Lebens- und Pflegesituation bei HIV-Infektion und AIDS. Bremer Krankenpflegeschule e.v. Lernfeld L - Lerninsel HIV/AIDS

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1 Lebens- und Pflegesituation bei HIV-Infektion und AIDS

2 Die Diagnose ein Einschnitt Unterscheidet sich dieser Schock von dem, den eine andere Diagnosestellung mit ähnlicher Prognose auslösen würde?

3 Die Situation des Betroffenen Schock durch die Diagnosestellung Künftiges Leben unter einer Krankheitsbedrohung, die sich nicht vollständig beherrschen lässt Wut, Niedergeschlagenheit, Unsicherheit, Zukunftsangst als mögliche Reaktionen Angst vor Ausgrenzung, Schmerzen, Leiden, Tod

4 Was beeinflusst die Möglichkeiten, diesen Einschnitt zu bewältigen? Bisheriger Umgang mit Krisen Soziale Beziehungen Reaktion der Umwelt Folgen, z.b. Schuldzuweisungen durch Partner, Outing, Schuldgefühle

5 Die Pflegebeziehung Besteht u.u. über einen langen Zeitraum Die Betroffenen sind häufig Experten für ihre Erkrankung Ist evtl. beeinflusst durch den Umgang mit Tabu-Themen Stellt u.u. die eigenen Wertvorstellungen (und Vorurteile) in Frage

6 Pflege bei AIDS ist für erfahrende Pflegende vom Grundsatz her nichts Besonderes, denn Die meisten Pflegediagnosen kommen auch bei anderen Erkrankungen vor Ist die Pflege von AIDS-Patienten dennoch anders?

7 Beratung und Pflege bei AIDS - Vitalfunktion Prophylaxe von opportunistischen Infektionen, gezielte Beobachtung; v.a. die Pneumocystis-Carinii- Pneumonie ist gefährlich Blutungsrisiko (NW der HAART) einschätzen und Blutungen meiden (Sturzgefahr?!) Adhärenz der HAART beobachten und entsprechend beraten

8 Die Adhärenz der HIV- Infizierten Die Adhärenz ist zwingend für einen Erfolg der HAART Risikofaktoren für schlechte Adhärenz: Drogen- und Alkoholmissbrauch Fehlende soziale Unterstützung Niedriges Einkommen Geringe Schulbildung Weibliches Geschlecht Alter < 40 Jahre Schwanger haben eine beinahe 100%ige Adhärenz

9 Die Adhärenz der HIV- Infizierten Gründe für das Nicht-Einnehmen (Journal of AIDS 2000): Einfach vergessen Zu beschäftigt Auswärtige Aufenthalte Störung der Routine Depressive Verstimmungen Therapiepause Medikamente ausgegangen

10 Beratung und Pflege bei AIDS Essen/Trinken/Ausscheidung Pflege bei erschwerter Nahrungsaufnahme durch Infektionen im Bereich von Mund, Speiseröhre, Magen (häufig Candida albicans) Auf potentiell keimbelastete Nahrung verzichten, Obst/Gemüse waschen Pflege bei Darminfektionen mit Diarrhoen Wasting-Syndrom: regelmäßige Gewichtskontrollen Auf ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten (v.a. bei Fieber, Diarrhoen, Erbrechen)

11 Beratung und Pflege bei AIDS - Körperpflege (Schleim-)Hautbeobachtung zur Erkennung von Infektionen Sorgfältige Mundpflege nach den Mahlzeiten Infektions- und Verletzungsquellen reduzieren (Zahnpflege, Rasur, Wäsche) Frühzeitiges Erkennen von Hautinfektionen Sorgfältige Hautpflege u.u. muss die Körperpflege (teilweise) übernommen werden

12 Beratung und Pflege bei AIDS Kommunikation, Aktivität Erhöhtes Ruhe- und Schlafbedürfnis (Fatigue-Syndrom) Bewusstseinseintrübung/- veränderung durch ZNS-Infektion Antriebslosigkeit, Kraftverlust, Kreislaufschwierigkeiten führen evtl. zu Bewegungsarmut Einsamkeit, sozialer Rückzug, depressive Verstimmungen

13 Hygienemaßnahmen bei HIV/AIDS Hygienemaßnahmen entsprechend wie bei allen durch Blut/Körperflüssigkeiten übertragbare Erkrankungen (größtes Infektionsrisiko ist Hektik und Unachtsamkeit) Einzelzimmerunterbringung ist NICHT notwendig (außer bei gleichzeitigen anderen Infektionen oder als Umkehrisolation) KEINE besonderen Desinfektionsmaßnahmen (außer z.b. bei infektiösen Diarrhoen) Pflegende sind statistisch keinem größerem Infektionsrisiko ausgesetzt als die Gesamtbevölkerung

14 Beratungsstellen in Bremen AIDS-Hilfe Bremen (Sielwall 3), AIDS/STD-Beratung Gesundheitsamt Bremen (Horner Straße 60-70) Rat & Tat Zentrum für Schwule und Lesben e.v. (Theodor-Körner-Str. 1),

15 Quellen: Seel, M./Hurling, E. (2003): Die Pflege des Menschen im Alter. Ressourcenorientierte Unterstützung nach den AEDL. Hannover: Brigitte Kunz. S Menche, N. et al. (2011): Pflege Heute. Stuttgart u.a.: Elsevier. S u Schewior-Popp, S. (2012): Thiemes Pflege, 12. Auflage. Stuttgart u.a.: Thieme. S Ärzte Zeitung (2007): HIV-Infizierte vergessen oft ihre Tabletten. Auf: ankheiten/aids/article/444442/hiv-infizierte-vergessen-oftihre-tabletten.html. Abruf:

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