Ärzteblatt. Schleswig-Holsteinisches. Praxen ohne Grenzen Medizinische Hilfe ohne Krankenversicherung. weitere themen in diesem heft.

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1 NR. 9 September 2014 Bad Segeberg, 67. Jahrgang Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt Herausgegeben von der Ärztekammer Schleswig-Holstein mit den Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Praxen ohne Grenzen Medizinische Hilfe ohne Krankenversicherung Seite 08 weitere themen in diesem heft Tätigkeitsbericht der Ärztekammer Schleswig-Holstein Seite 29 Hamburger Arzt mit Praxis in Schwarzenbek Seite 13 Pflegedoku vereinfacht Seite 14

2 Weltweit über verkaufte Exemplare! DER BESTSELLER IN DEUTSCHER SPRACHE 444 Seiten, Abbildungen Format: 230 x 273 mm, spiralgebunden inkl. DVD (Laufzeit: ca. 180 Min.), ISBN: Preis: 34,95 Eine einzigartige Reise durch den Körper Anatomie und Palpation werden durch eine humorvolle und präzise Spache zu einem zu einem kurzweiligen und lehrreichen Ereignis! Erhältlich unter: Lieferbar ab September 2014

3 Seite 3 Herzlichen Glückwunsch Liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere Versorgungseinrichtung wird 50 Jahre alt! Im richtigen Leben ist dieser runde Geburtstag eine Landmarke, die durchaus mit dem Adverb schon konnotiert wird. Im Falle des Versorgungswerks ist man versucht ungläubig nachzufragen: erst 50 Jahre? Denn für heutige Generationen von Freiberuflern sind Versorgungswerke selbstverständliche Institutionen, die die Altersversorgung komfortabler und sicherer erscheinen lassen als die gesetzliche Rentenversorgung. Das war weiß Gott nicht immer so (S. 22 ff.). Und als nach der Rentenreform zu Beginn des deutschen Wirtschaftswunders die freien Berufe ganz bewusst aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschlossen wurden, weil man als Selbstständiger des Schutzes der Solidargemeinschaft nicht bedürfe, mag das nicht wenigen Betroffenen als herber Schlag erschienen sein. Die Leistungspflicht im Rentenfalle wurde damals also deutlich höher gewichtet als der Verzicht auf die Mitgliedsbeiträge der betroffenen Berufsangehörigen. Das hat sich mit dem Erfolg der Versorgungswerke zwischenzeitlich in das direkte Gegenteil verkehrt. Bei aller Begehrlichkeit auf die Beiträge der im Schnitt besser Verdienenden wird von den Befürwortern einer Gleichschaltung allerdings geflissentlich übersehen, dass dem in der Regel auch eine entsprechend hohe Rentenerwartung entspricht. Dass gleichwohl die Altersleistungen aus den Versorgungswerken derzeit deutlich komfortabler sind als die gesetzliche Rente, liegt an der weitgehenden Kapitaldeckung der Versorgungsleistungen, während in der Umlagefinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung immer weniger Beitragszahler die stetig ansteigende Gruppe von Leistungsempfängern finanzieren müssen und die jetzigen Nettoeinzahler nicht einmal eine zinsfreie Rückführung der eigenen Beitragssumme als spätere Rentenleistung erwarten können. Wie aus dem Tätigkeitsbericht (S. 29 ff.) zu ersehen ist, müsste sich das Versorgungswerk Schleswig-Holstein keine wirklichen Sorgen machen um den Umlagefaktor, da die Bilanz zwischen neu hinzukommenden Beitragszahlern und Erstempfängern von Versorgungsleistungen im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen im positiven Bereich liegt. Aber Vorsicht! Unangefochtene Pflichtmitglieder sind ausschließlich selbstständig tätige Ärztinnen und Ärzte. Deren Zahl ist aber im Vergleich zu der der Angestellten rückläufig. Letztere konnten sich bis Ende 2012 auf Antrag dauerhaft von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen um damit den Aufbau einer einheitlichen Altersversorgung während einer gesamten Berufsbiografie sicherzustellen. Seit einer Entscheidung des Bundessozialgerichtes vom 31. Oktober 2012 hat sich dies entscheidend geändert. Seitdem muss bei jedem Wechsel einer Arbeitsposition ein erneuter Antrag auf Befreiung gestellt werden, falls diese nicht von dem ursprünglichen Befreiungsantrag abgedeckt ist. Ein weiteres Urteil des Bundessozialgerichtes vom April 2014 hat ebenfalls Auswirkungen auf die Mitglieder ärztlicher Versorgungswerke. Dabei geht es um die Mitgliedschaft von Syndikusanwälten in den Versorgungswerken der Rechtsanwälte. Zwar hat jeder Arzt im Gegensatz zu den Anwälten mit der Approbation eine staatliche Zulassung, die ihn zur Ausübung der Heilkunde berechtigt. Wenn man diese aber, wie manche Versicherungsträger argumentieren, eingrenzt auf die kurative Behandlung mit unmittelbaren Patientenkontakt wird man damit der Vielfalt ureigener ärztlicher Tätigkeit außerhalb dieses Kernbereiches nicht gerecht. Erforderlich ist daher eine Anpassung des Heilkundebegriffes. Darum bemühen wir uns im bundesweiten Kontext. Sie sollten im Zweifelsfalle nicht allein auf die Kompetenz einer Personalabteilung setzen. Fragen Sie besser uns oder die Mitarbeiter des Versorgungswerkes. Unser gemeinsames Ziel und Motto: eine gesicherte Zukunft! Mit freundlichen kollegialen Grüßen Ihr Dr. med. Franz-Joseph Bartmann Präsident Ausgabe 9 September

4 Inhalt Dr. Haroon Nawid hat Praxen in Hamburg und in Schwarzenbek. Prof. Eike Hoberg betreut Reha-Patienten mit Marfan-Syndrom. PD Dr. Christian Schem vom UKSH wurde erneut ausgezeichnet. seite 3 Schleswig-Holstein 13 Arzt mit Praxen in Stadt und Land...13 Nachrichten in kürze 06 Der neue Arztausweis kommt im Herbst...06 Honorarergebnis für niedergelassene Ärzte Sammelaktion gegen Kinderlähmung...06 Schmerzklinik in Travemünde eröffnet...07 GöH mit Selektivvertrag...07 Dialog 07 Freudenberg: Hausärzte und Multimedikation Titelthema 08 Praxis ohne Grenzen: Das Albert-Schweitzer- Denken ein bisschen ausleben...08 Laumann wirbt für vereinfachte Pflegedoku Malente als Reha-Pionier für Marfan-Patienten Tagung: Kinder psychisch kranker Eltern...16 Neubau auf dem Schleswiger Hesterberg...18 Kieler Kongress zur pädiatrischen Dermatologie.. 19 Förderkreis verleiht Qualitätspreis...20 Jubiläum für Versorgungseinrichtung...22 Der lange Weg zur Ärzteversorgung...24 Sportler holen sich gern Volkmanns Hilfe...28 Kammerdelegierte im Portrait...57 Gesundheitspolitische Sprecher im Interview Tätigkeitsbericht 29 4 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

5 Inhalt Wenn man sich engagieren möchte, hat das Alter überhaupt keine Bedeutung. Dr. Kristofer Wintges, mit 29 Jahren jüngster Kammerabgeordneter in Schleswig-Holstein Der Tätigkeitsbericht gibt einen Überblick über die in der Ärztekammer Schleswig-Holstein im Jahr 2013 geleistete Arbeit. Personalia 58 Kassenärztliche Vereinigung 68 Geburtstage und Verstorbene...58 Kieler Forscher gewinnt Preis zum zweiten Mal AnzeigeN 72 Mitteilungen der Akademie 60 Fortbildungen 62 telefonverzeichnis 81 (Titelbild: di) (Fotos: di/di/uksh/di) EDMUND-CHRISTIANI-SEMINar 64 Mitteilungen der Ärztekammer 65 Anerkennungen nach Weiterbildungsordnung Ausgabe 9 September

6 Nachrichten in Kürze Der neue Arztausweis kommt im Herbst Seit Mitte Juli kann der neue Arztausweis für schleswig-holsteinische Ärzte beantragt werden. Mehrere Hundert von ihnen haben den neuen Ausweis in Kartenform bereits angefordert. Im Herbst werden die ersten Ärzte ihren neuen Arztausweis in den Händen halten. Die neue Legitimationskarte hat die Form eines modernen Personalausweises. Die praktische, stabile Plastikkarte soll, wie berichtet, künftig den alten Ausweis in Papierform ersetzen. Die meisten Ärzte, die in den ersten Wochen ihren Antrag auf den neuen Ausweis eingereicht haben, haben sich für die erweiterte Version des Dokuments entschieden. Sie verfügt neben den Daten zur Person und einem Foto auch über einen Kartenchip. Mit dessen elektronischem Zertifikat kann sich der Karteninhaber online authentifizieren und sich beispielsweise in Verbindung mit einem sechsstelligen PIN sicher in den Online-Portalen von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung anmelden. Der Ausweis kann über das Online-Portal AKIS beantragt werden. Nähere Informationen gibt es auch auf der Internetseite (ws) Honorarverhandlungen für niedergelassene Ärzte beendet Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen haben die Honorarverhandlungen für die niedergelassenen Ärzte abgeschlossen. Vorgesehen sind neben den von der Bundesebene empfohlenen Anhebungen weitere regionale Anpassungen. Die Ergebnisse der Bundesebene bringen den Ärzten in Schleswig-Holstein eine Honoraranhebung von insgesamt 25 Millionen Euro. So steigt die Morbiditätsorientierte Gesamtvergütung (MGV) allein durch die Anhebung des Orientierungswertes (von 10 auf 10,13 Prozent) um 14 Millionen Euro. Eine weitere Honoraranpassung um 7,5 Millionen Euro resultiert aus dem Anstieg der Morbi-Rate um 1,1127 Prozent. Hinzu kommen vier Millionen Euro für die Grundversorgung in den Bereichen Fachärztliche Grundpauschale und Vorhaltepauschale für Haus- und Kinderärzte. Die regionalen Besonderheiten umfassen ein Volumen von 12,5 Millionen Euro. Dieses Geld zahlen die Kassen für eine schon realisierte effiziente Verordnungsweise (7,5 Millionen Euro) und für die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung (fünf Millionen Euro). Weitere 10,5 Millionen Euro, die 2013 noch für besonders förderungswürdige Leistungen gezahlt worden waren, sind ab 2014 dauerhaft in die MGV überführt. Sie werden für HVM-gestützte Leistungen verwendet, etwa für Heim- und Hausbesuche älterer Patienten. (di) Sammelaktion gegen Kinderlähmung Kunststoffverschlüsse von Flaschen und Tetrapacks können gegen Kinderlähmung helfen wenn sie wie im Kreis Herzogtum-Lauenburg gesammelt, an Recyclingunternehmen verkauft und der Erlös anschließend für Impfungen gegen Kinderlähmung gespendet wird. Diese Idee setzen im Südosten des Landes mehrere Rotary-Clubs um. Zum Auftakt der Aktion, an der sich auch mehrere Ärzte aus der Region beteiligten, kamen Deckel zusammen. Der Erlös für den Wertstoff reicht für die Finanzierung von 50 Polio-Impfungen. Neben der Sammlung informierten die Rotarier auch die Kunden in Supermärkten. An über 40 Stellen im Kreis befinden sich Sammelstellen, an denen jeder seine gesammelten Deckel abgeben kann. Das Netz der Sammelstellen soll beständig erweitert werden. Ziel ist eine bundesweite Aktion. Info: lauenburg_moelln/ (di) 6 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

7 Nachrichten in Kürze/DIALOG Schmerzklinik in Travemünde eröffnet Die Lübecker Sana Kliniken haben in der Praxisklinik Travemünde eine Schmerzklinik eröffnet. Das Angebot mit acht Betten richtet sich an Patienten mit chronischen Schmerzen und Begleiterkrankungen. Nach Angaben des Trägers wurden MDK und Krankenkassen bei der Implementierung des Angebotes eng eingebunden. Die Klinik verfolgt einen interdisziplinären Behandlungsansatz. Zum Behandlungsteam, das von Chefärztin Prof. Petra Saur geleitet wird, zählen u. a. eine psychologische Psychotherapeutin und eine in der Schmerztherapie erfahrene Pflegekraft. Für die Eröffnung der Schmerzklinik wurden vorhandene Räume in der Praxisklinik umgebaut, das bestehende Angebot der niedergelassenen Ärzte im Haus (Allgemeinmedizin, Innere, Chirurgie und HNO) wird dadurch nicht eingeschränkt. (di) GöH mit Selektivvertrag Ein Selektivvertrag soll Patienten mit Depressionen zu einer besseren und schnelleren ambulanten Versorgung verhelfen. Einen Pilotvertrag hierzu vereinbarten das Gesundheitsnetz östliches Holstein (GöH) und die AOK Nordwest. Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt unter dem Namen Piano (Psychosoziale Interventionen durch ambulante Netzwerke vor Ort) sieht eine standardisierte Diagnostik vor, damit Ärzte schnell abklären können, welche Therapieangebote für die Betroffenen infrage kommen. Auch eine zügige Vermittlung ist vorgesehen. Das Angebot richtet sich an Patienten mit leichter oder mittelgradiger Depression im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Nach einer strukturierten Eingangs- und Verlaufsdiagnostik erhalten sie bei leichter Depression von ihren Ärzten konkrete Versorgungsangebote, etwa Seminare oder Bewegungskurse. Die Patienten sollen dabei lernen, den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen und Rückfälle zu vermeiden. Bei mittelgradiger Depression sorgt der Arzt für einen Termin innerhalb von zwei Wochen beim Psychotherapeuten. Dazu sollen zusätzliche Behandlungskapazitäten zum Beispiel durch neue Gruppenangebote und Therapieangebote außerhalb der üblichen Praxiszeiten angeboten werden. Eine Casemanagerin soll die Abläufe im Behandlungskonzept beobachten und bei Bedarf unterstützen. Die Dokumentation aller Ergebnisse erfolgt elektronisch und läuft im Netz zusammen. Die Wirksamkeit des Projektes wird nach zwei Jahren geprüft. Die Abrechnung für den Selektivvertrag übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord, die auch die Vertragsverhandlungen zwischen Netz und AOK begleitet hatte. (di) Hausärzte und Multimedikation Michael Freudenberg, Neustadt, zum SHÄ 7/2014, S. 47. Als Schüler meiner Berliner Pharma-Lehrer in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts freue ich mich immer wieder, wenn mal wieder der rationalen Pharmakotherapie das Wort geredet wird! Das geschieht viel zu selten, entsprechend häufig finden sich wahre pharmakologische Polytraumata! Hier können wir zwar häufig feststellen, wie resistent der Patient gegen unsere Verordnungen ist vorausgesetzt, er gehört zu den 50 Prozent der Patienten, die sich nach den Verordnungen richten! Andererseits hängen immer noch über fünf Prozent der stationären Aufnahmen mit UAW zusammen Zahlen, die uns zu denken geben sollten! Bei zehn Medikamenten gibt es 45 Interaktionsmöglichkeiten. Dass davon die eine oder andere dem Patienten schaden kann, ist besonders im Alter wichtig. Auch die Existenz, Verbreitung und Kenntnis der PRISCUS-Liste und allgemein zugänglicher Interaktionstabellen sollte sich einer zunehmenden Bedeutung erfreuen! Ebenso ist die Kommunikation unter den Verordnern noch optimierungsfähig. Die Patienten werden es uns danken! Leserbriefe sind erwünschte Reaktionen auf unsere Artikel oder gesundheitspolitische und medizinische Themen, die Sie an senden oder per Fax an schicken können. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. Ausgabe 9 September

8 TITELTHEMA Praxen ohne Grenzen Das Albert-Schweitzer-Denken ein bisschen ausleben Die Praxen ohne Grenzen stoßen auf zunehmende Resonanz. Schon sieben Standorte im Norden. Neben ehrenamtlicher Arbeit sind Spenden unverzichtbar. Ein Donnerstagabend im Frühjahr Bei Dr. Uwe Denker in Bad Segeberg klingelt das Telefon. Am Apparat ist ein Mann aus Schwerin. Er hat starke Brustschmerzen, die bis in den Arm ausstrahlen. Die meisten Menschen würden in so einem Fall den Notarzt anrufen und nicht einen Allgemeinmediziner, der gut 100 Kilometer entfernt in einer Kleinstadt sitzt. Doch dieser Fall ist anders, der Mann ist nicht versichert, eine Behandlung nur auf eigene Kosten möglich. Denker lässt sich die Symptome genau schildern, befürchtet einen drohenden Herzinfarkt, schickt den Patienten zur nächsten Apotheke, wo er sich Ni trospray besorgen soll. Das Medikament erweitert die Herzkranzgefäße und lindert somit erst mal die Schmerzen, erklärt Denker dem Anrufer. Der Mann folgt seinem Rat. An der Apotheke wird er jedoch abgewiesen: Ohne Rezept kein Spray. Auch als Denker die Apothekerin persönlich anruft, bleibt es dabei. Nun kann nur noch ein Krankenhaus in Schwerin helfen. Der Arzt aus Bad Segeberg kontaktiert den zuständigen Bereitschaftsarzt, kündigt den Patienten an und verweist auf seine Praxis ohne Grenzen, die alle Kosten übernehmen wird. Der hilfe suchende Mann bekommt als Sofort-Hilfe zwei Stents eingesetzt, Denker eine Rechnung von Euro für den Eingriff an einem Patienten, der jetzt regelmäßig zu Kontrollen nach Bad Segeberg kommt. Es ist eine Geschichte, die der pensionierte Arzt gern erzählt. Sie macht deutlich, in welchen Notsituationen sich die Menschen befinden, die die Praxis ohne Grenzen aufsuchen und sei es nur auf telefonischem Wege. Eine medizinische Einrichtung, in der nicht nach Nationalität, Gesundheitskarte oder Versicherungsschutz gefragt wird. Der Name allein reicht, um hier von Denker und seinem Team behandelt zu werden initiierte der Arzt im Ruhestand das Projekt in Bad Segeberg, finanziert allein durch Spenden. Inzwischen hat er Unterstützung von vielen ehrenamtlichen Kollegen und Arzthelferinnen, die alle eint, dass sie sich für die gute Sache einsetzen wollen, die ihnen im Vorfeld so gar nicht bewusst war. Einer von ihnen ist Dr. Heino Hansen, Augenarzt aus Bad Segeberg und zweiter Vorsitzender des Vereins. Seit drei Jahren ist er bei der Praxis ohne Grenzen dabei und kümmert sich um alle augenärztlichen Belange. Dass es so eine große Anzahl von Leuten gibt, die nicht krankenversichert sind, hatte ich mir vorher nicht vorstellen können. In meiner Praxis liefen die nicht auf. Das höre ich auch immer wieder von Kollegen, denen ich davon berichte. Die fragen mich dann, wer da überhaupt kommt. Wir haben doch eine Krankenversicherungspflicht, so der 62-Jährige. Dass diese Pflicht aber nicht in allen Fällen greift, zeigen die Patienten, die in den inzwischen sieben Praxen ohne Grenzen in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg auflaufen. Neben Bad Segeberg gibt es inzwischen auch Standorte in Husum, Flensburg, Rendsburg, Preetz, Neustadt-Rettin und Stockelsdorf. Auch im Rest der Republik laufen Planungen für weitere Praxen unter diesem Namen. Alle Praxen eint, dass sie ohne das persönliche und ehrenamtliche Engagement der Ärzte und Medizinischen Fachangestellten nicht denkbar sind. Die Träger sind unterschiedlich, die Ausstattung variiert genauso wie der Andrang. Es kann vorkommen, dass die wöchentliche Sprechstunde an einem Standort auch mal gar kein Patient aufsucht. Insgesamt aber steigt der Bedarf. Es sind längst nicht nur Migranten und Obdachlose, die Denker ursprünglich bei der Gründung im Sinn hatte. Unter den Patienten, die seit der Eröffnung der Praxis in Bad Segeberg behandelt und beraten wurden, sind diese Personengruppen sogar selten vertreten. Die sind ja durch das Sozialamt versorgt, klärt Denker auf. 8 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

9 Dr. Uwe Denker (li.) wird in seiner Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg durch sechs Arzthelferinnen (hier rechts oben Christa Denker und Barbara Felkel) sowie weitere engagierte Ärzte wie Dr. Cornelia Klein-Epphardt (re.) unterstützt. Somit ist die Sprechstunde jeden Mittwoch durch einen Arzt und zwei Helferinnen gewährleistet. Alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. (Fotos: am) Dagegen kommen viele Menschen, die eigentlich mitten im Leben stehen. Selbstständige Mittelständler, die in wirtschaftliche Schieflagen geraten sind. So wie Helmut (Name geändert) aus Wahlstedt, Anfang 60, füllige Statur, gebügeltes Hemd, gepflegt. An einem Mittwochnachmittag im Juni steht er in der Sommersonne vor der Praxis ohne Grenzen. Er zieht es vor, draußen zu warten und die frische Luft zu genießen. Im vollen Wartezimmer sei es so stickig. Er ist heute zum dritten Mal am Kirchplatz 2, an dem sich die Praxis befindet. Seit 2010 habe ich Herzprobleme und muss Marcumar einnehmen. Zu den normalen Kontrollen gehe ich zum Hausarzt. Da werde ich aber immer schief angeschaut und muss direkt bezahlen, bevor ich behandelt werde. Ich fühle mich dort abgestempelt. Dabei habe ich ein Leben lang hart gearbeitet und bin unverschuldet in Zugzwang geraten, so der Herzpatient. Er war selbstständiger Handwerker, hat jahrzehntelang Einbauküchen montiert. Doch das Geschäft warf zu wenig ab, irgendwann konnte er seine Beiträge für die private Krankenversicherung nicht mehr zahlen und musste auch eine Insolvenz durchmachen. Vom Sozialamt bekomme ich keine Unterstützung, da wir dafür noch zu viel besitzen. Meine Frau hat ein kleines Einkommen und wir haben ein Eigenheim. Die Krankenversicherung ruht jetzt, doch um wieder versichert zu sein, müsste ich alle Schulden abzahlen. Ich würde gern wieder arbeiten, aber in meinem Alter ist das aussichtslos. Ausgabe 9 September

10 TITELTHEMA Auch der Patient in der Sprechstunde der Praxis ohne Grenzen in Flensburg hat kein Geld für eine Krankenversicherung. Mit Mitte Vierzig ist er aus der Sozialversicherung ausgeschieden. In die Sprechstunde, die an diesem Tag Dr. Ingeborg Kreuz abhält, kommt er vorbeugend. Er lässt sich untersuchen und erhält ein Medikament. Seine Identität will er gegenüber dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt nicht preisgeben. Die Einrichtung begrüßt er, so wie nach Auskunft von Kreuz jeder, der in die Sprechstunde im zentrumsnahen Gesundheitshaus kommt. Die Patienten sind erfreut und dankbar, sagt die Ärztin, die viele Ärzte als frühere Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein kennen. Sie hält die Praxen ohne Grenzen für wichtig, weil man in Zeiten des Gewinnstrebens Flagge zeigen muss für Menschen, denen es nicht so gut geht. Das werden immer mehr. Nur wenige von ihnen haben Migrationshintergrund. Die Altersspanne der Patienten in der Flensburger Praxis reicht von wenigen Wochen alten Säuglingen über schwangere Mütter bis zum Rentner. Sie kommen mit Allergien, Herzrhythmusstörungen oder mit fortgeschrittenem Karzinom. Solche Patienten brauchen besonders teure Medikamente, die hohe Spenden erfordern. Wir versuchen Unternehmen und gut situierte Menschen anzusprechen, um solche Leistungen zu ermöglichen, sagt Kreuz. Bei der Umsetzung der im vergangenen Jahr eröffneten Praxis unter Trägerschaft der Diakonie haben sich die Flensburger Rat von Denker in Bad Segeberg geholt. Der ist froh, dass sein Vorbild Schule macht. Im Gesetz steht, dass jeder Deutsche krankenversichert sein muss. Aber wenn man seine Beiträge nicht mehr zahlen kann, erhält man auch keine Leistung. Es trifft insbesondere die, die freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, wo der Arbeitgeber keine Zuzahlung leistet, und jene, die privat versichert sind und sich die Beiträge nicht (mehr) leisten können. Die zahlen erst mal ihre Miete, ihr Auto und ihre Steuern. Die Krankenversicherung mit 500 oder 600 Euro wird zuerst gestrichen. Diese Säumnisse werden dann zu Schulden addiert und die Kasse drosselt ihre Leistungen. Dann werden nur noch Notfälle bezahlt, schildert Denker das Problem. Nach Informationen der PKV waren im August 2013 Außenstände in Höhe von 750 Millionen von Versicherten aufgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Notlagentarif eingeführt, in den die säumigen Mitglieder aufgenommen wurden. Dies seien derzeit noch Betroffene. Dieser Spezialtarif mit deutlich reduziertem Leistungsumfang ( Leistungen der Notfallversorgung zur Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen ) kostet die verschuldeten Mitglieder immerhin noch 100 bis 250 Euro im Monat zu viel für viele Mittelständler in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Auch für Helmut, der sich in der Praxis in Bad Segeberg gut aufgehoben fühlt. Hier werde er freundlich empfangen, die Atmosphäre sei immer angenehm. Dafür sorgen zuerst die sechs Arzthelferinnen, darunter auch Denkers Frau Christa, die immer im Zweier-Team bei der Sprechstunde dabei sind, die Patientendaten freundlich aufnehmen, Blutdruck, Größe und Gewicht feststellen. Eine kleine Kammer, an das Wartezimmer angrenzend, steht dafür zur Verfügung. Ein bisschen Privatsphäre für die Patienten, die an diesem Mittwoch vor allem verschämt auf den Boden schauen. Keiner ist gerne hier, weder die Frau in Sommerkleid und Sandalen, die gedankenverloren in einer Zeitschrift blättert, noch der gut gebräunte Mann Mitte 50, der im schwarzen T-Shirt und mit geschwollenem Arm im Flur steht. Und doch sind alle dankbar, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Das bestätigt auch Barbara Felkel, Arzthelferin in der Praxis ohne Grenzen. Die Patienten seien sehr dankbar und das mache die Arbeit so lohnend. Schon in seiner aktiven Zeit war sie Arzthelferin bei Denker und schätzt auch heute noch die angenehme Zusammenarbeit. So äußert sich auch die Internistin im Ruhestand Dr. Cornelia Klein-Epphardt, die seit Sommer 2010 bei dem Projekt dabei ist: Was hier auffällt, sind drei Dinge: die Kollegialität unter den Mitarbeitenden, das unverkrampfte und herzliche Verhältnis zwischen den Arzthelferinnen und den ärztlichen Kollegen und die Dankbarkeit der Patienten. Die Hilfesuchenden wüssten genau, dass alle kostenlos helfen und viele Patienten wollten etwas zurückgeben: Wir haben einen Imker, der uns Honig mitbringt. Oder eine Dame, die Schals und Mützen strickt und diese spendet. Manchmal bekomme ich auch zehn oder zwanzig Euro als Spende für die Praxis. Jeder möchte seinen Teil beitragen. Damit die Patienten, die spontan und ohne Termin die Sprechstunde am Mittwoch zwischen 15:00 und 17:00 Uhr besuchen, entsprechend behandelt werden können, sind die Ärzte auch auf die Mithilfe von weiteren Kollegen und Apothekern angewiesen. Wir haben eine Liste mit befreundeten Ärzten, die für uns 10 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

11 Dr. Ingeborg Kreuz ist eine der Ärztinnen, die in der Flensburger Praxis ohne Grenzen Sprechstunden abhalten. Sie ist auf Spenden angewiesen, damit z. B. Medikamente für die Patien ten vorhanden sind. Die Helferinnen Gabriela Born und Anja Behbehani (rechtes Foto) unterstützen die Ärzte regelmäßig und ebenfalls ehrenamtlich. (Fotos: di) fachärztliche Untersuchungen übernehmen, z. B. einen Chirurgen, einen Hautarzt oder einen Gynäkologen. Bei Röntgenuntersuchungen wenden wir uns an befreundete Institute in Lübeck und Bad Segeberg. Auch für Laboruntersuchungen haben wir unsere Kontakte, so Klein-Epphardt. Insgesamt zählt die Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg 70 aktive Mitarbeiter und Berater, die unterstützend tätig sind. In einer kooperierenden Apotheke erhalten die Patienten ihre Medikamente ohne Zuzahlung. Die Rechnung geht direkt an Denker und sein Team. Sie werden, genau wie alle anderen Ausgaben, lediglich mit Spenden finanziert. Dabei profitiert die Praxis von der Umtriebigkeit ihres Gründers. Denker betreibt emsig Öffentlichkeitsarbeit und sorgt damit für regelmäßige Habenbuchungen auf dem Praxiskonto: Etwa Euro müssen jeden Monat eingehen, um Behandlungskosten und Ausgaben für Medikamente zu decken. Wir betteln aber nicht um Spenden, sondern betreiben nur Pressearbeit. Neben den Geldspenden unterstützen auch Firmen das Projekt: Die Jalousien haben wir umsonst bekommen, eine Firma hat die Verlegung des Teppichs gespendet, zum Teil sind die Möbel gestiftet und eine große Optikerkette hat uns eine Untersuchungseinheit für die Augenuntersuchungen überlassen, erzählt Klein-Epphardt, die zwei Mal im Quartal die Sprechstunde abhält, mit einem Lächeln. Uwe Denker stößt immer auf positive Resonanz. Doch auch das reicht nicht immer. Wenn wir Patienten haben, Ausgabe 9 September

12 TITELTHEMA die im Sterben liegen, brauchen wir sehr teure Medikamente. Manchmal müssen wir auch Operationen bezahlen. Derzeit haben wir beispielsweise einen Schweden, der eigentlich zwei neue Hüften braucht. Das können wir im Grunde nicht bezahlen. Aber unser Motto ist, dass wir das hinkriegen. Wir verbreiten Zuversicht, so Denker. Gerne würden sich die Praxen ohne Grenzen wieder entbehrlich machen. Dafür haben die Mitarbeiter auch jeden einzelnen Patienten und seine Situation im Blick. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Bürgerbeauftragten bespricht mit unseren Patienten, ob es eine Chance gibt, wieder in die gesetzliche Krankenkasse aufgenommen zu werden. Ab und zu gibt es da Möglichkeiten. Unsere Aufgabe ist es ja, den Patienten zu helfen, aber auch ihre Notsituation zu beenden, schildert Klein-Epphardt den ganzheitlichen Ansatz. Daneben hat Denker aber auch die politische Bühne im Blick und setzt sich dafür ein, auf dieser Ebene Verbesserungen für seine Patientenklientel zu erreichen. So ist es auch seinem Einsatz zu verdanken, dass der ehemalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der sich wie berichtet während seiner Amtszeit auch persönlich in der Praxis ohne Grenzen informierte, veranlasste, die Schulden bei den privaten Krankenversicherungen nur noch mit einem statt fünf Prozent verzinsen zu lassen. Doch das ist Denker nicht genug. Er postulierte zehn Thesen mit politischen Forderungen, die u. a. eine Zuzahlungsbefreiung für Mittellose für Medikamente, eine kostenfreie Krankenversicherung für alle Kinder in der Bundesrepublik oder die Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente beinhaltet. Jüngst veröffentlichte er eine Online-Petition, die forderte, dass alle Menschen, die sich in der EU aufhalten, unabhängig von ihrem Versicherungsstatus die nötige medizinische Versorgung erhalten. Das notwendige Quorum von Mitzeichnern konnte das Anliegen jedoch nicht erreichen. Im entsprechenden Online-Forum schlug Denker mit seiner Forderung auch Kritik und Unglaube entgegen: Weltweit wäre unser Gesundheitssystem für jeden unentgeltlich verfügbar, der es nur schafft, hierher zu gelangen, so ein Forist. Die Angst vor Schmarotzern scheint größer als die Hilfsbereitschaft. Passend dazu muss sich Denker auch dem Vorwurf stellen, die Praxis ohne Grenzen würde einen Anreiz für jene schaffen, die eigentlich nicht bedürftig sind. Das ärgert mich maßlos, kommentiert das der 76-Jährige. Tatsächlich käme so etwas auch kaum vor, meint sein Kollege Hansen. Ich habe noch nie erlebt, dass wir ausgenutzt wurden. Aber ich glaube, das würden wir relativ schnell und intuitiv merken. Und wenn wir dann mal ausgenutzt werden, dann ist das eben so. Letztendlich ist das eine verschwindend geringe Zahl gegenüber den wirklich Bedürftigen. Dennoch begegnen ihnen auch Kollegen manchmal mit Argwohn und bezichtigten sie, Schattenpraxen aufzubauen, erzählt Augenarzt Hansen. Meist kann man aber mit wenigen Argumenten überzeugen, dass wir uns nicht irgendwelche Patienten heranziehen wollen. Wir erwecken ja wirklich nicht den Eindruck, dass wir anderen etwas wegnehmen. Im Gegenteil: Die anderen müssten die Patienten umsonst behandeln und sind froh, wenn sie es nicht machen müssen, so Hansen. Die Praxis ohne Grenzen ist mit ihrem Konzept weitgehend einmalig. Andere Projekte wie zum Beispiel das Medibüro Kiel, wo Hilfsbedürftige eine erste Anlaufstelle finden, die sie an entsprechende Ärzte weitervermittelt, die kostenlos oder zu reduzierten Preisen behandeln, haben eine ähnliche Ausrichtung. Doch das Angebot richtet sich, im Gegensatz zur Praxis ohne Grenzen, vor allem an Menschen ohne Papiere, die illegal im Land sind. Deutsche Bürger ohne Versicherungsschutz dürfte es nicht geben, entsprechend fallen sie durch alle Raster. Es sieht also vorerst nicht danach aus, als ob Denker und seine Mitstreiter sich endgültig in den Ruhestand verabschieden könnten. Traurig sind sie darüber aber nicht unbedingt, denn auch die Mitarbeiter profitieren von der befriedigenden Arbeit: Ich würde es auch als schade empfinden, wenn mein Wissen nach so vielen Jahren Studium und Berufserfahrung plötzlich stillgelegt würde. Es ist hier ein völlig freies ärztliches Arbeiten. Man hat im Gegensatz zur Praxis mehr Zeit. Man sieht den Patienten in seiner Gesamtsituation. Und das ist sehr erfüllend, so der zweite Vereinsvorsitzende Hansen. Das ist viel befriedigender als in der Praxis zu stehen und die Scheine zu zählen. So kann man nochmal ein bisschen das Albert-Schweitzer- Denken ausleben, das man vielleicht zum Beginn des Studiums noch hatte und das im Laufe der Praxiszeit durch die Umstände verloren gegangen ist. Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten unter Anne Mey, Dirk Schnack 12 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

13 SCHLESWIG-HOLSTEIN Ambulante Versorgung Praxiskette in Stadt und Land Als Hamburger Praxisinhaber hat Dr. Haroon Nawid auch einen Kassenarztsitz in Schleswig-Holstein. Voraussetzung: Organisation und guter angestellter Arzt. Dr. Haroon Nawid (Foto: di) Hier hat man als Arzt zwar beschränkende Rahmenbedingungen, aber auch ein soziales System. Ich habe mich entschieden, das Beste aus diesen Rahmenbedingungen zu machen, sagt der in Afghanistan geborene und in Deutschland aufgewachsene Allgemeinmediziner über seine Beweggründe für eine Niederlassung in Deutschland. Nach einigen Jahren als niedergelassener Allgemeinarzt in Hamburg hat er gemerkt, dass sich seine Praxis in Wandsbek nicht mehr weiter optimieren ließ. Deshalb hat er sich für weitere Kassenarztsitze interessiert. Durch einen befreundeten Kollegen wurde ihm in Schwarzenbek eine Praxis angeboten. Nawid analysierte Kaufpreis, Kostenstruktur und Patientenpotenzial, informierte sich über die in Schleswig-Holstein üblichen Fallwerte, suchte nach einem Kollegen und entschied sich für die Übernahme. Seitdem ist er als Organisationstalent gefragt. Denn Nawid hält weiterhin Sprechstunde in seiner Praxis in Hamburg und beschäftigt in Schwarzenbek auf einer Vollzeitstelle Diplom-Mediziner Obaidullah Sulimankhil, der ebenfalls aus Afghanistan stammt. Seit der Übernahme verzeichnet die Praxis deutlich mehr Patienten und weist mit inzwischen Scheinen weit mehr als der Durchschnitt in Schleswig-Holstein (850) auf. Seinen angestellten Kollegen motiviert er mit einer Gewinnbeteiligung und der Option, die Praxis bei Interesse übernehmen zu können. Vor einem Jahr kam eine weitere Praxis hinzu in direkter Nachbarschaft zu seinem Stammsitz. Nawid stellte eine Kollegin ein, die das eigene Leistungsspektrum der Stammpraxis ergänzt. So können Patienten bei Bedarf zur anderen Praxis geschickt werden. Außerdem sind gegenseitige Vertretungen möglich. Zusammen kommen die beiden Hamburger Praxen auf Scheine, der Durchschnitt liegt in der Hansestadt deutlich niedriger. Inzwischen ist auch die nächste Praxis für Nawid schon in Sicht. Er hat sich bereits mit einem Praxisinhaber geeinigt, dann auf die vierte Praxis in seiner kleinen Kette. Damit wäre die Expansion beendet ein niedergelassener Arzt darf maximal drei Kassenarztsitze neben seiner Stammpraxis führen, wenn er denn entsprechende angestellte Kollegen dafür findet. Nawid betreibt die Praxiskette wie ein mittelständisches Unternehmen, bei dem derzeit zehn Angestellte beschäftigt sind. Ein einheitliches Logo für die Praxen war zum Redaktionsschluss schon in Arbeit. Nawid schätzt, dass er 70 Prozent seiner Arbeitszeit für die Medizin und 30 Prozent für Organisatorisches aufwendet. Anders als viele Kollegen begreift er diesen Aufwand nicht als Belastung: Mir macht das Organisieren einfach Spaß. Aber ich bin auch mit Leib und Seele Arzt und werde das auch bleiben. Dirk Schnack Ausgabe 9 September

14 Schleswig-Holstein Pflegedokumentation Chance auf Vereinfachung und mehr Zeit für die Patienten Staatssekretär Karl-Josef Laumann warb in Kiel für die Umstellung auf eine vereinfachte Pflegedokumentation. Jede dritte deutsche Pflegeeinrichtung sollte in den nächsten beiden Jahren auf die vereinfachte Pflegedokumentation umgestellt haben. Diese Zielmarke gab der Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl- Josef Laumann, bei einem Besuch in Kiel aus. Mit nur 100 Einrichtungen innerhalb von zwei Jahren wäre die Umstellung gescheitert. Die Teilnahme ist eine Frage der Vernunft, sagte Laumann während eines Pressetermins nach einem Gespräch mit Fachleuten in Kiel. Ziel der Vereinfachung ist es, Pflegekräfte von Bürokratie zu entlasten und mehr Zeit für die Bewohner zu gewinnen. Ein bundesweites Modellprojekt hat gezeigt, dass dies durch eine Umstellung gelingen kann. Trägerverbände aus Schleswig-Holstein signalisierten nach dem Treffen mit Laumann, dass sie bei dieser Entwicklung eine Schrittmacherfunktion einnehmen könnten. So ist etwa die Arbeiterwohlfahrt (AWO) bereits dabei, alle 27 Einrichtungen im Land auf das neue Verfahren umzustellen. Je nach Einrichtung kann diese Umstellung nach Erfahrungen im Modellprojekt bis zu zwei Jahre dauern. Auch andere Träger wie etwa die privaten oder die Diakonie zeigten sich im Gespräch mit Laumann aufgeschlossen für die Umstellung. Dabei werden sie von Bund und Land Unterstützung erhalten. Gemeinsam müssen sich alle Beteiligten für eine vereinfachte Pflegedokumentation einsetzen, betonte Schleswig-Holsteins Sozial-Staatssekretärin Anette Langner. Laumann will ab November in Berlin ein Servicebüro einrichten, das die Einrichtungen bei der Umstellung begleitet. Er machte in Kiel klar, dass dabei für die Pflegeeinrichtungen Rechtssicherheit besteht. Auch Heimaufsichten und Medizinischer Dienst haben nach seinen Angaben hohes Interesse an der Umstellung. Laumann hofft, dass die mit der Vereinfachung frei werdenden Kapazitäten auch zu einer höheren Arbeitszufriedenheit bei den Pflegenden führen. Bei der neuen Dokumentation SIS (Strukturierte Informationssammlung) werden in erster Linie Besonderheiten, nicht mehr die selbstverständlichen Standards festgehalten. Zuvor wird mit den zu Pflegenden oder den Angehörigen ein individueller Pflegeplan erarbeitet. Acht der bundesweit 60 Modelleinrichtungen, die beim Besuch Laumanns von positiven Erfahrungen berichteten, kommen aus Schleswig-Holstein. Allerdings gab es nach Angaben von Heim- und Pflegedienstleiter Jens Meier anfängliche Vorbehalte und Unsicherheiten beim Personal, weil die gewohnte, umfangreiche Dokumentation zum Teil auf ein Zehntel des ursprünglichen Umfangs schrumpfte. Inzwischen hat sich das Verfahren in seiner Einrichtung Villa Carolath in der Nähe von Tarp aber vorbehaltlos durchgesetzt. Wir machen so weiter, bekräftigte Meier bei jedem neuen Bewohner wird nach dem neuen Verfahren dokumentiert. Dirk Schnack 14 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

15 Marfan-Syndrom Malente als Reha-Pionier für Marfan-Patienten Sport, Information und psychologische Beratung: Acht Teilnehmer in der Mühlenbergklinik in Bad Malente. Positive Bewertung im Anschluss. Die Teilnehmer der ersten Reha-Gruppe kommen im Frühjahr 2015 nach Bad Malente für ein abschließendes Fazit zurück. Direkt im Anschluss beurteilten sie die Reha-Maßnahme positiv. (Foto: am) Überlange Gliedmaßen, überdehnbare Gelenke und Herz- und Gefäßveränderungen sind nur einige der Symptome des Marfan-Syndroms. Die genetisch bedingte Erkrankung des Bindegewebes betrifft etwa ein bis zwei unter Personen. Entsprechend wenig Angebote gibt es für diese Patienten. In der Mühlenbergklinik in Bad Malente wurde diesen Sommer eine neue Reha-Maßnahme speziell für Marfan-Betroffene gestartet, die laut Prof. Eike Hoberg, Ärztlicher Direktor der Klinik, deutschlandweit bisher einmalig ist. In einer geschlossenen Gruppe wurden acht Patienten aus ganz Deutschland in drei Wochen rehabilitiert. Eine Kombination aus sportmedizinischer Betreuung, psychologischer Beratung und Informationsveranstaltungen soll die Patienten im Alltag nachhaltig positiv beeinflussen. Das Konzept wurde einem Vorbild aus Norwegen entlehnt und ist mit zwei speziellen Therapeuten, die konstant für die Gruppe da sind, organisatorisch aufwendig, so Hoberg. Ein Belastungs-EKG am Anfang dient zur Ermittlung der individuellen Trainingsniveaus, um darauf aufbauend für jeden Reha-Patienten die richtige Dosis an Bewegung zu schaffen. Die Patienten sollen ihre Bewegungsmöglichkeiten, aber auch ihre individuellen Grenzen kennenlernen, schildert Hoberg das Ziel der sportlichen Komponente. Ein erstes Feedback durch die Patienten ist positiv ausgefallen: In vorherigen Reha-Maßnahmen kannte man sich mit Marfan nicht aus, was dazu geführt hat, dass ich im sportlichen Bereich nichts machen durfte. Die Aufenthalte waren somit vollkommen wirkungslos. Ich bin hier auf jeden Fall sicherer im Umgang mit Sport geworden, schildert Teilnehmerin Elke Reinken ihre Erfahrungen. Raimund Uhrig aus Landau in der Pfalz profitierte nach eigener Auskunft besonders von der psychologischen Beratung und der Gruppendynamik. Alle Patienten wurden durch die Marfan-Hilfe auf das Angebot aufmerksam. Im Frühling 2015 sollen die Teilnehmer ein Langzeit-Resümee ziehen und Anstöße für eine Nachjustierung geben. Die nächste Marfan-Gruppe soll im November in die Mühlenbergklinik kommen. Anne Mey Ausgabe 9 September

16 Schleswig-Holstein Psychische Erkrankungen Schmale Schultern, große Nöte: Kinder psychisch kranker Eltern Erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Fachtagung in Rendsburg. Nach Lösungen wird noch gesucht. Mutter und Kind spielen miteinander, lachen sich an, winken sich zu. Bis die Frau auf einmal nicht mehr reagiert, sondern mit starrer Miene auf ihr Baby schaut. Das Kind versucht immer verzweifelter, die Mutter zu einer Reaktion zu bewegen und ist sichtbar erleichtert, als die Frau sich ihm wieder liebevoll zuwendet. Still Face ist der Titel dieses Experiments, das zeigt, wie Kleinkinder und Erwachsene miteinander agieren. Was aber, wenn es kein Experiment ist, sondern wenn sich die erwachsene Bezugsperson tatsächlich von einer Sekunde auf die andere abwendet? Bindung ist kein Selbstzweck, sondern es geht um überlebensnotwendigen Schutz, sagte Lidija Baumann, Diplom-Psychologin beim Kinderschutzzen trum Kiel, bei einer Tagung über die Nöte von Kindern psychisch kranker Eltern. Dazu hatten der Kinderschutzbund und die Imland-Klinik Rendsburg eingeladen. Wenn Bindungen desorganisiert sind, weiß das Kind nicht, wie es reagieren soll das bedeutet Panik, sagte Baumann vor gut 350 Fachleuten aus ganz Schleswig-Holstein. Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern erleben diesen Zustand oft: Vater oder Mutter sind überängstlich oder euphorisch, stoßen ihr Kind weg oder lassen es nicht los. Die Folgen sind dramatisch, berichtete Dr. Anna Christina Schulz-Du Bois, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Imland-Klinik: Kinder, deren Eltern an Depression, Psychosen, Schizophrenie oder einer Borderline-Störung leiden, tragen nicht nur eine höhere Last während der akuten Krankheitsphasen, sondern haben darüber hinaus ein deutlich erhöhtes Risiko, im späteren Leben selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Doch obwohl das Thema seit einigen Jahren in Fachkreisen angestoßen vom Kinderschutzbund Schleswig-Holstein, aber auch von regionalen Gruppen wie dem Gemeindepsychiatrischen Verbund in Neumünster beraten wird, gibt es für das Hauptproblem noch keine Lösung: Die Ärzte sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich behandeln ihre Patienten, also die Eltern. Hilfe, Rat und Therapie für die Kinder bleibt dabei oft auf der Strecke. Befragungen hätten ergeben, dass zwei Drittel der Patienten-Kinder noch nie ein aufklärendes Gespräch mit Fachpersonal hatten, berichtet Schulz-Du Bois. Die Kinder wünschen sich Informationen, und die Eltern würden gern kindgerechte Broschüren haben alle fühlen sich allein gelassen und zu wenig unterstützt. Das Idealziel wäre, wenn ein Automatismus eingeführt würde, um die Hilfe für die betroffenen Kinder sicherzustellen, sagt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein: Wir brauchen eine flächendeckende, regelhafte Versorgung. Der Kinderschutzbund kümmert sich seit 2007 um das Thema und hat in einer Veranstaltungsreihe, die vom Kieler Sozialministerium unterstützt wurde, für mehr öffentliches Interesse an den vergessenen Kindern und ihren Nöten gesorgt. Wir bewerten es als wichtige nächste Schritte, dass die Versorgung dieser Gruppe in die Psychiatrieplanung in Schleswig-Holstein als Berichtsschwerpunkt aufgenommen wird, so Johns. Dabei sollen Angebote für Kinder psychisch kranker Eltern als Spezialisierung der Kliniken im Psychiatriebericht erfasst werden. Die Rendsburger Imland-Klinik gehört zu den Vorreitern. Sie bietet ab September eine Seminarreihe an, in deren Verlauf nicht nur die eigenen Beschäftigten mehr über das Thema lernen sollen, sondern auch Mediziner oder Pflegekräfte von außerhalb. Wir sind in der Erwachsenen-Psychiatrie nicht ausgebildet, um mit Kindern umzugehen, sagte Klinikleiterin Schulz-Du Bois. Zudem beteiligt sich das kreiseigene Krankenhaus an einer Arbeitsgruppe, der Behörden Jugendamt, 16 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

17 kommunale Eingliederungshilfe und frei-gemeinnützige Anbieter wie die Diakonie oder die Brücke Rendsburg-Eckernförde angehören. Denkbar sei auch ein Modellprojekt, so Schulz-Du Bois. Auch auf Bundesebene ist das Thema inzwischen angekommen. Geplant ist, eine Sachverständigenkommission zu Hilfen für Kinder und Familien mit psychisch kranken Eltern einzurichten. Bislang ist es eher von Zufällen und dem Wohnort abhängig, ob ein Kind Hilfe erhält. In Schleswig- Holstein gibt es mehrere Angebote, die von unterschiedlichen Einrichtungen getragen werden die Finanzierung ist überall schwierig. Beispielsweise bieten in Neumünster der Kinderschutzbund und die Brücke Neumünster seit 2009 Gruppen an, in denen Kinder zwischen acht und zwölf Jahren betreut werden. Die Nachfrage sei immer noch gewaltig, sagt Godela Köster vom Kinderschutzbund Neumünster. Inzwischen laufen parallel zu den auf ein halbes Jahr beschränkten Erstangeboten Gruppen für Fortgeschrittene, also Mädchen und Jungen, die die erste Gruppe abgeschlossen haben. Die Kinder tragen große Lasten auf ihren kleinen Schultern, sagt Köster. Teilweise kümmern sie sich um den Haushalt und versorgen kleinere Geschwister. Die Chance, sich untereinander austauschen zu können und Rat zu erhalten, sei extrem wichtig. Finanziert wird die Hilfe zu einem Großteil durch Spenden. Das Modell der Pateneltern, das aus Hamburg stammt, wird in Flensburg umgesetzt. Hier nehmen Freiwillige ein Kind auf, während die Eltern in Behandlung sind. Der Kontakt ist nicht nur auf die Krisenzeiten beschränkt, leibliche Eltern und Kinder kennen ihre Paten also. In Elmshorn entsteht ein entsprechendes Projekt gerade. Im Kreis Segeberg gibt es eine Beratungsstelle für Young Carer gemeint sind unter 18-Jährige, die mit einem chronisch kranken Angehörigen zusammenleben. Wie wichtig es ist, die Kinder früh zu stärken, machte bei der Tagung in Rendsburg der Kinder- und Jugendpsychiater Professor Michail Siniatchkin vom Institut für Medizinische Psychologie an der Christian-Albrecht-Universität Kiel deutlich. Zwar seien Faktoren wie Ängstlichkeit oder Stressresistenz zu einem großen Teil durch die Gene gesteuert, doch ebenso wichtig seien Erfahrungen, Bindung und Förderung, gab Siniatchkin zu bedenken. So etwa im Fall der elfjährigen Lena (Name geändert), die er behandelte. Das Mädchen ging nicht mehr zur Schule, Lidija Baumann (Foto: est) schlief kaum mehr, litt unter Alpträumen, saß täglich stundenlang vor Computerspielen. Ihre Mutter, die das Mädchen allein erzog, wusste nicht mehr weiter auch krankheitsbedingt, denn die Frau litt unter Depressionen und versuchte, jeden Konflikt zu vermeiden. Morgens kam die Mutter ins Kinderzimmer, fragte vorsichtig, ob Lena aufstehen wollte, und wenn sie ein Nein hörte, ging sie wieder, berichtete der Psychiater. Ein Problem der Behandlung sei oft, dass kranke Eltern ihren eigenen Zustand negieren oder sich vor den Veränderungen fürchten, die eine Therapie anstoßen könnte. Im Fall Lena gelang es mit Therapie und Behandlung für Mutter und Tochter, zudem prüft regelmäßig eine Familienhelferin den Zustand. Die Folgen der Erfahrungen im Kindesalter schilderte Siniatchkin noch an zwei weiteren Fällen: Ein Junge wächst in einem eher begüterten Haus mit seiner Großfamilie auf, erlebt seinen Vater aber als streng und furchteinflößend und fühlt sich trotz der großen Familie einsam. Später entwickelt der Junge Süchte und einen Hass auf den eigenen Körper. Der zweite Junge stammt aus armen Verhältnissen, seine Mutter erzieht ihn allein macht ihm aber klar, dass sie ihm vertraut und ihn liebt. Dieses Selbstvertrauen stützte ihn, als er als Jugendlicher erblindete. Die Namen der beiden sind weltberühmt: Michael Jackson, King of Pop, und Ray Charles, Godfather of Soul. Esther Geißlinger Ausgabe 9 September

18 Schleswig-Holstein Psychiatrische Kliniken Verändertes Betreuungskonzept und Neubau auf dem Hesterberg Die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Schleswiger Hesterberg wird renoviert. Eine Tagung beschäftigte sich mit der Geschichte des Hauses. Ein tägliches Bad im Meer, Schulbesuch und Feldarbeit: Es waren ungewohnte und moderne Therapiemethoden, die in Dr. C. F. Hansens Heil- und Erziehungsanstalt für blöd- und schwachsinnige Kinder angewandt wurden eröffnete der Arzt seine private Klinik bei Eckernförde, floh dann aber während der schleswig-holsteinischen Befreiungskriege gegen Dänemark mit seiner Heilanstalt nach Sonderburg. Vor dort zog Hansen nach Schleswig weiter wurde auf dem Hesterberg der Grundstein für das erste Haus der heutigen Fachklinik gelegt. Heute befindet sich auf dem weitläufigen Gelände die viertgrößte Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland mit gut 100 Betten und etwa Patienten im Jahr. In den kommenden Jahren soll sie modernisiert werden. Rund 15 Millionen Euro will Betreiber Helios investieren. Grundlage für die Neubauten wird ein verändertes Betreuungskonzept, an das die Gebäude angepasst werden sollen Details werden erst noch erarbeitet, hieß es bei einer Tagung in Schleswig. Dabei wurde auch die Multifamilientherapie als neues Verfahren vorgestellt. Dabei werden sechs bis acht Familien mit ähnlichen Problemen gemeinsam, aber in wechselnden Gruppen behandelt. So könnten mal die Mütter, in einem anderen Setting die Väter an einem bestimmten Problem arbeiten, erklärte Ulrike Behme-Matthiesen. Psychologin und Leiterin der psychotherapeutischen Tagesklinik Baumhaus in Schleswig. Jenseits der modernen Ansätze muss sich die Klinik einem Kapitel der Vergangenheit stellen. So meldeten sich kürzlich ehemalige Patienten, die als Kinder in den 1950er und 60er Jahren in Schleswig misshandelt, geschlagen oder in Zwangsjacken gesteckt wurden. In dieser Zeit vor Beginn der Gemeindepsychiatrie-Bewegung waren Massenschlafsäle und Unterbringung statt Therapie üblich, so auch in Schleswig: Auf Bildern der damaligen Zeit sind Zimmer zu sehen, in denen Bett an Bett steht, die Wände sind nackt und schmucklos. Der heutige Chefarzt Dr. Martin Jung zeigte in einem Vortrag zur Geschichte der Klinik aber auch andere Fotos aus jener Zeit: Wandertage, Gymnastik im Garten, Weihnachtsfeiern. Und bereits in den 50er Jahren hatten die Pfleger die Dienstanweisung, die Jugendlichen höflich zu behandeln und als Betreuer, nicht Vorgesetzte aufzutreten. Dennoch ist die Schilderung der ehemaligen Patienten aus Sicht der Klinik richtig: Patienten, darunter Jugendliche mit schweren geistigen Behinderungen, ja, die wurden gehauen, sagte Jung. Für viele Details aber fehlen Akten aus den damaligen Zeiten. Denn die seien regulär vernichtet worden, bedauerte Geschäftsführer Florian Friedel. Er versprach aber eine Aufarbeitung der Geschichte. Ausführlich hat sich die Klinik mit den Jahren zwischen 1933 und 1945 beschäftigt, in denen sich auch die Psychiatrie den Regeln des Dritten Reiches unterwarf. Jugendliche mit Behinderungen wurden auf ihre Tauglichkeit geprüft, wer konnte, wurde zu Arbeitseinsätzen geschickt. Die Plätze, die dadurch im Hesterberg frei wurden, besetzten Unangepasste, schwer Erziehbare, die zur Raison gebracht werden sollten. Zwangssterilisationen fanden statt, und eine Reihe von jungen Patienten wurde als lebensunwert gebrandmarkt. Auch aus Schleswig rollten die Vernichtungswagen, starben Kinder wie Erwachsene durch Spritzen ihrer Pfleger und Ärzte. Dazu kamen Hunger, Kälte und Krankheiten, denen Dutzende Kinder und Jugendliche erlagen im Zweiten wie auch schon im Ersten Weltkrieg. Über die Kosten für heutige Umbaupläne hätten die Klinik- Verantwortlichen während der Superinflation in den 20er Jahren gelacht: 23 Billionen Mark kostete damals die Unterbringung eines Jugendlichen auf dem Hesterberg pro Tag. Esther Geißlinger 18 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

19 Pädiatrische Dermatologie Marktplatz des Wissens und der Erfahrung beim Kieler Kongress Die auf dem Kieler Kongress gewonnenen Erfahrungen könnten bei der Etablierung der pädiatrischen Dermatologie als Subspezialität in Deutschland helfen. Mit der Botschaft Dermatologists & Paediatricians: Go Hand in Hand hatte Regina Fölster-Holst, Professorin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am UKSH am Campus Kiel zum 12. Kongress der European Society for Paediatric Dermatology (ESPD) eingeladen. 650 Teilnehmer aus 51 Ländern fanden sich auf einem Marktplatz des Wissens und der Erfahrung in Kiel ein und erlebten eine fachlich-familiäre Atmosphäre, die den Veranstaltungen der Kieler Hautklinik eigen ist. Insbesondere kürzlich gefundene bzw. definierte Krankheitsentitäten, neue Therapien und Behandlungskonzepte sowie die Regenerative Medizin waren wichtige Themen: So wurden in der Madrider Hautklinik in den letzten Jahren fünf neue Krankheiten allein durch subtile Beobachtung gefunden bzw. definiert, so Antonio Torrelo (Madrid), u. a. das PENS Syndrom (Papuläre epidermale Nävi mit Skyline - Basalzellenschicht-Syndrom). Amy Paller (Chicago/ USA) berichtete u. a. über die Puls-Therapie bzw. proaktive Behandlung mit Cortison bei Neurodermitis; so ist bei geringer Entzündungsaktivität oft eine zwei- oder dreimalige lokale Anwendung von cortisonhaltiger Salbe pro Woche ausreichend. Die innovative, kürzlich zugelassene Therapie des infantilen Hämangioms mit oral gegebenem Propanolol wurde eingehend in einem Symposium von Christine Léauté-Labrèze (Bordeaux), die diese Behandlung durch Zufall gefunden hat, sowie von Peter Höger (Hamburg) dargestellt: Die Erfolgsaussicht dieser Behandlung, frühzeitig in der proliferativen Phase eines Hämangioms durchgeführt, liegt nach ihren Angaben bei 98 Prozent, große Hämangiome eingeschlossen. Radiotherapie, Kryobehandlung oder Operationen, die oft nur zu einer Defektheilung führten und entstellende Narben zur Folge haben konnten, gehören somit weitgehend der Vergangenheit an. John McGrath (London) wurde für seine Forschungen auf dem Feld Prof. Regina Fölster-Holst, Präsidentin des Kongresses, überreicht Prof. Happle den Dr. Nicole Brandl-Preis. (Foto: Deutsche Stiftung Kinder - dermatologie, Frank Molter) Regenerative Medizin mit dem Urs Schnyder Preis ausgezeichnet und berichtete anschließend über seine Arbeit, die im Bereich Tissue-Bio-Engineering liegt. Den von der Deutschen Stiftung Kinderdermatologie (DSK) vergebenen Dr. Nicole Brandl-Preis erhielt Rudolf Happle (Freiburg), emeritierter Ordinarius der Dermatologischen Klinik der Philipps-Universität Marburg, für sein Lebenswerk, die Erforschung der Mosaiksyndrome in der Dermatologie. Mit weiteren Preisen wurden nicht nur das beste Poster und der beste Vortrag, sondern auch die künstlerische Gestaltungskraft von Kindern gewürdigt und somit auch die Sicht der Kleinen in diese Tagung einbezogen: Der erste Preis zu dem Thema Meine Haut juckt wurde für ein Selbstporträt, welches das quälende Jucken der Haut darstellt, vergeben. Dr. Udo Hennighausen Ausgabe 9 September

20 Schleswig-Holstein Qualitätspreis 2014 Konzept für Reha-Patienten aus Gesundheitsberufen überzeugt Zweite Verleihung nach Drei Projekte der medizinischen Versorgung wurden für den Preis nominiert und werden im Ärzteblatt SH vorgestellt. Eine hohe Qualität in der medizinischen Versorgung steht in Schleswig-Holstein ganz oben auf der Prioritätenliste. Zu diesem Zweck haben die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärztekammer Schleswig-Holstein 1993 in Kooperation mit fünf forschenden Pharmafirmen den Förderkreis Qualitätssicherung e. V. (FKQS) gegründet. Inzwischen gehören dem Verein rund 50 Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens an. Aktuelle gesundheitspolitische Themen und die Organisation entsprechender Foren stehen im Zentrum der Arbeit. In sechs Arbeitsgruppen (Arzneimittel, Evaluation, Kommunikation/Internet, Schmerztherapie, Symposium und Preisauslobung) werden die verschiedenen Themenschwerpunkte erarbeitet. Seit 2012 vergibt der Förderkreis Qualitätssicherung auch einen mit Euro dotierten Qualitätspreis für herausragende Leistungen im deutschen Gesundheitswesen. Im Premierenjahr erhielt der MDK Nord den Qualitätspreis wurde der Preis erneut vergeben. Die Verleihung fand am 28. August im feierlichen Rahmen in der Klinik Nordfriesland in St. Peter-Ording statt. Ausgezeichnet wurde passend zum Veranstaltungsort eben jene Klinik mit ihrem Projekt Medizinisch berufliche Orientierung in der Rehabilitation: Return to Work DiGeSo, ein spezielles Reha-Konzept für onkologische Patienten, die aus dem Dienstleistungs-, Gesundheitsund Sozialbereich kommen. Das Konzept hat die Jury, die sich aus Mitgliedern der Arbeitsgruppe Preisauslobung sowie weiteren Mitgliedern des Förderkreises zusammensetzt, mit seinem innovativen Charakter überzeugt. Daher wird das prämierte Versorgungskonzept aus St. Peter-Ording auf der folgenden Seite näher vorgestellt. Doch auch bei den anderen beiden nominierten Projekten handelt es sich um interessante und wegweisende Konzepte, die ebenfalls im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt präsentiert werden. Im Oktober steht das Projekt thera.best Schlaganfall Nachsorge von Jürgen Langemeyer im Fokus. Dabei handelt es sich um eine Schlaganfallnachsorge für Patienten, die langfristig eine ambulante Versorgung benötigen, aber nicht dauerhaft pflegebedürftig sind. Mit hoher Effizienz sollen möglichst viele Patienten maximale Therapieergebnisse erzielen. Im November wird das Projekt Kiefergelenkorthopädie, regenerative Zahnheilkunde mit elektromyografischer Therapielenkung, Qualitätssicherung und Dokumentation unter funktioneller Beachtung neuer anatomischer Strukturen, Fascia Pterygoidea Cervicalis von Dr. med. dent. Klaus-Richard Herrmann vorgestellt. Mit dem Ziel qualitätsgesicherter und regenerativer Zahnheilkunde für Parodontien und Kiefergelenke durch Funktionsoptimierung des kiefergelenkorthopädisch einzustellenden Kausystems hat der Lübecker Zahnarzt eine kiefergelenkorthopädische Therapiemethodik entwickelt. Damit will der Nominierte auch die Fachbereiche der HNO bei Tinnitus, Schwindel und Hörleistung, der Orthopädie (Wirbelsäulenstatik) sowie der Kardiologie bei Bluthochdruck unterstützen. Bei der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) richtet sich, wie der Name vermuten lässt, die medizinische Rehabilitation an den Anforderungen der Arbeitswelt aus. Dabei werden die Bedürfnisse der jeweiligen Berufsgruppen, aus denen die Patienten kommen, berücksichtigt und entsprechend spezielle Leistungen angeboten. Ein Projekt dieser Ausrichtung ist auch das Gewinnerprojekt Return to Work der Klinik Nordfriesland, einer AHB- und Nachsorgeklinik für Onkologie Der Projektleiter und Oberarzt an der Klinik, Dr. Dirk Albrecht, hat mit seinem Team fehlende struktu- 20 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt

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