Ablauf der Finanzmarktkrise

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1 Ablauf der Finanzmarktkrise Münster, 04. Mai ; Chart 1

2 Ausgangslage im Vorfeld der internationalen Finanzkrise Zusammenbruch der New Economy 2001 / Anschlag am Anstieg der Wohnimmobilienpreise in den USA von Januar 2000 Januar 2007 um 76%. Senkung der Leitzinsen durch die US Federal Reserve von 6,5 % (Januar 2001) auf 1 % (Juni 2003). Besondere Eigenheim-Mentalität in den USA. Politisch gewollter Eigenheim-Boom in den USA. Hohe Provisionen der Darlehensvermittler für Risikokredite ; Chart 2

3 Phase I der internationalen Finanzkrise - Boom Anstieg neu ausgegebener Hypothekendarlehen in den USA von Mrd. US$ (2001) auf Mrd. US$ (2003). Nivellierung auf ca Mrd. US$ ( ). Anstieg der neu ausgegebenen Subprimedarlehenin den USA von 216 Mrd. US$ (2001) auf 600 Mrd. US$ (2006). Vergabe der Subprime-, FHA/VA-, Home-Equity-und Alt-A -Darlehen: Beleihungswert über 85 %, Zins-und Tilgungszahlungen über 55% des verfügbaren Einkommens, keine vollständigen Dokumente der Kreditvergangenheit. Keine weiteren Sicherheiten außer der Immobilie. 90% dieser Darlehen haben einen variablen Zinssatz. Risikozinsaufschläge sind äußerst gering ; Chart 3

4 Phase II -Schweigen ist Gold Volumen der zwischen ausgegebenen Subprime-, FHA/VA-, Home-Equity-und Alt-A -Darlehen: ca Mrd. US$. Davon Subprime ca Mrd. US$. Anstieg der Leitzinsen in den USA ab Mitte Einhergehend Abbremsung der Immobilienpreise. Einhergehend Anstieg der Zinsen für Hypotheken innerhalb von 2 Jahren um bis zu 3 %. Zunehmender Ausfall von Hypothekenkrediten. Zahlungsrückstände ausschließlich der Subprimekredite: 16,5 % (2007) = ca Mrd. US$. Die Immobilienpreise in den USA sinken ; Chart 4

5 Phase III - Sündenfall Deregulierungen der Finanzmärkte / Aufweichung Bilanzierungsregeln. US-Hypothekenbanken bündeln über Zweckgesellschaften eine Mischung aus Prime-und Risikokrediten zu neuen Wertpapieren (Verbriefung zu ABS -wie z.b. MBS, CDO). Niedriges Zinsniveau auf den Kapitalmärkten interessiert institutionelle Anleger für neue Anlageformen. U.a. CDO sversprechen hohe Renditen, wenn Skaleneffekte über hohe Investments genutzt werden können. Sicherheit sind (noch) hohe Immobilienwerte in den USA. Ratingagenturen vergeben für die Produkte hohe Scorings. Hedgefondsund Banken kaufen im großem Maßstab die verbrieften Wertpapiere (teilweise über Tochterunternehmen). Die Finanzierung erfolgt zum großen Teil über kurzfristige Kredite im Interbankensektor. Die Emission von MBS s beträgt ca Mrd. US$ ; Chart 5

6 Phase IV -Tsunami Der Ausfall an Hypothekenkrediten in den USA nimmt zu. US- Hypothekenbanken geraten in Schieflage. Immobilienpreise in den USA sinken rapide. Der Markt an ABS (MBS s, CDO s etc.) bricht zusammen. Im Interbankensektor werden Kreditvergaben schwieriger. Institutionelle Anleger geraten in Schieflage. (Ausfall-) Versicher geraten in Schieflage. Banken geraten in Schieflage. Der Interbankenhandel bricht zusammen. Die Konjunktur bricht ein ; Chart 6

7 Phase V -Höhere Gewalt Weltweite Konjunkturstützungsprogramme. Übernahme von Ausfallgarantien durch Staaten. Notenbanken erhöhen Liquidität der Geschäftsbanken. (Teil-) Verstaatlichungen von Banken. Diskussion um neue Finanzmarktregularien. G20-Gipfel fordert ein neues Finanzmarktsystem. Diskussion um Boni bei Investmentbanken ; Chart 7

8 Phase VI -Opium für das Volk Diskussion um Finanzmarktabgabe. Gründung von Bad Banks. Diskussion um neue Finanzmarktregularien. Defizite der Staatshaushalte steigen erheblich. Investbanking erholt sich. EURO verliert an Wert ; Chart 8

9 Phase VII - Finanzmarktparty 2.0 Investmentbanken machen Gewinne. Untersuchungen gegen Investmentbanken. Finanzmarktspekulationen gegenüber Nationalstaaten. Rating-Agenturen gewinnen erneut an Macht. Scoring-Abwertungen. Faktische Insolvenz Griechenlands / IWF-EU-Rettungspaket. Diskussion um neue Finanzmarktregularien. Island kann seinen Verpflichtungen weiterhin nicht nachkommen. Auch die Ratings von Portugal und Spanien wurden heruntergestuft. Die Zahlungsrückstände der US-BürgerInnenim Kreditkartenmarkt betragen ca. 914 Mrd. US$ (2008) ; Chart 9

10 ; Chart 10

11 Quellen Bundesministerium für Finanzen Deutsche Bundesbank Die Zeit Europäische Kommission Frankfurter Allgemeine Zeitung Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln. Süddeutsche Zeitung ; Chart 11

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