Finanzplanung Risiken beherrschen und erkennen, worauf Kreditinstitute achten

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1 Unternehmerfrühstück Prof. Dr. James Bruton Steuerberater Finanzplanung Risiken beherrschen und erkennen, worauf Kreditinstitute achten

2 Finanzplanung und Risikomanagement Finanzplanung = Teil des Risikomanagements Risiko der Zahlungsunfähigkeit wird durch einen systematischen Finanzplan aufgedeckt Finanzplan = betriebliche Notwendigkeit, jedoch keine gesetzliche Pflicht (z.b. Insolvenzordnung enthält keine entsprechende Vorschrift) Einsatz flexibler Planungssoftware mit guter Transparenz für die Unternehmensleitung empfehlenswert Finanzplanung sichert den Unternehmensfortbestand, insbesondere von KMU Sorgfältige Finanzplanung eröffnet den Weg zu weiteren Finanzierungsquellen und wirkt dem Scheitern von Kreditverhandlungen entgegen 2

3 Unternehmensinsolvenzen Unternehmensinsolvenzen Quelle: Statistisches Bundesamt 3

4 Finanzierungsquellen und gescheiterte Kreditverhandlungen im Mittelstand Fördermittel Eigenmittel Bankkredite Sonstige Quellen 20% 18% 16% 14% 12% 10% 8% 6% 4% 2% 19% 11% 7% 3% Gescheiterte Kreditverhandlungen % < 5 Mitarbeiter 5-9 Mitarbeiter Mitarbeiter > 50 Mitarbeiter Quelle: KfW Mittelstandpanel

5 Themen Ziel der Liquiditätsplanung Dispositive Betrachtung Operative Liquiditätsplanung Strategische Liquiditätsplanung Strukturelle Betrachtung Drei wichtige Kennzahlen Beispiel aus der Bäckereibranche 5

6 Ziel der Liquiditätsplanung Ertrag und Liquidität die zwei Säulen unternehmerischer Tätigkeit Liquidität ist das Schmieröl für den Betrieb Sicherstellung der Bedienung von Verbindlichkeiten zum richtigen Zeitpunkt Andernfalls droht Illiquidität und Insolvenz Die Liquiditätsplanung beinhaltet die Planung, Steuerung und Kontrolle der Zahlungsfähigkeit 6

7 Die operative Liquiditätsplanung Daily business Kurzfristige Betrachtung bis zu 12 Monate Setzt ein methodisches Verfahren der Planung und Überwachung voraus Im Idealfall: integrierte Unternehmensplanung Planung der Umsatzerlöse und Kosten UND Berücksichtigung der Zahlungsgewohnheiten der Kunden (cash-in) und des Unternehmens (cash-out) Planliquidität Laufende Ist-Erfassung der Umsatzerlöse und Kosten Plan-Ist-Vergleich Frühwarnsystem 7

8 Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Liquiditätsplanung Systematisches und konsequentes Forderungsmanagement Vereinbarung von Kundenabschlagszahlungen Bildung von Rückstellungen für Boni und Reklamationsansprüchen Evtl. Abschluss von Forderungsausfallversicherung, Kreditversicherung Evtl. Nutzung von Factoring Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten vs. Inanspruchnahme von Skonti. 8

9 Die strategische Liquiditätsplanung Big picture Kapitalverfügbarkeit Setzt die langfristige Planung des Kapitalbedarfs voraus, in Abhängigkeit von strategischen Vorgaben Mit der Bilanzpolitik eng verzahnt strukturelle Liquiditätsplanung Mittel- und Langfristbetrachtung 1-5 Jahre bzw. über 5 Jahre 9

10 Maßnahmen zur Verbesserung der strukturellen Liquidität Aktivierung immaterieller selbstgeschaffener Vermögensgegenstände nach 248 Abs. 2 Satz 1 HGB. Vermögensgegenstand muss: übertragbar greifbar geschäftswertunabhängig und objektiv bewertbar sein Leasing sowie sale and lease back Mezzanin-Kapital Kriterien, die für den EK-Ausweis von Genussrechten kumulativ erfüllt sein müssen Langfristigkeit der Kapitalüberlassung Nachrangigkeit des Genussrechtskapitals im Insolvenz- bzw. Liquidationsfall Erfolgsabhängigkeit der Vergütung sowie Verlustteilnahme des Genussrechtskapitals bis zur vollen Höhe. Risikokapital (venture capital) keine Sicherheiten 10

11 Kennzahlen zur finanziellen Stabilität Cashflow Ratio Cashflow/kfr. Verbindlichkeiten*100 Eigenkapitalquote Eigenkapital/Gesamtkapital*100 Dynamischer Verschuldungsgrad Nettoverschuldung/Cashflow*100 11

12 Beispiel Auszug aus Wirtschaftsdaten deutscher Backbetriebe, BackMarkt Nr Bäckerei Ertragskraft Finanzielle Stabilität Vermögensstruktur GK-Rendite CF:Rohertrag Cashflow-Ratio EK-Quote Dyn. Verschuldungsgrad Asset efficiency Working Capital Backhaus Grimminger GmbH, Parsdorf-Vaterstetten 10,29% 5,29% 19,95% 17,41% 0,76 47,25% -1,71% Backhaus Schmid - Kuhn GmbH, Schwäbisch Gmünd 7,41% 12,46% 78,97% 76,36% 0,00 47,24% 65,96% Jung & Schmitt GmbH Nachf., Schöneck 15,18% 19,77% 112,75% 78,50% 0,00 169,93% 84,49% Backhaus Bäckerei GmbH, Ludwigsburg -6,70% 0,70% 3,49% 24,18% 30,63 2,00% -63,59% Friedrich Viehmeier Bäckerei GmbH & Co. KG, Gilserberg 1,42% 6,43% 16,54% 1,87% 12,04 8,81% -288,86% T H O K S G M B H 0,05% 5,30% 6,49% 16,41% 38,79 2,22% -15,64% 12

13 Prof. Dr. James Bruton Steuerberater Prof. Dr. James Bruton Nordhagener Str. 14, Brodersby Web: 13

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