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2 Alexander KRITIKOS Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Vergabe von Kleinkrediten mit bedingter Gruppenhaftung Dr. Alexander Kritikos ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie (Mikroökonomie) an der Europa- Universität Viadrina. Finanzielle Unterstützung der Studie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird dankend anerkannt.

3 Abstract: Auf Kreditmärkten führen die Probleme der adversen Selektion und des Moral Hazard zu Kreditrationierung. In der Folge sind Vermögenslose, die zur Besicherung von Krediten nicht fähig sind, vom Kreditmarkt ausgeschlossen. Die Einführung einer bedingten Gruppenhaftung zwischen Gruppen von Kreditnehmern kann für Banken dann eine Ersatzsicherheit darstellen, wenn die Kreditnehmer hinreichend arm sind. Weiterhin ermöglicht diese Vertragsgestaltung, die Übertragung eines Teils des Risikos und der mit der Kreditvergabe verbundenen Kosten auf den Kreditnehmer. Ertragreich ist dieses Kreditgeschäft erst, wenn eine langfristige Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kreditnehmer eingegangen wird. Dies wird bei vermögender werdenden Kreditnehmern nur durch einen Anstieg der Ausstiegskosten realisierbar. JEL Classification: D8, G2, O2

4 1. Einleitung und Ausgangslage Der Zugang zu Kreditmärkten ist aus zwei Gründen beschränkt. Erstens werden Kredite nur gegen ausreichende Sicherheiten vergeben. Zweitens verteuert die Forderung nach Sicherheiten die Bearbeitung von Krediten, so daß sich die Kreditvergabe für Geschäftsbanken erst ab einem bestimmten Mindestvolumen rentiert. Folglich sind vor allem die Ärmsten - aufgrund von weiteren Hemmnissen mehrheitlich Frauen - vom Kreditmarkt ausgeschlossen, da sie nur kleine Beträge benötigen und im allgemeinen keine herkömmlichen Sicherheiten bieten können. Aufgrund dieser Zwangslage befinden sie sich in einem Teufelskreis: niedriges Einkommen, keine Ersparnis, keine Sicherheit, keine Kredite, keine Investition, niedriges Einkommen. Die "Neue Institutionenökonomie" liefert die Ursachen für die Zutrittsbeschränkung: Asymmetrisch verteilte und kostspielige Informationen auf einem unregulierten Finanzmarkt führen zu Kreditrationierung (Stiglitz, 1989). Aus diesem Grund resultieren "freie" oder völlig deregulierte Finanzmärkte in einem ineffizienten Marktergebnis. Denn eine Bank weiß bei der Auswahl der Kunden nicht, ob der jeweilige Kunde für sie ein "gutes Risiko" darstellt und nach Kreditauszahlung das tun wird, was er vor Auszahlung vorgegeben hat zu tun. Vielmehr sehen sie sich zwei Schwierigkeiten konfrontiert. Erstens existieren unter den Kreditnehmern unterschiedliche Ausfallrisiken, woraus das Problem der adversen Selektion erwächst. Zweitens besteht die Gefahr des Moral Hazard, wonach nach Auszahlung des Kredits entweder Handlungen vorgenommen werden, die die Rückzahlungswahrscheinlichkeit negativ beeinflussen, oder die Kreditnehmer nach erfolgreicher Investition nicht zur Kredittilgung bereit sind (letzteres wird häufig auch als "enforcement"-problem apostrophiert). 1 Folglich werden Banken Kredite nur gegen ausreichende Sicherheiten vergeben, was sich eben nur ab einem bestimmten Mindestbetrag lohnt. Ein Teil der Kreditnachfrage bleibt dann unbedient, so daß Investitionstätigkeit und Wirtschaftswachstum eingeschränkt werden. Ein derart ineffizientes Finanzsystem erklärt zu einem Teil die ökonomische Situation in vielen Entwicklungsländern, in denen der überwiegende Anteil der Bevölkerung vom Kreditmarkt ausgeschlossen ist. 2 Es hemmt aber auch das Wachstum in den Ländern der ehemaligen Ostblockstaaten, in denen viele Erwerbspersonen, die aus ineffizienten Mammutbetrieben entlassen wurden, auf den Aufbau eines selbständigen Klein(st)betriebs angewiesen sind - dafür aber von den Banken keine liquiden Mittel erhalten. Auch wenn in Industrienationen nur eine Minderheit durch die Forderung nach Sicherheiten und einem bestimmten Mindestbetrag vom 1 Dazu auch Stiglitz und Weiss (1981), Smith/ Warner (1979) sowie Jaffee/ Russell (1976). 2 Für die speziellen Charakteristika von Kreditmärkten in Entwicklungsländern vgl. Krahnen/ Schmidt (1994) und Hartig (1989). Weitergehende Überlegungen zu einer verbesserten Kreditvergabe in diesen Ländern wurden von Stiglitz (1990) und Besley/ Coate (1995) angestellt.

5 2 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Kreditmarkt ausgeschlossen sind, bleibt den betroffenen Klein(st)-Unternehmern gleichwohl der Zugang zum Kreditmarkt versperrt, so daß im bestehenden Kreditsystem Wachstumspotentiale nicht genutzt werden. Notwendige Voraussetzung für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung sind daher (den jeweiligen Entwicklungsstand einer Region berücksichtigende) Finanzinstitutionen, die Kreditverträge so mit Anreizen ausstatten, daß die Folgen asymmetrischer Information geringer und der Zugang zum Kreditmarkt frei(er) werden. Im folgenden soll nicht ein weiterer theoretischer Mechanismus zur Bereicherung der Principal-Agent Literatur beschrieben werden, sondern ein praktizierter Mechanismus, der z.b. von der Grameen Bank in Bangladesh erfolgreich angewendet wird. Basis dieses Mechanismus ist die Bildung von Gruppen von Kreditnehmern 3, die in ihrem Gruppengefüge durch eine bedingte gegenseitige Verantwortlichkeit der Bank als Ersatz für herkömmliche Sicherheiten dienen. Die einzelnen Stufen des Mechanismus werden in Kapitel 2 des Artikels beschrieben, in Kapitel 3 werden die Voraussetzungen zur Anwendung des Mechanismus dargelegt, Kapitel 4 benennt den Nutzen des Mechanismus für eine Finanzinstitution, die Kleinkredite vergibt. In Kapitel 5 werden weitergehende Risiken aufgezeigt und in Kapitel 6 die wichtigsten Ergebnisse zusammengefaßt. 2. Der Gruppenmechanismus Die Grameen Bank in Bangladesh und andere Institute 4 wie z.b. die BancoSol in Bolivien, Fundusz Mikro in Polen oder Working Capital in USA agieren als Finanzinstitutionen, die ausschließlich unter der "Armutsgrenze" lebende Bedürftige ohne Eigentum mit Kleinstkrediten versorgen. Die Kredite werden für produktive Zwecke, ohne dingliche Sicherheit oder Garantie und auf der Grundlage einfacher Verfahren vergeben. 5 Ziel dieser Banken ist es, der Gruppe der Ärmsten und zumeist Unterbeschäftigten die Möglichkeit zur Selbständigkeit zu eröffnen. Grundlage hierfür ist ein Anreizsystem, durch das i) ausschließlich gute Risiken 3 Die Bildung solidarischer Gruppen zur Reduzierung von Unsicherheit und Informationsdefiziten im Kreditwesen ist in Deutschland bekannt seit den genossenschaftlichen Ansätzen von Schultze-Delitsch (vgl. dazu Bonus, 1994: 38f). Allerdings gleichen die Genossenschaftsbanken eher dem Ansatz der "Rotating Savings and Credit Associations" (RoSCas); für eine Darstellung der Unterschiede siehe Krahnen/ Schmidt (1994). 4 Einen umfassenden Überblick über derartige Banken gibt der MicroCreditSummit (1997). 5 In manchen Ländern - so auch in Bangladesh - werden diese Kredite in erster Linie an Frauen vergeben, da diese aufgrund des sozioökonomischen Umfelds die besseren Kreditnehmerinnen sind. Eine Analyse der Gründe für die bessere Rückzahlungsmentalität weiblicher Kreditnehmer wird an anderer Stelle geliefert. Der Autor möchte an dieser Stelle nur betonen, daß für dieses Verhalten ökonomische und nicht geschlechtsspezifische Gründe sprechen wie in Bernasek et.al. (1997) behauptet.

6 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 3 Kredite erhalten sollen und durch das sich ii) jeder Kreditnehmer bei Vertragsbruch schlechter stellen würde als bei Vertragseinhaltung Gruppenzusammensetzung Das zentrale Element des Mechanismus ist die Gruppe, die freiwillig von jeweils 4-7 nicht miteinander verwandten Personen ähnlichen Alters, (in manchen Ländern gleichen Geschlechts) und mit ähnlichen Investitionsvorhaben gebildet wird. Die Gruppe muß nach Möglichkeit in folgenden weiteren Punkten homogen sein: Die Personen sollen im gleichen Ort (aber in unterschiedlichen Haushalten) leben, über ähnliches Einkommen verfügen, kein oder nur geringfügig Land bzw. Produktionsfaktoren besitzen und einen ähnlichen Bildungsstand haben. Mit diesen Homogenitätskriterien soll die Gruppe folgenden Voraussetzungen genügen: i) Zwischen den Gruppenmitgliedern soll eine gute Kommunikation gesichert sein. ii) Die Gruppenmitglieder sollen keinen Zugang zum herkömmlichen Kreditmarkt haben (was bei größerem Landbesitz möglich wäre), so daß der Zugang zu einem Kredit nur über die Gruppenmitgliedschaft möglich ist, und damit diese Gruppenzugehörigkeit Nutzen stiftet. Das bedeutet gleichzeitig, daß iii) hohe Bedürftigkeit aufgrund eines geringen Einkommens der einzelnen Mitglieder dazu führen soll, daß ein größerer Anreiz zur Rückzahlung des ersten Kredits besteht, um sich den Zugang zu weiteren Krediten zu sichern. 2.2 Aufgaben der Gruppe Die Gruppe wählt zunächst einen Vorsitzenden und einen Sekretär für ein Jahr. Diese berufen regelmäßige Treffen der Gruppe ein, haben für Anwesenheit der Mitglieder zu sorgen und sammeln die Ersparnisse ein, die bis zu einem bestimmten Mindestbetrag verpflichtend und bereits vor Auszahlung des ersten Kredits zu leisten sind. Während der Treffen werden die benötigten Kreditvolumina der Mitglieder von der Gruppe diskutiert. Dies umfaßt eine sorgfältige Prüfung und Bewertung (auch anhand der eigenen Kenntnisse über die Märkte), ob das jeweilige 6 Der Mechanismus ist inzwischen auf zahlreiche Länder (auch der 1. Welt) übertragen worden, so daß im folgenden allgemein von Bank gesprochen wird. Entsprechend wird auch die Beschreibung des Mechanismus nicht auf eine spezielle Bank ausgerichtet sein. Da der Autor Teilnehmer eines von der "Deutschen Komission Justitia et Pax" organisierten "Exposure und Dialogue Programme" bei der Grameen Bank in Bangladesh war, beziehen sich die empirischen Beobachtungen auf Erkenntnisse aus Interviews mit Managern und Kreditnehmerinnen der Grameen Bank, Bangladesh.

7 4 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Kreditvolumen nicht zu hoch, die Investitionen ausreichend produktiv, das Betriebskonzept so tragfähig und die Fähigkeiten des Kreditnehmers so vorhanden sind, daß rasche und regelmäßige Erträge erzeugt werden, die die Zahlung der fälligen Zins- und Tilgungsraten ermöglichen. Der Kredit muß innerhalb eines kurzen Zeitraums (z.b. 1 Jahr) getilgt sein. 7 Kreditanträge werden de facto von der Gruppe (nicht von der Bank!) bewilligt, so daß die Bank die beantragte Kreditsumme dem jeweiligen Gruppenmitglied nach der Empfehlung durch den Gruppenvorsitzenden (im allgemeinen ohne weitere Prüfung) auszahlt. Sie registriert einzig den Verwendungszweck, um bei späteren Stichproben die tatsächliche Verwendung überprüfen zu können. Nach Auszahlung hat der Kreditnehmer die Pflicht, den Betrag innerhalb kürzester Zeit für die vorgesehene Investition zu verwenden. Die fällig werdenden Raten sind dem Gruppenvorsitzenden zu übergeben, der sie an die Bank weiterreicht. Weiterhin soll die Gruppe überwachen, daß der Kreditbetrag für den zuvor angegebenen Verwendungszweck ausgegeben wird und die Ratenzahlungen pünktlich erfolgen. Verantwortlich für die Überwachung zeichnen erneut der Vorsitzende und sein Sekretär. Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung und/oder der Rückzahlung werden der Gruppe berichtet, die dann über mögliche Sanktionen berät. 2.3 Die Aufgaben des Centers In der Grameen Bank und ihren zwei Dutzend Replikationen werden, sobald es 6-10 Gruppen in näherer Umgebung gibt, diese zu einem Center zusammengeschlossen. Dessen Mitglieder (i.a. 40 an der Zahl) wählen einen Centervorsitzenden und seinen Stellvertreter für ein Jahr. Die Treffen des Centers finden ebenso wöchentlich statt. Auch hier ist es Pflicht aller Mitglieder, zu jedem Treffen zu erscheinen. Für das Abhalten der Treffen und für die Anwesenheit der Mitglieder ist der Vorsitzende des Centers verantwortlich. Weiterhin sammelt er von den Gruppenvorsitzenden die wöchentlichen Raten ein und übergibt diese der Bank. 8 Die weiteren Aufgaben des Centers sind: die Motivation seiner Mitglieder, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich ihnen durch die Gewährung von Krediten eröffnen, um ihre Lebenssituation langfristig zu verbessern; 7 In Bangladesh betragen die Zinsen 20% (bei einer Inflationsrate von 8%). Die Raten sind wöchentlich fällig. In den meisten anderen Ländern wird dagegen eine vierzehntägige oder monatliche Fälligkeit der Raten festgelegt. 8 Andere Finanzinstitutionen wie die oben genannte BancoSol verzichten auf die Bildung von Centern und konzentrieren sich nur auf die Gruppenbildung. Für eine detaillierte Übersicht über die unterschiedlichen Organisationsformen siehe Hulme/ Mosley (1996). Vor- und Nachteile der Centerbildung werden später diskutiert.

8 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 5 die Stärkung der Eigenverantwortung der Kreditnehmer hinsichtlich der Einhaltung der Regeln; die Förderung der Kooperation zwischen den Mitgliedern; die Ausbildung der Mitglieder; die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern. 2.4 Das Anreizsystem Warum sollten die Mitglieder einer Gruppe oder eines Centers tatsächlich diesen Aufgaben nachkommen? Warum sollten sie nicht nur deren Erfüllung vorgeben, um möglichst schnell einen Kredit zu erhalten? Um einer Gruppe den Anreiz zu geben, diese Aufgaben zu erfüllen, hat die jeweilige Finanzinstitution ein vielstufiges Anreizsystem geschaffen: 1) Die Auszahlung der einzelnen Kreditbeträge an die Gruppenmitglieder erfolgt über drei Stufen, also bei 5 Personen nach der Regel Zunächst werden die zwei ärmsten Gruppenmitglieder mit einem Kredit versorgt. Zahlen diese in den ersten zwei Monaten regelmäßig alle Raten zurück, erhalten die nächsten zwei Mitglieder einen Kredit, nach weiteren zwei Monaten der Gruppenvorsitzende. Wird die Tilgung unregelmäßig vorgenommen oder gar ausgesetzt, so kann die Gruppe den säumigen Zahler ausschließen (wenn dieser nicht ohnehin die Gruppe verlassen hat) und muß dessen Schulden zurückzahlen, um sich weiterhin den Zugang zum Kreditmarkt zu erhalten. Das bedeutet gleichzeitig, daß die übrigen Gruppenmitglieder keinen Kredit erhalten, wenn sie den Kreditausfall nicht kompensieren können. Die Gruppenmitglieder haften folglich bei Kreditausfällen bedingt gesamtschuldnerisch, sofern sie weiterhin partizipieren wollen. Sie verschließen sich den Zugang zum Kreditmarkt, wenn sie die Schulden der Gruppe nicht begleichen, was dennoch bedeutet, daß diese Haftung nicht existenzgefährdend ist. Vor allem bei unregelmäßigen Zahlungen sind die übrigen Gruppenmitglieder zunächst angehalten, dem Kreditnehmer zu helfen, zum einen indem sie - wenn möglich - die Raten übernehmen, zum anderen durch weitere "Beratung" hinsichtlich der getätigten Investition des säumigen Zahlers. Erst bei anhaltenden Rückständen können die übrigen Gruppenmitglieder einstimmig über den Ausschluß eines Mitglieds abstimmen oder diesem eine zweite Chance mittels eines weiteren Kredits geben, falls sich für die Zukunft ein besseres Rückzahlungsverhalten erwarten läßt. Verläßt ein Mitglied die Gruppe oder wird es ausgeschlossen, so ist es Aufgabe der Gruppe, binnen kurzer Zeit die Gruppengröße wieder auf mindestens vier Personen aufzustocken. Entscheidungen über die Aufnahme von neuen Mitgliedern müssen

9 6 F.I.T. Discussion Paper 13/98 in der Gruppe einstimmig gefällt werden. Die Gruppe kann jederzeit freiwillig verlassen werden, wenn das Mitglied keine Schulden hat. Um die Folgen des Ausschlusses eines Kreditnehmers - also insbesondere der Schuldenübernahme - abzufedern, ist jeder Kreditnehmer verpflichtet, einen Teil der Kreditsumme in einem zu errichtenden Gruppenfond einzuzahlen. Nicht zurückgezahlte Kredite können dann soweit wie möglich aus dem Gruppenfond und aus den Zwangsersparnissen getilgt werden. 9 Weiterhin gehören alle mit dem Kredit erstandenen Güter und Grundstücke (sofern vorhanden) bis zur vollständigen Abzahlung der Bank und können ebenso zur Tilgung herangezogen werden. Den geschädigten Gruppenmitgliedern bleibt es unbenommen, auf privatem Wege die übernommenen Schulden bei dem ausgeschlossenen Mitglied einzufordern. Gerade bei der ersten Kreditauszahlung an die ersten zwei Gruppenmitglieder trifft eine Insolvenz die Gruppe und/oder die Bank am härtesten, da das Polster zur Rückzahlung des Kredits noch klein ist. Um die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungseinstellung aber möglichst gering zu halten, werden die jeweils Ärmsten einer Gruppe mit Krediten zuerst "bedient", da von diesen angenommen werden kann, daß sie das höchste Interesse an einem weiteren Zugang zum Kreditmarkt haben und folglich alles daran setzen werden, um die fälligen Raten zu leisten. Existiert in dem Dorf ein Center, so ist dieses für die vollständige Rückzahlung der Kredite verantwortlich, wenn eine ganze Gruppe ausscheidet, sei es weil sie entweder die Schulden einzelner Mitglieder nicht begleichen konnte oder weil das Center die Gruppe wegen Mißachtung einer Regel ausgeschlossen hat. Zur Begleichung der Schulden gehen die mit den Krediten gekauften Güter und der Gruppenfond auf den Center über. 2) Ein zweites wesentliches Element des Mechanismus ist, daß jedes Mitglied einen Anreiz hat, Reputation als zuverlässiger Kreditnehmer zu erwerben, wobei eine unzuverlässige Rückzahlungsmentalität auch negative Auswirkungen für die anderen Gruppenmitglieder hat. Denn jedes Mitglied erhält zu Anfangs einen Kredit bis zu einem zuvor festgelegten Höchstbetrag, der innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden muß. Einen zweiten höheren Kredit bekommt jedes Mitglied erst, wenn der erste eigene aber auch die übrigen Kredite aller anderen Gruppenmitglieder zurückgezahlt wurden. Die höchstmögliche Kreditsumme, die nach einigen Jahren der "Bewährung" erreicht werden kann, beträgt je nach Land das drei- bis fünffache des ersten Kredites. 10 Da davon auszugehen ist, daß der erste Kredit noch nicht zu einer 9 In Bangladesh müssen bei Auszahlung des Kredits 5% der Kreditsumme sofort und darüber hinaus jeden Monat 1 der Kreditsumme in den Gruppenfond eingezahlt werden. 10 In Bangladesh beträgt der erste Kredit höchstens ca. $100. Diese Höchstgrenze steigt nach einigen Jahren der Bewährung auf bis $300. In Polen liegt der anfängliche Höchstkredit bei $1500 und steigt bis auf ca $7000 an. Die Kaufkraft dieser Kredithöchstsummen ist annähernd gleich.

10 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 7 wesentlichen Verbesserung der Einkommenssituation führt und im allgemeinen zum Aufbau einer realen Eigenkapitalbasis genutzt wird, hat jedes Mitglied ein vitales Interesse daran, sich auch weiterhin den Zugang zum Kreditmarkt zu erhalten, um eine schrittweise Erhöhung der Kreditsumme möglich zu machen. Darüber hinaus erhalten zuverlässige Mitglieder Zugang (und damit zusätzlichen Anreiz zur Rückzahlung) zu anderen Krediten, wie z.b. Hauskrediten, die über mehrere Jahre getilgt werden und einen niedrigeren Zinssatz haben. Ein weiterer Aspekt sind Kredite, die zusätzlich von der Gruppe selbst aus dem Gruppenfond zu variablem Satz an ihre Mitglieder für deren weitergehende Investitionen vergeben werden können. Hier entscheidet die Gruppe einstimmig über die Höhe des Kredits und über den Zinssatz, der von ihrem Gruppenmitglied verlangt werden soll. Der Gruppenfond ist bis zu 50% beleihbar, wobei die Gruppe dabei zu berücksichtigen hat, daß ihre Rücklage reduziert wird. 2.5 Die Gruppenbildung Die Implementierung eines derartig vielstufigen Sanktionsmechanismus führt dazu, daß die Gruppenbildung zu einem zentralen Punkt des Ansatzes wird. Nur eine homogene, gut funktionierende Gruppe gewährleistet einen effektiven Einsatz des Mechanismus. Neben den oben genannten Kriterien ist es von essentieller Bedeutung, daß die Gruppe sich aus ähnlichen Risiken zusammensetzt, da "gute" Risiken kein Interesse haben, mit "schlechten" Risiken zusammenzugehen, auch wenn letztere dies unter bestimmten Voraussetzungen bevorzugen würden. 11 Folglich muß es Ziel der Bank sein, den Teilnehmern soweit wie möglich ihre wahre Risikoeinstellung zu entlocken und den übrigen Personen transparent zu machen, so daß sich die späteren Gruppenmitglieder gegenseitig vertrauen können. Um dies faktisch zu realisieren, erhalten die potentiellen Gruppenmitglieder in Form eines von der Bank durchgeführten Trainings vor der Gruppenbildung möglichst viele Informationen über den Mechanismus. Die Gruppenbildung erfolgt nach dem Training, 12 nachdem allen zukünftigen Gruppenmitgliedern die zentrale Bedeutung der Zusammensetzung der Gruppe klar geworden ist. Wenn sich die Mitglieder nicht bereits vorher z.b. in der Nachbarschaft zu einer Gruppe geformt haben, werden nach dem Training Rollenspiele zwischen allen anwesenden Personen abgehalten. Dabei muß jedes Mitglied seine Vorgehensweise darstellen, wie es als Vorsitzender des Center, Gruppenleiter oder Sekretär handeln würde, welche Projekte es empfehlen, welche Investitionen es selbst durchführen würde etc., so daß alle Personen ein möglichst breites Spektrum an Informationen voneinander erhalten. 11 "Schlechte Risiken" ziehen nur dann Nutzen aus der Paarung mit "guten Risiken", wenn sie ihr schlechtes Risiko verheimlichen können, da ihnen die sonst Gruppe keine Kredite gibt. 12 In Bangladesh gibt es zur "Bekanntmachung" des Mechanismus ein siebentägiges Training.

11 8 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Bevor eine Gruppe endgültig gebildet werden kann, müssen alle Gruppenmitglieder einen Test über den Mechanismus bestehen und der Gruppenbildung von Vertretern der Bank, die bei den Rollenspielen anwesend waren, zugestimmt werden. Um voreiliger oder unbedachter Zustimmung vorzubeugen, müssen die Bankmanager mit Degradierungen rechnen, sofern sie häufiger als einmal innerhalb eines bestimmten Zeitraumes einer Gruppenzusammensetzung zugestimmt haben, die innerhalb des ersten Jahres vollständig auseinanderbricht oder von einem Center ausgeschlossen wird Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Anwendung des Mechanismus Die Grameen Bank hat es innerhalb von 20 Jahren geschafft, über 2 Millionen Familien mit Kleinstkrediten zu versorgen. Die Rückzahlungsquote liegt bei über 95% und entspricht damit den Quoten von sonstigen Geschäftsbanken. Dies führt zu der Frage nach den Gründen einer derart hohen Erfolgsquote, die von herkömmlichen Geschäftsbanken ohne eine Hinterlegung von Sicherheiten nie erreicht würden. Sind es die puren Reziprozitätsgefühle gegenüber der kreditvergebenden Finanzinstitution, die jeden Kreditnehmer dazu veranlassen, freiwillig die Kredite zu tilgen, so daß der Sanktionsmechanismus nur selten eingesetzt werden muß? Die Erfahrungen mit verschiedenen erfolgreichen (z.b. in Malaysia) und erfolglosen (z.b. in Albanien) Replikationen sowie der jahrelange "trial-and-errorprocess" in der Grameen Bank und in anderen Banken zeichnen ein anderes Bild als das des puren Reziprozitätsgefühls. Einige Variablen des Anreizsystems sind von entscheidender Bedeutung. Die kleinste Veränderung kann zu einem rapiden Absinken der "Rückzahlungsmoral" führen. Die kritischen Punkte lassen sich - wie sich im folgenden zeigen wird - an den drei Komponenten des Mechanismus (Auswahl der Teilnehmer, Durchsetzung des Mechanismus, langfristige Bindung) festmachen. 3.1 Durchsetzung des Mechanismus Zunächst ist die grundsätzliche Durchsetzung des Mechanismus hervorzuheben. Die größte Gefahr besteht darin, daß die Bankmanager unregelmäßige Rückzahlungen von nur einer Person akzeptieren und die betroffene Gruppe bzw. das dazugehörige Center nicht in die Haftung nehmen. Sorgen diese nämlich nicht für den Ausschluß des "schlechten" Kreditnehmers oder der entsprechenden Gruppe, resul- 13 Die Manager der Grameen Bank berichteten, daß es höchstens der Hälfte der Teilnehmer gelingt, bei den anfänglichen Versammlungen Gruppen zu bilden. Dies deutet auf eine sehr gewissenhafte Auswahl unter den potentiellen Kreditnehmern hin, die das Eintreten der Situation einer Gruppenhaftung möglichst ausschließen wollen. Nach Etablierung der Bank in den jeweiligen Dörfern, nach der der Mechanismus mehr und mehr bekannt geworden ist, tritt immer häufiger der Fall ein, daß die Gruppenbildung bereits vor dem Training z. B. in der Nachbarschaft stattgefunden hat und damit vereinfacht wird.

12 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 9 tiert daraus ein drastischer Rückgang des Anteils getilgter Kredite. Ganze Center von 40 Personen fühlen sich unter Umständen veranlaßt, die Zahlung der Raten einzustellen. Weitere Dominoeffekte drohen, sobald dies allgemein bekannt wird. Andere Center werden dann unter ähnlichen Rückzahlungsdefiziten leiden, die Auswahl der Gruppenmitglieder bei neuen Centern wird weniger gewissenhaft durchgeführt, Investitionsprojekte nicht mehr kritisch beurteilt usw. 14 Der Grad der Regeldurchsetzung ist von eminenter Bedeutung. Denn im Unterschied zum Kreditvergabemodus herkömmlicher Banken wirkt sich der aus einer weichen Regelauslegung resultierende Dominoeffekt um ein vielfaches stärker auf die Rate der vollständig zurückgezahlten Kredite aus. Die Information über eine zu laxe Durchsetzung des Mechanismus gegenüber nur einem Mitglied wird (im Gegensatz zu individuellen Kreditvergabe) (i) sofort in einer Ansammlung von 50 Personen bekannt und wird (ii) in dieser Größenordnung von 50 Personen centerweise weitergereicht. Die Folge ist, daß in kürzester Zeit ein Großteil der Kreditnehmer ihr Verhalten anpassen und die Kredittilgung aussetzen werden. Das Ergebnis sind Rückzahlungsquoten von 20-30% (siehe z.b. in Gibbons/ Kasim, 1990) und der Zusammenbruch der jeweiligen Finanzinstitution. Erlangt dagegen die Bank die Reputation, daß sie die Regeln konsequent durchsetzt, liegt ein Anreiz- und Kontrollsystem vor, das die Gruppenmitglieder dazu veranlaßt, "gute Kreditnehmer" zu bleiben. Ein solcher Mechanismus ist schließlich nur dann anreizkompatibel, wenn sich die Kreditnehmer an die vorgegebenen Regeln halten und die Verhängung von "Strafen" die Ausnahme bleibt, d.h. in einem optimalen Zustand müssen die Gruppenmitglieder nicht für Ausfälle anderer haften oder säumige Zahler ausschließen. Wichtig ist, daß die grundsätzliche Bindung der Bank an ihren Mechanismus allgemein bekannt ist und entsprechend abschreckend wirkt. 15 Erst dann haben auch die Gruppenmitglieder einen nachdrücklichen Anreiz, das Verhalten innerhalb ihrer Gruppe zu beobachten und soziale Kontrolle auszuüben, wenn Kredite nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden sollten, da andernfalls die gesamte Gruppe keinen weiteren Kredit erhält. Es wird deutlich, daß ein wesentlicher Effekt dieses "selfenforcing contract" darin besteht, in einer Art "Vorstufe des Mechanismus" säumige Gruppenmitglieder durch sozialen Druck dazu zu veranlassen, ihren Verpflichtungen nachzukommen (bzw. ihnen zu helfen, 14 Für einige Finanzinstitutionen mag darin der Hauptgrund liegen, daß sie sich bei der gegenseitigen Haftbarkeit auf Gruppen beschränken. Auf diese Weise wird ein drohender Dominoeffekt klein gehalten und die Informationsweitergabe über eine mangelnde Durchsetzung der Regel ist ebenso geringer. 15 An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß Uneinigkeit über den Grad der Durchsetzung der Gruppenhaftung in der Grameen Bank herrscht. Allerdings sei hier auf Gibbons verwiesen, den wichtigsten Replikator des Grameen Bank Systems, der bezogen auf seine Erfahrungen explizit herausstreicht, daß die gegenseitige Haftung bei nicht zurückgezahlten Krediten so weit wie möglich (und auch auf Anraten der Leitung der Grameen Bank in Bangladesh) durchgesetzt wurde, da andernfalls seine Replikation in Malaysia in kürzester Zeit bankrott gewesen wäre.

13 10 F.I.T. Discussion Paper 13/98 wenn sie unverschuldeterweise säumig sind) bevor der eigentliche Mechanismus "ausgelöst" wird. 16 In gut "eingespielten" Gruppen springen Gruppenmitglieder gegenseitig ein, wenn einer von ihnen zeitweise keine Zins- und Tilgungszahlungen vornehmen kann, ohne daß dies die Bank erfährt, während sie gleichzeitig ebenso Druck auf ihre Schuldner ausüben, wenn sie die von ihnen vorgeschossenen Beträge nicht zurückerhalten. Das bedeutet, daß der Mechanismus ein komplexes Geflecht aus Gruppendruck und Gruppenunterstützung, positiver und negativer Reziprozität auslöst, welche sich aber nicht freiwillig - also ohne Einsatz des Mechanismus - einstellen würde Auswahl der Teilnehmer Ist die Durchsetzung des Mechanismus der wichtigste Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Anwendung der Gruppenkredite, so ist die Bindung an die Zielgruppe die wichtigste Voraussetzung, um den Mechanismus wirkungsvoll anzuwenden. Bilden nicht (nur) diejenigen Personen Gruppen, die keinen Zugang zu den üblichen Geschäftsbanken haben - also die Ärmsten einer Bevölkerung ohne dingliche Sicherheiten, so stiftet die Gruppenmitgliedschaft und die Aussicht auf weitere Kredite für diese Personen keinen zusätzlichen Nutzen. Vielmehr haben erfolglose Replikationen gezeigt, daß kein einziger Kredit zurückgezahlt wird, wenn die Zielgruppenauswahl verfehlt und eine Gruppe mit "zu wohlhabenden" Personen von der Bank akzeptiert wird. Der Nutzen aus der verweigerten Rückzahlung des Betrages ist dann höher als der Nutzen aus Rückzahlung und Zugang zu den speziellen Krediten dieser Bank. Denn diese Personen haben ohnehin Zugang zu anderen Segmenten des Kreditmarkts, so daß der bei der ersten Kreditauszahlung benötigte fundamentale Anreiz zur Rückzahlung verloren geht. Bei konsequenter Auswahl der Personen aus der Zielgruppe der Geringverdienenden kommt dagegen die individuelle Komponente - nämlich Zugang zu weiteren Krediten als nutzenstiftendes Element - so zum tragen, daß "gewünschtes Verhalten" belohnt werden kann, wenn der erste Kredit zurückgezahlt wird, und vertragswidriges Verhalten des Kreditnehmers - auch nach Abschluß des Kreditvertrages - in Form einer Nutzeneinbuße bestraft werden kann. Gerade in der ersten Runde der Kreditauszahlung, in der andere Gruppenmitglieder nicht zur kollektiven Haftung bei einem Kreditausfall fähig oder bereit sein können, wirkt diese für die Anreizkompatibilität wichtige Komponente nur, wenn die Kreditnehmer tatsächlich so arm sind, daß mit einem Gruppenauschluß auch eine Nutzeneinbuße einhergeht, so 16 Gruppendruck besteht primär in der Drohung eines Ausschlusses vom Kreditmarkt über den Ausschluß aus der Gruppe, kann aber sekundär den Ausschluß aus der Dorfgemeinschaft zur Folge haben, was gerade die Ärmsten der Bevölkerung schlechter zu stellen droht im Vergleich zu ihrem Zustand vor Eintritt in eine Kleinkreditbank. Für sie ist dann häufig die einzige Alternative das Übersiedeln in die Slums der nächstgelegenen Stadt. 17 Ein weiterer nichtmonetärer Anreiz zur Rückzahlung von Krediten ist für viele der sehr armen Kreditnehmer der pure Stolz, daß sie beweisen möchten, trotz ihrer Armut kreditwürdig zu sein.

14 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 11 daß auf diese Weise das Problem des Moral Hazard - i.e. das vertragswidrige Verhalten von Kreditnehmern, die einen Kredit zurückzahlen könnten, aber nicht wollen - reduziert wird. Um diesem Anreiz eine möglichst starke Wirkung zukommen zu lassen, müssen jedoch die Laufzeit der Kredite auf eine möglichst geringe Dauer (je nach Höhe des Kredits 1/2 bis 1 Jahr) beschränkt und die Rückzahlungsmethoden möglichst einfach und klar gestaltet werden. Auch hier sei nochmals hervorgehoben, daß dieser Effekt durch den Gruppendruck zusätzlich verstärkt wird. Zahlt nämlich ein Gruppenmitglied nicht zurück, erhalten die übrigen Gruppenmitglieder keinen (weiteren) Kredit, sofern sie die Schulden des säumigen Zahlers nicht kompensieren können. Um nicht in den Sog des Ausschlusses zu geraten, werden sie daher den Druck gegen den säumigen Zahler mit allen Mitteln so weit erhöhen, daß der Kredit getilgt wird Das Konzept der langfristigen Bindung Eine dritte wesentliche Komponente zur Erhöhung der Rückzahlungswahrscheinlichkeit ist das Anwachsen der ausleihbaren Kreditsumme bei gleichzeitiger Bindung des Kreditnehmers an die vorgegebenen Rückzahlungsfristen. Der Anstieg der Kreditsumme ist so zu begrenzen, daß der resultierende Anreiz positiv bleibt. Wird dem Kreditnehmer z.b. in der zweiten Periode eine bedeutend höhere Kreditsumme (bei beschleunigter Rückzahlung - also unter Bruch der vereinbarten Rückzahlungsmodalitäten) in Aussicht gestellt, kann ein negativer Anreiz resultieren. Denn der Kreditnehmer mag sich dann anderweitig verschulden, um den ersten Kredit rasch zu tilgen, den zweiten höheren Kredit sofort zu erhalten und um dann die Gruppe zu verlassen, ohne diesen zweiten Kredit zurückzuzahlen. Folglich geht von der Aussicht auf einen weiteren Zugang zum Kreditmarkt nur dann eine durchweg positive Wirkung auf den einzelnen Kreditnehmer aus, wenn die "Bewährung" für den Kreditnehmer langfristig ausgerichtet ist und die ausleihbare Kreditsumme nur langsam ansteigt. Sind die beiden Voraussetzungen (langfristige Kreditbindung und langsam ansteigende Kreditsumme) erfüllt, haben die Mitglieder einen zusätzlichen Anreiz, bei der Auswahl der Personen und bei der tatsächlichen Auszahlung von Krediten eine sorgfältige Prüfung vorzunehmen, um so das Risiko möglichst gering zu halten, daß eine ganze Gruppe vom Kreditausfall einer Person (insbesondere in der ersten Runde) betroffen sein wird. Weiterhin haben die Gruppenmitglieder nach Bildung der Gruppe aufgrund des Sanktionsmechanismus den Anreiz, sich gegenseitig vor und nach Kreditaufnahme Informationen zur Ertragssteigerung zu geben, bzw. auf einzelne Kreditnehmer sozialen Druck auszuüben, wenn sich eine unproduktive Verwendung der Mittel abzeichnet oder ein Gruppenmitglied trotz produktiver Verwendung die Rückzahlung der Mittel verweigert. Das bedeutet, daß auch die

15 12 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Gruppe aufgrund der drohenden Sanktionen positiven Einfluß auf einzelne Kreditnehmer in Hinblick auf die Kreditrückzahlung haben wird. 18 Neben der Minderung des Problems der adversen Selektion (durch die Bildung homogener Gruppen) und neben der Möglichkeit der Gruppenmitglieder, aufgrund der drohenden negativen Folgen für alle Mitglieder sozialen Druck auf einzelne "schlechte" Zahler auszuüben, kommt der Gruppe mit zunehmender Zeit wachsende direkte Bedeutung bei der Reduzierung eben dieser Moral Hazard Problematik zu. Denn es wird mit der (nach Möglichkeit jährlich wiederholten) Kreditvergabe das Ziel verfolgt, den Kreditnehmern die Chance zur wesentlichen Einkommensverbesserung über die "Armutsgrenze" hinaus zu geben. Erreicht aber ein Kreditnehmer einen gewissen Wohlstand, so fällt er gleichzeitig aus der Zielgruppe heraus und erfüllt diese elementare Voraussetzung nicht mehr. Um Moral Hazard Verhalten dennoch auszuschließen, werden mit Hilfe der obligatorischen Sparkomponente (welche zu einer ansteigenden Sparmenge führt) bei steigendem Wohlstand auch die Ausstiegskosten erhöht. Da eine sinkende Kreditrückzahlungsmoral einen Zwangsausschluß aus der Gruppe nach sich ziehen würde, welcher zum einen für das ausgeschlossene Mitglied den Verlust der mittlerweile angewachsenen Spareinlagen bedeutet und zum anderen die restlichen Gruppenmitglieder dazu zwingt, die weiteren Schulden aus dem Gruppenfond zu tilgen, wird die Gruppe Anlaß haben, wiederum sozialen Druck auf den säumigen Zahler auszuüben, weil sie durch die sonst anstehende Tilgung der restlichen Schuld aus dem Gruppenfond materiell benachteiligt wird. Figur 1: Veränderung von Ausstiegskosten, Gruppendruck und Gruppennutzen über die Zeit Ausstiegskosten, Nutzen aus Gruppenmitgliedschaft Ausstiegskosten Nutzen aus Gruppenmitgledschaft Zeit 18 Es sei in diesem Zusammenhang nochmals hervorgehoben, daß die Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe aus dem Anreizmechanismus resultiert und nicht aus dem geschlechterspezifischen Solidaritätsverhalten von Frauen in manchen islamischen Ländern, wie in Bernasek/ Stanfield (1997: 359, 361, 364) behauptet.

16 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 13 Daraus kann - was auch in Abbildung 1 verdeutlicht wird - geschlossen werden, daß mit zunehmender Dauer der Kreditbeziehung der Nutzen aus dem Zugang zu diesem speziellen Kreditmarkt und damit der Anreiz zur vertraglich vorgesehenen Rückzahlung der Kredite geringer wird, wobei gleichzeitig dieser geringere Anreiz durch die steigenden Ausstiegskosten und den erhöhten Gruppendruck kompensiert wird. 19 Als Folgerung läßt sich festhalten, daß mit Hilfe der richtigen Auswahl der teilnehmenden Personen, einem konsequent durchgesetzten Sanktionsmechanismus, dem daraus resultierenden Druck innerhalb der Gruppe und einem langfristig ausgerichteten Kreditprogramm das Moral Hazard Problem, das Adverse Selektionsproblem und das Problem der Auswahl "sinnvoller" Investitionen weitestgehend reduziert werden können. 20 Denn die Gruppe hat einen Anreiz, sich nur aus gleich guten Risiken zusammenzusetzen, rentable Projekte auszuwählen, dafür zu sorgen, daß die einzelnen Mitglieder die knappen Mittel so produktiv wie möglich verwenden, und einer drohenden Verweigerung der Rückzahlung (bei erfolgreicher Investition) vorzubeugen. Hinzu kommt als ökonomisch nicht quantifizierbare Größe, daß Reziprozitätsgefühle, wie "die Bank hat mir vertraut, obwohl ich keine Sicherheiten hatte; da ich froh bin über das erhaltene Vertrauen, zahle ich in jedem Fall zurück", die den Anreiz zur Rückzahlung erhöhen. Aufgrund der Gruppenbildung als Ersatz für dingliche Sicherheiten ist es möglich, Personen Kredite zukommen zu lassen, die vom herkömmlichen Kreditmarkt ausgeschlossen sind. 4. Nutzen für die Bank Wie einleitend erwähnt, gibt es zwei Gründe für die Nichtexistenz eines Marktes für Kleinkredite, nämlich die mangelnde Verfügbarkeit von klassischen Sicherheiten und die prohibitiv hohen Transaktionskosten für die Bank. Wie bereits gezeigt, kann die Bank bei entsprechend zielorientierter Auswahl der Teilnehmer und bei konsequenter Durchsetzung des Mechanismus einen großen Teil des Kreditrisikos auf die Kreditnehmer übertragen, bzw. diese dazu veranlassen, sich zu Gruppen von guten "Kreditrisiken" zusammenzuschließen, so daß mit der Solidarhaftung der Gruppe ein ausreichender Ersatz für dingliche Sicherheiten gefunden ist. Die "moral hazard" und "adverse Selektion" Probleme können damit weitgehend überwunden werden. 19 Khandker (1995) weist für Bangladesh auf eine "nur" leicht rückgängige Rückzahlungsquote bei altgedienten Kreditnehmern hin. 20 Weitere Bedingungen für eine erfolgreiche Anwendung, die hier nicht näher ausgeführt werden sollen, sind i) dicht besiedelte Regionen, die die Gruppentreffen vereinfachen ii) die Ausbildung vor der Kreditaufnahme und iii) dem Mechanismus verpflichtete Bankangestellte.

17 14 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Gleichzeitig ermöglicht die Gruppenbildung eine maßgebliche Senkung der Transaktionskosten, so daß die Vergabe von Kleinkrediten, die sich für herkömmliche Finanzinstitutionen nicht lohnen, rentabel werden. Aufgrund des Sanktionsmechanismus haben die Gruppenmitglieder einen Anreiz zur Offenlegung der relevanten Informationen über ihre Projekte, so daß die Kreditanträge geprüft, die Investitionstätigkeit überwacht und die Rückzahlung der Kredite durchgesetzt werden kann, womit ein großer Teil der "Bankkosten" auf die Kreditnehmer verlagert wird. Die Bank erspart sich damit den Aufbau aufwendiger bankinterner Informationsverarbeitungsketten (dazu Jacob/ Warg, 1997: 336), mit deren Hilfe sie sonst neugegründete Betriebe beurteilen und analysieren müßte. Allerdings muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, daß die Bank mit hohen Anfangskosten konfrontiert ist, da sie die Ausbildung der Kreditnehmer hinsichtlich des Mechanismus und hinsichtlich der Stiftung einer gewissen Gruppenidentität vorschießen muß. Diese Investition rechnet sich aber erst, wenn die Kreditnehmer tatsächlich einige Jahre der Bank als Kunden erhalten bleiben. Das bedeutet, daß es auch im Interesse der Bank ist, mit den Kunden langfristige Beziehungen mit ansteigenden Kreditvolumina aufzubauen. Diese Methode ist inzwischen in einigen Banken - wie der BancoSol in Bolivien mit Kreditnehmern oder Genesis in Guatemala mit Kreditnehmern - so erfolgreich, daß die Erträge der Banken aus den Zinseinnahmen den Verwaltungsaufwand übersteigen und erste Gewinne verbucht werden können (dazu MicroCreditSummit, 1997). Das ist insofern bemerkenswert, als sich diese Finanzinstitutionen nicht mehr aus Entwicklungsgeldern speisen, sondern sich am normalen Kapitalmarkt refinanzieren. Allerdings muß in diesem Zusammenhang betont werden, daß in Abhängigkeit der bankinternen Organisation zwischen und Kreditnehmern nötig sind, bis eine derartige Finanzinstitution profitabel arbeiten kann. Das bedeutet, daß neben der Senkung der Transaktionskosten (durch die Übertragung eines Teils der Kosten auf die Kreditnehmer) ein gewisses "Massengeschäft" Voraussetzung für eine gewinnbringende Kreditvergabe in diesem Marktsegment ist. In diesem Zusammenhang seien insbesondere die in Krahnen/ Schmidt (1994: 65) erläuterten Einschränkungen und Probleme der Gruppenbildung erwähnt: Im wesentlichen werden dort die beschränkten Einsparungen von Transaktionskosten durch die Limitierung der Gruppengröße auf 4-7 Personen und das Problem korrelierter Risiken in der Gruppe hervorgehoben. Beide Probleme sind jedoch durch die Zusammenführung von 6-10 Gruppen zu Centern weitgehend aufgehoben. Durch die Centerbildung müssen die Bankmitarbeiter nicht mehr einzelne Gruppen von 4-7 Personen sondern bei Centertreffen stets Gruppen von Personen betreuen, was die Transaktionskosten entsprechend absenkt. Weiterhin mag zwar bei einzelnen Gruppen das Problem korrelierter oder gering gestreuter Risiken auftreten, bei Centern von 8 Gruppen, die als nächst zuständige Instanz bei der Insolvenz ganzer Gruppen in der Verantwortung steht, ist dies jedoch nicht mehr der Fall, da die

18 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 15 Center besser diversifizieren können. Folglich wird das Problem korrelierter Risiken zunächst auf das Center übertragen, bevor die Bank davon betroffen wird Risiken einer Gruppenkreditvergabe Neben den in den Punkten 3 und 4 implizit genannten Risiken, denen durch eine konsequente Auswahl der Teilnehmer und Bindung an den Mechanismus entgegengewirkt werden kann, sind folgende weitere mit dem Gruppenmechanismus verbundene Risiken hervorzuheben Gruppen schlechter Risiken Der Gruppenmechanismus gibt seinen zukünftigen Mitgliedern zwar den Anreiz, sich mit gleichen Risiken zusammenzuschließen, verhindert jedoch nicht, daß sich gleich schlechte Risiken zusammenfinden. Auch wenn die Bankmanager mit Anreizen versehen sind, nur Gruppierungen mit "guten" Kreditrisiken ihre Zustimmung zu geben, kann eine "schlechte" Gruppierung nicht völlig ausgeschlossen werden. Dann ist zu erwarten, daß einige (wenn nicht gleich die ersten zwei) Kreditnehmer ihre Kredite während der ersten Periode nicht zurückzahlen können, so daß die Gruppe als ganzes wieder ausgeschlossen wird und die Bank die Kreditvergabe an diese Gruppe vollständig als Verlust verbuchen muß. Zu verhindern ist dies durch ein motiviertes Bankmanagement, das während des Gruppentrainings und durch den Besuch einzelner Gruppenmitglieder und deren Umfeld versucht, möglichst viele Informationen über die zukünftigen Gruppen zu erhalten. Offen bleibt dabei die Frage, ob sich für die einzelnen Gruppenmitglieder generell die Bildung einer Gruppe mit schlechten Risiken lohnt, da jedes Gruppenmitglied zunächst (wenn auch kleine) Beträge in den Zwangssparfond einzahlen muß, bevor es einen Kredit erhält. Diejenigen Gruppenmitglieder, die zunächst keinen Kredit erhalten, müssen schließlich mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, daß ihre Gruppe unter Einzug des Zwangssparfonds ausgeschlossen wird, bevor sie selbst einen Kredit erhalten, wodurch sie sich schlechter stellen würden. 23 In diesem Fall ist es für jedes einzelne Mitglied sinnvoller, sich nicht mit einer derartigen 21 Damit ist der größte Vorteil einer "Verdoppelung" des Mechanismus auf Center Ebene genannt. Ob dabei der positive Effekt der Diversifizierung den vorher genannten negativen Dominoeffekt überkompensiert oder nicht, kann hier nicht abschließend beantwortet werden und wird in einem späteren Papier ausführlich diskutiert. 22 Die nun folgenden Probleme werden hier nur kurz angeschnitten und ebenso in einem späteren Papier ausführlich diskutiert. 23 Der von Varian (1990) gezeigte Weg einer Seitenzahlung an die Gruppenmitglieder die erst in der zweiten oder dritten Stufe einen Kredit erhalten sollen, ist ebenso fraglich. Eine derartige Absprache ist zum einen nicht durchsetzbar. Zum anderen ist der Reputationsverlust aus einem Gruppenausschluß gerade in dörflicher oder kleinstädtischer Besiedlung viel zu groß, als daß er durch die Seitenzahlung kompensiert werden könnte.

19 16 F.I.T. Discussion Paper 13/98 Ansammlung schlechter Risiken zu einer Gruppe zusammenzuschließen, so daß die Gefahr einer Gruppenbildung aus schlechten Risiken als relativ gering einzuschätzen ist, solange die Kreditvergabe innerhalb der Gruppe über drei Stufen geregelt ist und jedes Mitglied vor Kreditauszahlung kleine Beträge in den Gruppenfond einzahlen muß Probleme der Gruppenhaftung Ein zweites eher strategisch zu nennendes Problem tritt dann ein, wenn ein Kreditnehmer die Rückzahlung des Kredites während der ersten Periode einstellt, nachdem die übrigen Gruppenmitglieder einen Kredit erhalten haben. Im Wissen, daß diese Kreditnehmer nicht nur ihren eigenen Kredit sondern auch anteilig den Kredit des defektierenden Mitgliedes zurückzahlen müssen, kann es für die übrigen Mitglieder eine gleichgewichtige Strategie sein, die Rückzahlungen völlig einzustellen, obwohl sie weiterhin Nutzen aus dem Zugang zu diesem Kreditmarkt ziehen würden. Dieser Fall tritt genau dann ein, wenn diese Kreditnehmer zwar ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen könnten, aber nicht die Mittel haben, den Kredit des defektierenden Kreditnehmers zu kompensieren. Wird aber dieser Kredit nicht zurückgezahlt, erhalten alle Mitglieder der Gruppe keinen Zugang zu weiteren Krediten, so daß sie sich besserstellen, wenn sie ihre eigenen Kredite ebenso wenig zurückzahlen. Das bedeutet, daß unter bestimmten Umständen kein Gruppenmitglied den Kreditvertrag einhalten wird, wenn der Ausfall eines Gruppenmitglieds zu erwarten ist. Auch wenn soziale Kontrolle eine wesentliche Komponente des Mechanismus ist, zeigt diese für Gruppenhaftung klassische Problematik die Grenzen des Mechanismus auf (dazu Holmström, 1982). Während die gegenseitige Kontrolle und Abfederung der Kreditnehmer der Vorteil aus der Gruppenhaftung ist, gerät eine zu große gegenseitige Belastung mit Risiken in der Anfangsphase sehr schnell zum Nachteil und führt zu multiplen Gleichgewichten, bei denen entweder alle Gruppenmitglieder ihre Raten zurückzahlen oder kein einziger auch nur eine (weitere) Tilgung leistet. In diesem Fall wird eine individuelle Betreuung der Gruppe notwendig, bei der von der Bank signalisiert werden kann, daß diese Gruppe nach Ausschluß des "defektierenden" Gruppenmitglieds auch in den nächsten Perioden Zugang zu Krediten haben soll, wenn sie bereit ist, die Schulden des ausgeschiedenen Mitglieds langfristig zurückzuzahlen. Dies kann geschehen durch das Einführen eines zusätzlichen Zwangssparfonds, in den alle Gruppen- und Centermitglieder einzahlen müssen, bis die Schuld gedeckt ist. Dabei können die Zwangsbeiträge relativ gering gehalten werden. In jedem Fall handelt es sich hier um das schwerwiegendste Problem des Ansatzes, bei dem die Lösung eine Gratwanderung

20 A. Kritikos: Schlüsselfaktoren der Vergabe von Kleinkrediten 17 zwischen "soviel individuelle Zugeständnisse wie nötig" und "soviel Durchsetzung des Sanktionsmechanismus wie möglich" impliziert. 5.3 Langfristige Bindung und Ausstiegskosten Wie zuvor bereits angesprochen, hat auch die Bank ein zentrales Interesse daran, daß die gebildeten Gruppen nicht nur möglichst lange als Kreditnehmer erhalten bleiben sondern auch, daß sich die nächste Kreditvergabe möglichst nahtlos an die Zahlung der letzten Tilgungsrate des zuvor erhaltenen Kredits anschließt. Bei einer zu kurzen Finanzbeziehung zwischen Bank und Kreditnehmer ist eine Vergabe von Kleinkrediten nicht rentabel, da die Kreditmargen die anfängliche Investition in die Kreditnehmer und den damit verbundenen Verwaltungsaufwand nicht decken würden. Damit droht zum einen die Gefahr, daß die Bank ihre längerjährigen Kreditkunden tendenziell zur Aufnahme weiterer Kredite drängt, auch wenn diese keinen unbedingten Bedarf an einem weiteren Kredit haben. 24 Zum zweiten, und dies ist vielleicht die schwerwiegendste Einschränkung bei der Vergabe von Kleinkrediten, müssen mit zunehmender Dauer der Kreditbeziehung die Ausstiegskosten für die Kreditnehmer erhöht werden, da ihnen andernfalls bei ansteigendem Wohlstand (was ja Zielsetzung der Bank ist) der fundamentale Anreiz zur Rückzahlung der Kredite verloren geht. Sie könnten nämlich mittlerweile - wenn sie ausreichende Sicherheiten angesammelt haben - Kredite auch von herkömmlichen Geschäftsbanken erhalten, falls sie aus der Gruppe ausgeschlossen würden. Haben zum Zeitpunkt der Erstvergabe eines Kleinkredits beide Seiten ein kongruentes Interesse an einer langfristigen Orientierung, so nimmt dieses Interesse im Laufe der Zeit für den Kreditnehmer ab. Dieses spezielle Kreditangebot stiftet einen immer geringeren Nutzen und die Kreditnehmer verbleiben mehr (aufgrund von Dankbarkeitsgefühlen) oder weniger (aufgrund der Ausstiegskosten) freiwillig Kunden dieser Bank, damit für diese das Geschäft rentabel wird. 25 Oder anders formuliert: Bilden sich die Gruppen anfangs freiwillig, so wird daraus aufgrund der ansteigenden Ausstiegskosten mit der Zeit eine Zwangsmitgliedschaft. Für die Bank ist nämlich die zusätzliche Vergabe eines weiteren Kredites an einen alten Kunden rentabler als an einen Neukunden. Denn der Verwaltungsaufwand ist bei ersterem geringer während gleichzeitig die Kreditmarge angesichts des angestiegenen Kreditvolumens größer wird. 24 Einen anekdotischen, aber dennoch bezeichnenden Nachweis für diese Problematik erfuhr der Autor bei der Grameen Bank, als dort 2 Manager feststellten, daß eine langjährige Kundin vor 4 Jahren ein Jahr lang keinen Kredit aufgenommen hatte. Daraufhin wurden 5 der 7 Angestellten der Filiale mit der Nachforschung beauftragt, wie so etwas sein konnte, wasnicht sein durfte. 25 In der Grameen Bank hat man sich mittlerweile darauf verständigt, die Zwangsersparnisse nach 10 Jahren zurückzuzahlen, woraus der Mindestzeitraum für eine rentable Kreditbeziehung abgeleitet werden kann.

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