ eher anspricht, kann aber die Steigerung des AF geringer ausfallen und sich dadurch die erforderliche Anpassung des Rechnungszinses hinauszögern, was wiederum den Wert der Zinsgarantie, als wesentlichen Teil des TVOGs, erhöht. In den Managementregeln ist festzulegen, in welcher Höhe die Beiträge bei einer BAP angepasst werden und in welchem Umfang Mittel zur Limitierung eingesetzt bzw. wie sie verteilt werden. Weiterhin ist in den Managementregeln zu berücksichtigen, wenn es für Tarife Kann und Muss Grenzen des AF für eine Anpassung gibt oder ggf. tarif- oder unternehmensindividuelle Besonderheiten (AVBs) existieren. Bei diesem Ansatz werden die Zyklen von Gewinn- und Verlustphasen pro AF- Gruppe explizit abgebildet. Im Mittel gleichen sich die Verluste, die entstehen, wenn die Beiträge bereits nicht mehr ausreichend sind, der AF aber noch nicht anspricht in etwa mit den Gewinnen aus der Zeit unmittelbar nach einer Anpassung aus. Dies gilt aber nicht in "schlechten" Szenarien, in denen nach HGB ein Verlust entsteht. Hier kommt die Asymmetrie in der Rechnungslegung zum Tragen: Verluste trägt das Unternehmen, Gewinne werden zum größten Teil an die Versicherungsnehmer ausgeschüttet. Zu beachten ist, dass diese Asymmetrie den TVOG wesentlich beeinflusst. Zu b) 41

43 Ein alternativer Ansatz ist die feste Vorgabe des Anpassungszeitpunktes. In einem solchen Modell werden die Tarife anhand einer vorgegebenen Inflation im Allgemeinen jährlich angepasst. Das Vorgehen bietet die Gefahr, die Garantiekosten zu unterschätzen, falls der Rechnungszins auch in jedem Jahr angepasst wird. Daher ist bei der Umsetzung zu berücksichtigen, dass der Rechnungszins nicht zwingend bei jeder Anpassung geändert werden darf. Die Anpassung des Rechnungszinses kann z.b. an die Entwicklung der medizinischen Inflation gekoppelt, oder es kann eine verzögerte Rechnungszinsanpassung modelliert werden. In jedem Fall ist in den Managementregeln festzulegen in welchem Umfang die Mittel zur Limitierung eingesetzt bzw. wie sie verteilt werden. Zu c) Im Ansatz a) werden insbesondere die Cash Flows der ersten Jahre näher an den tatsächlichen Planwerten liegen, da hier Beitragssteigerungen nicht vorweg genommen werden. Mit steigender Projektionsdauer werden die Cash Flows im Ansatz b) deutlich geglättet, wohingegen im Ansatz a) jährliche Sprünge wahrscheinlich sind. Somit ist eine dritte Möglichkeit als Kombination denkbar, in der in den ersten Jahren die Beitragsanpassung von einem AF abhängt und danach in jährlichen kleineren Schritten erfolgt. Hierbei sind dann entsprechend die jeweiligen Überlegungen der Ansätze a) und b) zu berücksichtigen. Eine weitere Möglichkeit ist ein getrenntes Vorgehen bei der Anpassung des Rechnungszinses und der übrigen Rechnungsgrundlagen. So könnte die Anpassung aufgrund der Inflation jährlich gemäß b) erfolgen und die Anpassung des RZ in Abhängigkeit eines AF gemäß a). Bei einer vergleichbaren Berücksichtigung der Unternehmenspolitik sollten diese drei unterschiedlichen Ansätze hinsichtlich einer MCEV Betrachtungen zu ähnlichen Ergebnissen führen. Es ist aber darauf zu achten, dass bei der Anpassung der Rechnungsgrundlagen 1. Ordnung diese Unterschiede für jede einzelne Rechnungsgrundlage zu berücksichtigen sind. Hierauf wird in dem Unterkapitel genauer eingegangen. Obige Überlegungen gelten im Wesentlichen für den AF Leistung. Analoge Überlegungen können aber auch für den AF Sterblichkeit angestellt werden. Werden in den MCEV Berechnungen keine expliziten Sterblichkeitstrends 2. Ordnung angenommen, so spielt die Frage nach dem Anspringen des AF Sterblichkeit i.d.r. keine Rolle. Einen möglichen Einfluss haben diese Überlegungen bei Sensitivitätsberechnungen oder Sterblichkeitsschocks unter Solvency II, wenn auch Tarife angepasst werden sollen, die keiner oder einer sehr geringen Inflationsannahme unterliegen Limitierung und Verwendung von RfB Mitteln Bei der Frage der Limitierung von Beitragssteigerungen sind im Wesentlichen die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Der Einfluss der Managementregeln beschränkt sich dabei auf die Steuerung und Verwendung der RfB Mittel. Es sind daher u.a. Managementregeln zur Beantwortung der folgenden beispielhaften Fragen zu definieren: 42

44 Welcher Anteil der zur Verfügung stehenden Mittel wird verwendet? Nur die minimal notwendige Entnahmen oder abhängig von gewissen Kenngrößen ein höherer Betrag? Wie wird dieser Betrag zwischen Beitragsrückerstattung und Limitierungsmitteln aufgeteilt? Welche Tarifgruppen sind hinsichtlich RfB Entstehung und Verwendung separat zu berücksichtigen? Bei einer Aufteilung zwischen Beitragsrückerstattung und Limitierung ist bei einer MCEV Betrachtung zu berücksichtigen, dass kein zukünftiges Neugeschäft mehr hinzukommt und die Bestände somit altern. Dies spielt insbesondere eine Rolle bei der sachgerechten Aufteilung vom Limitierungsmittel und Beitragsrückerstattung. Auch hierbei ist zu berücksichtigen, dass bei einer Betrachtung des Versicherungsnehmerverhaltens abhängig von der Beitragshöhe oder der Beitragssteigerung die Umsetzung der Beitragslimitierung eine größere Bedeutung hat Anpassung der RGL 1. Ordnung Entscheidenden Einfluss auf die Höhe des MCEV haben nicht die Art und Weise wie eine BAP im Modell ausgelöst wird oder welche Optionen bei der Verwendung der RfB Mittel existieren, sondern die Umsetzung der Anpassung der Rechnungsgrundlagen. Springt in der Realität einer der auslösenden Faktoren an, so ist das Versicherungsunternehmen verpflichtet, alle RGL erneut zu überprüfen und ggf. anzupassen. Die Frage, welche Rechnungsgrundlagen hiervon im Modell betroffen sein können, hängt dabei von der Wahl der Annahmen 2.ter Ordnung ab. Enthalten diese einen Trend oder variieren abhängig vom Kalenderjahr, so ist im Modell zu überprüfen, ob diese Änderungen eine Anpassung der entsprechenden RGL 1. Ordnung notwendig machen. Aufgrund der Verwendung von Zinsstrukturkurven und von Inflationsannahmen ist eine Überprüfung des Rechnungszinses, der Kosten- und der Leistungsannahmen während der gesamten Projektionsdauer in jedem Fall zu berücksichtigen. In wie weit auch Sterblichkeits- und Stornoannahmen zu überprüfen sind, hängt von der Wahl der Annahmen 2. Ordnung ab. Im Folgenden werden somit grundlegende Fragen zur Anpassung der wesentlichen Rechnungsgrundlagen getrennt betrachtet. Dabei sei darauf hingewiesen, dass die Frage nach einer Angemessenheit der Annahmen 2. Ordnung nicht hier, sondern in den Kapiteln 4.2 und 4.3 erfolgt. Die folgenden Überlegungen betreffen das Vorgehen beim MCEV, Besonderheiten hinsichtlich Sensitivitäts- oder Schockberechnungen folgen weiter unten. Anpassung der Leistungsannahmen Da diese Entwicklung der Leistungen direkten Einfluss auf einen auslösenden Faktor hat, kann die Frage nach der Anpassung der Rechnungsgrundlagen unabhängig von der Entwicklung anderer Rechnungsgrundlagen getroffen werden. Die methodischen Umsetzungsmöglichkeiten sind bereits im Kapitel unter Ursachen und Auslöser einer BAP beschrieben. 43

45 Da Inflationsannahmen und hier im Wesentlichen der Teil der medizinischen Inflation i.d.r. kaum altersabhängig zu ermitteln sein werden, ist eine Anpassung der Rechnungsgrundlage 1. Ordnung direkt aus der Inflationsannahme 2. Ordnung auf die Grundkopfschäden zu übertragen. D.h. eine Anpassung der Profile ist bei einer altersunabhängigen Annahme 2. Ordnung nicht erforderlich. Sollte eine steigende Versteilerung der Profile als notwendig und für die Berechnungen als materiell angesehen werden, so sind sowohl die Annahmen 1. Ordnung als auch 2. Ordnung entsprechend zu ermitteln. Als zusätzlicher Aspekt ist der Einfluss und die geplante Änderung hinsichtlich von bestehenden Risikozuschlägen zu berücksichtigen. Anpassung der Kostenannahmen Da die Veränderung der Kosten keine Beitragsanpassung auslöst, ist bei der Anpassung der RGL 1. Ordnung die Vorgehensweise bei der Festlegung einer BAP zu berücksichtigen. D.h. es sind insbesondere Annahmen für Tarife zu definieren, bei denen in der Realität sehr selten Beitragsanpassungen durchgeführt werden. Insbesondere sind bei der Frage der Änderungen der Kostenannahmen folgende Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Herleitung der Kosten erfolgt in der Regel nicht auf einzelnen Beobachtungseinheiten, sondern auf größeren Teilbeständen. Annahmen für die Kosteninflation 2. Ordnung können aber durchaus unterschiedlich für gewisse Beobachtungseinheiten ausfallen. Und aufgrund von gesetzlichen Vorgaben erfolgt die Herleitung der Kostenannahmen 1. Ordnung nicht zwangsläufig verursachungsgerecht. Hier ist im Wesentlichen die altersunabhängige Verteilung der Gammakosten zu nennen. Die Frage einer adäquaten Anpassung der Rechnungsgrundlagen 1. Ordnung in Folge von Kostensteigerungen hängt daher von der Modellierung der Kosten 2. Ordnung ab. Insbesondere von der Frage, welcher Anteil der Kosten als Stückkosten und welcher als beitrags- oder leistungsproportional modelliert wird. Ist dieses Verhältnis identisch zur kalkulatorischen Aufteilung, so lässt sich die in der Projektion angenommene Kosteninflation direkt auf die Rechnungsgrundlagen 1. Ordnung übertragen. Erfolgt bei der Kostenmodellierung die Aufteilung in fixe und variable Kosten unabhängig von den Kalkulationsgrundlagen, so kann die Übertragung der Inflationsannahme auf die Gammakosten zu stärkeren oder geringeren Kostensteigerungen 1. Ordnung führen und somit zu einer Änderung der Kostenmarge. Eine Veränderung der Kostenmarge sollte aber Teil der Managementregeln und somit im Modell aktiv kontrollierbar und steuerbar sein. Insbesondere muss überprüfbar sein, dass diese im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleibt. Da die kalkulatorischen Kosten nicht auf einer Beobachtungseinheit, sondern auf Bestands- oder Teilbestandebene festgelegt werden, ist zu prüfen, ob die Voraussetzung für eine Anpassung der Kosten 1. Ordnung in allen Tarifen gegeben, bzw. zeitgleich gegeben ist. Gesondert sind Tarife zu berücksichtigen, für die keine Steigerung der Leistungen angenommen wird und es somit nicht zu regelmäßigen Beitragsanpassungen kommt. In diesem Fall können Überlegungen hinsichtlich des auslösenden Faktors Sterblichkeit herangezogen werden. 44

46 Anpassung des Rechnungszinses Die Anpassung des Rechnungszinses ist in Abhängigkeit von den Ergebnissen des AUZ Verfahrens zu berücksichtigen. Bei der Übertragung dieses Verfahrens in entsprechende MCEV Berechnungen sind daher grundlegende methodische Unterschiede zu überbrücken. Die Betrachtungsweise des MCEV basiert auf ökonomische Kapitalmarktszenarien kalibriert auf den Projektionsbeginn. Im AUZ Verfahren fließen zu einem großen Teil historische Daten ein, anhand derer Annahmen hinsichtlich Ausfällen bzw. Zinsschwankungen ermittelt werden. Überlegungen zur Berechnung des AUZ innerhalb einer MCEV Berechnung werden im Anhang 2 beschrieben. Zusätzlich zur Ermittlung eines AUZ in jedem Projektionsjahr sind dann Managementregeln zur Anpassung des Rechnungszinses zu definieren Bei der Anpassung des Rechnungszinses muss überprüft werden, ob bei einer Modellierung einer jährlichen Anpassung (siehe ) eine direkte Anpassung beim Anspringen des AUZ sachgerecht ist, oder eine durchschnittliche Phase bis zur nächsten regulären BAP gemäß AF gewartet werden muss. D.h. die Anpassung des Rechnungszinses sollte auch bei einer jährlichen Modellierung der Beitragsanpassung nicht automatisch jährlich erfolgen, sondern die zu erwartenden Zeitspannen bis zur nächsten tatsächlichen Beitragsanpassung berücksichtigen. Da die Umsetzung aktuell tarifabhängig erfolgen muss ist somit zu prüfen, ob diese direkt oder vereinfacht über eine durchschnittliche Annahme umgesetzt werden kann. Die Vorgabe des AUZ gibt dabei nur eine Mindestvorgabe vor. Im Rahmen der Managementregeln kann eine frühere Anpassung erfolgen und muss die Festlegung eines neuen Rechnungszinses gesteuert werden. Des Weiteren sind Regeln zu definieren, wie bei einem erneuten Anstieg, eine mögliche Erhöhung des RZ gesteuert werden soll und wie stark der Rechnungszins abgesenkt werden soll. Anpassung von Sterblichkeitsannahmen Auch hier ist die Frage nach der Wahl der Annahmen 2. Ordnung entscheidend. Bei einer Verwendung von konstanten Annahmen, z.b. in Abhängigkeit von der aktuellen PKV Sterbetafel, ergibt sich kein Anpassungsbedarf im Projektionsverlauf. Es ist allerdings zu überprüfen, ob in Tarifen, in denen noch eine ältere Sterbetafel verwendet wird, diese gemäß einer internen Planung in der Projektion einmalig auf die neuste Sterbetafel anzupassen ist. Anpassung von Stornoannahmen Ähnlich wie bei den Sterblichkeitsannahmen ist hier die individuelle Modellierung der tatsächlichen Abgänge zu berücksichtigen. Wird über den Projektionszeitraum ein geändertes Stornoverhalten angenommen, so ist der Unterschied zwischen Annahmen erster und zweiter Ordnung (Stornomarge) zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass diese im Rahmen der aktuellen Managementvorgaben bzw. gesetzlichen Vorgaben bleibt. Führt die Annahme 2. Ordnung im Zeitverlauf zu veränderten Werten, so ist zu überprüfen, ob die Höhe der Abweichungen eine Anpassung nach sich ziehen würde und ob dies direkt in allen Tarifen umsetzbar wäre oder eine ggf. tarifabhängige Verzögerung bis zur nächsten BAP abgewartet werden muss. 45

47 Besonderheiten bei Sensitivitäts- oder Schockberechnungen Bei der Bewertung von Sensitivitäts- oder Schockberechnungen ist bei der Frage einer geeigneten Umsetzung der Beitragsanpassung generell die Frage zu beantworten, ob es sich um einmalige oder langfristige Änderung der Annahmen handelt. Sensitivitätsberechnungen im Rahmen von MCEV Betrachtungen gehen dabei in der Regel von einer sofortigen Änderung für den gesamten Projektionszeitraum aus. Nicht so eindeutig ist dies bei Schockberechnungen unter Solvency II. Hier werden sowohl kurzfristige Änderungen als auch Trendschocks, die nicht sofort, sondern verzögert über die Zeit wirken, bewertet. Eine geeignete Umsetzung der Beitragsanpassung dieser Solvency II Schockberechnungen ist dabei nicht Gegenstand dieser Arbeitsgruppe. Für alle sofort eintretenden langfristigen Schocks gelten im Prinzip die gleichen Überlegungen wie für die Basisberechnungen mit folgenden Erweiterungen: es sollte überlegt werden, wie lange es dauert, bis ein eingetretener Schock in der Ermittlung von Rechnungsgrundlagen Berücksichtigung findet und wie lange es dann (ggf. tarifabhängig) dauert, bis diese im Rahmen einer BAP angepasst werden können insbesondere bei den RGL, die nicht direkt einen AF auslösen. werden bisherige Änderungen der RGL direkt durch jährliche BAP ausgeglichen, ist zu überprüfen, ob dies auch für Leistungs- oder Kostensensitivitäten ange-bracht ist oder ob hier eine gewisse Zeit bis zur Umsetzung zu berücksichtigen ist Generelle Anmerkungen Sicherheiten durch Unterschiede zwischen Annahmen 1. und 2. Ordnung Je nach Modellierung der nicht ökonomischen Annahmen (Storno, Sterblichkeit, Kosten) können entweder bereits zu Beginn der Projektion Margen bestehen oder sich im Verlauf der Projektion ergeben. Die Wahl der Annahmen 2. Ordnung wird dazu führen, dass sich in der Projektion die aktuellen oder die gemäß Managementregeln geplanten Sicherheitsmargen einstellen. Mit jeder BAP besteht theoretisch die Möglichkeit, auf diese einzuwirken. Hier ist zu überlegen, welche Optionen bestehen: Sicherheitsmargen können bei einer BAP beibehalten werden Reduktionen von Sicherheitsmargen müssen ggf. hingenommen werden eine Änderung wird bewusst (ggf. szenarioabhängig) gesteuert Detaillierungsgrad Obige Überlegungen können in manchen Punkten unterschiedlich für jeden Tarif oder Beobachtungseinheit sein. Eine Umsetzung auf diesem Level ist aber in vielen Fällen nicht praktikabel und ggf. aufgrund der gewählten Verdichtung gar nicht möglich. Wesentliche Treiber für die Änderung der RGL 1. Ordnung innerhalb einer MCEV Betrachtung sind die ökonomischen Annahmen und die medizinische Inflation. Da- 46

48 her ist mindestens eine Unterscheidung nach der in den beobachteten und modellierten Produktgruppen ggf. unterschiedlichen medizinischen Inflation vorzunehmen. Ob weitere Unterscheidungen notwendig sind, ist unternehmensindividuell zu prüfen. Einfluss des mathematischen Treuhänders Für eine Beitragsanpassung ist nach 12b VAG die Zustimmung eines Treuhänders notwendig. Eine explizite Modellierung eines Treuhänderverhaltens ist im Rahmen von MCEV Berechnungen nicht vorzunehmen. Es sind direkt die Gesetze und Vorgaben zu berücksichtigen, die die Grundlage für die Entscheidungen eines Treuhänders bilden. Hierbei sind Erfahrungswerte im Umgang mit dem Treuhänder (z.b. restriktive Auslegung) einzubeziehen Änderungen sonstiger Annahmen aufgrund gesetzlicher Vorgaben Bereits beschlossene Änderungen sollten in MCEV Berechnungen ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angemessen berücksichtigt werden. Bei bereits beschlossenen, aber in der Umsetzung noch offenen Aspekten ist zu unterscheiden, ob (1) die Details zu den Änderungen oder ob (2) die Auswirkungen aufgrund fehlender Erfahrungen noch nicht vorliegen. Im ersten Fall wird i.d.r. jeder Fall individuell zu bewerten sein. Im zweiten Fall sind für die Auswirkungen ggf. best estimate Annahmen aufgrund von Expertenschätzungen zu treffen. Diese sollten dann auch im Einklang mit der aktuellen Planung des Unternehmens stehen. Generell sollte klar dokumentiert sein, welche Aspekte berücksichtigt wurden und welche nicht. Anpassung aufgrund von Änderungen im Gesundheitswesen Änderungen im Gesundheitswesen sind analog obiger Überlegungen erst dann zu berücksichtigen, wenn diese bereits beschlossen und entsprechende Gesetze erlassen worden sind. Sind die genauen Auswirkungen dieser Änderungen noch nicht klar, so sind entsprechende Annahmen zu treffen. 7.4 Validierung der Managementregeln Anforderungen an die Validierung der Managementregeln unterscheiden sich methodisch nicht von denen an die Lebensversicherung. Daher wurde hier der Text aus dem MCEV Leben Dokument übernommen. Den Managementregeln sollen entsprechende Beschlüsse und Entscheidungen der Geschäftsleitung zu Grunde liegen, wie es in Guidance 2 zu Principle 7 gefordert wird. Diese müssen gut dokumentiert sein und Rückschlüsse auf das implementierte Regelwerk zulassen. Ähnlich wie bei den Annahmen zu Sterblichkeit oder Kosten sollen die Managementregeln im Modell so realitätsnah wie möglich sein, um eine objektive Bestimmung des MCEV zu ermöglichen. Dies bedeutet nicht, dass das Management seine Entscheidungen nur noch anhand der im Modell implementierten Regeln trifft. Denn das Modell ist nur ein Ausschnitt und Abbild der Realität, in dem nicht alle relevanten Einflussgrößen einer Entscheidung erfasst werden können. Vielmehr 47

49 sollen die im Modell hinterlegten Managementregeln einer Validierung gegenüber der Geschäfts- und Risikostrategie unterzogen werden. Der Vergleich zwischen Modell und Realität kann auf verschiedene Arten erfolgen, wie zum Beispiel durch eine qualitative oder eine quantitative Analyse. Im Rahmen einer qualitativen Analyse werden die Managementregeln auf ihre strategische Ausrichtung hin untersucht und mit Zielsetzungen der Geschäftsleitung oder auch mit deren Entscheidungen in der Vergangenheit verglichen. Eine sicherheitsorientierte Strategie ließe sich beispielsweise an geringen Aktienquoten, einer hohen Zielsolvabilitätsquote und schnell greifenden Gegenmaßnahmen bei Unterschreiten der Solvabilitätsquote erkennen (Reduktion der Überschussbeteiligung, Reduktion des Unternehmensanteils etc.). Die vergangenheitsorientierte Betrachtung sollte nicht zu weit in die Vergangenheit zurückgehen. Gründe für bestimmte Entscheidungen und ein eventueller Strategiewechsel müssen dabei ausreichend gewürdigt werden. Eine quantitative Validierung der Managementregeln ist entweder vergangenheitsgerichtet, zum Beispiel im Rahmen einer Abweichungsanalyse, oder auf einen kurzen Zeitraum in der Zukunft begrenzt. Die Entscheidungen der Managementregeln des Modells sollten mit den Ergebnissen der Mittelfristplanung verglichen werden. Die Regeln müssen sich nicht exakt so verhalten wie in der Mittelfristplanung, da das Regelwerk für eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Situationen erstellt ist, während die Mittelfristplanung eine gegebene Situation sehr fein aussteuert. Eine Übereinstimmung mit der Planung sollte jedoch erkennbar sein. Als Abweichungsanalyse können die Entscheidungen des Modells mit den tatsächlichen Entscheidungen des abgelaufenen Jahres verglichen werden. Dies kann zum Beispiel im Rahmen der Veränderungsanalyse des MCEV geschehen. Hierbei werden die Kennzahlen, die das Modell zur Entscheidungsfindung verwendet, aus dem Ist-Abschluss genommen und die Ergebnisse der Regeln bestimmt. Diese Werte können mit den tatsächlichen Entscheidungen verglichen werden. Wie schon bei der qualitativen Analyse und dem Abgleich mit der Planung wird man keine perfekte Übereinstimmung erhalten. Denn in die tatsächliche Entscheidung sind wesentlich mehr Faktoren eingeflossen als bei der Festlegung der Managementregeln berücksichtigt werden können. Vielmehr sollte diese Analyse genutzt werden, um das Regelwerk feiner abzustimmen und die Grenzen der formalisierten Regeln zu erkennen. 7.5 VN-Verhalten Die MCEV Bewertung eines privaten Krankenversicherungsunternehmens erfordert die Modellierung des zukünftigen Verhaltens der Versicherungsnehmer. Es ergeben sich für Versicherungsnehmer im Rahmen eines privaten Krankenversicherungsvertrages verschiedene Handlungsmöglichkeiten, die von zahlreichen Einflussfaktoren abhängen können. Ein Beispiel für Versicherungsnehmer-Verhalten ist die Möglichkeit, einen bestehenden Krankenversicherungsvertrag vollständig zu stornieren und zu einem anderen privaten Krankenversicherungsunternehmen zu wechseln. Die unterschiedlichen Wechselmöglichkeiten im Rahmen der substitutiven Krankheitskostenvollversicherung geben dem VN die Option eines Tarifwechsels innerhalb des Unternehmens (Abschnitt 6.5.1). Die Betrachtung von Nichtzahlern (Abschnitt 6.5.2) wird in diesem Zusammenhang als VN-Verhalten interpretiert und Gegenstand dieser Betrachtung. Darüber hinaus besitzen 48

50 Versicherungsnehmer zahlreiche weitere Optionen. Eine Übersicht bietet das Dokument der DAV-Arbeitsgruppe zum Thema Anwartschaften und Optionen in der PKV. Die Modellierung des dynamischen Versicherungsnehmer-Verhaltens beeinflusst die Wert- und Risikomessung im Rahmen einer MCEV Bewertung. Dies liegt insbesondere daran, dass im Rahmen einer stochastischen Bewertung das Versicherungsnehmerverhalten von der zukünftigen Entwicklung der externen und internen Faktoren abhängen kann. Um diese Abhängigkeit zu verdeutlichen, kann eine Situation betrachtet werden, bei der die Beiträge eines privaten Krankenversicherungsunternehmens im Verhältnis zu den Beiträgen anderer Unternehmen im Markt stärker steigen. In einer solchen Situation wird in der Regel die Wahrscheinlichkeit eines Unternehmenswechsels steigen. Allgemeingültige Aussagen über die Höhe und die Richtung des Einflusses des Versicherungsnehmer-Verhaltens sind in der Regel schwer zu formulieren, da insbesondere auch der individuelle Gesundheitszustand der Versicherungsnehmer und die damit verbundenen Leistungen eine Rolle spielen. Trotzdem bildet das Versicherungsnehmer-Verhalten in der privaten Krankenversicherung eine zentrale Komponente bei der MCEV Bewertung und sollte deshalb in MCEV Modellen für die private Krankenversicherung nicht vernachlässigt werden. Grundlage für die Berücksichtigung von Versicherungsnehmer-Verhalten bildet Principle 7 der MCEV Prinzipien. Konkret heißt es in G7.3, dass dynamisches Versicherungsnehmer-Verhalten berücksichtigt werden sollte, sofern es Wert und Risiko eines Krankenversicherungsunternehmens materiell beeinflusst. Das Versicherungsnehmerverhalten hinsichtlich Storno, Tarifwechsel (6.5.1) und Nichtzahler (6.5.2) sind somit generell zu bewerten. In wie weit weitere VN-Optionen relevant sind, ist unternehmensindividuell zu bewerten Unternehmenswechsel, Tarifwechsel und Wechsel in die GKV Der Wechsel von Versicherungsnehmern lässt sich klassifizieren in den Tarifwechsel, den Unternehmenswechsel und in den Wechsel in die GKV. Alle drei Möglichkeiten sind jeweils nur zulässig unter Berücksichtigung der für die PKV relevanten gesetzlichen Vorschriften. Es ist also im Rahmen der MCEV Modellierung des Versicherungsnehmer-Verhaltens stets zu prüfen, ob ein Wechsel unter geltendem Recht überhaupt zulässig ist. Das zentrale auslösende Element eines Wechsels sind in der Regel Beitragssteigerungen im Rahmen von Beitragsanpassungen. Deshalb können alle Elemente, die Beitragssteigerungen auslösen und beeinflussen, auch gleichzeitig den Versicherungsnehmer-Wechsel beeinträchtigen. Neben Beitragsanpassungen beeinflussen weitere Faktoren das VN-Verhalten. Als Beispiel sei hier die steigende Präsenz der PKV in den Medien genannt. Die Modellierung derartiger Faktoren ist schwer umzusetzen, aber sollte ein "Expert Judgement" hinsichtlich valider Annahmen diese Aspekte in die Überlegungen mit einbeziehen. Private Krankenversicherungsverträge mit Vertragsabschluss nach dem (substitutive Krankheitsvollversicherung) unterscheiden sich bei einem Unternehmenswechsel von den übrigen Verträgen dadurch, dass der Übertragungswert an das neue Unternehmen übertragen wird. Es ist zu vermuten, dass Übertragbarkeit der Alterungsrückstellung das dynamische VN-Verhalten beeinflusst und bei der Modellierung generell zwischen alter und neuer Welt unterschieden werden sollte. 49

51 Eine dynamische Modellierung kann dadurch erfolgen, dass das Versicherungsnehmer-Verhalten an die zukünftige Entwicklung von finanziellen und nicht-finanziellen Größen gekoppelt wird. Mit finanziellen Größen sind dabei diejenigen Einflüsse gemeint, die durch das Agieren des privaten Krankenversicherungsunternehmens am Kapitalmarkt entstehen. Zum Beispiel besitzt ein privater Krankenversicherer in einem Niedrigzinsumfeld in der Regel weniger Begrenzungsmittel für Beitragsanpassungen verglichen mit der Situation von Kapitalmarktzinsen oberhalb von 5%. In der Folge tritt die Situation ein, dass im Verhältnis zum Markt stark steigende Beiträge zu erhöhten Wechselhäufigkeiten führen können. Als eine weitere wichtige Komponente wird die medizinische Inflation (Kostensteigerung im Gesundheitswesen über der allgemeinen Preissteigerung) angesehen, weil sie durch ihren Einfluss auf die Kopfschäden Beitragsanpassungen und Beitragssteigerungen induziert. Die Risiko-Einstufung eines Versicherungsnehmers erfolgt bei einem privaten Krankenversicherungsvertrag stets auf Basis des Gesundheitszustandes bei Vertragsabschluss (durch die Gesundheitsprüfung). Verschlechtert sich der Gesundheitszustand im Zeitverlauf, wird ein Unternehmenswechsel oder eine Höherversicherung (durch einen Tarifwechsel) dadurch unattraktiv, dass der verschlechterte Gesundheitszustand die Basis jedes Neuabschlusses ist; Zuschläge und Leistungsausschlüsse sind zu erwarten. In der Regel werden daher überwiegend gesunde Versicherungsnehmer von derartigen Wechselmöglichkeiten Gebrauch machen. Ein Unternehmenswechsel bzw. ein Wechsel in die GKV beeinflusst die MCEV Bewertung aus verschiedenen Gründen. Bei Abweichungen des tatsächlichen Wechselhäufigkeiten vom kalkulierten Häufigkeiten nach oben bzw. nach unten entstehen Stornogewinne bzw. -verluste. Neben dieser kurzfristigen Auswirkung auf das Rohergebnis zum Jahresende, bedeuten erhöhte Wechselhäufigkeiten (über den rechnungsmäßigen Wechselhäufigkeiten) langfristig aber auch den Verlust zukünftiger Prämieneinnahmen und Margen. Somit können Abweichungen (z.b. erhöhte Wechselhäufigkeiten) langfristig wertmindernd im Rahmen einer MCEV Bewertung sein. Umgekehrt kann entsprechend ein niedrigeres Storno langfristig wertsteigernd sein. Ein Tarifwechsel kann auf unterschiedlichste Art und Weise erfolgen. Beispiele sind Änderungen bei Selbstbehalten, Wechsel des Tarifsystems oder Wechsel in den Basistarif. In Abhängigkeit davon, ob der Wechsel zu mehr oder weniger Versicherungsschutz führt, wird die MCEV Bewertung in der Regel wertsteigernd oder wertmindernd beeinträchtigt. Allerdings ist auch hier wieder keine eineindeutige Aussage über den Einfluss auf die MCEV Bewertung möglich, da wiederum auch der individuelle Gesundheitszustand eines Versicherungsnehmers Einfluss hat. Im Fall einer Verkleinerung des Versicherungsumfangs (z.b. durch einen höheren Selbstbehalt) übertragen sich die obigen Überlegungen hinsichtlich des Wegfalls zukünftiger Prämieneinnahmen und Margen. Bei der Umsetzung eines Tarifwechsels im Modell wird es i.d.r. nicht möglich sein, einen tatsächlichen Wechsel von einem Tarif in den anderen abbilden zu können. In diesem Fall müssen Annahmen hinterlegt werden, die die wirtschaftlichen Folgen eines Tarifwechsels adäquat berücksichtigen. Sollten auch Tarifwechsel mit einer Erhöhung des Leistungsumfangs für ein Unternehmen relevant sein, so ist ein Abgleich mit der Neugeschäftsdefinition vorzunehmen und für Solvency II zu prüfen, in wie weit dies zu den Contract boundaries passt. 50

52 In der Regel besteht die Gefahr, dass in einem Bestand eines privaten Krankenversicherers diejenigen Versicherungsnehmer verbleiben, die im Verhältnis zu den ursprünglich rechnungsmäßigen Kopfschäden höhere Kopfschäden ausweisen. Aus Sicht der MCEV Bewertung ist dies kurzfristig problematisch und wertmindernd, da das Risikoergebnis unmittelbar betroffen ist. Langfristig besteht durch die Beitragsanpassung jedoch ein Vehikel, um rechnungsmäßige Kopfschäden an die beobachtete Situation anpassen zu können. Mit Blick auf den MCEV könnte es zu Wertsteigerungen kommen, da bei steigenden Kopfschäden auch die zukünftigen Margen und Überschüsse größer werden können. Aus Sicht einer MCEV Modellierung sind diese Aspekte adäquat zu berücksichtigen. Da die Beitragssteigerungen einen wesentlichen Risikotreiber für diese VN-Optionen darstellen, ist ein Unternehmens- und Tarifwechsel i.d.r. pfadabhängig zu modellieren Nichtzahler und Tarifwechsel in den Notlagentarif Gemäß 37 VVG besteht grundsätzlich bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Erstprämie das Recht zum Rücktritt durch den Versicherer und zur Befreiung von der Leistungspflicht; ebenso kann das Versicherungsunternehmen gemäß 38 VVG bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Folgeprämie nach Setzen einer Zahlungsfrist ohne eine weitere Frist den Vertrag kündigen. Die Regelungen der 37 und 38 werden teilweise aufgehoben durch die seit gültigen Regelungen zur Versicherungspflicht ( 193 (3) und (6) VVG), wonach Tarife, die zur Erfüllung dieser Versicherungspflicht dienen, von Seiten des Krankenversicherungsunternehmens nicht mehr gekündigt werden dürfen. Bei der Betrachtung des Versicherungsnehmerverhaltens ist somit hier insbesondere die Nichtzahlung von Beiträgen von Bedeutung. Die Nichtzahlung von Beiträgen kann verschiedene Gründe haben: zum einen kann der Versicherungsnehmer aufgrund seiner persönlichen finanziellen Situation nicht in der Lage zur Zahlung sein, zum anderen kann er aber auch bewusst die Zahlung verweigern, da die ursprünglichen Folgen gemäß den 37 und 38 nun nicht mehr drohen. Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen für das Versicherungsunternehmen sind beide Gründe äquivalent, bei einer MCEV Betrachtung sollte aber berücksichtigt werden, wie erfolgreich Mahnverfahren bei oben genannten bewussten Nichtzahlern eingeschätzt werden. 193 (6) VVG regelt die Rechtsfolgen eines Zahlungsrückstandes. Ist der Versicherungsnehmer mit einem Betrag in Höhe von 2 Monatsbeiträgen im Rückstand, kann das Versicherungsunternehmen ihn mahnen. Sofern 2 Wochen später der Zahlungsrückstand dann immer noch mehr als 1 Monatsbeitrag beträgt, stellt das Versicherungsunternehmen das Ruhen der Leistung fest. In Folge der gesetzlichen Änderungen zum 1. August 2013 (Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung) werden nichtzahlende Versicherungsnehmer mit ruhenden Verträge in den Notlagentarif des Unternehmens überführt (siehe 193 (7) VVG). Im Notlagentarif leisten Krankenversicherungsunternehmen weiterhin bei Aufwendungen, die zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft erforderlich sind. Die Prämienkalkula- 51

53 tion erfolgt im Notlagentarif nach Art der Schadenversicherung; eine bereits angesparte Alterungsrückstellung wird dabei beitragsmindernd (d.h. maximal Beitragssenkung um 25%) angerechnet. Prämien im Notlagentarif sind aufgrund minimaler Leistungen und der Kalkulationsmethode in der Regel deutlich geringer als bei üblichen Vollversicherungstarifen. Im Ergebnis führt dies dazu, dass Nichtzahler (nach Berücksichtigung des Mahnverfahrens) einen Tarifwechsel in den Notlagentarif ihres Unternehmens durchführen. Obige Überlegungen zum Tarifwechsel und den Auswirkungen auf den MCEV übertragen sich entsprechend. Bei der Modellierung des VN-Verhaltens sollte daher ein Tarifwechsel in den Notlagentarif und zurück berücksichtigt werden. Die Modellierung von Besonderheiten, z.b. Pauschalwertberichtigungen, sollten von Materialitätskriterien abhängig gemacht werden. 52

54 8 Kapitalkosten 8.1 Kapitalkosten beim traditionellen und beim stochastischen Embedded Value Im Rahmen von traditionellen Embedded Value-Berechnungen fallen Kapitalkosten an, die sich auf das für die Solvabilitätsbedeckung gebundene Eigenkapital beziehen. Begründet wird dies mit der Renditeerwartung des Investors, welcher auf das eingesetzte Kapital einen höheren Zins in Form der Risikodiskontrate erwartet als die den Embedded Value-Berechnungen zugrunde liegenden Buch- oder Wiederanlagerenditen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass das in ein Unternehmen der PKV investierte Kapital einem Ausfallrisiko unterliegt. Bei stochastischen Embedded Value-Berechnungen werden diese Kapitalkosten für die Risikoübernahme der stochastisch modellierten Risiken durch die Modellierung von Kapitaleinschüssen in adversen Szenarien direkt berücksichtigt. Gemäß den MCEV Principles sollen beim MCEV neben den Frictional Costs of Required Capital die Kosten für nicht hedgebare Risiken CRNHR getrennt berechnet und ausgewiesen werden. 8.2 Frictional costs of Required Capital Begrifflichkeiten Frictional costs sind die Kosten, die dem Unternehmen dadurch entstehen, dass der Investor sein Geld in ein Unternehmen der PKV angelegt hat und nicht direkt am Kapitalmarkt. Sie umfassen die entsprechenden Kapitalanlagekosten, die Steuern auf Kapitalerträge die mit dem Required Capital erwirtschaftet werden sowie die für das Unternehmen entstehenden Kosten, aufgrund von Beteiligung des Versicherungsnehmers an den Zinserträgen auf das statutarische Kapital gemäß Überschussverwendungsquote Werden die Zinserträge auf das eingesetzte Kapital zwischen Unternehmen und Versicherungsnehmer aufgeteilt, zählt dieser aus Unternehmensperspektive gesehene - Zinsverlust ebenfalls zu den Frictional Costs. Die Zinserträge auf das Required Capital können jedoch nach Steuern und Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in vollem Umfang dem Unternehmen zukommen Anforderungen aus den MCEV Principles Frictional costs of Required Capital werden in Principle 8 definiert. Für die Frictional Costs soll ein Abzug vom PVFP vorgenommen werden, der unabhängig ist von dem Abzug für CRNHR. Sie sollen auf das Required Capital angesetzt werden [G8.1] und umfassen Steuern und Kapitalanlagekosten auf diejenigen Kapitalanlagen, die das Required Capital bedecken [G8.2]. Die MCEV Principles erwähnen keine Frictional Costs auf den Free Surplus. Zur Berechnung der Frictional Costs soll das Required Capital sachgerecht über die Lebensdauer der zu Grunde liegenden Risiken projiziert werden. Hierbei können Näherungen, wie zum Beispiel die Koppelung an bestimmte Werttreiber, verwendet werden. Diese sollen angemessen und robust sein. Falls keine Projektion mög- 53

55 lich ist, sollen die Frictional Costs konsistent mit der erwarteten Höhe des gebundenen Kapitals, der Kapitalfreisetzung, der Kapitalanlagekosten und der Steuern über den Projektionszeitraum bestimmt werden (G 8.3) Praktische Umsetzung Deterministische Modelle Die praktische Berechnung der Frictional Costs erfolgt über eine ähnliche Formel wie die der Kapitalkosten im traditionellen Embedded Value (siehe DAV-Hinweis Embedded Value für Lebensversicherungen vom ). Es werden die folgenden Bezeichnungen verwendet: rdr q Risikodiskontrate (i.a. risikofreier Ertrag mit einem Aufschlag) Unternehmensanteil für das Gesamtunternehmen gemäß ÜbschV. Dieser Unternehmensanteil ist Geschäftsfeldübergreifend, also für den gesamten im Modell abgebildeten Bestand zu sehen. Es wäre hier nicht angemessen, die Beteiligung des Versicherungsnehmers an dem Überzins zu Grunde zu legen, weil diese Überschussbeteiligung auf die Zuführung zur RfeaB angerechnet werden kann. E gebundenes Eigenkapital = Required Capital zum Zeitpunkt j 1 t geb K j 1 Zeitpunkt des Projektionsbeginns Für die Krankenversicherung überträgt sich die Formel für den Zinsverlust (ZV) aus dem DAV Hinweis für die Embedded Value Modellierung Leben in folgender Weise: j geb 1 ZVt rdr q f 1, jek j-1 1 f 1, s jt1 st1 Hierbei sind: i(j,t) risikofreier Zins der Laufzeit j im Jahr t f(1,j) einjähriger Forward im Zeitpunkt j t mit j st1 1 1 t f 1, s ( j ) 1 i j, t Übergang zu stochastischen Unternehmensmodellen Berücksichtigt man nun, dass in der gängigen risikoneutralen Bewertung alle Kapitalanlagen im Erwartungswert nur den risikofreien Zins erwirtschaften und dass die Risikodiskontrate diesem Zins entspricht, so fallen rdr und i zusammen. Da die Zinsrate i im MCEV jedoch der erwirtschaftete Zinssatz vor Kapitalanlagekosten und Steuern ist, sind diese zusätzlich zu berücksichtigen. Mit i(j,t) risikofreier Zins der Laufzeit j im Zeitpunkt t f(1,j) einjähriger Forward im Zeitpunkt j t ka(j) relative Kapitalanlagekosten (Abzug von der Rendite) des Jahres j, für das Gesamtunternehmen zu ermitteln q j Unternehmensanteil Brutto abz. Überschussbeteiligung und Steuern im Jahr j RC j Required Capital des Jahres j: übernimmt die Rolle von geb Ent(j) Entnahme aus dem Eigenkapital im Jahre j. EK j 1 54

56 t Zeitpunkt des Projektionsbeginns Endjahr der Projektionen ergibt sich für die zunächst deterministische Bestimmung der Frictional Costs (=Zinsertragskosten) auf das Required Capital folgender Ansatz: frictional cost auf Required Capital(FC)= Barwert des Unternehmensanteils auf Zinserträge auf dem Eigenkapital. Barwert gesamte Zinserträge auf das Eigenkapital j q f 1, j 1 ka( j) RC 1 i j t t VUErtrag t j j-1 jt1, jt1 j f 1, j 1 RC 1 i j t t Ges.ertrag t j-1, Dann ist FC t VUErtrag t Ges.ertrag Im Falle einer stochastischen Berechnung ist jede der verwendeten Variablen automatisch eine Zufallsvariable, die dann von abhängt (nicht zu verwechseln mit dem Endjahr ). Falls man sich nur auf den Verlust am Zinsertrag auf das Eigenkapital interessiert, vereinfacht sich obige Formel zu FC f (1, j 1) q j 1 s j f (1, j 1) ka RC j1 1 i( j, t ( jt) t ) jt1 Hierbei bezeichnet s j den Steuersatz des Unternehmens im Jahr j Für eine vollständig explizite Berechnung der Frictional Costs bräuchte man also in jedem Jahr der zukünftigen Perioden eine Neubestimmung des Required Capital. Im Falle der Bestimmung über eine stochastische Modellierung durch ein internes Modell würde dies ineinander geschachtelte Berechnungen bedeuten, und zwar aufs Neue für jedes Jahr der Projektion. Das kann mit der heute verfügbaren Technik nicht geleistet werden. Daher sehen die MCEV Principles geeignete Näherungslösungen vor. In der Regel berechnet man das Required Capital für das erste Jahr der Projektion und koppelt es im weiteren Verlauf an einen geeigneten Treiber. (Ansatz RC j-1 :=H(j-1,RC 0)). H ist die Hilfsgröße, die je nach Näherungslösung verwendet wird. j f 1, j 1 q f 1, j 1 ka H j-1,rc 1 i j t t FCt j 0 jt1, Geeignete Treiber hängen von dem betrachteten Risiko und dem jeweiligen Unternehmensmodell ab. Bei Zinsrisiken könnten bspw. die Rückstellungen oder der Barwert der Leistungen bzw. die Leistungen über die restliche Projektion als mögliche Bezugsgröße dienen. Das Risikokapital für vt. Risiken könnte geeignet über die Leistungen, Beiträge oder Kosten fortgeschrieben werden. Hier können die Unternehmen (jeweils begründet) geeignete Treiber festlegen. 55

57 In der konkreten Umsetzung besteht entweder die Möglichkeit, das komplette für das Gesamtunternehmen aggregierte Risikokapital fortzuschreiben, oder pro Einzelrisiko vorzugehen, sofern dies die verwendete Methode zur Bestimmung des Required Capital erlaubt. In letzterem Fall projiziert man zum Beispiel die Risikokapitalien für Zins, Aktien und die einzelnen versicherungstechnischen Risiken separat und aggregiert sie dann pro Projektionsjahr mittels einer Korrelationsmatrix Disclosures Principle 17 fordert umfangreiche Angaben zur Methodik zur Bestimmung der Frictional Costs: In G wird die Veröffentlichung der Basis gefordert, anhand der die Frictional Costs berechnet wurden, insbesondere Diskussion der Kapitalanlagekosten und Steuern, inklusive Obergrenzen für Kosten, sofern welche zur Anwendung kamen. Falls bei der Projektion des Required Capital Näherungslösungen zum Einsatz kamen, sollten diese beschrieben werden Hedgebare und nicht hedgebare Risiken Bei der Behandlung der CRNHR ist zunächst zu klären, welche Risiken betrachtet und wie diese üblicherweise modelliert werden: Non financial risks bezeichnen nicht-finanzielle Risiken wie versicherungstechnische Risiken (Sterblichkeit, Langlebigkeit, Invalidität, Kosten, nicht kapitalmarktabhängiges Storno sowie Pflegerisiko) und operationelle Risiken. Non hedgeable non financial risks sind nicht-finanzielle Risiken, für die es keinen tiefen und liquiden Markt gibt, an dem diese Risiken gehedged werden könnten. Non hedgeable financial risks sind finanzielle Risiken, für die es keinen tiefen und liquiden Markt gibt, an dem diese Risiken gehedged werden könnten. Non hedgeable risks bezeichnen die Summe aus non hedgeable financial risks und non hedgeable non financial risks. Entsprechend bezeichnet man mit non hedgeable risk based capital das zur Übernahme der nicht hedgebaren Risiken benötigte Kapital. Hedgebare Risiken sind diejenigen, die an einem tiefen und liquiden Markt gehandelt werden können. Dabei wird ein Markt als ausreichend tief und liquide angesehen, wenn die Marktteilnehmer schnell hochvolumige Transaktionen ausführen können ohne größere Auswirkungen auf die Marktpreise. Hedgebare Risiken werden mit ihrem Marktwert (= dem am Markt beobachtbaren Preis) bewertet. Für nicht hedgebare Risiken ist kein Markt vorhanden, aus dem Preise abgeleitet werden könnten entweder weil es keinen Markt für das jeweilige Risiko gibt oder weil der Markt, an dem es gehandelt wird, nicht tief und liquide genug ist. Für die Bewertung nicht hedgebarer Risiken benötigt man daher Modelle ( mark to model ). Im Einzelnen hängt die Bewertung von nicht hedgebaren Risiken von den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen ab. Hedgebar oder nicht hedgebar ist damit keine Eigenschaft des Risikos, sondern des Marktes und kann sich jederzeit ändern. Die Einstufung als nicht hedgebares Risiko kann und sollte daher regelmäßig überprüft werden. Man unterscheidet finanzielle und nicht-finanzielle nicht hedgebare Risiken. 56

58 Derzeit unterstellt man, dass die meisten Marktrisiken hedgebar sind. So können zum Beispiel Aktienrisiken mit Derivaten gehedged werden, Teile des Ausfallrisikos von Anleihen mit Credit Default Swaps und kurz- beziehungsweise mittelfristige Zinsrisiken mit Zinsderivaten. Ein Beispiel für nicht hedgebare finanzielle Risiken sind langfristige Zinsrisiken, da es für hohe Laufzeiten keine Derivate mehr am Markt gibt. Weitere Beispiele sind lang laufende Aktienoptionen oder Papiere an Finanzmärkten, die noch in der Entwicklung begriffen sind. Versicherungstechnische Risiken für ein Covered Business sind portfolio-individuell und grundsätzlich nicht hedgebar. Für sie kann es per definitionem keinen aktiven Markt geben, denn in Märkten gehandelte Bonds beziehen sich stets nur auf statistische Indizes und nicht auf ein konkretes Portfolio. Eine analoge Betrachtung gilt für Langlebigkeitsrisiken. Rückversicherungen stellen im Sinne der principles keinen hedge dar, da sie in der Regel nicht entsprechend schnell und hochvolumig verfügbar sind. Als nicht hedgebare Risiken werden typischerweise identifiziert: Nicht-finanzielle nicht hedgebare Risiken: Biometrisches Risiko o Langlebigkeit o Sterblichkeit o Invalidität o Krankheit o Pflegerisiko Basis-Storno, allgemeiner: dynamisches VN Verhalten Kostenrisiko Katastrophenrisiko (Naturkatastrophen, Pandemien) Operationales Risiko Finanzielle nicht hedgebare Risiken Risiken aus der Kalibrierung des Kapitalanlagemodells und der ökonomischen Szenarien (G 9.3) Sehr langfristige Zinsrisiken, für die es keinen aktiven Markt gibt 8.3 Cost of Residual Non Hedgeable Risks Begrifflichkeiten Die CRNHR stellen die Risikoprämie für die Übernahme aller eingegangenen nicht hedgebaren Risiken dar, die nicht an anderer Stelle abgebildet sind. Zum Beispiel ergibt sich ein solches residuales Risiko im Fall von nicht stochastisch modellierter Schadenaufwendungen: Hier wird den Schwankungen im Schadenaufwand und deren Auswirkungen auf das Unternehmen durch die leicht asymmetrische Überschussbeteiligung über die Berücksichtigung in den CRNHR Rechnung getragen. Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, die CRNHR zu quantifizieren. Viele Marktteilnehmer verwenden hierzu die sogenannte Kapitalkostenmethode (cost of capital methodology). Diese beruht auf dem Ansatz, dass der Investor, der einen Bestand übernimmt, für die eingegangenen nicht hedgebaren Risiken während des kompletten Projektionszeitraums Risikokapital zur Verfügung stellen muss, zum 57

59 Beispiel zur Sicherstellung der Solvenzanforderungen. Auf dieses bereitgestellte Risikokapital entstehen in jedem Jahr Kapitalbindungskosten, deren Barwert dann die CRNHR bilden. Diese Kosten stellt man im Falle eines Transfers dem abgebenden Unternehmen in Rechnung. Durch die QIS-Studien und den Swiss Solvency Test hat sich diese Methode etabliert. Der Begriff cost of capital wird im MCEV-Kontext mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet: Zum einen bezeichnet man damit die Kosten, die dem Unternehmen beim traditionellen Embedded Value und beim EEV aufgrund der Diskrepanz zwischen seiner Renditeerwartung und der auf das Eigenkapital erzielten tatsächlichen Rendite entstehen. Zum anderen bezeichnet man mit cost of capital methodology das oben beschriebene Verfahren zur Bestimmung der CRNHR im MCEV Anforderungen aus den MCEV Principles Unterschiedliche Arten der Berücksichtigung von Risiken Grundsätzlich sollen gemäß den MCEV Principles alle Annahmen best estimate sein, also dem mathematischen Erwartungswert der Zufallsvariablen entsprechen. Die CRNHR werden in Principle 9 definiert. Dort wird gefordert, dass beim MCEV für nicht hedgebare (finanzielle und nicht-finanzielle) Risiken, die nicht bereits im TVOG oder beim PVFP berücksichtigt sind, ein Abschlag vorgenommen werden soll. Diese Risiken werden residual non hedgeable risks genannt. Die CRNHR stellen die Risikoprämie zur Übernahme dieser Risiken dar. Falls die Kalibrierung des Kapitalmarktmodells die Marktrisiken nicht vollständig erfasst, sollten die resultierenden, noch nicht explizit im Modell berücksichtigten Marktrisiken ebenfalls in die CRNHR eingehen. Dies kann der Fall sein, wenn Annahmen über den Markt getroffen werden müssen oder wenn der Markt nicht ausreichend tief und liquide ist (G 9.3). Die MCEV Principles drücken sich nach Meinung der Arbeitsgruppe bezüglich der Berücksichtigung der einzelnen Risiken nicht völlig klar aus. Insbesondere fehlt in den MCEV Principles eine stringente Behandlung der Begriffe financial / non-financial und stochastisch modelliert / nicht stochastisch modelliert. Die Arbeitsgruppe interpretiert das Thema wie folgt: Für die Risiken, die im Unternehmensmodell stochastisch modelliert sind, kann man deren Ergebnisauswirkung auf das Unternehmen durch die Asymmetrie in schlechten Pfaden explizit im Mittelwert über die stochastischen Simulationen angeben, das heißt der Best Estimate lässt sich über den VIF berechnen. Dabei unterscheidet man die beiden Komponenten des VIF (siehe Kapitel 2): Der PVFP enthält den Barwert der Unternehmenserträge, der in dem üblichen risikoneutralen Kontext auf dem Certainty Equivalent Scenario ermittelt wird. Der TVOG enthält als Zeitwert der finanziellen Optionen und Garantien die Ergebnisauswirkung der finanziellen Risiken und des dynamischen VN-Verhaltens auf das Unternehmen. 58

60 Der TVOG misst die Auswirkung von adversen Szenarien in Kombination mit den ausgesprochenen finanziellen Optionen und Garantien. Dies ist das Pendant zur Risikodiskontrate, mit welcher im traditionellen Embedded Value die Kapitalkosten für die Risikoübernahme modelliert wurden. Aus ökonomischer Sicht sind dies Risikokapitalkosten; die MCEV Principles verwenden diesen Begriff jedoch nicht. Bei stochastischen Embedded-Value-Berechnungen sind die Risikokapitalkosten für die stochastisch modellierten Risiken also bereits direkt berücksichtigt, denn im Gegensatz zu traditionellen Embedded-Value-Berechnungen werden Kapitaleinschüsse in adversen Szenarien modelliert. In den gängigen MCEV-Berechnungen werden die wichtigsten finanziellen Risiken (Aktien, Zins), das dynamische VN-Verhalten und die medizinische Inflation stochastisch modelliert und ihre Ergebnisauswirkung auf das Unternehmen über den TVOG vom PVFP in Abzug gebracht. Die nicht stochastisch modellierten finanziellen Risiken werden im CRNHR erfasst. Die Ergebnisauswirkung der nicht-finanziellen Risiken wird selbst im Fall stochastischer Modellierung nicht im TVOG erfasst. Im Fall expliziter stochastischer Modellierung sollte jedoch auch der Effekt aus nicht-finanziellen Risiken vom PVFP zum Abzug gebracht und im VIF erfasst werden. Die nicht-finanziellen Risiken wie versicherungstechnische Risiken oder operationale Risiken, die nicht stochastisch modelliert sind, werden in den Berechnungen nur mit ihrem Erwartungswert angesetzt. Ihre Ergebnisauswirkung für das Unternehmen findet daher in den CRNHR Berücksichtigung. Insgesamt ergibt sich damit das folgende Bild für die betrachteten Risiken. *s Diese Risiken werden in den gängigen Unternehmensmodellen i.a. stochastisch modelliert. Die meisten der finanziellen Risiken werden in den gängigen MCEV-Berechnungen stochastisch modelliert und sind damit über PVFP und TVOG im VIF berücksichtigt. 59

Market Consistent Embedded Value (MCEV) Herausforderungen für den Aktuar/die Aktuarin. Dr. Stefan Nörtemann. Rehburg-Loccum, 19.

Market Consistent Embedded Value (MCEV) Herausforderungen für den Aktuar/die Aktuarin. Dr. Stefan Nörtemann. Rehburg-Loccum, 19. Market Consistent Embedded Value (MCEV) Herausforderungen für den Aktuar/die Aktuarin Dr. Stefan Nörtemann Rehburg-Loccum, 19. August 2011 Stuttgart Amsterdam Basel Bratislava Cologne Den Bosch Denver

Mehr

35 Jahre (aktuarielle) Modellierung und kein bisschen weiser? Ein Beispiel aus der Krankenversicherung

35 Jahre (aktuarielle) Modellierung und kein bisschen weiser? Ein Beispiel aus der Krankenversicherung Modell und Wirklichkeit FaRis & DAV Symposium, Köln, 06. Dezember 2013 35 Jahre (aktuarielle) Modellierung und kein bisschen weiser? Ein Beispiel aus der Krankenversicherung Vorstand Deutsche Aktuarvereinigung

Mehr

Marktkonsistente Bewertung in der Privaten Krankenversicherung

Marktkonsistente Bewertung in der Privaten Krankenversicherung Marktkonsistente Bewertung in der Privaten Krankenversicherung Stefan Graf, Joachim Pricking, Jan-Philipp Schmidt, Hans-Joachim Zwiesler Preprint Series: 2012-07 Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

Mehr

4. Asset Liability Management

4. Asset Liability Management 4. Asset Liability Management Asset Liability Management (ALM) = Abstimmung der Verbindlichkeiten der Passivseite und der Kapitalanlagen der Aktivseite Asset Liability asset Vermögen(swert) / (Aktivposten

Mehr

2. Embedded Value in der Lebensversicherung

2. Embedded Value in der Lebensversicherung Der MCEV in der Lebens- und Schadenversicherung geeignet für die Unternehmenssteuerung oder nicht? FaRis & DAV Symposium, Köln, 2. Dezember 2011 2. Generali Deutschland Holding AG 2. Gliederung 2.1 Definition

Mehr

Vererbung in der Lebensversicherung wie das Kollektiv das Risiko reduziert

Vererbung in der Lebensversicherung wie das Kollektiv das Risiko reduziert Vererbung in der Lebensversicherung wie das Kollektiv das Risiko reduziert Analyse der Going Concern Reserve unter Solvency II WiMa-Kongress 2014, Universität Ulm Tobias Burkhart www.ifa-ulm.de Agenda

Mehr

Bewertung der Optionen und Garantien von Lebensversicherungspolicen

Bewertung der Optionen und Garantien von Lebensversicherungspolicen Bewertung der Optionen und Garantien von Lebensversicherungspolicen Optionen und Garantien spielen auf dem deutschen Lebensversicherungsmarkt eine große Rolle. Sie steigern die Attraktivität der Policen

Mehr

Betreff: Bester Schätzwert für die Prämienrückstellung. Sehr geehrte Damen und Herren!

Betreff: Bester Schätzwert für die Prämienrückstellung. Sehr geehrte Damen und Herren! BEREICH Versicherungsaufsicht und Pensionskassenaufsicht GZ FMA-VU000.680/0001-VPM/2014 (bitte immer anführen!) SACHBEARBEITER/IN Mag. Dr. Klaus Gansberger TELEFON (+43-1) 249 59-2303 TELEFAX (+43-1) 249

Mehr

Beitragsanpassung als Allheimittel in der privaten Krankenversicherung oder doch Asset-Liability-Management?

Beitragsanpassung als Allheimittel in der privaten Krankenversicherung oder doch Asset-Liability-Management? Beitragsanpassung als Allheimittel in der privaten Krankenversicherung oder doch Asset-Liability-Management? Jahrestagung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft Forum für junge Wissenschaftler

Mehr

Wie machen wir die Lebensversicherung wetterfest?

Wie machen wir die Lebensversicherung wetterfest? Wie machen wir die Lebensversicherung wetterfest? Aktuelle Überlegungen zum Geschäftsmodell qx-club, 05. Juli 2011, Düsseldorf Dr. Johannes Lörper 1 qx-club Wie machen wir die Lebensversicherung wetterfest?

Mehr

SST und Solvency II, zwei Modelle und wie steuern wir unser Geschäft?! Dr. Frank Schiller CRO Swiss Life Deutschland

SST und Solvency II, zwei Modelle und wie steuern wir unser Geschäft?! Dr. Frank Schiller CRO Swiss Life Deutschland SST und Solvency II, zwei Modelle und wie steuern wir unser Geschäft?! Dr. Frank Schiller CRO Swiss Life Deutschland Disclaimer Aussagen beruhen auf persönlichen Erfahrungen und nehmen keinen Bezug auf

Mehr

Solvency II Fünfte Quantitative Auswirkungsstudie (QIS5)

Solvency II Fünfte Quantitative Auswirkungsstudie (QIS5) Einleitung Solvency II Fünfte Quantitative Auswirkungsstudie (QIS5) Anleitung zur Behandlung der deutschen Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückerstattung in der QIS5-Solvenzbilanz Die UBR (Unfallversicherung

Mehr

Solvency II: Ziele, Knackpunkte, Lösungen

Solvency II: Ziele, Knackpunkte, Lösungen Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v. Solvency II: Ziele, Knackpunkte, Lösungen Pierre Joos, Chief Risk Officer der Allianz Deutschland AG GDV-Pressekolloquium am 30. März 2011 Gesamtverband

Mehr

Die Kreditrisiken ein (un)wichtiges Thema für stochastische Unternehmensmodelle?

Die Kreditrisiken ein (un)wichtiges Thema für stochastische Unternehmensmodelle? Die Kreditrisiken ein (un)wichtiges Thema für stochastische Unternehmensmodelle? qx Club, Köln, 03.11.2009 Laszlo Hrabovszki Dr. Michael Leitschkis Konzern-Aktuariat Personenversicherung Generali Deutschland

Mehr

Market Consistent Embedded Value in der privaten Krankenversicherung

Market Consistent Embedded Value in der privaten Krankenversicherung Market Consistent Embedded Value in der privaten Krankenversicherung Jan-Philipp Schmidt Preprint Series: 2010-12 Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften UNIVERSITÄT ULM Market Consistent

Mehr

Kommt nach der Bankenkrise eine Versichererkrise? Prof. Dr. Kurt Wolfsdorf Vortrag, 2. April 2009

Kommt nach der Bankenkrise eine Versichererkrise? Prof. Dr. Kurt Wolfsdorf Vortrag, 2. April 2009 Kommt nach der Bankenkrise eine Versichererkrise? Prof. Dr. Kurt Wolfsdorf Vortrag, 2. April 2009 Inhalt I. Die Finanzmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die Banken II. Von der Finanzkrise betroffene

Mehr

Solvency II - ein Problem für die deutsche Lebensversicherung?

Solvency II - ein Problem für die deutsche Lebensversicherung? Neue Herausforderungen an das Risikomanagement Solvency II - ein Problem für die deutsche Lebensversicherung? 5. Symposium des Hamburger Zentrum für Versicherungswissenschaft Dr. Johannes Lörper 1 Agenda

Mehr

Zur Diskontierung der Versicherungsverpflichtungen im SST

Zur Diskontierung der Versicherungsverpflichtungen im SST Association Suisse de s Actuaire s Schweizerische Aktuarvereinigung Swiss Association of Actuaries Zürich, den 21. April 2011 Autoren: Philipp Keller, Alois Gisler, Mario V. Wüthrich Zur Diskontierung

Mehr

Der MCEV in der Lebens- und Schadenversicherung geeignet für die Unternehmenssteuerung oder nicht?

Der MCEV in der Lebens- und Schadenversicherung geeignet für die Unternehmenssteuerung oder nicht? Forschung am IVW Köln, 2/2012 Institut für Versicherungswesen Der MCEV in der Lebens- und Schadenversicherung geeignet für die Unternehmenssteuerung oder nicht? Proceedings zum 1. FaRis & DAV Symposium

Mehr

Methoden der Bewertung von Jungunternehmen und KMU

Methoden der Bewertung von Jungunternehmen und KMU Methoden der Bewertung von Jungunternehmen und KMU Alle Bewertungsverfahren basieren auf der vorherigen Analyse des Business-Plans der zu bewertenden Unternehmung, der Unternehmung selbst, des Marktes

Mehr

Garantien in der Lebensversicherung

Garantien in der Lebensversicherung Garantien in der Lebensversicherung Dr. Johannes Lörper / Dr. Markus Faulhaber Werkstattgespräch, 29. April 2009, Berlin Agenda Ökonomische Rahmenbedingungen Garantien in der klassischen Lebensversicherung

Mehr

Auswirkungen der Mindestzuführungsverordnung auf die Rechnungslegung. q x

Auswirkungen der Mindestzuführungsverordnung auf die Rechnungslegung. q x Auswirkungen der Mindestzuführungsverordnung auf die Rechnungslegung q x -Club am 05. August 2008 in Düsseldorf Dr. Siegfried Nobel Agenda Kapitel Vorbemerkungen Rechtliche Einordnung Mindestzuführungsverordnung

Mehr

Rückversicherung in der ökonomischen Bilanz

Rückversicherung in der ökonomischen Bilanz Solvency Consulting Knowledge Series Autoren Dr. Manijeh Mc Hugh Lars Moormann Kontakt solvency-solutions@munichre.com Januar 2014 Hintergrund In den letzten Jahren ist weltweit eine Neugestaltung regulatorischer

Mehr

Prüfung der Angemessenheit der Rechnungsgrundlage Kosten bei der Berechnung der Deckungsrückstellung durch den Verantwortlichen Aktuar

Prüfung der Angemessenheit der Rechnungsgrundlage Kosten bei der Berechnung der Deckungsrückstellung durch den Verantwortlichen Aktuar Fachgrundsatz der Deutschen Aktuarvereinigung e.v. Prüfung der Angemessenheit der Rechnungsgrundlage Kosten bei der Berechnung der Deckungsrückstellung durch den Verantwortlichen Aktuar Hinweis Köln, 02.07.2012

Mehr

Solvency II und Optionen in den Lebensversicherungsverträgen. Dr. techn. Dipl.-Ing. Alexander Uljanov

Solvency II und Optionen in den Lebensversicherungsverträgen. Dr. techn. Dipl.-Ing. Alexander Uljanov Solvency II und Optionen in den Lebensversicherungsverträgen Dr. techn. Dipl.-Ing. Alexander Uljanov Dr. Alexander Uljanov Pfeilgasse 20 1080 Wien Tel: +43 (0)660 346 1993 Email: alexander.uljanov@chello.at

Mehr

Overview: CH statutarisch, US GAAP, IFRS 4 für LVU

Overview: CH statutarisch, US GAAP, IFRS 4 für LVU aktuariat-witzel Overview: CH statutarisch, US GAAP, IFRS 4 für LVU Universität Basel Herbstsemester 202 Dr. Ruprecht Witzel ruprecht.witzel@aktuariat-witzel.ch www.aktuariat-witzel.ch Vorbemerkungen CH

Mehr

Solvency II für kleinere Unternehmen:

Solvency II für kleinere Unternehmen: Solvency II für kleinere Unternehmen: Das Proportionalitätsprinzip in der Praxis 7. Solvency II Leben-Forum der Deutschen Rückversicherung AG 23. Juni 2010 Doris Wengler Aktuariat Uelzener Versicherungen

Mehr

Solvency II Herausforderung für Versicherungen

Solvency II Herausforderung für Versicherungen Solvency II Herausforderung für Versicherungen Solvency II was ist das? Harmonisierte prudentielle Aufsicht über unternehmen level playing field Konsolidierung von 14 bestehenden Richtlinien Mehr als nur

Mehr

Jahresmedienkonferenz

Jahresmedienkonferenz Bundesamt für Privatversicherungen BPV Jahresmedienkonferenz Bundesamt für Privatversicherungen BPV Zürich, 17. April 2008 Inhalt TEIL 1: Globales Marktumfeld und Schweizerische Versicherungsunternehmen

Mehr

Überblick: CH statutarisch, US GAAP,IFRS 4 fürlvu

Überblick: CH statutarisch, US GAAP,IFRS 4 fürlvu aktuariat-witzel Überblick: CH statutarisch, US GAAP,IFRS 4 fürlvu ETH / Universität Zürich Frühjahrssemester 20 Dr. Ruprecht Witzel ruprecht.witzel@aktuariat-witzel.ch Vorbemerkungen CH statutarisch und

Mehr

Embedded Value - European Embedded Value - Market Consistent Embedded Value

Embedded Value - European Embedded Value - Market Consistent Embedded Value Embedded Value - European Embedded Value - Market Consistent Embedded Value qx-club Köln Dienstag, 01. Februar 2005 Laszlo Hrabovszki und Dr. Ute Kerres AMB Generali Holding EV EEV - MCEV Agenda Einführung

Mehr

1 Einleitung. GE Frankona Re. 1.1 Die VIP Software

1 Einleitung. GE Frankona Re. 1.1 Die VIP Software 1 Einleitung Die Anforderungen an die Unternehmensplanung haben sich für die Lebensversicherungswirtschaft in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Beispiele hierfür sind die Verschärfung der Risikoberichterstattung

Mehr

Delta-Gamma-Verfahren als Standard- Risikomodell für Lebensversicherer

Delta-Gamma-Verfahren als Standard- Risikomodell für Lebensversicherer Delta-Gamma-Verfahren als Standard- Risikomodell für Lebensversicherer 1 Einleitung Im Rahmen des SST wird teilweise vereinfachend angenommen, dass der Zusammenhang zwischen der Veränderung des risikotragenden

Mehr

Schwerpunkte aus aktuarieller Sicht. Philipp Zimmermann Zürich, 9. Mai 2012

Schwerpunkte aus aktuarieller Sicht. Philipp Zimmermann Zürich, 9. Mai 2012 IFRS 4 Phase II Schwerpunkte aus aktuarieller Sicht Philipp Zimmermann Zürich, 9. Mai 2012 was lange währt wird endlich gut???!!! re-exposure? final standard? 1.1.2016? Versicherungsvertrag ist ein komplexes

Mehr

Beispiel von PWC zum Exposure Draft IFRS Insurance Contracts 2010

Beispiel von PWC zum Exposure Draft IFRS Insurance Contracts 2010 aktuariat-witzel Beispiel von PWC zum Exposure Draft IFRS Insurance Contracts 2010 Universität Basel Herbstsemester 2012 Version November 2012 Dr. Ruprecht Witzel ruprecht.witzel@aktuariat-witzel.ch Vorbemerkungen

Mehr

QIS 6 Non-life. Dr. Florian Gach, FMA 4. Juni 2014

QIS 6 Non-life. Dr. Florian Gach, FMA 4. Juni 2014 QIS 6 Non-life Dr. Florian Gach, FMA 4. Juni 2014 Überblick Berechnung von BE, RM, SCR, MCR; Low-yield-Szenarien (Japanszenario und adverses Szenario): für Non-life nicht relevant; keine Verwendung unternehmensspezifischer

Mehr

Überprüfung der Zielgrösse der Wertschwankungsreserve

Überprüfung der Zielgrösse der Wertschwankungsreserve Aon Hewitt Investment Consulting Urheberrechtlich geschützt und vertraulich Überprüfung der Zielgrösse der Wertschwankungsreserve Pensionskasse XY, Januar 2015 Risk. Reinsurance. Human Resources. Inhaltsverzeichnis

Mehr

Interne Modelle in der Lebensversicherung Individualität als Norm!? Berlin, 07. Dezember 2009

Interne Modelle in der Lebensversicherung Individualität als Norm!? Berlin, 07. Dezember 2009 Interne Modelle in der Lebensversicherung Individualität als Norm!? Berlin, 07. Dezember 2009 Agenda Einleitung Modellkomponenten Replicating Portfolio Gesamtkunstwerk Zertifizierung 2 Solvency II Säule

Mehr

Internationale Finanzierung 6. Bewertung von Aktien

Internationale Finanzierung 6. Bewertung von Aktien Übersicht Kapitel 6: 6.1. Einführung 6.2. Aktienbewertung mittels Kennzahlen aus Rechnungswesen 6.3. Aktienbewertung unter Berücksichtigung der Wachstumschancen 6.4. Aktienbewertung mittels Dividenden

Mehr

Der Twin-Peaks-Ansatz der britischen Finanzaufsicht

Der Twin-Peaks-Ansatz der britischen Finanzaufsicht Der Twin-Peaks-Ansatz der britischen Finanzaufsicht Matthias Bonikowski Watson Wyatt Köln, den 03. Mai 2005 W W W. W A T S O N W Y A T T. C O M Inhalt Vorbemerkungen und Hintergrund Beschreibung des Twin-Peaks-Ansatzes

Mehr

Herzlich Willkommen zum qx-club. 4. August 2009

Herzlich Willkommen zum qx-club. 4. August 2009 Herzlich Willkommen zum qx-club 4. August 2009 Ist der MCEV überhaupt noch glaubwürdig? Agenda 1 Einleitung 2 Übersicht über die Veröffentlichungen 3 Auswirkungen auf den MCEV 4 Resümee Auswirkungen der

Mehr

Technischer Regulierungsstandard zur Behandlung von Kreditrisikoanpassungen

Technischer Regulierungsstandard zur Behandlung von Kreditrisikoanpassungen Technischer Regulierungsstandard zur Behandlung von Kreditrisikoanpassungen Michael Mertens Inhalt Einleitung... 1 Spezifische und allgemeine Kreditrisikoanpassungen... 1 Anwendungsbereiche... 3 Berücksichtigung

Mehr

Risikoaggregation und allokation

Risikoaggregation und allokation 2. Weiterbildungstag der DGVFM Risikoaggregation und allokation Einführung in das Thema Prof. Dr. Claudia Cottin, FH Bielefeld Dr. Stefan Nörtemann, msg life Hannover, 21. Mai 2015 2. Weiterbildungstag

Mehr

GIPS 2010: Besondere Aspekte I

GIPS 2010: Besondere Aspekte I GIPS 2010: Besondere Aspekte I Dimitri Senik PricewaterhouseCoopers GIPS Aperitif der Schweizerischen Bankiervereinigung 15. April 2010 Agenda Input-Daten und Portfolio-Bewertung Performance-Berechnung

Mehr

Der Cost-Average Effekt

Der Cost-Average Effekt Der Cost-Average Effekt Einleitung Wie sollte ich mein Geld am besten investieren? Diese Frage ist von immerwährender Relevanz, und im Zuge des demographischen Wandels auch für Aspekte wie die private

Mehr

Die Bedeutung stochastischer Kapitalmarktmodelle für Solvency II

Die Bedeutung stochastischer Kapitalmarktmodelle für Solvency II DAV vor Ort, Berlin Die Bedeutung stochastischer Kapitalmarktmodelle für Solvency II 8. November 2010 Thomas Gleixner Thomas.Gleixner@barrhibb.com Agenda + Ein ESG und seine Anwendungen + Anforderungen

Mehr

Kurzübersicht zum Vorschlag für Herrn Max Mustermann

Kurzübersicht zum Vorschlag für Herrn Max Mustermann Kurzübersicht zum Vorschlag für Herrn Max Mustermann Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie sämtliche Daten und Informationen zu der von Ihnen gewünschten Versorgung. Alle dabei verwendeten Begriffe,

Mehr

Verordnung über die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen (Kapitalausstattungs- Verordnung)

Verordnung über die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen (Kapitalausstattungs- Verordnung) Verordnung über die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen (Kapitalausstattungs- Verordnung) KapAusstV 1983 Ausfertigungsdatum: 13.12.1983 Vollzitat: "Kapitalausstattungs-Verordnung vom 13. Dezember

Mehr

Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)

Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) www.boeckler.de Mai 2011 Copyright Hans-Böckler-Stiftung Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) Kapitel 4 Leasing Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse: Informationen

Mehr

Wertorientiertes Risikomanagement - Ein Praxisbericht aus der deutschen Lebensversicherung -

Wertorientiertes Risikomanagement - Ein Praxisbericht aus der deutschen Lebensversicherung - Wertorientiertes - Ein Praxisbericht aus der deutschen Lebensversicherung - Dr. Guido Bader Vortrag im Rahmen der Vorlesung Wert- und risikoorientierte Steuerung von Versicherungsunternehmen der Universität

Mehr

Verordnung über die Finanzierung des Sicherungsfonds für die Lebensversicherer *)

Verordnung über die Finanzierung des Sicherungsfonds für die Lebensversicherer *) Verordnung über die Finanzierung des Sicherungsfonds für die Lebensversicherer *) - nicht amtlicher Text - Auf Grund des 129 Abs. 6 des Versicherungsaufsichtsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung

Mehr

Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)

Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) www.boeckler.de Mai 2011 Copyright Hans-Böckler-Stiftung Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) Kapitel 2 Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte Jahresabschluss

Mehr

ORSA. Mag. Sibylle Scaria Grazer Wechselseitige Versicherung AG

ORSA. Mag. Sibylle Scaria Grazer Wechselseitige Versicherung AG ORSA Mag. Sibylle Scaria Grazer Wechselseitige Versicherung AG ORSA The heart of Solvency II (EIOPA) xxx Folie 2 ORSA rechtliche Anforderungen Teil des System of Governance Geregelt in Artikel 45 der Rahmenrichtlinie

Mehr

QIS 3 für Lebensversicherer

QIS 3 für Lebensversicherer QIS 3 für Lebensversicherer Ausblick auf QIS 3 14.03.2007 Seite 1 QIS 3 für Lebensversicherer Übersicht Zeitplan und Zielsetzung Aufgabenstellung Einzelaufgaben - vt. Rückstellungen - SCR (Einzelunternehmen)

Mehr

3 Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften

3 Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften 3 Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften nach IFRS Die einzelnen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften beruhen auf den Basisannahmen des IFRS Framework. Noch einmal zur Erinnerung: Das Ziel der

Mehr

IFRS 9: Neue Regelungen für Finanzinstrumente

IFRS 9: Neue Regelungen für Finanzinstrumente IFRS 9: Neue Regelungen für Finanzinstrumente Rechnungslegung Versicherungen UpDate 2010 23. November 2010 / Thomas Smrekar Änderung des IAS 39 in Folge der Finanzmarktkrise - Vermeidung prozyklischer

Mehr

Erfahrungen aus der Einführung von IAS 19 revised Luca Antognini IFRS-Frühstück, Zürich, 4. Oktober 2012

Erfahrungen aus der Einführung von IAS 19 revised Luca Antognini IFRS-Frühstück, Zürich, 4. Oktober 2012 Erfahrungen aus der Einführung von IAS 19 revised Luca Antognini IFRS-Frühstück, Zürich, 4. Oktober 2012 Agenda Hintergrund Wichtigste Änderungen Übergang Auswirkungen auf die Bilanz 2 Agenda Hintergrund

Mehr

Inhalt. IFRS 4: Versicherungsverträge

Inhalt. IFRS 4: Versicherungsverträge Inhalt 1. Ziele des Standards im Überblick... 2 2. Definitionen... 3 3. Anwendungsbereich... 5 4. Negativabgrenzung... 6 5. Wesentliche Inhalte... 7 I. Ansatz und Bewertung... 7 II. Anhangangaben... 9

Mehr

EIOPA Stress Test 2014, QIS 6 Übersicht, Szenarien und Templates

EIOPA Stress Test 2014, QIS 6 Übersicht, Szenarien und Templates EIOPA Stress Test 2014, QIS 6 Übersicht, Szenarien und Templates Paul Sengmüller IV/1 Finanzmarktaufsicht Wien, Juni 2014 EIOPA Stress Test 2014 Stand der Dinge Gemeinsame Arbeit von EIOPA (FSC, Finreq)

Mehr

Erfassung und Kontierung von Geschäftsvorfällen

Erfassung und Kontierung von Geschäftsvorfällen 64 Der Geldstrom können. Dabei werden die wesentlichen Bestandteile des Jahresabschlusses die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung behandelt. Erfassung und Kontierung von

Mehr

Der technische Zinssatz Eine strategische, keine technische Größe

Der technische Zinssatz Eine strategische, keine technische Größe Der technische Zinssatz Eine strategische, keine technische Größe Aufsichtstage Ostschweiz Dr. Roger Baumann, Partner c-alm AG Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte/Aktuar SAV März 2013 Technischer

Mehr

Grundsatz I und Basel II basierte Konzeption eines Produktmodells zur Abbildung von Kreditderivaten

Grundsatz I und Basel II basierte Konzeption eines Produktmodells zur Abbildung von Kreditderivaten Grundsatz I und Basel II basierte onzeption eines Produktmodells zur Abbildung von reditderivaten I. Einleitung An den Finanzmärkten werden mittlerweile neben dem standardisierten Credit Default Swap unterschiedlichste

Mehr

DIPLOM. Abschlussklausur der Vorlesung Bank I, II:

DIPLOM. Abschlussklausur der Vorlesung Bank I, II: Seite 1 von 9 Name: Matrikelnummer: DIPLOM Abschlussklausur der Vorlesung Bank I, II: Bankmanagement und Theory of Banking Seite 2 von 9 DIPLOM Abschlussklausur der Vorlesung Bank I, II: Bankmanagement

Mehr

Asset-Liability-Management

Asset-Liability-Management Asset-Liability-Management Was ist Asset-Liability-Management? Der Begriff Asset-Liability-Management (ALM) steht für eine Vielzahl von Techniken und Ansätzen zur Koordination von Entscheidungen bezüglich

Mehr

Asset Liability Management (ALM) in der Lebensversicherung

Asset Liability Management (ALM) in der Lebensversicherung Asset Liability Management (ALM) in der Grundlegende Aspekte und praktische Anwendungen Hans-Joachim Zwiesler EUROFORUM Konferenz Gesamtrisikosteuerung im Versicherungsunternehmen Düsseldorf, 04. Juli

Mehr

Analysis of Cliquet Options for Index-Linked Life Insurance

Analysis of Cliquet Options for Index-Linked Life Insurance Analysis of Cliquet Options for Index-Linked Life Insurance Zusammenfassung der Masterarbeit an der Universität Ulm Martin Fuchs Alternative (zu) Garantien in der Lebensversicherung, so lautet das Jahresmotto

Mehr

Befragung und empirische Einschätzung der Praxisrelevanz

Befragung und empirische Einschätzung der Praxisrelevanz Befragung und empirische Einschätzung der Praxisrelevanz eines Vorgehensmodells zur Auswahl von CRM-Systemen D I P L O M A R B E I T zur Erlangung des Grades eines Diplom-Ökonomen der Wirtschaftswissenschaftlichen

Mehr

Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) zur Einführung neuer Sterbetafeln für private Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter

Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) zur Einführung neuer Sterbetafeln für private Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter H I N T E R G R U N D Köln, 23. Juni 2008 Vorschlag der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) zur Einführung neuer Sterbetafeln für private Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter 1. Motivation für die

Mehr

Derivatebewertung im Binomialmodell

Derivatebewertung im Binomialmodell Derivatebewertung im Binomialmodell Roland Stamm 27. Juni 2013 Roland Stamm 1 / 24 Agenda 1 Einleitung 2 Binomialmodell mit einer Periode 3 Binomialmodell mit mehreren Perioden 4 Kritische Würdigung und

Mehr

Ihr Starker Partner Die WWK Lebensversicherung a. G.

Ihr Starker Partner Die WWK Lebensversicherung a. G. Ihr Starker Partner Die WWK Lebensversicherung a. G. 2 Mehrfach bestätigt Hervorragende Unternehmensleistung Für ihre nachhaltige Unternehmenspolitik und hervorragende Unternehmensleistung wurde die WWK

Mehr

Risikokapital Definition und Allokation

Risikokapital Definition und Allokation Risikokapital Definition und Allokation Rolf Stölting Köln Münchener Rück Munich Re Group Einige ragen intern und unserer Kunden Wie viel Kapital benötigen wir für unser Geschäft? Welche unserer Teilportefeuilles

Mehr

Überlegungen zur transparenten Gestaltung einer Lebensversicherung

Überlegungen zur transparenten Gestaltung einer Lebensversicherung Überlegungen zur transparenten Gestaltung einer Lebensversicherung 1 Transparenz ist zielorientiert ist kein Selbstzweck hat Grenzen 2 Produkttransparenz Markttransparenz Klarheit über die Leistung Vertragsmacht

Mehr

Bewertung versicherungstechnischer Verpflichtungen

Bewertung versicherungstechnischer Verpflichtungen Zweite Untersuchung zu den quantitativen Auswirkungen von Solvabilität II (Quantitative Impact Study 2 QIS 2) Bewertung versicherungstechnischer Verpflichtungen Seite 1 von 40 Aufgabenstellung 1. Unter

Mehr

Fair Value Measurement

Fair Value Measurement IFRS Forum Ruhr-Universität Bochum 04. WP/StB Dr. Norbert Schwieters Fair-Value-Measurement (ED 5/09): Zielsetzung H2 2009 H1 2010 H2 2010 2011 Joint Ventures Consolidation Liabilities Financial instruments:

Mehr

Common Consolidated Corporate Tax Base Working Group (CCCTB WG) Arbeitsgruppe Gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (AG GKKB)

Common Consolidated Corporate Tax Base Working Group (CCCTB WG) Arbeitsgruppe Gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (AG GKKB) Common Consolidated Corporate Tax Base Working Group (CCCTB WG) Arbeitsgruppe Gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (AG GKKB) Stellungnahme zur Arbeitsunterlage Überblick über

Mehr

2. Mai 2011. Geldtheorie und -politik. Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6)

2. Mai 2011. Geldtheorie und -politik. Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6) Geldtheorie und -politik Die Risiko- und Terminstruktur von Zinsen (Mishkin, Kapitel 6) 2. Mai 2011 Überblick Bestimmung des Zinssatzes im Markt für Anleihen Erklärung der Dynamik von Zinssätzen Überblick

Mehr

Die Lebensversicherung im Niedrigzinsumfeld

Die Lebensversicherung im Niedrigzinsumfeld Prof. Dr. Helmut Gründl Die Lebensversicherung im Niedrigzinsumfeld Steria Mummert ISS SOLVARA-Anwendertreffen Berlin, 20.05.2014 Agenda 1. Einführung 2. Forschungsansatz 3. Ergebnisse 4. ORSA / OSN 5.

Mehr

Ein Partialmodell für Lebensversicherer BRiSMA die stochastische Modellierung biometrischer Risiken

Ein Partialmodell für Lebensversicherer BRiSMA die stochastische Modellierung biometrischer Risiken Solvency Consulting Knowledge Series Autor Lars Moormann Kontakt solvency-solutions@munichre.com Dezember 2012 2012 Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Königinstraße 107, 80802 München Bestellnummer

Mehr

DCF und MCEV/MCAV als wertorientierte Bemessungsansätze für die Lebensversicherung

DCF und MCEV/MCAV als wertorientierte Bemessungsansätze für die Lebensversicherung DCF und MCEV/MCAV als wertorientierte Bemessungsansätze für die Lebensversicherung Michael Seyboth Preprint Series: 2009-18 Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften UNIVERSITÄT ULM 17.08.2009

Mehr

Die optimale Kapitalstruktur

Die optimale Kapitalstruktur Die optimale Kapitalstruktur Wieviel Eigenkapital und wieviel Fremdkapital sollten wir verwenden? Christian Rieck 1 Kapitalstruktur: Definition Kapitalstruktur (capital structure): Zusammensetzung der

Mehr

Neues von Solvency II: QIS 2, Cost of Capital und k-faktor

Neues von Solvency II: QIS 2, Cost of Capital und k-faktor Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v. Neues von Solvency II: QIS 2, Cost of Capital und k-faktor Dr. Holger Bartel qx-club Berlin, 03.07.2006 Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Mehr

Marktliquidität von Aktien

Marktliquidität von Aktien Marktliquidität von Aktien Inauguraldissertation zur Erlangung der Würde eines Doctor rerum oeconomicarum der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern Lukas Roth Die Fakultät

Mehr

Diskussionsforum. Transition and Recognition of Financial Assets and Financial Liabilities ( Day One Profit Recognition )

Diskussionsforum. Transition and Recognition of Financial Assets and Financial Liabilities ( Day One Profit Recognition ) Diskussionsforum Exposure Draft to amend IAS 39: Transition and Recognition of Financial Assets and Financial Liabilities ( ) Deutscher Standardisierungsrat 14. Juli 2004-1- DRSC e.v./ 14. Juli 2004 Initial

Mehr

Katastrophenrisiko für die Nichtlebensversicherung in der deutschen Teiluntersuchung der QIS 2

Katastrophenrisiko für die Nichtlebensversicherung in der deutschen Teiluntersuchung der QIS 2 Zweite Untersuchung zu den quantitativen Auswirkungen von Solvabilität II (Quantitative Impact Study QIS ) Katastrophenrisiko für die Nichtlebensversicherung in der deutschen Teiluntersuchung der QIS Hintergrund

Mehr

Was die Continentale stark macht. Die Continentale Lebensversicherung in Zahlen Stand: Juli 2013. www.continentale.de

Was die Continentale stark macht. Die Continentale Lebensversicherung in Zahlen Stand: Juli 2013. www.continentale.de Was die stark macht Die Lebensversicherung in Zahlen Stand: Juli 2013 www.continentale.de Woran erkennt man eigentlich einen richtig guten Lebensversicherer? Natürlich müssen erst einmal die Zahlen stimmen.

Mehr

Neue Anforderungen an Risikomessung bei kollektiven Kapitalanlagen in der Schweiz. 31. Mai 2007 Dimitri Senik

Neue Anforderungen an Risikomessung bei kollektiven Kapitalanlagen in der Schweiz. 31. Mai 2007 Dimitri Senik Neue Anforderungen an Risikomessung bei kollektiven Kapitalanlagen in der Schweiz Dimitri Senik Agenda Risikomanagement bei Fonds: neue regulatorische Vorschriften Risikomessung gemäss KKV-EBK Risikomanagement

Mehr

WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG VIENNA INSURANCE GROUP

WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG VIENNA INSURANCE GROUP WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG VIENNA INSURANCE GROUP Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) 31. Dezember 2007 Berichtsperiode 1.1.2007 31.12.2007 Vergleichsstichtag

Mehr

Vergleich verschiedener Optimierungsansätze

Vergleich verschiedener Optimierungsansätze Vergleich verschiedener Optimierungsansätze Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 2 2 Welchen Nutzen schafft munio?... 3 3 Analysen... 3 3.1 Schritt 1: Optimierung anhand von Indizes... 3 3.2 Schritt 2: Manuell

Mehr

Lücken im System: Die Integration von Private-Equity-Anlagen in Risikomanagementsysteme

Lücken im System: Die Integration von Private-Equity-Anlagen in Risikomanagementsysteme Lücken im System: Die Integration von Private-Equity-Anlagen in Risikomanagementsysteme Prof. Dr. Christoph Kaserer Center for Entrepreneurial and Financial Studies Technische Universität München Deutsche

Mehr

Die Kapitalerhaltungsgarantie in Altersvorsorgeverträgen Risiken aus bilanzieller Sicht

Die Kapitalerhaltungsgarantie in Altersvorsorgeverträgen Risiken aus bilanzieller Sicht Die Kapitalerhaltungsgarantie in Altersvorsorgeverträgen Risiken aus bilanzieller Sicht Humboldt-Universität zu Berlin I. Einführung Fokus: Probleme der bilanziellen Erfassung finanzwirtschaftlicher Garantien

Mehr

Wertpapierleihegeschäfte der Unternehmen des DZ BANK Konzerns erfolgen im Wesentlichen

Wertpapierleihegeschäfte der Unternehmen des DZ BANK Konzerns erfolgen im Wesentlichen 150 DZ BANK Bei der Verbriefung von Forderungen im Rahmen von Finanzierungs-Leasingverhältnissen werden Übertragungen vorgenommen, die die Ausbuchungsbedingungen des IAS 39 nicht erfüllen. Die Forderungen

Mehr

Checkliste Kreditrisiko Der Standardansatz - Stand: 27.06.2005

Checkliste Kreditrisiko Der Standardansatz - Stand: 27.06.2005 I. Allgemeine Regeln 1 Gibt es Kredite, für die die gegenwärtigen Regeln der Eigenkapitalvereinbarungen von 1988 gelten? - welche sind das (z. B. Beteiligungen)? A Einzelne Forderungen A1 Forderungen an

Mehr

Versorgungsvorschlag für eine SofortRente

Versorgungsvorschlag für eine SofortRente Versorgungsvorschlag für eine SofortRente der Provinzial NordWest Lebensversicherung Aktiengesellschaft Darstellung für eine sofort beginnende Rentenversicherung wegen Pflegebedürftigkeit nach Tarif SRKP

Mehr

KONVERGENZ IN DER KAPITALAPPROXIMATION FÜR DIE LEBENSVERSICHERUNG. 21. Mai 2015 Thomas Gleixner

KONVERGENZ IN DER KAPITALAPPROXIMATION FÜR DIE LEBENSVERSICHERUNG. 21. Mai 2015 Thomas Gleixner KONVERGENZ IN DER KAPITALAPPROXIMATION FÜR DIE LEBENSVERSICHERUNG 21. Mai 2015 Thomas Gleixner Agenda 1. Was ist Kapitalapproximation (und wen sollte das interessieren)? 2. Etablierte Methoden 3. Erfahrungen

Mehr

Wichtige Ertrags- und Sicherheitskennzahlen 2012 der ALTE LEIPZIGER Leben im Vergleich zu den 20 größten Lebensversicherungen in Deutschland

Wichtige Ertrags- und Sicherheitskennzahlen 2012 der ALTE LEIPZIGER Leben im Vergleich zu den 20 größten Lebensversicherungen in Deutschland Wettbewerb August 2013 Wichtige Ertrags- und Sicherheitskennzahlen 2012 der Leben im Vergleich zu den 20 größten Lebensversicherungen in Deutschland Wichtige Ertrags- und Sicherheitskennzahlen auf einen

Mehr

Solvency II: Was wird sich ändern? DAV-Werkstattgespräch, 29.04.2014 Solvency II

Solvency II: Was wird sich ändern? DAV-Werkstattgespräch, 29.04.2014 Solvency II : Was wird sich ändern? DAV-Werkstattgespräch, 29.04.2014 Agenda DAV-Werkstattgespräch, 29.04.2014 1. Aktuelle Herausforderungen für die Lebensversicherung 2. Was ist? 3. Stand der Vorbereitungen von 4.

Mehr

Umfinanzierung einer Eigentumswohnung sinnvoll oder nicht?

Umfinanzierung einer Eigentumswohnung sinnvoll oder nicht? Private Vermögensplanung Umfinanzierung einer Eigentumswohnung sinnvoll oder nicht? von Dipl.-Kfm. Dirk Klinkenberg, Rösrath, www.instrumenta.de Bis Ende 2004 wurden viele Finanzierungen von Vermietungsimmobilien

Mehr

Finanzwirtschaft Teil III: Budgetierung des Kapitals

Finanzwirtschaft Teil III: Budgetierung des Kapitals Finanzmärkte 1 Finanzwirtschaft Teil III: Budgetierung des Kapitals Kapitalwertmethode Agenda Finanzmärkte 2 Kapitalwertmethode Anwendungen Revolvierende Investitionsprojekte Zusammenfassung Kapitalwertmethode

Mehr

KBC-Life Privileged Portfolio 1 ist eine Zweig-23-Lebensversicherung ohne garantierten Mindestertrag, deren Ertrag mit Investmentfonds verbunden ist.

KBC-Life Privileged Portfolio 1 ist eine Zweig-23-Lebensversicherung ohne garantierten Mindestertrag, deren Ertrag mit Investmentfonds verbunden ist. KBC-Life Privileged Portfolio KBC-Life Privileged Portfolio 1 ist eine Zweig-23-Lebensversicherung ohne garantierten Mindestertrag, deren Ertrag mit Investmentfonds verbunden ist. Art der Lebens- Versicherung

Mehr

Entwurf Lebensversicherungsreformgesetz: Gesetzgeber plant weitere Änderungen bei Lebensversicherungen

Entwurf Lebensversicherungsreformgesetz: Gesetzgeber plant weitere Änderungen bei Lebensversicherungen Entwurf Lebensversicherungsreformgesetz: Gesetzgeber plant weitere Änderungen bei Lebensversicherungen Die Bundesregierung wurde im Bereich der Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen gesetzgeberisch

Mehr