die bank Schwindet die Bonität der Golfanlagen? Die Modernisierungs-Offensive Ziel ist der zufriedene Kunde

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1 G 8790 spitzenbanken Vergütungstrends im Top-Management fl nr.4 ó april 2012 die bank ZEITSCHRIFT FÜR BANKPOLITIK UND PRAXIS Euro 9,00 ó Sfr 13,00 im schatten der krise Schwindet die Bonität der Golfanlagen? mobile banking & brokerage Die Modernisierungs-Offensive qualitätsmanagement Ziel ist der zufriedene Kunde

2 ó Finanzmarkt Umsetzungsprozess in der heißen Phase Zentrales Clearing Für europäische Finanzinstitute wird das zentrale Clearing von standardisierten OTC-Derivaten ab Ende 2012 verpflichtend. Trotz ungeklärter Fragen im Regulierungsprozess und weiterer Entwicklungen im Clearing-Markt stehen die Finanzinstitute vor der Aufgabe, sich in kurzer Zeit auf die neuen Vorgaben einzustellen. Während die Mehrheit der großen Banken als direktes Mitglied einer Central Counterparty (CCP) bereits operativ ist, ergibt sich für Institute, die auf ein Clearing in der Rolle eines Clients angewiesen sind, ein uneinheitliches Bild. Doch auch Clients erwartet bei der Umsetzung der regulatorischen Anforderungen ein signifikanter Anpassungsbedarf in den Prozessen ihres Kapitalmarktgeschäfts. Karsten Meyer Simone Rieger Keywords: Prozessoptimierung, Clearing, otc-derivate Die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) sieht neben einer Clearingpflicht für standardisierte OTC-Derivate die verbindliche Meldung aller OTC- Derivate an Transaktionsregister sowie Mechanismen zu Minderung von Kontrahentenrisiken, wie den Austausch von Collateral, vor. Zentrales Clearing ab 2013 verbindlich Die Ausarbeitung wichtiger Regulierungsdetails durch die ESMA, wie der Katalog aller clearingpflichtigen Produkte, ist bis zum dritten Quartal 2012 vorgesehen. Bis zum Inkrafttreten der Clearingpflicht Anfang 2013 bleibt den Instituten somit ein kurzer Zeitrahmen für eine Implementierung der regulatorischen Anforderungen. Als wichtige Akteure im Derivatemarkt sind sämtliche Banken von der Regulierung betroffen, wobei die Mehrheit der Institute den Zugang zu einer Clearingstelle in der Rolle eines Clients realisieren wird. Neben EMIR sorgen andere regulatorische Initiativen, wie Basel III und die Neufassung der MiFID, für grundlegende Veränderungen im OTC-Derivatehandel. Aus den verschärften Eigenkapitalanforderungen für bilaterale Geschäfte resultiert eine zusätzliche Veranlassung zum zentralen Clearing ab Beim zentralen Clearing agiert eine Clearingstelle als zentraler Kontrahent (Central Counterparty, CCP) für beide Seiten eines OTC-Geschäfts und übernimmt wichtige Funktionen, wie die Kalkulation der Zahlungsflüsse und das Fixing variabler Zinssätze. Zuvorderst stellt die CCP jedoch Mechanismen für das Management des Kontrahentenrisikos, unter anderem durch die Besicherung mit Margins, zur Verfügung und sorgt somit für mehr Sicherheit im Derivatemarkt. Bereits heute hat das zentrale Clearing für Zins- und Kreditderivate einen hohen Reifegrad erreicht. Dennoch wird der Markt noch von wenigen Clearingstellen dominiert, wie zum Beispiel der LCH.Clearnet mit ihrem Service SwapClear für Zinsderivate. Mit großem Interesse wird der Eintritt neuer Marktteilnehmer, wie der Eurex Clearing, erwartet. Ein Institut erhält den Zugang zu einer CCP entweder als direktes Mitglied oder indirekt als Client über den Service eines Clearing Brokers. Eine direkte Mitgliedschaft wird einem Marktteilnehmer erst ab einer bestimmten Größe gewährt. Im deutschen Bankenmarkt werden die aktuellen Zugangskriterien der LCH.Clearnet lediglich von den fünf größten Banken erfüllt, die bereits alle als direktes Mitglied aktiv sind. Im Moment ist eine hohe Aktivität bei Client-Implementierungen zu beobachten, die über die nächsten Monate weiterhin an Dynamik gewinnen dürfte. Auswirkungen auf den gesamten Kapitalmarktprozess Von einer Umsetzung der regulatorischen Anforderungen sind wesentliche Bestandteile der Prozesskette des Kapitalmarktgeschäfts betroffen. Neben dem Frontoffice und der Abwicklung sind die nachgelagerten Bereiche der Gesamtbanksteuerung, wie Risikocontrolling, Rechnungswesen und Meldewesen, involviert. Eine große Herausforderung besteht zudem in der Koordination mit anderen regulatorischen Umsetzungen, wie Basel III. Für eine Implementierung des zentralen Clearings sind Institute, die als Client 16 diebank

3 Finanzmarkt ó agieren, gut beraten, zunächst Klarheit über die notwendigen Prozessanpassungen zu gewinnen. Viele Banken starten mit der Umsetzung für Zinsderivate, für die im Moment die größte Marktreife vorzufinden ist. Vor dem Hintergrund des verbleibenden Zeitrahmens bis zum Inkrafttreten der Clearingpflicht ist es ratsam, möglichst frühzeitig Kontakt zu potenziellen Clearing Brokern aufzunehmen. Durch Auswahlverfahren sollten Broker mit gezielten Fragen konfrontiert werden, um die Angebote möglichst passgenau auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. Erfahrungsgemäß erfordert die Feinabstimmung der rechtlichen Aspekte zwischen Client und Broker einen Zeitrahmen von mehreren Monaten. Der Hauptteil der Umsetzung des OTC- Clearings wird sich dann auf die Anpassungen der hausinternen Prozesse und das Onboarding mit dem Broker konzentrieren. Anpassungen im Lebenszyklus der Geschäfte Die Geschäftsprozesse im Kapitalmarkt erfahren durch das zentrale Clearing grundlegende Modifikationen im Vergleich zu bilateralen Geschäften. In der Systemlandschaft des Handels und der Abwicklung sind daher die clearingspezifischen Aspekte abzubilden. Dies umfasst vorrangig die Kennzeichnung der geclearten Geschäfte und die Repräsentation eines anderen Rechtsverhältnisses im Vergleich zu bilateralen Kontrakten. Zusätzlich muss der Ablauf des Clearings konsistent über die gesamte Prozesskette abgebildet werden, um nachgelagerte Funktionen, wie Limit- und Risikomanagement, zu gewährleisten. Neue Standards im Collateral Management Neben Anpassungen im Lebenszyklus der Geschäfte stellt das Collateral Mafl derzeit wird der Markt noch von wenigen Clearingstellen dominiert. Daher wird mit großem Interesse der Eintritt neuer Marktteilnehmer erwartet. Um Geschäfte zum Clearing an eine CCP zu übermitteln, benötigen Markteilnehmer eine Anbindung zur Clearingstelle, die in der Regel über eine von der CCP anerkannte Middleware-Lösung erfolgt. So ist beispielsweise der Zugang zu SwapClear derzeit nur über MarkitSERV möglich. Diese elektronische Bestätigungsplattform für OTC-Derivate gewährleistet die Verbindung zu allen relevanten Clearingstellen. Die einzelnen Clearing-Parteien Client, Executing Broker, Clearing Broker und CCP - werden über MarkitSERV elektronisch miteinander vernetzt, womit eine zeitnahe Abstimmung und Bestätigung von Geschäfts- und Clearing-Konditionen ermöglicht wird. Über ein API kann MarkitSERV in die Handelssysteme der Institute integriert werden. Ein Derivategeschäft wird zunächst telefonisch oder über eine elektronische Plattform zwischen dem Client und dem Executing Broker ausgeführt. Der Übergang zum Clearing-Prozess erfolgt, indem das Geschäft zwischen Executing Broker, Clearing Broker und Client in MarkitSERV erfasst wird. In diesem trilateralen Geschäft gibt der Executing Broker die Konditionen ein und gibt das Geschäft frei. Daraufhin werden diese an die anderen beiden Parteien zur Abstimmung und Bestätigung übermittelt. Haben sowohl der Client als auch der Clearing Broker den Kontrakt akzeptiert wird beim Give Up der ursprüngliche Kontrakt durch zwei neue, gleichartige Geschäfte zwischen Clearing Broker und je einem der Handelspartner ersetzt. Diese beiden Geschäfte können dann, unter Zustimmung aller Parteien, über MarkitSERV direkt zum Clearing gegeben werden. Die Bestätigung der Registrierung bei der CCP wird an alle Clearing-Teilnehmer über MarkitSERV publiziert und auch die damit verbundene Novation der Geschäfte prozessiert. Des Weiteren müssen über MarkitSERV alle Geschäftsvorfälle für geclearte Geschäfte, wie Schließungen und Abtretungen, initiiert werden. Zur Implementierung des Clearing-Prozesses im Handelssystem ist die Erfassung clearingspezifischer Informationen und neuer Zustände notwendig. Ab einem bestimmten Volumen liegt die Implementierung einer direkten Schnittstelle zu MarkitSERV nahe, um eine schnelle und automatisierte Abwicklung zu ermöglichen. Dies umfasst unter anderem die Konvertierung, Verarbeitung und Abbildung der Clearing-Informationen im Handelssystem und eine möglichst weitgehende Automatisierung der Prozessabläufe. Im Rahmen von EMIR ist ein Backloading, also das Clearing bereits bestehender Geschäfte, nicht verbindlich vorgeschrieben. Dennoch kann ein solcher Schritt zur Reduzierung der risikogewichteten Aktiva sinnvoll sein, da geclearte Geschäfte unter Basel III nicht nur privilegierte Risikogewichte genießen, sondern auch von der Unterlegung des CVA- Risikos befreit sind. Backloading erfordert eine separate Berücksichtigung im Rahmen der Clearing- Implementierung. Für das Hochladen über eine spezielle Matching-Software müssen die Konditionen der Bestandsgeschäfte in einem Standardformat bereitgestellt werden. Darüber hinaus setzt die Abbildung des Sachverhalts Backloading Anpassungen in den Handelssystemen voraus. Bei hohen Volumina kann wiederum eine weitgehend automatisierte Lösung über eine Schnittstelle sinnvoll sein diebank 17

4 ó Finanzmarkt nagement eine wesentliche Komponente bei der Implementierung des zentralen Clearings dar. Zum Management des Kontrahentenrisikos verlangt die CCP den Austausch von Sicherheiten in Form von Variation und Initial Margin. Die Variation Margin repräsentiert die Besicherung der aktuellen Marktwerte der geclearten Geschäfte und wird beidseitig ausgetauscht. Dagegen kompensiert die Initial Margin das Wiedereindeckungsrisiko der CCP aus einem Client- oder Mitgliedsportfolio und wird einseitig in Richtung CCP gestellt. Beim Client Clearing erfolgt die Abwicklung des Collateral Managements zwischen Client und Broker. Im Prozessablauf und seiner rechtlichen Konstruktion orientiert sich das Collateral Management am Prozess für OTC-Derivate. Abweichend davon verlangen die meisten Clearingstellen neben dem täglichen Austausch von Sicherheiten auch untertägige Margin- Calls. Als Sicherheiten werden von der CCP Barsicherheiten sowie erstklassige und liquide Wertpapiere akzeptiert. Im Unterschied zu dem im Interbankenhandel etablierten Besicherungsprozess, kommen clearingspezifische Aspekte, wie das Fehlen von Mindesttransferbeträgen, der taggleiche Ausgleich der Forderungen und der zusätzliche Liquiditätsbedarf durch die Stellung von Initial Margin zur Anwendung. Clearing Broker haben ihr Angebot sehr stark auf die Bedürfnisse der Kundenseite ausgerichtet und offerieren Services, wie die Vorfinanzierung von untertägigen Margin-Calls, die Transformation von nicht akzeptierten Sicherheiten in akzeptierte, die Konvertierung von Fremdwährungs-Margins sowie Finanzierungsmodelle zur Bereitstellung von Liquidität für Sicherheiten. Bei der Umsetzung der Prozesse im Collateral Management für geclearte Geschäfte steht vor allem die Repräsentation der Margins in den Systemen im Vordergrund. Sie muss neben der Abwicklung der Lieferungen und Zahlungen auch die auch bestehende Geschäftsbeziehungen eine entscheidende Rolle spielen. Als zentralen Service ermöglicht der Broker den Zugang zu einer oder mehreren CCPs. Er ist der Partner für das Collateral Management und Collateral Services und stellt über Reporting-Tools wichtige Informationen über den Geschäftsbestand und Margin-Anforderungen zur Verfügung. Clients sollten sich bereits vor dem Auswahlprozess ein klares Bild verschaffen, welche Anforderungen sie an das Service-Angebot eines Brokers stellen. In diese Abwägung müssen bereits in einer frühen Phase die damit verbundenen Kosten einfließen. Die große Flexibilität der Anbieter erlaubt in der Regel eine hohe Individualisierbarkeit des Serviceangebots. Es empfiehlt sich, eine umfassende Kostenkalkulation auf der Basis von repräsentativen Beispielportfolios durchzuführen, da neben den Gebühren der Clearingstelle auch geschäftsbezogene Gebühren sowie Funding Spreads etabliert sind. Vor dem Hintergrund des regulatorischen Zeitplans ist für die nächsten Monate mit einem enormen Ansturm auf die etablierten Anbieter zu rechnen, daher ist ein frühzeitiger Kontakt zu potenziellen Clearing Brokern ratsam. Im Onboarding- Prozess werden neben Testläufen vor alfl Clients sollten sich bereits vor dem Auswahlprozess Klarheit darüber verschaffen, welche Anforderungen sie an das Service-Angebot eines Brokers stellen. Hierbei sind Kostenaspekte zu berücksichtigen. Erfordernisse des Liquiditäts-, Limit- und Risikomanagements erfüllen. Zusätzliche Komplexität ist durch die Anforderungen an die spezielle Behandlung von CCP-Sicherheiten im Rahmen von Basel III gegeben. Trotz eines hohen Maßes an Standardisierung sollte jedes Institut genau abwägen, in welchem Umfang Prozesse automatisiert werden sollen. Erfahrungsgemäß stellt die Automatisierung im Collateral Management einen entscheidenden Kostentreiber für eine Clearing-Implementierung dar. Eine langfristige Bindung Ein weiterer Themenschwerpunkt für Clients ist durch die Auswahl eines Clearing Brokers gegeben, da durch den Abschluss eines Client Clearing Agreements eine langfristige Bindung beider Parteien eingegangen wird. Daneben gilt unter den Marktteilnehmern die Erwartung, dass der Clearing Broker auch als präferierter Partner für die Ausführung der Geschäfte in Frage kommt, was nicht zuletzt durch die Preispolitik beim Clearing forciert wird. In einem Auswahlverfahren sollte daher sorgfältig geprüft werden, welcher Kandidat das passende Angebot aus Kosten und Services für ein Institut bietet. Hierbei können Erwägungen, wie Sprache, anwendbare Rechtsnormen, oder 18 diebank

5 Finanzmarkt ó lem die rechtlichen Aspekte, wie das Aushandeln der Vertragsdetails, eine zentrale Rolle spielen. Als wichtige Frage muss entschieden werden, wie viele Clearing Broker vertraglich verpflichtet werden, um eine Verteilung von Risiken und die Anforderung an Portabilität zu gewährleisten. Portabilität ist unverzichtbar Die Notwendigkeit einer Portabilitätsvereinbarung resultiert aus zwei Anforderungen, der Absicherung des Wiedereindeckungsrisikos und den regulatorischen Vorgaben aus Basel III. Unter Portabilität versteht man den Transfer des geclearten Client-Portfolios beim Ausfall des Clearing Brokers auf einen Backup Broker. Dieser Transferprozess ist sehr zeitkritisch und muss beispielsweise bei Swap Clear innerhalb von 48 Stunden erfolgen, im anderen Fall wird das Client-Portfolio liquidiert und die Margins an den Client zurückgezahlt. Das jüngste Konsultationspapier des Baseler Ausschusses verlangt zudem eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Portierung im Falle eines Broker-Ausfalls als Voraussetzung für die Anwendung der privilegierten Risikogewichte. Das enge Zeitfenster für einen Portfoliotransfer kann nur eingehalten werden, wenn der Client im Vorfeld einen Backup Broker vertraglich verpflichtet. Eine Portierungsvereinbarung ist daher zwingend für Institute, die als Client agieren. Bei dieser handelt es sich in der Regel um ein modifiziertes Client Clearing Agreement, das im Bedarfsfall eine Übertragung der Geschäfte auf den neuen Broker ermöglicht. In den meisten Fällen wird zwischen Client und Backup Broker bereits im Vorfeld ein reguläres Client Clearing Agreement bestehen, da eine Portierungszusage aus Sicht des Brokers wenig attraktiv ist. Zudem werden Zusagen für eine garantierte Portierung im Regelfall an Bedingungen zur Risikobegrenzung, wie etwa an eine Obergrenze des Portfoliorisikos, geknüpft. Ein Marktstandard für Portierungsvereinbarungen ist in dem relativ jungen Markt für Client Clearing noch nicht etabliert, so dass Verträge sehr individuell ausgestaltet sind. Wie viel Automatisierung ist notwendig? Eine Implementierung des zentralen Clearings erfordert weitreichende Anpassungen in den IT-Systemen der Institute. Durch die hohen Auswirkungen auf die gesamte Prozesskette des Kapitalmarktgeschäfts sind davon Handelssysteme, Middleware-Lösungen als auch die Systeme der nachgelagerten Bereiche betroffen, wie Risikocontrolling, Rechnungswesen und Meldewesen. In erster Linie ist dabei die Abbildung der Clearing-Sachverhalte, wie die Registrierung der Geschäfte bei der Clearingstelle, zu nennen, die eine unterschiedliche Behandlung im Vergleich zu bilateralen Geschäften erzwingen. Entscheidend ist ebenso die Darstellung der clearingspezifischen Prozesse, etwa in der Abwicklung oder im Collateral Management. Bei der Implementierung sind neben Systemanpassungen mitunter umfangreiche Eingriffe in die Schnittstellenlandschaft notwendig. Daneben stehen die IT-Bereiche vor der Entscheidung, Eigenentwicklungen vorzunehmen oder auf Lösungen der Systemanbieter zu setzen. Obwohl die Hersteller von Handelssystemen allmählich mit clientspezifischen Lösungen an den Markt drängen, obliegt es jedem Institut selbst, diese auf ihre Einsatzfähigkeit innerhalb der eigenen Systemlandschaft zu prüfen. Der Grad der Prozessautomatisierung stellt in diesem Zusammenhang den entscheidenden Kostenfaktor einer Implementierung dar. Automatisierungsbedarf besteht vor allen Dingen im Frontoffice beim Import der Informationen aus MarkitSERV sowie beim Collateral Management. Banken sollten jedoch den Vorteil automatisierter Prozesse sorgfältig gegen die damit verbundenen Kosten abwägen. Fazit Die Institute stehen im Jahr 2012 vor einer Reihe von Herausforderungen bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen an das zentrale Clearing. Veränderungen und Erweiterungen im Kapitalmarktprozess fallen vorrangig bei der Abbildung des Geschäftslebenszyklus und im Collateral Management an. Hierbei ist die sorgfältige Abwägung von Kosten und Nutzen einer Automatisierung unverzichtbar. Die meisten Banken stehen vor der Aufgabe, die regulatorischen Anforderungen in einem relativ kurzen Zeitraum umsetzen zu müssen. Als Folge fl Beim Auswahlverfahren sollten Broker mit gezielten Fragen konfrontiert werden, um die Angebote möglichst passgenau auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. wird für das Jahr 2012 eine sehr hohe Aktivität bei der Umsetzung von OTC-Clearing erwartet, die insbesondere an zentralen Stellen, wie MarkitSERV oder bei den Clearing Brokern, zu einer enormen Nachfrage führt. Weitere Komplexität erfährt das zentrale Clearing durch Themen wie Portabilität und die enge Verknüpfung zur laufenden Umsetzung von Basel III. Daneben werden die Implementierungsprojekte mit wahrscheinlichen Anpassungen aufgrund einer weiteren Konkretisierung im Regulierungsprozess oder neuen Entwicklungen am Markt konfrontiert. ó Autoren: Karsten Meyer ist Manager, Simone Rieger Beraterin bei d-fine in Frankfurt/Main diebank 19

6 collateral management central clearing risk weighted assets Implementierung zentrales Clearing Die Vorgaben der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) verpflichten Banken zum zentralen Clearing aller standardisierten OTC-Derivate ab Ende Diese Ver ordnung steht im Kontext mit anderen re gulatorischen Initiativen wie Basel III und der neuen MiFID oder vergleichbaren Regularien im Ausland (z. B. dem Dodd- Frank Act). Bereits heute beginnt sich eine neue Marktsituation für den Handel mit OTC-Derivaten abzuzeichnen. Beim zentralen Clearing tritt eine Central Counterparty (CCP) in die Mitte einer bilateralen Geschäftsbeziehung und agiert als gemeinsamer Kontrahent für beide Parteien. Sie übernimmt wesentliche Funktionen, wie das Management des Kontrahentenrisikos und die Abwicklung der Zahlungen. Marktteilnehmer erhalten Zugang zu einer CCP in der Rolle eines Direct Members oder nutzen als Client den Service eines Clearing Brokers. Die Anwendung von zentralem Clearing hat fundamentale Auswirkungen auf die gesamte Prozesskette des Kapitalmarkt geschäfts. Wesentliche Schwerpunkte umfassen dabei: den Lebenszyklus der Geschäfte das Collateral Management und die Ermittlung von Margins die IT-Implementierung der Prozessabläufe die Modellierung der Auswirkungen auf RWA durch Netting und neue Vorgaben aus Basel III das Default Management Erarbeiten Sie gemeinsam mit unseren Experten Ihre Lösung für das zentrale Clearing, von der Positionierung Ihrer Bank als Client, Direct Member oder Clearing Broker bis zur Umsetzung der Prozesse in Ihren IT-Systemen. Dabei unterstützen wir Sie, in einem komplexen regulatorischen Umfeld verschiedener Regularien rund um EMIR zeitgerecht die richtigen Weichen stellungen für Ihr Kapitalmarktgeschäft vorzunehmen. In aktuell laufenden Projekten beraten wir unterschiedlich positionierte Institute bei der Imple men tierung für das zentrale Clearing. d-fine bietet auch Ihnen Unter stützung in allen Phasen Ihrer Umsetzung durch erfahrene Teams an. Dabei profitieren Sie von: unserer Expertise aus erfolgreichen Central Clearing Projekten für Clients, Direct Members und Clearing Brokers, von A wie Assetklassen-Differenzierung bis Z wie Zumeldung an ein Transaktionsregister unserer langjährigen IT- und Prozesserfahrung im Kapitalmarktgeschäft unserer detaillierten Kenntnis des regulatorischen Umfelds und des aktuellen Clearing-Markts Ausführliche Informationen zu unseren Referenzen und unserem Vorgehen zum Thema»Zentrales Clearing«erhalten Sie: - telefonisch unter oder - per an Wir begleiten Sie. Von der ersten Idee bis zur professionellen Implementierung, von der Interpretation der regulatorischen Anforderung bis zur Integration in Ihre Prozesse. d-fine GmbH Opernplatz Frankfurt am Main Telefon we define consulting

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