EXPO REAL Diskussionsforum Oblast Moskau. Eingangsstatement. Stefan Albat

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1 EXPO REAL Diskussionsforum Oblast Moskau Montag, um 10:00 Uhr Messe München Messegelände, Halle B1, Stand Nr. 220, München Eingangsstatement Stefan Albat Stv. Hauptgeschäftsführer vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Es gilt das gesprochene Wort.

2 1 Sehr geehrter Herr Khmorov, sehr geehrter Herr Loginov, sehr geehrter Herr Aksenov, sehr geehrter Herr Hesemann, sehr geehrter Herr Berndt, ich freue mich, dass wir heute in einer kleinen und exklusiven Runde auf der EXPO REAL zusammentreffen. Umso mehr haben wir in diesem Rahmen die Gelegenheit, eine Bandbreite an Themen zu diskutieren. Es sind Themen, die für alle in unserer Runde relevant sind wenn auch aus unterschiedlicher Perspektive. Erfolgsgeschichte Russland - Bayern Dass Sie, meine verehrten russischen Kollegen, hier auf dieser Messe so präsent vertreten sind, freut mich. Die bayerische und russische Wirtschaft das ist eine Erfolgsgeschichte, die mittlerweile auf über 25 Jahre zurückgeht. Über 1500 bayerische Unternehmen sind in Russland aktiv, aber auch über 350 russische Unternehmen sind mittlerweile in Bayern vor Ort.

3 2 Bayern ist der Motor der deutsch-russischen Beziehungen, was im Gegenzug Ihre Präsenz hier vor Ort unterstreicht. Darum suchen wir beiderseits den intensiven Kontakt, denn Russland ist einer unser wichtigsten Partner. Und wir setzen uns dafür ein, dass dies auch so bleibt. Unser Präsident und unser Hauptgeschäftsführer waren bereits im November letzten Jahres in Moskau. Ein sehr erfreuliches Ergebnis dieser Reise war, dass wir damit die Basis für intensive weiterführende Kontakte geschaffen haben. Gefolgt von einer Kooperationsvereinbarung mit dem gesamtrussischen Verband Delovaya Rossija im Juni dieses Jahres. Und schließlich einer Kooperationsvereinbarung mit Opora Rossii, die ebenfalls im Juni bei einem weiteren Treffen in Moskau unterzeichnet wurde. Ich war noch am Wochenende beim International Investment Forum in Sotchi, wo ich mich mit russischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Bayern und

4 3 Russland ausgetauscht habe. Diese Erfahrungen haben einmal mehr bestätigt, dass wir die gewachsenen Beziehungen auch weiterhin pflegen werden. Wir versichern, dass wir jederzeit gesprächsbereit sind. Und ich freue mich, im Rahmen der EXPO REAL gleich im Anschluss weitere Möglichkeiten zum Austausch zu bekommen. Aktuelle Lage / Herausforderungen Gegenwärtig sind wir mit Herausforderungen in diversen Sektoren konfrontiert. Wir sind davon überzeugt, dass nicht Handelsbeschränkungen, sondern stabile Wirtschaftsbeziehungen die Antwort auf die aktuellen Entwicklungen sind. Informationen aus erster Hand Unser heutiger Austausch soll uns ermöglichen, Informationen aus erster Hand zu beziehen. Ein Thema, das wir schon in unserer Einladung zu diesem Gespräch angekündigt haben, betrifft die soeben angesprochenen Importsubstitutionen. Importsubstitutionen Die Liste der Importsubstitutionen interpretieren wir als Bestandsaufnahme. Dennoch hat diese Liste zu

5 4 Verunsicherungen geführt, sind doch auch bayerische Unternehmen betroffen, die sich auf der sogenannten Schwarzliste wiederfinden. Seit dem 01. Juli dieses Jahres ist außerdem ein russisches Gesetz zur Industriepolitik auf föderaler Ebene in Kraft, das die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft forciert. Experten sehen das Gesetz als Basis für eine Politik des Importersatzes und als Auslöser für die Verlagerung von ursprünglich im Ausland angesiedelten Produktionskapazitäten nach Russland. Inwieweit sich die Prognosen von Wirtschaftsexperten bislang bewahrheitet haben und diese Entwicklungen verifiziert oder falsifiziert werden können, soll auch Thema unserer heutigen Diskussion sein. Bevor Sie, Herr Berndt und Herr Hesemann, gleich die Gelegenheit haben, zu diesem Thema und weiteren Entwicklungen Fragen zu stellen, möchte ich einige Zahlen demonstrieren. Außenhandel

6 5 Mittelfristig hatte sich der Außenhandel Bayerns mit Russland spürbar intensiviert: Die Gesamtexporte Bayerns konnten von 2003 bis 2013 um 57 Prozent gesteigert werden. Die Ausfuhren nach Russland wuchsen um 189 Prozent. Folglich stieg der Anteil der Ausfuhren nach Russland an den Gesamtausfuhren Bayerns von 1,4 auf 2,6 Prozent. Auch die Importe Bayerns aus Russland nahmen von 2003 bis 2013 mit einem Plus von 143 Prozent überdurchschnittlich zu. Die gesamten Einfuhren des Freistaats stiegen um 67 Prozent. Einbruch durch Krise Die Krise und die verhängten Sanktionen haben diese positive Entwicklung gestoppt und treffen beide Seiten schwer. Das bestätigen die Zahlen aus 2014: Im Jahr 2014 exportierte Bayern Waren im Wert von 3,789 Mrd. Euro nach Russland. Das waren 2,2 Prozent aller bayerischen Exporte. Gegenüber 2013 sind die Exporte Bayerns nach Russland kräftig gesunken, vor allem seit August fallen die Ausfuhren spürbar.

7 6 In der Jahressumme gingen die bayerischen Ausfuhren nach Russland um 575,1 Mio. Euro bzw. um 13,2 Prozent zurück. Die bayerischen Importe aus Russland gingen um 1,3 Mrd. Euro bzw. 17,1 Prozent zurück. Aktuelle Zahlen Export Aktuell hat sich der kräftige Rückgang beim Export nach Russland fortgesetzt. Von Januar bis Juli 2015 lagen die bayerischen Ausfuhren nach Russland um 38,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bundesweit lag das Minus in den ersten sieben Monaten bei 29,7 Prozent. Zahlen Import Die Importe Bayerns aus Russland sanken von Januar bis Juli 2015 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent. Deutschlandweit gingen sie um 21,2 Prozent zurück. Neben diesen Zahlen und Fakten haben wir heute die Gelegenheit, über Prognosen zu diskutieren, Einschätzungen aus nächster Nähe einzuholen und einen Blick in die Zukunft zu wagen, was all das für unsere bayerischen Unternehmen bedeutet.

8 7 Besonders interessiert uns natürlich wie Sie in dieser Runde die Lage beurteilen, wie die konjunkturellen Prognosen aussehen, ob die Maßnahmen greifen, die die Politik getroffen hat, um die Wirtschaft anzukurbeln und wo Sie Ansatzpunkte für die weitere Zusammenarbeit von Bayern und Russland sehen. All diese Themen sind uns sehr wichtig! Lassen Sie uns darüber hinaus diskutieren, wie und was wir zur Entspannung der Lage beitragen können. Und nun freue ich mich auf Ihre Ausführungen und Ihre Fragen, die unsere angebrochene Stunde gut füllen werden. Ich wünsche uns allen eine interessante Diskussion!

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