Was leistet die Pflegeversicherung?

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1 Was leistet die Pflegeversicherung? Fachtag am

2 Tagesordnung 1. Vergleich Pflegestufe unterhalb I zu Pflegestufe I 2. Zusätzliche Betreuungsleistungen 3. Ersatzpflege 4. Kurzzeitpflege 5. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

3 Vergleich Pflegestufe unterhalb I / Pflegestufe I Pflegestufe unterhalb 1 Pflegestufe I Antrag Antrag Grundpflegebedarf mindestens 1 Minute täglich Hilfebedarf bei einer Verrichtung in den Bereichen der Grundpflege Hauswirtschaftlicher Versorgungsbedarf besteht regelmäßig täglich Defizite bei mindestens 2 Fähigkeitsstörungen (1x Nrn.: 1-13, 1x Nrn.: 1-9) 123 EUR Anspruch auf Pflegegeld 231 EUR Anspruch auf Sachleistungen Grundpflegebedarf 46 bis 119 Minuten täglich Hilfebedarf mindestens einmal täglich bei wenigstens zwei Verrichtungen in den Bereichen der Grundpflege Hauswirtschaftlicher Versorgungsbedarf besteht regelmäßig täglich Keine Defizite bei den Fähigkeitsstörungen, 244 Anspruch auf Pflegegeld 468 EUR Anspruch auf Sachleistungen

4 Zusätzliche Betreuungsleistungen (ZBL) - Personenkreis Zusätzliche Betreuungsleistungen (ZBL) erhalten Pflegebedürftige in häuslicher Pflege, bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung besteht. Dies sind 1. Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II und III sowie 2. Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht, mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt haben.

5 Fähigkeitsstörungen Für die Bewertung, ob die Einschränkung der Alltagskompetenz auf Dauer erheblich ist, sind folgende Schädigungen und Fähigkeitsstörungen maßgebend: 1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz) 2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen 3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potentiell gefährdenden Substanzen 4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation 5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten 6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen 7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung 8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben 9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus; 10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren 11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen 12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten 13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit auf Grund einer therapieresistenten Depression.

6 Voraussetzungen für die Anerkennung von ZBL Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn der Gutachter bei dem Pflegebedürftigen wenigstens in 2 Bereichen, davon mindestens einmal aus einem der Bereiche 1 bis 9, dauerhafte und regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen feststellt. Die Alltagskompetenz ist in erhöhtem Maße eingeschränkt, wenn die für die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind und zusätzlich bei mindestens einem weiteren Bereich aus einem der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 dauerhafte und regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen festgestellt werden. Entsprechend den Vorgaben bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit liegt ein erheblicher allgemeiner Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf auf Dauer vor, wenn dieser voraussichtlich für mindestens 6 Monate besteht.

7 Zusätzliche Betreuungsleistungen Beträge seit : Grundbetrag: 104 EUR Erhöhter Betrag: 208 EUR Pflegebedürftige, die keine Fähigkeitsstörungen haben, können ebenfalls zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zu 104 EUR in Anspruch nehmen. Erstattung von Aufwendungen von Leistungen der Tages- oder Nachtpflege (auch Kosten für Unterkunft und Verpflegung) der Kurzzeitpflege (auch Kosten für Unterkunft und Verpflegung) der zugelassenen Pflegedienste, sofern es sich um besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung und nicht um Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung handelt der nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungsangebote, die nach diesem Gesetz gefördert oder förderungsfähig sind

8 Ersatzpflege professionelle Pflege Anspruch für längstens 6 Wochen im Kalenderjahr Vorpflegezeit von 6 Monaten Höchstanspruch je Kalenderjahr: EUR Erhöhung des Leistungsbetrages aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege bis zu EUR (bei Inanspruchnahme erfolgt eine Anrechnung der Leistungen auf die Kurzzeitpflege) hälftige Weiterzahlung des Pflegegeldes für 4 Wochen Professionelle Pflege ist anzunehmen, wenn keine häusliche Gemeinschaft mit dem Pflegebedürftigen vorliegt und keine Verwandtschaft oder Schwägerschaft bis zum 2. Grad vorliegt

9 Ersatzpflege - Familienpflege Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, wird vermutet, dass die Ersatzpflege nicht erwerbsmäßig ausgeübt wird. ==> Übernahme in Höhe der Pflegeleistungen nach der Pflegestufe: Pflegestufe I: 244,- EUR Pflegestufe II: 458,- EUR Pflegestufe III: 728,- EUR Zusätzliche Übernahme nachgewiesener Kosten (Fahrkosten, Verdienstausfall).

10 Stundenweise Ersatzpflege Bei stundenweiser Leistungserbringung (z. B. durch Atempause, familienentlastende Dienste etc.) erfolgt ausschließlich eine Anrechnung auf den Höchstbetrag von 1.612,- EUR. Für Tage, an denen die Ersatzpflege nicht mindestens 8 Stunden erbracht wird, erfolgt keine Anrechnung auf die Höchstdauer von 28 Tagen im Kalenderjahr Das Pflegegeld wird bei stundenweiser Inanspruchnahme der Ersatzpflege von weniger als 8 Stunden täglich nicht gekürzt.

11 Kurzzeitpflege Kostenübernahme für längstens vier Wochen und höchstens bis zu 1.612,- EUR je Kalenderjahr. Der Leistungsbetrag kann auf bis zu EUR aus noch nicht in Anspruch genommene Mitteln der Verhinderungspflege erhöht werden. In diesem Fall ist die Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege für die Dauer von 8 Wochen möglich Übernahme der pflegebedingten Aufwendungen, der sozialen Betreuung sowie der medizinisch notwendigen Behandlungspflege. Pflege in anerkannter Einrichtung, hälftige Weiterzahlung des Pflegegeldes für 4 Wochen. Die Kurzzeitpflege und die Ersatzpflege können im unmittelbaren Anschluss nacheinander in Anspruch genommen werden. In diesen Fällen beschränkt sich der Leistungsanspruch der Ersatzpflege auf die pflegebedingten Aufwendungen.

12 Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Bezuschussung möglich, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege überhaupt erst ermöglicht wird die häusliche Pflege erheblich erleichtert und damit eine Überforderung der Leistungskraft des Pflegebedürftigen und der Pflegenden verhindert wird eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt, also die Abhängigkeit von der Pflegenden verringert wird. Zuschüsse bis zu 4.000,- EUR je Maßnahme. Weitere Ausführungen durch Frau Beckmann im Anschluss

13

Referentin Beate Duzella Seit 1985 Bedienstete des Kreises Lippe Seit 1995 beschäftigt im Bereich Hilfe zur Pflege Seit 01.01.2004 Pflegeberatung beim Kreis Lippe Seit 01.07.2010 tätig im Pflegestützpunkt

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