Das Überleitungsmanagement der postoperativen Akutschmerztherapie von Fraktur-Patienten in die ambulante Weiterbehandlung

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1 Das Überleitungsmanagement der postoperativen Akutschmerztherapie von Fraktur-Patienten in die ambulante Weiterbehandlung Christian J. P. Simanski 1, Carolin Bruns 2, Rolf Lefering 2, Edmund A.M. Neugebauer 2 1 Sektion Fuß- und Sprunggelenkchirurgie Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie & Sporttraumatologie Köln-Merheim Klinikum der Universität Witten/Herdecke Abteilung des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil 2 Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM) Lehrstuhl für Chirurgische Forschung der Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke

2 Einleitung: Deutschland: Sektorale Trennung der medizinischen Leistungserbringung: Schnittstellenproblematik bei der Versorgung multimorbider und chronisch kranken Patienten Ommen O. et al. (2007): Medizinische Klinik; 102: daraus folgender Informationsverlust mit Versorgungsdiskontinuitäten (Medikations-/ Therapieempfehlungsänderung) und Behandlungsfehlern Janssen B et al. (2005) Public Health Forum;49:31 2

3 Ziel der Studie Untersuchung der Überleitung stationärer Akutschmerztherapie in die ambulante Weiterbehandlung bei unfallchirurgischen Patienten

4 Fragestellungen: Defizite der postoperativen/poststationären Schmerztherapie? Patientenzufriedenheit und Zufriedenheit der niedergelassenen Ärzte in der Überleitung? Auswirkung auf eine mögliche Akutschmerzchronifizierung 6 Monate post OP

5 Patienten und Methoden: Studienort: Patienten: Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie & Sporttraumatologie Köln- Merheim Fraktur-Patienten Meßinstrumente & Auswertung: Schmerzintensität (NRS-Skala 0-10) SF-12 (Lebensqualität) Patientenzufriedenheit (Kölner Patientenfragebogen) deskriptive Analysen (SD, MW, Range) Patientengruppen: Univariat ANOVA & χ2 Test Signifikanzniveau (p<0,05) logistische Regression (SPSS, Version 17.0)

6 Patienten und Methoden: Studiendesign: Prospektive Beobachtungsstudie mittels Fragebögen system. Follow-Up 2 Wochen und 6 Monate nach Entlassung??

7 Patienten und Methoden: nein angesprochene Patienten n=518 ja Zustimmung n=321 n=197 kognitive Gründe n=122 Verweigerung n=96 T-S n=180 (91%) z. Zt. der Befragung auf Intensivstation n=41 T-0 n=164 (84%) T-S+T-0+T-1 n=128 Complete Cases Sonstige (Wohnort im Ausland, Alter <18J., Verlegung) n=32 sprachliche Hindernisse n=17 T-1 n=142 (72%) T-2 n=133 (68%) Rauschmittelabhängigkeit n=13 T-A n=103 (52%)

8 Ergebnisse: 128 Patienten als complete cases Alter: ø 51 Jahre Geschlecht: 51,5%, 48.5% 103 Niedergelassene antworteten

9 Ergebnisse-Patientenzufriedenheit T0: 93% zufrieden mit ärztlicher Versorgung 88% zufrieden mit pflegerischer Versorgung 88% zufrieden mit Schmerztherapie in Klinik

10 Ergebnisse-Patientenzufriedenheit T1 (2 Wochen nach Entlassung): 82% zufrieden mit Fortführen der Therapie durch den niedergelassenen Arzt 60,8% zufrieden mit Schmerztherapie nach Entlassung

11 Ergebnisse Schmerzen (NRS): Zeitpunkte Schmerz (Mittelwert NRS) n=128 T-S 0,8 Min. (Aktenanalyse 5,2 Max. stationär) T-0 (stationär) Direkt nach OP Stärkster seit OP Momentan Leichte Belastung T-1 (2 Wochen poststationär) T-2 (6 Monate poststationär) Direkt nach Entlassung Stärkster seit Entlassung Momentan Leichte Belastung Direkt nach Entlassung Stärkster seit Entlassung Momentan Leichte Belastung 4,7 6,8 2,3 3,7 3,4 4,7 2,0 2,9 4,1 4,7 1,8 2,4

12 Ergebnisse SF 12: SF-12 T-0 (stationär) Körperliche Summenskala Psychische Summenskala T-1 (2 Wochen nach Entlassung) T-2 (6 Monate nach Entlassung) Körperliche Summenskala Psychische Summenskala Körperliche Summenskala Psychische Summenskala N=128 (MW) 35,8 55,5 29,6 51,6 40,5 52,3 Normstichprobe Deutsche Bevölkerung 49,0 52,2 49,0 52,2 49,0 52,2

13 Ergebnisse multivariate Analyse Unzufriedenheit mit Überleitung 2 Wochen nach Entlassung (T1) :Risikofaktoren weibliche Geschlecht jüngeres Alter der Wert der körperlichen Summenskala des SF- 12 zum stationären Zeitpunkt (T-0) Unzufriedenheit mit der Schmerztherapie zum Zeitpunkt T0 und T1.

14 Ergebnisse Zufriedenheit Niedergelassene mit Schmerztherapie: 93% sehen keine Schnittstellenprobleme Behandlung in 79% gut abgestimmt empfohlene Schmerztherapie 90% nachvollziehbar & verständlich 82% Therapie als ausreichend 64% so weitergeführt

15 Schlußfolgerungen: Überleitungs - und Schmerztherapie - Zufriedenheit nimmt zwischen T0 und T1 bei den Patienten ab In 60% der Fälle klagt der Patient bei der ersten Kontrolle nach Entlassung über Schmerzen. In nur 38% der Fälle sehen die weiterbehandelnden Ärzte eine Schmerztherapie indiziert Niedergelassene zeigen deutlich höhere Überleitungszufriedenheit & Schmerztherapiezufriedenheit als Patienten

16 Schlußfolgerungen: Im SF 12 anfangs starke Beeinträchtigungen körperlicher Summenscores, nach 6 Monaten wieder Normalisierung ;keine Beeinträchtigungen während der gesamten Behandlung beim psychischen Summenscore Niedergelassene bezeichnen Schmerztherapie als erfolgreich, nur etwa mehr als jeder 2. der Patient ist zufrieden mit Schmerztherapie Keine Tendenz von Akutschmerzchronifizierung bei den complete cases feststellbar

17 Fazit: Stationäre Schmerztherapie besitzt bei Patienten hohen Stellenwert auch über die Entlassung hinaus Niedergelassene haben eine andere Wahrnehmung bezüglich Schmerztherapiebedarf und Überleitungsproblematik als die Pat. Vorsichtige Ergebnis-Interpretation bei möglicher Selektionsbias Im Hinblick auf gesundheitspolitische Entwicklung mit Verkürzung der Krankenhausverweildauer, kommt dem Überleitungsmanagement zukünftig eine herausragende Rolle zu

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