Kleinkredite als Alternative zum Großkapital 1. Einführung Themenabgrenzung Mikrofinanz aus internationaler Perspektive

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1 1. Einführung Kleinkredite als Alternative zum Großkapital Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Konflikte in Gegenwart und Zukunft im Wintersemester 2003/2004 am von Hans-H. Münkner Themenabgrenzung Die hier vorgetragenen Überlegungen sind stark von der eigenen Spezialisierung geprägt, die wenig mit Großkapital und viel mit Selbsthilfeorganisationen und Basisentwicklung an den Schnittstellen von Subsistenzwirtschaft und Marktwirtschaft, vom informellen und formalisierten Bereich in Entwicklungsländern zu tun hat. Was hier berichtet wird, ist geprägt von Erfahrungen als Berater und Evaluierer von Programmen gruppenbezogener Mikrofinanz besonders in Westafrika, als Hochschullehrer, der über 40 Jahre hinweg Kooperationsökonomen aus Entwicklungsländern zu Fachleuten für basis-orientierte integrierte Entwicklung ausgebildet hat und bis heute mit seinen ehemaligen Studenten zusammenarbeitet, die inzwischen an verantwortlicher Stelle in ihren Heimatländern tätig sind. Mikrofinanz aus internationaler Perspektive Die Teilnehmer des World Summit for Social Development in Kopenhagen im März 1995 beschäftigten sich u. a. mit den Fragen, wie Finanzmärkte den Bedürfnissen von Mikrounternehmen Rechnung tragen können, wie Haushalte, Kleinst- und Kleinunternehmen Zugang zu Spareinrichtungen, Krediten und anderen Finanzdienstleistungen erhalten können und welchen Einfluß Risiko- Überlegungen auf die Kreditvergabe haben. Die Unterzeichner des Schlußdokuments verpflichteten sich, Armut zu beseitigen und soziale Integration zu fördern und wiesen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Sparen und Kredit und auf die Rolle der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Banken hin. Als besonderer Engpaß wurde der Zugang zu Kredit für vom Eigentümer geleitete Klein(st)unternehmen identifiziert. Kommerziellen Banken sind derartige Kredite im Verhältnis zur Kreditsumme zu teuer und zu risikoreich. Deshalb werden Klein(st)unternehmer auf informelle Finanzdienstleister, Nicht-Regierungsorganisationen (NROs), Selbsthilfeorganisationen (SHOs) und andere Nichtbanken verwiesen. Als besonders erfolgreiches Modell gilt die Grameen-Bank (wörtlich: Dorf-Bank) in Bangladesh, auf die später noch eingegangen wird. Die Bedeutung von Kleinbauern Mikrounternehmen für eine nachhaltige Basisentwicklung steht außer Zweifel.

2 2 In einem Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (53. Sitzung der UN Vollversammlung) werden die Wirkungen von Mikrofinanz wie folgt beschrieben: Mikrofinanz hilft: Armut zu bekämpfen, Arbeitsplätze zu schaffen, Risiken sozialer Desintegration zu minimieren. Für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist Mikrofinanz ein wichtiger Bestandteil der technischen Zusammenarbeit. Dabei wird besonders auf die strategische Rolle von mitgliedergetragenen Finanzinstitutionen (Genossenschaften und andere Selbsthilfeorganisationen) bei der Armutsminderung und Gemeindeentwicklung hingewiesen (ILO Recommendation 193 aus dem Jahre 2002, Abschnitte 5 und 12). Der Titel einer neueren Veröffentlichung von Fallstudien des ILO (1999) drückt diese Einschätzung aus: Credit Unions und die Herausforderung der Armut Reichweite erhöhen, Nachhaltigkeit stärken (B. Balkenhol Hrsg. 1 ) fand in New York ein Microcredit Summit statt, in dem eine Sitzung dem Thema Mikrofinanz und Credit Unions als vielversprechenden Intermediären für den Zugang von Armen zu Kleinstkrediten gewidmet wurde. Dieser positiven Einschätzung der Beiträge von mitgliedergetragenen Nichtbanken zur nachhaltigen Verbesserung der Kreditversorgung von Haushalten und Kleinunternehmen in Entwicklungsländern stehen viele Vertreter der offiziellen Entwicklungspolitik eher skeptisch gegenüber. Sie kritisieren alle Versuche, Kredite zu anderen als harten, d.h. bankmäßigen Konditionen zu vergeben, als Entwicklungsromantik 2. Kritisiert werden insbesondere sogenannte integrierte Programme, bei denen Kreditvergabe mit Ausbildung und Beratung verbunden ist, weil die Grenzen zwischen (notwendigerweise kostendeckender) Finanzdienstleistung und (immer subventionsabhängiger) Entwicklung menschlicher Ressourcen verwischt werden, der Gruppenansatz, der zu zusätzlichen Kosten für Gruppenbildung und Gruppenorganisation führt, bei dem kollektive Verantwortung bedeutet, daß alle verantwortlich sind und damit letztlich keiner verantwortlich ist, es bei Nutzung bestehender Gruppen (z.b. im Falle von Genossenschaften) leicht zu 1 2 Balkenhol, Ed.: Credit Unions and the poverty challenge, extending outreach, enhancing sustainability, ILO Genf, Kredite für die Armen, Strategien zur Formalisierung des informellen Finanzsektors, in E+Z 36.Jahrgang 1995, Heft 7, S

3 3 Überförderung oder Überforderung kommt, z.b. bei leichtem Zugang zur Vergabe von mehr Kredit, als zurückgezahlt werden kann, verbunden mit Rückgang der Sparneigung, weil Zugang zu Kredit nicht mehr vom Ansparen abhängt. Ohne eigene Ressourcen werden die Gruppen von externer Finanzierung durch Programme abhängig. subventionierte Programme zu weichen Konditionen, bei denen die Grenzen zwischen Kredit und Subvention fließend werden und in die Nähe eines zinslosen und nicht-rückzahlbaren Kredites, d.h. der reinen Subvention rücken, in Form von kaltem Geld aus anonymen Quellen, bei dem im Falle der Nichtrückzahlung keine Sanktionen drohen. die Idee vom revolvierenden Fonds für weitere Kredite, der aus Rückzahlungen von Krediten gespeist werden soll, dessen Kapitalstock aber in Wirklichkeit binnen kurzer Zeit durch Kapitalverzehr verbraucht wird. Diese Kritik trifft erfahrungsgemäß aber nur dann zu, wenn Gruppen als Durchleitungskanäle für subventionierte Kleinkredite genutzt werden, eine Rolle, die Banken aus Kosten- und Risikogründen nicht übernehmen wollen. Wenn Kosten und Risiken auf die Gruppen abgewälzt werden und dafür nicht kostendeckende Kommissionen gezahlt werden, wie z. B. im Falle des FONADER in Kamerun: Kommission der Genossenschaften in Höhe von 1 bis 3 % bei tatsächlichen Kosten ca. 30 %, zehrt die Genossenschaft ihr Eigenkapital schnell auf und gefährdet zugleich Sparverhalten und Rückzahlungsmoral ihrer Mitglieder. In allen Fällen kommt es zu Unübersichtlichkeit, Ineffizienz, Überforderung und mangelnder Kontrolle. Die Entwicklungseffekte sind negativ. 2. Großkapital Betrachtet werden hier große Kapitalbeiträge im Rahmen bilateraler und internationaler Abkommen, von multinationalen Unternehmen und Gebern zur Finanzierung von Investitionen in Infrastruktur (Straßen, Flughäfen, Häfen, Staudämmen, Wasser- und Stromversorgungsanlagen, militärische Einrichtungen, Industrieanlagen, Prestigeprojekten etc.). Eigentliche Nutznießer sind häufig: Entwicklungsmakler (d.h. Vermittler zwischen Gebern und Nehmern auf verschiedenen Ebenen), Berater, ausländische Fachleute ( Experten ), Betreiberfirmen, Beamte in Geber- und Empfängerländern, Charakteristika derartiger Investitionen sind: Mittel für die Finanzierung kapitalintensiver Anlagen, oft ohne Mittel für Bestandserhaltung, Reparatur, Erneuerung, oft ohne Rücksicht auf Rentabilität und Nachhaltigkeit, schuldensteigernd. So betragen z.b. Kosten für einen ausländischen Experten ca im Monat = p.a., das Dreitausendfache des monatlichen

4 4 Geldeinkommens von Armen, die mit statistisch 60 US$ pro Monat auskommen müssen). Beispiel Projekt Riz Nord, im Norden der Côte d Ivoire. Hier handelt es sich um ein Bewässerungsprojekt aus den 1970er Jahren. Gebaut wurden 13 Staudämmen in einem Trockengebiet, um durch Ermöglichung von zwei Ernten im Jahr die Reisproduktion zu erhöhen. Geplant war das Projekt zugleich als Maßnahme der Nahrungssicherung und Importsubstitution. Die Finanzierung erfolgte durch Großkredite, der Bau in staatlicher Regie und die Bewirtschaftung durch eine halbstaatliche Betreibergesellschaft (SODERIZ). Die Beteiligung der bäuerlichen Bevölkerung beschränkte sich auf deren Rekrutierung als Arbeitnehmer. Die Eigentumsverhältnisse an Staudämmen und Bewässerungsperimetern sind bis heute ungeklärt. Damit blieb und bleibt auch unklar, wer letztlich für die Unterhaltung der Anlage verantwortlich ist und wer haftet. Nach Verbrauch der Finanzmittel und Schwierigkeiten mit der Bezahlung des Personals der Betreibergesellschaft zu bezahlen sowie im Zuge der Liberalisierung des Reismarktes kam es zur Einstellung der Arbeiten. Staudämme verfielen und versandeten, Tertiärkanäle wurden unbrauchbar. Die Investitionen in das Bewässerungsprojekt wurden abgeschrieben und sind heute ein relativ kleiner Posten in der Verschuldung des Staates gegenüber ausländischen Gebern. Ab 1993 übernahm die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ein Projekt zur Rehabilitation einiger der Bewässerungsperimeter durch Aktivierung von Selbsthilfegruppen im ehemaligen Bewässerungsgebiet. Die Leistungen des Projekts mit deutschem Projektleiter vor Ort (in Korhogo) umfaßten: Instandsetzung einiger Staudämme (z.b. durch Einsatz von Tauchern zur Reinigung der Zuflüsse). Investitionen hauptsächlich in die Mobilisierung von Dorfgruppen der Wassernutzer, mit deren Hilfe: Rehabilitation der Tertiärkanäle. Bereitstellung von Mitteln für den Straßenbau mit einheimischen Firmen und Food for Work Programmen. Hilfe bei der Organisation von Arbeitsgruppen und beim Aufbau von Vermarktungsstrukturen vorwiegend durch einheimische Berater mit Kenntnissen der lokalen Sprache (Senufo). Herstellung von Geschäftskontakten zu bestehenden Spar- und Kreditgenossenschaften. Nach erfolgreichem Neubeginn: seit 2001 Bürgerkrieg in der Projektregion.

5 5 3. Kleinkredite 3.1. Informelle Finanzdienstleister (a) Geldverleiher Die Einschätzung der Bedeutung von Geldverleihern ist unterschiedlich. Die einen sehen ihn als unzuverlässige und kostspielige Finanzierungsquelle, die anderen als notwendiges Übel ohne realistische Alternative. Geldverleiher sind Ansprechpersonen für Kreditsuchenden ohne Sicherheiten mit kurzfristigen Geldbedarf. Die Kreditvergabe ist erfolgt in einem einfachen, formlosen Verfahren, i.d.r. mit mündlicher Vereinbarung von Rückzahlungsmodalitäten und Zinsen. Geldverleiher haben i.d.r. anerkannten sozialen Status, Ortskenntnis und Machtmittel zur Eintreibung fälliger Forderungen. Für Kredite mit relativ kurzen Laufzeiten sind - auf das Jahr bezogen - Zinssätze von 100% und mehr nicht selten, z.b. in den 1960er Jahren in Nigeria: 5 Shillings per Pound per month = 25% monatlicher Zins = 300% Zinsen im Jahr. Selbst bei Berücksichtigung des hohen Risikos sind derartige Zinssätze nicht zu rechtfertigen und führen zu Dauerverschuldung, d.h. Rückzahlung nur der Zinsen, bei weiterbestehen der Schuld. (b) Informelle Geldeinsammler (Ghana: susu collector, Yoruba/Nigeria: adjó) Susu Collectors sind mobile Bankiers des informellen Sektors, selbständige Einzelunternehmer ohne Eigenkapital. Sie verbinden informelle Kleinsparer mit dem formellen Finanzsystem. In Accra/Ghana sind die Susu Collectors ihrerseits in einer (formalisierter) Genossenschaft organisiert (Greater Accra Susu Collectors Co-operative Society Ltd.) mit 500 Mitgliedern 3. Aufgabe aus entwicklungspolitischer Sicht: Mobilisierung von Ersparnissen für örtliche Entwicklung Arbeitsmethode: Abschluß eines (mündlichen) Vertrages mit Marktfrauen täglich eine bestimmte Summe zu sparen (in Accra zwischen 0,25 und 2,50 US$). Diese Beträge werden beim Sparer abgeholt. Am Monatsende wird der angesammelte Sparbetrag bis auf eine Kommission von einer Tagesrate (= 3,3%) zurückgezahlt. Möglichkeit, im Vorgriff auf erwartete Sparbeträge ein Darlehen zu nehmen. 3 Zu den folgenden Angaben vgl. Steel, William F. und Aryeetey, Ernest: Informelle Kapitalsammler in Ghana, in: E+Z 36.Jahrgang 1995, Heft 7, S

6 6 Warum zahlen Sparer dafür, daß sie sparen können? Sie haben keine Alternative, da Banken nicht bereit sind, Kleinstsparbeträge von Analphabeten anzunehmen. Sie sichern ihre Ersparnisse vor der Begehrlichkeit der Großfamilie. Sie sammeln Mittel für die Auffüllung der Warenbestände. Das tägliche Bankgeschäft am Arbeitsplatz ist bequem und sicher. Was macht der Geldeinsammler mit den Spareinlagen? Zum großen Teil (ca. 40%) legt der Geldeinsammler bei einer Bank an. Den Rest verwendet er für kurzfristige Darlehn (üblicher Zinssatz: 20% für drei Monate = 80% p.a.). Der Nettoverdienst eines Susu Collectors von ca. US$ 200 im Monat entspricht dem Sechsfachen des Mindestlohns. Die Kosten belaufen sich auf ca. 11% der erhaltenen Gebühren. (c) Rotierender Spar- und Kreditfonds (Rotating Savings and Credit Association, ROSCA) frankophones Afrika: Tontine, Westkamerun: Janggi, Nigeria: Esusu) Sparen in Sachwerten (Reis, Erdnüsse) oder Geld. ROSCAs sind ein weltweit verbreitetes Modell einer Spar- und Kreditorganisation, die informell arbeitet, also nicht in das offizielle Finanzsystem integriert ist, d.h. keine schriftliche Unterlagen, keine externe Prüfung, keine Steuern. Die Basis für ROSCA bildet eine Primärgruppe (face-to-face group), bei der jeder jeden kennt und bei der gegenseitige soziale Kontrolle stark ausgeprägt ist. Die Gründung erfolgt durch mündliche Absprache mit dem Leiter (Präsident) des ROSCA, ohne Formalitäten, d.h. für Analphabeten ohne Zugangsperre. Kein Dauerbestand, sondern Neuerrichtung nach jedem Durchgang. Regelmäßige Treffen (wöchentlich, monatlich), bei denen jedes Mitglied einen bestimmten Betrag in einen gemeinsamen Fonds einzahlt. Jedes Mitglied erhält der Reihe nach den eingesammelten Gesamtbetrag, wobei es unterschiedliche Methoden der Festlegung der Reihenfolge gibt, bis hin zur Versteigerung. Banktechnisch gesehen handelt es sich um zinsloses Sparen und zinslosen Kredit. Jedes Mitglied, mit Ausnahme des letzten Empfängers, erhält die Mittel eher, als es bei individuellem Sparen möglich wäre. Verfahren: Der Präsident lädt zur Teilnahme ein, es ist eine Frage von Prestige, Mitglied in einem wichtigen ROSCA zu sein.

7 7 Bei Fehlverhalten eines Mitglieds wird dieses nicht wieder zur Teilnahme eingeladen. Für Mitglieder hat regelmäßige Zahlung der Beiträge hohe Priorität, bis hin zur Kreditaufnahme beim Geldverleiher, um den fälligen Beitrag zum ROSCA zu leisten. Soziale Komponente: Gemeinsames Essen bei den Zusammenkünften, das i.d.r. von dem Mitglied bezahlt werden muß, das den Zuschlag erhält, aber auch zusätzlicher Fonds (kleiner ROSCA) für diesen sozialen Zweck. Beschränkungen: Örtlich verwurzelt, begrenzte Zahl der Teilnehmer, nicht offen, Kapitalfluß nur innerhalb der Gruppe. Risiko der Weiterzahlung der Beiträge nach Erhalt des Zuschlags (setzt funktionierende soziale Kontrolle voraus) Formeller Sektor (a) Nicht-Regierungsorganisation (NRO) Von der Rechtsform her handelt es sich bei den NROs i.d.r. um eingetragene Vereine. Auf den ersten Blick scheint es, als ließe sich mit Mikrofinanz kein großes Geld verdienen. Der Schein trügt. Bei Entwicklungsprogrammen für die Förderung von Kleinbauern und Kleinunternehmer mit subventionierten Krediten geht es um viel Geld. Entwicklungsmakler, die Kontakte zwischen Gebern und Nehmern herstellen, Experten, Regierungsstellen und private oder halbstaatliche Partnerorganisationen, die ihre Dienste für die Durchleitung von Krediten an eine Zielgruppe (meistens Arme ) anbieten, profitieren in erheblichem Umfang von derartigen Programmen. Nicht-Regierungsorganisation (NRO) stellen sich dabei flexibel und geschickt auf die jeweiligen Prioritäten der Geber und deren Entwicklungshilfe-Etats ein. Sie lernen schnell. Die Sprache der Geber zu sprechen. Kreditfonds von Gebern sehen i.d.r. große Gewinnspannen für die Partnerorganisationen vor, die häufig mit hohen Kosten und ineffizientem Management arbeiten und oft die Zielgruppe verfehlen. Mangelnde Kontrollen sowohl seitens der Geber, als auch seitens der Empfänger bieten Gelegenheit zu Mißbrauch. Während einige dieser Partnerorganisationen sich bemühen, ihre schwierige Aufgabe nach besten Kräften zu erfüllen, gibt es viele, die hauptsächlich für eigene Zwecke arbeiten. Derartige Selbsthilfeorganisationen zur Erlangung von

8 8 Fremdhilfe sind von zweifelhaftem entwicklungspolitischen Wert. Sie sind besonders als Anbieter von Finanzdienstleistungen wenig geeignet. Bei der häufig auftretenden Kombination von Ausbildung, Beratung und Kredit ergibt sich ein zu Recht kritisierter, undurchsichtiger Service-Mix, der sich jeder Evaluierung entzieht. Unbestritten ist, daß in der Entwicklungszusammenarbeit Ausbildung und Beratung von zentraler Bedeutung sind und subventioniert werden müssen. Demgegenüber ist subventionierter Kredit eher schädlich als nützlich. Bei Krediten zu unrealistischen Bedingungen verschwimmen die Grenzen zwischen Kredit, Subvention und Geschenk. Schon in den 1980 Jahren veröffentlichte von Pischke ein vielbeachtetes Buch mit dem Titel Undermining rural development with cheap credit, mit dem ein Umdenken eingeleitet wurde. Erfahrungsgemäß kommt bei subventionierten Krediten es zu hohen Ausfallraten. Pläne zur Schaffung eines Revolvingfonds aus Kreditrückzahlungen scheitern i.d.r. an schneller Aufzehrung des Fonds durch Kosten und Kreditausfälle. Als Lösung der genannten Probleme werden Weiterentwicklung und Aufwertung derartiger NROs zu Banken empfohlen 4. Ein international beachtetes positives Beispiel hierfür ist die Grameen Bank in Bangladesh, die 1976 von Prof. Mohamad Yunus (geb. 1940) gegründet wurde. Startkapital war ein Bankkredit der Janata Bank, gesichert durch eine persönliche Bürgschaft von Yunus. Die Grameen Bank entwickelte sich nach der Flutkatastrophe von 1974 aus einem Regierungsprogramm, durch das arme Dorfbewohner zu aktiver Mitarbeit im Entwicklungsprozeß angeregt werden sollten begann die Grameen Bank mit der Vergabe von Kleinstkrediten (im Gegenwert von ca US$) an landlose Dorfbewohner (zu 90% Frauen) einerseits zur Ablösung ihrer Schulden gegenüber Geldverleihern und Händlern, andererseits um selbständige wirtschaftliche Tätigkeiten anzuregen (Kleinhandel, Kleingewerbe, Handwerk, Viehhaltung), statt wie bisher - von der Hand in den Mund zu leben. Aus dieser Initiative entstand das Projekt einer Dorfbank mit transparenter Geschäftsabwicklung auf dem Dorfplatz, wo in Gruppen organisierte Kreditnehmer ihre Kredite durch wöchentliche Rückzahlung kleiner Beträge ablösen, wobei jeweils alle Mitglieder der Gruppe der Kreditaufnahme eines Mitglieds zustimmen müssen. Mehrere Gruppen bilden eine Organisation mit wöchentlichen Treffen. Zinsen werden zu Marktbedingungen berechnet. Es wird streng auf Rückzahlung geachtet (Rückzahlungsquote fast 100%). Inzwischen ist die Grameen Bank eine echte Bank, die zum Teil mit Geschäftsanteilen der Mitglieder, zum Teil mit Geld von der Regierung und von zahlreichen Gebern 4 Zeitinger, Claus-Peter und Schmidt, Reinhard H.: Formelle Banken für den informellen Sektor, in: E+Z 36.Jahrgang 1995, Heft 7, S

9 9 finanziert wird. Von 60 Zweigstellen in 790 Dörfern (1983) umfaßt das Netzwerk inzwischen (2002) über Familien in Dörfern. (b) Credit Unions Credit Unions sind ein auf die Darlehnskassenvereine des deutschen Genossenschaftspioniers und Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen ( ) zurückgehendes Modell des formalisierten Finanzdienstleisters mit großer Nähe zu seinen Mitgliedern, die zugleich kollektive Eigentümer und individuelle Nutzer der Dienstleistungen der Genossenschaft sind. Credit Unions sind der am weitesten verbreitete Typ der Spar- und Kreditgenossenschaft. Sie sind in Lateinamerika mit bis zu 42%, in Asien mit zwischen 6% (Sri Lanka) und 32% (Thailand), in Afrika mit zwischen 7% (Ghana) und 26% (Togo) Marktanteil eine wichtige Quelle für die Finanzierung von Kleinunternehmen (Balkenhol: 1) Credit Unions betonen ihre Unabhängigkeit vom Staat, Eigenfinanzierung aus Spareinlagen und wertebezogenes Management (Nähe zur Kirche), sie gelten und sehen sich selbst als Nichtbanken, d.h. sie fallen nicht unter Bankenaufsicht. Dieses ist bis zur Überschreitung einer gewissen Größe unproblematisch und unter Kostengesichtspunkten ein klarer Wettbewerbsvorteil 5. Gründungsstrategie Credit Unions beginnen ihre Arbeit als Diskussionsgruppen zum Erlernen der Funktionsregeln ihrer geplanten Organisation, der Bedeutung des Sparens und wichtiger Regeln für den Umgang mit Geld und Kredit. In einer zweiten Phase arbeiten sie als Sparverein zur Sammlung von Einlagen von Mitgliedern, später auch von Nichtmitgliedern. Von zentraler Bedeutung ist die Zugehörigkeit aller Mitglieder zu einer bereits bestehenden Gruppe, das sog. Common Bond, als Einwohner eines Dorfs oder Stadtviertels, als Mitglieder einer Kirchengemeinde, als Arbeitnehmer eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Verwaltungsbehörde. Durch ehrenamtliche Leitung und zahlreiche Komitees werden den Mitgliedern Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an der Selbstverwaltung geboten. Solange die Credit Unions kleine, örtlich begrenzte Organisationen bleiben, arbeiten sie mit einfacher Buchhaltung. Da sie nur eine beschränkte Zahl von Dienstleistungen und Produkten anbieten, bleibt die Geschäftsführung überschaubar. Es herrscht klare Trennung zwischen gewählten, ehrenamtlichen Mitgliedervertretern im Vorstand und angestelltem, professionellem Management. 5 Zu dem Konzept und der Arbeitsweise von Credit Unions vgl. Balkenhol, a.a.o., S. 17 f.

10 10 Kreditmethode Kredite werden nach folgendem Schema vergeben: Ansparen durch regelmäßige Spareinlagen. Antrag auf Kredit, der von einem Kreditkomitee geprüft und vom Vorstand entschieden wird, Kredithöhe im Verhältnis zu dem angesparten Betrag. Sicherung durch Bürgschaft von anderen Mitgliedern mit ihren Spareinlagen (co-signers). Rückzahlung des Kredits in Raten, bei Arbeitnehmern mit festem Gehalt im Lohnabzugsverfahren. Kreditverwendung (am Beispiel Ghana, 1992): Kauf von Konsumgütern (25,4%); Erweiterung der Geschäftstätigkeit (24,2%); Wohnen, Ausbildung, Gesundheit (18,6%), Feiern (11,6%), Landwirtschaft (11,2%) und sonstige (8,9%) (Balkenhol: 3). Vorteile: Nähe zum Nutzer Kleinheit des Geschäftsbezirks, dadurch Ortskenntnis, Personenkenntnis, Systemvertrauen Starke soziale Kontrolle, Gruppenzusammenhalt, arbeiten mit eigenem, sozial kontrolliertem Geld. Vernetzung der örtlichen Organisationen mit regionalen, nationalen und internationalen Verbundstrukturen zum Liquiditätsausgleich und zur Einlagensicherung, zur gemeinsamen Nutzung von Ausbildungs-, Beratungs-, Prüfungs- und EDV-Einrichtungen. Probleme: Bei Wachstum: Lockerung des Common Bond. Bei größerer Mitgliedergruppe: geringere Orts- und Personenkenntnis, d.h. höhere Transaktionskosten, größere Risiken (wie bei Banken), Machtmißbrauch durch örtliche Eliten, ineffiziente Geschäftsführung, Wachsen externer Einflüsse. Bei Verbesserung der Lebensverhältnisse der Mitglieder: Einsetzen der Konkurrenz mit Banken, d.h. Zwang zu Dienstleistungen mit konkurrenzfähigen Preisen und zu erweitertem Leistungsangebot, z.b. Kreditkartengeschäft. Dadurch Erhöhung von Kosten und Risiken bei sinkenden Gewinnspannen. Gefährdung durch externe Finanzierung mit kaltem Geld. Die alte Streitfrage, ob Durchleiten von externen Mitteln durch bestehende Organisationen vorteilhafter ist oder die Stärkung von Spar- und

11 11 Kreditgenossenschaften (Balkenhol: 124) ist heute zugunsten der letzteren Alternative entschieden. (c) Durchleitung von extern finanzierten Krediten durch Genossenschaften Beispiel FONADER/Kamerun Die Probleme der Durchleitung von extern bereitgestellten Mitteln über Entwicklungsbanken und durch Genossenschaften an die Zielgruppe der Kleinbauern werden am Beispiel des Crédit adhérent refinancé des Nationalen Fonds für ländliche Entwicklung (Fonds National de Développement Rural, FONADER) in Kamerun Ende der 1980er Jahre illustriert 6. Der FONADER wurde 1977 durch Gesetz errichtet mit dem Ziel, durch Kredite an Erzeuger von Exportprodukten die Marktproduktion und die Vermarktungsstrukturen zu verbessern. Kunden des FONADER waren Einzelpersonen und Organisationen, wie Genossenschaften und Vorgenossenschaften, die es akzeptieren, unter Aufsicht des FONADER zu arbeiten. Die Politik der damaligen Kameruner Regierung war es: Genossenschaften zu fördern und ihren Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes zu stärken, Die Organisation von Produzenten (von Exportprodukten) und deren Professionalität zu verbessern und Die Agrarproduktion für den Markt durch überwachten Agrarkredit und Ausbildungsprogramme für Genossenschaftspersonal zu erhöhen. (Crédit adhérent: 27) Zur Vergabe von Krediten und deren Rückzahlung wurde es als unverzichtbar angesehen, bestehende Strukturen bäuerlicher Organisationen zu nutzen, wobei die noch aus der Kolonialzeit stammenden landwirtschaftlichen Genossenschaften als Agenten des FONADER und bevorzugte Kanäle für die Durchleitung von Krediten an Bauern gesehen wurden. Ein vom FONADER errichtetes Netz von Zweigstellen diente dazu, Genossenschaften die der Aufsicht durch eine Genossenschaftsbehörde unterstanden in Bankfragen zu beraten (Methoden der Kreditvergabe, Kreditüberwachung und Rückzahlung, Liquiditäts- und Solvabilitätssicherung). Zielgruppe des Kreditprogramms waren: Personen zwischen 21 und 65 Jahren 6 Vgl. zum folgenden Münkner, Hans-H. et Walter, Norbert F.: Le crédit adhérent refinancé, Manuel d enseignement sur le crédit octroyé par l intermédiaire des coopératives, élaboré à la lumière des expériences receuillies au FONADER, Cameroun, GTZ, Sonderpublikation Nr. 202, Eschborn 1987.

12 12 mit eigenen Bodennutzungsrechten, mit mindestes zweijähriger Mitgliedschaft bei einer Genossenschaft, ohne Kreditschulden, die vom Vorstand der Genossenschaft als kreditwürdig anerkannt wurden, gegebenenfalls mit Stellung von zwei Bürgen. (Crédit adhérent: 32). Die Kredithöhe bestimmte sich nach Rückzahlungsfähigkeit mit einer Höchstgrenze von 1 Million FCFA (nach heutigem Kurs ca. US$ 2.000) und einer Laufzeit von 1-5 Jahren bei Zinssätzen zwischen 6 und 12%, wobei die Genossenschaft einen Aufschlag in Höhe von 1-3% für die Deckung ihrer Kosten erheben konnte. Spätere Erhebungen ergaben, daß die tatsächlichen Kosten der Genossenschaften für die Verwaltung der FONADER-Kredite bei ca. 30% lagen. (Crédit adhérent: 33). Die landwirtschaftlichen Genossenschaften wurden als besonders geeignete Vermittler der Kredite gesehen, weil sie Ortskenntnis und persönliche Beziehungen zu den Kreditnehmern haben, nach Genossenschaftsrecht zur Buchführung verpflichtet sind sowie der Aufsicht und Prüfung durch eine staatliche Genossenschaftsbehörde unterliegen. Darüber hinaus müssen die Mitglieder nach der Satzung ihre gesamten Produkte an die Genossenschaft liefern, wodurch die Kredite zusätzlich gesichert sind. (Crédit adhérent: 37 und 39). Für die aus der englischen Kolonialzeit stammenden starken landwirtschaftlichen Genossenschaften, die im anglophonen Westkamerun die ökonomische Grundlage für die politische Identität als besonderer Teilstaat Kameruns bildeten, hatte die Einbindung in das Kreditprogramm des FONADER weitreichende Konsequenzen. Zielsetzung und Ausrichtung der Genossenschaften mußten geändert werden: Von mitglieder-getragenen, auf Selbstfinanzierung beruhenden Selbsthilfeorganisationen zu Kreditagenturen unter Aufsicht des FONADER. Das bedeutete im einzelnen: Lockerung der Bedingungen für die Kreditvergabe (um den planmäßigen Mittelabfluß zu gewährleisten), Nachlassen der Sparneigung und Rückzahlungsmoral, da es sich bei den Krediten aus Sicht der Kreditnehmer um kaltes Geld ohne soziale Kontrolle handelte, hohe Kosten und erhöhtes Risiko für die Genossenschaft, die nicht von der Kommission für die Dienstleistungen als Agentur von FONADER gedeckt waren und wegen starker Beanspruchung des Personals der Genossenschaften durch das extern finanzierte Kreditprogramm, Vernachlässigung anderer Aufgaben.

13 13 Zielgruppe des Programms waren nicht die in Subsistenzwirtschaft lebenden Kleinbauern ohne gesicherte Nutzungsrechte am Boden, sondern die besser gestellten Produzenten von cash crops. Die im anglophonen Kamerun ebenfalls gut entwickelten Credit Unions mit ihrem Spitzenverband CAMCCUL wurden wohl nicht zuletzt wegen ihrer Unabhängigkeit vom Staat und ihrer Konzentration auf die Mobilisierung von Spargeldern von Haushalten und Kleinstunternehmen - nicht in das Programm von FONADER einbezogen. Die Credit Unions starteten ihr eigenes Small Farmer Production Credit Program. (d) Selbsthilfegruppen Spar- und Bürgschaftsgruppen von Frauen als Lernphase vor Erwerb der individuellen Mitgliedschaft in einer Spar- und Kreditgenossenschaft am Beispiel des Tout petit crédit aux femmes, TPCF, Benin. Mit Unterstützung des Regionalbüros des Internationalen Genossenschaftsbundes für Westafrika (ACI-BRAO) hat der nationale Genossenschaftsverband der Spar- und Kreditgenossenschaften FECECAM- Benin ein Programm begonnen, das Frauen über eine Gruppenmitgliedschaft und Gruppenkonten den Zugang zu Kleinstkrediten eröffnet ohne das vorgeschriebene Ansparen als Voraussetzung für Vollmitgliedschaft in einer Genossenschaft und Kreditaufnahme. Rückzahlungen fließen zum Teil in gemeinsame Sparkonten. Von der Bürgschaftsgruppe als einer Art vormitgliedschaftlicher Phase aus kann eine Teilnehmerin später die reguläre Mitgliedschaft in der Genossenschaft erwerben. Externe Mittel für die Kreditfinanzierung sind nicht erforderlich, da die meisten Kreditgenossenschaften mehr Spareinlagen als Kreditnachfrage für kreditwürdige Projekte vor Ort haben. Aber die Kleinstkreditprogramme (durchschnittliche Kredithöhe 50 bis 200 US$) verursachen erhebliche Kosten für Personal, Ausbildung, Beratung und Betreuung. Je ärmer die Mitglieder, desto geringer ihre Fähigkeit, Kredite aufzunehmen und mit Zinsen zurückzuzahlen, was wiederum Voraussetzung dafür ist, daß die Genossenschaften Einkommen erzielen. Die Ausdehnung der Dienstleistungen auf Arme bleibt ein Zuschußgeschäft, das entweder aus Überschüssen der Genossenschaft oder durch externe Zuschüsse finanziert werden muß. Als Lösung wird die Bildung eines genossenschaftlichen Entwicklungsfonds vorgeschlagen, wie er z.b. in Italien gesetzlich geregelt ist. Ein derartiger Fonds würde aber nicht zur Refinanzierung von Krediten dienen, sondern für Maßnahmen im Bereich der Entwicklung von Humanvermögen (Alphabetisierungskurse, Ausbildung von Promotoren und Barfuß -Beratern) 7. 7 Zur Entwicklung von Humanvermögen vgl. Ullrich, Gabriele: Entwicklung von Humanvermögen in genossenschaftlichen Verbundsystemen Erfahrungen mit der

14 14 (e) Spar- und Kreditgenossenschaften von Frauen im Senegal Im Senegal wurde Ende der 1990 Jahre mit einer Anfangssubvention des ACI- BRAO und der norwegischen Genossenschaften ein Programm zur Organisation von Spar- und Kreditgenossenschaften von Frauen kombiniert mit der Ausbildung von Promotoren, Dorf-Freiwilligen und einem Alphabetisierungsprogramm begonnen. Alphabetisierung zunächst in nationalen Sprachen (z.b. in Wolof) aber auch in französischer Sprache wird als wichtig angesehen, um z.b. Vorgänge in Organisationen transparent zu machen und zu dokumentieren (Satzung lesen, Bücher führen, Protokolle schreiben, Arbeitsprogramme aufstellen, mit anderen Organisationen kommunizieren, Rechnungen schreiben und lesen, Waagen benutzen). Anders als bei ROSCAs werden in Spargruppen Einlagen gesammelt, um sie nach Effizienzkriterien als Kredite an Mitglieder für den Kauf von Saatgut und Düngemitteln, für die Herstellung von organischem Dünger, für Lager- und Transportkosten etc. einzusetzen. Die Spar- und Kreditgenossenschaften von Frauen entstehen im Rahmen von landwirtschaftlichen Genossenschaften, die über Erfahrungen und ein nationales, dreistufiges Netz von Organisationen verfügen und z.b. die Kontakte zu den norwegischen Genossenschaften und zum ICA BRAO hergestellt haben. Förderungsmittel der externen Geber wurden für Beratung durch einheimische Fachleute (z.t. Marburger Kooperationsökonomen) und für die Ausbildung von Dorf-Freiwilligen genutzt. Dorf-Freiwillige werden vom Dorf aus dem Kreis der Einwohner benannt und kehren nach ihrer Ausbildung wieder in ihr Dorf zurück, um dort zum eigenen Nutzen täglich zu praktizieren, was sie gelernt haben und so Multiplikatorwirkung entfalten. Nach Aussagen beteiligter Frauen, führt die Mitgliedschaft in den Spar- und Kreditgenossenschaften dazu, daß durch Kleinhandel, Obst- und Gemüseproduktion für den Markt (insbesondere Zwiebeln und Kartoffeln) und Kleinhandwerk erstmals eigenes Geld verdient wird. Dadurch verbessert sich der soziale Status der Frauen in ihrer Familie und im Dorf. Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Betreiben ihrer eigenen Organisation zwingen zu ständigem Lernen und eröffnen neue Kontakte zu Nachbarorganisationen, Zugang zur Weiterbildung und Entwicklung neuer Fähigkeiten. Inzwischen finden die senegalesischen Spar- und Kreditgenossenschaften von Frauen als erfolgreiche Beispiele von örtlichen Selbsthilfeorganisationen international Beachtung. Umsetzung von Konzepten in die Praxis, Marburger Beiträge zum Genossenschaftswesen 41, Marburg 2003.

15 15 4. Schluss Außer in Extremfällen (Krieg, Vertreibung, Seuchen, Naturkatastrophen) ist Armut nicht in erster Linie ein Mangel an Ressourcen, sondern eine Geisteshaltung (a state of mind). Armut entsteht durch Mangel an Wissen, an Zugang zu Informationen, Ausbildung, Märkten, Kredit. Armut ist eine Folge von Diskriminierung oder Ausbeutung, besonders dann, wenn durch schnellen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und technologischen Wandel altes Wissen entwertet wird, und der Zugang zu neuem Wissen versperrt ist. Ein Beweis für diese These ist, daß in den ärmsten Gebieten (Nordghana, ländliches Nepal) Sparleistungen beträchtlichen Ausmaßes erbracht werden, wenn Systemvertrauen und Personenvertrauen bestehen. Erfahrungen der letzten Jahrzehnte werden unterschiedlich bewertet: Die professionelle Meinung von Praktikern der Entwicklungszusammenarbeit zur Strategie des institution building i.s. eines up-grading von NROs mit Finanzdienstleistungen zu Banken kann wie folgt zusammengefaßt werden: Banking for the poor Eckpfeiler dieses Konzepts sind (Zeitinger und Schmidt: 167) Kein unmittelbarer Einfluß der Zielgruppe auf die Kreditvergabe (aber mittelbarer Einfluß über den Verbund), also kein banking with the poor sondern banking for the poor. Ein klares Selbstverständnis der NRO als Finanzinstitution, mit dem Mindestziel der Kostendeckung und keine institutionelle Vermischung von Finanzdienstleistungen mit anderen Aufgaben wie Ausbildung und Beratung. Eine sowohl für die Kunden als auch für die Finanzinstitution effiziente, kostengünstige Kreditmethode. Eine transparente Personalpolitik, die den Betroffenen (insbesondere den Bankangestellten) klare ökonomische Anreize setzt. Ein Konzept, das eine soziale, politische Vision mit bankbetrieblichen Restriktionen vereinbar macht. Eine organisatorisch-institutionelle Autonomie der kreditvergebenden Institution sowie an Realkapitalerhaltung interessierte Eigentümer. Die teure, ineffiziente Praxis der Förderung hunderter kleiner und ineffizienter NRO mit integriertem Förderungsprogramm sollte man langsam verlassen. Die Arbeitsweise dieser kleinen NROs kann und will niemand überprüfen. Sie sind nur in Ausnahmefällen geeignet. Aber dieser Entwicklungspfad ist zugleich langwierig und teuer ein doppeltes Problem, wenn es an Zeit und Geld fehlt. Für die Weiterentwicklung von Finanz-NROs zu Banken braucht man einen langjährigen Planungshorizont.

16 16 Die EZ-Organisation braucht einen entsprechend hohen Mittelrahmen und intensive Maßnahmen zum Institution Building. Sie muß selbst ein verläßlicher Partner ihrer Partnerorganisation werden. Das erfordert Umdenken, ist administrativ schwierig und kostet viel Geld und Arbeit. Der aufzuwertenden Finanz-NRO müßte in der Anfangsphase externes Kapital zugeführt werden. Aber nach den Regeln der deutschen EZ ist eine temporäre Kapitalbeteiligung der GTZ an Finanzinstitutionen von Seiten des BMZ nicht erlaubt. Unabhängig davon: Mit kaltem Geld ist nachhaltige Basisentwicklung nicht zu erreichen. Gefördert werden kreditwürdige Personen im formellen Bereich. Die eigentliche Zielgruppe, die Akteure des informellen Sektors, d.h. die Masse Armen, wird ausgegrenzt. Banking with the Poor Dem stehen die positiven Erfahrungen mit der Grameen Bank, mit Credit Unions und anderen Genossenschaften und mit dezentral organisierten aber auf verschiedenen Ebenen vernetzten Selbsthilfegruppen gegenüber. Entwicklung findet in den Köpfen statt, nicht auf Bankkonten. Institutionen lassen sich langsam aber sicher auch von unten aufbauen. Millionen Projekte sind für die Entwicklung von unten und innen wichtiger als Millionenprojekte. Basisentwicklung von unten nach oben erfordert die Kombination von Information, Ausbildung, Beratung und Zugang zu Sparen und Kredit (zur Geldwirtschaft). Wenn mit externem (kalten) Geld finanziert, ist die sachgerechte Verwendung von Mitteln in der Tat schwer zu kontrollieren. Wenn der Zugang zur Geldwirtschaft aber auf eigenem Sparen aufbaut und nach selbst gewählten Regeln statt nach importierten Mustern erfolgt, kann soziale Kontrolle vor Ort Mißbrauchsmöglichkeiten erheblich eindämmen. Wie Basisentwicklung mit sozial kontrolliertem Geld erfolgreich betrieben werden kann, haben Sozialreformer wie Raiffeisen vor 150 Jahren vorgeführt. Gebraucht werden: Ein klares, realistisches und überzeugendes Konzept. Ein Primärpromotor (Raiffeisen, Yunus, Coady u.a.) und Sekundärpromotoren, d.h. gut ausgebildete und motivierte Berater, die ihr Wissen mit Interessenten an der Basis teilen (knowledge-sharing) und gemeinsam mit Basisgruppen angepaßte Entwicklungsmodelle entwerfen und propagieren.

17 17 Eine Aufbauorganisation, sei es ein Verband, ein Institut oder eine Behörde, die Sekundärpromotoren rekrutiert und deren Einsatz koordiniert, Beratungsund Prüfungsdienste anbietet und Verbindungen zwischen örtlichen Initiativen, Zentralen und Verbänden fördert. In seiner neuesten Publikation empfiehlt das ILO genossenschaftliche Selbsthilfe als Methode zur Minderung der Armut 8. An der Universität Marburg wurden zwischen 1963 und 2000 ca. 250 Diplom- Kooperationsökonomen in einem besonderen 4-jährigen Studiengang und einem besonderen Stipendienprogramm ausgebildet 9, von denen einige in den geschilderten Programmen der Basisentwicklung als Promotoren mitarbeiten (z.b. der Direktor des ICA-BRAO in Ouagadougou und mehrere Berater im Senegal). Inzwischen sind 3 der ursprünglich 4 von der hessischen Landesregierung für diese Entwicklungshilfemaßnahme im Universitätsbereich bereitgestellten Personalstellen umgewidmet worden (aus Agrarökonomie und Genossenschaftslehre, Prof. Kuhn, wurde Wirtschaftsinformatik II), die Stelle Betriebswirtschaftslehre und Genossenschaftslehre, Prof. Stoffregen ging nach Kassel, die Professur für in- und ausländisches Gesellschaftsrecht und Genossenschaftslehre, Prof. Münkner, wird eine weitere BWL-Professur). Im Jahre 2002 wurde der Studiengang u.a. mangels Lehrpersonal eingestellt, nachdem die hessische Landesregierung das vorübergehend eingestellte Stipendienprogramm gerade wieder aufgenommen hatte. 8 9 Birchall, Johnston: Rediscovering the cooperative advantage poverty reduction through self-help. ILO Geneva Vgl. hierzu z.b. Institut für Kooperation in Entwicklungsländern (Hrsg.): Bildungsinvestitionen in der Dritten Welt als Schlüssel zu eigenständiger Entwicklung, 25 Jahre Studiengang Diplom-Kooperationsökonom, Marburg 1991; Institute for Cooperation in Developing Countries (Ed.): New Chances for Co-operative Self-help in the Context of Liberalization and Globalization, practical experiences and theoretical reorientation, Report on the Seminar for Graduates of Co-operative Economics from 24th to 29th January 2000, Marburg 2000.

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