Qualitätsmanagement und kontinuierlicher Verbesserungsprozess

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1 Reinhard Bechmann Qualitätsmanagement und kontinuierlicher Verbesserungsprozess Betriebs- und Dienstvereinbarungen mit CD-ROM mit CD-ROM Leseprobe Analyse und Handlungsempfehlungen

2 Inhaltsverzeichnis Vorwort... 9 Abkürzungsverzeichnis Rahmenbedingungen Regelungsinhalte Ziele und Grundsätze Ziele der QM-Systeme Ziele der Qualitätszirkel bzw. -teams, KVP Verbesserungsvorschläge und Ideenmanagement Begriffsbestimmungen Geltungsbereich, Gegenstand Aufbau eines QM-Systems Struktur, Beteiligte und ihre Aufgaben Vorgehensweise und Arbeitsregeln, QM-Handbuch Qualitätsaufzeichnungen und -messungen Einsatz von IT-Systemen Audits Kontinuierliche Verbesserung mit Zirkeln, Teams und Gruppen Die Teams und ihre Aufgaben Bildung, Zusammensetzung, Organisation Lenkung und Unterstützung der Teamprozesse Nutzung/Umsetzung der Ergebnisse Rückmeldungen von Kunden, Beschwerden und Befragungen Information und Qualifizierung der Beschäftigten Regelungen zur Information der Beschäftigten Regelungen zur Qualifizierung der Beschäftigten. 107 Inhaltsverzeichnis 5

3 2.8 Konsequenzen für die Beschäftigten Arbeitsbedingungen Disziplinierung auf Basis von Leistungsund Verhaltenskontrollen bzw. Fehlererkennung Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Eingruppierung und Entgelt Mitbestimmungsrechte, -prozeduren und -instrumente Information und Beratung Mitwirkung und Mitbestimmung in QM-Gremien und KVP-Strukturen Mitwirkung in Projekt-/Qualitätsteams etc Mitwirkung bei Audits Mitwirkung in den Steuerungsgremien Mitbestimmung bei strukturellen Entscheidungen und Maßnahmen Projektorganisation und ihre Vorbereitung Schulungen und personelle Maßnahmen Umsetzung der Ergebnisse Eigene Qualifizierung und Einbindung von Sachverständigen Beilegung von Streitigkeiten Offene Probleme Zusammenfassende Bewertung Beratungs- und Gestaltungshinweise Gestaltungsraster Ausgangspunkte für die gestaltende Einflussnahme durch die Interessenvertretung Wesentliche rechtliche Grundlagen Bestand der Vereinbarungen Inhaltsverzeichnis

4 Glossar Literatur- und Internethinweise Das Archiv Betriebliche Vereinbarungen der Hans-Böckler-Stiftung Stichwortverzeichnis Inhaltsverzeichnis 7

5 2. Regelungsinhalte 2.1 Ziele und Grundsätze Fast jede Vereinbarung, die zum Qualitätsmanagement oder zur Qualitätsverbesserung im Rahmen eines KVP abgeschlossen wurde, enthält Aussagen zu Zielen, Grundsätzen oder Grundlagen des Regelungsgegenstands, häufig in Form einer Präambel. Dabei wird das Thema Qualitätsmanagement oder Qualitätsverbesserung meist als für das Unternehmen und seine Arbeitsplätze existenziell dargestellt. Oft wird es als Teilaspekt umfangreicher Modernisierungs- oder Reorganisationsprojekte aufgenommen. Üblicherweise geht es um Stärkung des Absatzes und der Wettbewerbsfähigkeit durch Orientierung der Produkte an den Kundenwünschen Sicherung der Arbeitsplätze Motivierung der Beschäftigten zu optimaler Leistung ständige Steigerung der Qualität und Innovationen durch Einbeziehung aller nützlichen Ideen und Potenziale der Beschäftigten. Je nach betrieblichen Rahmenbedingungen und Kräfteverhältnissen wird mehr das eine oder andere Ziel betont.»zielsetzung Für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und der Arbeitsplätze ist die Fertigung fehlerfreier Produkte mit guter Qualität von zentraler Bedeutung. Die Vertragsparteien unterstützen alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Qualität der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse durch Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen und ihrer Interessenvertretungen zu verbessern.«metallverarbeitung, /2/1996 Ziele und Grundsätze 17

6 Für manche Unternehmen gilt es, zugleich eine herausragende Position in ihrer Branche zu behaupten.»die [ ] kann sich einen langfristigen Unternehmenserfolg nur sichern, wenn Voraussetzungen geschaffen werden, die sie dauerhaft unter den Weltbesten der Branche positionieren. Dies bedeutet, dass die Qualität unserer Dienstleistungen zu einem immer wichtigeren Faktor unternehmensweiter Aktivitäten wird. [ ] Die Ideen- Förderung hat sich hierbei als gutes Instrument zur kreativen Einbringung und zur Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewährt, sie hat einen festen Stellenwert im ständigen Verbesserungsprozess des Unternehmens.«Sonstige Verkehrsdienstleister, /198/0 Auch im öffentlichen Dienst, in Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen soll die Leistungsqualität gesichert werden, indem die Beschäftigten beteiligt und ihre Wünsche berücksichtigt werden.»ziel aller Maßnahmen der Reorganisation ist die Sicherstellung der Aufgaben, die [ ] nach dem Hochschul-Gesetz zu erfüllen hat. [ ] Voraussetzung dafür sind die Motivation und Beteiligung aller Beschäftigten. [ ] Durch eine konsequente Dienstleistungsorientierung [ ] werden angestrebt: bessere Arbeitsbedingungen und -ergebnisse, eine Leistungs- und Qualitätssteigerung sowie Beschäftigungssicherung.«Bildungseinrichtung, /15/1998 Eine spezielle Form dieser Reorganisationsvereinbarungen stellen Regelungen zur Gruppenarbeit dar. Auch sie verbinden oft Ziele wie erhöhte Arbeitszufriedenheit und verbesserte Wirtschaftlichkeit mit der Einführung eines KVP und der Erfüllung der Qualitätsanforderungen.»Mit der Einführung von Gruppenarbeit, KVP und eines neuen Entlohnungssystems sollen die Voraussetzungen geschaffen werden um: 18 Regelungsinhalte

7 die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen und um die Arbeitsplätze zu sichern eine gleichmäßige Kapazitätsauslastung, d. h. Verringerung der Überstunden zu erreichen die Qualität zu verbessern eine Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung zu erreichen durch eine Motivationssteigerung der Mitarbeiter eine noch höhere Flexibilität, durch bessere Kommunikation und Offenheit eine Steigerung der Eigeninitiative zu erreichen (dazu tragen bei: Qualifizierung und KVP) Arbeitsbedingungen zu verbessern.«fahrzeughersteller sonstige Fahrzeuge, /1/1997 Auch bei Vereinbarungen über konkrete QM-Systeme oder -Methoden werden meist grundsätzliche Zielsetzungen vorangestellt.»vorstand und Konzernbetriebsrat [ ] stimmen überein, dass zum Nutzen unserer Kunden, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Unternehmensgruppe [ ] ein modernes Qualitätsmanagementsystem mit dem Ziel der steten Verbesserung einen wichtigen Beitrag leistet.«unternehmensbezogene Dienstleistungen, /8/1998 Eine Vereinbarung zur betrieblichen Gleichstellungspolitik zwischen Frauen und Männern (Gender Mainstreaming) betont die Potenziale der Gleichstellungspolitik für das Unternehmen.»Unabhängig davon, wie ein Qualitätsmanagement institutionalisiert ist, muss es alle Möglichkeiten zur ständigen Qualitätsverbesserung nutzen. Chancengleichheit und Gleichstellung sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement.«Telekommunikationsdienstleister, /68/2001 Ziele und Grundsätze 19

8 5. Zusammenfassende Bewertung Die vorliegende Auswertung von Vereinbarungen zu QM-Systemen und Regelungen zum KVP erstreckt sich über ein weites Feld von Regelungsaspekten und -anlässen. Während nur bei einem Teil der Vereinbarungen der Fokus ausdrücklich beim Qualitätsmanagement liegt, wird das Thema Produkt- und Dienstleistungsqualität, ihre Sicherstellung und Weiterentwicklung in vielen anderen Zusammenhängen behandelt, da es sich um eine Art betriebliches Querschnittsthema handelt. Denn gerade im Verständnis eines modernen TQM wird Qualität immer mehr als Ergebnis guter Motivation und hoher Kreativität der Beschäftigten gesehen denn als Ausführung technischer Regeln wenngleich deren Berücksichtigung weiterhin eine wesentliche Rolle für eine möglichst fehlerfreie Produktion spielt. Dies schlägt sich u.a. darin nieder, dass Vereinbarungen zum Qualitätsmanagement in den letzten Jahren kaum noch ohne ausdrückliche Förderung des KVP denkbar sind und gerade das Ideenmanagement besonders häufig Regelungsgegenstand geworden ist. Dennoch enthalten einzelne Vereinbarungen auch weiterhin relativ strenge Vorschriften zu Qualität und Leistung der Beschäftigten und deren Überwachung. Sie beziehen sich z. B. auf die Arbeit in Call-Centern oder die Sicherstellung einer hohen Datenqualität in Dienstleistungsunternehmen. Auf Basis genauer Qualitätskontrollen sind in den Vereinbarungen individuelle Sanktionen keineswegs ausgeschlossen, auch wenn die Förderung der Beschäftigten durch Schulung oder Gespräche zunächst im Vordergrund steht. Hier manifestieren sich offenbar unterschiedliche Kulturen verschiedener Branchen und Beschäftigungsverhältnisse. Aber auch innerhalb der Vereinbarungen zu QM-Systemen und zur KVP-Organisation zeigen sich erhebliche Unterschiede in der Beteiligung und Förderung der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen. So bieten Vereinbarungen zu TQM und EFQM größere Beteili- 158 Zusammenfassende Bewertung

9 gungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten als Regelungen, die den Einsatz der ISO 9001 und die entsprechende Zertifizierung zum Ziel haben. Allerdings lassen die Regelungen allein nicht auf die tatsächlichen Handlungsweisen im Betrieb schließen. Manche beteiligungsorientierte Vereinbarungen und KVP-Strukturen wirken so aufwändig, dass ihre flächendeckende Umsetzung nur bedingt möglich erscheint, ohne die Effizienz des Unternehmens zu gefährden. Mangels entsprechender Informationen zur jeweiligen betrieblichen Realität kann dies hier nicht bewertet werden. Weiterhin zeigen sich erhebliche Unterschiede in der Regelungstiefe der Vereinbarungen. Während gerade beim Thema KVP viele Vereinbarungen die Beteiligungsstrukturen und Aufgaben der Beteiligten sehr detailliert beschreiben, bleiben die Mitbestimmungs- und -gestaltungsregelungen im Bereich der QM-Systeme oftmals knapp ausgearbeitet und konzentrieren sich auf die Formulierung allgemeiner Schutzbestimmungen. Die klare Anforderungsstruktur der ISO 9001 lässt scheinbar wenig Raum für Mitgestaltung. Dennoch zeigen einige Vereinbarungen Möglichkeiten auf, wie durch transparente Regelwerke (z. B. QM-Handbuch) und Bewertungsverfahren (Audits etc.) die Vorgaben von Ingenieuren und Vorgesetzten anfechtbar werden. Sie rücken den fairen Umgang mit Beschäftigten und ihren Fehlern und die Nutzung ihrer kreativen Potenziale in den Mittelpunkt. Zusammenfassende Bewertung 159

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Inhaltsverzeichnis. Vorwort... 9. Abkürzungsverzeichnis... 11. 1. Rahmenbedingungen... 13 Inhaltsverzeichnis Vorwort... 9 Abkürzungsverzeichnis... 11 1. Rahmenbedingungen... 13 2. Regelungsinhalte... 17 2.1 Ziele und Grundsätze... 17 2.1.1 Ziele der QM-Systeme... 20 2.1.2 Ziele der Qualitätszirkel

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