Jahresbericht Patenschaftsprojekte Caritas Vorarlberg

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1 Jahresbericht Patenschaftsprojekte Caritas Vorarlberg

2 Armenien Ecuador Äthiopien Mosambik 2 Danke für die Unterstützung:

3 Danke Liebe Spenderin, lieber Spender! Ich bewundere die Kinder, denen ich auf meinen Reisen in den Sozialprojekten der Caritas im vergangenen Jahr begegnen durfte. Viele von ihnen haben in ihrem jungen Leben schon schlimme traumatische Erfahrungen erleiden müssen. Den Tod ihrer Eltern, Ausgrenzung und Weglegung, Gewalt und Misshandlung. Viele mussten dabei die Erfahrung machen, dass Erwachsene ihre Not und Verletzlichkeit ausgenutzt haben. Ich bewundere diese Kinder, dass sie trotz all der negativen Erfahrungen den Mut und das Vertrauen ins Leben nicht verloren haben! Und ich bewundere Menschen wie Sie, die sie darin tatkräftig unterstützen und mithelfen, damit diese Kinder ihr Recht auf ein kindgerechtes Leben wieder erlangen können! Leider werden noch in vielen Teilen unserer Welt fundamentale Rechte der Kinder von den Erwachsenen ignoriert und verletzt. Die Caritas versteht sich als Begleiterin und Unterstützerin dieser Kinder, kämpft und steht gemeinsam mit Ihnen für die Verwirklichung ihrer Rechte. Dies beginnt in den eigenen Einrichtungen, wo Betreuungspersonal besser geschult wird, um einen sorgsameren Umgang zu erlernen und führt bis zu Aktivitäten für gesellschaftliche Veränderungen, wie z.b. in Ecuador. Denn es kann nicht sein, dass Gewalt gegen Kinder und Frauen ein Kavaliersdelikt darstellt. Die lateinamerikanische Schriftstellerin Gioconda Belli hat in ihrem Gedicht Niemand sucht aus geschrieben: Man sucht sich das Land seiner Geburt nicht aus,. man sucht sich die Zeit nicht aus, in der man die Welt betritt, aber gestalten können wir diese Welt, worin das Samenkorn wächst, das wir in uns tragen. Ein herzliches Danke für das Mitgestalten dieser Welt - für die Kinder dieser Welt! MMag. Martin Hagleitner-Huber Fachbereichsleiter Auslandshilfe 3

4 Armenien Tageszentrum Aregak in Gyumri Eine Einrichtung für Kinder mit mehrfacher Behinderung Aregak bedeutet Kleine Sonne ein passender Name für eine Einrichtung in Gyumri, der zweitgrößten Stadt Armeniens, an dem für einige Menschen wahrlich eine kleine Sonne aufgeht. Es handelt sich dabei um eine Tagesstätte für Kinder mit mehrfacher Behinderung in Armenien. Im letzten Jahr wurden im Projekt 38 Kinder im Alter von vier bis fünfzehn Jahren betreut. Das Leben in Armenien ist hart, die Mehrheit der Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze und hat keine Aussicht auf Arbeit. Die Situation ist umso schwieriger für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und deren Familien. Sie bekommen nur eine geringe staatliche Beihilfe, die nicht einmal ausreicht, um die Grundbedürfnisse zu decken. Die betroffenen Familien leben mit ihren Kindern sehr zurückgezogen, was bedeutet, dass diese von der Gesellschaft isoliert sind. Viele der betreuenden Angehörigen sind alleinerziehende Mütter, verwitwet oder geschieden, die mit der Pflege ihrer Kinder oft überlastet sind. Die Tagesstätte Aregak gibt es nun schon seit sieben Jahren und sie ist einmalig, denn die Kleine Sonne ist eine der wenigen Einrichtungen für Kinder mit mehrfacher Behinderung in Armenien. Mit passender Ernährung, gesundheitlicher Vorsorge, Hygienepflege, Physio- und Psychotherapie werden die Kinder und Jugendlichen hier in ihrer Entwicklung bestmöglich gefördert. Auch durch Kunst-, Musik- und Sprachtherapie werden sie spielerisch begleitet und verbessern so ihre Wahrnehmung, erweitern ihren Wortschatz und lernen in einer Gruppengemeinschaft zu leben. Aber jedes Kind ist anders und braucht einen individuellen therapeutischen Ansatz. Zum Beispiel haben sich autistische Kinder besonders weiterentwickelt, indem sie auf musikalischer Ebene gefördert wurden. Für andere Kinder ist eine Behandlung mit Geschichten und Erzählungen besser geeignet. Um den Therapieerfolg auch auf die Familien auszudehnen, werden Eltern durch regelmäßige Beratungstermine mit eingebunden und können sich außerdem mit anderen Familien austauschen. Narek und Aramayis Die Zwillingsbrüder Die Zwillingsbrüder Narek und Aramayis sind fünf Jahre alt, beide sind autistisch und hyperaktiv. Die Buben fühlen sich so wohl im Zentrum, dass sie oft nicht nach Hause gehen wollen. An einem Herbsttag, als es Zeit wurde, das Zentrum zu verlassen und abgeholt zu werden, war Narek verschwunden. Alle suchten nach ihm, auch seine besorgte Mutter und sogar die Nachbarn. Doch Narek war nirgends zu finden, und auch sein Bruder, Aramayis, lief mit bedrückter Miene umher. Als Tigran, die Gruppenleiterin, meinte man sollte besser die Polizei rufen, sprang Aramayis auf und raste in die Küche, zum Esstisch. Dort, durch das lange Tischtuch versteckt, saß ein glücklicher Narek, mit leuchtendem Gesicht und mit Schokolade verschmierten Fingern. Bei diesem Anblick konnte niemand mit ihm schimpfen und Tränen verwandelten sich in herzhaftes Lachen. Levon ist schnell unterwegs Levon leidet unter Zerebralparese und kam vor fünf Jahren ins Aregak -Zentrum. Levon liebt seinen Rollstuhl über alles. An einem Sommertag kam Levon mit seinem Papa zum Zentrum, war ganz aufgeregt und konnte sich vor Freude kaum beruhigen. Er schrie: Hei, kommt alle her, ich muss euch was erzählen! Alle liefen in den Garten. Levon konnte kaum sprechen und meinte dann: Papa hat heute für mich eine Rampe gebaut. Ich bin mit meinem Rollstuhl morgens raufgefahren und sauste wieder hinunter! Alle haben sich für Levon gefreut und ihm noch viele sichere und angenehme Fahrten gewünscht. Sein Traum ist es, irgendwann einmal mit dem Auto seines Papas zu fahren. Dank der Rampe, die für ihn gebaut wurde, kommt Levon seinem Traum nun schon ein Stück näher. Um auch ein Leben außerhalb der Tagesstätte zu erleben und Kontakt mit der Gesellschaft zu fördern, hat das Zentrum dieses Jahr viele tolle Ausflüge unternommen. Der Ausflug in den Stadtpark von Gyumri war für die Kinder und BetreuerInnen eine einmalige Erfahrung. Aktivitäten wie ein Spaziergang auf der Wiese, Karussell 4

5 fahren für alle Kinder, Lieder singen und bunte Blätter sammeln, haben diesen wunderschönen Herbsttag unvergesslich gemacht. Ein besonderer Tag war auch der 3. Dezember, der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Im neu eröffneten Technologiezentrum in Gyumri wurde eine Veranstaltung mit Beteiligung der Kinder von Aregak organisiert. Zusammen mit anderen Organisationen trugen die Kinder Lieder vor und wurden für die fröhlichste Darbietung ausgezeichnet! Am selben Tag besuchten die Kinder eine Ausstellung im Haus der Vereinten Nationen. Diese Ausstellung war ebenfalls dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen gewidmet. Ein weiterer Höhepunkt war das Weihnachtsfest. Am 25. Dezember fuhr die ganze Gruppe in das Nationale Zentrum für Ästhetik, um ein Theaterstück vorzuführen. Im Publikum waren Hunderte von Zuschauern. Das Zentrum selbst ist ein märchenhafter Ort, und sowohl die Kinder als auch deren Eltern waren sehr aufgeregt, dort zu sein. Alle Zuschauer hatten Tränen in den Augen, als sie sahen, wie die Kinder in ihren Rollstühlen die Geburt Jesu darstellten. Alle waren sich einig, dass dies der schönste Moment an diesem Abend war! Förderzentrum Emils Kleine Sonne Da die jetzigen Räumlichkeiten von Aregak sehr beschränkt sind und aus Platzmangel bisher nicht so viele Kinder aufgenommen werden konnten, wie man gerne wollte, wurde vor einigen Jahren beschlossen, ein neues Gebäude für die Tagesstätte zu bauen. Mit Hilfe von Einzelpersonen, Firmen und vielen Freiwilligen aus Vorarlberg konnte der Neubau realisiert werden. Das neue barrierefreie und voll ausgestattete Förderzentrum Emils Kleine Sonne am Stadtrand von Gyumri steht kurz vor der Fertigstellung. Für das Personal und die Kinder heißt es, sich auf eine Übergangsphase einzustellen. Trotz vieler Umstellungen freuen sich alle auf den Standortwechsel und warten schon ungeduldig auf die Einweihung. Letztes Jahr haben die Kinder erstmals die Baustelle besucht. Es war ihnen wichtig, sich persönlich mit handgemachten Geschenken bei den österreichischen Freiwilligen für ihre Arbeit zu bedanken und sie näher kennenzulernen. 5

6 Ecuador Kinder im Frauenhaus Maria Amor Ein Zuhause für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder Das Kinder- und Frauenhaus Casa Maria Amor in Cuenca, der drittgrößten Stadt Ecuadors, ist ein Ort, an dem immer wieder Frauen und deren Kinder Zuflucht vor häuslicher Gewalt finden. Denn: 70% der Frauen in der Provinz Azuay erfahren häusliche Gewalt. In fast allen Fällen sind auch die Kinder betroffen. Diese Familien werden im Kinder- und Frauenhaus aufgenommen, beherbergt und erhalten eine umfassende Betreuung. Die oft traumatisierten Mütter und ihre Kinder werden auf psychologischer, sozialer und juristischer Ebene begleitet. Das Kinder- und Frauenhaus hat ein gut ausgebildetes Team von Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Erzieherinnen und Anwältinnen. Es finden regelmäßige Einzelund Gruppensitzungen mit den Frauen und Kindern statt, um die Fortschritte der familiären Prozesse zu erfassen und gemeinsam zu besprechen. Durch externe Beratungsstellen und das 24 Stunden-Not-Telefon werden noch viele weitere Frauen erreicht und können die Beratung des Frauenhauses in Anspruch nehmen. Des Weiteren werden die Familien bei Krankenhausbesuchen, Schulangelegenheiten und Behördengängen begleitet und beraten. Für viele Frauen, die Mütter sind, ist die Kinderbetreuung im Kinderzentrum des Frauenhauses eine große Entlastung. Hier bekommen die Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben und können sich an Gruppenaktivitäten und Ausflügen beteiligen. Viele Mütter finden für ihre Kinder keinen Platz in öffentlichen Betreuungseinrichtungen und können sich auch keine private Betreuung leis- ten. Deshalb ist das Kinderzentrum des Frauenhauses die einzige Möglichkeit, die Kinder unterzubringen, damit die Mütter in der Lage sind zu arbeiten. Seit letztem Jahr genießen die Kinder und Frauen die wunderschönen Räumlichkeiten im neu erbauten Casa Maria Amor am Stadtrand von Cuenca. Der Ortswechsel hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Einerseits wurden viele Arbeitsabläufe umstrukturiert und man musste sich erst einmal an die neue Umgebung und die damit verbundenen Herausforderungen gewöhnen. Anderseits gibt es aber auch viele positive Veränderungen. Die Kinder haben viel mehr Platz zur Verfügung und das Betreuungszentrum konnte vergrößert und die Kinder in Altersgruppen eingeteilt werden. Das neue Gebäude befindet sich an einem ruhigen Ort am Stadtrand, Grünflächen und Gärten sind ganz in der Nähe. Es werden dementsprechend häufig Aktivitäten in der Natur organisiert, wie zum Beispiel Ballspiele im Freien oder ein Spaziergang am Bach. Für die Kinder wurde ein großer Spielplatz direkt vor dem Gebäude gebaut. Ein Sandkasten und ein Wasserspiel sind auch dabei. Der Spielplatz ist eindeutig der beliebteste Ort für die Kinder. Diese Oasen der Freude tragen zum Wohlbefinden aller Menschen im Casa Maria Amor bei. Dayana wünscht sich ein ruhiges Leben Dayana ist dreizehn Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern im Casa Maria Amor. Die Familie hat jahrelang mit einem gewalttätigen Vater 6

7 gelebt und Dayana erzählt, dass die Stimmung zu Hause immer traurig und angespannt war. Die erlebte Gewalt macht Dayana noch heute unsicher und ängstlich. Erst nach mehreren Therapiesitzungen hat sie angefangen, sich in die Gemeinschaft zu integrieren. Inzwischen geht sie zur Schule und ist sehr motiviert. Dayana ist sogar so gut in der Schule, dass sie in ein Stipendienprogramm aufgenommen wurde. Sie möchte nicht mehr in Gewalt leben und hofft auf ein ruhiges Leben mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern. Ihr großer Traum ist es, die Schule abzuschließen und auf die Universität zu gehen. Maria fühlt sich wohl Maria ist acht Jahre alt und wurde gemeinsam mit ihrer Mutter von einem städtischen Hilfsprogramm an das Kinder- und Frauenhaus überwiesen. Die Gewalt ging vom Vater aus und Mutter und Tochter konnten den Alltag mit ihm nicht mehr ertragen. Im Casa Maria Amor hat sich Maria von Anfang an sehr wohl gefühlt. Sie ist sehr offen, neugierig und stellt viele Fragen. Sie führt die Gruppe der Kinder oft an und hat auch keine Probleme, bei Veranstaltungen öffentlich aufzutreten und im Namen der Kinder zu sprechen. Was Maria sehr viel Spaß macht, sind Handarbeiten. Am liebsten aber sitzt sie an einem kleinen Webstuhl und webt. Während der Ferien nahm sie an einem Ausflug teil und konnte dort eine Sternschnuppe beobachten. Das hat sie sehr beeindruckt. Ein weiterer besonderer Moment für Maria war ihre eigene Taufe. Sie hofft für die Zukunft, dass sie und ihre Mutter der Gewalt vollkommen entfliehen und gemeinsam mit ihren anderen erwachsenen Geschwistern friedlich zusammen leben können. Für das Kinder- und Frauenhaus Maria Amor ist es wichtig, dass Frauen, Mütter und Kinder in einem sicheren, gewaltfreien Umfeld, ohne Angst und Aggressionen leben können. Hier kommen sie zur Ruhe und erhalten die Möglichkeit, sich beruflich weiterzubilden. Ziel des Hauses ist es aber auch, längerfristig zu einer Gesellschaftsveränderung beizutragen, damit Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht mehr von der Gesellschaft akzeptiert wird. Maria Amor kommt diesem Ziel näher, indem es durch seine Begleitung Frauen und Kindern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. 7

8 Ecuador CIELALT Integrationsschule Kinder mit Behinderung werden speziell gefördert und integriert Für Familien in Ecuador mit wenig Einkommen ist es schon schwer genug den Alltag zu bewältigen, insbesondere die Kosten für den Schulbesuch der Kinder aufzubringen. Noch schwieriger ist der Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung. Ecuador hat die Konvention der Vereinten Nationen zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung unterschrieben. Damit gewährleistet es Maßnahmen, dass Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen Kindern alle Menschenrechte und Grundfreiheiten genießen können. Doch die Realität sieht anders aus: Sie erhalten kaum Unterstützung vom Staat, haben geringe Chancen auf Förderung und sind einer nach wie vor ablehnenden Haltung innerhalb der Gesellschaft ausgesetzt. Inklusion und Bildung vereinen CIELALT wurde ins Leben gerufen, um genau diese Realität zu ändern. Denn CIELALT ist eine der wenigen Bildungseinrichtungen in Ecuador, die das Ziel verfolgt, Kindern und Jugendlichen mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen eine schulische Ausbildung zu ermöglichen. Es geht nicht nur um Förderung für Schüler mit Behinderungen, sondern vor allem um Inklusion. Seit 18 Jahren werden im Bezirk Santa Isabel Kinder und Jugendliche mit Down Syndrom, Zerebralparesen, Körperlähmungen, Sprachproblemen und Autismus frühzeitig therapiert und in reguläre Klassen integriert. Die Kinder werden schon ab dem dritten Lebensjahr gefördert und können die Privatschule bis sie 20 Jahre sind besuchen. Bei der kindlichen Früherziehung werden alltägliche Dinge erlernt, wie das Laufen und das Sprechen. Ab vier Jahren können die Kinder dann in die Vorschule, wo sie sich grundlegende Dinge für den späteren Regelunterricht aneignen. In den verschiedenen Klassen werden dann je drei Kinder mit speziellem Förderbedarf integriert. Außerdem gibt es zwei Förderklassen, wo die Kinder auf kognitiver und sozioemotioneller Ebene betreut werden und Bewegungs- und Sprachtherapie erhalten. Kleine und große Erfolge Um diesen Kindern ein angenehmes Lernklima anzubieten und sie auf den verschiedenen Ebenen zu fördern, ist ein kompetentes und vielfältiges Team gefragt. Klassenlehrer sowie Englisch-, Musik-, Sport-, und Informatiklehrer sind für den Schulunterricht zuständig. Für eine optimale therapeutische Behandlung sorgen Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten und Sozialpädagogen. Das Personal ist jedoch oft ausgelastet und hat nur selten die Kapazität sich intensiv mit jedem Kind zu beschäftigen. Da ist man froh, wenn sich Freiwillige aus Österreich engagieren und sich beim Unterricht und bei Freizeitaktivitäten mit den Kindern einbringen. Dieses Jahr konnte CIELALT den MitarbeiterInnen zum ersten Mal einen unbefristeten Vertrag zusichern. Das hat sich sehr positiv auf die Stimmung in der Schule ausgewirkt: Alle sind das Jahr mit noch mehr Freude und Motivation angegangen. Die Lehrer und Therapeuten freuen sich schon über die kleinen Dinge: Für uns ist es ein Erfolg wenn sich ein Kind am Morgen ohne Weinen von seiner Mutter verabschiedet, wenn ein Kind krabbeln oder laufen lernt oder wenn es sein erstes Wort verständlich ausspricht. Dies sind Momente, die wir sowohl in der Schule als auch mit den Familien feiern. Die Kinder nehmen mit Begeisterung am Unterricht und an den Freizeitaktivitäten teil. Fußball ist der Lieblingssport aller Kinder in CIELALT. Darüber hinaus sieht man sie auf dem Spielplatz oder an der Kletterwand. Außerhalb des Unterrichts nehmen die Kinder auch an Tanz-, Musik- und Kochclubs teil. Dabei sind sie immer motiviert und bringen gern ihre 8

9 eigenen Ideen mit ein. Für die Kinder mit Behinderung ist es enorm wichtig am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Daher macht die Integrationsschule CIELALT bei den meisten Veranstaltungen und Feierlichkeiten mit. Am 30. Mai haben die Kinder beim Fest zum Tag des Kindes teilgenommen und am 19. September wurde zu Ehren der Heiligen Muttergottes Mercedes gesungen und getanzt. Die Teilnahme ist auch wichtig, um die Einwohner im Bezirk Santa Isabel zu sensibilisieren. Die Kinder werden somit bei Festen und Gemeindetreffen miteingebunden und als ein Teil der Gesellschaft gesehen. Francisca fühlt sich gut aufgehoben Francisca ist 9 Jahre alt, ihre Eltern sind geschieden, und sie lebt mit ihrer Mutter bei den Großeltern. Als sie das erste Mal ins CIELALT kam, war sie sehr schüchtern und ängstlich. Alles war neu für sie und es fiel ihr schwer Fuß zu fassen. Mit Hilfe und Unterstützung vom Lehrpersonal, hat sie angefangen sich aktiv am Unterricht und an Aktivitäten zu beteiligen. Inzwischen fühlt sich Francisca sehr wohl und spielt gerne mit ihren Mitschülern. Momentan gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen Diktate schreiben und Bilder malen. Francisca hat eine beste Freundin gefunden: Mariana. Die beiden sind unzertrennlich und verbringen jeden Tag gemeinsam ihre Pausen. Franciscas Großeltern besitzen einen kleinen Krämerladen, und sie hilft dort sehr gerne mit. Es macht ihr sogar so sehr Spaß, dass sie später Verkäuferin werden möchte. Ihre Mutter und ihre Großeltern sind sehr froh, dass Francisca so gut aufgehoben ist und in die Schule geht, wie alle anderen Kinder. Sie bemühen sich, sie immer bei den Hausaufgaben und bei Freizeitaktivitäten zu begleiten. Dieses Jahr gab es viele Herausforderungen für CIEL- ALT. Es fehlt an öffentlichen Geldern und an Unterstützung. Um die laufenden Kosten der Schule decken zu können, müssen regelmäßig Veranstaltungen, Tombolas und ähnliches organisiert werden. Dank Ihrer bisherigen großzügigen Hilfe konnten in diesem Jahr 80 SchülerInnen in der Integrationsschule unterrichtet werden. Um auch weiterhin Francisca und anderen Kindern die Chance auf Bildung zu geben, braucht CIELALT Ihre Unterstützung! 9

10 Äthiopien Kidane Meheret Waisenhaus Ein Zuhause in Geborgenheit für Kinder, die niemand mehr haben will Im Kidane Meheret Waisenhaus nehmen die beiden Franziskanerschwestern Lutgarda und Camilla seit vielen Jahren Kinder verschiedenster Herkunft auf: HIV/AIDS- Waisen, Straßenkinder, ungewollte Babies und Kinder mit Behinderung. Allen diesen Kindern geben sie ein neues Zuhause. Letztes Jahr mussten einige lokale Waisenhäuser schließen und Schwester Lutgarda und Schwester Camilla haben zusätzlich zu ihren 71 Kindern noch weitere 30 Kinder aufgenommen. Dabei geht es nicht nur darum, den Kindern eine Unterkunft zu bieten, sondern vielmehr darum, ein Umfeld zu schaffen, das von Liebe, Freundschaft und Geborgenheit geprägt ist. Die Kinder werden ernährt, gekleidet, medizinisch versorgt und erhalten eine Schulbildung. Den Schwestern ist es sehr wichtig, sie jeden Morgen pünktlich in die Schulen zu schicken, da sie wissen, wie wichtig eine gute Bildung für das spätere Leben der Kinder sein wird. Aber nicht alle haben die Voraussetzungen, eine reguläre Schule zu besuchen. Kinder mit Behinderungen oder schweren Krankheiten erhalten daher eine informelle Bildung im Waisenhaus. Außerdem helfen sich die Kinder auch gegenseitig und sind nicht nur auf das Lehrpersonal und die BetreuerInnen angewiesen. In den Augen der Schwestern, sind Bildung und materielle Dinge zwar notwendig, aber nicht ausreichend für eine ganzheitliche Erziehung. Um die kognitive und emotionelle Entwicklung zu fördern, ist eine psycho-soziale Betreuung sehr wichtig. Die Kinder lernen negative Verhaltensweisen, die sie sich auf der Straße angeeignet haben, wieder abzulegen. In intensiven Gesprächen werden sie ermutigt, ihre Trauer, Angst und Einsamkeit zu verarbeiten. Für Kinder, die mit HIV-AIDS leben müssen, ist eine präventive Erziehung ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung. Durch Aufklärung, häufige Kontrollen und eine Atmosphäre der Zugehörigkeit fällt es den betroffenen Kindern leichter, mit ihrer Krankheit umzugehen und in manchen Fällen sogar zu genesen. Obwohl die meisten Kinder viel Leid erlebt haben, haben sie keineswegs Berührungsängste und gehen auf jeden mit offenem Herzen zu. Sie buhlen förmlich um Umarmungen und Aufmerksamkeit. Die BetreuerInnen schaffen es selten, jedem Kind genug Zeit zu widmen. Daher 10

11 ist es umso schöner, wenn Freiwillige aus Vorarlberg und anderen Ländern sich um die Kinder kümmern und mit ihnen ihre Freizeit gestalten. Dabei lassen sich die Kinder für Aktivitäten jeglicher Art begeistern, sei es fürs Kochen, den Abwasch oder für Reparaturen immer sind alle Kinder aktiv beteiligt und möchten tatkräftig mithelfen. Sense wird gesellig Sense ist 5 Jahre alt und lebt seit über einem Jahr im Kidane Kinderheim. Als er damals von einer amerikanischen Organisation ins Heim gebracht wurde, gab es Schwierigkeiten. Er hatte oft Anfälle und man konnte bei ihm emotionale und psychische Störungen feststellen. Man dachte zuerst, dass er taubstumm sei, weil er nie geredet hat und sehr zurückhaltend war. Doch seit einiger Zeit spürt man eine Veränderung. Sense wird neurologisch behandelt und ist viel geselliger geworden. Er hat angefangen, zu den anderen Kindern, den Mitarbeitern und Freiwilligen eine Beziehung aufzubauen. Sense spricht zwar immer noch nicht, doch zeigt er seine Gefühle auf eine andere Art und Weise. Manchmal sieht man ihn lächeln oder er verteidigt sich, wenn ihn etwas stört. Sense genießt es zu malen, ein Puzzle zusammenzufügen oder zu lesen. Er fängt auch langsam an, mit anderen Kindern etwas zu unternehmen oder sich an Gruppenaktivitäten zu beteiligen. Alle sind sehr froh, dass Sense sich in kürzester Zeit so prächtig entwickelt hat. Samris Brief Mein Name ist Samri, eine Kurzform für Samrawit. Ich bin 14 Jahre alt und ich bin gemeinsam mit meinem Bruder vor sieben Jahren ins Kidane Waisenhaus gekommen. Alle meine Familienangehörigen sind gestorben. Hier im Kinderheim habe ich mich schnell mit allen angefreundet und ich bin sehr glücklich, hier sein zu dürfen. Ich kümmere mich am liebsten um die Babys, die wir aufnehmen, und ich lese gerne. Meine Lieblingsbücher sind die Zauberkatze und Die Boxcar Kinder. Wenn ich mit der Schule fertig bin, möchte ich Ärztin werden. Ein weiterer Traum von mir ist es, nach Amerika zu reisen. Im Kidane Meheret sind alle Kinder gleich und es werden keine Unterschiede gemacht. Ob mit Behinderung oder HIV/AIDS, alle gehören zu dieser großen Familie. Toleranz und Zusammenhalt werden jeden Tag aufs Neue gelebt und gefördert. 11

12 Äthiopien Bildung für Straßenkinder in Addis Abeba (PROCS) Schutz, Respekt und Chancen für Kinder auf der Straße Gulele ist ein Armenviertel in der Millionenstadt Addis Abeba in Äthiopien. Hier leben die Menschen am Rande der Gesellschaft und die Kinder in diesem Viertel haben keine angenehme Kindheit. Viele von ihnen leben auf der Straße und müssen arbeiten, um sich selbst und ihre Familien durchzubringen. Hier setzt das Team von PROCS an: Das Projekt versucht, diese Kinder von der Straße zu holen, ihnen Geborgenheit zu schenken und gibt ihnen die Chance, dank Bildung einen anderen Weg zu gehen. Im Jahr 2014 hat das Straßenkinderprojekt 92 Kinder, davon 32 Mädchen und 60 Buben betreut. Bis auf ein einziges Kind haben alle aufgehört, auf der Straße zu arbeiten. Im Zentrum werden die Kinder in ihrer schulischen Bildung gefördert. Viele Kinder weisen große Wissenslücken auf, da sie für längere Zeit nicht mehr in der Schule waren oder ganz ausgestiegen sind. Andere konnten erst spät eingeschult werden, da sie das Geld für die Schulgebühren und die Uniform zuerst verdienen mussten. Für diese Kinder bietet PROCS intensive Betreuung und Nachhilfemöglichkeiten an, damit auch sie dem Schulprogramm folgen können. Außerdem haben alle Kinder eine Schuluniform und Schulmaterial erhalten. PROCS besteht darauf, dass es nicht ausreicht, die Kinder einfach in die Schule zu schicken: Betreuung und pädagogische Förderung sind dem Team sehr wichtig. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Im letzten Jahr haben fünf Kinder ihr Studium an der Universität begonnen, drei von ihnen haben aufgrund ihrer exzellenten Leistungen sogar ein Auslandsstipendium erhalten. Das Leben im Zentrum ist aber nicht nur vom Lernen geprägt, hier dürfen die Kinder auch spielen und ihre Interessen und Talente ausleben. Alle sind sich einig, dass Fußball ihre Lieblingsbeschäftigung ist. Aber auch Musik und Theater sind für viele Kinder eine Leidenschaft. Es werden eigene Turniere organisiert und Pokale und Medaillen für die besten Leistungen vergeben. Auch das Feiern kam im letzten Jahr nicht zu kurz. Meskel heißt ein besonderes Fest in Äthiopien - es werden bunte Gewänder getragen und die Chormitglieder aller Gemeinden versammeln sich auf dem Meskelplatz. Zu Gast sind Botschafter, Regierungsbeamte sowie Repräsentanten von internationalen Organisationen und sehr viele Touristen. Es wird gesungen, Bambusrohre werden angezündet und ein wunderschönes Lichterbild entsteht. Ein weiterer Festtag ist der 9. Dezember der Tag der Nationalitäten, denn Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit 93 verschiedenen ethnischen Gruppen. Mit traditionellen Gewändern, Speisen und Musik ist es ein sehr buntes Fest und vermittelt die Toleranz zwischen den verschiedenen Völkern des Landes. Den Kindern bei PROCS ist ihre Familie sehr wichtig, deshalb liegt es PROCS am Herzen sich auch für sie einzusetzen. Wenn die Familien sich in einer Krisensituation befinden, die es nicht erlaubt, die Kinder in die Schule zu schicken, unterstützt PROCS diese Familien mit 150 Birr im Monat (entspricht ca. 6,50 Euro). Die Eltern nehmen auch an Aktivitäten teil, um ihr Einkommen zu verbessern. Dieses Jahr haben sich schon 31 Mütter einem Spar- und Kreditverein angeschlossen, um in ihr Kleinunternehmen investieren zu können. In Zukunft möchte PROCS die ärmsten Familien in ihren einkommensbildenden Projekten noch stärker unterstützen und somit verhindern, dass weitere Kinder im Stadtviertel Gulele auf die Straße gehen müssen. Darüber hinaus werden von PROCS seit dem Frühjahr 2014 rund 50 Schulkinder mit einer warmen Mittagsmahlzeit versorgt. Ananas Girmai dazu: Wir haben festgestellt, dass viele der Kinder zwar in die Schule geschickt werden, dass sie aber oft den ganzen Tag über ohne etwas zu essen in der Schule verbringen müssen. Diesen Kindern wollen wir mit unserem Ausspeisungsprogramm helfen! Dessalegn, Serkalem und Abdurhaman Dessalegn ist neun Jahre alt und geht in die 4. Klasse. Er lebt mit seinen Geschwistern und seiner Mutter. Seine Mutter verkauft Holz und verdient somit etwas Geld um Essen zu kaufen. Dessalegn wurde vor zwei Jahren von PROCS aufgenommen. Damals hat er kleine Sachen auf der Straße verkauft, um seiner Familie zu helfen. Am An- 12

13 fang war es für ihn sehr schwierig ins Zentrum zu kommen. Er fühlte sich allein und war frustriert, da er dachte, wenn er nicht arbeitet, kann er auch seiner Familie nicht helfen. Mittlerweile haben sich seine Zweifel gelegt. Er weiß, dass er zur Schule gehen muss, um später Arbeit zu finden, und er kommt gerne ins Zentrum. Hier kann er spielen und lernen. Denn zu Hause gibt es kein Spielzeug und auch keinen Tisch. Seine Mutter bekommt von PROCS 150 Birr im Monat und seine zwei älteren Geschwister wurden ebenfalls im Zentrum aufgenommen. Alle drei Kinder bekommen Schulmaterialien und medizinische Versorgung. Dessalegn ist ein sehr guter Schüler geworden, da er Zeit zum Lernen hat und nicht arbeiten gehen muss. In Zukunft möchte Dessalegn vor allem seiner Familie helfen und auch anderen Menschen, die dringend Unterstützung brauchen. Serkalem ist 14 Jahre alt und geht in die 5. Klasse. Sie lebt mit ihrer Mutter, die an Brustkrebs erkrankt ist. Um ihre Mutter zu unterstützen, hat sie auf dem Markt gearbeitet. PROCS hat ihre ernste Situation erkannt und sie vor drei Jahren von der Straße geholt. Seitdem hat Serkalem viele Fortschritte gemacht. Ihre schulischen Leistungen haben sich deutlich verbessert und sie hat das Gefühl, wieder Kind sein zu dürfen. Ihre kranke Mutter erhält ebenfalls 150 Birr im Monat. Außerdem erhält sie auch Geld für die Hausmiete und Lebensmittel. Das ist eine große Erleichterung für ihre Tochter, denn nun kann sie sich ohne Sorgen auf die Schule konzentrieren. Ihre Mutter ist sehr glücklich und dankbar, dass Serkalem einen Platz zum Lernen und zum Spielen hat. Besonders gefreut haben sich letztes Jahr alle über den Besuch von Abdurhaman Kidir. Er hat in seiner Kindheit Hilfe und Zuwendung von PROCS erhalten. Jetzt ist er Rechtsanwalt und Geschäftsmann. Er brachte Kisten mit Heften, Kugelschreibern und Bleistiften mit und hatte eine wichtige Botschaft für die Kinder: Als ich ein armes Kind war, gab mir PROCS alles, was ich für die Schule gebraucht habe, ohne mich nach meiner Religion oder meinem Stamm zu fragen. Dank dieser Hilfe habe ich Arbeit bekommen und bin ein Geschäftsmann geworden. Ich möchte diese Kisten mit Schulmaterialien PROCS spenden, damit es euch Kindern zu Gute kommt. 13

14 Äthiopien Bildung für Awasa Schulbildung als Zukunftschance Äthiopien ist das größte Binnenland Afrikas. Das Land hat nahezu 90 Millionen Einwohner, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Bei der Herausforderung für fast 50 Millionen Kinder und Jugendliche Bildungseinrichtungen in Form von Kindergärten, Schulen und Ausbildungsstätten zur Verfügung zu stellen und den Kindern und Jugendlichen das Recht auf Schule und Ausbildung zu ermöglichen, hat die katholische Kirche viele Jahre lang Pionierarbeit geleistet. Inzwischen hat die Regierung erfreulicherweise nachgezogen: Die Zahl der öffentlichen Grundschulen ist stark gestiegen. Damit können wir uns mit unserer Partnerorganisation, dem Vikariat Awasa, nun auf einen neuen Schwerpunkt konzentrieren - der Verbesserung der Qualität der Bildung. 18 Jahre nach Beginn der Bildungskooperation der Caritas Vorarlberg mit dem Vikariat Awasa sind inzwischen zahlreiche Meilensteine geschafft. Zwei davon möchte ich besonders in den Vordergrund stellen, betont Michael Zündel, der für Bildung in Äthiopien zuständige Mitarbeiter der Caritas Auslandshilfe. Zum einen sind wir stolz darauf, dass wir es geschafft haben, dass im vergangen Schuljahr fast gleich viele Mädchen wie Buben unsere Schulen besucht haben (48,1% Mädchen, 51,9% Buben) - und zum zweiten, dass es durch unsere Vorreiterrolle in Äthiopien gelungen ist, dass inzwischen nun seitens der Regierung Grundschulen in nahezu ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen! Wichtigste Errungenschaften 2014 Im vergangenen Jahr ermöglichte das Vikariat Awasa durch das Projekt Bildung für Awasa Kindern und Jugendlichen in 56 Schulen den Schulbesuch. Der Anteil der Mädchen ist wie bereits erwähnt um einen weiteren Prozentpunkt gestiegen, auch die fundierten Weiterbildungsveranstaltungen für die 498 Lehrerinnen und Lehrer des Vikariats konnten fortgesetzt werden. Zudem konnten zahlreiche Erweitungsbauten und Sanierungen umgesetzt werden. Besonders erfreulich ist es, dass im vergangenen Schuljahr an einigen Schulen nicht nur neue Büchereien und Sonderräume fertig gestellt werden konnten, so Michael Zündel, in zahlreichen Schulen wurden auch die Trinkwasserversorgung für die Kinder 14

15 und die Toilettenanlagen renoviert und verbessert, eine bahnbrechende Verbesserung der Hygienebedingungen für tausende Schulkinder. Zudem konnten an einigen Schulstandorten neue Vorschulklassen eingerichtet werden, damit die Kinder nicht ohne jede Vorbildung in die 1. Klasse eintreten müssen. Und - bei all diesen sehr erfreulichen Errungenschaften - soll nicht unerwähnt bleiben, dass wiederum für tausende Kinder, deren Eltern nicht einmal die Einschreibgebühr von umgerechnet 3 Euro pro Schuljahr bezahlen könnten, der Schulbesuch zur Gänze finanziert werden konnte. Je länger der Schulbesuch desto mehr Chancen Der stetige Ausbau der Grundschulen bis zumindest zur 8. Stufe eröffnet vor allem den Kindern in den ländlichen Regionen und kleinen Dörfern der Region Awasa neue Möglichkeiten. Während besonders Mädchen ohne ein entsprechendes Schulangebot oft sehr früh aus der Schule genommen werden, um für die täglichen Arbeiten wie beispielsweise Wasserholen oder Feuerholz Sammeln eingesetzt zu werden - manchmal auch um schon mit 13 oder 14 Jahren verheiratet zu werden - verbessert sich deren Situation, je länger sie die Chance zum Schulbesuch haben. Im kleinen, abgelegenen Dorf Gosa konnte diesen Herbst die 7. und 8. Schulstufe gestartet werden. Dembali ist eines der Mädchen, die davon profitieren. Ich bin eine gute Schülerin, erzählt sie uns, trotzdem hätten mich meine Eltern aus der Schule genommen, da der Schulweg in die nächste öffentliche Schule einfach zu weit ist. Nun kann mein größter Wunsch, Lehrerin zu werden, vielleicht doch noch Wirklichkeit werden - ich bete jeden Tag dafür! 15

16 Äthiopien Hanna s Orphans Home für Waisenkinder Ein Leben wie in ganz normalen Familien Äthiopien in Hanna s Orphans Home in Addis Abeba finden Straßenkinder seit über 20 Jahren neue soziale Strukturen und ein neues Zuhause. Zudem ist die Förderung von Bildung eines der wichtigsten Dinge für diese bedürftigen Kinder. Hanna und ihr Team betreuen derzeit 175 Kinder und junge Menschen im Alter von 3 bis 23 Jahren. Unter dem Aspekt eines ganzheitlichen Betreuungsansatzes sollen nicht nur die Grundbedürfnisse der Kinder erfüllt werden, die Kinder und Jugendlichen sollen auch in ihrer Gesamtpersönlichkeit gefördert werden. Um dies zu erreichen, erhalten sie Unterkunft, Essen, Kleidung, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und Bildung. In insgesamt 19 Häusern sind die Kinder in Gruppen zu je 8 bis10 untergebracht. Alle haben ein eigenes Bett, und es gibt genügend Zimmer für die Privatsphäre und um sich zurückziehen zu können. Jedes Haus beziehungsweise jede Wohnung verfügt über ein eigenes Wohnzimmer, Toiletten und eine Küche. Um eine ausgewogene Ernährung kümmern sich Hausmütter und bereiten liebevoll drei Mahlzeiten pro Tag vor. Spezielle Betreuung erhalten die 12 Kinder, die von HIV/AIDS betroffen sind. Anhand eines besonderen Diätplans werden vier Mahlzeiten für sie zubereitet. Im Projekt arbeitet eine eigene Krankenschwester, die den Gesundheitsstatus kontrolliert und Medikamente vergibt. Sie besucht die Kinder regelmäßig und gibt Anweisungen für eine gesunde Lebensweise. Besonders aber ist es die Bildung, die es den Kindern ermöglicht selbstständige äthiopische Bürger zu werden. Hanna und ihr Team sehen ihre Mission dann erfüllt, wenn ein bedürftiges Kind alle Hürden überwunden hat und nach Schulabschluss eine feste Arbeit bekommt. Deshalb werden die Kinder motiviert, sehr gute schulische Leistungen zu erbringen. Das Projekt bezahlt die Schulgebühren sowie alle nötigen Schulmaterialien wie Hefte, Stifte, Schuluniform und Schultasche. Es gibt eine gute Lernatmosphäre in den Häusern, wo die Kinder ihre Hausaufgaben machen. Viele möchten ihr Wissen auch weitergeben und helfen einander in Lerngruppen und beteiligen sich in der Freiwilligenarbeit in ihrer Gemeinde. Manche Kinder haben dennoch Schwierigkeiten bei ihren täglichen Aktivitäten. Im Team gibt es weiters einen Psychologen, der Gruppen und Einzelberatungsstunden anbietet und sich besonders um diese Kinder kümmert. Diese Beratung ist hilfreich, da sie lernen, wie man Gruppendruck standhalten kann oder wie man sich auf das Lernen konzentriert. Rihwa und Senait: Der Weg der Bildung Für die Kinder ist es sehr wichtig zu lernen und gut in der Schule zu sein. Rihwa ist daher etwas ganz Besonderes: Sie hat in diesem Jahr an der Assoa-Universität ihr Studium in Tierkunde mit Bravour abgeschlossen. Mit Hilfe von Hanna s Orphans Home ist sie so weit gekommen und hat das Projekt vor kurzem verlassen, um sich nun vollständig in die Gesellschaft zu integrieren und ihr Leben eigenständig zu führen. Rihwa hat es geschafft, daher ist sie für viele andere Kinder im Heim ein echtes Vorbild. Auch für die 13-jährige Senait bedeutet Bildung sehr viel. Beide Eltern sind an HIV/AIDS gestorben, und ihre Großmutter war zu arm, um für Senait sorgen zu können. Da die Behörden kaum Überlebenschancen für das Mädchen sahen, kam sie zu Hanna. Sie selbst sagt: Ich bin glücklich hier, und ich möchte mein Leben durch Lernen verbessern. In der Schule passe ich sehr gut auf und fühle mich wohl. Heute geht sie in die 5.Klasse, schreibt leidenschaftlich gern Gedichte und liest sie ihren Freunden im Klassenzimmer vor. Sie möchte Ärztin oder Poetin werden, aber vor allem will sie fleißig sein und es im Leben zu etwas bringen. Mittagessen für hungrige Schulkinder In diesem Jahr hat Hanna s Orphans Home eine neue Initiative gestartet. Ein Mittagessensprogramm in der Ewqet Fana und Zerayaqub Grundschule. Es gibt sehr viele Kinder in Äthiopien, die extrem arm sind und oft nicht einmal eine einzige Mahlzeit am Tag bekommen. Zwar leben sie mit ihren Eltern, aber diese sind nicht in der Lage sie ausreichend zu ernähren. Es ist jedoch 16

17 undenkbar, den Unterricht aufmerksam zu verfolgen, wenn man Hunger leidet. Angesichts dieses Problems stellt Hannas Team beiden Schulen monatliche Rationen an Lebensmitteln, darunter Makkaroni, Spaghetti, Reis, Öl und Salz zur Verfügung. Das Programm sorgt dafür, dass 200 Schulkinder in der Mittagspause eine Mahlzeit zu sich nehmen und somit ihre schulische Laufbahn fortsetzen können. Die Zahl der frühzeitigen Schulabgänger wird dadurch stark verringert. Partnerschaft mit dem Arzt Dr. Hyner Auch in diesem Jahr wurde die außergewöhnliche Partnerschaft mit dem Arzt Dr. Hyner im koreanischen Krankenhaus in Addis Abeba fortgesetzt. Er operiert Kinder, dessen Gesichter und Körperteile entweder durch Verbrennungen oder Tierbisse entstellt sind, und die sich die Kosten für solche Eingriffe nicht leisten könnten. Diese Kinder leben oft sehr abgeschirmt und meiden andere Menschen, da sie sich für ihr Aussehen schämen. Hanna und ihr Team beherbergen diese Kinder weiterhin für die Dauer ihrer Behandlung und machen ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich. Auch dieses Jahr wurden schon einige Kinder von Dr. Hyner erfolgreich operiert und konnten wieder nach Hause. Doch es gab in diesem Jahr auch Tiefpunkte. Wegen den steigenden Preisen in Äthiopien wurden auch die Wohnungsmieten stark erhöht. Hanna s Orphans Home konnte die hohe Miete für das Zentrum nicht mehr bezahlen und musste deshalb umziehen. Der Umzug war eine Herausforderung für die Kinder: Sie mussten sich wieder in die neue Gemeinde integrieren, neue Freunde finden und eine neue Schule besuchen. Teferra, ein Projektmitarbeiter, sieht den Umzug als einen Rückschlag und eine zusätzliche Belastung: Unter anderem haben der Umzug und der Wechsel in das neue Zentrum die Kinder aus der Bahn geworfen. Viele von ihnen hatten Mühe sich neu anzupassen und haben zumindest am Anfang das Gefühl der Zugehörigkeit verloren. Trotz vieler Schwierigkeiten wird Hanna s Orphans Home weiterhin bedürftigen Kindern nicht nur Nahrung und ein Zuhause geben, sondern ihnen auch eine schulische Laufbahn ermöglichen, damit sich die Kinder später zur Gänze in die Gesellschaft integrieren können. 17

18 Mosambik Tageszentren für HIV/AIDS-Waisen Benachteiligte Kinder werden liebevoll betreut und schulisch begleitet Mosambik ist eines der ärmsten Länder unserer Erde. Obwohl viele internationale Firmen in das rohstoffreiche Land investieren, spürt die Mehrheit der Bürger kaum etwas vom wirtschaftlichen Wachstum. Mosambik ist auch ein vom Bürgerkrieg geprägtes Land mit wiederkehrenden politischen Spannungen zwischen den führenden Parteien. Die anhaltende Instabilität hat zur Folge, dass Lebensmittelpreise steigen und sich bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit ausbreitet. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung sehr stark von HIV/AIDS betroffen ist. In Mosambik haben insbesondere Kinder ein schwieriges Schicksal, bis zu sind AIDS-Waisen. Die vier Tageszentren der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut haben in diesem Jahr 520 Kinder betreut und ihnen eine umfassende Tagesbetreuung ermöglicht. Die meisten dieser Kinder sind jünger als zehn Jahre. Die BetreuerInnen helfen ihnen bei den Hausaufgaben, geben Stützunterricht und kümmern sich um die täglichen Mahlzeiten. Was jedoch den Kindern am meisten bedeutet, ist die persönliche Zuwendung und das liebevolle Leben in der Gemeinschaft, das ihnen zumindest teilweise die brüchigen familiären Strukturen ersetzen kann. Die Schwestern sind sehr stolz auf die acht Schüler, die dieses Jahr ihren Abschluss gemacht haben. Dabei erweisen sich schulbegleitende technische Ausbildungen als gute Möglichkeit, um die Jugendlichen besser auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Zwei Mädchen haben zum Beispiel eine Schulung in Elektrotechnik abgeschlossen und ein Junge hat eine Tischlerlehre gemacht. Das Konzept dieser Ausbildungen ist sehr praxisorientiert, zum Beispiel müssen die Schüler im zweiten Jahr erst ein Berufspraktikum absolvieren, um es in die Abschlussklasse zu schaffen. Es ist immer ein schöner Anlass, wenn ehemalige Absolventen das Zentrum besuchen. Es entsteht eine angenehme Atmosphäre, denn alle teilen ihre Erfahrungen miteinander und die Älteren geben den Jüngeren Hoffnung und Mut. Eine weitere Quelle der Zuversicht und Freude sind die vielen Freiwilligen aus Vorarlberg und aller Welt, die sich in den Tageszentren engagieren. Dieses Jahr kamen wieder zwei Freiwillige aus Vorarlberg und haben bei organisatorischen Dingen geholfen und sich intensiv mit den Kindern beschäftigt. Eine Medizinstudentin aus Brasilien hat den Kindern und den BetreuerInnen viel über Gesundheitsförderung und Hygieneverhalten beigebracht. Sie hat HIV/AIDS aus medizinischer Sicht thematisiert und es für alle verständlich vermittelt. Alle diese Freiwilligen waren eine Bereicherung für die Kinder und das Team der Schwestern vom Kostbaren Blut. Alexandre und José haben Freude am Leben Alexandre ist 11 Jahre alt und der älteste von drei Geschwistern. Seitdem sein Vater vor ein paar Jahren gestorben ist, ist sein Leben noch schwieriger geworden. Er lebt mit seiner Familie unter ärmlichsten Bedingungen. Seine Mutter verdient nur wenig, sodass es oft nicht einmal für eine einzige Mahlzeit am Tag ausreicht. Alexandre konnte auch nicht zur Schule gehen, da seine Mutter kein Geld dafür hatte. Dank der Hilfe im Projekt geht er jetzt in die zweite Klasse. Als er im Zentrum aufgenommen wurde, war er sehr zurückhaltend und immer bereit sich zu verteidigen. Mittlerweile fühlt er sich bei den Schwestern zu Hause und spielt am liebsten Fußball mit den anderen Kindern. Er sagt selbst: Es ist für mich nicht leicht bei meiner Oma zu sein, weil sie mich immer anschreit. Hier ist jeder liebevoll und es gibt immer Frühstück. Es fühlt sich gut an, dass sich jemand um mich kümmert. José ist sechs Jahre alt und seit kurzem Schüler der ersten Klasse. Vom Vater verlassen war Josés Mutter nicht fähig, sich um alle Kinder zu kümmern. José ist der jüngste von fünf Geschwistern, und die Mutter konnte ihn nicht länger ernähren. Daher wurde José vor zwei Jahren ins Projekt aufgenommen. Da er zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung und unbeschwert war, hat er sich von Anfang an sehr gut integriert. Er ist immer freundlich und lächelt, er spielt mit jedem und will bei allem dabei sein. José hat eine sehr künstlerische Ader: Er spielt am liebsten mit Schlamm, um verschiedene Objekte zu kreieren. 18

19 Und wenn einmal kein Ball zum Spielen da ist, bastelt er sich einfach einen. Seine Mutter ist sehr dankbar für die Hilfe, die ihr Sohn erhält und arbeitet so gut sie kann mit dem Zentrum zusammen. Fatima schöpft neue Hoffnung Fatima ist 13 Jahre alt und die älteste von drei Geschwistern. Zusammen mit ihren Brüdern kam sie nach dem Tod ihres Vaters vor vier Jahren in die Tagesstätte der Schwestern. Sie erzählt, wie es ihr erging: Ich hatte ein schönes Leben mit meinen Eltern, sie haben es uns an nichts fehlen lassen. Sie haben uns Geschichten erzählt, wenn sie vom Markt zurückkamen. Alles fing vor vier Jahren an, als mein Vater schlimmes Fieber hatte und er dann ein paar Tage später im Krankenhaus gestorben ist. Danach konnte meine Mutter kaum für uns alle sorgen. Sie konnte nicht mehr schlafen, da sie sich den Kopf zerbrach, woher sie das Geld für Essen und für unsere Schulsachen hernehmen sollte. Vor zwei Monaten ist auch sie gestorben. Seither kümmert sich unsere Großmutter um uns. Das Traurige ist, dass niemand von der Familie meines Vaters uns besucht hat oder uns helfen wollte. Die Schwestern der Tagesstätte waren immer an unserer Seite und haben uns in dieser schlimmen Zeit unterstützt. Ich bin so dankbar dafür und wünsche mir, dass ich noch lange hier bleiben darf. 19

20 Die JugendbotschafterInnen machen mit den verschiedensten Aktionen und Workshops auf das Thema Kinderrechte weltweit aufmerksam. Junge VorarlbergerInnen setzen sich für Kinderrechte ein Als JugendbotschafterInnen sensibilisieren sie mit Aktionen für das Thema Gemeinsam eine Verbesserung für Kinder weltweit erreichen. Das ist das Ziel aller Akteure, die sich für die Patenschaftsprojekte der Caritas Vorarlberg engagieren. Die JugendbotschafterInnen tun dies auf ihre eigene Art, indem sie sehr erfolgreich mit verschiedensten Aktionen und Workshops auf Kinderrechte aufmerksam machen. Sie sensibilisieren Gleichaltrige für das Thema und unterstützen so die Arbeit der Auslandshilfe der Caritas. Kinder sind nicht die Zukunft, sie sind jetzt schon da. Lena ist Jugendbotschafterin der youngcaritas und setzt sich für jene Kinder und Jugendlichen ein, deren Rechte oft mit Füßen getreten werden hat sich die Unterzeichnung der Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen zum 25. Mal gejährt. Für die Caritas ein Anlass, das Thema Kinderrechte speziell hervorzuheben. Denn Kinder werden mit umfassenden Rechten geboren. Sie haben ein Recht auf Leben, auf Überleben, auf Entwicklung, auf Bildung. Und ein Recht, dass ihre Anliegen gehört werden. Die Einhaltung der Kinderrechte ist auch ein wichtiger Schwerpunkt der Auslandshilfe der Caritas. Seit zwei Jahren setzt sich ein Team junger Menschen als JugendbotschafterInnen dafür ein: Uns liegt es am Herzen, dass alle Kinder und Jugendlichen weltweit eine gerechte Chance haben, betonen die derzeit 24 Mädchen und Burschen im Alter von elf bis 18 Jahren. Das geschieht auf ganz vielfältige Weise: Sehr stimmgewaltig und eindrucksvoll machten die engagierten Jugendlichen mit einem Musical Stand up! auf das Thema Kinderrechte aufmerksam begeisterte BesucherInnen sind ein starkes Zeichen dafür, dass es der Jugend von heute nicht egal ist, wie die Welt von Morgen aussieht. Dass die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention auch 25 Jahre nach der Vertragsunterzeichnung noch lange nicht selbstverständlich ist, zeigte auch der kürzlich mit dem Kinderrechte-Preis ausgezeichnete Film der JugendbotschafterInnen: Jedes zweite Kind weltweit erlebt Gewalt in seiner Familie, jedes vierte lebt in extremer Armut. Jedes siebte Kind muss täglich schwer 20

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