DISKUSSIONSABEND DES WIRTSCHAFTS- UND INDUSTRIE-KLUB

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1 DISKUSSIONSABEND DES WIRTSCHAFTS- UND INDUSTRIE-KLUB Wie in den zurückliegenden Jahren hat der Wirtschafts- und Industrie-Klub auch im Oktober 2010 wieder zu einem Diskussionsabend in das KME-Forum eingeladen. Ins Gespräch miteinander kommen, Meinungen austauschen und Neues erfahren das ist das Ziel dieser Veranstaltung. Sie war in diesem Herbst dem Thema Osnabrücker Krankenhäuser als Wirtschaftsunternehmen gewidmet. Mitglieder und etliche Gäste unter ihnen eine erfreuliche Zahl an Damen ließen sich von kompetenten Vertretern der wesentlichen Krankenhäuser Osnabrücks durch die Präsentation der jeweiligen Häuser und ihrer Problematiken in das Thema des Abends einführen. Das Klinikum Osnabrück wurde von Herrn Deitmann in Vertretung des Geschäftsführers Dr. Hermes als Unternehmen in kommunaler Trägerschaft vorgestellt. Zielsetzungen kommunaler Krankenhäuser Erfüllung des Versorgungsauftrags in der / für die Region Stetige Weiterentwicklung der medizinischen Leistungen in Anpassung an den tatsächlichen Bedarf Qualitative Verbesserung der Patientenversorgung Bereitstellung eines vielfältigen und gleichzeitig spezialisierten, wohnortnahen Angebots Schließen von Versorgungslücken Langfristige vorausschauende Planung des Angebots im Sinne des zukünftigen Bedarfs Verbesserung der regionalen Ausbildungsmöglichkeiten: Medizinischer und pflegerischer Nachwuchs Sicherung der Arbeitsplätze Wahrnehmung regionaler Verantwortung Dr. Hansjörg Hermes

2 Fazit Krankenhäuser müssen zwar wirtschaftlich handeln und intern möglichst effiziente Strukturen schaffen, jedoch steht die Wirtschaftlichkeit allerhöchstens gleichrangig neben dem Ziel, eine hochwertige und umfassende medizinische Versorgung für die Bevölkerung anzubieten Dr. Hansjörg Hermes Die Niels-Stensen-Kliniken hat Herr Lullmann als ihr Geschäftsführer mit allen Standorten und deren jeweiligen Schwerpunkten in anschaulicher Weise dargestellt.

3 Philosophie und Ziele der Niels-Stensen-Kliniken Sicherung bestmöglicher Gesundheitsversorgung in der Region Osnabrück Grundversorgung an allen Standorten Maximalversorgung im Verbund, Spezialisierungen an den einzelnen Standorten Sichere und attraktive Arbeitsplätze Zusammenarbeit in Medizin, Pflege und Verwaltung Als Drittes wurde die Paracelsus Klinik von ihrem Verwaltungsdirektor vorgestellt. Herr Räwer schloss seine Präsentation mit einer Reihe von Thesen ab, die als exzellenter Übergang zur Diskussion, d.h. vor allem zu Publikums-Fragen und Referenten-Antworten, dienten.

4 24 Standorte 18 Akut-Krankenhäuser 13 Reha-Kliniken 10 amb. Einrichtungen Paracelsus- Klinik Osnabrück: Führung der stationären Behandlung durch niedergelassener Fachärzte (= Belegarzt- und Praxisklinik- System) 2 Medizinische Versorgungszentren mit 25 belegärztlich zugelassenen Fachärzten 7 weitere Kooperationspraxen mit 23 belegärztlich zugelassenen Fachärzten 13 medizinische Fachgebiete, 14 Assistenzärzte in Weiterbildung Psychoonkologie, Logopädie, Apotheke, Physiotherapie, Podologie Behandlung auch gesetzlich versicherter Patienten nahezu ausschließlich direkt durch Fachärzte

5 Positionierungsmanagement Kliniken werden inzwischen wie Wirtschaftsunternehmen geführt. Zeiten der Kameralistik sind vorbei. Unternehmerische Risiken müssen mit Sachverstand und hoher fachliche Professionalität abgeschätzt- und mutig, zügig und erfolgreich in Konzepten übersehbar gemacht werden. Investitionen müssen elastisch finanzierbar sein. In einem Wettbewerb um Qualität erhält die Möglichkeit, qualifiziertes Personal und Experten zu gewinnen und zu binden, herausragende Bedeutung. Positionierungsmanagement In allen postindustriellen Gesellschaften steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Diese müssen auf höchstmöglichem Niveau marktfähig gemacht werden. Wachstum im Krankenhausbereich aufgrund privat finanzierter Nachfrage ist realistisch. Hohe Qualität, professionelles Marketing und Fähigkeit zur konsequenten Innovation müssen entwickelt werden. Der Wettbewerb führt zu Konzentration der Angebote und Reduktion von Klinikstandorten.

6 Positionierungsmanagement Krankenhäuser werden regionale Gesundheitszentren mit differenzierten medizinischen Leistungen verschiedenster Anbieter unter einem Dach. Ein neuartiges, engmaschiges Vertragsnetz zwischen Anbietern und Nachfragern erfordert höchste Flexibilität. In Regionen mit (zu) hoher Klinikdichte führt ein Überangebot an stationärer Versorgung bei stagnierender Nachfrage zu weiter sinkenden Preisen. In dieser Phase können sich effiziente, prozessoptimierte Krankenhäuser profilieren. Die größte Gefahr im Leben ist, dass man zu vorsichtig wird (Alfred Adler, Psychologe, ) Wohl jeder der Besucher ist davon betroffen, jetzt oder später vom Dienstleister Krankenhaus sowohl fachlich hochqualifiziert als auch zu erträglichen Kosten betreut und versorgt zu werden. Die Referenten haben fundierte Einblicke vermittelt, wie die Häuser, deren wirtschaftliche Leitung sie verantworten, dieser Anforderung in ihrer individuellen Weise gerecht werden. Besucher und Veranstalter des Diskussionsabends haben den Referenten ihren Dank für die Einblicke mit großem Beifall zum Ausdruck gebracht.

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