Die Ausbildung aus der Sicht der TeilnehmerInnen

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1 Sehr geehrte Damen und Herren, die Ausbildung zum PP und KJP ist hier in eher düsteren Farben gemalt. Gut an dem Artikel ist, dass alle Schwachpunkte und Fehler des Psychotherapeutengesetzes aufgelistet sind. Die Praxis ist dennoch in den meisten Fällen nicht ganz so trübe. Die Ausbildung aus der Sicht der TeilnehmerInnen Klaus Ditterich & Alexandra Winzer Bereits zwei Jahre vor dem Psychotherapeutengesetz warnte Lieb (1996, S. 35) vor den schädlichen Auswirkungen der Ausbildungsbedingungen: Seit ca. 15 Jahren gab und gibt es seitens der kassenärztlichen Bundesvereinigung ausschließlich Kriterienerhöhungen hinsichtlich Theoriestunden, Fallzahl, usw. (...) Kaum jemand nimmt z. B. wirklich zur Kenntnis, was die KBV-Richtlinien von einer 3jährigen Ausbildung in ihrer zeitlichen Dimension von den Teilnehmern wirklich verlangen. Im Grunde kann diese Kriterien niemand realistischerweise erfüllen, ohne seine eigene Persönlichkeit leistungsorientiert zu deformieren. (...) So verbleiben streng genommen keinerlei Freiräume für privates Leben, für Kinder oder für einen Partner. Werden so sinnvolle Leitbilder für die späteren Patienten erzogen? Für das Gesetz selbst wurden die Anforderungen nochmals deutlich erhöht. Außerdem wurde nach jahrelanger Diskussion das Psychotherapeutengesetz in der Endphase mit heißer Nadel gestrickt, um überhaupt zu einem Konsens zu kommen frei nach dem Motto: Besser ein schlechtes Psychotherapeutengesetz als gar keins und nachbessern lässt sich immer noch. Hinzu kommt, dass verschiedene Akteure (wie z.b. Kostenträger, Kliniken, Vertreter der Therapieschulen, Ausbildungsinstitute, Standesvertretungen der Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits durch die Übergangsregelung ihre Approbation bekamen) bei der Gesetzgebung und Umsetzung des Gesetzes wie sie z. B. in den Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der Länder (APrV) geregelt ist, maßgeblich ihre eigenen Interessen vertreten haben. Während wir, die künftigen AusbildungsteilnehmerInnen, bei der Gestaltung und Umsetzung der gesetzlichen Regelungen nicht vertreten waren. Wir sind jedoch die Hauptleidtragenden der problematischen Ausbildungsbedingungen. Umso erfreulicher ist es, dass die DGVT in alter Tradition der Selbstbestimmung und des Empowerments der Betroffenen uns hier Gelegenheit gibt, unsere Sicht der Dinge darzustellen. In unserem Beitrag zum Expertenhearing möchten wir unsere konkreten Erfahrungen mit den Problemen, Härten und Sinnlosigkeiten der Ausbildungsbedingungen, die aus R:\Ausbildung KJP und PP\Vorlagen PP und KJP\Merkblätter PP und KJP\Die Ausbildung aus der Sicht der TeilnehmerInnen.doc

2 den oben genannten Entscheidungen resultieren, darstellen. Hintergrund dieser Darstellung sind mehrere Treffen der SprecherInnen der Ausbildungskurse der DGVT sowie unzählige informelle Gespräche mit TeilnehmerInnen von Ausbildungsinstituten unterschiedlicher Dachverbände. Im folgenden Beitrag werden neben allgemeinen Problemen, die den Großteil der AusbildungsteilnehmerInnen betrifft, auch exemplarisch Situationen genannt, in denen sich einzelne Personen wiedergefunden haben und die zu einer kritischen Haltung und negativen Stimmung unter vielen AusbildungsteilnehmerInnen geführt haben. Aus diesen Problemen, die in Einzelfällen zu besonderen Härten geführt haben, werden wir im Weiteren Änderungsvorschläge für sinnvollere Ausbildungsregelungen ableiten. Auch wenn wir in unserem Bericht vor allem Problemzonen beleuchten, so sei dennoch an dieser Stelle allen gedankt, die sich in den unterschiedlichsten Positionen für eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen stark machen. In internen Diskussionen stellten wir fest, dass die Probleme in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) weitgehend deckungsgleich sind so dass sich die folgenden Ausführungen auf beide Ausbildungsgänge beziehen (vgl. auch Jürgens, 2003). Wenn im Folgenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur von Psychotherapie bzw. Psychotherapeuten die Rede ist, so bezieht sich dies auf beide Tätigkeitsfelder und auf Therapeuten beiderlei Geschlechts. 1 Ausbildungsinhalte 1.1 Klinisches Jahr/Praktische Tätigkeit Den meisten AusbildungsteilnehmerInnen bereitet die so genannte Praktische Tätigkeit nach 2 des PsychThG die größten organisatorischen Probleme. Sie umfasst insgesamt 1800 Stunden (1200 Stunden stationär und 600 Stunden ambulant oder stationär), die in anerkannten psychiatrischen Einrichtung abgeleistet werden sollen. Das nachvollziehbare und sinnvolle Ziel der Praktischen Tätigkeit ist es, unter fachkundiger Anleitung Diagnostik und Behandlung psychiatrischer Störungsbilder kennenzulernen. Verschiedentlich wird die Auffassung vertreten, dass dieses Ziel, insbesondere was den stationären Teil (das sog. Klinische Jahr) angeht, in weniger als 1200 Stunden erreicht werden kann, denn schließlich ist die Psychiatrie nicht das primäre Arbeitsfeld künftiger PsychotherapeutInnen. Nach Borg-Laufs (2003) zeigt sich hier die zu starke medizinische Ausrichtung der Ausbildung und er fordert, dass alternativ ein Teil dieser Zeit genutzt werden kann, um auch in anderen relevanten psychosozialen Feldern Erfahrungen zu sammeln (wie z.b. Sozialpsychiatrische Dienste, Erziehungs-, Lebensund Paarberatungsstellen, Drogenberatungsstellen, etc.).

3 Unsere Erfahrung mit der inhaltlichen Ausgestaltung des Klinischen Jahres belegen, dass 1200 Stunden viel zu viel Zeit ist, um das genannte Ziel zu erreichen. Denn wie könnte es sonst möglich sein, dass viele KollegInnen in ihrem Klinischen Jahr nach kurzer Einarbeitungszeit das volle Aufgabenspektrum einer Psychologenstelle in der psychiatrischen Regelversorgung übernehmen? Der einzige Unterschied zu einer regulären Stelle besteht darin, dass sie keine Bezahlung bekommen und rechtlich unklar abgesichert sind. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen KollegInnen selbständig und ohne weitere Betreuung und Anleitung als einziger Psychologe auf einer Akutstation in der Routineversorgung arbeiten. Dabei übernehmen sie turnusgemäß alleine den Konsildienst, zu dem auch Aufgaben wie Suizidabklärung und Krisenintervention gehören. Die meisten KollegInnen investieren viel Zeit und Engagement, um diese Aufgaben verantwortungsvoll zu bewältigen, müssen diese Entscheidungen jedoch ohne Entscheidungsbefugnis treffen, da sie unbezahlt und z. T. auch ohne Vertrag arbeiten. Manche Kliniken weigern sich einen Arbeits- oder Praktikumsvertrag abzuschließen, da sie befürchten, dass den diplomierten PsychologInnen oder SozialpädagogInnen von den Arbeitsgerichten eine tarifliche Bezahlung zugesprochen werden könnte. Vermutlich besteht diese Befürchtung zu Recht, denn die KollegInnen verrichten ja auch die dementsprechenden Tätigkeiten. Ein Grund für die oben genannte Überforderung ist u.a. unser Praktikantenstatus. Dieser führt zu Verwirrungen über unsere bisher erworbenen Qualifikationen. Hierbei scheint das Klinikpersonal in seiner Informationsverarbeitung häufig überfordert, da die Information die Person hat ein Diplom und die Information die Person ist Praktikant quasi paradox und für manche unvereinbar scheinen. Diese Verwirrung wird vom Personal häufig so gelöst, das entweder nur die eine oder nur die andere Information verarbeitet wird, was im Ergebnis entweder zu Unter- oder Überforderung führt. Im Falle der Unterforderung verrichten die AusbildungsteilnehmerInnen dann z.t. pflegerische Tätigkeiten, bzw. es wird ihnen untersagt, therapeutische Tätigkeiten auszuführen (die sie ganz nebenbei bemerkt in ihrem Zweitjob täglich machen), mit der Begründung, sie seien ja Praktikant. Die Gefühlswelt eines jungen Akademikers, der ein Jahr seines Lebens damit verbringt in der Psychiatrie ohne jeden Lohn Betten zu machen, lässt sich leicht ausmalen. Es ist zu befürchten, dass die Erfahrungen die er dabei macht, seiner künftigen psychotherapeutischen Tätigkeit eher abträglich als förderlich sind. Häufiger scheint vermutlich aus Kostengründen allerdings die erste Variante zu sein, bei der die AusbildungsteilnehmerInnen unbezahlt die Aufgaben einer PsychologInnen- (bzw. SozialpädagogInnen-) Stelle übernehmen. Darüber hinaus hat die unbezahlte Tätigkeit von PsychologInnen (und anderen AkademikerInnen) in den psychiatrischen Einrichtungen auch strukturelle Konsequenzen: Solange es genügend Nachwuchs gibt, der umsonst arbeitet, werden keine weiteren bezahlten Stellen für Psy0chologInnen eingerichtet bzw. die vorhandenen Stellen werden durch unbezahlte AusbildungsteilnehmerInnen ersetzt. Mittelfristig ist jedoch zu befürchten, dass es zu ähnlichen Entwicklungen wie in der Ärzteschaft kommt, wo u.a.

4 immer neue und härtere Aus- und Weiterbildungsbedingungen zu einem drohenden Ärztemangel geführt haben. Sollte eine Kollegin jedoch das Glück haben, für ihre Tätigkeit in der Psychiatrie tariflich bezahlt zu werden, so ist dieses nur ein trügerisches, denn es wird ihr in einigen Bundesländern diese Zeit nicht als Praktische Tätigkeit anerkannt. Aus dem bezahlten Vertrag wird geschlossen, dass sie mit der Versorgung beauftragt ist und folglich keine zeitliche Kapazität für die Ausbildung frei hat. Es bleibt allerdings unklar, warum man mehr Zeit für die Ausbildung hat, wenn man für die gleiche(!) Tätigkeit nicht bezahlt wird und sich zusätzlich noch seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Ebenso absurd ist, dass Berufserfahrungen, die vor Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages erworben wurden, nicht anerkannt werden. Die zuständigen Landesbehörden sind einer entsprechenden Initiative aus Bayern 2001 nicht gefolgt und verhindern seither eine solche Möglichkeit (vgl. Ruggaber, 2003, S. 40). Bei einigen KollegInnen führt dies zu der grotesken Situation, dass sie die gleiche Tätigkeit, die sie in einer unbefristeten, tariflich bezahlten Anstellung ausführten, nun nochmals ein Jahr lang unbezahlt leisten. Teilweise geschah dies sogar in der gleichen Einrichtung. Was genau soll ein Ausbildungsteilnehmer zusätzlich lernen außer, dass er in dieser Ausbildung massiven Kränkungen ausgesetzt ist wenn er die gleiche Tätigkeit, die er jahrelang ausgeübt hat, nun ein Jahr lang umsonst ableistet? Das Beispiel vieler anderer staatlich geregelter Berufe zeigt, dass es möglich sein kann, Ausbildungsbestandteile, die vor dem Beginn der Ausbildung lagen, per Antrag anerkennen zu lassen (vgl. DGVT, 2002, S. 657). Walther (2002, S. 6) verdeutlicht die genannten Ungereimtheiten, in dem er die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten mit der Aus- und Weiterbildung der Ärzte vergleicht: Das Resultat ist eine absurde Mischung unter dem Motto: Man nehme vom PJler die unbezahlte Arbeit und den Studentenstatus, lasse den kostenlosen Unterricht während der Arbeitszeit weg, verlege ihn in die Freizeit und verlange dafür Bares. Man nehme vom AiPler die Arbeitszeit praktisch ohne Unterricht, lasse das AiP- Gehalt weg. Vom Assistenzarzt nehme man die vollverantwortliche Arbeit, die nur bei der Visite und gelegentlicher Supervision überprüft wird, verzichte aber auf das BAT II- Gehalt. Aus den beschriebenen Problemen und Erfahrungsberichten einzelner Ausbildungsteilnehmer leiten wir folgende Forderungen ab: Der Status der Diplom-PsychologInnen (bzw. SozialpädagogInnen und anderer AkademikerInnen) während der Praktischen Tätigkeit muss klar geregelt werden. Dazu gehört die rechtliche und sozialrechtliche Absicherung sowie eine inhaltliche Beschreibung der Tätigkeit. Die Praktische Tätigkeit muss vergütet werden, wenn die Psychologische Psychotherapie und die Kinder- und Jungendlichentherapie nicht mangels Nachwuchs in absehbarer Zeit aussterben sollen. Geschehen könnte dies z.b. über eine Ausbildungsverpflichtung für psychiatrische Einrichtungen in der Tätigkeit und Vergütung geregelt wird, wie dies z. B. auch Ruggaber (2003, S. 39) fordert.

5 Die Praktische Tätigkeit ist auf das Maß zu reduzieren, das zur Erreichung ihres Ziels, psychiatrische Störungsbilder kennenzulernen, erforderlich ist. Ähnlich wie die DGVT (2002) vertreten wir die Auffassung, dass 600 Stunden für das Klinische Jahr genügen. Wenn eine Ausbildungsteilnehmerin bereits vor Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages eine Arbeit verrichtet hat, die der Praktischen Tätigkeit entspricht, so ist diese für die Ausbildung anzurechnen. 1.2 Praktische Ausbildung Die Praktische Ausbildung umfasst 600 Behandlungsstunden unter Supervision. Dabei müssen mindestens sechs Behandlungsfälle durchgeführt und dokumentiert werden. Diese Therapiestunden werden in der Regel bezahlt. Bis Ende 2002 war die Vergütung analog dem Vergütungssystem für Niedergelassene über die Kassenärztliche Vereinigung organisiert. Dabei wurden allerdings lediglich 80% des regulären Kassensatzes gezahlt, mit der Begründung es handle sich um Ausbildungstherapien. Ab 2003 sollen im Rahmen des Fallpauschalengesetzes die Behandlungen in den Ambulanzen direkt durch die Krankenkassen vergütet werden (vgl. Ruggaber, 2003, S. 41). Nach Abzug der laufenden Kosten der Institutsambulanz erhalten die AusbildungsteilnehmerInnen eine Entlohnung ihrer Arbeit. Viele Ausbildungsteilnehmer hofften, dass damit das magere Jahr der unbezahlten Tätigkeit in der Psychiatrie zu Ende sei und sie sich zumindest einen Teil der Ausbildungskosten wieder dazu verdienen können. In der Realität wird diese Hoffnung allerdings auf Grund der geringen Höhe der Vergütung, die natürlich auch noch versteuert werden muss und der anfallenden Unkosten (Fahrtkosten, Superversion, Literatur) meist enttäuscht. So bleiben z. B. den AusbildungsteilnehmerInnen in Hamburg abzüglich des Kassenabschlags und der laufenden Kosten für die Ambulanz zurzeit nur Zehn Euro brutto pro Therapiestunde. In der Praxis scheint es zwei Modelle für die Organisation der Praktischen Ausbildung zu geben. Ein Teil der AusbildungsteilnehmerInnen hat während der Praktischen Ausbildung eine zweite Stelle, die aufgrund der zeitlichen Belastung durch die Ausbildung oft nur in Teilzeit ausgeübt wird. Damit reicht die Vergütung der 600 Behandlungsstunden meist kaum zur Kompensation des Verdienstausfalles. Oft machen diese KollegInnen auch in ihrer zweiten Stelle überwiegend Psychotherapie, von der abhängig vom Ausbildungsinstitut ein Teil für die 600 Behandlungsstunden angerechnet werden kann. Unseres Erachtens nach sollten alle 600 Behandlungsstunden auch in einer anderen Einrichtung absolviert werden können, wenn es sich um eine äquivalente Tätigkeit (ambulante Psychotherapie mit vergleichbaren Patienten) handelt. Denn durch die zusätzliche Tätigkeit in der Ambulanz müssen die KollegInnen entweder ihre anderen Stellen reduzieren oder wenn dies nicht möglich ist, zusätzlich neben einer vollen Stelle, Supervision und Wochenenden voller theoretischer Ausbildung in der Ambulanz arbeiten. In der Folge ergibt sich für manche KollegInnen eine Arbeits- und Ausbildungszeit, die eine 60 Stundenwoche leicht überschreitet. Trotz des großen

6 Engagements und der hohen Leistungsbereitschaft vieler KollegInnen ist zu befürchten, dass diese Belastungen der Qualität von Ausbildung und Therapien abträglich sind. Aus unserer Sicht sollten die Psychotherapien, die wir während der Praktischen Ausbildung durchführen von den Kostenträgern mit den gleichen Sätzen wie die Therapien von niedergelassenen KollegInnen vergütet werden. Aufgrund der prekären finanziellen Situation vieler AusbildungsteilnehmerInnen ist eine Reduzierung der Vergütung unzumutbar. Auch inhaltlich erscheint sie nicht gerechtfertigt, denn die Therapien werden nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse unter engmaschiger Supervision durchgeführt. Vermutlich aus diesen Gründen weisen die meisten empirischen Untersuchungen und Metaanalysen darauf hin, dass junge TherapeutInnen keine schlechteren Therapien machen als ihre erfahrenen KollegInnen (zur Übersicht vgl. Beutler, Machado & Neufeldt, 1994, S. 248ff; Schmelzer, 1997, S. 156). Außerdem würde niemand auf die Idee kommen, für die Leistungen eines Arztes, der als Weiterbildungsassistent bei einem niedergelassenen Facharzt in der Praxis arbeitet, weniger zu bezahlen als für die Leistungen des Facharztes selbst. Aus dem Gesagten ergeben sich zwei Forderungen für die künftige Gestaltung der Praktischen Ausbildung: Erstens müssen die ambulanten Fälle der Praktischen Ausbildung vollständig auch in regulären Arbeitsstellen abgeleistet werden können. Zweitens müssen die Therapiestunden der AusbildungsteilnehmerInnen von den Kostenträgern als reguläre Psychotherapiestunden vergütet werden. 1.3 Theoretische Ausbildung Die Theoretische Ausbildung besteht aus 200 Stunden, in der verfahrensunabhängige Grundkenntnisse vermittelt werden und 400 Stunden vertiefender Ausbildung mit therapieschulenspezifischen Inhalten. Die Inhalte der Theoretischen Ausbildung weisen eine große Überschneidung mit dem Psychologiestudium auf, das alle TeilnehmerInnen der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie als Zulassungsvoraussetzung abgeschlossen haben müssen. Uns bleibt schleierhaft, warum wir uns die theoretischen Inhalte, über die wir bereits erfolgreiche Prüfungen im Studium abgelegt haben, nun nochmals anhören müssen. In einigen Fällen bekamen Ausbildungsteilnehmerinnen in der theoretischen Ausbildung den gleichen Stoff, mit den gleichen Arbeitsmaterialien und den gleichen Fallbeispielen, die sie bereits im Studium bearbeitet hatten, von den gleichen Dozenten ein zweites Mal nun aber gegen Bezahlung vermittelt. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, müssen die einschlägigen Studieninhalte bei der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten anerkannt werden. Bezogen auf die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten heißt das, dass abhängig von der vorherigen Grundausbildung unterschiedliche Inhalte anerkannt werden müssen/sollen. Das

7 gleiche gilt für Weiterbildungen, Seminare und Workshops, an denen vor dem Beginn der Ausbildung teilgenommen wurde. Diese Beispiele machen erneut deutlich, wie formale Regelungen sinnentfremdet werden und so engagierte AusbildungsteilnehmerInnen bestrafen. Möglicherweise befürchteten die Urheber dieser Regelung, dass junge AkademikerInnen bei Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages schlagartig ihr gesamtes bisheriges Wissen vergessen. Wir sollten dankbar dafür sein, dass nur die Inhalte des Grund- und Hauptstudiums, nicht aber Lesen, Schreiben und Rechen in den Kanon der Grundausbildung zum Psychotherapeuten aufgenommen worden sind. 1.4 Supervision und Selbsterfahrung Die 600 Behandlungsstunden der Praktischen Ausbildung werden durch 100 Stunden Gruppensupervision und 50 Stunden Einzelsupervision begleitet. Diese wird von dem überwiegenden Teil der AusbildungsteilnehmerInnen als positiv und unterstützend erlebt. Dies scheint vor allem dann der Fall zu sein, wenn die TeilnehmerInnen sich ihre SupervisorInnen selbst auswählen können. Insofern ist die Praxis einiger Ausbildungsinstitute, nur wenige Supervisoren zuzulassen, als problematisch zu erachten. Besonders in diesen Fällen können sich durch die Personalunion von Supervisor, Ausbildungs- bzw. Ambulanzleiter, Dozent und womöglich noch Selbsterfahrungsleiter problematische Rollenkonflikte mit hoher Abhängigkeit der AusbildungsteilnehmerInnen ergeben. Ähnlich wie die Supervision werden auch die 120 Stunden Selbsterfahrung in der Regel als positiv und unterstützend erlebt (vgl. Jürgens, 2003). Auch hier hängt der Erfolg der Selbsterfahrung stark von der Kompetenz der Selbsterfahrungsleiter und von der Passung zwischen LeiterInnen und TeilnehmerInnen ab. Von daher erachten wir es als wesentlich, dass das Feedback der TeilnehmerInnen über die SelbsterfahrungsleiterInnen einen entscheidenden Einfluss auf die künftige Auswahl der SeminarleiterInnen hat. 1.5 Freie Spitze Ein weiteres Steinchen im Mosaik der Ausbildungskuriositäten ist die sogenannte freie Spitze : Bei der Zusammenrechnung des Umfangs der verschiedenen Ausbildungsbestandteile (insgesamt 3270 Stunden) ergibt sich erstaunlicherweise eine nicht weiter erläuterte Differenz zum geforderten Gesamtumfang der Ausbildung (4200 Stunden) von 930 Ausbildungsstunden (vgl. Borg-Laufs, 2003). Das bedeutet, für die AusbildungsteilnehmerInnen neben allen bereits genannten Belastungen noch einmal 930 Stunden Ausbildung ohne dass Ziel und Inhalt dieser fast 1000 Stunden genauer spezifiziert sind. Ob die Ursache für diese Differenz nun in der Ästhetik der Zahl 4200 oder in fehlenden arithmetischen Grundkenntnissen begründet liegt, sei dahingestellt. Wie Jürgens (2003, S. 45) schon zu Recht bemerkte, sind alle relevanten Inhalte bereits durch die anderen Ausbildungskomponenten abgedeckt. Daher fordern wir, diese 930 Stunden ersatzlos zu streichen.

8 2 Bewertung der Ausbildungsinhalte und die Prüfung Durch die Formulierung eines detaillierten Gegenstandskataloges durch das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) wurden die Inhalte der Theoretischen Ausbildung de facto weitgehend festgelegt, auch wenn das IMPP selbst darauf hinweist, dass verbindliche Grundlage für den schriftlichen Teil der Prüfungen nach dem Psychotherapeutengesetz allein der in den jeweils gültigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen festgelegte Prüfstoff ist (IMPP, 2002). Umso erstaunlicher ist es, dass der Gegenstandskatalog in wesentlichen Punkten inhaltlich von den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsordnung abweicht (vgl. Margraf & Hoffmann, 2003). Der Gegenstandskatalog selbst besteht aus einer 26-seitigen Auflistung von Fachbegriffen und Stichpunkten. Für die Prüfungsvorbereitung bietet er kaum Orientierung, da es völlig unklar bleibt, wie detailliert die einzelnen Punkte abgefragt werden. Dies soll an einem beliebigen Beispiel verdeutlicht werden. Der Punkt Sinnesorgane wird durch die Begriffe Auge, Ohr (Gehör und Gleichgewichtssinn) spezifiziert. Abgesehen von der Frage wo die übrigen Sinne geblieben sind, bleibt dem Ausbildungsteilnehmer völlig unklar, was er denn nun für die Prüfung über das Auge und Ohr wissen muss. Daraus wird deutlich, dass der Gegenstandskatalog unbedingt durch verbindliche Literaturangaben ergänzt werden muss. Dabei ist darauf zu achten, dass es möglich sein muss, die Inhalte in der 200-stündigen Grundausbildung zu vermitteln, auf die sich der Gegenstandskatalog laut Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ausschließlich beziehen darf. Nach Ansicht des Wissenschaftlichen Beirats für Psychotherapie ist beim gegenwärtigen Umfang eine didaktisch vertretbare Vermittlung aller im Gegenstandskatalog aufgeführten Inhalte innerhalb von 200 Stunden (...) auf keinen Fall möglich (Margraf & Hoffmann, 2003, S. 185). Insbesondere erachtet er die Bereiche Diagnostik (Kap.3), Medizinische Grundkenntnisse (Kap.7) und Methoden psychotherapeutischer Verfahren (Kap.9) als zu umfangreich und zu differenziert für die Überprüfung von Grundkenntnissen. Auch Borg-Laufs (2003, S. 32) kritisiert, dass nach den Vorgaben des IMPP die medizinischen Inhalte in der Psychotherapeutenausbildung in geradezu grotesker Weise im Vordergrund stehen (...). So sind etwa aus der Sicht IMPP die relevanten Themen aus dem Gebiet der psychologischen Grundlagen der Psychotherapie auf weniger als zwei Seiten darstellbar, wohingegen es für die medizinischen und pharmakologischen Grundlagen mit fünf Seiten zweieinhalb Mal soviel Platz braucht. Überprüft werden u.a. Themen wie Blut und Immunsystem, Haut, Niere und ableitende Harnwege, Leber und Gallenblase u.v.a.. Nach Fliegel, Rechtien & Ruggaber (2002) ist außerdem der Themenkomplex Dokumentation und Evaluation überrepräsentiert. Völlig diffus wird die Bedeutung des Gegenstandskataloges wenn in dessen Einleitung das IMPP (2002) darauf hinweist, dass diese Stichpunktliste sowohl für die Psychologischen Psychotherapeuten als auch für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gilt, die Prüfungsteilnehmer jedoch bei der Examensvorbereitung selbständig die ihrem Ausbildungsgang angemessenen Differenzierungen und Schwerpunktsetzungen vor-

9 nehmen sollen, da die Durchführung der Prüfungen separat erfolgt. Es stellt sich die Frage, was eine einheitliche, 26-seitige, unkommentierte Stichpunktliste, die in einigen entscheidenden Punkten von der verbindlichen Prüfungsverordnung abweicht, zur Prüfungsvorbereitung noch nutzt, wenn dann der einzelne Teilnehmer zur individuellen Schwerpunktsetzung nach Ausbildungsgang aufgefordert wird. Unlogisch ist außerdem, dass im gemeinsamen Gegenstandskatalog nur die psychischen Störungen im Kindesund Jugendalter explizit aufgeführt sind (Kap.4), nicht aber die psychischen Störungen des Erwachsenenalters (vgl. Margraf & Hoffmann, 2003). Zudem bemängeln Fliegel, Rechtien & Ruggaber (2002, S. 658), dass relevante pädagogische Aspekte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie... praktische keine Berücksichtigung finden. Zusammenfassend ergeben sich für uns aus dem bisher gesagten folgende Konsequenzen: 1. Der Prüfungsstoff der schriftlichen Prüfung muss klar definiert werden. Dazu gehört auch ein Literaturverzeichnis. 2. Der Prüfungsstoff der schriftlichen Prüfung muss in 200 Stunden vermittelbar sein. Das bedeutet, dass der Gegenstandskatalog deutlich zu reduzieren ist. 3. Inhaltlich ist eine Veränderung der Schwerpunktsetzung vorzunehmen, indem erstens psychologischen und pädagogischen Inhalten ein größerer Stellenwert zukommt. Zweiten müssen die Abschnitte der Dokumentation und Evaluation sowie der medizinische Teil auf für PsychotherapeutInnen praxisrelevantes Wissen reduziert werden. Teile der Kapitel Diagnostik und psychotherapeutische Methoden sind keine Grundkenntnisse, sondern gehören zur vertiefenden Ausbildung. 3 Rahmenbedingungen der Ausbildungssituation 3.1 Rahmenbedingungen der Ausbildung Ökonomische Rahmenbedingungen Bereits des Öfteren sind die ökonomischen Probleme angeklungen, die in gravierender Weise die Ausbildung beeinträchtigen und sich an mehreren Punkten zeigen: 1. Im Gegensatz zu anderen heilkundlichen Berufen, wie z. B. dem des Arztes, müssen die künftigen PsychotherapeutInnen ihre Ausbildung selbst bezahlen. Ruggaber (2003, S. 38) spricht in diesem Zusammenhang von einer fragwürdigen Abwälzung der Finanzierung hoheitlicher Staatsaufgaben. Die Ausbildungskosten belaufen sich für die Verhaltenstherapie zurzeit auf ca Euro. 2. Die meisten AusbildungsteilnehmerInnen müssen während des Klinischen Jahres einen Verdienstausfall in Kauf nehmen, der sich verglichen mit einer tariflich bezahlten Stelle auf etwa Euro beziffert.

10 3. Viele AusbildungsteilnehmerInnen müssen während des Klinischen Jahres eine teure private Krankenversicherung abschließen, da sie einerseits keine Studierenden mehr sind, andererseits aber kein Anstellungsverhältnis vorliegt. 4. Während der Praktischen Ausbildung sind die meisten AusbildungsteilnehmerInnen aus Zeitgründen gezwungen, Teilzeit zu arbeiten. Die Vergütung der Praktischen Ausbildung reicht in der Regel nicht zur Kompensation dieses Verlustes aus. 5. Hinzu kommen Ausfälle in den Beträgen zur Sozialversicherung, die sich bei Arbeitslosigkeit oder später in der Rente schmerzlich bemerkbar machen. Einige KollegInnen hatten z. B. vor dem Beginn der Ausbildung eine volle Stelle, die tariflich bezahlt wurde. Um sich weiterzubilden, kündigten sie ihre feste Stelle und begannen das Klinische Jahr für das sie nur eine Praktikumsvergütung (weniger als ein Drittel des regulären Gehaltes) erhielten. Nach dem Klinischen fanden sie nicht sofort eine neue Stelle und waren dann arbeitslos. Als Arbeitslosengeld erhielten sie nur 60 Prozent der Praktikumsvergütung, also weniger als ein Fünftel des normalen Gehaltes eines Diplom-Psychologen. Ihre erworbenen Ansprüche auf Arbeitslosengeld hatten sie durch die geringe Bezahlung während des Klinischen Jahrs verloren. Schätzungen beziffern den Verlust durch Verdienstausfall und Folgekosten während der Ausbildung auf Euro (Walther, 2002, Mücke, 2001, S. 678). Ganz praktisch stellt sich für alle AusbildungsteilnehmerInnen die Frage, wie sie diese enormen Kosten aufbringen sollen. Auch wenn das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) im Juni 2000 explizit auf die Psychotherapieausbildungen ausgeweitet worden ist (vgl. Ruggaber, 2003, S. 39), sind die Bedingungen de facto so eng gefasst, dass uns kein Ausbildungsteilnehmer bekannt ist, der BAföG erhält. Insbesondere ist problematisch, dass nur Bedürftige BAföG erhalten. Wer aber nach den engen gesetzlichen Bedingungen bedürftig ist, kann sich keine Ausbildung leisten, die Euro kostet (zu weiteren Einschränkungen, die den Bezug von BAföG in Rahmen der Psychotherapieausbildung unmöglich machen, vgl. Klein, 2002). Wie versuchen nun unsere KollegInnen ihre Existenz während der Ausbildung zu sichern? Ein Teil der AusbildungsteilnehmerInnen verdient sich den Lebensunterhalt durch andere Jobs. Dies führt in der Praxis häufig zu Überlastungen, da die KollegInnen leicht auf Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden in der Woche kommen. Besonders gravierend ist dieses Problem während des Klinischen Jahres. Manche KollegInnen nehmen Kredite bei Banken auf, z. T. zusätzlich zu bereits bestehen BAföG-Schulden aus dem Studium. Allerdings erachten die Banken Hochschulabsolventen, die Euro für eine Ausbildung bezahlen und ein Jahr umsonst arbeiten, bei der gegenwärtigen Situation im Gesundheitswesen nicht als besonders kreditwürdig. Subjektiv führt die Aufnahme eines Kredites vor dem Hintergrund der finanziellen Situation des Gesundheitswesens zu extremen existentiellen Unsicherheiten. Viele AusbildungsteilnehmerInnen erhalten finanzielle Unterstützung von ihren Eltern oder PartnerInnen. Damit

11 bleiben sie in der Regel nach einem sechsjährigen Studium, bei dem sie bereits unterstützt wurden, weiter in finanzieller Abhängigkeit, statt nun mit Ende Zwanzig/Anfang Dreißig endlich ihr eigenes Geld verdienen zu können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Ausbildungsteilnehmer zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes frei zwischen Überlastung und Überarbeitung, existentieller Unsicherheit und/oder finanzieller Abhängigkeit wählen kann. Keine dieser Rahmenbedingungen ist der erfolgreichen therapeutischen Arbeit mit psychisch schwer belasteten Menschen zuträglich. Zugespitzt bedeutet dies für die PatientInnen, dass sie die Wahl zwischen überlasteten, existentiell besorgten oder abhängigen TherapeutInnen haben Zeitliche Belastungen Neben den finanziellen Belastungen erfordert die Psychotherapieausbildung auch einen erheblichen zeitlichen Aufwand. Während die praktischen Anteile der Ausbildung bereits den Umfang einer Vollzeitausbildung haben, müssen die theoretischen Teile, die Selbsterfahrung und die Supervision nach Feierabend und am Wochenende gemacht werden. Wer dann noch nebenbei Geld für seinen Lebensunterhalt und die Ausbildungskosten verdienen muss, dem bleibt bei einem anspruchsvollen und belastenden Beruf kaum Zeit für die nötige Erholung, angenehme Aktivitäten und die Pflege sozialer Beziehungen. Aufgrund der Ausbildungsbedingungen sind werdende PsychotherapeutInnen also kaum in der Lage die Prinzipien der Gesundheitsfürsorge und Psychohygiene, die sie ihren PatientInnen vermitteln, in ihrem eigenen Alltag zu verwirklichen. Folglich ist in der Praxis auch die Unterscheidung zwischen einer dreijährigen und einer fünfjährigen Ausbildung obsolet, da unter den beschriebenen Ausbildungsbedingungen kaum jemand die Ausbildung in Drei Jahren schaffen kann. Aufgrund der genannten Belastungen der Ausbildungsbedingungen brauchen die AusbildungsteilnehmerInnen Flexibilität in der Organisation der Ausbildung. Deshalb sollte die benötigte Zeit auch nicht von vornherein genau festgelegt werden. 3.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen Der beschriebene Aufwand für die Psychotherapieausbildung muss in einer makroökonomischen Situation geleistet werden, die von Defiziten der öffentlichen Kassen und der sozialen Sicherungssysteme geprägt ist. Dies führt auf der einen Seite zu zusätzlichen finanziellen Belastungen, die durch den Abbau der solidarischen Sicherungssysteme entsteht (z. B. private Zusatzrente, Abschaffung der BU-Rente, Zuzahlung zu med. Behandlungen, Abschaffung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, etc.). Auf der anderen Seite sinken mit den Einsparungen im medizinischen und psychosozialen Bereich auch die potentiellen Einkommensmöglichkeiten, wenn z. B. Kommunen und Länder die Zuschüsse für Beratungsstellen kürzen oder die Nullrunde im Gesundheitswesen zum Abbau von Stellen und zur Privatisierung von Krankenhäusern führt, deren Tarif-

12 verträge sich nicht mehr am öffentlichen Dienst orientieren. Das bedeutet, dass die heutige Generation von AusbildungsteilnehmerInnen gleichzeitig in drei Bereichen zusätzliche Belastungen erlebt: 1. deutlich härtere Ausbildungsbedingungen; 2. schlechtere Berufsperspektiven durch die Einsparungen im Gesundheitswesen und der psychosozialen Versorgung; 3. zusätzliche Notwendigkeit der privaten Vorsorge durch den Abbau der solidarischen Sicherungssysteme. Die Auswirkungen dieser Hürden auf die Attraktivität der Ausbildung ist leicht vorstellbar. Hinzu kommen die unklaren Zukunftsaussichten des Gesundheitswesens im Allgemeinen und der Psychotherapie im Besonderen so dass es nicht verwunderlich ist, wenn in nächster Zeit die Anzahl der AusbildungsteilnehmerInnen weiter zurückgehen wird. 3.3 Rahmenbedingungen der persönlichen Lebenssituation Alle TeilnehmerInnen haben ein komplettes Hochschulstudium erfolgreich absolviert und sind wenn sich nicht bereits Berufserfahrung haben in einer Lebensphase, in die auch Berufseinstieg und Familiengründung fallen. Aus der Life-Event-Forschung ist bekannt, dass diese beiden Lebensereignisse und die damit verbundenen Veränderungen und Verluste im sozialen Netz zu den kritischen Lebensereignissen mit der größten Belastung gehören (vgl. Filipp, 1990). Vor diesem Hintergrund sind die zusätzlichen Belastungen der Ausbildung zum PP oder zum KJP zu bewerten. Als die Ausbildungsinstitute noch genügend TeilnehmerInnen hatten, mussten junge Eltern insbesondere Alleinerziehende erklären, wie sie denn gedenken Ausbildung, Ausbildungskosten und Kinder unter einen Hut zu bringen. Nicht selten führte dies zu einer Ablehnung von AusbildungskandidatInnen mit Kindern, die nicht über finanzielle Absicherung durch Eltern, Partner oder eigenes Vermögen verfügen. Auch wenn sich bei dem gegenwärtigen Überangebot an Ausbildungsplätzen die Ausbildungsinstitute diese aus ihrer Sicht sicherlich notwendige Diskriminierung nicht mehr leisten können, bleibt das Problem der Vereinbarkeit dieser Ausbildungsbedingungen mit Kindern und Familie bestehen. AusbildungsteilnehmerInnen, die Kinder haben, wären froh, wenn sie lediglich die üblichen Belastungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hätten. Wenn die beschriebenen Ausbildungsbedingungen dazu führen, dass nur noch ungebundene, kinderlose, hoch leistungsfähige und vermögende Menschen die Ausbildung machen können, so stellt sich die Frage, ob diese wirklich die optimalen Modelle und Therapeuten für Menschen mit psychischen Problemen darstellen.

13 4 Folgen dieser Ausbildungsbedingungen Zunächst einmal besteht die große Gefahr, dass unter diesen Bedingungen mittel- und langfristig immer weniger HochschulabsolventInnen die Möglichkeit oder das Interesse an einer Ausbildung zum Psychotherapeuten haben. Mittelfristig ist damit die psychotherapeutische Versorgung bedroht (vgl. Schulte & Lauterbach, 2002), die bereits heute v.a. in ländlichen Gebieten und im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie nicht sichergestellt ist. Wird dieser Entwicklung nicht durch eine deutliche Verbesserung der Ausbildungsbedingungen entgegen gesteuert, so besteht die große Gefahr, dass die beiden neuen psychotherapeutischen Berufe kurz nach ihrer Einführung vom Aussterben bedroht sind. Die bestehenden Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen von angehenden Psychotherapeuten drohen darüber hinaus, die Attraktivität des Psychologiestudiums und den Stellenwert der Klinischen Psychologie zu reduzieren. Das Psychotherapeutengesetz und die gegenwärtigen Ausbildungen bedeuten de facto eine massive Entwertung des Psychologie-Diploms, das ursprünglich wie andere Diplome auch als ein berufsqualifizierender Abschluss gedacht war. Psychologen sind, zumindest was die Klinischen Anwendungen angeht, durch das PsychThG zu Lehrlingen mit Diplom (Walther, 2002) geworden.. Auch darin mag eine Ursache der sinkenden Attraktivität der Klinischen Psychologie liegen. So wählten beispielsweise Ende der 80er Jahre noch fast 80% aller frisch diplomierten PsychologInnen der TU Braunschweig eine Berufstätigkeit im Bereich Klinischer Psychologie, während es Ende der 90er Jahre nur noch 40% waren (vgl. Schulz, 2001). Es ist zu vermuten, dass die Ausbildungsbedingungen, wenn sie erst einmal allgemein bekannt sind, auch viele klinisch interessierte AbiturientInnen vom Studium der Psychologie abschrecken. Eine Reduktion der Studierendenzahlen wird auch Auswirkungen auf die Stellenanzahl und die Forschungsetats an den psychologischen Fakultäten haben. Diese leisten jedoch gegenwärtig den Hauptbeitrag zur Entwicklung neuer und zur Evaluation und Weiterentwicklung bestehender psychotherapeutischer Konzepte. Es besteht somit die große Gefahr, dass langfristig in Folge der beschriebenen Ausbildungsbedingungen die Klinische Psychologie und die Psychotherapie in der wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Bedeutungslosigkeit versinken. Ein weiteres Problem besteht in der sozialen Selektion, die die gegenwärtigen Ausbildungsbedingungen zur Folge haben. Nur noch Menschen mit Vermögen oder reichen Verwandten (Eltern, Männern, Frauen) können sich die Ausbildungskosten und den beschriebenen Verdienstausfall leisten. Damit sind zum einen Fragen der gesellschaftlichen Gerechtigkeit berührt (Recht auf freie Berufswahl, Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit). Weitreichender ist aber der Effekt dieser sozialen Selektion auf die Durchführung von Therapien. Die Person des Therapeuten und die Passung zwischen Therapeut und Patient haben einen entscheidenden Einfluss auf Prozess und Ergebnis

14 der Therapeutischen Behandlung. Eine Reihe von Studien sprechen dafür, dass Ähnlichkeiten zwischen Therapeut und Klient förderlich für ein gutes Therapieergebnis sind (zusammenfassend vgl. Garfield, 1994, S. 217f). Bezüglich der Werte und Überzeugungen scheint ein komplexes Muster von Ähnlichkeiten und Unterschieden den Therapieerfolg zu steigern (vgl. Beutler, Machado & Neufeld, 1994, S. 241). Dies alles spricht im Interesse der Klienten dagegen, dass Psychotherapie zu einer Ausbildung nur für höhere Töchter und Söhne wird. Klienten mit unterschiedlichen Lebenshintergründen verlangen auch ebenso geartete Therapeuten. Neben der sozialen Selektion ist auch zu befürchten, dass das hohe Ausmaß der Belastungen während der Ausbildung einen negativen Einfluss auf den therapeutischen Prozess und sein Ergebnis hat. Wie beschrieben führen die gegenwärtigen Ausbildungsbedingungen zu existentiellen Problemen, Arbeitsüberlastung, mangelnder Gelegenheit zur eigenen Psychohygiene und Abhängigkeiten von anderen Personen. Die Mehrheit der empirischen Studien legt jedoch nahe, dass selbstsichere, persönlich stabile Therapeuten mit hohem subjektivem Wohlbefinden bessere Therapieergebnisse erzielen als solche, die unter großen Belastungen und inneren Anspannungen stehen (zusammenfassend vgl. Beutler, Machado & Neufeld, 1994, S. 237f). Daraus folgt, dass auch zum Wohle der PatientInnen die Anforderungen an die AusbildungsteilnehmerInnen in einem angemessenen Rahmen bleiben müssen. Selbstverständlich wollen und sollen wir die Dinge lernen, die für eine erfolgreiche psychotherapeutische Arbeit nötig sind. Aus dem Gesagten wird jedoch deutlich, dass die gegenwärtige Praxis eine Unzahl unsinniger Regelungen enthält, die einerseits einen erheblichen Mehraufwand erfordern, uns andererseits jedoch nicht dazu befähigen bessere Therapeuten zu werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die gegenwärtigen Ausbildungsbedingungen nicht nur während der Ausbildung aufgrund der übermäßigen Belastungen negative Konsequenzen auf das therapeutische Handeln haben, sondern dass sie auch langfristig die Psychotherapeuten in einer für die Ausübung ihres Berufes abträglicher Art und Weise prägen. Es ist eine offene, aber interessante Frage, wohin der implizite, heimliche Lehrplan (vgl. Tillmann 1989, S. 168) dieser Ausbildungs-, Arbeits- und Lebensbedingungen besteht. Was lernen wir von der beschriebenen Rahmenbedingung über den Umgang mit eigenen Grenzen, über die Bedeutung von Arbeit und Leistung im Leben, über die Pflege sozialer Netze sowie freundschaftlicher und familiärer Bindungen, über die Bedeutung von Entspannung und positiven Aktivitäten, etc.? Viele KollegInnen empfinden, dass das, was sie mit ihren PatientInnen zur Prophylaxe psychischer Störungen erarbeiten, ihren eigenen Lebensbedingungen fundamental widerspricht. 5 Forderungen Fassen wir noch einmal kurz die Forderungen zusammen, die unseres Erachtens für die Reform der Psychotherapieausbildung dringend erforderlich sind (vgl. auch DGVT, 2002):

15 1. Wissen und praktische Erfahrung, die vor der Ausbildung erworben wurden und die den Inhalten der Psychotherapieausbildung entsprechen, müssen für die Ausbildung anerkannt werden. Dazu gehören: Studieninhalte, Berufserfahrung (z. B. für die Praktische Tätigkeit), Teilnahme an Kongressen und anderen Weiterbildungen. 2. Die Dauer der Praktischen Tätigkeit in der Psychiatrie sollte von 1200 Stunden auf 600 Stunden reduziert werden, da diese Zeit für die in der Ausbildungsordnung beschriebenen Ziele ausreicht. 3. Psychiatrische Einrichtungen sollen eine Ausbildungsverpflichtung für Psychotherapeuten haben. Es soll eine Tätigkeitsbeschreibung mit klarem Status für die Psychotherapeuten in Ausbildung während der Praktischen Tätigkeit erstellt werden. Die AusbildungsteilnehmerInnen sollen tariflich nach ihren Ausgangsberufen bezahlt werden. Eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit darf nicht länger ein Argument gegen die Anerkennung der geleisteten Stunden sein. 4. Die 600 Behandlungsstunden der Praktischen Ausbildung sollen ohne Abschlag vergütet werden, in der gleichen Höhe, wie die Therapiestunden niedergelassener KollegInnen. 5. Die 600 Behandlungsstunden sollen auch in anderen Einrichtungen als den Institutsambulanzen anerkannt werden, sofern dort vergleichbare Therapien mit vergleichbaren Patienten durchgeführt werden. 6. Die 930 Stunden freie Spitze sollen ersatzlos gestrichen werden. 7. Der Prüfungsstoff muss klar umrissen und durch ein Literaturverzeichnis ergänzt werden. Der Prüfungsstoff muss in 200 Theoriestunden vermittelbar sein. Es sollte eine Veränderung der Schwerpunktsetzung hin zu mehr psychologischen und pädagogischen Inhalten und weg von zu detaillierten Inhalten in den Bereichen der Medizin, Dokumentation und Evaluation erfolgen. 8. Des weiteren sollen Maßnahmen getroffen werden, die eine soziale Selektion der Psychotherapeuten verhindert, wie z. B. die Einrichtung eines Fonds aus dem die Ausbildungskosten für Ausbildungsteilnehmer ohne großes Vermögen bezahlt werden können. 9. Die AusbildungsteilnehmerInnen sollen VertreterInnen in die Psychotherapeutenkammern entsenden und an allen Entscheidungen bezüglich der Ausbildung beteiligt werden. Zusätzlich erachten wir die Erforschung des Nutzens der Ausbildungsbestandteile und - bedingungen unter besonderer Berücksichtigung kontraproduktiver Nebenwirkungen als Teil der Qualitätssicherung der Psychotherapieausbildung und damit auch der Sicherung der Strukturqualität der psychotherapeutischen Versorgung für erforderlich.

16 Literatur Beutler, L. E., Machado, P. P. P. & Neufeldt, S. A. (1994). Therapist Variables. In A. E. Bergin & S. L. Garfield (Eds.), Handbook of psychotherapy and behavior change (4 th ed.; pp ). New York: Wiley. Borg-Laufs, M. (2003). Vier Thesen zur Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Verhaltentherapie und psychosoziale Praxis, 35, DGVT (2002). Forderung der DGVT nach sachgerechten Rahmenbedingungen für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jungendlichenpsychotherapeuten (KJP). Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, 34, 657f. Filipp, S.H. (1990) (Hrsg). Kritische Lebensereignisse (2. Aufl.) München: Psychologie Verlags Union. Fliegel, S., Rechtien, W. & Ruggaber, G. (2002). Bundesweit einheitlicher Gegenstandskatalog für die schriftliche Approbationsprüfung verabschiedet. Verhaltentherapie und psychosoziale Praxis, 34(3), Garb, H. N.(1989). Clinical judgment, clinical training and professional experience. Psychological Bulletin, 105, Garfield, S.L. (1994). Research on Client Variables in Psychotherapy. In A. E. Bergin & S. L. Garfield (Eds.), Handbook of psychotherapy and behavior change (4 th ed.; pp ). New York: Wiley. IMPP (2002). Gegenstandskatalog für die schriftliche Prüfung nach dem Psychotherapeutengesetz (Stand Mai 2002). Verfügbar unter (Zugriff: ) Jürgens, A. (2003). Bericht zur aktuellen Ausbildungssituation. Verhaltentherapie und psychosoziale Praxis, 35(1), Klein, R. (2002). Nachgefragt im Bundesministerium für Bildung und Forschung bei Rolf Klein, Referat 315 Ausbildungsförderung, Grundsatzangelegenheiten der Durchführung. Report Psychologie, 27(1), 9. Kuhr, A. (1998). Einige Überlegungen zu den empirischen Grundlagen für Qualitätssicherungsstandards in der Psychotherapie-Ausbildung. In A.-R. Laireiter & H. Vogel (Hrsg.). Qualitätssicherung in der Psychotherapie und psychosozialen Versorgung. Ein Werkstattbuch (S ) Tübingen: dgvt-verlag. Lieb, H. (1996). Weiterbildung in Verhaltenstherapie. In W. Senf & M. Broda (Hrsg.), Praxis der Psychotherapie. Ein integratives Lehrbuch für Psychoanalyse und Verhaltenstherapie (S ). Stuttgart: Thieme. Margraf, J. & Hoffmann, S. O. (2003). Stellungnahme zum Gegenstandskatalog für die schriftlichen Prüfungen nach dem Psychotherapeutengestz vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Deutsches Ärzteblatt, Heft 4 (April),

17 Mücke, K. (2001). Divide et impera! Report Psychologie, 26,, Ruggaber, G. (2003). Drei Jahre Psychotherapieausbildung nach dem PsychThR eine Zwischenbilanz. Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, 33(1), Schmelzer, D. (1997). Verhaltenstherapeutische Supervision. Göttingen: Hogrefe. Schulz, W. (2001): Was ist aus ihnen geworden? Zum beruflichen Verbleib der ehemaligen Psychologiestudenten der Jahrgänge 1996 bis 99 der TU Braunschweig. Report Psychologie, 26, Schulte, D. & Lauterbach, W. (2002). Neue Therapeuten braucht das Land. Psychotherapeutische Praxis, 3, SOLIDARIS Unternehmensberatungs-GmbH (2001). Vorschläge für eine Organisationsstruktur des Ausbildungsbereiches der DGVT. Unveröffentlichtes Manuskript. Tübingen: DGVT (Aus- und Weiterbildungsreferat) (zit. n. Ruggaber, 2003). Tillmann, K.-J. (1989). Sozialisationstheorien. Reinbek: Rowohlt. Walther, T. (2002). Lehrlinge mit Diplom. Report Psychologie, 27, 5-8. Über die AutorInnen Klaus Ditterich, 1999 Diplom der Psychologie an der Universität Trier. Während des Studiums langjährige Tätigkeit in der Erwachsenenbildung. Seit 1999 Ausbildung in Hypnotherapie (M.E.G.) als Diplom- Psychologe beim Landesarbeitsamt Hessen tätig. Seit 2000 Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten in Hannover/Hildesheim Ableistung des klinischen Jahrs gegen Praktikumsvergütung Praktische Ausbildung in der Ausbildungsambulanz und in einer Lehrpraxis. Seit 2001 als Diplom-Psychologe im Sozialpädiatrischen Zentrum Reifenstein tätig. Seitdem Teilnahme an der Ergänzungsqualifikation für Psychotherapie bei Kindern- und Jugendlichen. Anschrift: Görlitzer Str Göttingen Alexandra Winzer, Studium der Psychologie an der Universität Trier und der University of Birmingham, England. Während des Studium wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Immun- und Stressforschung. Seit Juli 1999 wissenschaftliche Angestellt im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Abt. für Medizinische Psychologie. Seit Anfang 2000 Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin in Hamburg. Jan Jan Ableistung des Psychiatriejahrs keine Bezahlung. Seit April 2002 Praktische Ausbildung in der Institutsambulanz Hamburg. Wir möchten Sie auf die Internetseite des dgvt-verlages aufmerksam machen. Quelle: " A. Kuhr/ G. Ruggaber (Hrsg.): Psychotherapieausbildung - Der Stand der Dinge, dgvt-verlag, 2003". anzugeben.

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