Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement in der IT- Branche

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1 Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement in der IT- Branche CEBIT, 2011 Sibyl Backe-Proske und Lutz W. Ewald

2 Personalentwicklung Handlungsfelder in der IT-Wirtschaft Handlungsfelder des demografischen Wandels Personalgewinnung Personalentwicklung, Weiterbildung Wissenstransfer, Wissensmanagement Gesundheitsförderung und -management... 2

3 Personalentwicklung Personalgewinnung Mitarbeiter und Auszubildende finden Partnerschaften mit Schulen und Universitäten entwickeln: Öffentlichkeitsarbeit / Veranstaltungen über die Berufsfelder Praktika für Schüler und Studenten Öffnen für Migranten und Erhöhung des Frauenanteils Vorstellung der IT-Ausbildungsberufe und der Arbeitsgebiete/Unternehmen z.b. durch Videoclip und/oder Erfahrungsberichte von Azubis / MitarbeiterInnen Vorstellung des Unternehmens als zukünftiger Arbeitgeber Sozialleistungen und Karriere im IT-Unternehmen Duales Studium Verzahnung zwischen betrieblicher Ausbildung und Studium Einfluss auf die Lehrinhalte / Praxisnähe Potentielle MitarbeiterInnen 3

4 Personalentwicklung Weiterbildung, Qualifizierung Instrumente zur Ermittlung des Bildungsbedarfs Qualifizierungsgespräch Bedarfsanalyse Qualifizierungsplanung Instrumente zur Beschaffung von zeitlichen Ressourcen Lernzeitkonten Sabbatical Qualifizierung in Phasen der Kurzarbeit Instrumente zur Umsetzung der Qualifizierung Job Rotation (betriebliche Stellvertretung) Bildungspass 4

5 Personalentwicklung Wissenstransfer, Wissensmanagement Wissenstransfer Weitergabe von informellen Erfahrungen und von Fachwissen zwischen Mitarbeitern, z.b. durch Mentoring, Hospitation, Gespräche, altersgemischte Teams Wissensmanagement Systematische Erfassung von Fachwissen und informellem Wissen, z.b. auch Erkennen von besonders betriebsrelevantem Wissen Systematische Weitergabe Kontrolle von Lernerfolgen, z.b. Dokumentation 5

6 Personalentwicklung Gesundheitsmanagement Ziel: Verbesserung des Gesundheitszustands und - verhaltens der Beschäftigten und arbeitsbedingter Gesundheitsbelastungen 6

7 Gesundheitsmanagement Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bisher als Thema nur in Großunternehmen, wenig bis kaum im KMU BGM in der Regel als Kursangebote, selten synergetisch und ganzheitlich 7

8 Gesundheitsmanagement Charakteristika der Projektarbeit in der IT starke Identifikation mit der Arbeit anspruchsvolle, ganzheitliche Tätigkeiten wenig Struktur und Routine mangelnder Gesamtüberblick des Einzelnen Überschneidungstermine diverser Projekte Teamarbeit erfordert das Abrücken etablierter Beziehungen hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind unerlässlich extrem schnelle Innovationszyklen 8

9 Gesundheitsmanagement Wertewandel Globalisierungs- und Individualisierungsprozesse bieten kaum noch Bezug zu persönlichen Normen und Werten In der Welt der Möglichkeiten steigt die Orientierungslosigkeit Der Einzelne muss sich permanent orientieren, dementsprechend seine eigenen Ziele regelmäßig überprüfen und neu definieren ständig Entscheidungen treffen und wachsende Selbstverantwortung übernehmen Die dynamische neue Freiheit mit ihren Unsicherheiten überfordert viele Menschen 9

10 Gesundheitsmanagement Besonderheiten der IT-Branche Zwischen 1999 und 2009 stieg der Anteil der über 50-Jährigen von 12,5 % auf 18,5% der Anteil der jüngeren sank von 55,9% auf 41,8 % 29 % der IT-Spezialisten Anzeichen von Burnout zeigen 37 % glauben, sie schaffen es nicht bis zur Rente Mit über 35 Jahren gehört man schon zum alten Eisen 10

11 Gesundheitsmanagement Qualifizierungsmaßnahmen anteilig pro Altersgruppe Jährige absolvieren im Jahr 23 Tage Jährige nur 15 Tage und über 45-Jährige 6 Tage an Weiterbildung Noch extremer liegen die Werte zur Bereitschaft an einer zwölfmonatigen Weiterbildung auseinander: Unter 45-Jährige 50%, über 45-Jährige 37% und über 55-Jährige 27% 11

12 Gesundheitsmanagement Voraussetzungen für BGM? Bündelung und Integration aller Aktivitäten und Prozesse Das Aufgabenspektrum erfordert gemeinsame Lösungen: Vorstand /GF Organisationsentw icklung Personalentwicklung Motivation, Kompetenzentw icklung Führungsaufgaben Betriebsrat Arbeits- u. Gesundheitsschutz Betriebsarzt Arbeitsplatzergonomie, Beratung 12

13 Potenzielle Ansatzpunkte für die Unternehmen Organisationen benötigen neue Konzepte für erfahrungsorientiertes Lernen in prozessualen Strukturen: Was ist zu tun? 13

14 Gesundheitsmanagement Ein Verständnis von Gesundheit als Prozess stellt die zentrale Frage nach der Sinnhaftigkeit auf der Ebene konkreter Handlungen, die zur Entwicklung von Gesundheitskompetenz führen Gesundheit als Veränderungsprozess impliziert, dass das Individuum auf seinen Erfahrung aufbauen und sich neues Wissen erschließen kann Gesundheit als lebenslanger Lernprozess ist kein stabiler oder linearer Prozess, sondern die Verknüpfung von Leben und Gesundheit verläuft wellenartig Unternehmenskultur formt und fördert Gesundheitsverständnis 14

15 Gesundheitsmanagement Kausalität hoher Fehlzeiten und schlechter Unternehmenskultur Unternehmenskultur ist ein Thema mit ökonomischen Auswirkungen! 15

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Sybil Backe-Proske und Lutz W. Ewald Initiative IT 50plus 16

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