PATENSCHAFTSBERICHT Patenschaftsbericht _2012

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1 Patenschaftsbericht _2012

2 «Armut grenzt Kinder aus. Ein Leben lang.» Das ist der Slogan und das Thema der diesjährigen Caritas-Kampagne. Profunde Hintergrund-Informationen zum Thema «Arme Kinder» liefert das Caritas-Jahrbuch 2012 zur sozialen Lage in der Schweiz, der Sozialalmanach. Darin findet sich auch ein Beitrag des Geschäftsleiters des Netzwerks Kinderrechte Schweiz, Michael Marugg. Er präsentiert unter anderem eine Liste der Grundbedürfnisse von Kindern (nach Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind) mit sieben Punkten: 1. Beständige, liebevolle Beziehungen 2. Körperliche Unversehrtheit und Sicherheit 3. Individuelle Erfahrungen 4. Entwicklungsgerechte Erfahrungen 5. Grenzen und Strukturen 6. Stabile und unterstützende Gemeinschaften 7. Sichere Zukunft für die Menschheit Finanzielle Patenschaften helfen, dass im Kanton Thurgau auch benachteiligte Kinder dabei nicht zu kurz kommen. Dank finanziellen Patenschaften kann Caritas Thurgau z.b. die Kosten für die Mitgliedschaft in Sportclubs oder für Instrumentalund Sprachunterricht übernehmen. Die Patenschaften unterstützen aber auch gemeinsame Unternehmungen von Eltern mit ihren Kindern. Finanzielle Patenschaften fördern die spezifischen Neigungen und Begabungen armutsbetroffener Kinder. Finanzielle Patenschaften fördern das Selbstvertrauen der Betroffenen und wirken präventiv. Finanzielle Patenschaften entlasten schwierige Familiensituationen und ermutigen die betroffenen Familien in ihrem alltäglichen Kampf. Finanzielle Patenschaften sind ein Schritt hin auf das übergeordnete Ziel der Caritas für die ganze Dekade von 2010 bis 2020: die Armut in der Schweiz zu halbieren. Wem sie im laufenden Jahr zugute kommen, zeigen die Kurzbeschriebe auf den folgenden Seiten. Lukas Meyer Kommunikation und Fundraising Titelbild: Urs Siegenthaler

3 Im laufenden Jahr hat der Vorstand der Caritas Thurgau aus finanziellen Gründen sämtliche Dienstleistungen und Angebote überprüft. Während langer Zeit war unklar, wie die Zukunft aussehen wird. Dies hat unter anderem zu einem spürbaren Rückgang der Sozialberatungen geführt: Weniger Menschen suchten in Bedrängnis Rat und Hilfe bei der Caritas oder wurden von anderen Stellen hierher verwiesen. Eine Folge davon ist, dass der Sozialausschuss im 2012 bisher deutlich weniger Patenschaften gesprochen hat als im Vorjahr. Bisher nicht vergebene Patenschaftsbeiträge werden auf einem separaten Konto geführt und bleiben für den vorgesehenen Zweck reserviert. Sie kommen ungeschmälert bedürftigen Kindern im Kanton zugute. Mittlerweile steht fest, dass die Sozial- und Schuldenberatung ebenso wie das Patenschaftsprojekt «mit mir» und die finanziellen Patenschaften auch im kommenden Jahr weitergeführt werden können. Kurzbeschrieb Patenschaft Die Situation der geschiedenen Frau K. hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert (vgl. Bericht 2011, Patenschaft 11001). Sie leidet weiterhin unter Depressionen und bezieht Sozialhilfe. Ihre zwei halbwüchsigen Söhne leben noch immer beim Vater und besuchen sie jedes zweite Wochenende. Dank der finanziellen Patenschaft kann Frau K. an diesen Tagen sowie in Ferien mit dem jüngeren der beiden gemeinsame Ausflüge unternehmen. Kurzbeschrieb Patenschaft Familie I. mit zwei kleinen Jungen sind Working Poor: Trotz Vollzeit-Job des Vaters droht jede zusätzliche Ausgabe, das äusserst angespannte Budget zu sprengen. Wie letztes Jahr unterstützt Caritas deshalb die Familie mit einer finanziellen Patenschaft. Das Geld wird eingesetzt, um für die Kinder Kleider und Gummistiefel zu kaufen und um als Familie gemeinsame Freizeit verbringen zu können (vgl. Bericht 2011, Patenschaften und 11011). Kurzbeschrieb Patenschaft Auch die Situation der Familie M. mit ihren zwei Jungs ist gleich wie im Vorjahr (vgl. Bericht 2011, Patenschaft 11007): Sie muss von einer halben IV-Rente und Ergänzungsleistungen leben, manchmal zusätzlich von Sozialhilfe. Die beiden Buben haben über das Projekt «mit mir» der Caritas Thurgau je eine Patenfamilie. «Diese Partnerschaft bedeutet uns sehr viel. Unsere Kinder können mit anderen Kindern spielen, besser die Armut verstehen», haben uns die Eltern geschrieben. Die zusätzliche finanzielle Patenschaft, die nun schon im vierten Jahr läuft, ermöglicht dem einen Buben, weiterhin die Musikschule zu besuchen und Geigenunterricht zu bekommen.

4 Kurzbeschrieb Patenschaft Vor zwei Jahren ist Frau B. über das Projekt «mit mir» Patin eines 10-jährigen Mädchens aus einer Familie mit Migrationshintergrund und angespannten finanziellen Verhältnissen geworden. Seither hat sie viel mit dem Mädchen unternommen, u.a. auch Ausflüge in die Berge zum Wandern und Skifahren. Frau B. hilft mit grossem persönlichen Einsatz, dass sich das Mädchen gesellschaftlich integrieren kann. Die Familie ist ihr dafür sehr dankbar, kann die Ausflüge aber nicht bezahlen. Deshalb übernahm bisher Frau B. diese Ausflüge ganz. Die finanzielle Patenschaft dient dazu, zukünftige Freizeit-Aktivitäten mit dem Mädchen zu finanzieren. Kurzbeschrieb Patenschaft Die geschiedene Frau R. lebt mit ihren beiden sechs- und neunjährigen Kindern zusammen. Im letzten Jahr erhielt ihre psychisch erkrankte Tochter eine finanzielle Patenschaft zugesprochen für heilpädagogische Reitstunden (vgl. Bericht 2011, Patenschaft 11016). Diese Massnahme hat sich sehr bewährt. Glücklicherweise konnte Caritas über eine Stiftung die Fortsetzung gewährleisten. Dieses Jahr hat der Sozialausschuss dennoch erneut eine finanzielle Patenschaft gesprochen. Frau R. kann so dem jüngeren Kind Pony-Reiten ermöglichen und mit beiden Kindern gemeinsam etwas in der Freizeit unternehmen. Das ist für ihren Zusammenhalt sehr wichtig. Kurzbeschrieb Patenschaft Frau C. ist eine alleinerziehende Mutter mit einem 10-jährigen Sohn. Sie arbeitete zu 50% als Verkäuferin in einem Warenhaus. Im November 2011 bekam sie ihr zweites Kind. Dessen Vater hat sich leider von Frau C. getrennt. Ihre finanzielle Situation ist deshalb prekär. Während des Mutterschaftsurlaubes erhielt sie 80% ihres bisherigen Teilzeit-Lohnes sowie die Alimente, doch das reichte nicht. Frau C. nahm von sich aus Kontakt auf mit dem Sozialamt und der Vormundschaftsbehörde. Bis diese Unterstützungen greifen, leistet Caritas mit der finanziellen Patenschaft einen Beitrag an das erste Semester Musikunterricht für den 10-Jährigen. Dieser soll nicht für die veränderte Situation bezahlen und auf Musikunterricht verzichten müssen. Kurzbeschrieb Patenschaft Frau N. ist arbeitsunfähig; die IV-Abklärung ist im Gange. Zurzeit lebt Frau N., die mit der sechsjährigen Tochter und dem ältesten, bereits erwachsenen Sohn zusammen wohnt, von Sozialhilfe. Die finanzielle Patenschaft wurde gesprochen, damit die Tochter in den Ballettunterricht gehen und sich ein Ballettkleid anschaffen kann, und um gemeinsame Unternehmungen von Mutter und Tochter zu ermöglichen.

5 Kurzbeschrieb Patenschaft Frau E. ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Jungen. Der Vater ist Afroamerikaner und lebt in Amerika. Der Kontakt ist nur über Telefon und Internet möglich. Die Kosten für einen Besuch sind zu hoch. Obwohl Frau E. berufstätig ist, reicht ihr Einkommen nicht; Frau E. wird ergänzend von der Sozialhilfe unterstützt. Grosse Sprünge liegen auch so nicht drin. Seit diesem Jahr hat der Bub über das Patenschaftsprojekt «mit mir» eine Patenfamilie gefunden und geniesst diese Besuche und die Möglichkeit, mit den Kindern der Familie zu spielen. Für Frau E. bedeuten diese Besuche ein paar freie Stunden. Ergänzend unterstützt die Caritas Frau E. mit einer finanziellen Patenschaft. Diese ermöglicht ihr und ihrem Sohn gemeinsame Ausflüge. Zudem wünscht sich der Junge, der bald in die Schule kommt, sehnlichst einen eigenen Schreibtisch. Diesen Wunsch wird Frau E. ihm dank der finanziellen Patenschaft jetzt erfüllen können. Kurzbeschrieb Patenschaft Familie D. hat vier Kinder. Seit einem Arbeitsunfall ist der Vater arbeitsunfähig und erhält eine kleine Rente der SUVA. Die IV-Abklärung läuft. Die Mutter arbeitet Vollzeit. Trotzdem ist die Familie ergänzend auf Sozialhilfe angewiesen. Die finanzielle Patenschaft ermöglicht dem 13-jährigen Sohn die Mitgliedschaft im Fussballverein und leistet einen Beitrag an die Kosten von Wanderschuhen und Schlafsack für ein Sommerlager. Die 11-jährige Tochter kann dank der gleichen Patenschaft die Musikschule besuchen. Caritas Thurgau Kommunikation & Fundraising Felsenstrasse 11 / Postfach 8570 Weinfelden Direktwahl:

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