Fortbildungsreihe Inklusion: Herausforderung und Chance von Heterogenität in Schule. Begleitung in den Berufseinstieg (Förder-) Schule

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1 Fortbildungsreihe Inklusion: Herausforderung und Chance von Heterogenität in Schule Begleitung in den Berufseinstieg (Förder-) Schule Bild: BeTa-Artworks - Fotolia.com Pilotprojekt des LSA in Kooperation mit dem Studienseminar Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen (GHRF) in Marburg Pilotprojekt Berufseinstieg Kim Y. Siekmann Janina Shehi

2 1. Entwicklung (2011) Ulrike Jäckel, Charlotte Zwack-Stier, Kim Siekmann Fö-LiV können in der 2. Phase nicht ausreichend auf die dezentralen Praxisfelder vorbereitet werden. Sie sind zu diesem Zeitpunkt zudem nicht das primäre Lerninteresse. In allen Schulen sind Lehrerinnen und Lehrer mit der Chance und Herausforderung zunehmender und zunehmend bewusst wahrgenommener Heterogenität konfrontiert. Die Notwendigkeit individueller Förderung und die Implementation der Inklusion stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen und erfordern Kompetenzen in Beratung und multiprofessioneller Kooperation. Schlussfolgerung: Verlagerung eines Professionalisierungsangebots in die dritte Phase.

3 2. Konzeption 4 Bausteine, die einzeln oder in Kombination buchbar sind; inhaltliche Weiterentwicklung aufgrund von Interesse und Evaluation Hohe Teilnehmer- und Praxisorientierung Ressourcenorientierung Doppeldecker-Prinzip Schuljahresbegleitend (4 6 Halbtage im Halbjahr) Viele Übungsphasen Unterrichtshospitationen und anschließende ressourcenorientierte Beratung Offen für alle Lehrämter Anknüpfung an Inhalte der 2. Phase (ETEP, DFB, Fö- Module, Diversität, EBB, BRB,...)

4 3. Aktuelle Inhalte Baustein 1 Neue Arbeitsfelder der Förderpädagogik: BFZ, Inklusion, dezentrale Erziehungshilfe (Kim Siekmann) In vier Veranstaltungen werden erarbeiten teilnehmerorientiert möglichst viele Antworten erarbeitet. Wir finden heraus, an welchen ihrer Kompetenzen die TN ansetzen können, an welchen Stellen sie Ihre Kompetenzen in verschiedenen Bereichen erweitern wollen, wie z. B.: Beratungskompetenz: Rollenverständnis, systemische, lösungsorientierte und ressourcenorientierte Beratungsansätze und Techniken, kollegiales Coaching und kollegiale Fachberatung. Kooperative Förderplanung: Förderpläne ziel und praxisorientiert in gemeinsamer Verantwortung schreiben, Förderung umsetzen. Rechtliche Grundlagen und Vorgaben: Förderausschüsse vorbereiten und leiten, Prävention, Nachteilsausgleich, Zeugnisse, differenzierte Klassenarbeiten,... Teamteaching und kollegiale Kooperation: Verantwortung teilen, zielorientierte und ressourcenschonende Planung von individualisiertem Unterricht. Raum für eigene Fragen, Antworten, Ideen, Austausch... Baustein 2 Individualisierung und Differenzierung im Unterricht Wie kann das gehen? (Kim Siekmann, Janina Shehi) Individualisierung und Differenzierung: Wir unternehmen einen Klärungsversuch der Begriffe. Meinen beide Begriffe dasselbe? Wie nutzt mir eine Begriffsklärung im Alltag? Was hat meine Haltung damit zu tun? Kompetenzorientierung: Inwieweit nutzt mir der Ansatz der Kompetenzorientierung um meinen Unterricht den Bedürfnissen aller Lernenden anzupassen steht die Outputorientierung nicht eigentlich im Widerspruch zu Individualisierung? Unterrichtsmodelle und Aufgabenformate: theoriegeleitet und praxisorientiert schauen wir uns verschiedene Beispiele an, wie Unterricht individualisiert und differenziert geplant und umgesetzt werden kann. Welche Methoden und Materialien eigenen sich? Gerne sind Sie eingeladen mit den vorgestellten Instrumenten und Ideen eigenen Unterricht zu planen Beurteilung und Bewertung: Welche Rolle spielt die Bewertung, formative und summative Rückmeldungen bei der Generierung von individuellen Lernerfolgen? Wie können wir Ziel führend damit umgehen?.

5 Aktuelle Inhalte Baustein 3 ETEP ein entwicklungspädagogisches/- therapeutisches Konzept zur Förderung sozialer u. emotionaler Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen (Janina Shehi) -geschlossene Gruppe- Aufbaufortbildung für Lehrkräfte mit Vorkenntnissen in ETEP zum Erwerb des Zertifikats. Der Baustein umfasst insgesamt ca. 20 Stunden u. enthält Praxishospitationen. Vertiefung der ETEP-Grundlagen (je nach Teilnehmerinteressen z.b. Entwicklungsstufen, Diagnostik mit dem ELDiB, Zielableitungen, Umsetzung im Unterricht), Übungen zu den Interventionsstrategien, Entschlüsseln von Verhalten, LSCI sowie die Vorbereitung auf die Zertifizierung. Baustein 4 Warum es so schwer ist, das eigene Verhalten zu ändern: Wir schauen uns verschiedene Ansätze an, wie sich soziales Verhalten entwickelt und welche Verhaltensweisen wir als angemessen betrachten und welche nicht. Dann schauen wir auf die Bedingungen die Verhaltensänderungen begünstigen können und was wir dafür tun können. Prävention und Intervention: Wir betrachten verschiedene Ansätze der Erziehungshilfe. Die Teilnehmenden schauen, welche Ansätze in ihren Schulalltag passen und was sich ggf. umsetzen lässt. Alarmstufe rot Ich komme alleine nicht mehr weiter: Wir betrachten die Hilfssysteme im Umfeld von Schule und Unterricht. Welche Schritte kann und muss ich gehen? Welche außerschulischen Institutionen können mir helfen? Wie kann ich kurze Wege und gute Kooperation gestalten? Besondere Herausforderungen Überforderung? Ich erlange Kenntnisse über (Cyber-) Mobbing, Erpressung, schulische oder häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe in Umfeld oder Familie, Traumatisierungen, Ängsten, selbst verletzendem Verhalten, Magersucht oder Suchtmittelmissbrauch? Was kann/muss ich tun? Wo sind meine Grenzen?

6 4. Teilnehmende Anfangs hohes Interesse an Baustein 1 und 3, nach Umstellung gleichmäßig Mehr als 1/3 ehemalige Fö-LiV aus dem eigenen Seminar Teilnehmer aus allen Schulformen (G, HR, Fö, angestellte Lehrkräfte ohne Ausbildung), verschiedenen Schulamtsbezirken, Schul-Novizen sowie langjährige Schul-Experten und Expertinnen, unterschiedlichste Praxisfelder. Baustein 1 und 3 jeweils etwa 8 12 TN pro Halbjahr seit 2011, tw. buchen TN zwei Bausteine, seit Umstellung gleichmäßige Verteilung, ca TN pro Baustein im Halbjahr Baustein 2 erstmalig als schulinterne Fortbildung an einer kooperativen Gesamtschule mit etwa 20 TN (auch Externe, Fö, HR, Sozialpäd. der SchuB-Klasse) Interesse daran steigt. Seit diesem Durchgang wieder als Fortbildung mit gemischten TN

7 5. Praxis- Ausschnitte Theorie-Praxis-Bezüge > reflektierte Praktiker > großes und kleines Sandwich Lernjournal, Reflexionsphasen, konkrete Vorhaben formulieren, präsentieren und reflektieren > Nachhaltigkeit Austauschforum Rollenspiele: schwierige Elterngespräche, Kooperationsaushandlungen, Kollegiale Fallberatung, kollegiales Coaching, LSCI,... Übungen: Zielformulierungen, entwicklungspäd. Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsplanung mit Differenzierungsmatrix u. Kompetenzraster Einblick in Beratungsansätze und Techniken, Problematik der Berater-Rolle im schulischen Kontext, dazu Übungen mit Selbsterfahrung > Schwerpunkt: systemische Fragetechniken, dazu Übungen Verschiedene Ansätze des Umgangs mit Kindern, die herausfordernde Verhaltensweisen zeigen außerhalb ETEP (Faustlos, PiT, Tricky Teens, konfrontative Päd, AAT und Coolness-Training,...) Gemeinsamer Unterricht, Inklusive Beschulung, Teamteaching Klassen- und Teamleitung

8 6. Qualitative Evaluation (Auszüge aus für Baustein 1) Die Fortbildungsreihe zum Berufseinstieg Förderschule hat mich in meinem Berufseinstieg voran gebracht, weil.. für meinen beruflichen Alltag wichtige Themen besprochen wurden ich neue Perspektiven erhalten habe ich andere Berufseinsteiger und deren Probleme gehört habe. ich einiges über den GU erfahren habe und sich dadurch viele Fragen geklärt haben. sie eine Möglichkeit war, Fragen zu stellen. persönliche Probleme Raum hatten und ich hilfreiche Tipps erhalten habe... mir diverse Strategien und Handwerkszeug nahe gebracht wurden... ich insbesondere in Bezug auf Beratung viele nützliche Tipps bekommen habe... ich über die pädagogische Praxis reflektiert habe

9 Evaluation Insgesamt möchte ich folgendes positiv hervorheben:...die Sitzungen waren auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt...es gab Zeit für Fragen...gute Atmosphäre...kleine Gruppe...gute Vorbereitung durch die Seminarleitung...offene Gesprächsatmosphäre...Inhalte...Ich arbeite gerne mit den Kollegen der anderen Schulen...Themenschwerpunkt Klassenlehrertätigkeit...Mitbestimmung bei der Themenwahl, praxisorientiert, Rollenspiel...angenehmes Lernklima...viel nützliche Theorie, aber anschaulich vermittelt Hier besteht aus meiner Sicht insgesamt noch Entwicklungsbedarf:...sehr straffes Programm...? (2x)...Evtl. mehr Sitzungen

10 Evaluation Die drei Sitzungen hatten unterschiedliche Schwerpunkte: 1. Rollenfindung, Belastungen, Bedarfsklärung; 2. Gemeinsamer Unterricht, IB, BFZ, DEZ, EH-Konzepte 3. Beratung in pädagogischen Handlungsfeldern, 4. Klassenlehrertätigkeit Von diesen speziellen inhaltlichen Aspekten habe ich besonders profitiert: 1. Sitzung: Leistung im Gleichgewicht; Raster für To-Do-Liste; Austausch & Selbsteinschätzung 2. Sitzung: Richtlinien für GU; Rolle im GU; Leitlinien für die Arbeit im GU; BFZ und DEZ, Inklusive Beschulung 3. Sitzung: Umgang mit Konflikten; Techniken der Beratung; Rollenspiel zur Beratung: vorher Problem für sich definieren, dann reden; Gesprächsführung (Ausbruch aus einem System); systemisches Fragen 4. Sitzung: Auflistung von Bereichen, die für eine Klassenführung notwendig sind; Hinterfragen, wie die Qualität meiner Tätigkeit ist

11 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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