Finanzplatz Luxemburg

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1 Börsen-Zeitung Nr. 196 B1 Finanzplatz Luxemburg International, diversifiziert und innovativ bleibt die Devise Regierung sorgt für gesunde Staatsfinanzen Rechtliches und aufsichtsrechtliches Umfeld wird stets verbessert und internationalen Trends angepasst doch darauf ausgerichtet sind, einerseits die Sicherheit von Finanzprodukten und -dienstleistungen zu verbessern und andererseits ein Level Playing Field für die verschiedenen Produkte und Anbieter zu schaffen, können diese durchaus neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Die In vestmentfondsrichtliluc Frieden nien der Europäischen Union sind dafür ein aussagekräftiges Beispiel: Fonds, die sich den Bestimmungen dieses Regelwerks unterwerfen und mit dem Ucits-Label Finanzminister versehen sind, genießen des Großherzogtums heute weltweit hohe Luxemburg Wertschätzung bei privaten und institutionellen Anlegern. Die schnelle Ende der seit 2008 andauernden Fi- Umsetzung der ersten Fondsrichtlinanzkrise aus. Die rezente Entwick- nie in nationales Recht legte den lung an den Finanzmärkten zeigt je- Grundstein für den Erfolg der luxemdoch, dass die Krise alles andere als burgischen Investmentfondsindusüberstanden ist, im Gegenteil. Nie trie. Im Großherzogtum domiziliewar die allgemeine Verunsicherung rende Investmentfonds werden größer, ein Ende der Turbulenzen ist heute in mehr als 50 Ländern der noch nicht absehbar, der Ausgang Welt angeboten. Und auch dieses Jahr war Luxemburg das erste Land, der Krise ist offen. Wie hat der Finanzplatz Luxem- das die Ucits-IV-Richtlinie in nationaburg diese Krise bisher überstan- les Recht umsetzte. den? Und vor allem: Wie sieht seine Zukunft aus? Im Vergleich zu andeschmaler Grat ren europäischen Ländern hat der Finanzplatz Luxemburg unter der Wir brauchen zweifellos eine beskrise bisher relativ wenig gelitten. sere Regulierung der Finanzmärkte, Der luxemburgische Staat hat sich doch erfordert diese auch das richzwar an Stützungsmaßnahmen für tige Augenmaß. Supranationale Ordie beiden belgischen Banken Dexia ganisationen, nationale Gesetzgeber und Fortis beteiligt beide sind in und Aufsichtsbehörden wandeln auf Luxemburg mit einem ausgedehnten einem sehr schmalen Grat zwischen Filialnetz vertreten, doch waren einem Zuwenig an Regulierung, das weitere Interventionen bisher nicht die aktuellen Probleme nicht löst, nötig. und einem Zuviel an Regeln, die eine größere Stabilität der Finanzmärkte sicherstellen mögen, aber mit Mit AAA benotet mehr oder weniger bedeutenden KolAuch das allgemeine wirtschaftli- lateralschäden in Form von sinkenche Umfeld ist positiv: Mit einer der Wettbewerbsfähigkeit durch höstaatsverschuldung von weniger als here Kosten und geringerer Flexibili20 % des Bruttoinlandsprodukts und tät bei der Gestaltung neuer Produkte einem Haushaltsdefizit von unter und Dienstleistungen einhergehen. Luxemburg begrüßt prinzipiell 3 % ist Luxemburg eines der wenigen Länder der Europäischen Union, eine angemessene Regulierung der die von den Ratingagenturen noch Finanzmärkte. Seit Ausbruch der Finanzkrise hat der Gesetzgeber die mit AAA benotet werden. Es ist das erklärte Ziel der luxem- Aufsicht des Bankensektors verburgischen Regierung, auch in Zu- stärkt und Verbesserungen in der kunft für gesunde Staatsfinanzen zu rechtlichen Infrastruktur des Platzes sorgen und gleichzeitig das rechtli- vorgenommen. Internationale Orgache und aufsichtsrechtliche Umfeld nisationen haben diese Bemühundes Platzes ständig zu verbessern gen anerkannt. Die Organisation für wirtschaftliund den internationalen Entwicklunche Zusammenarbeit und Entwickgen anzupassen. Eine der wohl bedeutsamsten Ent- lung OECD hat Luxemburg unlängst wicklungen in der jüngeren Vergan- die Einhaltung der international genheit besteht ohne Zweifel darin, anerkannten Standards im steuerlidass unregulierte Finanzprodukte, chen Bereich bescheinigt, die Finan-institutionen und -märkte nicht cial Action Task Force hat ihre Zufriemehr hingenommen werden und die denheit mit den luxemburgischen Nichteinhaltung allgemein akzeptier- Maßnahmen zur Bekämpfung der ter internationaler Standards nicht Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung zum Ausdruck gebracht, mehr länger toleriert wird. Nun ist es nur allzu verständlich, und der Internationale Währungsdass neue Regulierungen von den fonds stellt fest, dass die Indikatoren Finanzakteuren zunächst mit einem für die Gesundheit und die Leistungsgewissen Argwohn betrachtet wer- fähigkeit des Finanzsektors im Groden. Solange neue Regulierungen je- ßen und Ganzen günstig sind. Vor einem Jahr schien die Welt fast wieder in Ordnung. Die Anleger schienen wieder Mut zu fassen, die Börsenkurse stiegen und nicht wenige Beobachter riefen bereits das AUS DEM INHALT,,International, diversifiziert und innovativ bleibt die Devise Luc Frieden B1 Fonds aus Luxemburg werden international immer beliebter Michael Sanders Sicherheitenmanagement genießt heute Top-Priorität Stefan Lepp Effizienzgewinne im Fondsvertrieb durch neue Technologien Michel Maquil B7 B2 Die Politik muss mehr Europa wollen, nicht weniger Fernand Grulms B2 Neue Liquiditätsregeln fordern Banken beachtlich Yves Mersch B3 Luxemburg entwickelt weitere Standbeine Klaus-Michael Vogel B4 Fondsbranche wird mit Regulierungswelle konfrontiert Marc Saluzzi B5 Kunst ist als alternative Assetklasse im Kommen Ruth Bültmann und Adriano Picinati di Torcello B6 B6 Umfassende länderübergreifende Lösungen bevorzugt Alexander Poppe und Ralf Funk B8 Dem Besten aus allen Welten gerecht werden Dr. Stefan Schwab B8 Als Referenzstaat für Private-Equity-Fonds tätig sein Alain Kinsch und Dr. Carmen von Nell-Breuning B9 Finanzsektor knüpft an Entwicklung vor der Krise an Karin Riehl und Walter Koob B 10 der Regulierung profitieren Jean-Paul Gennari B 10 Dennoch wäre es falsch, sich auf diesen Lorbeeren ausruhen zu wollen. Aufgrund der Enge des heimischen Marktes bleibt der Finanzplatz Luxemburg in hohem Maße abhängig vom internationalen Umfeld und damit nicht zuletzt auch von der Entwicklung der Mutterhäuser seiner derzeit 143 Banken. Am Finanzplatz Luxemburg wird die Devise auch weiterhin lauten: Internationalität, Diversifizierung und Innovation. Deshalb werden wir die fünf Hauptpfeiler des Finanzplatzes weiter stärken und ausbauen: 䡲 Das Investmentfondsgeschäft, den derzeit unbestritten dynamischsten Geschäftsbereich des Finanzplatzes. Angesichts der dominierenden Position Luxemburgs im Bereich des grenzüberschreitenden Fondsvertriebs eröffnen die neue EU-Richtlinie über alternative Anlageprodukte und der mit ihr eingeführte europäische Pass für diese Art von Anlageprodukten zweifellos vielseitige Geschäftsmöglichkeiten, doch wäre es vermessen zu glauben, die Ucits-Erfolgsgeschichte ließe sich allein durch die rapide Umsetzung der AIFM-Richtlinie in nationales Recht so ohne Weiteres fortschreiben. Hedgefonds und an- dere alternative Anlageprodukte sind eine Welt für sich, und sowohl die Anbieter dieser Produkte als auch die Investoren verlangen sehr spezifische Dienstleistungen, die es zu perfektionieren und auszubauen gilt. 䡲 Die Vermögensverwaltung, die sich mit den wohl größten Herausforderungen konfrontiert sieht. Ihre Kunden sind im Zuge der Finanzkrise deutlich anspruchsvol- Wir brauchen zweifellos eine bessere Regulierung der Finanzmärkte, doch erfordert diese auch das richtige Augenmaß. ler geworden, dank nicht zuletzt der Vielzahl der online angebotenen Finanzinformationen sind sie heute wesentlich besser informiert und spielen eine sehr viel aktivere Rolle bei ihren Investitio- nen. Sie tätigen immer mehr Transaktionen, ohne auf Dienstleistungen ihrer Bank zurückzugreifen, und sind auch schneller als früher bereit, ihre Bank zu wechseln. Das Vertrauen ihrer Kunden und die Qualität ihrer Beratung werden deshalb künftig die wichtigsten Assets der Vermögensverwalter und Anlageberater sein. Dass gleichzeitig dem Wunsch vieler Kunden nach transparenteren, leichter verständlichen und vor allem weniger risikoreichen Produkten Rechnung getragen werden muss, ist selbstverständlich. Wir werden deshalb demnächst unter anderem das Stiftungsrecht verbessern und vervollständigen. 䡲 Das internationale Kreditgeschäft, das Anfang der sechziger Jahre die Entwicklung Luxemburgs zu einem internationalen Finanzplatz einläutete und auch heute noch eine wichtige Rolle spielt. 䡲 Das Versicherungsgeschäft, das in den Medien nur selten im Zusammenhang mit Luxemburg erwähnt wird, jedoch eine sehr bedeutende Rolle in unserem Finanzsektor spielt. Über 90 % des Lebensversicherungsgeschäfts werden im Rahmen der innergemein- schaftlichen Dienstleistungsfreiheit mit ausländischen Kunden abgewickelt. Das Gleiche gilt für die Rückversicherungsbranche, der die europäische Rückversicherungsrichtlinie neue Perspektiven eröffnet. 䡲 Und nicht zuletzt den breiten Bereich Structured Finance, in dem Anwaltskanzleien und Consultingfirmen aufgrund ihrer starken Ausrichtung auf eine internationale Klientel im Laufe der Jahre eine derartige Expertise aufgebaut haben, dass sie immer stärker herangezogen werden, um Fusionen oder Übernahmen internationaler Konzerne zu begleiten. Die Regierung wird die Diversifizierung des Finanzplatzes auch weiterhin durch eine konstante Anpassung des Rahmenwerks unterstützen. Die bereits erwähnte AIFM-Richtlinie wird schnellstmöglich in luxemburgisches Recht umgesetzt, der Ausbau eines optimalen Rahmens für islamische Finanzprodukte ist in vollem Gange und die Einführung neuer Anlagevehikel für die Vermögensverwaltung ist in Vorbereitung. Aus allen diesen Gründen sehe ich der weiteren Entwicklung des Finanzplatzes Luxemburg durchaus mit Zuversicht entgegen.

2 B2 Börsen-Zeitung Nr. 196 Sicherheitenmanagement genießt heute Top-Priorität Clearstream ermöglicht eine flexible und trotzdem sichere Verwaltung von Sicherheiten Ein Liquiditätspool für Märkte weltweit Ohne Finanzinstrumente, die als Sicherheiten hinterlegt werden, würde der weltweite Fluss von Liquidität gehörig ins Stocken geraten. Sie sind das Pfand, mit denen Finanztransaktionen besichert und damit überhaupt erst ermöglicht werden. Regulatorische Auflagen in der Folge der Finanzkrise ziehen weltweit Forderungen nach mehr Einlagen und Sicherheiten bei Banken und Finanzdienstleistern nach sich. Clearstream mit Hauptsitz in Luxemburg sorgt für entscheidende Unterstützung dieser Institute durch eine flexible und dennoch sichere Verwaltung von Sicherheiten Schon seit einigen Jahrhunderten werden Sicherheiten als Garantien gegen einen Kreditausfall genommen. Aber erst seit den achtziger Jahren gibt es das Sicherheitenmanagement auch als Bestandteil des Finanzwesens: Bankers Trust und Salomon Brothers stellten gegenseitig Sicherheiten gegen Kreditrisiken auf, die sie bewerteten. Die Standardisierung dieses Systems begann rund ein Jahrzehnt später und wurde hauptsächlich im außerbörslichen Markt eingesetzt. In den vergangenen 15 bis 20 Jahren hat sich die Nutzung von Sicherheiten zu einem wesentlichen Bestandteil der Finanzindustrie entwickelt. Unlängst ist ihre Bedeutung durch steigende regulatorische Anforderungen, denen der Finanzsektor sich stellen muss, weiter gestiegen. Für Banken und Finanzdienstleister weltweit hat das Sicherheitenmanagement mittlerweile Top-Priorität. Zunehmende Bedeutung Stefan Lepp Vorstandsmitglied und Head of Global Securities Financing bei Clearstream Im aktuellen Umfeld der Unsicherheit ein Szenario, das an die direkte Folge der Subprime-Krise erinnert wird die steigende Bedeutung des Sicherheitenmanagements erneut deutlich: Banken lagern ihr Geld lieber bei den Zentralbanken ein, als es sich gegenseitig zu leihen, um im Geldmarkt sichere Zinsen zu erwirtschaften. Die Zinsen für unbesicherte Kredite liegen deutlich über denen für besicherte Kredite, etwa in Einklang mit den Zahlen Ende Der Druck auf eine einfach zu handhabende Verwaltung von Sicherheiten und die Verfügbarkeit solcher Instrumente steigt; ein System, das Sicherheiten effizient verwaltet, kann dieses Problem beheben. Effizientes Sicherheitenmanagement wird damit zu einem entscheidenden Faktor, der dafür sorgen kann, dass Transaktionen und letztlich Finanzmärkte reibungslos funktionieren. Ohne Sicherheiten das ist erneut die Realität stockt der Interbankenmarkt. Die Neuauflage von Basel III, in deren Zug die Richtlinie über Eigenkapitalforderungen angepasst wird und die bis 2013 umgesetzt werden soll, sorgt in Kombination mit EMIR (European Markets Infrastructure Regulation) für eine stark erhöhte Aufmerksamkeit für die Sicherheiten im Wertpapiermanagement. So erwartet der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht in seiner QIS (Quantitative Impact Study) vom Dezember 2010, dass allein in Europa die Banken eine Deckungslücke von knapp unter 3 Bill. Euro zur Erfüllung der neuen Liquiditätsanforderungen von Basel III haben werden. Damit wird klar, dass die Konsequenzen dieser neuen Regulation nicht nur die internen Nöte der Finanzabteilung im Unternehmen erhöhen, sondern vor allem auch eine wesentliche Rolle bei logistischen Entscheidungen für die Absicherung von Wertpapiergeschäften spielen. Sorgenfalten überraschen nicht Die erhöhten regulatorischen Anforderungen sorgen wenig überraschend für Sorgenfalten bei Banken und Finanzdienstleistern sie müssen verstärkt Kapital als Sicherheit zurücklegen. Die Zeit wird knapp: Bereits Ende 2012 treten die ersten Anforderungen nach mehr Rücklagen in Kraft. Um hier nicht unnötig Kapital zu binden, müssen geeignete Systeme zur Liquiditätsversorgung entwickelt werden. Oder man greift auf bestehende Lösungen international gut vernetzter Anbieter zurück. Die Optimierung der Anwendung von Sicherheiten ist aktuell die nachhaltigste Lösung für Banken, die künftig bei überschaubarem Kostenaufwand weiter wachsen wollen. Als ersten Lösungsansatz für dieses Problem haben Banken laut einer im September 2011 veröffentlichten Studie von Accenture und Clearstream die Abschaffung ineffizienter interner Strukturen erkannt. Befragt wurden 16 europäische Finanzinstitute aus dem Investment Banking und Bankenbereich, die lokal und global tätig sind und insgesamt rund 20% der weltweiten Einlagen bei Banken im Gegenwert von rund 14 Bill. Euro abdecken. Die größten Sorgen bereiten diesen Instituten nach eigenem Bekunden die fehlende Übersicht über ihre Sicherheiten und deren Konsolidierung. So haben zum Beispiel einzelne Handelsabteilungen innerhalb einer Institution keinen konsolidierten Überblick über die im eigenen Unternehmen für Wertpapiergeschäfte aller Art vorhandenen Sicherheiten. Damit werden Geschäfte häufig kostspielig überbesichert. Accenture hat festgestellt, dass zwischen 10 und 15 % aller verfügbaren Sicherheiten ungenutzt bleiben, was aus Branchensicht wiederum Kosten von über 4 Mrd. Euro jährlich verursacht. Diese Rechnung entstand im März 2011, also noch bevor die neuen Regularien greifen. Entsprechend arbeiten unter anderem die Banken und Finanzdienstleister entweder intern an Systemen, die eine zentrale Verwaltung der Sicherheiten und die Einsicht in ihre Verfügbarkeit für alle internen Parteien ermöglichen oder sie suchen die Lösung bei einem externen Anbieter solcher Dienstleistungen. Global Liquidity Hub Die Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa ist älter als die Staatengemeinschaft selbst und so aktuell wie selten. Die europäische Schuldenkrise hat wieder gezeigt, dass eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Verantwortung und föderale Strukturen auf wackeligen Füßen steht. Kann der Europäische Traum, wie der amerikanische Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin ihn beschreibt, als Vorbild für eine gerechtere Welt dienen? Europa habe die bessere Arbeits- und Sozialpolitik und verkörpere den letzten Hort des Widerstands gegen die Globalisierung, so Rifkin. Kann Europa auch im Bereich Bank- und Kapitalmarktwesen ein Vorbild für die globalen Märkte sein? Der europäische Binnenmarkt garantiert freien Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr seit Europäische Finanzzentren sind integriert in einen großen und entwickelten Wirtschaftsraum von annähernd 500 Millionen Ver- Im Rahmen ihres Global-Securities-Financing(GSF)-Angebots bietet Clearstream eine große Bandbreite an Dienstleistungen im Bereich des Sicherheitenmanagements und eine Reihe von Wertpapierprodukten an. An den von Clearstream geschaffenen Global Liquidity Hub gewissermaßen eine konsolidierte und optimierte Quelle für Liquidität sind Banken, Finanzinstitute, Zentralbanken, Zentrale Kontrahenten und andere Infrastrukturanbieter angeschlossen. Dieser globale Liquiditätspool ist eine Plattform für Sicherheitenmanagement, die es Kunden ermöglicht, ein breites Spektrum von Exposures zum Beispiel Sicherheitenforderungen von Clearinghäusern aus nur einer Quelle zu besichern. Durch die reduzierte Fragmentierung der Sicherheiten steigt die Möglichkeit einer optimierten Zuteilung der Sicherheiten bei gleichzeitiger Reduzierung der konstanten Überbesicherung sowie den mit der Fragmentierung verbundenen Risiken signifikant. Gleichzeitig sorgt der Global Liquidity Hub für mehr Transparenz und eröffnet neue Möglichkeiten zur Kostenreduzierung. Durch die Bereitstellung des Global Liquidity Hub kann Clearstream ihren Kunden ein in hohem Maße automatisiertes, reibungsloses und sicheres Sicherheitenmanagement auf globaler Basis bieten. Im August 2011 erreichte das durchschnittlich über den Clearstream-Geschäftsbereich GSF besicherte Volumen die neue Rekordmarke von über 645 Mrd. Euro. Dies zeigt die zunehmende Bedeutung besicherter Finanzierungen und den anhaltend starken Trend, Sicherheiten in zentralen und global ausgerichteten Liquiditätspools zu bündeln. Über Zeitzonen hinweg brauchern. Der europäische Binnenmarkt zeichnet sich zudem durch ein gemeinsames regulatorisches Umfeld aus, unterstützt durch ein Bruttoinlandsprodukt von Mrd. Euro. Bei Finanzdienstleistungen hat Europa einen wesentlichen Anteil an den globalen Finanzmärkten inne, wie die Tabelle auf der gegenüberliegenden Seite erkennen lässt. Das Ausmaß des integrierten europäischen Finanzdienstleistungsmarktes mit seinem Netzwerk an IT und Kommunikations-Infrastruktur bildet eine ideale Basis, um Ersparnisse und Kapital im großen Rahmen zu mobilisieren. Die großen internationalen Finanzstandorte Europas wie London, Paris, Frankfurt, Mailand oder Madrid, aber auch Luxemburg, stellen heute die größten Volumina des Finanzplatzes Europa dar. Anders Ohne Sicherheiten das ist erneut die Realität stockt der Interbankenmarkt. Marktteilnehmer weltweit fordern von ihren lokalen Infrastrukturanbietern effiziente Lösungen im Bereich des Sicherheitenmanagements. Für viele dieser Anbieter stellt sich derzeit die Frage, ob sie eigene Lösungen entwickeln oder sich auf die Erfahrungen von Anbietern wie Clearstream auf diesem Gebiet stützen sollen. Clearstream ist mittlerweile in der Lage, Sicherheiten über Zeitzonen und Landesgrenzen hinweg aktiv zu verwalten und jederzeit dem vom jeweiligen Infrastrukturanbieter geforderten Sicherheitenprofil zuzuordnen. Dieser Service wird von Clearstream unter dem Namen Liquidity Hub GO angeboten GO steht für Global Outsourcing. Liquidity Hub GO erlaubt es Infrastrukturanbietern in unterschiedlichen Märkten und Zeitzonen, die gesamte Bandbreite von Dienstleistungen im Bereich des Sicherheitenmanagements zu offerieren. Das Innovative am Konzept von Liquidity Hub GO ist die Möglichkeit, lokale Wertpapiere, die als Sicherheiten genutzt werden sollen, im lokalen Markt und in der bestehenden Rechtsform zu nutzen. Dies ermöglicht den Infrastrukturanbietern, den Service unter nationaler Rechtsprechung mit existierenden lokalen Verträgen anzubieten auf Wunsch sogar unter dem jeweiligen Logo des Infrastrukturanbieters, also als White Label. Derzeit Fernand Grulms Chief Executive Officer von Luxembourg for Finance als in den USA, wo New York und Chicago eine herausragende Rolle spielen, ist der Finanzplatz Europa diversifizierter und breiter aufgestellt. So hat etwa Madrid hervorragende Verbindungen zu Lateinamerika, London ist ausgezeichnet vernetzt mit dem Commonwealth, den USA und den ehemaligen Kolonien. Paris hat privilegierte Geschäftsbeziehungen mit dem französischsprachigen Afrika. Die europäischen Finanzplätze sind ebenfalls gut untereinander vernetzt. So hat Luxemburg Kompetenzen aufgebaut in der Strukturierung von komplexen Finanzprodukten und dem grenzüberschreitenden Vertrieb von Finanzdienstleistungen und kann sozusagen als Outsourcer für europäische, aber auch arabische oder asiatische Finanzplätze fungieren. Durch Spezialisierung können Skaleneffekte realisiert werden im Interesse der Kunden, aber auch der Finanzdienstleister selbst und ihrer Aktionäre. Effiziente Arbeitsteilung Eine effiziente Arbeitsteilung ist also im Interesse aller Beteiligten. Zudem werden die Umsetzung und die Anwendung der Ziele der Agenda 2020 der EU-Kommission auf den Finanzplatz Europa die europäische Finanzwelt beeinflussen und beflügeln im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einer auf Wissen und Innovation gestützten Wirtschaft. Obwohl die öffentlichen Haushalte in Europa stark strapaziert sind, können die EU-Finanzdienstleister dennoch auf ein exemplarisches Umfeld zurückgreifen, das in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Zu Beginn des Jahres 2011 hat das neue Europäische Finanzaufsichtssystem EFSF, welches Befugnisse der europäischen Finanzaufsichtsbehörden innehat, seine Arbeit aufgenommen. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken soll zudem auf dem makroprudenziellen Niveau ist Clearstream, mit ihren 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich, der einzige Sicherheitenmanagement- Dienstleister, der die Stücke über verschiedene Zeitzonen und Regionen hinweg verwaltet und dabei sicherstellen kann, dass sie den jeweiligen Heimatmarkt nicht verlassen. Zweite Kooperation Nach der im Juli erfolgreich eingeführten Lösung für den brasilianischen Zentralverwahrer Cetip hat Clearstream im August bereits die zweite Kooperation, mit der Australian Securities Exchange (ASX) angekündigt. Die Zusammenarbeit mit ASX hat zum Ziel, die für den brasilianischen Markt bereitgestellten Funktionalitäten nun auf den australischen Markt zu übertragen, und ermöglicht es australischen Banken, ihre begrenzt verfügbaren Sicherheiten optimal einzusetzen. Mehr Transparenz Die Zusammenführung des globalen Liquidity Hub mit lokalen Sicherheitenpools aus der Liquidity-Hub- GO-Initiative wird zu einer deutlich effizienteren Nutzung der bestehenden Sicherheiten auf globaler Basis führen. Globale Fragmentierung und Überbesicherung und die damit verbundenen Kosten werden massiv abgebaut, während die Transparenz und damit auch das Risikomanagement deutlich gestärkt wird. Mit Lösungen wie dieser können auf diesen Märkten die Sorgenfalten im Finanzsektor etwas geglättet werden. Die Politik muss mehr Europa wollen, nicht weniger Interessen des Finanzplatzes Europa gegenüber den USA und den Schwellenländern wahren Schwächen im Binnenmarkt identifizieren. Eine einheitliche europäische Ratingagentur, die ab 2012 den privaten und zuletzt häufig in die Kritik gekommenen amerikanischen Ratingagenturen die Stirn bieten soll, wird den Finanzplatz Europa ebenso stärken, wie die Fusion der Deutschen Börse mit der amerikanischen Nyse Euronext. Grundlegende Reformen Sowohl die Banken- als auch die Investmentfondsindustrie ist in den letzten Jahren grundlegenden Reformen unterworfen worden. Sei es im Rahmen der Finanzaufsicht (Implementierung von Basel III über die Eigenkapitalrichtlinien (CRD III und IV)), der Finanzmarktinfrastruktur (einheitliche Regeln für Central Counterparties und Central Securities Depositories (CSDs)), des Ausbaus des Zahlungssystems Sepa oder auf der Produktseite (AIFM Direktive für Hedgefonds und andere alternative nicht-regulierte Fonds; Regeln für die Standardisierung von OTC-Derivativen und deren Clearing durch CCPs; Ucits IV), um nur einige zu nennen. Weitere Maßnahmen, die ein seriöses Geschäftsgebaren sichern (Aufsicht von Ratingagenturen; Einkommen der Bankmanager; strengere Regeln gegen Marktmissbrauch und Leerverkäufe) und den Kundenschutz erhöhen (überarbeitete Rahmenbedingungen für das Einlagensicherungssystem mit einer Erhöhung der Garantien bis zu Euro; Solvency II zum Schutz von Versicherungsnehmern; Key Investor Information Document (KIID)), sind darauf ausgelegt, die Mentalität der Finanzindustrie nachhaltig zu beeinflussen. Ein europäisches Krisenmanagement, welches sicherstellt, dass nationale Behörden mit den geeigneten Werkzeugen ausgerüstet sind, einer in Nöten gekommenen Institution in einem frühen Stadium zu helfen, wird in Zukunft das Zurückgreifen auf Steuergelder verhindern. Modellfunktion denkbar Durch den ausgeprägten Kundenschutz und die marktgerechten Aufsichtsbestimmungen, kann der Finanzplatz Europa durchaus eine Modellfunktion für die globalen Finanzmärkte haben. Allerdings erhält die europäische Finanzindustrie ungenügend politische Unterstützung, sowohl auf globaler, europäischer, als auch auf verschiedenen nationalen Ebenen. Politisch lässt sich eben leichter Kapital aus dem Kritisieren Fortsetzung Seite B3

3 Börsen-Zeitung Nr. 196 B3 Neue Liquiditätsregeln fordern Banken beachtlich Dies gilt auch für Luxemburg Es besteht kein Grund zur Panik Vorgaben sind noch nicht in Stein gemeißelt und werden gegebenenfalls angepasst men, in denen die Bankenaufsicht institutionell strikt von der Zentralbank getrennt war, wurde mitunter teuer Lehrgeld bezahlt. Inzwischen hat sich daher ein Konsens gebildet, dass Zentralbanken in die Finanzaufsicht mit eingebunden sein sollten. Aber auch die Regulierer von Banken und an deren FinanzinstitutioYves Mersch nen haben ihre Lehren gezogen aus der Liquiditätskrise. Lange schauten Regulierer und Aufseher vor allem auf die Solvenz von Einzelinstituten. Wenn aber HypoPräsident theken mit einer Laufder Banque centrale zeit von 30 Jahren über du Luxembourg 30-tägige Geldmarktpapiere finanziert werden Pläne sehen allerdings mitunter An- und Misstrauen sich unter den Banforderungen vor, die Druck auf be- ken breitmacht, können auch solwährte Geschäftsmodelle ausüben vente Institute in Schieflage geraten. Dieses Beispiel veranschaulicht und schädliche Nebenwirkungen zeitigen könnten. Ein Grund zur Panik die Gefahren, die von sogenannten Fristeninkongruenzen von Finanziebesteht jedoch nicht. Als im August 2007 die Geldmärkte rung und Anlagen ausgehen, wenn auszutrocknen drohten, rückte die also die Laufzeiten von Forderungen Bedeutung von Liquiditätsrisiken für und Verbindlichkeiten nicht im Eindie Stabilität der Finanzmärkte in klang miteinander stehen. Je größer den Fokus. Etwa ein halbes Jahr zu- diese Fristeninkongruenz ist, umso vor war das Geschäft mit US-Ramsch- höher sind zwar die Zinsmargen und hypotheken, sogenannten Subprime damit die Gewinne einer Bank. AllerMortgages, in Schieflage geraten. dings wird eine Bank auch verletzviele amerikanische Hypothekarkreditnehmer mit geringer Bonität konnten angesichts steigender Zinsen ihren Schuldendienst nicht mehr Die Definition der leisten. Im August musste dann die deutsche Mittelstandsbank IKB, die Liquiditätskennziffern am US-Subprime-Markt im großen übt erheblichen Druck Stil spekuliert hatte, von einem Bankenpool und der staatlichen Kreditauf viele Banken aus, anstalt für Wiederaufbau (KfW) geihr Liquiditätsportrettet werden. folio umzugestalten. Weltweit griff Panik um sich. Aus Angst, Banken könnten in die VerDies macht sich lustzone rutschen, liehen diese sich zunächst auf der untereinander kaum mehr Geld aus. Dieses Misstrauen führte dazu, dass Aktivseite der Instidie normalerweise sehr geringen tute bemerkbar. Risikoaufschläge am Interbankenmarkt drastisch stiegen. Die Marktliquidität drohte auszutrocknen, die Stabilität des Finanzsystems war licher gegenüber dem Abzug von bedroht. Die Zentralbanken pumpten da- Einlagen oder wenn es schwierig raufhin umfangreich Liquidität in wird, Verbindlichkeiten zu erneudie Geldmärkte. Dieses Vorgehen ern. Da die mit diesen Risiken ververhinderte den kompletten Zusam- bundenen Gewinne nur den Anteilsmenbruch des unbesicherten Inter- eignern der Banken zukommen, bankenmarktes. Vor allem das während ein erheblicher Teil der Verschnelle, beherzte Eingreifen der luste sozialisiert wird, haben sich die Europäischen Zentralbank (EZB) gilt Regulierer zum Ziel gesetzt, sowohl seither als beispielhaft. Neben dem die Liquidität der Aktiva als auch die flexiblen Sicherheitenrahmen des Stabilität der Passiva stärker zu Eurosystems erwies sich in der Euro- sichern. zone vor allem als Vorteil, dass zahlreiche nationale Notenbanken in die Problembewusstsein geschärft Bankenaufsicht eingebunden waren, was ihnen eine fundiertere EinschätZwar war das Problembewusstzung mit Blick auf deren Solvabilität sein zum Liquiditätsrisikomanageerlaubte. In anderen Währungsräu- ment auch schon vor dem Ausbruch Als eine der Lehren aus der weltweiten Finanzkrise wollen Regulierer und Aufseher dem Management von Liquiditätsrisiken mehr Gewicht zukommen lassen. Die bisherigen der Finanzkrise vorhanden. So hat die Europäische Kommission bereits 2006 Liquidität als einen von fünf Pfeilern einer künftigen Aufsichtslandschaft identifiziert. Die Finanzkrise hat dieses Problembewusstsein aber noch einmal deutlich geschärft. Im Juni 2008 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht qualitative Anforderungen an das Management von Liquiditätsrisiken vorgegeben. Diese wurden im Dezember des vergangenen Jahres auf quantitative Erfordernisse zur Eindämmung von Liquiditätsrisiken konkretisiert. Zwei neue Kennzahlen Mit diesem Ziel wurden zwei neue Kennzahlen eingeführt, die als Liquiditätsmaße dienen: 䡲 Zum einen müssen Kreditinstitute über ausreichend qualitativ hoch- liquide Mittel verfügen, um Liquiditätsstress über einen Zeitraum von dreißig Tagen standhalten zu können (sogenannte Liquidity Coverage Ratio, LCR). Hierbei wird der vorhandene Liquiditätspuffer an hochliquiden Aktiva dem Netto-Mittelabfluss in einer Stresssituation gegenüber gestellt. 䡲 Zum anderen soll auch die strukturelle Liquidität des Kreditinstituts gewährleistet werden, indem dieses durch stabile Refinanzierung abgesichert wird. Die zweite Kennzahl, die Net Stable Funding Ratio, NSFR, stellt die verfügbare der erforderlichen stabilen Refinanzierung gegenüber. Die Einführung der Liquidity Coverage Ratio ist für 2015 geplant. Die NSFR dagegen soll später und zeitlich gestaffelt eingeführt werden. Nach einer Beobachtungsphase soll die NSFR nach einer erneuten Bewertung der Ausgestaltung voraussichtlich ab dem 1. Januar 2018 als Vorgabe gelten. Die Definition der Liquiditätskennziffern übt erheblichen Druck auf viele Banken aus, ihr Liquiditätsportfolio umzugestalten. Dies macht sich zunächst auf der Aktivseite der Institute bemerkbar. Denn es werden zukünftig keine Bankschuldverschreibungen oder Asset-Backed-Securities-(ABS-)Papiere erster Güte in der Liquiditätsreserve gehalten werden können. Außerdem wird es Grenzen für Pfandbriefe geben. Das dürfte sich auf die Profitabilität vieler Geschäftsmodelle negativ auswirken, denn mit hochliquiden Wertpapieren wie Staatsanleihen, Supranationals oder Agencies sind nur deutlich geringere Margen zu erzielen. Wenn Bankschuldverschreibungen nicht mehr in der Liquiditätsreserve gehalten werden dürfen, wirkt sich das auch auf der Passivseite der Banken aus: Die Refinanzierung vieler Institute dürfte sich in der Regel verteuern. Wenige erfüllen Vorgaben Die neuen Liquiditätsregeln stellen die Banken am Finanzplatz Luxemburg vor große Herausforderungen. Dies belegt eine Studie, die die Banque centrale du Luxembourg (BCL) jüngst zusammen mit der Luxemburger Finanzaufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) durchgeführt hat. Demnach erfüllt nur eine relativ geringe Zahl von Banken die Vorgaben der Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR. Was formell problematisch wirkt, ist dabei nicht zwangsläufig Ausdruck einer schlechten LiquiditätsFortsetzung Seite B 4 Die Politik muss mehr Europa wollen, nicht weniger Fortsetzung von Seite B 2 und der Bevormundung von Finanzakteuren schlagen als aus deren Unterstützung. Dass dabei europäische Banken, Versicherer und Asset Manager im Wettbewerb stehen mit Giganten aus China, Indien oder dem arabischen Raum, wird ignoriert. Der europäischen Politik fehlt die globale Dimension. So etwa bei dem rezenten Vorstoß der Einführung einer Börsentransaktionssteuer innerhalb der Eurozone. Eine solche Steuer würde im Endeffekt vom Kunden getragen werden, dem EU-Haushalt kaum Einnahmen bringen und den Finanzplatz Europa schwächen. Auch braucht die europäische Politik mehr Selbstbewusstsein. Wenn die USA etwa versuchen, mit Maßnahmen wie Fatca die ausländischen Kreditinstitute zu diskriminieren, muss die europäische Politik reagieren, indem sie ihre Finanzdienstleister unterstützt und äquivalente Maßnahmen für amerikanische Banken ankündigt, anstatt sich der amerikanischen Politik zu beugen. Allerdings haben bei diesem Thema hauptsächlich die europäischen Finanzverbände versagt. Hätten die europäischen Banken-, Versichererund Fondsverbände ihre Mitglieder aufgerufen, sich von den amerikanischen Kapitalmärkten zu verabschieden, hätte der Spuk einen Tag später ein Ende gehabt. Nun führt wohl kein Weg mehr daran vorbei. Die europäische Finanzindustrie muss sich also zusammentun und ihre Interessen bündeln und zwar aktivitätenübergreifend, um sich gegen die Konkurrenz aus Asien und den Schwellenländern zu wappnen. Eine Zusammenarbeit der Finanzplätze auf europäischem Niveau, welche nicht nur die einzelnen Finanzplätze stärken wird, sondern die gesamte europäische Finanzindustrie, ist zu befürworten. Die Initiative European Roundtable of Financial Centres gibt hier die Richtung vor. Der 2010 gegründete Roundtable mit den Mitgliedern City of London, CityUK, Finanzplatz München Initiative, Frankfurt Main Finance, Holland Financial Centre, Luxembourg for Finance, Madrid Centro Financiero, Paris Europlace, Scottish Financial Enterprise und Swedish Financial Market Committee ist ein konkretes Beispiel für vernetzte Zusammenarbeit. Innerhalb dieses Thinktanks sollen gemeinsam Ideen für eine effektivere Zusammenarbeit der einzelnen Finanzplätze entwickelt werden, insbesondere wenn es darum geht, die Interessen des Finanzplatzes Europa im Zusammenspiel mit den USA und den Schwellenländern zu wahren. Erkennbares Profil wichtig Die Bedeutung solcher paneuropäischen, wenn nicht sogar weltweit vernetzten Thinktanks wird immer wichtiger werden, denn die Zukunft ist für alle gleich, egal ob für Europa, Asien oder Amerika: Mobilität und neue Medien begünstigen ein reelles und virtuelles Aneinanderrücken der Staaten. Durch die zunehmende Mobilität erschließt sich gleichzeitig Anteile Europas an den globalen Märkten Sektor Bankensektor Versicherungen Fondsverwaltung Wertpapiere Derivate Forex Globale Märkte Anteil Europas Grenzübergreifende Kredite 61 % (2010) Bankgeschäft, Aktiva 53 % (2009) Investment-Banking-Einnahmen 33 % (2009) Seeversicherung 59 % (2009) Versicherung, weltweite Prämien 40 % (2009) Fondsvermögen 32 % (2010) Vermögen von High Net Worth Individuals 24 % (2009) Hedge-Fonds, verwaltete Aktiva 22 % (2010) Pensionsvermögen 21 % (2009) Private Equity, Investitionen 15 % (2009) Aktienemissionen 17 % (2010) Inländische Anleihen, ausstehende Beträge 21 % (2010) Internationale Anleihen, ausstehende Beträge 60 % (2010) Umsätze an Aktienmärkten 24 % (2010) OTC-Derivate, tägl. Aktienumsatz 65 % (2010) Umsatz börsengehandelter Derivate 39 % (2010) Devisenhandel, tägl. Umsatz 56 % (2010) Quelle: European Roundtable of Financial Centres Börsen-Zeitung eine neue Kundengruppe: Der Unternehmer, der von leicht zugänglichem Wissen profitieren und seine Geschäfte dank Internet von überall aus der Welt tätigen kann. Wenn es für einen Kunden nicht mehr von Belang ist, ob er seine Finanzen von Singapur, Luxemburg oder New York aus regelt, geht die Bedeutung einzelner Finanzzentren unweigerlich verloren. Bei aller Harmonisierung muss Europa als attraktiver Standort ein erkennbares Profil haben, anhand dessen es Kunden nicht schwerfällt, sich für den Finanzplatz Europa entscheiden zu können. Attraktiv für Talente sein Voraussetzung dafür ist zum einen eine Umstellung auf neue Geschäftsmodelle, zum anderen auch die Investition in qualifizierte Mitarbeiter, die Ersteres überhaupt erst möglich macht. Europa muss attraktiv bleiben für Talente. Ein Braindrain Richtung Fernost muss vermieden werden. Dazu gehört natürlich auch, diese Talente vor Ort auszubilden und zu fördern und mit ansprechenden Angeboten an den Finanzplatz Europa zu binden. Das heißt nicht zwangsläufig hohe Boni, so wie es bisher üblich war, sondern die nachhaltige Bindung an eine Vision, einen europäischen Traum. Bis dahin ist es ohne Frage noch ein weiter Weg, der ein Umdenken in unserer Gesellschaft voraussetzt. Auch kann diese Vision nur glaubwürdig vermittelt werden, wenn auf politischer Ebene ein solches Verhalten vorgelebt wird. Auch die Politik muss mehr Europa wollen, nicht weniger.

4 B 4 Börsen-Zeitung Nr. 196 Luxemburg entwickelt weitere Standbeine An den bisherigen Schwerpunkten Banken und Fonds soll sich nichts ändern Die Chancen dafür stehen gut In den vergangenen Jahrzehnten hat Luxemburg vor allem wegen seiner aus den hiesigen Standortvorteilen resultierenden hohen Dichte an Banken und Fonds Bekanntheit erlangt. So sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht weniger als 143 Institute (davon 44 deutsche) im Großherzogtum ansässig, 3795 Fonds verwalten ein Vermögen von rund 2,2 Bill. Euro. Doch Luxemburg schickt sich an, weitere Standbeine für seine Zukunft zu entwickeln: Die vermehrte Ansiedlung von Gesellschaften und Family Offices wird künftig den Standort Luxemburg vielgestaltiger erscheinen lassen. Diese erweiterte Ausrichtung ist auf ein ganzes Bündel an Faktoren zurückzuführen, die in der Folge beleuchtet werden sollen. Zunächst bietet das luxemburgische Gesellschaftsrecht eine große Bandbreite von Gestaltungsmöglichkeiten, welche für Unternehmen verschiedener Größenordnungen wie auch für Family Offices von besonderem Interesse sein können: Bei der sogenannten Soparfi (Société de Par- timiert werden, wobei ihre Aktivitäten weit über diejenigen einer bloßen Holding hinausgehen. Sie kann sämtliche mit ihren Beteiligungen verbundenen Verwaltungstätigkeiten oder damit verwandte Tätigkeiten ausüben sowie allen direkt oder indirekt damit verbundenen Geschäftsaktivitäten nach gehen. Die Soparfi ist Klaus-Michael Vogel nicht nur Nutznießerin der Vielzahl der von Luxemburg abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen, sondern unterliegt zudem Geschäftsführendes auch den Regelungen Verwaltungsratsmitder EU-Mutter-Tochterglied der Deutsche Bank Luxembourg S. A. Richtlinie. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt die Soparfi cherweise die Aktiengesellschaft, wo- daher in den Genuss einer Steuerbebei jedoch auch die Gesellschaft mit freiung für die von ihren Beteiligunbeschränkter Haftung oder die Kom- gen ausgeschütteten Dividenden somanditgesellschaft auf Aktien zur wie für die mit den Verkäufen von Beteiligungen erzielten VeräußerungsAnwendung gelangt. Mit der Soparfi kann die Verwal- gewinne. Eine weitere Einsatzmögtung von Unternehmensgruppen op- lichkeit der Soparfi liegt in der Strukticipations Financières) handelt es sich nicht um eine eigenständige Gesellschaftsform, sondern vielmehr um einen Sammelbegriff für Holding- oder Beteiligungsgesellschaften. Bevorzugte Rechtsform ist übli- turierung von Immobilienportfolien und als Private-Equity-Vehikel. Die SPF (Société de Gestion de Patrimoine Familial) stellt ein Instrument zur Verwaltung des Privatvermögens von natürlichen Personen dar. Der ausschließliche Gesellschaftszweck einer SPF besteht im Erwerb, Besitz, der Verwaltung oder Veräußerung von Vermögenswerten. Dabei sind der SPF sämtliche kommerziellen Aktivitäten und Handelstätigkeiten untersagt. Entgegen der Bezeichnung Patrimoine Familial ist keine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Anteilseignern einer SPF erforderlich. Die SPF eignet sich nicht nur für die Verwaltung des Vermögens von Investmentclubs, sondern auch für den Erwerb von Aktien eines Unternehmens durch Mitglieder des Managements oder durch Angestellte. Sicars für Sachkundige Die Sicar (Société d Investissement en Capital à Risque) stellt eine auf Investitionen in Risikokapital und Private Equity zugeschnittene Investmentgesellschaft dar. Eine Sicar investiert ihr Vermögen in Risikokapitalwerte und verwaltet diese mit dem Ziel, für ihre Anleger als Gegenleistung für das eingegangene Risiko einen Anlageertrag zu erzielen. Investition in Risikokapital ist dabei im Sinne einer direkten oder indirekten Kapitalbeteiligung an Unternehmen im Hinblick auf deren Gründung, Entwicklung oder Börseneinführung zu verstehen. Im Gegensatz zu den Investmentfonds luxemburgischen Rechts muss eine Sicar bei ihrer Asset-Allokation nicht den Grundsatz der Risikostreuung einhalten. Die Sicar darf somit ihre Investitionen nur auf eine oder zwei Gesellschaften in einem sehr engen Marktsegment oder in Marktnischen beschränken. Investitionen in eine Sicar sind ausschließlich sachkundigen Anlegern vorbehalten. Die sogenannten FIS (Fonds d Investissement Spécialisés) stellen Spezialfonds für Großanleger dar, welche in alle Arten von Vermögenswerten investieren können. Sie eignen sich daher nicht nur für die Auflegung herkömmlicher Aktien-, Renten- oder Geldmarktfonds, sondern auch für Immobilien-, Hedgeund Risikokapitalfonds. Zwar muss der Grundsatz der Risikostreuung beachtet werden, jedoch schreibt das Gesetz keine quantitativen Anlagebeschränkungen vor. FIS sind im Verhältnis zu Publikumsfonds weniger streng reguliert und unterliegen nur eingeschränkten Veröffentlichungspflichten. Auch die wegen des gegenwärtigen Marktumfeldes nicht im Zentrum des Interesses stehenden Verbriefungsgesellschaften werden nach dem Abflauen der Krise zweifellos an Attraktivität gewinnen. Neben dem zuvor beschriebenen, sehr vorteilhaften regulatorischen Rahmen begünstigt auch die Lage Lu- xemburgs ein unternehmerisches Tätigwerden von hier aus: In einem Radius von 500 km um das Großherzogtum liegen 40 % des EU-Vermögens vereint. Zieht man den Radius mit 700 km noch etwas weiter, so sind es sogar 70 %. Luxemburg befindet sich zudem an den innereuropäischen Verkehrsknotenpunkten, mit einer direkten Verbindung zu den wichtigsten europäischen Städten wie London, Amsterdam, Brüssel, Berlin, Zürich, Mailand und Genf. Die Grenzlage zu Belgien, Deutschland und Frankreich fördert grenzüberschreitende Handelsbeziehungen, Investitionen und Beschäftigung. Das politische System im Großherzogtum ist geprägt von Stabilität und Konsensorientierung. Dies ermöglichte es in der Vergangenheit, dass Schlüsselministerien über eine Wahlperiode hinaus in ein und derselben Hand verblieben. Politik wird damit für Unternehmen zum verlässlichen Partner. Darüber hinaus hat der soziale Dialog in Luxemburg eine einzigartige Institutionalisierung erfahren: Die sogenannten Tripartite, regelmäßige Treffen von Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Festlegen einer gemeinsamen Linie in bedeutenden wirtschaftlichen und sozialen Fragen, vermeiden maßgeblich soziale Konflikte. Dies schlägt sich nicht zuletzt darin nieder, dass Luxemburg innerhalb der OECD-Staaten die wenigsten jährlichen Streiktage aufweist. Stabiles Steuersystem Das Großherzogtum bietet Unternehmen auch ein interessantes und vor allem stabiles Steuersystem, dem auch die vergangene Finanzkrise keinen Abbruch getan hat. Mit nicht weniger als aktuell 62 Staaten hat Luxemburg Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, weitere dieser Abkommen sind in Verhandlung. Insbesondere im Hinblick auf geistiges Eigentum weist das Groß- Auch in puncto persönlicher Sicherheit rangiert das Großherzogtum nach einer Studie aus dem Jahre 2009 an der Weltspitze. herzogtum ein attraktives Steuersystem auf, wonach eine Steuerbefreiung in Höhe von 80 % für daraus erzielte Einnahmen gewährt wird. Luxemburg erhebt zudem die niedrigsten Mehrwertsteuersätze innerhalb der EU. Anfang 2011 hat der Luxemburger Staat ein neues Steuersystem für Expatriates geschaffen, in dem zahlreiche Steuererleichterungen vorgesehen sind. Das Großherzogtum vollzieht in den letzten Jahren darüber hinaus eine starke Ausrichtung hin auf den Bereich Forschung und Entwicklung. Hiermit tragen die Verantwortlichen der wachsenden Bedeutung von Innovationen bei der Schaffung künftigen Wachstums Rechnung. Auch die Deutsche Bank Luxemburg betätigt sich in diesem Bereich, indem sie der Luxembourg School of Finance der Universität Luxemburg einen Lehrstuhl in Höhe von 1,75 Mill. Euro über fünf Jahre gestiftet hat. Als weiteres Beispiel soll hier das neu geschaffene Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) genannt werden, in dessen Rahmen das Großherzogtum 140 Mill. Euro in den Forschungsbereich Biomedizin investiert. Das LCSB ist Teil der in der Entstehung befindlichen Cité des Sciences in Esch-sur-Alzette Belval, 15 km von Luxemburg-Stadt entfernt. Hier, an einem ehemaligen Standort der Stahlindustrie, entstehen auf rund 15 Hektar unter anderem insgesamt 20 Gebäude für Lehre und Forschung der in Beton gegossene Wandel von der Industrie- hin zur Wissensgesellschaft. Als weiteren positiven Faktor hält der luxemburgische Arbeitsmarkt eine Vielzahl hochqualifizierter, mehrsprachiger Arbeitskräfte bereit, welche sowohl aus dem Großherzogtum selbst wie auch aus der Grenzregion Frankreich, Deutschland und Belgien stammen. In Bezug auf mögliche Beratungsleistungen für Unternehmen ist die hohe Dichte an erstklassigen Beratern in Steuerund Rechtsfragen in den zahlreichen namhaften internationalen Wirtschaftskanzleien sowie Beratungsgesellschaften hervorzuheben. International ausgerichtet Luxemburg ist geprägt von Internationalität, und dies nicht nur, weil Luxemburg-Stadt neben Brüssel und Straßburg zu den drei EU-Hauptstädten zählt: 67 % der Erwerbstätigen im Großherzogtum sowie 60 % der Einwohner von LuxemburgStadt stammen aus dem Ausland, 75 % der Luxemburger sprechen Englisch. Arbeitskräften aus ganz Europa wird damit der Einstieg in Luxemburg leicht gemacht. Hierzu zählt auch das einzigartige Schulsystem im Großherzogtum mit zahlreichen renommierten internationalen Schulen. Auch in puncto persönlicher Sicherheit rangiert das Großherzogtum nach einer Studie aus dem Jahre 2009 an der Weltspitze. Gelingt Luxemburg aufgrund der zuvor skizzierten günstigen Ausgangsfaktoren die Neuausrichtung, wird sein Bild in der Zukunft ein anderes werden. Seine Attraktivität und Spitzenplatzierung in den bisherigen Schwerpunkten Banken und Fonds will das Großherzogtum dabei nicht aufgeben. Die Chancen dafür stehen gut. Neue Liquiditätsregeln fordern Banken Fortsetzung von Seite B 3 lage der Banken in Luxemburg. Denn überwiegend sind diese Luxemburger Institute Töchter ausländischer Bankengruppen. Diese Töchter verfolgen weniger diversifizierte Geschäftstätigkeiten. Sie weisen daher auch in der Regel einen hohen Anteil an konzerninternen Finanzierungsmitteln sowie konzerninternen Forderungen auf, die aber buchhalterisch als Cash-Positionen von Dritten betrachtet werden. 䡲 Das Private-Banking-Geschäft ist dabei offenbar am stärksten von der Einführung der LCR betroffen. Dies liegt unter anderem an der speziellen Kontrahentenstruktur wohlhabender Privatkunden, deren Einlagen nicht zwingend von der günstigeren Bewertung der Einlagen von Retail- oder mittelständischen Firmen profitieren. 䡲 Obwohl das Universalbankenmodell durch die neuen Kennziffern im Vergleich zu den Geschäftsmodellen von Investmentbanken gefördert werden sollte, legen die Ergebnisse der Studie nahe, dass erstere sich größeren Nachteilen ausgesetzt sehen. Dieser Umstand könnte mitunter aber dadurch gemildert werden, dass die Luxemburger Universalbanken generell eher in die Kategorie von Banken fallen, die Zu- und Abflüsse von Bargeld in Einklang bringen, statt einen umfangreichen Bestand an liquiden Vermögenswerten zu halten. 䡲 Für die Depotbanken (Custodian Banks) in Luxemburg dürften die neuen Liquiditätsanforderungen die relativ geringste Hürde darstellen. Gleichwohl wird eine klare Trennung der Refinanzierung über den unbesicherten Geldmarkt von der über operative Verbindungen erforderlich sein, wobei letztere unter dem zukünftigen Liquiditätsregime günstiger abschneiden. Nicht auf sich allein gestellt Die Luxemburger Banken stehen dabei abgesehen von den beschriebenen Besonderheiten des Finanzplatzes nicht allein vor den Herausforderungen im Zusammenhang mit den vorgesehenen Liquiditätsvorgaben. Im Rest Europas zeichnen sich vergleichbare Probleme ab. Nach Berechnungen einer amerikanischen Bank hätten die größten europäischen Banken Ende 2010 nur 87 % der künftigen Liquiditätsanforderungen decken können. Dabei waren Institute aus Problemländern des Eurogebiets, konkret Griechenland, Portugal und Irland, nicht eingerechnet. Demnach fehlten den entsprechenden Banken insgesamt fast 500 Mrd. Euro, sollten die Liquiditätsanforderungen eins zu eins umgesetzt werden. Banken wetterfest machen Die Herausforderungen, die mit den geplanten neuen Aufsichtsregeln für das Management von Liquiditätsrisiken einhergehen, sind nicht unerheblich. Das gilt auch und speziell für den Finanzplatz Luxemburg. Es besteht aber kein Grund, in Panik zu verfallen. Zum einen steht hinter dem Reformvorhaben der begrüßenswerte Gedanke, die Banken wetterfest gegen Liquiditätsgefahren zu machen, die in der Vergangenheit leider unterschätzt wurden. Zum anderen befinden wir uns noch in einer Beobachtungsphase. Die Regeln sind noch nicht in Stein gemeißelt und werden gegebenenfalls noch angepasst. Schließlich bleiben den Instituten sieben bis acht Jahre Zeit, um sich auf das neue Regime einzustellen. Bis dahin steht die BCL mit den hiesigen Banken in ständigem Kontakt und Austausch, um einen konstruktiven Beitrag zu leisten, damit der Finanzplatz Luxemburg auch in Zukunft sowohl für Stabilität, aber auch für Prosperität steht.

5 Börsen-Zeitung Nr. 196 B5 Fondsbranche wird mit Regulierungswelle konfrontiert Geplante Verlängerung der Konsultationsfrist ab 2012 auf zwölf Wochen trägt zum gemeinsamen Erfolg einer intelligenten Regulierung bei Im Oktober 2010 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Mitteilung über eine Intelligente Regulierung in der Europäischen Union. Darin stellte die Kommission fest, dass eine vernünftige Gesetzgebung notwendig ist, um die ehrgeizigen Ziele der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu erreichen. Tatsächlich sieht sich die Finanzbranche seit dem Aufkommen der internationalen Finanzkrise einer Vielzahl an gesetzlichen Initiativen gegenüber, die es zu analysieren, im Rahmen von Konsultationen zu kommentieren und schließlich in der Praxis umzusetzen gilt. Anhörungen von Interessengruppen und Folgenabschätzungen sind laut Kommission mittlerweile wichtige Bestandteile der politischen Entscheidungsfindung. Die europäische Fondsindustrie sieht sich derzeit mit einer wahren Regulierungswelle konfrontiert, die im Folgenden näher erläutert werden soll. Regelwerk für Fonds Obwohl Ucits IV, also die letzte Überarbeitung der Richtlinie für europäisch harmonisierte Publikumsfonds, zahlreiche Neuerungen brachte und die Umsetzung dieser in nationales Recht noch nicht in allen Mitgliedstaaten erfolgt ist, stehen nun mit Ucits V bereits zwei weitere Ein weiteres separates Regelwerk, das sich aber an die UcitsGesetzgebung anlehnen soll, ist für sogenannte soziale Investmentfonds vorgesehen, also Fonds, die im sozialen Bereich investieren. Teilbereiche zur Diskussion. Zum einen geht es um die Rolle und Haftung der Depotbanken: Im Zuge des Anlegerschutzes möchte die EU-Kommission die bestehenden Unterschiede in der Auslegung der Depotbankfunktion abschaffen und eine Angleichung an das Regelwerk der Richtlinie für Manager alternativer Investmentfonds (AIFMD) erreichen. Zum anderen sollen angemessene Vergütungsstrukturen für Manager von Ucits-Fonds eingeführt werden, wobei auch auf die Vorschriften der AIFMD und die Richtlinie über Eigenkapitalanforderungen (CRD) zurückgegriffen wird. Darüber hinaus hat die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA kürzlich eine Konsultation über börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds ETF) und strukturierte Ucits-Fonds durchgeführt, mit dem Ziel, Richtlinien für diese Fondstypen, die insbesondere für Privatanleger durch ihre Komplexität mit erhöhten Risiken verbunden sind, zu veröffentlichen. Die AIFM-Richtlinie, durch die ein einheitliches Regelwerk für alle Investmentfonds und Fondsverwalter geschaffen wird, die nicht unter die Ucits-Richtlinie fallen, wurde erst nach langen Verhandlungen am 1. Juli 2011 im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Sie beinhaltet die Einführung eines Passes zum grenzüberschreitenden Vertrieb von alternativen Investmentfonds nach dem Vorbild des Europäischen Passes für Ucits-Fonds ohne gesondertes Genehmigungsverfahren in den einzelnen Vertriebsstaaten. Nach einer Übergangsfrist könnten davon auch nichteuropäische Fonds bzw. Fondsverwalter profitieren. Bis 2014 müssen sich diese Fondsverwalter als Verwalter alternativer Investmentfonds registrieren lassen. Bis dahin wird die Fondsindustrie über die von der EU-Kommission noch zu verabschiedenden Durchführungsbestimmungen diskutieren. Wie bereits in der 2010 veröffentlichten EU-Binnenmarktakte angekündigt hat die Kommission zudem kürzlich eine Befragung der Interessengruppen durchgeführt, um bis 2012 sicherzustellen, dass VentureCapital-Fonds grenzüberschreitend innerhalb der EU frei investieren und operieren können, gegebenenfalls durch Verabschiedung eines neuen gesetzlichen Regelwerks. Ein weiteres separates Regelwerk, das sich aber an die Ucits-Gesetzgebung anlehnen soll, ist für sogenannte soziale Investmentfonds vorgesehen, also Fonds, die im sozialen Bereich investieren. Auf Grundlage Bei thesaurierenden ausländischen Fonds sind daher die Anleger in der Pflicht, die Erträge jährlich selbst zu versteuern. Allerdings können genauso auch Anleger deutscher Fonds betroffen und zur Angabe ihrer Fondserträge in der Einkommensteuererklärung verpflichtet sein. So müssen beispiels weise kirchensteuermarc Saluzzi pflichtige Anleger auch bei deutschen Fonds in ihrer Steuererklärung die thesaurierten Erträge angeben, damit die Kirchensteuer erhopräsident des ben werden kann. Angaluxemburgischen ben in der SteuererkläFondsverbandes rung können außerdem Alfi erforderlich sein, wenn außergewöhnliche Beder kürzlich durchgeführten Konsul- lastungen oder Sonderausgaben wie tation wird die EU-Kommission im zum Beispiel Spenden geltend geherbst 2011 eine entsprechende macht werden. Des Weiteren sollten Mitteilung herausgeben. Anleger, für die ein ausreichender Neben den genannten Initiativen, Freibetrag bestand, eine Steuererklädie sich direkt an die Fondsbranche rung abgeben, da in diesem Fall ein wenden, gibt es zahlreiche weitere eventuell stattgefundener Steuerabregulatorische Vorhaben, die sich zug erstattet werden kann. auf die gesamte Finanzindustrie auszwar ist bei ausländischen thesauwirken. So wurde im Grünbuch über rierenden Investmentvermögen ein einen Europäischen Corporate-Go- latentes Risiko der Doppelbesteuevernance-Rahmen festgestellt, dass rung von Investmenterträgen im Corporate Governance und die so- Falle der Anteilsrückgabe zu beachziale Verantwortung von Unterneh- ten, das aber nur im Falle der Anteilsmen grundlegende Faktoren sind, verwahrung im Inland zutage tritt. wenn es darum geht, das Vertrauen Durch entsprechende Dokumentader Bürger in den Binnenmarkt zu tion der durch den Anleger bereits stärken. Corporate Governance um- versteuerten Investmenterträge lässt fasst das System, nach dem Unter- sich dies jedoch vermeiden. Jeder nehmen geführt und kontrolliert Anleger sollte dokumentieren, dass werden, und definiert eine Reihe er die thesaurierten Erträge seiner von Beziehungen zwischen der Füh- Auslandsfonds jährlich versteuert rung und dem Leitungsorgan eines hat, damit er bei Rückgabe der Unternehmens sowie zu seinen Ak- Fondsanteile den entsprechenden tionären und sonstigen Akteuren. Über die nächsten Schritte wird die Kommission auf der Grundlage der erhaltenen Kommentare entscheiden. PRIPs steht im Englischen abgekürzt für Anlageprodukte für Kleinanleger (Zertifikate, Aktien, Anleihen). Nach Durchführung einer Konsultation wird hierfür für Anfang 2012 ein Gesetzesvorschlag erwartet, der ein Regelwerk für standardisierte vorvertragliche Informationen für Privatanleger schaffen soll, um diesen angemessene Investmententscheidungen zu ermöglichen sowie die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Produkten zu erleichtern. Nicht zuletzt soll die EU-Richtlinie zur Entschädigung von Anlegern (ICSD = Investor Compensation Schemes Directive) überarbeitet werden. Diese gewährleistet eine Entschädigung in Fällen, in denen eine Wertpapierfirma nicht in der Lage ist, einem Anleger die ihm gehörenden Vermögenswerte zurückzugeben. Investmentfondsanteile, die bei einer Verwahrstelle oder Unterdepotbank des Fonds aufbewahrt werden, sollen in Zukunft von der Entschädigungspflicht erfasst werden. Aspekt der Besteuerung Mit europäischen, insbesondere mit luxemburgischen regulierten Investmentfonds haben deutsche Anleger ein Produkt im Depot, das ein ausgewogenes Sicherheits- und Renditeverhältnis aufweist, damit jedoch auch ein Produkt, das unter Umständen etwas höheren zeitlichen Aufwand bei der Steuererklärung bedeutet. Selbst wenn Anleger ihre Fondsanteile in einem deutschen Depot verwahren lassen, wird Hinsichtlich der Besteuerung von Investmentfonds wird derzeit auch ein weiteres Thema diskutiert: die Einführung einer Finanztransaktionssteuer... auf thesaurierte also im Fonds wiederangelegte Zinsen, Dividenden und andere Erträge nicht wie bei deutschen Fonds Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag einbehalten. Dies liegt daran, dass nicht die Depotbanken der Anleger, sondern die Fondsgesellschaften verpflichtet sind, Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag auf thesaurierte Erträge einzubehalten. Diese Verpflichtung betrifft aber nur deutsche Fondsgesellschaften. Nachweis führen kann und dadurch eine Doppelbesteuerung dieser Erträge vermeidet. Hinsichtlich der Besteuerung von Investmentfonds wird derzeit auch ein weiteres Thema diskutiert: die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die als Beitrag der Finanzbranche zu den mit der Finanzkrise verbundenen nationalen und internationalen Bemühungen zur Rettung von Banken und Staaten angesehen wird. Dadurch würde der Wert jeder Übertragung von Aktien und Anleihen, Fondsanteilen sowie je nach Ausgestaltung auch von Währungen und Derivaten besteuert werden. Bisher herrscht innerhalb der Mitgliedstaaten jedoch keine Einigkeit darüber, ob eine Besteuerung von Finanztransaktionen allein in Europa nicht nachteilig für die hiesigen etablierten Finanzplätze wegen einer möglichen Verlagerung des Geschäfts auf außereuropäische Finanzmärkte ist. Eine von der EUKommission durchgeführte Konsultation hat bereits gezeigt, dass es schwer sein wird, einen Weg zu finden, der die Zustimmung aller Beteiligten findet. Weiteres aktuelles Thema Ein weiteres wichtiges Thema im Steuerbereich ist zwar kein europäisches, betrifft aber in hohem Maß Finanzinstitute in Europa, einschließlich Investmentfonds. Bei Fatca (Foreign Account Tax Compliance Act) handelt es sich um ein amerikanisches Gesetz, das eine wirksamere Bekämpfung der Steuerhinterziehung durch US-Bürger bezweckt. Durch die Auferlegung strenger Berichtspflichten und eine bei Nichtbe- achtung drohende Quellensteuer in Höhe von 30 % erhofft sich der amerikanische Staat eine effizientere Umsetzung und Anwendung seiner Steuergesetze. Die Finanzindustrie hofft ihrerseits, durch die Ausarbeitung umfangreicher Stellungnahmen die vorgesehenen Änderungen mit Blick auf die nach wie vor ausstehenden Ausführungsbestimmungen noch abmildern zu können. Die umfassende amerikanische Finanzmarktreform Dodd Frank könnte sich ebenfalls unabhängig von der Herkunft der Marktteilnehmer auf bisher übliche Marktpraktiken auswirken. Darüber hinaus beschäftigen aktuell noch weitere Regulierungsmaßnahmen die europäische Fondsindus- Neben den Initiativen, die sich direkt an die Fondsbranche wenden, gibt es zahlreiche weitere regulatorische Vorhaben, die sich auf die gesamte Finanzindustrie auswirken. trie, wie zum Beispiel die angestrebte Überarbeitung der Finanzmarktrichtlinie MiFID im Hinblick auf den Handel von Derivaten. Für Leerverkäufe und Credit Default Swaps (CDS) soll mit einem neuen Verordnungsvorschlag ein harmonisierter Rahmen für koordinierte Maßnahmen auf europäischer Ebene sowie eine höhere Transparenz und verminderte Risiken erreicht werden. Auch sollen OTC-Derivate, die bisher nur zwischen zwei Vertragspartnern abgewickelt werden, künftig über Clearing-Stellen abgewickelt werden. Daneben soll die IORP-II-Richtlinie über die Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge überarbeitet werden. Mit CRD IV wurde ein Vorschlag für eine Richtlinie und Verordnung für die Eigenkapitalanforderungen und eine bessere Unternehmensführung bei Banken und Wertpapierfirmen veröffentlicht. Und schließlich gab es eine Mitteilung der EU-Kommission zur Stärkung der Sanktionsbefugnisse im Finanzdienstleistungssektor, auf deren Grundlage Kommentare eingereicht werden konnten und nun geprüft werden wird, welche Vorschläge zur Änderung von Rechtsakten im Finanzdienstleistungsbereich erforderlich sind. Bessere Zeitplanung Die luxemburgische Fondsbranche begrüßt im Übrigen ausdrücklich das Vorhaben der Europäischen Kommission, die bisher übliche achtwöchige Konsultationsfrist ab 2012 auf zwölf Wochen zu verlängern. Dies ermöglicht den an der Ausarbeitung und Umsetzung politischer Konzepte für die Europäische Union Beteiligten eine bessere Zeitplanung und eine bessere Analyse der veröffentlichten Gesetzesvorhaben, was zum gemeinsamen Erfolg einer intelligenten Regulierung beitragen wird.

6 B 6 Börsen-Zeitung Nr. 196 Kunst ist als alternative Assetklasse im Kommen Im Herzen der Eurozone entsteht ein neues Tor zur Welt des Luxusgüterhandels Vielfältige Möglichkeiten für neue spezialisierte Dienstleistungen seltene Uhren, Musikinstrumente, Edelsteine, Schmuck, Briefmarken, Bilder, Sammlungen, Pferde oder Yachten beinhalten. Neben traditionellen Anlageformen wie Anleihen, Aktien, Immobilien oder Gold lässt sich ein wachsendes Interesse an Sammlerobjekten feststellen. Primär emotionale Überlegungen subjektiruth Bültmann... ver Liebhaberei werden mit Renditeüberlegungen und der Absicherung des Gesamtvermögens gegen Wertverlust verbunden. Ein wesentlicher Antriebsfaktor für Partner den Trend hin zu einer Advisory & Consulting neuen Anlageklasse ist bei Deloitte S. A. das aktuelle sozioökonomische Umfeld, das eine ten die Affinität zu Kunst prägen. Nachfrage nach realen VermögensKunst wird primär aus Leidenschaft werten schafft: und Tradition heraus gesammelt, 䡲 Die zunehmende Komplexität Renditeüberlegungen spielen zuund Unsicherheit der traditionelnächst eine weniger große Rolle. len Investmentmärkte veranlasst Im Laufe der letzten Jahre ist die viele Anleger dazu, sich wieder Nachfrage nach Kunst stark gestiedingen zuzuwenden, zu denen sie gen. Neben der Auflage von Kunsteinen echten Bezug aufbauen könfonds wächst das Beratungsangebot nen, die aber gleichzeitig finanzum Thema Kunst im Rahmen des zielle Sicherheit und eine hohe AnWealth Management. Der zunehlagerendite bieten. mende Wohlstand führt zu einer 䡲 Manche Anleger gehen ganzheitliglobalisierung des Marktes: Kunst cher und gezielter bei der Verwalmacht sich als alternative Assettung ihres Vermögens vor und zieklasse einen Namen. hen dabei Diversifikationsstrategien in Betracht, die auch exotische Anlageklassen wie KunstgeInteressante Finanzanlage genstände und sonstige Sammelobjekte umfassen. Neben traditionellen Käufern entkunst behauptet sich: Mit der steht eine neue Generation von Sammlern, die einen erheblichen Absicht, das Vermögen vor WertverTeil ihres Vermögens in Kunst anle- lust zu schützen, wurden auch in der gen und die Investition mehr und Finanzkrise langfristige Investitiomehr als interessante Finanzanlage nen in Sachwerte getätigt. Dies betrachten, die eine geringe Korrela- bestätigt auch der neueste Report tion zu traditionellen Assetklassen The European Fine Art Fair aufweist. Dabei kann sich das Portfo- (TEFAF). Die Schaffung von Indizes und lio an Sammlerobjekten aus diversen Kunstgegenständen zusammen- Datenbanken verbessert die Kenntsetzen, aber auch kostbare Weine, nis und erhöht die Transparenz im Die Gründe für das Sammeln von Kunst sind vielfältig: Häufig führen traditionelle Beweggründe zu Investitionen in Kunst, wobei gesellschaftliche Stellung oder Familiengeschich- Kunstsegment. Die Wertentwicklung des Marktes kann besser eingeschätzt werden, was wiederum das Interesse an dem primär illiquiden Segment steigen lässt und Käufergruppen anzieht. Auch Family Offices haben in den letzten Jahren neben bereits eher herkömmlichen alternativen Assetklassen (Private Equity, Hedgefonds) zunehmend auf exotische Investments wie Kunst gesetzt. Nach Angaben der Studie 2010 Mythos Family Office liegt Kunst mit 55,2 % als beliebteste Anlage an erster Stelle, gefolgt von Ferienliegenschaften mit 41,1% sowie Wald und Farmland mit 35,3 %. Im Bereich tangible Assets ebenfalls gefragt sind Sammlungen (Luxusautos, Wein, Uhren) mit 31,2 % sowie Yachten und Schiffe mit 24 %. Der Studie zufolge investieren 61 % der insgesamt 64 befragten Family Offices in Kunst. Dem Capgemini/Merrill Lynch World Wealth Report 2010 nach haben 72 % der Befragten Bedarf an Informationen und regelmäßiger Beratung zu Anlagen in materiellen Vermögenswerten wie Kunst, Gold oder Edelsteinen. Zusammenwirken vieler Auch in immer mehr Bankhäusern zählt fachkundige und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Kunstberatung zum Dienstleistungsangebot im Private Banking/Wealth Management. Dies beinhaltet die Beratung bei der Auswahl, dem Erwerb oder dem Verkauf von Kunstwerken, die Erstellung von Bewertungsgutachten, die Organisation und Abwicklung von Transporten sowie der Versicherung, die Unterstützung bei Aufbewahrung und Konservierung sowie die Organisation von Ausstellungen. Häufig ist das Segment Kunst von der Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an Spezialisten gekennzeichnet. Diese unterstützen UHNWI), vermögenden Privatkunden (High Net Worth Individuals, HNWI) und Family Offices bereits einen hohen Stellenwert ein, einige Banken integrieren Kunst verstärkt in ihre übergeordnete Asset-Allocation-Strategie. Es ist erkennbar, dass sich eine Nische für spezialisierte Dienstleistun... und gen entwickelt, was wieadriano Picinati derum Vermögensverdi Torcello waltern, Family Offices und Privatbanken zugutekommen wird, die Kunst vermehrt in die globalen Allokationsstrategien ihrer Kunden intedirecteur grieren. Dies bietet die Advisory & Consulting Möglichkeit zum Ausbei Deloitte S. A. bau der vom Finanzsektor angebotenen Palette den Aufbau diversifizierter Portfo- an Serviceleistungen und zur Stärkung seiner führenden und innovalien herangezogen wird. Der neue Trend bietet auch für tiven Position. Mit Unterstützung den Finanzplatz Luxemburg interes- der Regierung wurden verschiedene Initiativen unterstützt, deren Ziel sante Möglichkeiten. Innerhalb der Wealth-Manage- die Schaffung eines Kunst-/Sammment-Sparte hat sich das Interesse ler- und Finanz-Clusters in Luxemfür Kunst manifestiert. Es wurden be- burg ist. reits auf Kunst ausgerichtete Investmentfonds aufgelegt, und es gibt Steuerfrei zwischenlagern neue Tendenzen, Kunstgegenstände an der Börse handeln zu können. Zur gezielten Unterstützung der Kunst und Sammlerstücke nehmen neuen Entwicklungen und mit der bei sehr vermögenden Privatkunden Zielsetzung der weiteren Wirtschafts(Ultra High Net Worth Individuals, förderung beschloss Luxemburg am den Geldanleger bei seinen individuellen Kunstentscheidungen. So entwickelt sich der Kunstmarkt in Richtung Finanzialisierung, also in ein Stadium, in dem Kunst als neue Vermögensklasse gezielt für 14. Juli 2011 die Errichtung einer Freihandelszone für hochwertige Güter. Diese entsteht Ende 2013/Anfang 2014 im Bereich des Luxemburger Flughafens. In den entstehenden Lagerräumen können dann wertvolle Güter zum Beispiel Kunstwerke, Autos, Wein steuerfrei zwischengelagert werden. Sobald die Güter sich unter dem Regime der Freihandelszone befinden, können die Dienstleister Käufe und Verkäufe ohne Vorfinanzierung der Mehrwertsteuer (MwSt) tätigen und vermeiden somit weitere deklaratorische MwSt-Verpflichtungen. Die Luxemburger Freihandelszone ermöglicht eine effiziente Anbindung an Autobahn und Flugverkehr, ebenso werden die technischen Voraussetzungen zur sicheren und feuergeschützten Lagerung möglich sein. Ideale Voraussetzungen Durch seine zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit sowie Marktbewusstsein und Pragmatismus bietet Luxemburg ideale Voraussetzungen zur Schaffung eines neuen Kunst-/ Sammler- und Finanz-Clusters. Im Herzen der Eurozone entsteht ein neues Tor zur Welt des Luxusgüterhandels, das vielfältige Möglichkeiten für neue spezialisierte Dienstleistungen bietet. Fonds aus Luxemburg werden international immer beliebter Ucits hat sich als Standard etabliert Beachtenswerte Standortvorzüge definierte spezielle Anforderungen an Fonds und ihre Verwaltungsgesellschaften. Ein Schwerpunkt lag auf der Bestimmung der zulässigen Vermögensgegenstände (Eligible Assets). Damals wurde auch ein erster gemeinsamer Standard für Transparenz und Anlegerschutz geschaffen. Einfache Fonds produkte wie AktienMichael Sanders fonds und Rentenfonds wurden zum europaweiten Vertrieb mit europäischem Pass zugelassen. Während die RichtliChief Executive Officer nie Ucits II nie in Kraft getreten ist, wurde der Alceda Fund Ucits III ein echter ErManagement S. A. folg. In zwei Teilen als Organisationsrichtlinie tiert. Den mit Abstand größten An- (Richtlinie 107/2001/EG) und Proteil an diesem Kuchen halten nach duktrichtlinie (Richtlinie 108/ wie vor die Vereinigten Staaten von 2001/EG) wurde sie Anfang 2004 Amerika, die das Investieren über umgesetzt. Im Kern war sie eine AntFonds sozusagen erfunden haben wort auf die schwierige Marktphase und deren Altersvorsorgesystem der Jahre 2000 bis 2003, als weltzum Fondssparen ermutigt. Fast die weit die Aktienmärkte einbrachen Hälfte der weltweit in Fonds verwal- und sehr viele Fonds, die als reine teten Gelder entfällt somit auf die Long-only-Produkte konzipiert wausa. Dicht dahinter befindet sich al- ren, gemeinsam mit ihren Benchmarks in die Tiefe stürzten. Ucits III lerdings schon Europa mit gut 30 %. beinhaltete eine Erweiterung des EU-Produktpasses für komplexere InEchter Vorreiter vestmentfonds (Swaps, Optionen, Innerhalb Europas hat sich Luxem- Termingeschäfte, Zertifikate, Leerburg seit Jahren fest als der Standort verkäufe über derivative Produkte). für Fondsauflegungen etabliert. Das Anlagespektrum von PublikumsRund 2,2 Bill. Euro Assets under Ma- fonds wurde erheblich erweitert. Pronagement waren laut Efama im Juni duktinnovationen wie Cross over 2011 in im Großherzogtum aufgeleg- Produkte wurden möglich. Die Richtten Fonds investiert. Die gesamte eu- linie brachte auch vereinfachte Proropäische Fondsindustrie verwaltet spektpflichten mit sich und mehr EinFonds über rund 8,1 Bill. Euro da- blick und Transparenz für Anleger. von nur etwa 2,1 Bill. Euro in Pro- Bewertungs-, Informations-, Anlagedukten, die nicht nach den Regeln und Risikomanagementvorschriften des Organismus für gemeinsame An- wurden verschärft. lagen in Wertpapieren (OGAW auf Englisch Ucits) aufgelegt sind. Zur Erfolgsstory entwickelt Fonds über knapp 6 Bill. Euro sind in Europa Ucits-konform aufgelegt. Zehn Seitdem haben sich Ucits-Fonds Jahre zuvor wurden erst 3,5 Bill. zu einer wahren Erfolgsstory entwieuro in Ucits-Produkten verwaltet. ckelt. Ucits gilt zunehmend als QualiEin Grund dafür ist, dass Luxem- tätssiegel für Fondsstrukturen in burg hinsichtlich der Umsetzung der Europa, dem Nahen Osten, Asien Ucits-Richtlinien ein echter Vorrei- und Lateinamerika und hat die ter ist. Ucits ist dort seit der Einfüh- Fondslandschaft in und außerhalb rung vor über 25 Jahren eine feste von Europa stark verändert. Rund Größe geworden. Tatsächlich gibt es 77 % der in Hongkong zum Vertrieb die EU-Richtlinie, die ein einheitli- zugelassenen Cross-Border-Fonds ches Regelwerk für die Auflegung, sind nach Angaben der Alfi AssociaVerwaltung und den Vertrieb von tion of the Luxemburg Fund Induskollektiven Anlageinstrumenten in try in Luxemburg aufgelegt und traländern der Europäischen Union gen das Ucits-III-Gütesiegel. In Sinbildet, bereits seit Damals gapur sind es 74 %, in Japan 76 und wurde die Harmonisierung des euro- in Korea sogar 91 %. Ähnlich hohe päischen Binnenmarktes ebenso be- Zahlen gibt es für südamerikanische schlossen wie die Angleichung der Länder wie Peru und Chile. Fonds europäischen Investmentindustrie aus Luxemburg werden inzwischen durch die Europäische Union in die in mehr als 50 Ländern vertrieben. Wege geleitet. Der Grund für die Popularität von Die Richtlinie 85/611/EWG vom Ucits-Fonds auf der Nachfrageseite 20. Dezember 1985 (Ucits I genannt) liegt in den vielen Vorteilen, die die Zum Ende des Jahres 2010 hatten Investoren nach einer Auswertung der European Fund and Management Association (Efama) weltweit über Mrd. Euro in Fonds inves- Struktur bietet. Eine wachsende Anzahl von Investoren verlangt heutzutage nach Fonds im Ucits-Format, da die Struktur ihren Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Liquidität, Risikomanagement und Regulierung durch die überwachenden EUBehörden Rechnung trägt. Gerade im vergangenen Jahrzehnt haben sich Investoren mit einer ganzen Reihe von für sie neuartigen Problemen konfrontiert gesehen. Zeichen der Zeit erkannt Die Schwankungen an den Märkten haben viele Anleger verstärkt ihr Augenmerk auf alternative Anlageformen richten lassen, die bis dahin weitgehend unreguliert an sogenannten Offshore-Plätzen wie den Bermudas oder den British Virgin Islands domizilierten. Die Finanzkrise im Jahr 2008 hat die potenziellen Nachteile dieser Offshore-Produkte schonungslos offengelegt. Viele Investoren sahen sich Restriktionen bezüglich ihrer Rückgabewünsche ausgesetzt. Betrugsaffären wie das Milliarden-Dollar-Schneeballsystem von Bernard Madoff haben den Wunsch der Anleger nach hohen Standards bei der Regulierung weiter verstärkt. Gerade die Anbieter alternativer Anlageprodukte haben hier die Zeichen der Zeit erkannt. Immer mehr Anbieter von Hedgefonds-Strategien sehen in der Regulierung durch Ucits eine größere Vertriebsflexibili- Der Grund für die Popularität von Ucits-Fonds auf der Nachfrageseite liegt in den vielen Vorteilen, die die Struktur bietet. tät und damit die Erschließung neuer Investorenkreise. Nach Angaben von Alfi waren alternative Investmentstrategien im Ucits-Mantel im Jahr 2010 das am stärksten wachsende Segment. Gegenüber 2009 betrug die Wachstumsrate mehr als 70 %. Alleine in den ersten neun Monaten betrug der Netto-Neumittelzufluss in diesem Bereich über 6 Mrd. Euro. Und auch hier war der Standort Luxemburg mit rund der Hälfte der neu aufgelegten Fonds wieder auf Platz 1. Alceda hat diesen Trend aufgenommen und bietet im Rahmen des Fortsetzung Seite B 7

7 Börsen-Zeitung Nr. 196 B7 Effizienzgewinne im Fondsvertrieb durch neue Technologien Normgerechte Daten dank Finesti Infrastruktur ermöglicht es den Akteuren, geschlossen aufzutreten und die komplexeren Anforderungen zu bewältigen In vielen Beiträgen, die in dieser Zeitung veröffentlicht wurden, haben verschiedene Autoren den Erfolg der Luxemburger Investmentfonds über die letzten Jahrzehnte weitgehend beschrieben. Dieser Erfolg basiert auf einer ganzen Reihe von gesetzlichen und verordneten Rahmenbedingungen, die regelmäßig den spezifischen Begebenheiten der Industrie angepasst wurden. So haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte viele internationale Banken und andere Dienstleister in Luxemburg niedergelassen, um ihren weltweit ansässigen Kunden ihre Produkte im Fondsbereich anzubieten. Diese Entwicklung ist leicht in Zahlen festzuhalten, aber es ist nicht leicht, dem Beobachter des Finanzplatzes die Komplexität der Logistik, die notgedrungen hinter diesem Geschehen steht, um den reibungslosen Ablauf der Prozesse zu garantieren, vor Augen zu führen. Fest steht, dass das gesamte luxemburgische Fondsgeschehen und im Besonderen die erhebliche Masse der tagtäglich zu verarbeitenden Daten alle Teilnehmer vor große logistische Herausforderungen stellt. Das Gleiche gilt natürlich auch für die zahlreichen Berichte gemäß den Reportingvorschriften, die jeder Invest- Ziel von Finesti ist es, sich nicht mit den Dienstleistungen ihrer Kunden zu überschneiden... mentfonds verschicken muss, insbesondere an in- und ausländische Aufsichtsbehörden. Die am 1. Juli in Kraft getretene Ucits-IV-Richtlinie hat diesen Aufwand noch wesentlich erhöht. Da die Mehrzahl der Luxemburger Fonds international vertrieben wird, ergibt sich hier eine besonders große Herausforderung. Neue gesetzliche Auflagen Global gesehen verlaufen die Abwicklung der Geschäfte sowie deren administrativer Aufwand zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Viele Dienstleister haben eigene Systeme entwickelt oder Teile des Verwaltungsprozesses an Dritte ausgegliedert. Somit besteht eine Vielzahl an Möglichkeiten, um den ganzen Arbeitsaufwand optimal zu bewältigen. Das Umfeld der Investmentfonds wird immer stärker bestimmt von neuen gesetzlichen Auflagen und Herausforderungen, deren Erfüllung den Standortvorteil der Industrie stark beeinflussen kann. Zusehends müssen effizientere Technologien eingesetzt und neue Strukturen aufgebaut werden, um diesen Aufgaben zu entsprechen. Dies war übrigens der Hauptgrund, weshalb im Jahr 1995 die Fondskommunikationszentrale Finesti (damals Cclux), mittlerweile eine 100 %ige Filiale der Luxemburger Börse, gegründet wurde. Ziel war es, eine einheitliche Plattform für den gesamten Finanzplatz aufzubauen, um dank des technischen Fortschritts die Arbeit sowohl der Fondsdienstleister als auch der Aufsichtsbehörden zu erleichtern. Die Zahl der Luxemburger Fonds ist so bedeutend gewachsen, dass heute ohne gewisse Funktionen von Finesti verschiedene Aufgaben nicht mehr fristgerecht erfüllt werden können. Modell für Cclux/Finesti stand eigentlich die amerikanische Datenplattform EDGAR, die als zentrale Infrastruktur zur Datenverwaltung für die amerikanische Securities Exchange Commission (SEC) entwickelt wurde. Zur Veranschaulichung Hier einige Beispiele, die den Umfang dieses Informationsflusses näher veranschaulichen: Im Rahmen von Ucits IV wurde das Erstellen und Verteilen eines KIID (Key Investor Information Document) eingeführt. Luxemburger Schätzungen zufolge müssen die hiesigen Investmentfonds jährlich zusammen mit den KIIDs etwa Dokumente erstellen und vorrangig der Luxemburger Aufsichtsbehörde zuschicken. Bei grenzüberschreitenden Fonds müssen diese KIIDs und die dazugehörigen Dokumente auch den ausländischen Behörden übermittelt werden. Zu diesem Zweck wurde das von Finesti erstellte E-file-System, ein elektronisches Nachrichtensystem, Fonds aus Luxemburg Fortsetzung von Seite B 6 Projektes Atlantic Partners Fondsinitiatoren aus Übersee und anderen Nicht-EU-Regionen die Auflegung ihrer Strategien im Ucits-Mantel an. Roadshows in den USA haben das große Potenzial gezeigt, das hier noch zu erwarten ist. Die Kombination aus dem Gütesiegel Ucits und der hohen Effizienz des Standortes Luxemburg in Sachen Fondsauflegung überzeugt neben den großen international agierenden Gesellschaften auch immer mehr kleinere und mittelgroße Spezialisten, diesen Weg zu beschreiten. Wie wird es weitergehen? Am 1. Juli ist die Ucits-IV-Richtlinie in Kraft getreten. Mit dieser Richtlinie hat die EU einen weiteren, entscheidenden Schritt in Richtung eines einheitlichen europäischen Fondsmarktes unternommen. Ucits IV baut noch bestehende Marktbarrieren innerhalb der EU ab und vereinfacht damit die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Verwaltung von Fonds. Ein schnellerer Marktzugang und relevante und vergleichbare Informationen für die Anleger sollen die regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa weiter verbessern und zu mehr Effizienz, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit in der Fondsindustrie führen. Luxemburg kann auf eine Reihe wichtiger Standortvorteile blicken: ein politisch stabiles Umfeld, eine jahrzehntelange Expertise in Sachen Fondsauflegung, eine Verwaltung, die schnell und unkompliziert arbeitet diese Kombination ist einmalig. Gemeinsam mit dem starken Brand Ucits Made in Luxemburg sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Marke Ucits sich international noch stärker durchsetzen wird. Impressum Börsen-Zeitung Finanzplatz Luxemburg Am 12. Oktober 2011 Redaktion: Claudia Weippert-Stemmer Anzeigen: Dr. Jens Zinke Technik: Tom Maier Typografische Umsetzung: Klaus Jung Verlag der Börsen-Zeitung in der Herausgebergemeinschaft WERTPAPIERMITTEILUNGEN Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG, Düsseldorfer Straße 16, Frankfurt am Main, Tel.: 069/2732-0, (Anzeigen) Tel.: 069/ , Fax: 069/233702, (Vertrieb) 069/ Geschäftsführer: Ernst Padberg Druck: Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH; Kurhessenstraße 4 6, Mörfelden-Walldorf angepasst und vervollständigt. Die ersten KIIDs wurden bereits ab dem 1. Juli 2011 an ausländische Aufsichtsbehörden verschickt. Somit hat Finesti erneut bewiesen, dass die von ihr gewählte Technologie besonders im Hinblick auf time to market für eine Vielfalt von Investment- Michel Maquil den zu überschneiden, sondern komplementär zu anderen Geschäftsbereichen allen Fondsgesellschaften ein optimales Umfeld anzubieten. Andersherum formuliert, Finesti ist in der Lage, den Aufsichtsbehörden normgerechte Fondsdaten und Dokumente zu liefern, die den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen entsprechen. Somit muss diese Aufgabe nicht mehr von der öffentlichen Hand erfüllt werden. E-file-Anwendung Vorstandsvorsitzender der Luxemburger Börse fonds geeignet ist. Im Allgemeinen stellt man fest, dass in Luxemburg die Zahl der diversen Dienstleister im Fondsbereich in den letzten Jahren gestiegen ist. Natürlich sind alle darum bemüht, auch in diesem spezifischen Geschäft zu bleiben und ihre Angebote dementsprechend weiter auszubauen. In diesem Zusammenhang spielt Finesti eine wesentliche Rolle als zentrale Infrastruktur des Finanzplatzes. Sie zentralisiert und strukturiert die vorgeschriebenen Fondsdaten wie beispielsweise Nettoinventarwerte und Portfolioinformationen, um sie dann ordnungsgemäß an die Aufsichtsbehörden, die Luxemburger Zentralbank und viele andere Institutionen weiterzuleiten. Ziel von Finesti ist es, sich nicht mit den Dienstleistungen ihrer Kun- Eine der wesentlichen Bestandteile der Finesti-Plattform ist die E-file-Anwendung. Es handelt sich hierbei um eine gesicherte elektronische Kommunikationsplattform, die zur Sendung von Nachrichten und Dokumenten zwischen den Beteiligten der Fondsindustrie im Rahmen der Reporting-Vorschriften dient. Sie wird gemeinsam von Finesti und deren Muttergesellschaft der Luxemburger Börse betrieben. Das bisher aktuellste Modul ist die in der Ucits-IV-Richtlinie vorgesehene gebündelte grenzüberschreitende Meldepflicht. Früher war es durchaus gängig, dass sich der vorgesehene Prozess der Informationsübermittlung über Wochen erstrecken konnte. Die neuen Technologien ermöglichen es, dies viel schneller zu erledigen. Die europaweite Harmonisierung der Prozesse und ein spezifischer Ablauf in der Kommunikation unter den einzelnen Aufsichtsbehörden können mit dieser Infrastruktur gewährleistet werden. Finesti ist es gelungen, als erster Dienstleister in der Fondsindustrie eine vollwertige, zentralisierte und grenzüberschreitende Notifizierung erfolgreich und fristgerecht durchzuführen. Mittlerweile wird diese Art von Notifizierung tagtäglich durchgeführt. Einige angesehene Asset Manager sind an Finesti mit der Bitte herangetreten, ihre in Luxemburg erprobte E-file-Infrastruktur auf ausländische Aufsichtsbehörden auszudehnen. Somit könnten etwa britische Asset Manager ihren Reportingpflichten gegenüber der irischen Zentralbank über eine einheitliche Plattform nachkommen. Im besagten Fall handelt es sich um britische respektive irische Investmentfonds. Sollte Finesti diesen Auftrag erfüllen, könnte sich diese E-file-Plattform schlagartig zu einer Art paneuropäischer Infrastruktur entwickeln, was natürlich von großem Vorteil für die gesamte luxemburgische Fondsindustrie wäre. Abgesehen von der Zentralisierung und dem Vertrieb der Daten Entwicklung der Luxemburger Investmentfondsvehikel Teil I Ucits IV Teil II Ucits IV Specialized Investment Funds (SIF) 1 Gesamt ) Spezialfonds; 2) Zahlen berücksichtigen nicht Teilfonds und Anteilsklassen Börsen-Zeitung und Dokumente hat Finesti in den letzten Jahren ihr Geschäftsfeld im Bereich der zentralen Klassifizierung der Investmentfonds erweitert. In Zusammenarbeit mit der dänischen Gesellschaft Fundconnect wurde ein System entwickelt, das die einzelnen Portfolios der Fonds regelmäßig überprüft, damit eine genaue Aufteilung der Wertpapierbestände erfolgen kann. Dies ist besonders wichtig für die Europäische Zentralbank (EZB), die beispielsweise die Geldmarktfonds überwacht und somit auch eine unabhängige Klassifizierung braucht. Vor allem nach dem Ausbruch der Geldmarktkrise im August 2007 war es dank Finesti in kürzester Zeit möglich, der EZB die nötigen Daten im gewünschten Format bereitzustellen. Schließlich kann hier noch erwähnt werden, dass Finesti die notwendigen Anforderungen erfüllt, wenn neue offene Standards in der Übermittlung von Finanzdaten wie etwa XML, xbrl oder Swift allgemein Anwendung finden oder gar behördlicherseits auferlegt werden. Auch wenn Finesti global gesehen nur eine recht bescheidene Rolle im allgemeinen Finanzgeschehen spielt, kann man doch stolz darauf sein, dass es in ein paar Jahren gelungen ist, eine so wichtige ja fast unumgängliche Rolle zu erfüllen. Dank der innovativen Dienstleistungen und neuer Technologien gelang es, der europäischen Fondsindustrie eine zielorientierte Infrastruktur anzubieten. Mit dieser einmaligen Infrastruktur haben vor allem Akteure des Finanzplatzes Luxemburg die Möglichkeit, geschlossen aufzutreten, um den stets komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden.

8 B 8 Börsen-Zeitung Nr. 196 Umfassende länderübergreifende Lösungen bevorzugt Die unterschiedlichen Vorteile der Fondsstandorte Luxemburg und Deutschland flexibel und effizient nutzen Koordinierungsaufwand über alle getätigten Investitionen erhöhen. Erschwerend kommt hinzu, dass die regulatorischen Anforderungen an Investoren in den vergangenen Jahren enorm gewachsen sind. Weitere Regulierungsschritte von staatlicher und suprastaatlicher Seite sind zu erwarten. Der Kontroll- und MeldeAlexander Poppe... aufwand der Investoren wird also voraussichtlich weiter zunehmen. Unabhängig von den regulatorischen Anforderungen wird für die Investoren die adäquate Steuerung der Asset AlGeschäftsführer location immer anbei HSBC Inka spruchsvoller. Sie benötigen deshalb detailblikumsfonds, aber auch institutio- lierte Performance- und Risikorepornelle Investoren aus Deutschland be- tinglösungen sowohl auf Fondsdienen sich neben der weiterhin do- bzw. Segmentebene als auch auf agminierenden Anlage in den deut- gregierter Gesamtinvestitionsebene. Allerdings können den Überblick schen Spezialfonds in beachtenswertem Umfang luxemburgischer über das gesamte Portfolio unabhängig davon, in welchem Land die Fondsvehikel. verschiedenen Fonds domizilieren nur Fondsverwaltungsgesellschaften Flexibel entscheiden bieten, die moderne ReportingappliViele dieser Investoren möchten kationen anbieten und die benötigsomit keine grundsätzliche Entwe- ten Daten über Schnittstellen in die der-oder-entscheidung zwischen Systeme der Anleger liefern können. den beiden Standorten treffen. Viel- Ein solches Serviceangebot setzt konmehr möchten sie flexibel entschei- tinuierliche Investitionen in die Sysden können, wo sie ihre Fonds aufle- teme voraus. Für Investoren, die in gen und administrieren lassen. Diese deutsche Sondervermögen anlegen, Flexibilität kann jedoch die Transpa- existiert ein solcher Service auf Gerenz verringern und zu hohen Kos- samtinvestitionsebene bereits. Er ten führen: Fonds an unterschiedli- wird seit einem Jahrzehnt durch die chen Standorten bedeuten häufig Master-KAGen angeboten. Sie gehödie Wahl verschiedener Anbieter ren heute zum Pflichtbestand bei der und damit erhalten die Investoren Administration breit diversifizierter unterschiedliche Reportings, die den Portfolien in Deutschland. Eine län Der Finanzplatz Luxemburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Fondsstandorte in Europa entwickelt. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Pu- derübergreifende Lösung, die diesen Service auch für die Luxemburger Fonds liefert, ist vorteilhaft. Fondsverwaltungsgesellschaften, die den Investoren alle notwendigen Dienstleistungen aus einer Hand anbieten können, sind allerdings bislang die Ausnahme. Bei der grenzüberschreitenden Fondsadministration zwischen den Standorten Luxemburg und Deutschland steigen nämlich notwendigerweise die Anforderungen an die Fondsverwaltungsgesellschaften. Die Investoren profitieren aber entscheidend von den sich hieraus ergebenden Dienstleistungen: Sie müssen nicht verschiedene Parteien, IT-Systeme und Reportingstandards koordinieren. Vergleichsanalysen zwischen den Luxemburger und den deutschen Fonds übernimmt die Verwaltungsgesellschaft. Zurzeit konsolidieren viele Anleger mühsam Reports und Auswertungen aus unterschiedlichen Systemen. Sie werden zukünftig deshalb immer stärker auf Verwaltungsgesellschaften setzen, die ihnen sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand also eine im angelsächsischen Sprachgebrauch sogenannte One-Stop-Shopping-Lösung anbieten können. Aus einer Hand Das bedeutet zum einen, dass sämtliche Dienstleistungen, die zur Fondsadministration gehören, aus einer Hand geliefert werden. Dieser Service beginnt bei der Fondsgrün- dung mit der Beratung hinsichtlich der Fondscharakteristik, der Erstellung der Dokumente (Prospekte, Verträge, Key Investor Documents) sowie der Durchführung des Genehmigungsverfahrens. Nach Fondsgrün-... und Ralf Funk Vorstandsmitglied der HSBC Trinkaus Investment Managers S. A. dung setzt er sich bei der täglichen Berechnung der Fondspreise und sämtlicher Steuerdaten für alle Länder fort, in denen der Fonds zugelassen ist. Hinzu kommen umfangreiche Reportingdienstleistungen wie Kundenreporting, Erstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Berichte und Aufstellung der Ansprechpartner für die Wirtschaftsprüfer, Risikomanagement, Value-at-Risk-Simulationen sowie Stresstests. Damit die Investoren die Vorteile der beiden Fondsstandorte Luxemburg und Deutschland vollständig ausschöpfen können, muss der Anbieter diese Dienstleistungen für sämtliche Fondstypen und Investmentarten, die in Luxemburg und Deutschland zugelassen sind, sowie für die Direktbestände der Investoren anbieten können. Hierzu gehört selbstverständlich auch eine profunde Expertise bei der Administra- tion der wichtigen Luxemburger Fondstypen, insbesondere der Fonds Commun de Placement (FCP), der Sociétés d Investissement à Capital Variable (Sicav) und der Sociétés d Investissement à Capital Fixe (Sicaf). Beim FCP handelt es sich um das Luxemburger Gegenstück zum deutschen Sondervermögen. Der FCP ist ein unselbständiges Sondervermögen, das juristisch gesehen nur durch die Verwaltungsgesellschaft existiert. Die Sicav bzw. Sicaf sind Aktiengesellschaften mit variablem bzw. fixem Kapital, deren einziger Zweck die Vermögensverwaltung ist. Die deutsche Entsprechung ist die Investment-AG. Für Spezialfonds hat Luxemburg mit dem Loi du 13 Février 2007 Relative aux Fonds d Investissements Spécialisés (FIS) einen eigenen gesetzlichen Rahmen geschaffen. Er legt die Bedingungen für sogenannte Alternative Investments wie Hedgefonds, Private-Equity-Fonds und Real-Estate-Fonds fest. Diese können im Rahmen des FIS sowohl als Sicav als auch als FCP aufgelegt werden. HSBC Inka hat reagiert Da die Erfolgsgeschichte der harmonisierten Investmentfonds in Europa durch die Umsetzung von Ucits IV einen weiteren Schub erhalten und der grenzüberschreitende Fondsvertrieb wichtiger werden wird, hat sich die Master-KAG HSBC Inka bereits jetzt als grenzüberschreitender Fondsadministrator aufgestellt, der seinen Kunden eine umfassende Lösung auch für Luxemburg anbieten kann. Zusammen mit der Tochtergesellschaft HSBC Trinkaus Investment Managers SA bieten wir unseren Kunden alle Serviceleistungen, die sie von uns in Deutschland erhalten, ergänzt um die spezifischen Belange einer Anlage in Luxemburg. Die Fondsadministration erfolgt für Luxemburg und für Deutschland auf unserem zentralen Buchhaltungssystem Simcorp Dimension. Dies bietet Kunden den Vorteil, dass sie Daten und Reportings aus Luxemburg und Deutschland in derselben Qualität und Aufbereitung erhalten. Unsere modernen Reportingapplikationen ermöglichen es überdies benutzerfreundlich und zeitnah, multidimensionale Risiko- und Performanceauswertungen zu erstellen. Unsere Leistungspalette wird durch den Service der Depotbank abgerundet. Auf Wunsch des Kunden fungiert die HSBC aus dem Konzern heraus auch als Depotbank, Zahlstelle, Register- und Transferstelle. Dank dieser länderübergreifenden Aufstellung können unsere Kunden die unterschiedlichen Vorteile der Fondsstandorte Luxemburg und Deutschland flexibel und effizient nutzen. Dem Besten aus allen Welten gerecht werden Klare Geschäftsfeldstrategie zahlt sich aus den profitieren von einem bundesweit einheitlichen, subsidiären Marktantritt mit hochwertigen Lösungskonzepten. Der attraktive Private-BankingMarkt in Deutschland wird noch besser und nachhaltiger erschlossen die Potenziale der Volksbanken und Raiffeisenbanken sind enorm. Nicht zuletzt profitieren die fusionierenden Unternehmen und deren MutterhäuStefan Schwab ser DZ Bank AG und WGZ Bank AG von effizienteren Organisationsstrukturen. Konzernintern wurde eine vereinfachte Beteiligungsstruktur erreicht. Rückblick: Vor ungevorstandsvorsitzender fähr einem Jahr, am 8. der DZ Privatbank S. A. September 2010, beschlossen DZ Bank und Der Standort Luxemburg ist der WGZ Bank, ihr gesamtes Private-Bangrößte Auslandsstützpunkt der king-geschäft sowie ergänzende GeDZ Bank Gruppe. Die DZ Privatbank schäftsfelder wie Fondsdienstleistunist eines der führenden Institute im gen, Währungskredite und Treasury Bereich Private Banking und gleich- in einer neuen Geschäftseinheit am zeitig die größte deutsche Bank an Bankplatz Luxemburg zusammenzuführen. Mit Unterzeichnung dieser diesem Finanzplatz. Absichtserklärung startete die KonStabile Geschäftsentwicklung zeptionsphase des Fusionsprojekts, mit Beschluss des GeschäftsleitungsGegründet im Jahr 1977 im kreises im Januar die operative UmGroßherzogtum, ist die Bank mit setzung der Platzfusion. Es folgten kontinuierlichem Geschäftserfolg in die Unterzeichnung des Grundlagenden sich ergänzenden Geschäfts- vertrags im April, die Gremienbefeldern Private Banking, Kredit, Trea- schlüsse der Verwaltungs- und Aufsury und Investmentfonds tätig. Die- sichtsratsmitglieder und die Eintrases diversifizierte Geschäftsmodell gung ins Luxemburger Handelsregisder vier tragenden Säulen trägt we- ter im Juni. Bereits Anfang Juli sentlich zur Stabilität der Geschäfts- konnte ohne nennenswerte Beeinentwicklung bei. Die DZ Privatbank trächtigung des Geschäftsbetriebs S. A. betreut im Private Banking die technische Migration der Datenmehr als Kunden mit einem bestände mit einem Volumen von verwalteten Vermögen im Volumen rund 23 Mrd. Euro abgeschlossen von rund 14 Mrd. Euro. Ihre Bilanz- werden, und die Mitarbeiter der ehesumme beträgt rund 18 Mrd. Euro, maligen WGZ Bank Luxembourg bedie Mitarbeiterzahl liegt bei rund zogen ihre neuen Büros am Standort Das Institut verantwortet die in Luxemburg-Strassen. gesamten Private-Banking-Geschäftsaktivitäten von DZ Bank und Standortvorteile WGZ Bank und wird als gemeinsames, subsidiäres VerbundunternehSowohl aus unternehmenskultumen geführt. reller als auch aus technischer Sicht Ein wichtiger Meilenstein in der stand die Fusion immer unter dem bisherigen Geschichte der Bank war Motto Das Beste aus allen Welten. die im Juni dieses Jahres vollzogene Das gilt auch für die internationale Fusion mit der WGZ Bank Luxem- Ausrichtung der DZPrivatbank. Gebourg S. A. Die Ziele der Platzfusion nossenschaftsbanken, Kunden und waren und sind dabei vielschichtig: andere Geschäftspartner profitieren Die neue DZ Privatbank stärkt ihre von den Standorten an wichtigen inposition und damit auch die der ge- ternationalen Finanzplätzen in Lusamten Genossenschaftlichen Fi- xemburg, Singapur und Zürich sonanzgruppe Volksbanken Raiffeisen- wie in Deutschland internationale banken. Kompetenzen werden ge- Präsenz, nationale Standorte in bündelt, die Marktbearbeitung inten- Deutschland und lokale Nähe zu den siviert, insbesondere in den Ge- Genossenschaftsbanken sowie deren schäftsfeldern Private Banking, In- Kunden. Luxemburg ist unter andevestmentfonds und Währungskre- rem wegen seiner Bedeutung als dite. Genossenschaftsbanken und be- internationaler Finanzplatz und sonders deren Private-Banking-KunFortsetzung Seite B 9 Die DZ Privatbank ist mit Standorten in Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und in Singapur subsidiärer Partner der genossenschaftlichen FinanzGruppe für spezialisierte Finanzdienstleistungen mit nationaler und internationaler Ausrichtung.

9 Börsen-Zeitung Nr. 196 B9 Als Referenzstaat für Private-Equity-Fonds tätig sein Insbesondere nach der Umsetzung der AIFM-Richtlinie Bereits heute angesichts künftiger Aufgaben führend im Markt positioniert Branche: In den USA wurde am 21. Juli 2010 der Dodd-Frank Act verabschiedet. In der EU ist seit dem 21. Juli 2011 die Richtlinie zur Regulierung von Managern alternativer Investmentfonds (AIFM-Richtlinie) in Kraft und wird nach Umsetzung in nationales Recht im Jahr 2013 das Management und die Verwaltung von NichtUcits-Fonds sowie deren Vermarktung an EU-In vestoren regulieren. Alain Kinsch... Diese Regulierung ist zweifellos eine Reaktion auf die Finanzkrise, kann aber auch im Zuge einer zunehmenden EntwickCountry Managing Partner Ernst & Young lung der Branche verstanden werden. Private Luxembourg, EMEIA Equity hat sich als effiprivate Equity Fund zientes und wertschafleader fendes Beteiligungskapital etabliert und ist sowie ihre Kompetenz durch längst kein Nischenmarkt mehr, sonkontinuierliche Wertschaffung, stei- dern auf dem Weg zunehmender Ingende Transaktionen und strategi- dustrialisierung. Eine klare Strategie (sektoral, regional, organisatorisch), sche (Neu-)Ausrichtung. Private-Equity-Transaktionen sind eindeutige Wertschaffung und ein bis zum Ende des ersten Halbjahres leistungsfähiges Back Office sind im 2011 deutlich gestiegen und zeigten Zuge dieser Industrialisierung für zum zweiten Quartal 2011 mit 79 Private-Equity-Häuser von entscheimrd. US-Dollar die höchsten Volu- dender Bedeutung. mina seit drei Jahren. Die Exit-Möglichkeiten haben sich verbessert, Seit Jahren etabliert und Private-Equity-Häuser nutzen zunehmend den Börsengang als atluxemburg ist in der Privatetraktive Exit-Option. Die Marktent- Equity-Branche seit vielen Jahren wicklung in der Private- Equity-Bran- etabliert. Maßgeschneiderte Proche ist damit positiv, obwohl die dukte, eine auf Private Equity speziaweltwirtschaftliche Situation auch lisierte Marktinfrastruktur und das nach der Finanzkrise der Jahre klare Bekenntnis zu effizienter Re2007/2008 von wirtschaftspoliti- gulierung von Private-Equity-Fondsscher und makroökonomischer Insta- strukturen haben sich in der Verganbilität gekennzeichnet ist. genheit bewährt und das Großherzogtum zur europäischen Plattform für Private-Equity-Transaktionen soerstmalige Regulierung wie Fonds gemacht. Im aktuellen Eine wesentliche Neuerung der Kontext verstärkter Regulierung und Private Equity Industrie besteht in erhöhter Anforderungen an ein leisder erstmaligen Regulierung der tungsfähiges Back Office gewinnt Kaum scheint die Finanzkrise der Jahre 2007/2008 überstanden, befindet sich die Weltwirtschaft erneut in Schwierigkeiten. Zu diesen Zeiten belehrt die Private Equity Industrie ihre Kritiker eines Besseren und beweist ihre Überlebensfähigkeit Luxemburg als Onshore-Domizil mit langjähriger Erfahrung in der Private-Equity-Branche neue Bestätigung und wachsende Aufmerksamkeit von Fondsmanagern und Investoren gleichermaßen. Das Produktangebot Das Luxemburger Produktangebot umfasst einerseits die sogenannte Soparfi ( société de participations financières ), die zur steuerlichen Strukturierung internationaler Transaktionen seit mehr als 25 Jahren von Private-Equity-Häusern weltweit genutzt und deren aktuelle Anzahl auf geschätzt wird. Wesentliche Vorteile der Soparfi bestehen in der Möglichkeit zur effizienten Restrukturierung von Schulden sowie zur steuerlich tragbaren Strukturierung von Debt-EquitySwaps. Darüber hinaus bietet die Soparfi Zugang zu EU-Richtlinien (zum Beispiel Mutter-Tochter-Richt- Maßgeschneiderte Produkte und eine spezialisierte Marktinfrastruktur haben sich bewährt. linien) und zu aktuell 64 Luxemburger Doppelbesteuerungsabkommen. Die Soparfi unterliegt keiner Regulierung durch die Luxemburger Finanzaufsichtsbehörde CSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier). Andererseits umfasst das Luxemburger Produktangebot zwei als komplementär zu verstehende, regulierte Private-Equity-Fondsstruktu- Dem Besten aus allen Welten gerecht werden Fortsetzung von Seite B 8 wegen des stabilen politischen Umfelds attraktiv. Rund 150 Banken aus 23 verschiedenen Ländern sind hier vertreten, die Finanzmarktakteure werden streng durch die nationale Bankenaufsicht (CSSF) überwacht. Bereits seit 1975 ist die DZ Privatbank in der Schweiz vertreten. In Zürich liegt geballte Kompetenz im Private Banking, eine jahrhundertealte Tradition dieses Finanzplatzes. Der Schutz der finanziellen Privatsphäre genießt hier einen besonders hohen Stellenwert. Der Schweizer Franken gilt als eine der sichersten und stabilsten Währungen der Welt. Mitten in Europa, aber außerhalb der EU gelegen, bietet die Schweiz gute Möglichkeiten zur Risikodiversifikation, vor allem hinsichtlich Währung, Rechtsraum, Politik und Geldwertstabilität. Der Standort in Singapur wurde 2006 gegründet. Seit 1965 entwickelt sich Singapur zu einem der bedeutendsten Finanzplätze der Welt mit nachhaltiger wirtschaftlicher und politischer Stabilität und einem nach höchsten internationalen Standards regulierten Bankensystem. Das breite Spektrum an Portfolio-Services und Luxemburg ist unter anderem wegen seiner Bedeutung als internationaler Finanzplatz und wegen des stabilen politischen Umfelds attraktiv. Investment-Möglichkeiten bieten Kunden mit internationaler Ausrichtung gute Anlagemöglichkeiten. Bald in Düsseldorf aktiv Die Niederlassungen in Hannover, München und Stuttgart operieren seit September 2010 erfolgreich im Markt. Weitere sind im Aufbau, zum Beispiel in Hamburg, Nürnberg und in der Mitte Deutschlands. Teil der Fusionsvereinbarung war auch, dass das Private-Banking-Geschäft der WGZ Bank AG von der DZ Privatbank übernommen wird. Dazu eröffnet die DZ Privatbank auch in Düsseldorf noch im Laufe des Jahres eine Niederlassung. Ab Januar 2012 wird der Geschäftsbetrieb dort mit rund 25 Mitarbeitern und den von der WGZ Bank übernommenen Kunden starten. Die neue DZ Privatbank positioniert sich auf Basis ihrer subsidiären Grundausrichtung als Partner erster Wahl für Genossenschaftsbanken sowie für deren Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden. Das Geschäftsmodell der Bank folgt dem der Volksbanken und Raiffeisenbanken, das im Sinne einer nachhaltigen Geschäftspolitik auf den gemeinsamen genossenschaftlichen Grundwerten wie Subsidiarität, Solidarität, Vertrauen und Bodenständigkeit basiert. Die vier sich ergänzenden strategischen Geschäftsfelder arbeiten nach hohen Qualitäts- und Effizienzmaßstäben, um gegenüber ihren Kunden das Leistungsversprechen als individueller und kompetenter Lösungspartner zu erfüllen. Vermögende gewinnen Um nachhaltigen Ertrag und Nutzen für die genossenschaftliche FinanzGruppe zu erreichen, wird für alle Geschäftsfelder Wachstum und eine verbesserte Wettbewerbssituation angestrebt. Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Weiterentwicklung der gestarteten Aktivitäten im Geschäftsfeld Private Banking. Es gilt, die Marke VR-PrivateBanking und das genossenschaftliche Private Banking in Deutschland zu etablieren. Ziel ist es dabei, die Marktposition der Volksbanken und Raiffeisenbanken nachhaltig zu verbessern, vermögende Privatkunden zu gewinnen und zu binden. Der Fokus liegt dabei zunächst auf der Intensivierung von bereits bestehenden Verbindungen zu Kunden, die große Teile ihres privaten Vermögens bei anderen Institutsgruppen verwalten lassen. Die anderen drei Geschäftsfelder leisten dazu aktiven Beitrag und ermöglichen immer wieder neue, am Markt sehr erfolgreiche Dienstleistungen. Insgesamt ergeben sich daraus Wertschöpfungsketten, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken und hohen Mehrwert für Kunden bieten. Im Treasury werden Wertpapierorders schnell und kostengünstig abgewickelt. Das Währungskreditgeschäft bietet bedarfsgerechte Finanzierungslösungen in allen gängigen Währungen für Genossenschaftsban- Das Währungskreditgeschäft bietet bedarfsgerechte Finanzierungslösungen in allen gängigen Währungen für Genossenschaftsbanken und deren Kunden. ken und deren Kunden. Im Investmentfondsbereich werden zum Beispiel kreative Lösungen für institutionelle Fondsinitiatoren entwickelt, die sich auch sehr gut für vermögende Private-Banking-Kunden einsetzen lassen. Gut positioniert Mit der IPConcept Fund Management S. A. in Luxemburg und der IPConcept (Schweiz) AG, jeweils Töchter der DZ Privatbank, stehen strategische Partner zur Verfügung, die für Fondsinitiatoren als professioneller Dienstleister rund um die Fondsadministration agieren beste Grundlage für individuelle Fondslösungen. Das seit Juli 2011 gültige EU-Richtlinienpaket Ucits IV wurde in der DZ Privatbank und in der IPConcept frühzeitig und kundenfokussiert umgesetzt. Wichtigste Ziele der Richtlinie sind verbesserter Anlegerschutz und erhöhte Markteffizienz. So schließt sich ebenfalls der Kreis der Wertschöpfungskette der vier Geschäftsfelder, denn auch hiervon profitieren unter anderem die vermögenden Privatkunden. Als fusioniertes Institut mit einer klaren Geschäftsfeldstrategie ist die DZ Privatbank insgesamt gut aufgestellt, um die angestrebten Wachstumsziele innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken zu erreichen. ren: die Investmentgesellschaft für Risikokapital ( Sicar ) aus dem Jahr 2004 als klassisches Private-EquityVehikel sowie den Spezialfonds ( Sif ), der im Jahr 2007 implementiert wurde. Heute zählt Luxemburg über 270 Sicars und mehr als Sifs, wobei etwa 15 % der Sifs eine reine Private-Equity-Investitionsstrategie verfolgen. Die wesentlichen Vorteile von Sicar und Sif beruhen auf steuerlicher Neutralität, Flexibilität in der Strukturierung und operationeller Effizienz, beispielsweise durch die gesetzlich verankerte Befreiung von der Konsolidierung. Sicar und Sif unterliegen der Aufsicht durch die CSSF. Vor dem Hintergrund der AIFM-Richtlinie lässt sich ein zunehmendes Augenmerk von PrivateEquity-Häusern und Investoren auf Luxemburg konstatieren. Die CSSF weiß effiziente Aufsicht und Marktorientierung miteinander zu verbinden. Spezialisierte Dienstleister verfügen über das notwendige Knowhow zur Administration von PrivateEquity-Strukturen. Zahlreiche, vormals ausschließlich in Offshore-Domizilen vertretene Dienstleister haben nach der Finanzkrise eine Niederlassung im Großherzogtum eröffnet, um dem wachsenden Interesse ihrer Kunden in Richtung onshore zu folgen. Und schließlich ist die unter der AIFM-Richtlinie zukünftig obligatorische Funktion der Depotbank in Luxemburg bereits seit Jahren etabliert und fester Bestandteil in der Verwaltung von PrivateEquity-Fonds. Luxemburg wird den aktuellen Anforderungen der Private-Equity-Industrie auf höchstem Niveau gerecht und positioniert sich bereits heute angesichts künftiger Anforderungen durch die AIFM-Richtlinie führend im Markt. Das Großherzogtum arbeitet mit Unterstützung verschiedener Arbeitsgruppen und Vereinigungen wie zum Beispiel Alfi (Vereinigung der Luxemburger Fondsindustrie) und LPEA (Luxembourg Private mal der Luxemburger SCS und Angleichungsmerkmal an das angelsächsische Private Limited Partnership ist das Vorhaben zur Schaffung einer Struktur ohne Rechtspersönlichkeit, die flexibel strukturiert werden kann und maximale steuerliche Neutralität erreicht. CSSF hat ehrgeizige Pläne... und Carmen von Nell-Breuning Senior Manager, Private Equity Business Development, Ernst & Young Luxembourg Equity & Venture Capital Association) an der Umsetzung der AIFMRichtlinie und überarbeitet daneben auch weitere Rahmenbedingungen der Private-Equity-Industrie. Zum 1. Juli 2011 hat die luxemburgische Regierung einen Gesetzentwurf zur Überarbeitung des SifGesetzes gebilligt. Auch wenn dieser nationale Gesetzentwurf keine Umsetzung der AIFM-Richtlinie ist, stellt er dennoch eine Anpassung an bestimmte Aspekte der europäischen Richtlinie dar wie beispielsweise im Bereich der Delegation von Aufgaben und des Risikomanagements. Darüber hinaus zielt die Überarbeitung des Sif-Gesetzes auf die Einführung teilfondsübergreifender Investitionen. Ebenfalls in Überarbeitung befindet sich das Regime der einfachen Kommanditgesellschaft (SCS société en commandite simple), die dem angelsächsischen Private Limited Partnership sehr nahe kommt. Wesentliches Überarbeitungsmerk- Schließlich unterliegt auch das Luxemburger Steuerregime einer Überarbeitung, um den Interessen der Private-Equity-Industrie noch besser zu entsprechen. Der Abschluss weiterer Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Luxemburg verhandelt aktuell 23 neue DBAs. Arbeitsgruppen wie Impact Investing Luxembourg unterstützen diese Bemühungen mit einem speziellen Fokus auf Schwellenländer mit einem hohen Anteil sozialer Investitionen. Die CSSF ihrerseits hat die eigenen Ressourcen maßgeblich verstärkt und beabsichtigt, eine der effizientesten Finanzaufsichtsbehörden in der EU zu sein. Im Kontext der AIFM- Luxemburg wird den aktuellen Anforderungen der PrivateEquity-Industrie auf höchstem Niveau gerecht... Richtlinie ist dies von wesentlicher Bedeutung. Denn Luxemburg möchte präferierter Standort respektive Referenzstaat für Private-EquityFonds und deren Manager auch und vor allem nach Umsetzung der AIFM-Richtlinie sein.

10 B10 Börsen-Zeitung Nr. 196 Finanzsektor knüpft an Entwicklung vor der Krise an Künftig sind jedoch aufgrund des wirtschaftlich unsicheren Umfelds deutlich geringere Wachstumsraten zu erwarten Nach Jahren zögerlicher und zum Teil halbherziger Veränderungen erlebt der Finanzplatz Luxemburg in den letzten zwei Jahren eine bis dahin nicht gekannte Dynamik. Verursacht wurde das Neuüberdenken der zukünftigen Geschäftsstrategie bei Karin Riehl... Managing Partner bei KPMG in Luxembourg und Board Member KPMG Europa LLP vielen am Platz tätigen Instituten in erster Linie durch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008, die auch an Luxemburg nicht folgenlos vorüberging. Hier ist es vor allem der rasante Wandel im aufsichtsrechtlichen und steuerlichen Umfeld, der auch die Luxemburger Finanzinstitute zwingt, in der Vergangenheit bewährte Geschäftsmodelle den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. So sieht die Regulierung der Finanzdienstleistungen für ein nachhaltiges Wachstum durch die EU ein in Teilen schon umgesetztes Maßnahmenbündel unter Transparenz- (OGAW IV, AIFM, Derivate, Verwahrstellen, Verbesserung Mifid), Verantwortungs- (CRD IV, Solvabilität II) und Aufsichtsaspekten (Finanzaufsicht, Anlageprodukte für Kleinanleger) vor. Aber auch in steuerlicher Hinsicht bringen die seit 1. Juli dieses Jahres geltende Anhebung der EU-Quellensteuer von derzeit noch 20 % auf 35 % auf grenzüberschreitende Zinszahlungen (EU-Zinsrichtlinie) sowie das voraussichtlich Anfang 2013 in Kraft tretende US-Regelwerk Fatca (Foreign Account Tax Compliance Act) für die Besteuerung von in den USA steuerpflichtigen Personen mit ihren weltweiten Einkünften neue Anforderungen an die luxemburgischen Finanzinstitute mit sich. Hinzu kommen der anhaltende Druck auf das Bankgeheimnis sowie der sich verschärfende Wettbewerb der Finanzplätze untereinander. Unter all diesen neuen Anforderungen haben für die luxemburgischen Banken insbesondere der schleichende Fortfall des steuerlichen Bankgeheimnisses und die Einführung der auf Basel III basierenden Capital Adequacy Directive IV (CRD) unmittelbare Auswirkungen auf die eingesetzten Geschäftsmodelle. Abkehr vom Offshore-Banking Eine der augenscheinlichsten Konsequenzen aus den aktuellen Entwicklungen des steuerlichen Bankgeheimnisses ist der von vielen im Private Banking tätigen luxemburgischen Banken erfolgreich eingeleitete Paradigmenwechsel, der im Neugeschäft geprägt ist von der Fokussierung auf steuertransparente Privatkunden. In der Geschäftsstrategie schlägt sich dies in einer Abkehr vom Offshore - zum Onshore -Private-Banking nieder. Dies äußert sich unter anderem im verstärkten Ausbau ausländischer Niederlassungen, um neue Kunden im Ausland zu akquirieren. Als vorteilhaft für Luxemburg erweist sich hierbei, dass es über ein interessantes tool kit für die Strukturierung internationaler Geschäfte vor allem für die neue Zielgruppe der sehr vermögenden Privatkunden verfügt. Zudem gelang es Luxemburg im Wettbewerb mit anderen Private-Banking-Standorten, die ein oder andere ausländische Konzernzentrale davon zu überzeugen, europäische bzw. internationale Privatkunden-Aktivitäten in Luxemburg zu bündeln. Mehr Privatkundenvermögen Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass es seit 2010 wieder zu einem wenngleich auch moderaten Anstieg des von den Luxemburger Banken verwalteten Privatkundenvermögens um etwa 10 % auf 330 Mrd. Euro kam. Auch wenn abschließende Nachbesserungen bei der Umsetzung der auf Basel III basierenden Capital Adequacy Directive IV zu erwarten sind, zeichnet sich auch hier immer deutlicher ab, dass diese neuen Eigenkapitalvorschriften in vielen Fällen ebenfalls ein Überdenken der in Luxemburg häufig anzutreffenden Geschäftsmodelle insbesondere aus Konzernsicht notwendig werden lassen könnten. Erste Untersuchungen durch die luxemburgische Aufsichtsbehörde und die Zentralbank zeigen, dass die hiesigen Banken zwar ausreichend kapitalisiert sind, dagegen bis zur Erfüllung der neuen Liquiditätskennziffern insbesondere Universalbanken, Privatbanken, aber auch im Depotbankgeschäft tätige Banken sowie Pfandbriefbanken ihre kurz- bzw. langfristige Liquidität zum Teil aufbauen müssen. Dies wird möglicherweise nicht ohne Auswirkungen auf die Profitabilität der Luxemburger Banken bleiben. Betrachtet man die Ergebnisse der Luxemburger Banken für das erste Quartal 2011, zeichnet sich jedoch ab, dass die Banken für die zukünftigen Herausforderungen wenngleich in unterschiedlichem Maße aus jetziger Sicht gut aufgestellt sind. Aber auch die Fondsindustrie, unverändert die treibende Kraft des luxemburgischen Finanzsektors, sieht sich vor neuen aufsichtsrechtlichen Herausforderungen. Mit der Umsetzung von OGAW IV als eines der ersten Länder innerhalb der EU zum 1. Juli dieses Jahres hat sich die luxemburgische Fondsindustrie wie schon bei der zügigen Umsetzung der ersten OGAW-Richtlinie 1988 in eine Pole-Position gebracht. Aufgrund der weltweit anerkannten Expertise des Fondsplatzes vor allem bei der Fondsauflage und -administration sowie als internationale Vertriebsplattform haben sich bereits einige Fondsgesellschaften entschieden im Rahmen der neuen Möglichkeiten von OGAW IV, ihre Verwaltungstätigkeiten in Luxemburg zu bündeln. Seit nunmehr 25 Jahren besteht das Ucits-Framework, das in der Europäischen Gemeinschaft die Rahmenbedingungen für die lokale Investmentfondsgesetzgebung vorgibt. Während der ersten 15 bis 18 Jahre wurden kaum Änderungen vorgenommen, und trotzdem oder vielleicht gerade durch diese Kontinuität hat sich die europäische Fondsindustrie langsam, aber stetig zu einer anerkannten Marke entwickelt. Ein Land, das hierauf entscheidend Einfluss genommen hat, ist Luxemburg. Luxemburg hat als erstes Land innerhalb der Europäischen Gemeinschaft neue Regeln auch in die lokale Gesetzgebung eingebracht. Das gut funktionierende Zusammenspiel zwischen Regierung, Fondsverband, Aufsichtsbehörde und den Dienstleistern hat dazu geführt, dass Luxemburg sich in diesem Bereich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat. Seit Jahren nimmt Luxemburg in Bezug auf Fondsvolumina weltweit den zweiten Rang hinter den USA ein. Nummer 1 in Europa...und Walter Koob Partner bei KPMG in Luxembourg Jean-Paul Gennari CEO Managing Director der Credit Suisse Fund Services (Luxembourg) S.A. Luxemburg hat auch sehr dazu beigetragen, dass die Ucits-Marke weltweit bekannt wurde, vor allem durch das überaus aktive Marketing der Alfi, des Luxemburgischen Fondsverbands. Dieser hat weltweit Roadshows organisiert, sodass heute große Volumina aus den asiatischen und lateinamerikanischen Ländern in Luxemburger Fondsstrukturen fließen. Da man schnell erkannte, welche Möglichkeiten die Fondsindustrie dem Land bieten würde, hat es auch entsprechend profitiert und konnte dank der guten Zusammenarbeit der beteiligten Parteien Volumina gewinnen und die unangefochtene Nummer 1 in Europa werden. Obwohl auch die Investmentfondsindustrie von der Finanzkrise getroffen wurde, hat sie diese viel besser überstanden als die Finanzbranche im Allgemeinen. Der Grund hierfür ist hauptsächlich in der starken Regulierung der Fondsindustrie zu sehen. Sicherlich gab es auch im Fondssektor einige Fonds, die gelitten haben (vor allem Geldmarktfonds und Daher verwundert es nicht, dass die Luxemburger Fondsindustrie mit einem verwalteten Vermögen von aktuell 2,2 Bill. Euro wieder Tritt gefasst hat und entsprechend selbstbewusst in die Zukunft schaut. Dass man sich jedoch auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen kann, weiß man in Luxemburg sehr genau. So bereitet sich die Fondsindustrie bereits auf die Mitte 2013 in Kraft tretende neue Richtlinie für Manager von alternativen Investmentfonds (AIFM) vor. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die luxemburgische Bankenwie auch Fondsindustrie wieder an die positive Entwicklung vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 Anschluss gefunden hat. Jedoch ist in Zukunft vor allem aufgrund des wirtschaftlich unsicheren Umfelds mit deutlich geringeren Wachstumsraten zu rechnen. Zudem wird Luxemburg sicherlich auch nicht von den Folgen der hauptsächlich durch die von den außerhalb Luxemburgs ansässigen Mutterhäusern angestoßenen kostenbedingten Konsolidierungs- und Restrukturierungspläne bleiben. verschont Absolute-Return-Fonds), aber die Industrie hat sich schnell erholt und bereits heute wieder den Stand von vor der Finanzkrise erreicht. Darüber hinaus hat die Fondsbranche aber aus der Krise gelernt und die nötigen Maßnahmen eingeleitet, um besonders die Endanleger noch besser zu informieren. Als Grundlage dienen vor allem Ucits IV mit dem KIID (Key Investor Information Document), aber auch andere regulatorische Änderungen wie die von der CESR ausgearbeitete Richtlinie in Bezug auf Geldmarktbewertungen oder die Einführung von Swing Pricing und klaren Risikomanagement-Richtlinien. Aber ist Luxemburg auch gerüstet, um künftige regulatorische und steuerliche Anforderungen abzudecken? Oder muss Luxemburg befürchten, dass dieses Geschäftsmodell in Zukunft an Bedeutung verlieren wird? Ich sehe vor allem einen negativen Aspekt, und der betrifft alle Länder und Dienstleister, nämlich der Kostendruck. Luxemburg ist hier vielleicht mehr betroffen, da insbesondere Dienstleistungen in Bezug auf Depotbank, Fondsadministration und Fondsregister angeboten werden. Alle vorgenannten Anforderungen sind für die Dienstleister in erster Linie neu, und sie müssen unter erheblichem Zeit- und Kostendruck umgesetzt werden. Die meisten der Anforderungen werden den Anbietern aber keine Möglichkeiten bieten, neues Geschäft aufzubauen, sondern eher Vorschriften darstellen, die die tägliche Arbeit erschweren. Somit muss die Fondsindustrie in die jeweilige Umsetzung Millionen investieren. Dieses Geld wird letztlich fehlen, um Systeme effizienter zu gestalten und mit neuen Funktionen auszustatten. Da in Europa der Preisdruck für die angebotenen Dienstleistungen noch immer sehr stark und das durchschnittliche Fondsvolumen gegenüber den Fonds in den USA vergleichsweise niedrig ist, besteht die Gefahr, dass einige Anbieter dies künftig nicht mehr abdecken können. Daher ist davon auszugehen, dass in Zukunft eine Konsolidierung auf Ebene der Fondsdienstleister Realität wird. Dies ist generell zu begrüßen, nur darf es nicht so weit kommen wie bei den Global Custodians, von denen nur noch einige wenige übrig geblieben sind. Wichtig wäre zudem, dass die europäischen Banken in der Fondsindustrie eine führende Rolle behalten. Für die Fondsindustrie wäre ebenfalls ausschlaggebend, dass die Möglichkeiten, die Ucits IV im Bereich Merger und Master-/Feeder-Fonds Die Zukunft des Finanzplatzes Luxemburg wird zudem in starkem Maße davon geprägt werden, wie sich das Produkt Fonds auch weiterhin der Gunst nicht nur der privaten, sondern auch der institutionellen Anleger erfreuen wird, aber auch von der Frage, ob es demnächst möglicherweise zu einer Liberalisierung der Depotbankfunktion kommen wird und ob sich Luxemburg in den Augen vermögender Kunden wirklich erfolgreich gegenüber konkurrierenden Private-Banking-Finanzplätzen wie Zürich/Genf, Singapur behaupten kann. Ausreichende Kapitalpuffer Kurzfristig bleibt zudem ein Unsicherheitsfaktor bezüglich der möglichen Auswirkungen eines Schuldenschnitts diverser EU-Staaten auf die Ertragslage von Banken bzw. die Performance von Fonds. Nach Angaben der Luxemburger Zentralbank liegt hier das Gesamtengagement gegenüber Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien bei 65 Mrd. Euro. Sollte es bei Forderungen an diese Länder zu haircuts kommen, sieht die luxemburgische Aufsichtsbehörde jedoch ausreichende Kapitalpuffer vorhanden, um entsprechende Wertberichtigungen bilden zu können. der Regulierung profitieren Die Zukunft liegt nicht mehr im Private Banking, sondern eher in der Fondsindustrie bietet, besser ausgenutzt werden, denn dies würde die durchschnittlichen Fondsvolumina anheben eine Entwicklung, die den Dienstleistern entgegenkommen würde. Da man mit Ucits IV hauptsächlich den Registrierungsprozess in den europäischen Ländern vereinfacht hat, wäre außerdem wichtig, dass man künftig eine Harmonisierung in Bezug auf Prozesse sowie regulatorisches und steuerliches Berichtswesen erzielt, da diese Punkte heute größere Kosten bei den Anbietern verursachen. Positiv für Luxemburg zu sehen ist demgegenüber sicher die große Erfahrung, welche der Finanzplatz heute in der Investmentfondsindustrie aufweist. Ich bin daher überzeugt, dass Luxemburg von den neuen Anforderungen profitieren wird. So wird sich die AIFMD stark an Ucits IV anlehnen, und Luxemburg wird aufgrund der Erfahrung auf diesem Sektor sicher zusätzliches Geschäft durch die Redomizilierungsaktivitäten anziehen. Auch durch das proaktive Handeln der luxemburgischen Aufsichtsbehörde CSSF, die bereits einen neuen SIF- Gesetzesvorschlag auf den Instanzenweg geschickt hat, bereitet sich der Finanzplatz auf die Umsetzung der AIFMD vor und kann sich dadurch besser positionieren als die Mitbewerber. Bestens vorbereitet Hier helfen dann ebenso Ucits III und die Einführung der Specialized Investment Funds (SIF). Da seit diesen Umsetzungen die Komplexität in den Fondsstrukturen stark gestiegen ist und sich in Luxemburg das nötige Fachwissen schon etabliert hat, ist der Finanzplatz bestens auf die Einführung der AIFMD vorbereitet. Ucits V setzt sich hauptsächlich mit der Rolle der Depotbank auseinander und wird sich näher an die AIFMD anlehnen. Als Resultat sind wenige Änderungen zu erwarten, außer dass sich einige Depotbanken fragen werden, ob sie sich auf diesem Sektor weiter engagieren wollen, und sich als Konsequenz aus dem Geschäft zurückziehen werden. Aus luxemburgischer Sicht liegt die größte Gefahr daher nicht in den regulatorischen Änderungen, sondern in der Tatsache, dass einige Länder, allen voran der Großraum Asien, das Ucits-Regelwerk kopieren wollen und Bestrebungen unternehmen, eine Ucits-Marke aufzusetzen. Generell bin ich zuversichtlich, dass Luxemburg von den diversen regulatorischen Änderungen profitieren wird, insbesondere durch das Bewusstsein, dass die Zukunft nicht mehr im reinen Private Banking, sondern eher in der Fondsindustrie liegt. Anstehende Initiativen wie das neue SIF-Gesetz oder die Regulierung der Family Offices zielen in die richtige Richtung und Luxemburg wird seine Position innerhalb Europas sicherlich noch weiter stärken.

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