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1 5.2 Maschinenstundensatzrechnung Die Maschinenstundensatzrechnung findet ihr Anwendungsgebiet insbesondere dann, wenn in einer Kostenstelle unterschiedliche Maschinen stehen. Beim Einsatz unterschiedlich kostenintensiver Maschinen mit unterschiedlichen Beanspruchungen innerhalb der gleichen Kostenstelle würde das Arbeiten mit einem einzigen Gemeinkostenzuschlagssatz, berechnet aus dem Verhältnis aller Fertigungsgemeinkosten und den Fertigungslöhnen, zu einem nicht erwünschten "kalkulatorischen Ausgleich" führen. Folglich werden bei der Maschinenstundensatzrechnung die maschinenabhängigen Kosten von den Fertigungsgemeinkosten getrennt. Auf die Kostenträger können somit die anfallenden Kosten entsprechend der Inanspruchnahme der Maschine verechnet werden. Die Maschinenkosten setzen sich vor allem zusammen aus: a) kalkulatorischen Abschreibungen K A b) kalkulatorischen Zinsen K Z c) Instandhaltungskosten K I d) Raumkosten K R e) Energiekosten K E Erläuterung der benötigten Kostenarten zur Ermittlung des Maschinenstundensatzes: a) kalkulatorischen Abschreibungen K A Ergeben sich aus dem Wiederbeschaffungswert und der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Wiederbeschaffungskosten = geschätzter Preis der aufgrund von Preissteigerungen zum heutigen Zeitpunkt für die Maschine bezahlt werden muß Nutzungsdauer der Maschine = die Zeit, in der die Maschine betrieblich genutzt wird b) kalkulatorischen Zinsen K Z Kalkulatorische Zinsen sind Zinsen, die für das im Unternehmen vorhandene Fremdkapital gezahlt werden. Die Zinsen werden vom halben Wiederbeschaffungswert errechnet. c) Instandhaltungskosten K I Instandhaltungskosten beinhalten Kosten für die Herstellung (Reparatur) und Erhaltung (Wartung) der Funktionsfähigkeit der Maschine. Auch maschinenabhängige Betriebsstoffe z.b. Schmierstoffe für die Zerspanung gehören zu den Instandhaltungskosten. d) Raumkosten K R Raumkosten sind kalkulatorische Kosten durch von der Maschine beanspruchte Grundfläche incl. Nebenfläche. Die Raumkosten enthalten desweiteren Abschreibungen und Zinsen auf Gebäude und Werkanlagen. e) Energiekosten K E 1 von :42

2 Kosten durch Verbrauch von Strom, Gas, Benzin, Wasser usw. Ermittelt werden die Kosten aus Jahresdurchschnittswerten vergangener Jahre. Quelle [5, S. 242] Formeln zur Berechnung des Maschinenstundensatzes Bestimmung der Planbeschäftigung Da die Planbeschäftigung als Nenngröße des Maschinenstundensatzes dessen Wert beeinflußt, muß die tatsächlich erreichbare Stundenzahl ermittelt werden Kalendertage Samstage, Sonntage Feiertage -40 Tage (Urlaub, Krankheit) 211 Tage mit 7 Stunden = 1477 Std. Da die Maschine nicht ständig im Einsatz ist (z.b. Störungen, Wartezeiten, usw.) werden 20 % Gemeinkostenzeiten abgezogen Std Std. = 1182 Std. Aufgabe: a) Ermitteln Sie den für die Vorkalkulation benötigten Maschinenstundensatz der Spezialfräsmaschíne mit Hilfe der angegebenen Daten. In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, daß die Maschine ausschließlich von einem Mitarbeiter bedient wird. Anschaffungskosten der Maschine in 1994 geschätzte Wiederbeschaffungskosten 1998 Nutzungsdauer ,- DM ,- DM 8 Jahre Kalkul. Zinssatz 10% 2 von :42

3 Instandhaltungskosten/Jahr (Wiederbeschaffungswert) Raumbedarf Verrechnungssatz Elektrischer Anschlußwert Durchschnittliche Auslastung der Nennleistung Stromkosten 5% 25 qm 6,-DM/qm u. Monat 20kW 60% 0,17 DM/kWh Lösung: Ermittlung der kalkulatorischen Abschreibungen Auszugehen ist vom Wiederbeschaffungswert, der für 1998 geschätzt werden muß: Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen Die kalkulatorischen Zinsen sollen als Verzinsung des während der Nutzungsdauer der Maschine durchschnittlich gebundenen Kapitals berechnet werden. Dieses beträgt 50% der Wiederbeschaffungswert Ermittlung der Instandhaltungskosten Dieser Schritt bereitet Schwierigkeiten, da nur über längere Zeit angefertigte Aufzeichnungen Aufschluß über die Höhe der Instandhaltungskosten geben können. Es sollte mit einem konstanten Satz gearbeitet werden, um Kontinuität von Kalkulation und Preisbildung zu sichern Ermittlung der Raumkosten Hier sollen die vom Maschinenarbeitsplatz verursachten laufenden Gebäudekosten wie Instandhaltung, Abschreibungen, Zinsen, Energie-, Heizungs-, Reinigungskosten usw. erfaßt werden Ermittlung der Energiekosten Entscheidend ist nicht der elektrische Anschlußwert, sondern der durchschnittliche Auslastungsgrad. 3 von :42

4 5.2.7 Ermittlung des Maschinenstundensatzes kalkul. Abschreibung kalkul. Zinsen Instandhaltungskosten Raumkosten Energiekosten Maschinenkosten DM / Jahr DM / Jahr DM / Jahr 1800 DM / Jahr 2411 DM / Jahr DM / Jahr Quelle: [4, S. 143ff] 5.3 Kostenträgerkalkulation auf Basis der Maschinenstundensatzrechnung Die Durchführung der Maschinenstundensatzkalkulation erfolgt mit Hilfe des nachfolgenden Formulars. Hier sind die gesamten Kosten für die Erstellung eines Produktes enthalten. Beispiel: Formular zur Durchführung der Maschinenstundensatzkalkulation Bezeichnung Materialeinzelkosten (MEK) Materialgemeinkosten (MGK) Fertigungslohn (FL) Maschinenkosten Universalmaschine Maschinenkosten Spezialmaschine Sondereinzelkosten der Fertigung (SEKF) Kosten in (DM) Zuschlagsatz in (%) 4 von :42

5 Herstellkosten (HK) Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) Vertriebsgemeinkosten (VtGK) Selbstkosten (SK) Gewinn (Gew) Bruttverkaufspreis (BVP) Provision (Prov) Listenverkaufspreis (LVP) Aufgabe: Für einen Auftrag von Spezialwerkzeugen ist ein Kostenvoranschlag zu machen. Die Bearbeitungszeit der Universalmaschine beträgt 40 Stunden und auf der Spezialmaschine 30 Stunden. Bestimmen Sie die Selbstkosten und den Verkaufspreis für den Auftrag der Werkzeuge. Verwenden sie dabei das im Beispiel gezeigte Formular. Es ist mit folgenden Kosten zu kalkulieren: Fertigungsmaterial Fertigungslohn (incl. LNK) Maschinenstundensatz Universaldrehmaschine Maschinenstundensatz Spezialdrehmaschine Sondereinzelkosten der Fertigung 820,00 DM 1500,00 DM 98,74 DM 140,00 DM 1200,00 DM Nachstehende Zuschläge sind zu verwenden: MGK-Zuschlag 10% VwGK-Zuschlag 7% VtGK-Zuschlag 5% Gewinn 10% Skonto 2% Vertreterprovision 5% Lösung: Bezeichnung Kosten in (DM) Zuschlagsatz in (%) Materialeinzelkosten (MEK) von :42

6 Materialgemeinkosten (MGK) Fertigungslohn (FL) 1500 Maschinenkosten Universalmaschine 3950 Maschinenkosten Spezialmaschine 4200 Sondereinzelkosten der Fertigung (SEKF) 1200 Herstellkosten (HK) Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) 822,64 7 Vertriebsgemeinkosten (VtGK) 587,6 5 Selbstkosten (SK) 13162,24 Gewinn (Gew) 1316,22 10 Bruttverkaufspreis (BVP) 14478,46 Provision (Prov) 723,92 5 Listenverkaufspreis (LVP) 15202,38 Der Preis für den Auftag der Werkzeuge beträgt 15202,38 DM. [1, S. 97] 5.4 Plankostenrechnung Unsere Planbeschäftigung betrug 1204 Stunden. Die geschätzten Kosten für die Maschine betrugen DM ( davon 60% variabel). Die tatsächliche Auslastung unserer Maschine betrug 900 Stunden. Die Kosten bei der tatsächlichen Auslastung betrugen DM. Aufgabe: Ermitteln Sie die Verbrauchsabweichung, den Beschäftigungsgrad, die Beschäftigungsabweichung und stellen sie die Ergebnisse graphisch dar Verbrauchsabweichung Verbrauchsabweichungen entstehen, wenn geplante Sollmengen und tatsächlich verbrauchte Istmengen an Kostengütern unterschiedlich hoch sind. Für die Verbrauchsabweichung bei einer Kostenstelle ist der Kostenstellenleiter verantwortlich. Verbrauchsabweichung = Sollkosten - Istkosten Istkosten = DM Proportionale Kosten = DM 0,6 = DM Fixkosten = DM 0,4 = DM 6 von :42

7 Sollkosten = Fixkosten + Proportionale Kosten Beschäftigungsgrad Beschäftigungsabweichung Die Beschäftigungsabweichung erhält man, indem man die Sollkosten den verrechneten Plankosten beim Istbeschäftigungsgrad gegenüberstellt. Beschäftigungsabweichung = verrechnete Plankosten - Sollkosten verrechnete Plankosten = tatsächliche Auslastung Plankostensatz Beschäftigungsabweichung = ,24 DM DM = ,76 DM Beschäftigungsabweichungen können durch die betriebliche Auftragslage entstehen Graphische Darstellung der Plankostenrechnung Quelle: [1, S. 144ff] 7 von :42

8 Literatur- / Quellenverzeichnis Inhaltsverzeichnis 8 von :42

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