Finanzierungssituation von KMU

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1 Finanzierungssituation von KMU unter besonderer Berücksichtigung der gegenwärtigen Krise Industriewissenschaftliches Institut A-1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 73 Tel.: +43 (1) DW 2070

2 Die vorliegende Evaluierung wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) durchgeführt. Projektverantwortung: Autoren: Unter Mitarbeit von: Dr. Herwig W. Schneider Mag. Philipp Brunner Dr. Bernhard Mahlberg Dr. Herwig W. Schneider Christian Hierländer Bei der Erstellung dieser Studie wurde zu Gunsten der Darstellbarkeit und Lesbarkeit auf eine durchgehend geschlechtsneutrale Schreibweise verzichtet. Sofern männliche Schreibweisen verwendet werden, beinhalten diese bei Entsprechung auch die weibliche Form. Industriewissenschaftliches Institut A-1040 Wien, Wiedner Hauptstr. 73 Tel.: DW 2070 Fax: DW

3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis...3 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis...4 Einleitung Hintergrund und Rahmen Bedeutung und Finanzierungsstruktur von kleinen und mittleren Unternehmen Neueste Arbeiten zur Finanzierung bei kleinen und mittleren Unternehmen Finanzmarktaufsicht und -regulierung Primär-Untersuchung zur KMU-Finanzierung Methodik der empirischen Fragebogenerhebung Kernergebnisse der empirischen Fragebogenerhebung Fazit der empirischen Fragebogenerhebung Ergänzende Experteninterviews Banken- und Kreditversicherungsbereich Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, Interessensvertretungen Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen der Finanz- und Konjunkturkrise auf KMU Maßnahmen auf Ebene der Europäischen Kommission und der OECD Österreich Resümee und Schlussfolgerungen...52 Quellen...56 Anhang A: Fragebogen...60 Anhang B: Frage 1, 3 und 4 disaggregiert nach ausgewählten Untersuchungsgruppen

4 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Bankverschuldungsquote für Unternehmen der Sachgütererzeugung nach Größenklassen Abb. 2: Eigenkapitalquote der heimischen KMU nach Größenklassen 2007/ Abb. 3: Abb. 4: Abb. 5: Geldmarktzinsen und Zinsen von neu vergebenen Unternehmenskrediten bis 1 Mio. EUR...13 Zinsen für Unternehmenskredite bis 1 Mio. EUR vs. über 1 Mio. EUR...13 Geldmarktzinsen und Zinsen von Unternehmenskrediten unterschiedlicher Fristigkeit...14 Abb. 6: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (derzeit)...23 Abb. 7: Abb. 8: Abb. 9: Abb. 10: Abb. 11: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (derzeit; disaggregiert nach Unternehmensgröße)...24 Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (zukünftig)...24 Bewertung der Finanzierungsbedingungen (vergangene 12 Monate)...26 Bewertung der Finanzierungsbedingungen (vergangene 12 Monate; disaggregiert nach Unternehmensgröße)...26 Kriterien bei der Auswahl des Finanzierungspartners bzw. -instruments (disaggregiert nach Unternehmensgröße)...27 Abb. 12: Wordrap...30 Abb. 13: Abb. 14: Volumen der konjunkturstabilisierenden Maßnahmen (in Mio. EUR)...47 Ganzheitliche KMU-Politik Strategien und Maßnahmen im KMU-Bereich...55 Tabellenverzeichnis Tab. 1: Zusammensetzung der Grundgesamtheit, Stichprobe und des Rücklaufs nach Unternehmensgrößenklassen...22 Tab. 2: Branchenstruktur - Stichprobe und Umfrageergebnisse...22 Tab. 3: Tab. 4: Tab. 5: Tab. 6: Tab. 7: Tab. 8: Informationsquellen bei Finanzierungsfragen (disaggregiert nach Unternehmensgröße)...25 Kennen Sie die Kriterien, die Ihre Bank Ihrer Bonitätsprüfung (Rating) zugrunde gelegt hat (Rating-Modell der Bank)?...28 Wurden Sie von Ihrer Bank darüber informiert, welche Auswirkungen das Rating bzw. Ihre Ratingnote/-kennzahl für Ihr Unternehmen hat?...28 Haben Sie auch ein (externes) Rating von einer (banken-)unabhängigen Rating Agentur?...28 Haben Sie in den letzten 12 Monaten öffentliche Finanzierungsmittel für Investitionen und/oder Unternehmensfinanzierung genutzt?...29 Gründe, im vergangenen Jahr keine öffentlichen Fördermittel genutzt zu haben?...29 Tab. 9: Politische Reaktionen Überblick im Bereich KMU-unterstützender Maßnahmen...45 Tab. B1a: Frage 1: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen - derzeit (MW disaggregiert nach ausgewählten Untersuchungsgruppen)...62 Tab. B1b: Frage 1: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen - derzeit (MW disaggregiert nach ausgewählten Untersuchungsgruppen)...63 Tab. B2: Tab. B3: Frage 3: Finanzierungsbedingungen (MW disaggregiert nach ausgewählten Untersuchungsgruppen)...64 Frage 4: Kriterien bei der Auswahl des Finanzierungspartners bzw. -instruments (MW disaggregiert nach ausgewählten Untersuchungsgruppen)

5 Einleitung In Österreich sind mehr als 99% aller Unternehmen kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 1 Diese Unternehmen beschäftigen rund 67% der Arbeitskräfte. Der überwiegende Teil der KMU sind Mikrounternehmen mit 1 bis 9 Beschäftigten, auf sie entfallen rund 25% der Beschäftigten. 2 Gegenüber großen Unternehmen zeigen sich deutliche Strukturunterschiede. So ist die Kapazitätsauslastung kleiner Unternehmen im Durchschnitt geringer als jene größerer Unternehmen. 3 Im Hinblick auf die Finanzierung sind es vor allem zwei Merkmale, welche KMU von großen Unternehmen unterscheiden: Trotz der deutlichen Verbesserung der durchschnittlichen Eigenkapitalausstattung von KMU im Zeitraum 2003/04 bis 2007/08 steigt laut KMU Forschung Austria die Eigenkapitalquote mit zunehmender Unternehmensgröße. Mikrounternehmen verfügen (2007/08) im Durchschnitt über Eigenmittel von knapp 10% der Bilanzsumme, Kleinunternehmen von rund 20% und mittelgroße Unternehmen von rund 29%. 4 Weil KMU wegen der hohen Transaktions- und Informationskosten einen sehr eingeschränkten Zugang zu Kapitalmärkten haben, sind Bankkredite ihre wichtigste externe Finanzierungsquelle. Diese beiden Merkmale lassen vermuten, dass KMU unter einer Verknappung der Bankenfinanzierung (Kreditklemme) 5 besonders leiden würden, 6 wie sie im Sog der Finanzmarktkrise auch in Österreich entstehen hätte können. Eine Kreditklemme betrifft große wie kleine Unternehmen. Die Möglichkeiten, externe Finanzierungsquellen zu erschließen, sind für KMU jedoch begrenzt. Die Finanzkrise reduziert die Liquidität auch der heimischen Banken und führt zu einer erhöhten Vorsicht bei der Kreditvergabe. Betroffen sind dabei besonders eigenkapitalschwache KMU und Einpersonenunternehmen (EPU). Es kann daher bei Unternehmen zu Liquiditätsengpässen und Finanzierungslücken kommen. Aufgrund der Liquiditätsverknappung und der vorsichtigen Geschäftspolitik der Kreditinstitute ist mit einer Erhöhung der Forderungsausfälle bzw. einer generellen Verringerung der Bonität von Geschäftspartnern zu rechnen. Auch zwischen Unternehmen bzw. Unternehmen und Konsumenten ist das Vertrauen in die Bonität der Geschäftspartner nachhaltig reduziert. Konsequenzen könnten Einschränkungen der Geschäftsbeziehungen bis hin zur Verweigerung von Lieferantenkrediten und Ablehnung von Aufträgen sein Eine weithin anerkannte Definition von KMU wurde von der Europäischen Kommission (2003) festgelegt. Gemäß dieser Definition gehören alle Unternehmen zu den KMU, welche weniger als 250 Beschäftigte und höchstens 50 Mio. EUR jährlichen Umsatz oder höchstens 43 Mio. EUR Bilanzsumme aufweisen. Vgl. HÖLZL, W. (2009) Vgl. BRUNNER, R./SCHWARZ, G. (2006) Vgl. VOITHOFER, P. (2009) Unter Kreditklemme (in der englischsprachigen Literatur als credit crunch bezeichnet) versteht man eine über die konjunkturbedingte Abschwächung der Kreditnachfrage oder über die Verschlechterung der Kreditwürdigkeit hinausgehende Kürzung des Kreditangebots durch die Kreditinstitute aufgrund von Refinanzierungsbeschränkungen. Dieser Begriff geht auf BERNANKE und LOWN (1991) zurück. Eine Abschwächung der Kreditvergabe, die auf eine sinkende Nachfrage seitens der Unternehmen oder auf eine verschlechterte Bonitätseinschätzung durch die Banken zurückzuführen ist, stellt keinen credit crunch dar. Vgl. UDELL, G.F. (2009) 5

6 Die vorliegende Untersuchung stellt eine umfassende Betrachtung der Finanzierungssituation von KMU unter besonderer Berücksichtigung der gegenwärtigen Krise dar und setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Teilen zusammen: Die Analyse beginnt mit einer grundlegenden Bestandsaufnahme nationaler und internationaler Quellen bzw. einem vorbereitenden Exkurs zur Bedeutung von Finanzierungsstrukturen von KMU in Kapitel 1. Dabei werden neueste Studien zum Thema KMU-Finanzierung (im Euroraum, Deutschland und Österreich) dargestellt, und es wird auf das Thema Finanzaufsicht und -regulierung (Basel II bzw. III) eingegangen. In Kapitel 2 werden die Ergebnisse der empirischen Fragebogenerhebung, welche bei über 500 heimischen KMU durchgeführt wurde, dargestellt. Das Themenspektrum der Befragung deckt u.a. die Bereiche Finanzierungs- und Informationsquellen, Kriterien der Auswahl des Finanzierungspartners, Interaktion mit dem Bankensystem sowie die Nutzung des öffentlichen Fördersystems bei Finanzierungen ab. Kapitel 3 präsentiert die Ergebnisse der ergänzend zur KMU Befragung durchgeführten Tiefeninterviews mit Experten aus den Bereichen Bank, Kreditversicherung, Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung sowie Interessensvertretungen und Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung. In Kapitel 4 werden die Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen der Krise auf KMU dargestellt. Dabei wird eine generelle Übersicht über Maßnahmen der EU- bzw. OECD-Länder präsentiert und speziell auf die in Österreich gesetzten Maßnahmen eingegangen. Das abschließende Kapitel 5 widmet sich den zusammenfassenden Schlussfolgerungen. 6

7 1 Hintergrund und Rahmen Dieses Kapital stellt im ersten Abschnitt zuerst die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und deren Besonderheiten im Hinblick auf die Finanzstruktur dar. Im zweiten Abschnitt folgt ein Überblick der neueren Literatur über Finanzierung der KMU in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Der dritte Abschnitt gibt einen Überblick über die aktuellen Regeln der Finanzmarktaufsicht und -regulierung sowie der in naher Zukunft anstehenden Änderungen. 1.1 Bedeutung und Finanzierungsstruktur von kleinen und mittleren Unternehmen Die österreichische Wirtschaftsstruktur ist ebenso wie jene der meisten Europäischen Volkswirtschaften von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt. Mehr als 99% aller Unternehmen in der Europäischen Union und in der österreichischen Volkswirtschaft gehören zu dieser Kategorie. 7 In den OECD-Ländern beschäftigen KMU mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte des privaten Sektors. 8 Die Bedeutung der KMU besteht nicht nur in der großen Anzahl an Unternehmen und deren hohem Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung, sondern auch in ihrer Rolle als Quelle von Wirtschaftsdynamik, Innovation und Flexibilität. Auf KMU geht der Großteil des Wachstums an Beschäftigung in den OECD Ländern zurück. Außerdem leisten sie wichtige Beiträge zu Innovation, Produktivität und Wirtschaftswachstum. 9 Abb. 1: Bankverschuldungsquote für Unternehmen der Sachgütererzeugung nach Größenklassen 2006 Anteil der Bankschulden an der Bilanzsumme (in %) sehr klein klein mittel groß sehr groß alle Anm.: Die Größenklasseneinteilung erfolgt nach der Höhe des Umsatzes. Die Schwellenwerte sind derzeit 1 Mio. EUR, 7 Mio. EUR, 40 Mio. EUR und 100 Mio. EUR. Quelle: OeNB (2009a) Zu den zentralen Problemen der KMU gehört ein eingeschränkter Zugang zu externen Finanzquellen. 10 Dadurch sind ihre Möglichkeiten beeinträchtigt, Investitionen zu finanzieren, Produktionskapazitäten zu erweitern sowie Produktivität und Löhne zu erhöhen. Der Mangel an Finanzmitteln wird häufig als Hindernis für das Wachstum von KMU Vgl. HÖLZL/REINSTALLER (2009) Vgl. OECD (2009a) Vgl. OECD (2006a und 2006b) Asymmetrische Information zwischen Investor und KMU auf Finanzmärkten und die sich daraus ergebenden höheren Informations- und Transaktionskosten für KMU spielen hier eine bedeutende Rolle. 7

8 genannt. 11 Einen umfassenden Überblick über die Problematik der Finanzierung von KMU bieten u. a. CRESSY und OLOFSSON (1997). KMU sind u. a. durch ihre ungewöhnliche Finanzierungsstruktur charakterisiert. Die Kreditfinanzierung ist für KMU sowohl in Österreich als auch in allen anderen Europäischen Ländern wichtiger als für größere Unternehmen. Dies lässt sich an der Bankverschuldensquote ablesen. In Österreich lag die Bankverschuldungsquote von sehr kleinen Unternehmen 2006 im Median bei rund 50%, jene von kleinen Unternehmen bei rund 33% und die von mittleren Unternehmen bei rund 29%, während große und sehr große Unternehmen eine Bankverschuldungsquote von rund 25% und 12% aufwiesen (Abbildung 1). 12 Für KMU sind Bankkredite die wichtigste Quelle externer Finanzmittel, weshalb Kreditinstitute eine dominierende Rolle bei der Finanzierung spielen. KMU finanzieren sowohl Investitionen als auch Umlaufkapital und Warenvorräte mit Hilfe von Krediten. 13 Die Eigenkapitalausstattung von KMU ist geringer als jene größerer Unternehmen. Dies sei am Beispiel Österreichs verdeutlicht. Trotz der deutlichen Verbesserung der durchschnittlichen Eigenkapitalausstattung von KMU im Zeitraum 2003/04 bis 2007/08 14 steigt laut KMU Forschung Austria die Eigenkapitalquote mit zunehmender Unternehmensgröße. Mikrounternehmen verfügen (2007/08) im Durchschnitt über Eigenmittel von knapp 10% der Bilanzsumme, Kleinunternehmen von rund 20% und mittelgroße Unternehmen von rund 29%. Hingegen beträgt die Eigenkapitalausstattung von großen Unternehmen im Durchschnitt rund 36% der Bilanzsumme (Abbildung 2). Allerdings ist die Eigenkapitalausstattung von KMU stark polarisiert verteilt: 41% verfügen über eine gute Eigenkapitalausstattung mit einer Eigenkapitalquote von über 20%, während 35% eine negative Eigenkapitalquote aufweisen. Rund 11% haben eine Eigenkapitalquote von 0% bis 10% und weitere 12% eine Eigenkapitalausstattung von 10% bis 20% der Bilanzsumme. 15 Abb. 2: Eigenkapitalquote der heimischen KMU nach Größenklassen 2007/ buchmäßiges Eigenkapital in % des Gesamtkapitals sehr klein klein mittel groß Anm.: Die Größenklasseneinteilung erfolgt sowohl nach der Anzahl der Beschäftigten als auch nach der Höhe des Umsatzes oder der Höhe der Bilanzsumme. Die Schwellenwerte sind 10 Beschäftigte und 2 Mio. EUR Umsatz oder 2 Mio. EUR Bilanzsumme, 50 Beschäftigte und 10 Mio. EUR Umsatz oder 10 Mio. EUR Bilanzsumme sowie 250 Beschäftigte und 50 Mio. EUR Umsatz oder 43 Mio. EUR Bilanzsumme. Dies entspricht der Definition von KMU der EUROPÄISCHEN KOMMISSION (2003). Quelle: Voithofer (2009) Vgl. z.b. FERRANDO et al. (2007) und COLUZZI et al. (2009) Vgl. OeNB (2009a) Vgl. AUDRETSCH et al. (2009) Die Eigenkapitalquote der KMU steigt im Zeitraum 2003/4 bis 2007/08 von 18,0% auf 23,8% (vgl. VOITHOFER, 2009). Vgl. VOITHOFER (2009) 8

9 Leasing und Factoring spielen bei KMU eine geringe Rolle. KMU haben außerdem wegen Transaktions- und Informationskosten kaum Zugang zum Finanzmarkt, sodass diese Unternehmen kaum auf andere Finanzierungsquellen ausweichen können. Daher hätte eine im Zuge der Finanzmarktkrise entstehende Kreditklemme besonders große Auswirkungen auf KMU haben können. Eine allgemeine Kreditklemme ist jedoch weder in Österreich noch in anderen Europäischen Volkswirtschaften zu bemerken. Das Eintreten einer Kreditklemme oder andere Knappheiten am Kreditmarkt verhinderten nicht zuletzt die zahlreichen geld- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Kommission und der nationalen Regierungen. In vielen Ländern sehen sich KMU allerdings verschärften Kreditvergabebedingungen der Kreditinstitute gegenüber. Unter Experten besteht Konsens darüber, dass die konjunkturelle Entwicklung die Kreditvergabe an KMU spürbar beeinflussen kann. In Zeiten wirtschaftlicher Expansion und/ oder wenn die Zinsen und damit die Kosten des Kapitals niedrig sind, wenden Banken andere Kreditvergabekriterien an und bewerten das Kredit-Risiko anders, als in Zeiten des wirtschaftlichen Niedergangs oder der Stagnation. Obwohl derzeit in der Literatur kein direkter Beweis zu finden ist, sind diese Überlegungen starke Indikationen in Richtung eines nachteiligen Effekts auch der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Bankfinanzierung von KMU. 16 Eine im Auftrag der Europäischen Kommission im Vorjahr durchgeführte Studie untersucht das Ausmaß der Sensibilität des Volumens der wichtigsten Finanzierungsquellen von KMU (Bankkredit, Leasing, Factoring und Risikokapital) hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur. Bei Bankkrediten konnte zwischen solchen an kleine und jene an mittlere Unternehmen unterschieden werden. Die Ergebnisse besagen, dass sich der Konjunkturverlauf auf Bankkredite an kleine Unternehmen lediglich schwach auswirkt. Die Effekte sind nur in einem Teil der im Rahmen der Studie untersuchten Länder spürbar und treten mit einjähriger Verzögerung auf. Aufgrund der geringen Auswirkungen kann davon ausgegangen werden, dass die Konjunktur keinen großen Einfluss auf die Höhe der Finanzmittel hat, die kleinen Unternehmen von Banken zur Verfügung gestellt werden. 17 Bei mittleren Unternehmen ist die Situation ein wenig anders. Die Auswirkungen des Konjunkturverlaufs sind deutlich stärker ausgeprägt und für alle untersuchten Länder feststellbar. 18 Mittlere Unternehmen haben bereits eine gewisse Größe erreicht und werden somit von den Banken besser eingestuft. Daher kommt es seltener zu Kreditrationierung, weil die Banken eher zur Gewährung von Krediten bereit sind. Die Ergebnisse deuten auf eine Konjunkturabhängigkeit des Volumens der von mittleren Unternehmen aufgenommenen Kredite hin, wobei die Banken in Zeiten hohen Wirtschaftswachstums über mehr Spielraum bei der Kreditvergabe verfügen. Bei den drei anderen durch die Europäische Kommission (2009) untersuchten Arten der KMU-Finanzierung (Factoring, Leasing und Risikokapital) hatte das BIP-Wachstum stärkere Auswirkungen als auf die Bankkredite. Im Gegensatz zu den Bankdarlehen werden diese Auswirkungen sofort spürbar und gehen mit keinerlei Verzögerung einher. Betrachtet man die einzelnen Finanzierungsarten, so ist die Zyklizität bei Risikokapital mit Abstand am größten. 19 Diese Studie wendet regressionsanalytische Verfahren an und nimmt eine eher mittel- bis langfristige Perspektive ein. Mit der Begründung, dass die Daten lediglich bis 2006 reichen, sind die Autoren mit Aussagen über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise sehr vorsichtig. Nach Meinung der Autoren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich die Regierungen für einen besseren Zugang der KMU zu Finanzmitteln insbesondere auf dem Risikokapitalmarkt einsetzen müssen, zumal die Banken während der Krise bei der Kreditvergabe zurückhaltend sind. 16 Vgl. AUDRETSCH et al. (2009, S. 34 u. 35) 17 Vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION (2009), Executive Summary, S In der Länderstichprobe ist Österreich zwar enthalten, die Daten wurden allerdings gepoolt und nicht gesondert für einzelne Länder ausgewertet. Zur Beantwortung der Frage, in wie weit die Vergabe von Krediten an Österreichs KMU von der Konjunktur abhängt, bedürfte es der Anwendung regressionsanalytischer Verfahren, welche jedoch den Rahmen der vorliegenden Studie sprengen würden. 19 Vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION (2009), Executive Summary, S. 3 9

10 1.2 Neueste Arbeiten zur Finanzierung bei kleinen und mittleren Unternehmen Der vorliegende Literaturüberblick geht der Frage nach, wo die besonderen Schwierigkeiten in der Finanzierungssituation der Unternehmen im Allgemeinen und der KMU im Besonderen liegen. Die Darstellung beschränkt sich bewusst auf die Diskussion von Arbeiten aus jüngster Zeit, deren methodisches Vorgehen in der Durchführung von Befragungen besteht. In allen Arbeiten ist klar sichtbar, dass die derzeit vorherrschende konjunkturelle Situation, das sich daraus ergebende Geschäftsklima und die daraus folgende Kreditvergabepraxis der Kreditinstitute das Antwortverhalten der Unternehmen signifikant beeinflussen. Trotz des markanten Einflusses der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise sind aus den Ergebnissen doch die allgemein vorherrschenden Probleme erkennbar, welchen die KMU bei der Finanzierung ausgesetzt sind. Die aktuelle Situation im Euro-Raum erfasst eine im Auftrag der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission im Sommer 2009 zum Thema Zugang von KMU zu Finanzierungen durchgeführte Umfrage. Damit gibt sie die Finanzierungsbedingungen für KMU wieder, welche zumindest im ersten Halbjahr 2009 im gesamten Euro-Raum vorherrschten. Die Studie bestätigt das häufig erkannte Faktum, dass sich KMU weitgehend auf Banken stützen, wenn sie sich aus externen Quellen finanzieren. 20 Etwa zwei Drittel der befragten KMU verwenden Bankkredite oder Kreditlinien. Leasing, Teilzahlungen und Factoring werden weniger häufig (zu rund 27%) in Anspruch genommen. Handelskredite spielen auch eine gewisse Rolle. Im Gegensatz dazu sind kapitalmarktbasierte Finanzierungen von untergeordneter Bedeutung. Die KMU dürften besonders stark von der aktuellen Wirtschaftskrise betroffen sein. Etwa die Hälfte der KMU im Euro-Raum geben an, dass sie im ersten Halbjahr 2009 einen Rückgang an Umsatz und Gewinnen verzeichneten. Etwa 40% verzeichneten einen Anstieg der Produktionskosten. Das Problem bestand besonders in der gesunkenen Nachfrage von ihren Kunden. Die befragten KMU verspürten eine Verschlechterung in der Verfügbarkeit von externen Finanzmitteln. Rund 43% der KMU, welche sich im ersten Halbjahr 2009 um einen Bankkredit bewarben, bemerkten einen Rückgang der Verfügbarkeit und lediglich 10% eine Verbesserung. Daraus ergibt sich ein Saldo von 33% in Richtung Verschlechterung. Interessant und wohl auch etwas überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass der Saldo aus Verbesserung und Verschlechterung der Verfügbarkeit bei Großunternehmen mit 41% in Richtung Verschlechterung deutlich höher war als bei KMU. Die Ursache für den Rückgang der Verfügbarkeit sah die Mehrheit der KMU in der aktuellen konjunkturellen Situation. Für eine allgemeine Kreditklemme für KMU im Euro-Raum gibt es, zumindest gemäß der von der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Umfrage, keine Hinweise. Die überwiegende Mehrheit der Bemühungen um einen Bankkredit war erfolgreich, wobei sich KMU leichter taten, je älter und größer sie waren. Dies galt auch für andere Formen von externer Finanzierung (wie bspw. Handelskredite). Unter den KMU hatten vor allem Mikrounternehmen Probleme, einen Bankkredit zu bekommen. Sie gaben an, dass sich ihre Kreditwürdigkeit verringerte und sich die Kosten von externer Finanzierung erhöhten. Ein spürbarer Anteil (rund ein Drittel) der KMU gab an, dass die Bereitschaft der Banken, Kredite zu gewähren, zurückgegangen ist, wobei dieser Anteil umso höher war, je kleiner die Unternehmen waren. Dies zeigt deutlich, dass die kleinsten Unternehmen von Problemen am stärksten betroffen sind. Die Bereitschaft, Geschäftspartnern Kredite zu gewähren (z.b. Lieferantenkredite), ist ebenfalls zurückgegangen. 20 Vgl. EUROPÄISCHE ZENTRALBANK (2009) 10

11 Bei den Konditionen von Bankkrediten bemerkten die meisten KMU im ersten Halbjahr 2009 eine deutliche Veränderung. Dies betraf besonders Zinssätze und Kreditnebenkosten sowie Erfordernisse an Sicherheiten. Der Netto-Anteil der KMU, welcher sich höheren Kreditnebenkosten (z.b. Gebühren, Provisionen, etc.) gegenüber sah, betrug 33% und jener, der ein Ansteigen der Erfordernisse an Sicherheiten bemerkte, lag bei 32%. Nur wenige KMU registrierten eine Verringerung der Größe oder eine Verkürzung der Laufzeiten von Krediten. Bei diesem Aspekt ist interessant, dass die Verschlechterung der Konditionen bei Bankkrediten für große Unternehmen deutlicher ausfiel als bei KMU. Die OECD betont in ihrer jüngsten Studie zur Lage der KMU, dass diese Unternehmen durch Zahlungsverzug von Kunden, insbesondere in Zeiten geringerer Umsätze, besonders verwundbar sind. Wegen der geringen Reserven sinkt das Umlaufvermögen vieler KMU rasch. 21 Die steigende Insolvenzrate bei KMU scheint zu bestätigen, dass die Schwierigkeiten, kurzfristige Finanzierungen zu bekommen, zunehmen. Die OECD ortet des Weiteren eine Stagnation bei der Vergabe an Bankkrediten an KMU selbst in Ländern, in denen die Regierungen die Bankbilanzen stärkten bzw. Geschäftsbanken rekapitalisierten, Kredite an KMU gewährten oder Kreditgarantien anboten. Die KMU reagieren auf den verschlechterten Zugriff auf Bankkredite, indem sie auf alternative Finanzquellen wie bspw. das Mobilisieren von Reserven, Eigenfinanzierung und Factoring zurückgreifen. Die OECD konstatiert außerdem, dass die Ausbringung von Venture Capital in den Jahren 2007 und 2008 zurückging. In Deutschland führt die KfW-Bankengruppe 22 regelmäßig Untersuchungen zur Finanzierungssituation deutscher Unternehmen durch. Die aktuellste Untersuchung bezieht sich auf die Situation von Oktober bis Dezember Befragt wurden Finanzierungsexperten aus den Verbänden der deutschen Wirtschaft. Neben dem Zugang zu Investitions- sowie kurzfristigen Krediten und Liquiditätslinien wurde dabei auch nach Entwicklungen bei Lieferantenkrediten und Kreditversicherungen gefragt. Die Studie fand heraus, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Investitionen im Laufe des Jahres 2009 deutlich verschlechterten. Allerdings meldete ein kleiner Teil der befragten Experten auch Verbesserungen, wenngleich sie sich eher skeptisch darüber äußerten, ob diese Bestand haben werden. 23 Die Verschlechterung äußerte sich in erster Linie in Form von vermehrt geforderten Sicherheiten, aber auch höheren Zinsen oder höheren Anforderungen an die Offenlegung von Informationen und an die Dokumentation. Die Wichtigkeit dieser Faktoren blieb während des Jahres 2009 nahezu gleich. 24 Die Unternehmen reagierten auf Finanzierungsprobleme in erster Linie, indem sie geplante Investitionen zurückfuhren oder verschoben, auf alternative Finanzierungsquellen auswichen und zur Not langfristige Vorhaben mit kurzfristigen Mitteln finanzierten. Bei der Entscheidung über Investitionspläne spielten allerdings auch die schlechten Geschäftserwartungen eine bedeutende Rolle. Der Zugang zu kurzfristigen Krediten (Laufzeit bis 1 Jahr) verschlechterte sich ebenfalls, allerdings in geringerem Ausmaß. Ähnlich wie bei langfristigen Krediten äußerte sich die Verschlechterung vor allem durch höhere Sicherheitsanforderungen und zum Teil gestiegene Zinsen. Des Weiteren sahen sich Unternehmen Kürzungen von Kreditlinien der Banken gegenüber. Liquiditätslinien blieben während des Jahres 2009 weitgehend unverändert. Die Banken boten Unternehmen zum Teil sogar eine Erweiterung oder auch kurzfristige Überziehung von Liquiditätslinien an. Bei den für KMU besonders wichtigen Lieferantenkrediten ergab die Befragung des KfW, dass gewährte Kredite häufiger in Anspruch genommen wurden und auch eine zunehmende Ausnutzung gewährter Zahlungsziele bzw. deren Verlängerung festzustellen war Vgl. OECD (2009a) Die KfW-Bankengruppe ist eine Förderbank im Eigentum von Bund und Bundesländern in Deutschland. Sie unterstützt die Finanzierung des Mittelstands, Existenzgründungen, Umweltschutz, Wohnungswirtschaft, Infrastruktur, Bildungsförderung, Projekt- und Exportfinanzierung sowie Entwicklungszusammenarbeit. Vgl. KFW (2009) Vgl. KFW (2010) 11

12 Andererseits verkürzten Unternehmen zum Teil auch das Volumen sowie die Zahlungsziele, die sie ihren Kunden einräumten. Seitens der Anbieter gab es auch Bestrebungen, das Angebot an Lieferantenkrediten möglichst zu reduzieren, in Einzelfällen wurde sogar Vorkasse gefordert. Angesichts der im Zuge der Krise zunehmenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung war zu erwarten, dass kleine und mittlere Unternehmen versuchen, Lieferantenkredite verstärkt zur Sicherung der Liquidität zu nutzen. Zugleich scheitert dies aber häufig daran, dass vielen Unternehmen bei der Gewährung von Lieferantenkrediten bereits seit längerem der Risikopartner fehlt, da sich Kreditversicherer stark zurückhalten. Bei Kreditversicherungen hatten Unternehmen mit erheblichen Prämiensteigerungen, Limitkürzungen oder gar Limitstreichungen zu kämpfen. Insbesondere Versicherungen für Lieferantenkredite an Partner in Branchen und Ländern, in denen es im Verlauf der Krise zu deutlichen Bonitätsherabstufungen gekommen ist, waren davon betroffen. Hinweise auf eine allgemeine flächendeckende Kreditklemme sind in Deutschland nicht erkennbar. Über 80% der Befragten gaben an, dass ein Unternehmen mit durchschnittlicher Bonität keine Probleme hatte, überhaupt einen Investitionskredit zu erhalten. Dieser Wert blieb während des Jahres 2009 annähernd stabil. Viele Verbände weisen aber auch deutlich darauf hin, dass es Fälle gibt, in denen der Zugang zu Investitionskrediten sehr schwierig geworden ist. Darunter leidet insbesondere das verarbeitende Gewerbe. Aber auch aus dem Handwerk wurde berichtet, dass nicht wenige Unternehmen Schwierigkeiten haben, einen Investitionskredit zu erhalten. Hier wird deutlich, dass die grundsätzlichen Finanzierungsprobleme, die bei kleinen Unternehmen wie sie typisch für das Handwerk sind seit Jahren bestehen, sich in der Krise weiter verschärfen. Große Unternehmen sind dagegen derzeit tendenziell weniger von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen als kleine. 25 In Österreich sehen sich KMU ebenfalls verschärften Finanzierungsbedingungen gegenüber. Die durchschnittlichen Kreditaufschläge (Differenz zwischen Kreditzinsen und dem Dreimonats-EURIBOR) der Banken lagen 2009 deutlich über dem Jahr davor und weisen seit Ende 2008 eine leicht steigende Tendenz auf. Sie liegen derzeit bei neu vergebenen Krediten an nichtfinanzielle Unternehmen mit einem Volumen bis 1 Mio. EUR bei 1,74% und bei Krediten über 1 Mio. EUR bei 1,27%. Die Zinskonditionen für Unternehmenskredite wurden mit den Zinssatzsenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich günstiger. Kreditzinsen verringerten sich seit November 2008 infolge der massiven Leitzinssenkungen der EZB markant. Derzeit betragen die Zinsen für neu vergebene Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen mit einem Volumen von bis zu 1 Mio. EUR bei 2,40% und für Kredite über 1 Mio. EUR bei 1,93% das waren jeweils mehr als 3 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2008 (Abbildungen 3 und 4). 25 KFW (2010) 12

13 Abb. 3: Geldmarktzinsen und Zinsen von neu vergebenen Unternehmenskrediten bis 1 Mio. EUR Zinssätze in % Hauptfinanzierungssatz der EZB EURIBOR, 3 Monate Kredite bis 1 Mio. EUR, Neugeschäft Differenz Kredite bis 1. Mio. EUR - Drei-Monats-Satz Quelle: IWI auf Basis von Daten der OeNB 26 Abb. 4: 7 Zinsen für Unternehmenskredite bis 1 Mio. EUR vs. über 1 Mio. EUR 6 5 Zinssätze in % Kredite bis 1 Mio. EUR, Neugeschäft Kredite über 1 Mio. EUR, Neugeschäft Differenz Kredite bis 1 Mio. EUR - Kredite über 1 Mio. EUR Quelle: IWI auf Basis von Daten der OeNB 27 Im Bereich der kurzfristigen Kredite, die in Österreich überwiegen, wurden die Zinssatzsenkungen nahezu vollständig weitergegeben, für Kredite mit längerer Laufzeit war da Vgl. (Abgerufen am ) Vgl. ebd. 13

14 gegen ein größerer Abstand zwischen Geldmarkt und Kreditzinssätzen zu beobachten. 28 Für neue Unternehmenskredite mit einer Kreditsumme bis 1 Mio. Euro, eine Kategorie, die für KMU sehr wichtig ist, reagierten die Kundenzinssätze sehr unterschiedlich auf die Senkung der Geldmarktzinssätze. Im Gegensatz zur Periode vor der Finanzmarktkrise waren kurzfristige Kredite billiger als langfristige Kredite. Der Unterschied zwischen Zinssätzen und dem Dreimonats-EURIBOR entsprach für kurzfristige Kredite etwa dem Niveau von 2006, während mittelfristige Kredite wesentlich teurer waren als vor der Finanzmarktkrise. Insgesamt entsprachen die Kreditkonditionen aber etwa jenen der Jahre bis 2003 (Abbildung 5). Abb. 5: 7 Geldmarktzinsen und Zinsen von Unternehmenskrediten unterschiedlicher Fristigkeit 6 5 Zinssätze in % Hauptfinanzierungssatz der EZB Kredite, Bestand, mit vereinbarter Laufzeit bis 1 Jahr Kredite, Bestand, mit vereinbarter Laufzeit über 5 Jahre EURIBOR, 3 Monate Kredite, Bestand, mit vereinbarter Laufzeit 1 bis 5 Jahre Quelle: IWI auf Basis von Daten der OeNB 29 Im März, Juni und September 2009 führte das WIFO im Auftrag der Oesterreichischen Nationalbank im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests eine Sonderbefragung zu den Kreditfinanzierungsbedingungen durch. Die Umfrage stützte sich auf eine repräsentative Stichprobe von eher größeren KMU und großen Unternehmen. Demnach beobachten über 30% der Unternehmen in den letzten drei Monaten eine Verschärfung der Bedingungen für bestehende Kredite und etwa 13% eine deutliche Verschärfung. Für Neukredite verschlechterten sich die Konditionen nach Ansicht von rund 38% der Unternehmen; rund 20% bezeichneten die Verschlechterung als deutlich. Nach Größenklassen unterscheiden sich die Ergebnisse vom Juni und September 2009 kaum statistisch signifikant, während im März die Restriktionen für große Unternehmen stärker waren. Insgesamt zeigte sich eine geringe Verbesserung der Kreditbedingungen über die Zeit. Über 40% der Unternehmen verzeichneten keine Veränderung der Bedingungen für Neukredite. 30 Jene Unternehmen, die im Juni eine deutliche Verschlechterung der Kreditbedingungen meldeten, gaben zu 60% im September dieselbe Antwort. Jene Unternehmen, die im Juni keine Veränderung der Konditionen beobachteten, gaben zu rund 80% auch im September an, keine Verschärfung der Kreditbedingungen festgestellt zu haben. Diese Persistenz in den Antworten legt nahe, dass lediglich ein bestimmter Teil der Unternehmen durch die Krise überdurchschnittlich getroffen wurde: wahrscheinlich Unternehmen, deren OeNB (2009a) Vgl. ebd. Vgl. HÖLZL (2009) 14

15 Branche besonders heftig von der Krise erfasst wurde oder deren Eigenkapitalposition und Rentabilität bereits vor der Krise ungünstig waren. 31 Die Finanzmarktkrise hatte in Österreich keine Kreditklemme für KMU zur Folge, wenngleich sich das Wachstum des Kreditvolumens verlangsamte (seit Anfang 2009 im Durchschnitt 0,15 Prozentpunkte pro Monat. 32 Die Veränderungsrate ist aber immer noch positiv, während das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte. Offenbar verrechnen die Banken eine höhere Risikoprämie und handhaben die Kreditvergabe etwas restriktiver als vor der Krise. Generell entwickeln sich das Kreditvolumen und damit die Kreditnachfrage stark pro-zyklisch. 33 Während die Banken laut dem zweiten Kreditbericht der OeNB 34 einen Rückgang der Kreditnachfrage verzeichnen, zeigt die Unternehmensbefragung des WIFO diese Tendenz nicht. Eine erhöhte Kreditnachfrage könnte demnach durch das Kreditangebot beschränkt sein. Derartige Beschränkungen können durch die Risiko- und Kostenüberlegungen der Banken erklärt werden, vor allem angesichts der Verschlechterung der Bonität vieler Unternehmen im Zuge der Finanzmarktkrise und der hohen Refinanzierungskosten der Banken insbesondere im langfristigen Segment. 35 Die geringere Bonität des Unternehmenssektors kommt auch in den zunehmenden Unternehmensinsolvenzen zum Ausdruck. 36 Die gesamte Außenfinanzierung des Unternehmenssektors gemäß Gesamtwirtschaftlicher Finanzierungsrechnung (GFR) verminderte sich im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um rund zwei Drittel auf 4,8 Mrd. EUR. Den stärksten Beitrag zu diesem Rückgang leistete der Bankkredit. 37 Die Abschwächung der Unternehmenskredite dürfte angebots- und nachfrageseitige Ursachen haben. Zum einen entspricht dieser Rückgang dem historischen Muster, wonach in Phasen sinkender Unternehmensinvestitionen der Finanzierungsbedarf der Unternehmen zurückgeht. Zum anderen haben die Banken ihre Kreditstandards seit Beginn der Krise kontinuierlich verschärft. Gemäß den österreichischen Ergebnissen der Umfrage der Oesterreichischen Nationalbank über das Kreditgeschäft unter ausgewählten Kreditinstituten wurden die Kreditrichtlinien im Firmenkundengeschäft seit Beginn der Finanzkrise acht Mal in Folge angehoben und bleiben seit dem dritten Quartal 2009 unverändert auf hohem Niveau. Auch die Kreditbedingungen die Zinsmargen, aber auch die Sicherheitenerfordernisse, die Höhe und die Fristigkeit der vergebenen Kredite, die Zusatzoder Nebenvereinbarungen sowie die Kreditnebenkosten wurden während der Finanzund Wirtschaftskrise in Summe merklich verschärft. In jüngster Zeit zeichnet sich jedoch eine leichte Entspannung ab. Zu dieser restriktiveren Kreditpolitik trugen zum einen die anhaltenden Beeinträchtigungen der Refinanzierungsbedingungen auf den Geld- und Anleihemärkten und zum anderen die verschlechterten konjunkturellen Aussichten und eine selektivere Bonitätseinschätzung bei. Die Oesterreichische Nationalbank stellte schon im Jahr 2008 eine Abschwächung des Wachstums der Unternehmenskredite fest. 38 Auf der Angebotsseite wurde die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe durch die Finanzmarktturbulenzen in Mitleidenschaft gezogen. Gleichzeitig dürfte sich auch die Kreditnachfrage des Unternehmenssektors konjunkturbedingt abgeschwächt haben, wobei ein Teil dieser Nachfrageabschwächung ebenfalls auf die Finanzmarktkrise zurückging, indem diese die internationale Konjunktur und damit die Exportperspektiven der österreichischen Unternehmen beeinträchtigte. Nach Einschätzung von WASCHICZEK (2008) dürfte es große Unternehmen stärker getroffen haben als kleine. Schon zuvor waren Großbetriebe in höherem Ausmaß tangiert, da primär große Unternehmen Aktien emittieren und diese stärker von der gestiegenen Vorsicht der Banken bei der Kreditvergabe betroffen sind. Er meint, dass Finanzierungen auch weiterhin umso schwieriger sein dürften, je größer das Finanzierungsvolumen ist Vgl. HÖLZL (2009) Vgl. OeNB (2009a) Vgl. URL (2009) Vgl. OeNB (2009a) Vgl. OeNB (2009a) Vgl. OeNB (2009b) Vgl. OeNB (2009b) Vgl. WASCHICZEK (2008) 15

16 und dass deshalb allfällige Finanzierungsbeschränkungen primär größere Betriebe betreffen würden. Diese Einschätzungen werden von JOBST und KWAPIL (2009) indirekt bestätigt, wenn sie anmerken, dass bei allen Kreditbedingungen der Grad der Restriktion für Kredite an Großunternehmen etwas stärker als für Kredite an KMU war. Vergleiche der Zinssätze für kleine Unternehmenskredite (bis 1 Mio. Euro), welche für KMU besonders bedeutend sind, bzw. so genannte sonstige Kredite (vor allem für Kleinunternehmen) mit Bindung unter 1 Jahr und Unternehmenskredite über 1 Mio. Euro zeigen, dass Kredite für KMU schon seit vielen Jahren teurer sind als jene für große Unternehmen. 39 Die Oesterreichische Nationalbank führt viermal im Jahr (Januar, April, Juli und Oktober) eine Umfrage über das Kreditgeschäft durch. 40 Dabei kommen allerdings lediglich Kreditmanager von fünf österreichischen Banken und nicht Unternehmen bzw. deren Interessensvertreter zu Wort. Themen der Befragung sind die Refinanzierungsbedingungen der Banken, die Wirkung von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, Entwicklung von Kreditangebot und Kreditnachfrage sowie Kreditrichtlinien und Kreditbedingungen. Die Resultate der Umfragen werden regelmäßig veröffentlicht. 41 Die Umfragen unterscheiden teilweise zwischen Kreditvergaben an große, mittlere und kleine Unternehmen. Die Ergebnisse der aktuellsten Umfrage sind hier zusammengefasst. Sie vermitteln einen Eindruck vom derzeit vorherrschenden allgemeinen Kreditklima: Nach dem sich die Refinanzierungsbedingungen während der Krise über mehrere Quartale verschlechterten, trat im vierten Quartal 2009 eine Trendwende ein, welche sich im ersten Quartal 2010 fortsetzte. Die Kreditpolitik der österreichischen Banken verschärfte sich merklich im Verlauf der Krise. Mit dem dritten Quartal 2009 trat eine Stabilisierung ein, welche seither anhält. Für das zweite Quartal 2010 wird erstmals seit dem zweiten Quartal 2007 eine leichte Lockerung erwartet. Da allerdings die Kreditvergabekonditionen bis Mitte 2009 zwei Jahre lang verschärft worden waren, befinden sie sich absolut gesehen auf historisch sehr hohen Niveaus. Die Kreditrichtlinien 42 im Firmenkundengeschäft blieben zum dritten Mal seit Beginn der Finanzkrise unverändert, nachdem sie achtmal in Folge verschärft worden waren. Bei Ausleihungen an kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) war erst zum zweiten Mal in Folge ein Gleichbleiben der Bedingungen zu registrieren. Für das zweite Quartal 2010 erwarten die befragten Banken eine leichte Lockerung der Kreditrichtlinien. Bei den Kreditbedingungen 43 zeichnet sich erstmals seit Beginn der Krise eine allmähliche leichte Entspannung ab. Die Zinsspannen für Kreditnehmer durchschnittlicher Bonität ebenso wie für risikoreichere Kredite wurden zum zweiten Mal in Folge leicht gelockert. Auch die anderen Bedingungen für die Vergabe von Unternehmenskrediten wurden gelockert oder blieben, wie die Sicherheitenerfordernisse sowie die Kreditnebenkosten, konstant. Nach Unternehmensgröße betrachtet waren fast keine Unterschiede in der Gestaltung der Kreditbedingungen zu registrieren. Die Kreditnachfrage der Unternehmen schwächte sich im vierten Quartal 2009 und im ersten Quartal 2010 leicht ab, nachdem sie im dritten Quartal 2009 nach drei Quartalen mit rückläufiger Entwicklung konstant war. Die Kreditnachfrage der Unternehmen schwächte sich im Berichtszeitraum nach Einschätzung der befragten Kreditmanager weiter leicht ab. Dieser Rückgang betraf ausschließlich große Unternehmen, die Nachfrage der KMU stieg hingegen leicht an. Für das zweite Quartal 2010 erwarten die Banken einen leichten Anstieg der Kreditnachfrage der Unternehmen (vor allem von Großbetrieben) Vgl. OeNB (2009a) bzw. JOBST/KWAPIL (2009) Diese Umfrage ist Teil einer von den Notenbanken des Euroraums gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich durchgeführten Erhebung über das Kreditgeschäft im Euroraum. Vgl. bspw. WASCHICZEK 2009a, 2009b, 2010a und 2010b Kreditrichtlinien sind die internen, schriftlich festgelegten und ungeschriebenen Kriterien, die festlegen, welche Art von Krediten eine Bank als wünschenswert erachtet. Unter Kreditbedingungen sind die speziellen Verpflichtungen zu verstehen, auf die sich Kreditgeber und Kreditnehmer geeinigt haben. 16

17 Aus einer im Februar 2010 im Auftrag von Ernst & Young durchgeführten Umfrage im österreichischen Mittelstand geht hervor, dass lediglich jedes fünfte Unternehmen über Probleme bei der Kreditvergabe oder höhere Finanzierungskosten klagt. In der aktuellen Krise stellen eine verschlechterte Zahlungsmoral und der Rückgang im Inlandsgeschäft viel größere Schwierigkeiten dar. 44 Um die Krise zu bewältigen, führten die meisten Unternehmen Kostensenkungsprogramme durch. An zweiter Stelle steht eine stärkere Finanzierung über Eigenkapital. An dritter und vierter Position in der Präferenz der Betriebe werden die Verschiebung geplanter Investitionen sowie Programme zur Stärkung der Innenfinanzierung genannt. Alternative Finanzierungsformen (z.b. Leasing, Factoring etc.) stehen nach wie vor nur bei einer Minderheit auf der Agenda. 45 Die Ergebnisse der diskutieren Studien zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich sowohl im Euro-Raum als auch in Deutschland und Österreich in den letzten ca. eineinhalb Jahren die Verfügbarkeit von Bankfinanzierungen für alle Unternehmen verringerte. Von einer allgemeinen Kreditklemme kann allerdings nicht gesprochen werden. Innerhalb der Gruppe der KMU dürften Unternehmen umso weniger Schwierigkeiten haben je größer und älter sie sind. Nur wenige Unternehmen konnten überhaupt keine Kredite bekommen. Gleichzeitig verschärften sich die Konditionen der Kreditvergabe insbesondere im Hinblick auf Sicherheitserfordernisse, Offenlegungspflichten und Kreditnebenkosten. Etwas uneinheitlich sind die Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob große Unternehmen mehr oder weniger betroffen waren als KMU. Die Mehrheit der Untersuchungen kommt zum Schluss, dass Kreditrestriktionen für große Unternehmen etwas stärker ausfielen. Die Unterschiede in den Ergebnissen könnten unter anderem im befragten Personenkreis und deren unterschiedlichen Interessenslagen liegen. Selbst wenn zutrifft, dass große Unternehmen stärker betroffen sind, ist deren Lage dennoch weniger beeinträchtigt, da deren Eigenkapitalausstattung sowie deren Bankverschuldensquote besser sind und sie einfacheren Zugang zu anderen Finanzierungsquellen haben. 1.3 Finanzmarktaufsicht und -regulierung Mit Basel II soll die Finanzmarktstabilität gesichert werden, indem eine höhere Übereinstimmung zwischen den Risiken in der Bankbilanz und dem zur Deckung dieser Risiken zur Verfügung stehenden Eigenkapital hergestellt wird. Basel II wurde ebenso wie andere Vorschläge zur Regulierung von Kreditinstituten vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision) entwickelt. Das Regelwerk Basel II diente weltweit als Vorlage für nationale Richtlinien. So integrierte auch die Europäische Kommission diesen Vorschlag über die Richtlinien 2006/48/EG (Bankenrichtlinie) und 2006/49/EG (Kapitaladäquanzrichtlinie) jeweils vom 14. Juni 2006 in das Aufsichtsrecht der Europäischen Union. Diese beiden Richtlinien sind seit dem 1. Januar 2007 in Kraft und wurden bis zum 1. Januar 2008 in nationales Recht der Mitgliedsstaaten umgesetzt. Das Regelwerk besteht aus drei einander unterstützende Säulen. In der 1. Säule werden Mindesterfordernisse an Eigenkapital im Ausmaß von mindestens 8% der risikogewichteten Aktiva gefordert. Kreditinstitute können zur Messung des Risikos ihrer Aktiva entweder ein Standardmodell 46 oder von Banken selbst entwickelte und von der Aufsicht genehmigte interne Modelle 47 einsetzen. Die 2. Säule schreibt vor, dass die Aufsichtsbehörden auch eine qualitative Überwachung und die Beaufsichtigung der internen Kontrollprozesse in Kreditinstituten übernehmen sollen. Hier sind auch die Befugnisse der Aufsichtsbehörde geregelt. Die 3. Säule definiert die Vgl. MAUKNER/LEHNER (2010) Vgl. MAUKNER/LEHNER (2010) Dies ist die einfache pauschale Berechnungsmethode zur Ermittlung des Eigenmittelerfordernisses einer Bank für das Kreditrisiko oder das operationale Risiko. Damit sind Ansätze zur Bestimmung des Eigenmittelerfordernisses für das operationale Risiko gemeint. Sie arbeiten mit bankeigenen operationalen Verlustdaten (evtl. extern ergänzt), die in Form einer Matrix Verlustereignis/Geschäftsbereich vorliegen. Für jede dieser Kombinationen müssen eine Ereigniswahrscheinlichkeit und ein möglicher Verlust bei Eintreten des Ereignisses bestimmt werden. Für diese Ansätze gibt es jedenfalls strenge qualitative und quantitative Zulassungskriterien. 17

18 Offenlegungspflichten der Kreditinstitute, welche die Kontrolle durch Aktionäre und andere Marktteilnehmer ermöglichen sollen. Eine detailliertere Beschreibung des Basel- II-Regelwerks findet sich bei Hahn. 48 Manche Experten und Kommentatoren stellen die Frage, in wie weit die aktuellen durch Basel II gegebenen Regeln der Regulierung von Kreditinstituten die aktuellen Schwierigkeiten der KMU bei der Erlangung von externen Finanzmitteln zumindest mit verursachten. Nach Meinung der OECD 49 gibt es dafür bis jetzt keinen Beweis. Die OECD ortet sogar eine bevorzugte Behandlung von Krediten an KMU durch Basel II. Die aktuelle Entwicklung dürfte ihre Ursachen in den erschwerten Bedingungen der Refinanzierung der Banken auf dem Geldmarkt haben. Viele Experten widersprechen jedoch dieser Ansicht. Für viele zeigte die jüngste Finanzund Wirtschaftskrise, dass die neuen Eigenkapitalvorschriften nicht ausreichen, um die Stabilität des Finanzsystems zu sichern. Wesentliche Komponenten von Basel II haben sogar destabilisierende Wirkung auf das Gesamtsystem: Die Eigenkapitalregeln unter Basel II wirken stark pro-zyklisch auf die Kreditvergabe der Banken und erleichtern das Verschleiern von Kreditrisiken. 50 Dies dürfte besonders die KMU treffen, da sie aufgrund der geringen Eigenkapitalausstattung (vgl. Abbildung 1) und der hohen Bankverschuldensquote (vgl. Abbildung 2) von der Finanzierung durch Banken abhängen. Das derzeit gültige Regelwerk für die Kreditwirtschaft schränkt die Expansion von Kreditinstituten über risikoadäquate Eigenkapitalquoten ein. Die vor Einführung von Basel II erstellten Analysen bemängelten bereits frühzeitig das potentiell pro-zyklische Element risikoadäquater Eigenkapitalquoten, weil bankinterne Bewertungssysteme das Ausfallsrisiko pro-zyklisch einschätzen. Wenn in einem Konjunkturaufschwung die Liquiditätslage der Kreditnehmer gut ist, wird deren Ausfallsrisiko niedrig eingeschätzt, und der risikoadäquate Eigenkapitalbedarf sinkt entsprechend. Das niedrigere Eigenkapitalerfordernis weitet das Potential zur Kreditvergabe aus und fördert im Aufschwung die Kreditvergabe. Umgekehrt verschlechtert sich in einem Konjunkturabschwung die Liquidität der Kreditnehmer und folglich deren Bonität. Das erhöht den Eigenkapitalbedarf für den Kreditbestand und dämpft die Kreditausweitung in einer Phase, in der eine Steigerung wirtschaftspolitisch wünschenswert wäre. Die Studien vor Einführung von Basel II gingen davon aus, dass Rating-Agenturen bei der Bonitätsbeurteilung Konjunkturschwankungen ausblenden und die Ratings weniger stark mit dem Konjunkturzyklus schwanken. 51 Neben der groben Fehleinschätzung der Bonität strukturierter Produkte erweisen sich die Ratings jedoch im aktuellen Konjunkturzyklus ebenfalls als pro-zyklisch und verschärfen damit die Liquiditätskrise nichtfinanzieller Unternehmen. 52 Empirische Untersuchungen der möglichen pro-zyklischen Wirkung auf Basis von realisierten Daten gab es bis vor kurzem kaum. Die meisten Untersuchungen betrachten den Sachverhalt entweder aus theoretischer oder empirischer Perspektive, dies allerdings mit simulierten Daten. Eine der wenigen auf Beobachtungen basierenden Studien stammt von KERBL und SIGMUND (2009) und behandelt explizit Österreich. Die Autoren quantifizieren die Zyklizität des Kapitalerfordernisses und unterscheiden zwischen den Effekten des Einsatzes des Standardmodells und des Einsatzes der von Banken selbst entwickelten und von der Aufsicht genehmigten internen Modelle. Während die Autoren keinen Nachweis von Zyklizität bei Verwendung des Standardmodells finden, entdecken sie substanzielle und signifikante Effekte bei Verwendung von selbst entwickelten internen Modellen. Empirische Untersuchungen zur pro-zyklischen Wirkung auf die Kreditvergabe speziell an KMU sind keine bekannt. Die angeführten Argumente und Studien zeigen jedoch prozyklischen Effekte ganz allgemein auf. Da für die Finanzierung von KMU Bankkredite von Vgl. HAHN (2003) Vgl. OECD (2009a) Vgl. HAHN (2009) Vgl. HAHN (2003) Vgl. URL (2009) 18

19 besonderer Bedeutung sind, ist es zumindest nicht unplausibel, dass pro-zyklische Wirkungen der Kreditvergabe auf diese Kategorie von Unternehmen stärker als auf andere Unternehmensarten auswirken. Die starke pro-zyklische Reaktion des aktuellen Regulierungssystems entsteht nicht nur aus den risikoadäquaten Eigenkapitalerfordernissen laut Basel II sondern ebenso aus zwei anderen damit zusammenhängenden Regelwerken. Die Bilanzierungsregeln des International Financial Reporting Standards (IFRS) mit der Bewertung von Finanzanlagen zum fairen Wert erzeugen ebenfalls pro-zyklische Wirkungen. Des Weiteren wurden Geschäfte aus dem herkömmlichen regulierten Geschäftsbereich in außerbilanzielle Zweckgesellschaften verschoben, die nicht der Aufsicht unterlagen und sich kurzfristig auf dem Geldmarkt refinanzierten. Die Kombination aus diesen drei Elementen des Regulierungssystems verstärkte die Konjunkturschwankungen im Kreditund Versicherungswesen. 53 Die Bewertung zum fairen Wert gemäß IFRS bringt in einer Phase sinkender Wertpapierpreise Bewertungsverluste, die die Geschäftsmöglichkeiten eines Kreditinstitutes verringern. Bei Bewertung nach dem strengen Niederstwertprinzip tritt dieser Effekt erst auf, wenn der Kurs unter den Einstandswert sinkt. Dieses in Deutschland und Österreich bewährte Verfahren unterbindet die Verbuchung nicht realisierter Bewertungsgewinne und verhindert so deren Ausschüttung an den Eigentümer des Eigenkapitals bzw. deren Zuführung zum Eigenkapital. Die Expansionsmöglichkeiten für Finanzintermediäre bleiben dadurch von einem Anstieg der Marktpreise bzw. deren Indikatoren unberührt. Die Rückkehr zum Niederstwertprinzip würde also die Expansionsmöglichkeiten für Finanzdienstleister in einer Aufschwungphase dämpfen. Im Abschwung würde das Eigenkapital durch Kursverluste erst vermindert, wenn der Einstandspreis unterschritten wird. Ab diesem Punkt wirken beide Bewertungsregeln gleichartig. Der Unterschied zwischen IFRS und dem strengen Niederstwertprinzip bei einem Abschreibungsbedarf durch Wertverluste ist klein, weil das IFRS für Vermögensanlagen ohne Marktpreis den Ansatz eines Wertes verlangt, zu dem ein Austausch freiwillig stattfinden würde; Notverkäufe können daher nicht zur Bewertung herangezogen werden. 54 Die Milderung pro-zyklischer Elemente auf allen Ebenen der Finanzmarkt-Regulierung und Aufsicht ist derzeit vielfach in politischer Diskussion. Dazu wurden auf internationaler und nationaler Ebene mehrere Initiativen ins Leben gerufen, deren Berichte mit Analysen und Empfehlungen mittlerweile vorliegen. Sie sind in URL (2009) zusammengefasst und ausführlich diskutiert. Eine vollständige Nennung würde den Rahmen der vorliegenden Studie sprengen. Die Darstellung beschränkt sich deshalb auf die wichtigsten im wirtschaftspolitischen Diskurs erörterten Änderungen von Basel II: Der Basler Ausschuss veröffentlichte im September 2009 eine Absichtserklärung, in der die Reform des Regelwerks Basel II angekündigt wird (Presseaussendung, 7. September 2009): Ergänzung der risikoabhängigen Eigenkapitalunterlegung durch eine Obergrenze für den Fremdfinanzierungsgrad, Einführung eines Mindeststandards für die Liquidität der Finanzierung, Aufbau antizyklischer Kapitalpuffer, die über das Mindesterfordernis hinausgehen und durch Ausschüttungsverbote erreicht werden sollen. Explizit angeführt werden hier übermäßige Dividenden, Aktienrückkäufe und Bonuspakete. Zusätzlich beabsichtigt der Basler Ausschuss eine Steigerung der Qualität des Eigenkapitals. In Zukunft soll der Großteil des Eigenkapitals durch Emission von Aktien aufgebracht werden. Dadurch wird die Finanzierung über Hybrid- und Partizipationskapital an Bedeutung verlieren Vgl. LAROSIÈRE-REPORT (2009) Vgl. URL (2009) 19

20 Basel II brachte für Kreditinstitute bereits eine Ausweitung der Definition eigenkapitalrelevanter Aktivitäten auf nicht in der Bilanz dargestellte Geschäfte, z. B. Kreditlinien an Zweckgesellschaften. Die aktuelle Erweiterung des Basel-II-Verfahrens durch das Basel Committee on Banking Supervision konzentriert sich auf die Bereiche umfassender und korrekter Risikomessung, entsprechender Anpassung der Eigenkapitalvorschriften und verschärfter Publikationsvorschriften. 55 Innerhalb der 2. Säule von Basel II sollen durch ein unternehmensweites Risikomanagement, die Berücksichtigung außerbilanzieller Zweckgesellschaften in der Konzernbewertung, die Beachtung der Risikokonzentration innerhalb eines Konzerns und durch verbesserte Anreize zum langfristigen Ausgleich von Risiko und Gewinn Schwächen im bisherigen Risikomanagement abgebaut werden. Die Reformvorschläge wurden im Dezember 2009 näher ausgeführt. 56 Das veränderte Regelwerk wird im politischen Diskurs häufig mit dem Schlagwort Basel III bezeichnet. Des Weiteren veröffentlichte der Basler Ausschuss im Frühjahr 2010 Vorschläge für verbesserte Prinzipien von Corporate Governance-Praktiken in Banken, welche insbesondere Richtlinien über die Rolle, Qualifikation und Zusammensetzung des Vorstands sowie die Bedeutung eines unabhängigen Risikomanagements umfassen. 57 Der Zeitplan für die Einführung des neuen Regelwerks sieht vor, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2010 eine Untersuchung der Wirkungen durchgeführt werden soll. Auf Basis der Resultate wird das Basler Komitee die Vorschläge revidieren. Das vollständig abgestimmte Set an Standards wird bis Ende des Jahres 2010 vorliegen und soll bis Ende des Jahres 2012 implementiert werden (vgl. Presseaussendung, 17. Dezember 2009). Worin die Wirkungen der Änderungen der Regelwerks Basis II auf die Kreditvergabe an KMU bestehen, lasst sich zurzeit noch nicht abschätzen bzw. bedürfte detaillierter Analysen, welche den Rahmen der vorliegenden Studie jedoch sprengen würden Vgl. BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009a, 2009b) Vgl. BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009c, 2009d) Siehe BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009e) 20

21 2 Primär-Untersuchung zur KMU-Finanzierung Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) führte das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) im Zeitraum vom bis eine telefonische Umfrage bei 522 Finanzverantwortlichen Österreichischer Kleiner und Mittlerer Unternehmen (KMU) durch. Die Erhebung zielt auf die Analyse der Finanzierungssituation der KMU unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise ab. Das Themenspektrum deckt im Kern folgende Bereiche ab: Finanzierungsquellen und die zugehörigen Informationsquellen Beurteilung der aktuellen Finanzierungsbedingungen und Kriterien der Auswahl des Finanzierungspartners Interaktion mit dem Bankensektor Nutzung des öffentlichen Fördersystems bei Finanzierungen Bewertung wirtschaftspolitischer Aussagen 2.1 Methodik der empirischen Fragebogenerhebung Die vorliegende Untersuchung basiert auf einer Umfrage unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Österreich. Sie stellen die Grundgesamtheit der Umfrage. Für die Kontaktaufnahme standen aus der Grundgesamtheit in IWI-Datenbanken rund Kontaktadressen inkl. Telefonnummer und Strukturdaten, das sind Branchen nach WS2008 sowie die Anzahl der Beschäftigten je Unternehmen, zur Verfügung. Aus diesem Adresspool wurden Adressen als geschichtete disproportionale Stichprobe nach dem Zufallsprinzip gezogen. Die Schichten betreffen die Betriebsgrößenklassen. Es wurde eine disproportionale Stichprobe gewählt, da auf Mittlere Unternehmen (MU) bezogen auf die Unternehmensanzahl nur ein Anteil von 1,7% der KMU entfallen. Damit wäre über diese Unternehmensgruppe auf Basis der eines proportionalen Samples bei einer vereinbarten Zielgröße von n=500 Interviews keine sinnvolle Aussage möglich gewesen. Um über die unterschiedlichen Gruppen an KMU nach Betriebsgrößenklasse Aussagen treffen zu können, wurde eine disproportionale geschichtete zufallsgesteuerte Stichprobenauswahl vorgenommen, bei der die Beschäftigtenzahl pro Betriebsgrößenklasse die Anzahl der Zielinterviews pro Schicht bestimmt. In Abstimmung mit dem Auftraggeber wurden folgende Branchen berücksichtigt: B: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden C: Verarbeitendes Gewerbe F: Baugewerbe G: Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen H: Verkehr und Lagerei I: Gastgewerbe J: Information und Kommunikation K: Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen L: Grundstücks- und Wohnungswesen M: Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen N: Erbringung von Sonstigen Wirtschaftlichen Dienstleistungen Unternehmen des öffentlichen Sektors, des Primärsektors sowie Energie- und Versorgungswirtschaft wurden in diesem Abstimmungsprozess aus der Grundgesamtheit ausgeschieden. 21

22 Entsprechend dieser Vorgangsweise setzten sich die Grundgesamtheit, die Stichprobe und der Rücklauf folgendermaßen nach KMU-Betriebsgrößenklassen zusammen: Tab. 1: Betriebsgröße Zusammensetzung der Grundgesamtheit, Stichprobe und des Rücklaufs nach Unternehmensgrößenklassen Grundgesamtheit Beschäftigte in ausgewählten Branchen Stichprobe Interviews Schätzung Struktur 2007 Auswahl Rücklauf bis 9 Mitarbeiter 33,50% 33,3% 34,3% 10 bis 49 Mitarbeiter 33,46% 33,3% 32,8% MU 50 bis 249 Mitarbeiter 33,04% 33,3% 33,0% Gesamt 100% 100% 100% Gesamt absolut Quelle: Statistik Österreich, Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger, Wirtschaftskammer Österreich, IWI eigene Berechnungen und Erhebung Die Umfrage selbst wurde im Zeitraum vom 03. bis 26. März 2010 vom Interviewstab des IWI im eigenen Telefonstudio durchgeführt. Der Fragebogen wurde gemeinsam mit dem Auftraggeber entwickelt und vom IWI operationalisiert. Es wurden 533 vollständige und gültige Interviews durchgeführt, darunter waren 527 telefonische Interviews sowie 6 schriftliche (per , per Fax oder postalisch). Letztere wurden lediglich bei explizitem Wunsch der Zielpersonen akzeptiert. Ein telefonisches Interview dauerte durchschnittlich rund 13 Minuten. 11 Interviews mussten aufgrund der Tatsache, dass die Firmen entgegen Hinweisen in den Basisdaten in der Stichprobe nicht mehr den KMU, sondern, aufgrund von Fusion, Unternehmensankäufen, Wachstum, etc. bereits den Großunternehmen zuzurechnen waren, ausgeschieden werden. Somit basieren die Analysen auf einem Rücklauf von 522 vollständigen Interviews mit österreichischen Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU). Die Branchenstruktur der Stichprobe und der Interviews weichen nur marginal von einander ab, dementsprechend wurden keine Faktorengewichtungen für diese Strukturvariable vorgenommen. Tab. 2: Branchenstruktur - Stichprobe und Umfrageergebnisse Abschnitt WS2008 Stichprobe Umfrage B: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 0,4% 0,6% C: Verarbeitendes Gewerbe 17,0% 18,6% F: Baugewerbe 16,6% 14,6% G: Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 26,8% 30,1% H: Verkehr und Lagerei 5,7% 6,3% I: Gastgewerbe 9,2% 6,7% J: Information und Kommunikation 3,4% 4,4% K: Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 2,6% 1,5% L: Grundstücks- und Wohnungswesen 2,4% 2,3% M: Erbringung von Freiberuflichen, Wissenschaftlichen und Technischen Dienstleistungen 9,6% 9,6% N: Erbringung von Sonstigen Wirtschaftlichen Dienstleistungen 6,3% 5,4% Gesamt 100% 100% Gesamt absolut Quelle: IWI 22

23 2.2 Kernergebnisse der empirischen Fragebogenerhebung Die Umfrage beginnt mit einer Analyse der Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen für die Zielbetriebe. Die Finanzverantwortlichen wurden gebeten, auf einer Skala von 1 = sehr wichtig bis 4 = unwichtig ausgewählte Finanzierungsmöglichkeiten hinsichtlich der Relevanz für ihre Unternehmen abzustufen. Die Eigen- bzw. Innenfinanzierung ist demnach für die Befragten das zentrale Instrument (85% bewerten diese Finanzierungsform mit sehr bzw. eher wichtig für ihr Unternehmen; MW 1,52). Danach folgen bereits mit Abstand kurzfristige Bankkredite (48%; MW 2,61) und Förderkredite (43%; MW 2,68) sowie mittel- und langfristige Bankkredite (42%, MW 2,80 bzw. 40%, MW 2,78). Die verbleibenden Finanzierungsquellen spielen keine zentrale Rolle in der untersuchten Firmenlandschaft und finden nur vereinzelt Nutzer. Abb. 6: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (derzeit) Eigen-/Innenfinanzierung 66% 19% 9% 5% Bankkredit kurzfristig 28% 20% 13% 37% Förderkredite 25% 18% 10% 39% 8% Bankkredit mittelfristig 15% 27% 17% 38% 3% Bankkredit langfristig 22% 18% 16% 41% 3% Leasing 11% 27% 19% 34% 8% Gesellschaftereinlagen/-darlehen 16% 14% 13% 48% 9% Lieferantenkredit 15% 15% 13% 48% 9% Factoring 6% 8% 64% 3% 16% Mezzanine Finanzierungsformen 3% 8% 58% 12% 17% Private Equity/Venture Capital 3% 5% 61% 9% 20% Andere 96% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Sehr wichtig Eher wichtig Eher unwichtig Unwichtig Kenne ich nicht K.A. Anm.: Quelle: Basis n=522; Aus Darstellungsgründen sind Werte unter 3% in den Balken nicht ausgewiesen. IWI Mit steigender Betriebsgrößenklasse nimmt vor allem die Bedeutung von mittel- und langfristigen Bankkrediten sowie Lieferantenkrediten zu. Auch Förderkredite und Leasing nehmen, vor allem bei Mittelunternehmen, einen etwas größeren Raum ein. Bei Kleinstunternehmen sind kurzfristige Bankkredite überdurchschnittlich bedeutsam (vgl. dazu Abb. 7). Bei EPU spielen neben der Eigen- und Innenfinanzierung (für 73% der Befragten sehr bzw. eher wichtig) vor allem kurzfristige Bankkredite und Leasing eine bedeutende Rolle. Ein Vergleich disaggregiert nach Unternehmensgröße zeigt für EPU mit der Ausnahme von Leasing in sämtliche Kategorien eine unterdurchschnittliche Bedeutung bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller befragter KMU. Eine Interpretation muss allerdings die deutlich geringere Anzahl an befragten Unternehmen in dieser Gruppe und weiters bei einigen Finanzierungsquellen höhere Zahl an Befragten, die keine Angabe machten oder die Finanzierungsform nicht kannten, berücksichtigen. Dadurch ist eine generelle Verzerrung nach unten möglich bzw. es steigt die Wahrscheinlichkeit von statistischen Fehlern (Schwankungsbreiten). 23

24 Abb. 7: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (derzeit; disaggregiert nach Unternehmensgröße) überdurchschnittliche Bedeutung MW der Unternehmen unterdurchschnittliche Bedeutung Mittelwert (MW) MW EPU KlstU KLU MU Eigen-/Innenfinanzierung 1,52 1,89 1,54 1,51 1,45 Bankkredit kurzfristig 2,61 2,74 2,49 2,63 2,65 Bankkredit mittelfristig 2,80 3,00 2,93 2,81 2,64 Bankkredit langfristig 2,78 3,12 2,87 2,81 2,61 Lieferantenkredit 3,04 3,39 3,22 3,04 2,85 Gesellschaftereinlagen/- darlehen 3,02 3,45 3,08 2,94 2,97 Förderkredite 2,68 3,00 2,71 2,76 2,52 Mezzanine Finanzierungsformen 3,70 3,71 3,73 3,69 3,69 Factoring 3,67 3,70 3,75 3,67 3,62 Leasing 2,82 2,73 3,02 2,86 2,64 Private Equity / Venture Capital 3,76 3,81 3,76 3,72 3,78 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0-0,1-0,2-0,3-0,4-0,5 Anm.: Quelle: Basis n=522 (EPU: n=36, KlstU: n=143, KLU: n=171, MU: n=172); Skala von 1=sehr wichtig bis 4=sehr unwichtig. IWI In einem weiteren Schritt sollten die Befragten abschätzen, welche Rolle diese Finanzierungsinstrumente voraussichtlich in Zukunft in ihrem Unternehmen spielen werden. Abb. 8: Bedeutung zentraler Finanzierungsquellen (zukünftig) Eigen-/Innenfinanzierung 30% 66% 3% Förderkredite 23% 64% 4% 9% Leasing 11% 76% 3% 11% Bankkredit mittelfristig 10% 78% 7% 5% Bankkredit langfristig 10% 75% 9% 5% Bankkredit kurzfristig 9% 80% 7% 4% Lieferantenkredit 7% 79% 3% 10% Gesellschaftereinlagen/-darlehen 5% 80% 5% 10% Mezzanine Finanzierungsformen 5% 62% 3% 30% Factoring 3% 72% 3% 22% Private Equity/Venture Capital 64% 3% 31% Andere 3% 96% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% In Zukunft wichtiger Bleibt gleich In Zukunft unwichtiger K.A. Anm.: Quelle: Basis n=522; Aus Darstellungsgründen sind Werte unter 3% in den Balken nicht ausgewiesen. IWI 24

25 Zukünftig, d.h. in den kommenden drei Jahren, sollen vor allem drei spezifische Formen der Unternehmensfinanzierung verstärkt Einsatz finden: Eigen-/Innenfinanzierung (30% der Befragten gehen von einem Bedeutungszuwachs dieser Finanzierungsform aus), Förderkredite (23%) und tendenziell Leasing (11%) und Bankkredite (10% bzw. 9%). Die Befragung zeigt eine starke Beständigkeit bei zentralen Finanzierungsquellen, deren Bedeutung und Nutzung in den nächsten drei Jahren mehrheitlich in allen abgefragten Kategorien gleich bleiben soll. Die befragten Unternehmen verbleiben somit auf klassischen Finanzierungsschienen und erwarten kaum Steigerung der Nutzung von Alternativen wie Factoring, Mezzanin- oder Venture Kapital. Erwartungsgemäß steigt die Relevanz aller Finanzierungsinstrumente mit der Betriebsgröße. Wenn es um Finanzierungsfragen geht, nutzen annähernd alle KMU Banken (92%) als Informationsquellen, gefolgt von Steuerberatern/Wirtschaftsprüfern (72%). Mit 45% konsultiert auch ein großer Teil der Zielpersonen Medien (TV, Rundfunk, Presse und Internet), 30% die Interessensvertretungen (IV, WKO) und 28% die Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung (AWS, FFG etc.). Kooperationspartner, Kunden und Lieferanten sind lediglich für 21% als Ansprechpartner für Finanzierungsfragen relevant und letztlich wenden sich noch 16% an Unternehmensberater. Interessanterweise ist die Verteilung der Nutzung bei allen Quellen bis auf einer nur in geringem Ausmaß von der Betriebsgröße abhängig. Lediglich bei den Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung zeigt sich ein deutliches Gefälle: Während bei den EPU lediglich 14% diese konsultieren, steigt der Anteil mit der Betriebsgröße, um bei Mittelbetrieben 34% zu erreichen. Tab. 3: Informationsquellen bei Finanzierungsfragen (disaggregiert nach Unternehmensgröße) Basis Banken Medien Steuerberater Unternehmensberater Interessenvertretung Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung Koop.- Partner, Kunden, Lieferanten Gesamt % 72% 16% 30% 28% 45% 21% Unternehmensgröße EPU 36 92% 64% 14% 33% 14% 53% 28% KlstU (1-9) % 74% 11% 31% 22% 41% 18% KU (10-49) % 83% 17% 30% 32% 43% 21% MU (50-249) % 60% 19% 30% 34% 49% 22% Anm.: Basis (Gültige %; Respondent nannte zumindest eine der angeführten Informationsquellen) = 512 Quelle: IWI Die Finanzierungsbedingungen bewertet auf einer Skala von 5 = viel schlechter bis 1 = viel besser haben sich in den vergangenen 12 Monaten im Aggregat verschlechtert. Insgesamt sind die befragten KMU-Vertreter der Ansicht, dass sich speziell die Erfordernisse an Sicherheiten (3,48) sowie die Dokumentations- und Informationspflichten (3,39) verschärft haben (Vgl. dazu Abb. 10). Je kleiner das Unternehmen, desto deutlicher haben sich diese Rahmenbedingungen tendenziell verschlechtert. Einzig bei den Zinssätzen sehen die Respondenten insgesamt (MW: 2,82) und insbesondere EPU (MW: 2,52) ein schwach positiveres Bild als noch vor einem Jahr anzutreffen war. Abseits der Zinssätze finden besonders EPU laut eigener Einschätzung erschwerte Finanzierungsbedingungen vor (Vgl. dazu Abb. 10). 25

26 Abb. 9: Bewertung der Finanzierungsbedingungen (vergangene 12 Monate) Erfordernis an Sicherheiten 13% 24% 44% 6% 11% Dokumentations-/Informationspflichten 11% 21% 52% 5% 9% Nebenkosten 9% 23% 50% 8% 9% Zinssätze 8% 18% 28% 26% 12% 9% Offenlegung d. Geschäftsverlaufes 7% 15% 62% 6% 9% Bearbeitungsdauer/Umsetzung 5% 10% 61% 10% 12% Fristigkeiten b. d. Finanzierung 3% 10% 67% 6% 13% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Viel schlechter Eher schlechter Gleich Eher besser Viel besser K.A. Anm.: Quelle: Basis n=522; Aus Darstellungsgründen sind Werte unter 3% in den Balken nicht ausgewiesen. IWI Abb. 10: Bewertung der Finanzierungsbedingungen (vergangene 12 Monate; disaggregiert nach Unternehmensgröße) überdurchschnittlich positive Einschätzung der Entwicklung MW der Unternehmen überdurchschnittlich negative Einschätzung der Entwicklung Mittelwert (MW) MW EPU KlstU KLU MU Zinssätze 2,82 2,52 2,80 2,82 2,90 Nebenkosten 3,34 3,50 3,39 3,32 3,28 Erfordernis an Sicherheiten 3,48 3,70 3,49 3,49 3,43 Dokumentations-/ Informationspflichten 3,39 3,67 3,34 3,41 3,35 Offenlegung des Geschäftsverlaufes 3,24 3,55 3,11 3,30 3,23 Fristigkeiten bei der Finanzierung 3,12 3,17 3,01 3,15 3,16 Bearbeitungsdauer/ Umsetzung 3,05 3,18 3,09 3,04 3,00 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0-0,1-0,2-0,3-0,4-0,5 Anm.: Quelle: Basis n=522 (EPU: n=36, KlstU: n=143, KLU: n=171, MU: n=172); Skala von 1=viel besser bis 5=viel schlechter. IWI 26

27 Ergänzend bewerteten die Befragten, wie wichtig denn spezifische Kriterien bei der Auswahl des Finanzierungspartners bzw. -instruments seien. Für 82% sind die Finanzierungskonditionen wie Kosten oder Laufzeit sehr wichtig. 75% sehen die Kompetenz des Finanzierungspartners als sehr wichtig an. Die Persönliche Beziehung zum Finanzierungspartner hingegen ist lediglich für 45% sehr wichtig, wobei dieses Kriterium für 58% der EPU zentral ist und mit steigender Betriebsgröße kontinuierlich an Bedeutung verliert (Mittlere Unternehmen: 36%). Zusätzlich nannten die Respondenten unter sonstigen wichtige Kriterien vielfach spontan folgende Eigenschaften eines Finanzierungspartners: Vertrauensbasis, Regionalität und Risikobereitschaft. Abb. 11: Kriterien bei der Auswahl des Finanzierungspartners bzw. -instruments (disaggregiert nach Unternehmensgröße) überdurchschnittliche MW der Bedeutung Unternehmen unterdurchschnittliche Bedeutung Mittelwert (MW) MW EPU KlstU KLU MU Kompetenz des FP 1,29 1,31 1,38 1,23 1,28 Finanzierungskonditionen 1,19 1,20 1,31 1,11 1,17 Persönliche Beziehung zum FP 1,79 1,57 1,71 1,78 1,91 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0-0,1-0,2-0,3-0,4-0,5 Anm.: Quelle: Basis n=522 (EPU: n=36, KlstU: n=143, KLU: n=171, MU: n=172); Skala von 1=sehr wichtig bis 4=sehr unwichtig. IWI Der Anteil der ausländischen Finanzierungsquellen ist überwiegend nicht existent bzw. gering vertreten. 67% geben explizit an, keine Finanzierungsquellen außerhalb Österreichs zu nutzen, 12% nutzen internationale Quellen bis zu einem Anteil von bis zu 50% der Gesamt-Finanzierung. 7% beziehen über 50% der Unternehmensfinanzierung aus ausländischen Quellen und 13% machten keine Angabe zu dieser Frage. Die Hauptbankverbindungen, also die Hausbanken der KMU, entstammen am häufigsten der Sparte Genossenschaftsbanken (41%), gefolgt von Landesbanken/Sparkassen (34%) und sind letztlich zu 22% private Geschäftsbanken. Je größer die Firmeneinheiten, desto häufiger sind private Geschäftsbanken die wichtigsten Ansprechpartner der befragten Unternehmen. 64% haben neben der Hauptbank noch weitere Bankverbindungen, 35% vertrauen ausschließlich ihrer Hausbank (1% k.a.). Innerhalb der Gruppe, die mit weiteren Instituten zusammenarbeiten, haben 44% eine weitere Bankverbindung, 24% zwei weitere und 33% drei oder mehr zusätzliche Kreditinstitute als Finanzierungspartner (1% k.a.). Die Kriterien, die der Bonitätsprüfung durch die Banken zugrunde liegen, also das jeweilig zutreffende Rating Modell der Bank, sind 63% der befragten Finanzverantwortlichen bekannt. Bei Mittleren Unternehmen liegt dieser Bekanntheitsgrad bei 69%, bei Kleinen Unternehmen bei 67%, bei Kleinstunternehmen noch bei 57% und bei EPU lediglich bei 36%. Bei Letzteren ist somit Raum, um die Bekanntheit der Bonitätskriterien und den professionellen Umgang im Zuge von Kreditprojekten im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld zu steigern. 27

28 Tab. 4: Kennen Sie die Kriterien, die Ihre Bank Ihrer Bonitätsprüfung (Rating) zugrunde gelegt hat (Rating-Modell der Bank)? Betriebsgrößenklasse EPU 36% Kleinstunternehmen (1 bis 9 MA) 57% Kleine Unternehmen (10 bis 49 MA) 67% Mittlere Unternehmen (50 bis 249 MA) 69% Gesamt 63% Quelle: IWI Erhebung Die Frage, ob sie von ihrer Bank darüber informiert wurden, welche Auswirkungen das Rating bzw. Ihre Ratingnote/-kennzahl für das Unternehmen hat, bejahten 60% der Interviewpartner. Hierbei zeigt sich aber ein noch stärkeres Gefälle nach Betriebsgröße, als bei der obigen Bekanntheit der Kriterien der Rating-Modelle. 74% der Mittelbetriebe wurden von ihrem Kreditinstitut über die Zusammenhänge zwischen den Kennzahlen und den dadurch bedingten Auswirkungen bei Finanzierungsanstrengungen aktiv informiert, bei Kleinunternehmen liegt dieser Anteil bei 62%, bei Kleinstunternehmen bei 50% und schließlich geben nur 22% der EPU an, darüber informiert worden zu sein. Auch hier zeigt sich das offene Informationspotenzial im KMU-Bereich. ja Tab. 5: Wurden Sie von Ihrer Bank darüber informiert, welche Auswirkungen das Rating bzw. Ihre Ratingnote/-kennzahl für Ihr Unternehmen hat? Betriebsgrößenklasse EPU 22% Kleinstunternehmen (1 bis 9 MA) 50% Kleine Unternehmen (10 bis 49 MA) 62% Mittlere Unternehmen (50 bis 249 MA) 74% Gesamt 60% Quelle: IWI Erhebung Die Nutzung externer ergänzender bankenunabhängiger Ratingagenturen bleibt vor allem Firmen ab 10 Mitarbeitern vorbehalten. Unter 10% der EPU und der Kleinstunternehmen haben eine derartige zusätzliche systematische Auskunft über die eigene Bonität. Die zentralen Gründe für das Einholen dieser Kennzahlen sind sehr vielseitig. Am häufigsten wird Eigeninteresse im Sinne von Branchenvergleichen Wo stehen wir mit unserem Unternehmen?, es folgt die Vorsorge für etwaige zukünftige mit Kennzahlen zu untermauernden Kreditbedürfnisse (Sicherheitsgedanke) und an dritter Stelle für konkrete Geschäftsfälle (anlassbezogen auf Lieferanten-, Kunden- oder Bankenwunsch) angegeben. Der Großteil der Nutzer externer Ratings gibt spontan und ungefragt den KSV als genutzte Quelle an, wobei die historischen Gründe, warum dieses externe Rating eingeführt wurde, zumeist nicht mehr bekannt sind, d.h., bei diesen meist Mittleren Unternehmen ist dies Standard in der Finanzdokumentation. Letztlich kamen die Impulse, diese Ratings zu nutzen, auch häufig von Steuerberatern. ja Tab. 6: Haben Sie auch ein (externes) Rating von einer (banken-)unabhängigen Rating Agentur? Betriebsgrößenklasse EPU 6% Kleinstunternehmen (1 bis 9 MA) 9% Kleine Unternehmen (10 bis 49 MA) 18% Mittlere Unternehmen (50 bis 249 MA) 26% Gesamt 17% Quelle: IWI Erhebung Ein zentrales Anliegen der Umfrage war die Quantifizierung der Nutzung öffentlicher Fördermittel bei KMU. Exakt ein Viertel der Respondenten gibt an, in den letzten 12 ja 28

29 Monaten öffentliche Finanzierungsmittel in Anspruch genommen zu haben, sei es für Investitionen bzw. für Unternehmensfinanzierungen. 59% der genutzten öffentlichen Finanzierungsmittel sind staatliche Zuschüsse, 23% öffentliche Kredite/Darlehen, 16% Haftungs- bzw. Kreditübernahmen, 13% Coaching- bzw. Beratungsleistungen und 21% Sonstige wurden genannt. Unter Sonstige wurden von den Befragten überwiegend Forschungsförderungsmittel und spezifische Gemeinde- oder Landesförderungen subsumiert (Mehrfachnennungen). Tab. 7: Haben Sie in den letzten 12 Monaten öffentliche Finanzierungsmittel für Investitionen und/oder Unternehmensfinanzierung genutzt? Betriebsgrößenklasse EPU 11% Kleinstunternehmen (1 bis 9 MA) 18% Kleine Unternehmen (10 bis 49 MA) 22% Mittlere Unternehmen (50 bis 249 MA) 37% Gesamt 25% Quelle: IWI Erhebung Der häufigste Grund, keine öffentliche Finanzierung im vergangenen Jahr genutzt zu haben, liegt in der einfachen Tatsache, dass aus Sicht von 60% der Firmen, die ohne diese Mittel auskamen, einfach keine zusätzlichen Förderungen nötig waren. 18% dieser Firmen konnten dies nicht tun, weil das Unternehmen oder das geplante Projekt die Förderkriterien nicht erfüllte, 15% klagten über den Informationsmangel und die Unübersichtlichkeit des Angebotes und für rund jedes zehnte dieser Unternehmen waren jeweils die Konditionen oder die Förderabwicklung nicht attraktiv (Mehrfachnennungen). Tab. 8: Gründe, im vergangenen Jahr keine öffentlichen Fördermittel genutzt zu haben? EPU KlstU. (1-9) KLU (10-49) ja MU (50-249) Gesamt Keine Förderung benötigt 72% 62% 54% 63% 60% Konditionen waren nicht attraktiv 6% 10% 12% 10% 10% Informationsmangel / Unübersichtlichkeit des Angebots 9% 21% 18% 8% 15% Mein Unternehmen/Projekt erfüllt die Förderkriterien nicht 16% 17% 14% 25% 18% Förderabwicklung war nicht attraktiv 6% 7% 16% 12% 11% Andere 3% 7% 9% 5% 6% Gesamt (Basis: Respondent gab einen Grund an) 100% 100% 100% 100% 100% Gesamt absolut Quelle: IWI Erhebung 30% der befragten KMU wurden von der Hausbank zur Inanspruchnahme öffentlicher Finanzierungsmittel wie Haftungs- bzw. Garantieübernahmen, geförderte und zinsgünstige Kredite, etc. grundsätzlich beraten, d.h. aktiv darauf aufmerksam gemacht. 14% der Finanzierungsverantwortlichen hat die Bank zwar dazu beraten, aber erst nach Nachfrage durch die Firma, also reaktiv. 17% der Befragten wurden von ihrer Hausbank noch nicht beraten, hätten aber konkretes Interesse an dieser Information und 34% wurden dazu nicht beraten und haben auch kein Interesse daran. Auf einer Skala von 1 = stimme völlig zu bis 4 = stimme überhaupt nicht zu bewerteten die Respondenten Aussagen zu Unternehmensfinanzierung und zum aktuellen wirtschaftspolitischen Geschehen. Die Finanzierungsverantwortlichen der KMU sind sich einig, dass ein fixer Ansprechpartner in der Hausbank für eine gute Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist (MW: 1,24). Des Gleichen stimmen sie der Aussage eindeutig zu, dass Finanzierungskosten und -spielräume eines Unternehmens heutzutage mehr und mehr von seiner Bonität bzw. seinem Rating abhängen (MW: 1,34). Überwiegend stim- 29

30 men die KMU dem Gedanken zu, dass alternative bzw. innovative Finanzierungsformen wie Leasing, Factoring oder Mezzanine Finanzierungsformen teurer sind, als klassische Bankkredite (MW: 1,99). Auch sind die KMU, und das interessanterweise unabhängig von der Größenklasse, der Ansicht, dass staatlich geförderte Garantien und Haftungen für die Kreditvergabe - wie beispielsweise in den AWS-Förderprogrammen - für die Unternehmensfinanzierung immer bedeutender werden (MW: 2,10). Dies steht im Einklang mit der Einschätzung zu Beginn des Fragebogens, dass Förderkredite als betriebliche Finanzierungsmittel in den kommenden drei Jahren eine tendenziell größere Rolle einnehmen werden, auch wenn sie bis dato überwiegend von größeren Unternehmenseinheiten genutzt wurden. Uneins und teilweise polarisierend sind die Haltungen zu folgenden Themen: a) Mangelnde Branchenkenntnisse der Berater/Betreuer gehören zu den Hauptschwierigkeiten im Dialog mit den Banken (MW: 2,40). b) Durch die Krise sind Entscheidungen auf höhere Ebenen verschoben worden und der direkte Ansprechpartner in der Bank hat nur mehr sehr geringe Entscheidungskompetenzen (MW: 2,23). Eindeutige Ablehnung findet die Aussage, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Banken (Bankensanierungspaket) auch für österreichische KMU zu einer deutlichen Entspannung der Finanzierungssituation geführt haben. Ein derartiger Zusammenhang wird nicht gesehen (MW: 2,99). Abb. 12: Wordrap Mean Fixer Ansprechpartner in Hausbank ist f. gute Zusammenarbeit wichtig 80% 16% EPU:1,46 KstU:1,21 KU:1,25 MU:1,19 Finanzierungsspielräume u. -kosten mehr u. mehr v. Bonität abhängig 72% 19% 3% 3% EPU:1,43 KstU:1,32 KU:1,35 MU:1,33 Staatliche Garantien/Haftungen für Kreditvergabe werden immer wichtiger 33% 33% 16% 13% 5% EPU:2,14 KstU:2,04 KU:2,13 MU:2,10 Alternative FI sind meist teurer als klassischer Bankkredit 38% 24% 14% 12% 12% EPU:2,06 KstU:1,80 KU:2,05 MU:2,07 Durch Krise wurden Entscheidungen stärker auf höhere Ebene verschoben 33% 25% 14% 20% 9% EPU:1,82 KstU:2,19 KU:2,37 MU:2,22 Mangelnde Branchenkenntnis d. Berater gehört zu den Hauptschwierigkeiten im Bankendialog 25% 27% 21% 20% 7% EPU:2,43 KstU:2,39 KU:2,29 MU:2,50 Bankensanierungspaket hat auch für KMU zu einer entspannten Finanzierungssituation geführt 9% 16% 28% 34% 13% EPU:2,78 KstU:3,06 KU:3,04 MU:2,94 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Q.: IWI (2010); Basis: n=522 stimme völlig zu stimme eher nicht zu stimme eher nicht zu stimme überhaupt nicht zu k.a. Anm.: Quelle: Basis n=522; Aus Darstellungsgründen sind Werte unter 3% in den Balken nicht ausgewiesen. IWI 2.3 Fazit der empirischen Fragebogenerhebung Die KMU-Umfrage weist auf eine sehr vorsichtige Grundhaltung die Finanzierungsbedingungen betreffend hin und auf eine tendenziell konservative Einstellung zu Finanzierungsformen und -trägern, speziell bei der Vielzahl der Kleinstunternehmen und EPU. Der Druck am Kapital- bzw. Finanzierungsmarkt wird eindeutig wahrgenommen und spiegelt sich auch in den Einschätzungen zu verschärften Rahmenbedingungen der Finanzierung wider. Nicht die Zinssätze machen den KMU Sorgen, sondern die intensivierten Vorgaben zu Bonitäts- und Sicherheitsleistungen. Der Dokumentationsdruck steigt und so erwarten die KMU auch, dass zukünftig vermehrt auf einfach zu bewerkstelligende Finanzierungsmaßnahmen, wie Eigenmittelfinanzierung oder kurz- 30

31 fristige Finanzmittel, zurückgegriffen werden wird. Die Nutzung dieser klassischen Finanzierungsformen steht im Vordergrund und daran soll sich in den kommenden drei Jahren nicht viel ändern. Förderkredite und in geringem Ausmaß Leasing zeigen noch leichte Tendenzen zu Nachfrageschüben für die kommenden drei Jahre; für andere Finanzierungsquellen sind aus Sicht dieser Erhebung keine signifikante Impulse abzusehen. Alles in Allem ist keine substanzielle Änderung im Finanzierungsverhalten durch die Firmen selbst zu erwarten. Man kann überwiegend von einer vorsichtigen, passiven und abwartenden Haltung sprechen. Dies weist nicht auf proaktives Investitionsverhalten hin und wirtschaftliche Impulse oder gar Aufbruchsstimmung sind dieser Umfrage nicht zu entnehmen. Auch sind die KMU-Vertreter überwiegend einer Meinung, dass alternative bzw. innovative Finanzierungsformen wie Leasing, Factoring oder Mezzanine Finanzierungsformen teurer sind als klassische Bankkredite. Auch dies passt in das aktuelle und bis 2012 erwartete Bild des Nutzungsverhaltens von Finanzierungsformen, das primär von Eigenfinanzierung und kurzfristigen Bankkrediten dominiert ist. Die KMU verlassen sich auf klassische Beratungspartner bei der Finanzierung, Bankund Steuerberater. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Steuerberater; sieben von zehn Finanzierungs-Entscheidungsträgern in KMU vertrauen auf diese als unabhängig eingestufte Informationsquelle für Finanzierungsfragen. Interessanterweise werden Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung von Kleinstunternehmen (<10 Mitarbeiter) wesentlich seltener als Informationsquelle für Finanzierungsfragen verwendet als von Kleinen und Mittleren Unternehmen. Hier ist ein signifikanter Ansatzpunkt für wirtschaftspolitische Aktivitäten bei EPU und Kleinstunternehmen für Informationsarbeit zu Finanzierungsformen gegeben. Die aktuellen Finanzierungsbedingungen in den Ausläufern der Wirtschafts- und Finanzkrise sind für KMU relativ eindeutig: Nicht die Zinssätze, sondern die Rahmenbedingungen der Finanzierung, wie Sicherheitserfordernisse und Dokumentationspflichten oder Nebenkosten machen den KMU bei Finanzierungsanstrengungen zu schaffen. Bonität und Auswirkungen der Ratingkriterien sind bei Unternehmen ab 10 Mitarbeiter zum Großteil bekannt. Bei EPU und vielfach auch bei Kleinstunternehmen ist hier ein deutliches Informationsdefizit anzutreffen. Nur jedes fünfte EPU gibt an, zu wissen, welche Auswirkungen die jeweiligen Ratings auf das eigene Unternehmen hätten. Lediglich jedes elfte Kleinstunternehmen und jedes 17te EPU hat ein ergänzendes externes Rating, um professionell und mit unabhängigem Branchenvergleich mit Finanzierungspartnern interagieren zu können. Die KMU sind sich trotz des häufigen Informationsdefizits zum eigenen Rating sehr wohl und durchgehend bewusst, welche hohe Bedeutung heutzutage der Bonität bzw. dem Rating als der systematischen Bewertung der Kreditwürdigkeit bei Finanzierungskosten und Finanzierungsfreiräumen zukommen. Ein Viertel der KMU gab an, in den vergangenen 12 Monaten öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen zu haben. Die zentralen Nutzer dieser Mittel sind Mittlere Unternehmen, wo der Nutzungsgrad 37% erreicht. Bei kleinen KMU (1 bis 9 Mitarbeiter) steht dieser Anteil bei 18% und bei EPU beträgt er 11%. 17% der Befragten wurden von ihrer Hausbank noch nicht beraten, hätten aber konkretes Interesse an Information zur Inanspruchnahme öffentlicher Finanzierungsmittel wie Haftungs- bzw. Garantieübernahmen, geförderte und zinsgünstige Kredite, etc. Dies bedeutet, dass annähernd jedes fünfte KMU einen Informationsbedarf sowie die Absicht äußerte, öffentliche Fördermittel in Betracht zu ziehen, um Investitionen und Finanzierungsbedürfnisse abzudecken. Es wird angenommen, dass aufgrund der verschärften Finanzierungsbedingungen vermehrt ergänzende Alternativen gesucht werden. Letztlich ergibt sich der sehr konkrete Eindruck, dass sich die KMU-Vertreter der aktuellen Krisensituation sehr wohl bewusst sind und sich abwartend verhalten. 31

32 Der Druck auf Anforderungen zu Bonität und Ratings sowie den allgemeinen Finanzierungsbedingungen wird bestätigt. Gleichzeitig ist ein Informationsbedarf, speziell die öffentlichen Förderungen betreffend, gegeben. Eindeutig ist, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Banken (Bankensanierungspaket) aus Sicht der österreichischen KMU - für sie selbst - zu keiner Entspannung der Finanzierungssituation geführt haben. 32

33 3 Ergänzende Experteninterviews Ergänzend und im Anschluss an die empirische Fragebogenerhebung unter heimischen KMU wurden ausgewählte Tiefeninterviews mit Experten aus den Bereichen Bank, Kreditversicherung, Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung sowie Interessensvertretungen und Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung durchgeführt. Zentraler Angelpunkt der Gespräche war eine Einschätzung der derzeitigen und zukünftigen Finanzierungssituation von KMU aus Sicht der jeweiligen Akteursgruppe. Insgesamt wurden im Zeitraum von bis zehn Tiefeninterviews geführt. 58 Die Kernergebnisse aus den geführten Gesprächen sind im Folgenden zusammenfassend dargestellt. 3.1 Banken- und Kreditversicherungsbereich Die Risikoabschätzung bei der Kreditvergabe ist für Banken heute schwieriger denn je. Vor diesem Hintergrund hat sich auch die Kreditprüfung verschärft, es wird gemäß den Banken noch genauer nachgefragt, insbesondere, was die strategische Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens bzw. die strategische Einbettung der Investition betrifft. So ist neben Planungsintensität, Sicherstellung der Liquidität in der Zukunft etc. vor allem auch die Einschätzung des Marktumfeldes und der Marktposition in der Beurteilung wichtiger geworden. Die Banken versuchen, über dieses teils noch intensivere Hineindenken in die Unternehmensstrategie eine bessere Ein- und Abschätzung des Risikos zu erreichen (die hard facts für die Kreditentscheidung mit mehr soft facts anzureichern). Für eine qualitative Beurteilung sind bei größeren Unternehmen meist mehr objektivierbare Unterlagen verfügbar (laufendes Berichtswesen, Businesspläne, Jahresbudgets etc.), bei kleineren und/oder jungen Unternehmen ist dies deutlich schwieriger. 59 Hier ist es für den Bankenvertreter besonders wichtig geworden, die Geschäftsidee/Strategie genau nachvollziehen zu können und Unternehmensstruktur bzw. den Unternehmer selbst genauer anzuschauen, teils auch, um sie dem Risikomanager/Analysten im eigenen Haus zu übersetzen und als ergänzende Zusatzinformation zu liefern. Weiters fokussieren die Banken in ihrer Betrachtung heute noch stärker das aktuelle Geschehen in den Unternehmen, aktuelle Zahlen werden heute wesentlich schneller an- und eingefordert, ein Befund, der sich in Gesprächen mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern widerspiegelt. Was Kompetenzebenen und Entscheidungsstrukturen betrifft, so haben die Gespräche gezeigt, dass diese durch die Krise nicht wesentlich beeinflusst wurden. Was die Kreditkonditionen betrifft, haben sich diese der Marktlage entsprechend verschlechtert. Die Gesamtkostenbelastung war Ende 2008 und Anfang 2009 entsprechend ausgeprägt (steigende Risiko- und Liquiditätskosten). Kreditklemme in einem größeren Ausmaß bzw. einen längeren Zeitraum hat es nach Ansicht der Banken keine gegeben. Vor der Krise gab es einen teils intensiven Wettbewerb zwischen den Banken und starke Bemühungen, Neukunden zu gewinnen und den Ein Interview mit einem Vertreter der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) wurde von Seiten des IWI nicht geführt. Grund dafür war die von der KMFA zeitgleich zu dieser Studie durchgeführte Evaluierung des von der AWS abgewickelten Haftungsinstrumentariums des BMWFJ. Die KMFA teilte dem IWI mit, mit Herrn Mag. Leutgeb von der AWS in diesem Zusammenhag ein Interview führen zu wollen. Das IWI hat daraufhin ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Herrn Mag. Moser angefragt, welches allerdings nicht zustande kam. Vgl. auch Geld & Börse Juni 2009; %20md (Abgerufen am ) 33

34 Kundenkreis zu erweitern (man kann unter diesem Aspekt eher von einer Kreditschwemme vor der Krise sprechen). In dieser Zeit der expansiven Bemühungen wurden zahlreiche Kredite zu teils für Kunden sehr günstigen Konditionen abgeschlossen ( low price policy ). Unternehmen (darunter auch viele KMU) hatten oft zahlreiche Nebenbankenverbindungen, über die sie aufgrund des intensiven Interbankenwettbewerbs an günstige Kredite kamen. In der Krise sind vor allem Unternehmen (aller Größenklassen) mit vielen Nebenbankverbindungen unter Druck gekommen, da sich die Banken wegen der auch für sie spürbaren Liquiditätsknappheit auf ihre jeweiligen Kernkunden konzentrieren mussten. So waren Banken zu Beginn der Krise darauf angewiesen, ihre eigene Liquidität sicherzustellen, was sich wiederum auf den Markt auswirkte und jene Kunden mit langjährigen Geschäftsverbindungen zur Bank besser dastehen ließ. Andere Kunden (Nebenbankverbindungen) sind in dieser Phase teils unter Druck gekommen, weil z.b. der Rahmen nicht verlängert wurde, etc. So kann man vereinzelt von einer kurzzeitigen Kreditklemme zu Beginn der Krise vor allem dort sprechen, wo keine langfristige, stabile Bank-Kundenbeziehung vorherrschte. Am Beginn bzw. Höhepunkt der Krise war das Zusammenkommen der Faktoren zurückhaltende Investitionstätigkeit der Unternehmen und andererseits erhöhte Vorsicht bei den Banken situationsbestimmend. Durch die Krise und ihre Folgen gibt es mittlerweile ein Umdenken auf beiden Seiten: Die Banken konzentrieren sich wieder verstärkt auf ihre Kernklientel bzw. versuchen ihren Fokus auf die Zielgruppe wieder zu schärfen, Unternehmen reduzieren die Anzahl ihrer Nebenbankverbindungen wieder (kein cherry picking mehr). Durch die Krise sind beide Seiten vorsichtiger geworden, haben Lerneffekte erzielt. Einige Unternehmen haben allerdings auch den Pfad der Vorsicht nie verlassen und z.b. schon vor der Krise einen Liquiditätssicherungsrahmen verlangt und waren auch bereit, für die Bereitstellung entsprechend mehr zu bezahlen. Dies hat sich dann in der Krise bezahlt gemacht. Ein wesentlicher Faktor in der Krise, und das betonen auch die Banken, ist die traditionell gute Hausbankenbeziehung in Österreich (dies war in der Krise sowohl bei KMU als auch bei Großunternehmen ein ganz wesentlicher Faktor, um Schlimmeres zu vermeiden). Teils hat die Krise nach Ansicht von Bankenvertretern auch eine neue Qualität der Banken-Kunden-Beziehung gebracht. Es herrsche nunmehr noch mehr Transparenz und Offenheit auf beiden Seiten (auch Banken haben in der Krise teils proaktiver, offener und transparenter agieren müssen) sowie Stärkung der partnerschaftlichen Komponente der Bank-Kunden-Beziehung. Bank und Kunde begegnen sich heute anders, Kundentermine dauern heute meist länger. Bei kleinen Unternehmen spielt die (regionale) Nähe wiederum eine große Rolle. Gerade der lokale/regionale Bankenmarkt (Raiffeisen, Volksbanken etc.) war in der Krise besonders wichtig für KMU (vgl. gute Hausbankenbeziehung). Damit hat sowohl die Einführung von Basel II als auch die Finanz- und Wirtschaftskrise die Zusammenarbeit zwischen Banken und KMU verändert. Die Unternehmen mussten sich rasch auf veränderte Gegebenheiten (bzw. die erschwerte Situation umfassenderes Berichtswesen etc.) einstellen. In beiden Fällen galt, je aktiver und schneller sich die Unternehmen an die neue Situation anpassen konnten, desto besser waren meist ihre Handlungsoptionen bzw. die Möglichkeiten ihre Finanzierungssituation zu gestalten. Dabei waren jeweils eine offene Kommunikation ( Verbesserungen des Informationsflusses, Beziehungspflege zur Hausbank ) sowie aktive, vorausschauende Problemlösungsstrategien von Seiten der KMU entscheidend. So ergreifen KMU nun vermehrt die Initiative. Sie stellen ihre finanziellen Unterlagen bereitwilliger zur Verfügung und informieren die Banken über wichtige Entwicklungen in ihren Unternehmen. Umgekehrt benötigen und fordern auch KMU bessere und transparentere Informationen von ihren Banken (bankinterne Abläufe, wie etwa Rating und Risikobewertung usw.). Solch eine Kommuni- 34

35 kation sollte eine gegenseitige Vertrauensbasis schaffen und die Unternehmen ermutigen, in Bezug auf finanzielle Angelegenheiten vermehrt die Initiative zu ergreifen. Als Folge der veränderten Risikopolitik der Banken haben sich im Zuge von Basel II vor allem die Entscheidungsstrukturen in den Banken und Kreditinstituten stark gewandelt. Ein wesentlicher Punkt, der das Verhältnis und die Zusammenarbeit zwischen Banken und Unternehmen prägte, war die nunmehr eingeführte scharfe Trennung zwischen der Marktseite (Kreditvergabe) und dem Risikomanagement. Banken sind hier vor allem anfänglich sehr bzw. auch zu technisch vorgegangen. Teils war den Zuständigen für das Risiko der Kunde gar nicht mehr bekannt, sondern nur dessen nackte Zahlen, eine Vorgangsweise, die oftmals zu lasten einer schlüssigen Gesamtdarstellung und intensiven Beschäftigung mit den Soft Facts ging. Aus diesem Grund wird aktuell von Bankenvertretern dieses Handlungsschema vielfach wieder stärker hinterfragt. Ein großes Problem, das betonen die meisten Bankvertreter, ist die Eigenkapitalschwäche vieler heimischer KMU. Viele kleine Unternehmen, die eine schlechte Eigenkapitalausstattung hatten und zusätzlich Schwächen in den Bereichen Liquidität, Information, Beziehungen etc. aufweisen, haben in der Krise große Probleme bekommen. So ist die Gesamtsumme der Wertberichtigungen nicht allzu stark gestiegen, aber die Quantität, also die Anzahl der Fälle in Österreich. Insbesondere im Bereich der sehr kleinen KMU sind die Strukturprobleme (Finanzierungs- und Eigenkapitalprobleme) in der Krise dann tragend geworden. Die großen KMU konnten die Krise teils sogar nutzen, um ihre Kostenstruktur zu optimieren und stehen heute oft besser da als vor der Krise. Ein weiterer Faktor war die Geschwindigkeit. Größere KMU haben teils auch rascher auf die Krise reagiert und frühzeitig Gegenmaßnahmen erarbeitet. Viele kleine Unternehmen haben die Probleme hingegen zu spät erkannt. Große Veränderungen bei den Finanzierungsinstrumenten werden nicht gesehen, kleinere Veränderungen oder Trends werden dann auch eher markt- und weniger krisenbedingt gesehen, obgleich eine Trennung der Ursachen hier schwierig ist (z.b. gab es einen Boom bei Corporate Bonds/Unternehmensanleihen Die Mittelaufnahme am Kapitalmarkt ersetzt fehlendes Geld der Banken). Grundsätzlich sind hinsichtlich des Finanzierungsinstrumentes in erster Linie Größe, Struktur und Entwicklung des Unternehmens ausschlaggebend. Kleine KMU haben meist das Bedürfnis nach einer bilateralen Beziehung - und das ist meist die klassische Bank- Kunden-Beziehung. Alternative/Innovative Finanzierungsformen werden nach Ansicht von einzelnen Bankenvertretern auch teils aufgrund des höheren Einflusses von Dritten von vielen KMU abgelehnt (Bsp. Chef will sich nicht vom Fondsmanager im Aufsichtsrat dreinreden lassen.). Jemand, der mehr Risiko trägt, will auch mehr Einfluss haben, bei einer kurzfristigen Kreditfinanzierung hat man dieses Problem nicht. Grundsätzlich ergeben sich entsprechende Finanzierungsinstrumente auch mit der Entwicklung eines Unternehmens (vom bilateralen Kreditverhältnis [Hausbankbeziehung] hin zum multilateralen Kreditverhältnis am Kapitalmarkt, das vielen Investoren die Türen öffnet und einem stark wachsenden Unternehmen entsprechenden Zugang zu Kapital verschafft). Das Thema Förderungen wird von Bankenseite als ein sehr bedeutendes wahrgenommen, wo auch sehr intensive Informationsarbeit geleistet wird. Man sieht das als ganz wichtiges Kundenservice und Door Opener. Die Banken haben durchgehend gute und regelmäßige Kontakte zu den Förderstellen und sehen es auch als ihren Auftrag, Kompass für die KMU zu sein. Trotz des sehr großen Angebots gibt es immer noch zahlreiche KMU, welche die Angebote nicht nutzen bzw. sich die dargebotenen Information nicht (ab-)holen. Das Interesse an Fördermöglichkeiten wird von den Banken als durch die Krise gestiegen wahrgenommen. Vor der Krise, wo viel billiges Geld am Markt war, waren die KMU bei Förderungen teils zurückhaltend, weil sie sich das umfangreichere Prozedere sparen wollten (Antrag, Wartezeit, Vertragsbedingungen etc.). 35

36 Grundsätzlich (nicht nur beim Thema Förderungen) bekommen Banken (und auch Steuerberater) durch die Krise immer mehr Beratungsverantwortung, was die richtige Finanzierungsstruktur der Unternehmen betrifft. Externe Ratings dienen als (begleitende) Information, aber nicht als Entscheidungsgrundlage. Diese sind allerdings selbst bei großen österreichischen Unternehmen noch nicht so weit verbreitet, da die Kosten sehr hoch sind. Insbesondere im Zuge der aktuellen Krise ist auch das Thema Kreditversicherung wieder vermehrt in die Diskussion gekommen, einerseits durch eine höhere Nachfrage nach Absicherung auf Grund der schlechteren Bonität vieler Unternehmen, andererseits wurden die Kreditversicherer aufgrund des deutlich erhöhten Kreditausfallsrisikos auch restriktiver bei der Versicherung von Krediten bzw. erhöhten ihre Prämien teils deutlich. Grundsätzlich kann sich jedes Unternehmen, welches eine Ware oder eine Dienstleistung auf Rechnung liefert/erbringt, gegenüber dem Risiko eines Forderungsausfalls schützen. Eine Kreditversicherung (oder auch Forderungsausfallversicherung) ist also im Wesentlichen ein Instrument zum Schutz vor den Schäden eines Zahlungsausfalles oder -verzugs. Neben der Sicherstellung der eigenen Liquidität und der Erträge umfasst eine Kreditversicherung aber noch weitere Aspekte. So werden die Versicherungsnehmer umgehend informiert, wenn sich an der Bonität eines Abnehmers etwas ändert, um das Risiko laufend neu bewerten zu können (Bonitätsprüfung der abnehmenden Unternehmen im In- und Ausland). Durch die Bonitätsinformationen soll es für die Unternehmen möglich werden, ihre Geschäftspartner optimal zu wählen, eine Dienstleistung die speziell in Krisenzeiten, wo sich die Bonität von einem Unternehmen mitunter rasch ändert, von hohem Wert sein kann. Kreditversicherer kennen durch ihre internationalen Vernetzungen auch die Bonität ausländischer Abnehmer, was für stark exportorientierte Unternehmen bedeutend sein kann. Im Zuge beiderseitiger Pflichten treffen aber auch die Unternehmen Sorgfaltspflichten. Um ihren Versicherungsschutz zu wahren, müssen sie sich auch selbst um die Einbringung ihrer Forderung kümmern sowie Probleme mit ihren Lieferanten umgehend melden. Eine (durch eine Kreditversicherung) abgesicherte Forderung kann auch günstige Auswirkungen auf das Bankrating von Unternehmen haben. Diese werden im Gegensatz zu unbesicherten Forderungen als sicherer bewertet, weswegen es für Unternehmen teils einfacher ist eine Finanzierung zu bekommen (z.b. über durch Forderungszessionen besicherte Finanzkredite). Da Lieferantenkredite oft einen beträchtlichen Teil der gesamten Vermögensposition eines Unternehmens ausmachen, kann der Ausfall einer großen Forderung ein Unternehmen (insbesondere ein KMU) in Existenzschwierigkeiten bringen. Insgesamt ist die Nachfrage nach Kreditversicherungen daher in den letzten Jahren gestiegen, im KMU- Bereich jedoch geringer als bei Großunternehmen. Von Seiten der KMU gilt es in erster Linie abzuwägen, inwieweit eine Kreditversicherung helfen kann, die Liquidität bzw. Finanzierung des Unternehmens abzusichern und inwieweit sich die Kosten einer Absicherung von Forderungsausfällen wieder aufwiegen lassen (Kosten-Nutzen-Vergleich). Von Bankenseite sieht man die Landschaft der Kreditversicherung derzeit teilweise im Umbruch begriffen. So wird das Versichern neuer Risiken in Zukunft durchaus als wichtiges Thema gesehen, gleichzeitig aber die Frage aufgeworfen, welche Risiken man überhaupt versichern kann und zu welchen Konditionen. Kreditversicherungen werden bei Banken vor allem für das Exportgeschäft als wichtig erachtet, grundsätzlich gilt allerdings immer ein Abwägen: Prämie und Kosten gegen Höhe des Risikos und Kenntnisstandes. 3.2 Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, Interessensvertretungen Die empirische Fragebogenerhebung bestätigt die wichtige Funktion von Steuerberatern bzw. Wirtschaftsprüfern als, neben den (Haus-)Banken, Partner und Informationsquelle für heimische KMU hinsichtlich Finanzierungsfragen (vgl. Abschnitt 2.2). Auch auf der zu 36

37 Beginn des Jahres abgehaltenen EFAA 60 -Konferenz in Brüssel, die sich in einem ausgeweiteten Sinne mit dem Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zu Finanzmitteln, entsprechenden Rechnungslegungsfragen und der Rolle des steuerlichen Beraters in diesem Zusammenhang beschäftigte, wurde vermehrt auf die zunehmende Bedeutung des Steuerberaters bei der Finanzierungsberatung und auch Kreditbeschaffung hingewiesen. Die Gespräche mit den Banken werden seit dem Einsetzen der Krise verschärft geführt, die Qualität der Finanzdaten spielt eine immer größere Rolle und damit auch die Rolle des steuerlichen Beraters. Unternehmen und ihre Zahlen werden intensiver begutachtet. Die Unterstützung der Klienten erfolgt diesbezüglich vor allem in einer schnelleren Aufbereitung valider Unterlagen, welche teils wesentlich schneller verfügbar sein müssen als noch zu Zeiten vor der Krise und von den Banken teils deutlich früher eingefordert werden (Stichwort: Druck auf aktuelles Zahlenwerk ). Weiters ist festzustellen, dass Fälligstellungen von den Banken öfter angedroht und auch durchgesetzt werden. Bei den Bearbeitungszeiten von Kreditanfragen schlägt sich die Krise nach Ansicht der Steuerberater noch nicht durch (Kreditanfragen dauern, auch wenn sie auf höhere Ebene gehen, nicht länger als vor der Krise, diese schlägt sich dann eher in einer größeren Zahl an [negativen] Bescheiden nieder). Die Betreuung der Klienten von Steuerberatern verändert sich auch verstärkt in Richtung Zukunftsorientierung (Planungsrechnung/Budgetierung), sprich besserer Vorbereitung der KMU. Die beratende und begleitende Funktion des Steuerberaters wird wichtiger bzw. die (argumentativ) gute Aufbereitung der Zahlen für die Bank (teils wird der Klient auch vor Ort beim Bankgespräch unterstützt). Was öffentliche Förderungen für KMU betrifft, versuchen die Steuerberater teils Informationen von der Bank aufzubereiten und an die Unternehmen weiterzugeben. Aber noch wenige Steuerberater sind wirklich auf Förderberatung spezialisiert, in diesen Belangen werden Klienten eher an entsprechende Stellen/Spezialisten weiterverwiesen. Für viele Klienten stellt das Thema Förderungen allerdings oft noch immer eine Black Box dar und es herrschen teils noch erhebliche Informationsmängel bzw. die Befürchtung, auf einen Förderdschungel zu treffen, vor. Eine Einschätzung, die teils auch von Bankenseite geteilt wird, obwohl intensiv versucht wird, die (Bank-)Kunden an (Förder-)Information heranzuführen. Eine Kreditklemme wird aus Sicht der Steuerberater nicht gesehen, eher eine deutliche Verschärfung der Bonitätsprüfung ( längerer Erklärungsbedarf, Geschäftsidee wird genauer nachgefragt, KMU stehen stärker auf dem Prüfstand weil auch Banken stärker auf dem Prüfstand stehen und sich auch weniger Fehler/Fehlentscheidungen leisten können). Was die Krisenmaßnahmen der Bundesregierung betrifft, so zeigt ein Großteil der Unternehmen/Klienten Akzeptanz dafür, allerdings sehen sich gerade kleinere KMU hier häufig in einer Sandwichposition und bewerten die Maßnahmen als eher für Banken und größere Unternehmen hilfreich. Die Gespräche mit einem der größten Industriefachverbände (dem Fachverband Maschinen & Metallwarenindustrie) zeigten, dass die meisten Mitgliedsunternehmen gut durch die Krise gekommen sind, vor allem, weil die Beziehung bzw. Zusammenarbeit mit ihrer (Haus-)Bank bereits vor der Krise sehr eng und offen/vertraut war (das gilt besonders für die etwas größeren KMU, die auch entsprechende Spezialisten in den Unternehmen haben, welche mit den Banken laufend zusammenarbeiten; bei kleineren ist dieser Dialog oft problematischer). Besonders die Zusammenarbeit mit den Regionalbanken funktioniert nach Bekunden der Unternehmen sehr gut. Die Zusammenarbeit mit manchen Großbanken wird von einigen Mitgliedsunternehmen als teils problematisch bezeichnet. Entscheidungsstrukturen seien oft zu komplex, Bewilligungszeiten zu lang, weiters haben Regionalmanager teils nur 60 The European Federation of Accountants and Auditors for small and medium-sized enterprises (EFAA) 37

38 geringe Entscheidungskompetenz bzw. nicht das Pouvoir für etwas höhere Kreditsummen und die Entscheidung in der Zentrale dauert dann zu lange. Sehr große, internationale Banken haben teils schon im Sales-Bereich eine (stärkere) Branchenstrukturierung, kleine Banken sind hingegen meist stark regional strukturiert und fest verankerter Bestandteil der regionalen Wirtschaft, was den Vorteil hat, dass die jeweiligen Betreuer die Region, das Umfeld, die regionalen Förderstellen etc. sehr genau kennen und die Sprache ihrer Kunden sprechen. 61 Bei großen Bankinstituten haben Berater strukturbedingt oft nicht so tiefe Kenntnis der Region, des Umfeldes oder müssen sich zusätzlich in komplexeren Entscheidungsstrukturen bewegen. Sie sind oft mit den Verhältnissen und Bedürfnissen der Unternehmen Vorort nicht so detailliert vertraut bzw. können schwerer darauf eingehen. Eine Kreditklemme wird auch von Seiten des Fachverbandes (bzw. der dahinterstehenden Unternehmen) nicht gesehen, negativ beurteilt werden allerdings die Konditionen, die sich teils drastisch verschlechtert/verteuert haben. Ein weiteres Problem wird in der Konzentration der österreichischen Banken auf den Ost-/Südosteuropamarkt gesehen. Abseits dieser Region (z.b. bei Firmenübernahmen in D, GB etc.) haben die Unternehmen oft keine heimische Bank, die sie bei diesen Projekten unterstützt. Sie müssen sich die Finanzierung dann im Ausland organisieren. 61 Eine Branchenclusterung gibt es bei kleineren Banken oft erst im Risiko-Bereich, wo es verstärkt um Kennzahlen- und Branchenvergleiche geht. 38

39 4 Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen der Finanz- und Konjunkturkrise auf KMU Sowohl in den USA als auch in der Eurozone sind Politik und Währungsbehörden nach Aufkommen der Krise bereits frühzeitig eingeschritten, um das Bankensystem zu stützen und die Unternehmen (insbesondere auch KMU) bei ihrer Finanzierung zu entlasten. Dazu wurden zahlreiche Hilfsprogramme in beachtlichem Ausmaß auf den Weg gebracht. Die Maßnahmen zur Unterstützung des Bankensektors waren massiv und deutlich umfangreicher als die Hilfsmaßnahmen im Bereich der KMU-Finanzierung, vor allem in den USA. In der Eurozone waren die Interventionen im KMU-Bereich markanter und konnten sich teils auf bestehende Strukturen stützen, die in der Regel weit entwickelt sind (wie die KfW in Deutschland, die Oséo in Frankreich oder auch die AWS in Österreich). Diese auf Fragen der Unternehmensfinanzierung spezialisierten Institutionen konnten relativ rasch reagieren. Ihr struktur- und teilweise regionalpolitisches Mandat wurde im Laufe der Finanzkrise mit zusätzlichen öffentlichen Mitteln erweitert, um den strukturpolitischen Grundauftrag gewissermaßen um eine konjunkturpolitische Komponente zu ergänzen. 62 Vergleicht man die länderspezifischen negativen Auswirkungen der Finanz- und Konjunkturkrise sowie die dagegen gesetzten Maßnahmen, so zeigt sich, dass diese sich bezüglich der verschiedenen Wirtschaftsstrukturen und Branchenprofile, der unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ungleicher Betroffenheit durch die Finanzkrise unterscheiden. Jedoch können auch zahlreiche Gemeinsamkeiten und ähnliche Strategien beobachtet werden. Diese lassen sich unter den Stichworten: Nachfragestimulierung (Stärkung der Kaufkraft) (Zeitlich vorgezogene und neue) öffentliche Investitionen Verbesserung des Zugangs von KMU zu Finanzierung (Finanzhilfen und Zuschüsse, Zinsverbilligte Darlehen, Kreditbürgschaften, Eigenkapital) Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU (Unterstützung bei Existenzgründungen, Internationalisierung, Innovationen, Restrukturierung, Beschäftigungsförderung/Weiterbildungsangebote etc.) zusammenfassen Maßnahmen auf Ebene der Europäischen Kommission und der OECD Mit Blick auf die von der Krise potenziell gefährdeten KMU hat die Kommission im Zuge des im November 2008 vorgelegten Europäischen Konjunkturprogramms zahlreiche Maßnahmen beschlossen. 64 Es wurde ein umfangreiches Paket mit Maßnahmen geschnürt, die von zusätzlichen Vorauszahlungen aus den Strukturfonds bis zu beschleunigten, unbürokratischen Verfahren reichen, wodurch die Hilfe schneller bei den KMU ankommen und die regionale Wirtschaft angekurbelt werden soll. 65 Die EU-Regeln für staatliche Beihilfen räumen dabei den Mitgliedstaaten ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von Unternehmen, Regionen und Beschäftigten bzw. Arbeitslosen sowie zur Stimulierung der Nachfrage ein. 66 In der EU funktioniert der Unterstützungsmechanismus für die Unternehmensfinanzierung vor allem indirekt im Rahmen der Strukturfonds der Regionalpolitik mit dem Programm Vgl. EVD - EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTMENT/SECO STAATSSEKRETARIAT FÜR WIRTSCHAFT (2009) Vgl. AER ASSEMBLY OF EUROPEAN REGIONS (2009) Vgl. KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (2008), KOM(2008) 800 endgültig Vgl. IP/09/703; IP/09/717, Brüssel, 7. Mai 2009 Vgl. KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (2008), KOM(2008) 800 endgültig 39

40 JEREMIE 67 sowie durch das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP), das die Nachfolge der verschiedenen Instrumente zu Gunsten der KMU angetreten hat. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) bzw. die Europäische Investitionsbank (EIB) leiht nicht direkt an Unternehmen, sondern beteiligt sich an Risikokapitalfonds oder gewährt Darlehen und Bürgschaften an Bankengruppen, welche wiederum die Unternehmensfinanzierung gewähren. Es handelt sich bei diesen Finanzierungsinstrumenten grundsätzlich um langfristig ausgerichtete sowie strukturpolitische Maßnahmen, welche Teil einer dauerhaften Wirtschafts- und Regionalpolitik sind. Die Kommission hat ihre Programmierung aufgrund der Finanzkrise grundsätzlich relativ wenig verändert. Höchstens lässt sich feststellen, dass die Zahlungen der Strukturfonds an die Mitgliedstaaten beschleunigt wurden hat die EIB eine Offensive zugunsten von KMU gestartet, die von der Finanzkrise und der damit verbundenen Kreditklemme indirekt betroffen sind. Sie wurde vom Europäischen Rat damit beauftragt, sich mit Beträgen in Rekordhöhe in Form von Darlehen für kleine Unternehmen zu engagieren und über zwischengeschaltete Institute 30 Mrd. EUR bis 2011 bereitzustellen. Der EIF wiederum, die auf kleine Unternehmen und insbesondere auf Start-up-Unternehmen spezialisierte Institution der EIB, hat seinerseits seine Strategie zur Unterstützung von auf dem Gebiet der Finanzierung von KMU tätigen Fachleuten, d.h. Geschäftsbanken und Investitionsfonds, weitergeführt hat der EIF Garantien in Höhe von 2 Mrd. EUR an Geschäftsbanken für deren KMU-Darlehensportfolios gewährt und sich mit 409 Mio. EUR an Risikokapitalfonds beteiligt. 69 Bereits im Juni 2008 brachte die Kommission eine ambitionierte neue politische Initiative für KMU auf den Weg. Mit dem Small Business Act für Europa (SBA) sollen KMU bei der Entscheidungsfindung an zentraler Stelle berücksichtigt werden. Durch die Finanzund Wirtschaftskrise wurde noch deutlicher, wie notwendig weitreichende und umfassende Maßnahmen zugunsten der KMU sind. Bei der Verabschiedung des SBA einigte sich der Rat Wettbewerbsfähigkeit im Dezember 2008 auch auf einen Aktionsplan mit Maßnahmen, die prioritär umzusetzen sind, damit den Bedürfnissen der KMU in der globalen Krise besser Rechnung getragen wird. In erster Linie sollen damit der Zugang zu Finanzmitteln und zu Märkten erleichtert sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. Diese Zielsetzung wurde im Dezember 2008 vom Europäischen Rat bekräftigt. Das Europäische Parlament unterstützte den SBA und forderte die Mitgliedstaaten auf, den SBA zur Gänze umzusetzen. 70 Auch vor der Krise hat die Kommission, um bessere Voraussetzungen für die Vergabe von Bankkrediten zu schaffen, u.a. die Diskussion über einen Verhaltenskodex für die Beziehungen zwischen Kreditinstituten und KMU (Code of Conduct between credit institutions and SMEs) gefördert: 71 Infobox: Code of Conduct between credit institutions and SMEs (Europäische Kommission) Die Europäische Kommission hat in einer 2003 ergangenen Mitteilung festgestellt, dass kleine Unternehmen effizientere europaweite Finanzmärkte, mehr Eigenkapitalinvestitionen und öffentliche Maßnahmen, die stärker auf die Frühphasen-Finanzierung ausgerichtet sind, benötigen. 72 Wenn die unternehmerische Initiative in Europa wirksam gefördert werden soll, sollten sich weitere europäische, nationale und regionale Maßnahmen des öffentlichen Sektors auf drei Aspekte der KMU-Finanzierung konzentrieren: JEREMIE (Joint European Resources for Micro to Medium Enterprises) zielt speziell auf KMU ab. Ziel ist eine Unterstützung durch speziell zugeschnittene Finanzierungsformen wie z.b. die Vergabe von Kleinkrediten, Darlehen und Risikokapital. Beteiligte sind die Europäische Kommission, der Europäische Investitionsfonds und die Europäische Investitionsbank. Vgl. Vgl. EVD - EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTMENT/SECO STAATSSEKRETARIAT FÜR WIRTSCHAFT (2009) Vgl. (Abgerufen am ) Details zur Umsetzung finden sich in einem Arbeitsdokument der Europäischen Kommission: EUROPÄISCHE KOMMISSION (2009), KOM(2009) 680 endgültig Vgl. KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN, Brüssel , SEK(2004) 484 Vgl. KOM(2003)713 vom Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zu Finanzmitteln, 40

41 1. auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen, 2. auf die Frühphasen-Finanzierung, insbesondere auf Kreditgarantien und Kleinstkredite, und 3. auf die Erhöhung des bilanzwirksamen Eigenkapitals der KMU. 73 Anfang 2002 luden die Kommissionsdienststellen die wichtigsten europäischen Bankenverbände (Europäische Vereinigung der Genossenschaftsbanken, Bankenvereinigung der EU, Europäische Sparkassenvereinigung) und die europäischen KMU-Verbände (Eurochambres, UEAPME, UNICE) zu Treffen ein. Die Treffen fanden zunächst in einem informellen Rahmen statt. Im September 2002 erfolgte die formelle Einsetzung einer Arbeitsgruppe aus den sechs oben genannten Verbänden und zwei weiteren Beobachtern: der Fédération Européenne des Experts-Comptables (FEE) und dem Network of European Financial Institutions for SMEs (NEFI). Die Verbände stimmten darin überein, dass der Entwurf des Verhaltenskodex für die Beziehungen zwischen Kreditinstituten und KMU (nachstehend der Kodex ) die folgenden Merkmale aufweisen muss: Bildung eines allgemeinen Rahmens: Es handelt sich nicht um einen Rechtsetzungsprozess, sondern lediglich um die Aufstellung einer Reihe von Grundsätzen, die so gestaltet sind, dass sie voraussichtlich von vielen der betroffenen europäischen Verbände übernommen werden können. Freiwilligkeit der Annahme des Kodex. Umsetzung des Kodex auf nationaler Ebene durch Banken- und KMU-Verbände. Kommission als Initiator und Katalysator. Das Ziel des europäischen Verhaltenskodex ist es, zu einem besseren Verständnis der Rolle und der Verantwortung der jeweils anderen Seite beitragen und so gute Geschäftsbeziehungen zwischen Kreditinstituten und KMU fördern. Er soll durch die Festlegung bestimmter Grundsätze positive, auf Loyalität basierende und für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen zwischen Kreditinstituten und KMU gewährleisten. Der europäische Verhaltenskodex betrifft die Kreditfinanzierung, kann aber nicht so ausgelegt werden, dass dem Antragsteller hieraus ein Anspruch auf Kreditgewährung entsteht. Er soll für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gelten. Die Annahme des europäischen Verhaltenskodex steht allen Kreditinstituten und ihren Verbänden sowie allen KMU-Verbänden offen. Die allgemeinen Grundsätze betreffen (im Detail siehe Codex) die Bildung gegenseitigen Vertrauens, die Förderung der Transparenz, den offenen Dialog den Schutz der Privatsphäre und die Wahrung der Vertraulichkeit sowie die Nichtdiskriminierung. Im Rahmen der Kreditgewährung soll es zu einer transparenten Antragstellung seitens des KMU und transparenten Konditionen seitens des Kreditinstitutes kommen. Von Seiten der KMU sollen dem Kreditinstitut weiters Änderungen der Gegebenheiten mitgeteilt werden, das Kreditinstitut soll wiederum dafür sorgen, dass die Kreditentscheidung dem KMU ohne unnötige Verzögerungen mitgeteilt wird (Antwortzeit). 74 Die Gespräche über den Verhaltenskodex zwischen Banken, Finanzdienstleistern und KMU, die das gegenseitige Verständnis fördern sollten, wurden 2003 abgeschlossen, einige der betroffenen Organisationen konnten den Kodex jedoch nicht unterstützen. Die Kommission legte im März 2004 ein Arbeitspapier ihrer Dienststellen über die Gespräche vor (Verhaltenskodex zwischen Banken und KMU, SEK(2004) 484, ) und setzte sich weiter für die Verständigung zwischen Kreditinstituten und KMU auf der Grundlage dieser Gespräche ein. 75 Der europäische Verhaltenskodex für die Beziehungen zwischen Kreditinstituten und KMU soll die Grundlage für nationale Verhaltenskodizes bilden, die von den entsprechenden Interessenvertretungen der Kreditinstitute und der KMU auf nationaler Ebene vereinbart werden. Diese kön IP/03/1635, Brüssel, 2. Dezember 2003, vgl. ge=de&guilanguage=en (Abgerufen am ) Vgl. KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN, Brüssel , SEK(2004) 484 Vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION, SEK(2005)

42 nen über den europäischen Kodex hinausgehen, ergänzende Maßnahmen zur Folge haben oder zusätzliche Regeln beinhalten. The Impact of the Global Crisis on SME & Entrepreneurship Financing and Policy Responses (OECD) Der Zugang zu Finanzierung ist nach wie vor eine der wichtigsten Herausforderungen für die Gründung, das Überleben und das Wachstum von (insbesondere innovativen) KMU. Dieses Problem hat sich durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise wesentlich verstärkt. 76 KMU und Unternehmer müssen sich sowohl mit einem drastischen Rückgang der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen als auch einer Straffung der Kreditbedingungen auseinandersetzen, was wiederum drastische Auswirkungen auf den Cashflow hat. Die Regierungen reagieren im Allgemeinen mit Maßnahmen, die gemäß OECD folgenden drei Zielen zugeordnet werden können: 1. Unterstützung bei Absatzaktivitäten und Verhinderung des Abbaus von Betriebskapital von KMU (wie z.b. Exportkredite und -versicherungen, Steuersenkungen und -stundungen, mehr Zahlungsdisziplin der öffentlichen Hand), 2. Verbesserung des Zugangs von KMU zu Liquidität (in erster Linie über Kredite durch die Rekapitalisierung von Banken und die Erweiterung bestehender Darlehensund Kreditbürgschaftsregelungen), 3. Maßnahmen zur Unterstützung der KMU, die ihnen ermöglichen, ihr Investitionslevel zu halten und ganz allgemein ihre Kapazität zu erhalten, in naher Zukunft auf einen möglichen Anstieg der Nachfrage zu reagieren (durch Investitionszuschüsse und -kredite, beschleunigte Abschreibungen und F&E-Finanzierung). 77 Im Oktober 2008 begann die OECD-Arbeitsgruppe WPSMEE (Working Party on SMEs and Entrepreneurship) eine Debatte über die Auswirkungen der weltweiten Krise auf KMU und Unternehmer, den Zugang zu Finanzmitteln und auf die öffentlichen Reaktionen in diesem Bereich. In der Folge wurde im Januar und Februar 2009 unter den Mitglieds- und Drittstaaten eine Umfrage durchgeführt, um Informationen über die aktuelle Situation und über die Maßnahmen, die bereits getroffen wurden oder von den Regierungen vorbereitet werden, zu sammeln. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden beim Turiner Round Table, der am 26. und 27. März in Italien 2009 abgehalten wurde, diskutiert. Die am weitesten verbreitete Maßnahme ist die Verlängerung der KMU-Kredite und Bürgschaften. Diese Maßnahmen sind in den einzelnen Ländern allerdings unterschiedlich in ihrer Planung und Ausführung. Die Regierungen einiger Länder haben die Reaktionen der mit frischem Kapital ausgestatteten Banken auf die Bedürfnisse von KMU allerdings nicht zufriedenstellend oder nicht ausreichend empfunden, obwohl jetzt Garantien zur Verfügung stehen. Diese Länder haben zu zusätzlichen, teils disziplinierenden Maßnahmen gegriffen: Belgien und Frankreich haben Kredit-Vermittler ernannt, die auf regionaler und zentraler Ebene eingreifen können, um Schwierigkeiten zu lösen und die den Unternehmen helfen, eine Bankenfinanzierung zu bekommen. Das Vereinigte Königreich hat ein Monitoring Panel zur Kreditvergabe an KMU eingerichtet. Irland hat einen rechtlich verbindlichen Verhaltenskodex für die KMU-Kreditvergabe der Banken verabschiedet (Code of Conduct for SME lending). 78 Die USA haben sich entschieden, auf monatlicher Basis die Kredit-Aktivitäten von Banken, die mit öffentlichen Mitteln gerettet wurden, streng zu überwachen. Da Vgl. (Abgerufen am ) Vgl. OECD (2009b, 2009c) Vgl. medium%20enterprises.pdf (Abgerufen am ) 42

43 rüber hinaus müssen alle Banken auf vierteljährlicher Basis Bericht erstatten (Überwachung der KMU-Kredite von Banken durch rechtzeitige Berichterstattung). 79 Das belgische Ministerium für KMU vergibt Vorfinanzierungsvereinbarungen direkt an KMU, die an die Banken gegeben werden können, um gesicherte Darlehen zu erhalten (Vorfinanzierungsvereinbarungen direkt zwischen den Regierungen und den KMU). Auf drei dieser Maßnahmen die hinsichtlich einer eigenständigen IWI-Bewertung als Good Practice für Österreich hervorgehoben werden können, soll im Folgenden etwas genauer eingegangen werden. Instrumente wie die Kreditvermittlung wurden in Österreich in Form einer Ombudsstelle der WKW in der Bundeshauptstadt schon umgesetzt, sollten aber für das ganze Bundesgebiet angedacht werden: Kredit Vermittler : Frankreich/Belgien Die Idee der Kreditvermittlung auf nationaler Ebene stammt aus Frankreich und findet mittlerweile auch in anderen europäischen Ländern größere Beachtung. Um die zukünftige Kreditvergabe von Banken an KMU sicherzustellen wurde der Kredit-Vermittler im Oktober 2008 vom französischen Präsidenten ins Leben gerufen. Mit Ende Oktober 2009 konnten im Zuge dieses Services über Unternehmen unterstützt und dadurch mehr als Arbeitsplätze gerettet werden. Insbesondere kleinere Unternehmen waren auf die Hilfe des Kredit-Vermittlers angewiesen, 95% der um Unterstützung ansuchenden Unternehmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. 80 Rund 100 Direktionen in den Departments der Bank de France verwenden Kapazitäten für die Kreditvermittlung, darüber hinaus überprüfen sechs Mitarbeiter der Kreditvermittlung Geschäftsmodelle und empfangen Unternehmen. Neben der Mediation bei Kreditvergabeproblemen (bzw. Kreditversicherungsproblemen) ist auch die Vermittlung von Eigenkapitalhilfen und geeigneten Förderungen für Unternehmen besonders relevant. Kleine Unternehmen benötigen wiederum oft Unterstützung bei der Erstellung einer professionellen Finanzierungsanfrage und der Aufbereitung der Unterlagen (wie z.b. einen mehrjährigen Geschäftsplan). Belgien hat als erstes Land das französische Konzept übernommen, wenn auch in etwas geringerem Ausmaß. 81 Die belgische Kreditvermittlung definiert ihre Aufgabe folgendermaßen: Die Aufgabe der Kreditvermittlung besteht darin, allen Unternehmen, Geschäftsführern, Handwerkern, Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Einzelunternehmern offen zu stehen, die Schwierigkeiten mit ihrer oder ihren Banken haben, um ihre Finanzierungsprobleme zu lösen. 82 Verhaltenskodex für die KMU-Kreditvergabe : Irland Am 13. Februar 2009 wurde vom irischen Finanzregulator für alle regulierten Einheiten, wie zum Beispiel Banken oder Bausparkassen, ein neuer Verhaltenskodex (SME-Code - Code of Conduct for Business Lending to Small and Medium Enterprises) ausgegeben, welcher bei der Kreditvergabe an KMU einen Mindeststandard einführt. Ziel des Kodex ist es Transparenz sowie Vertrauen zu schaffen und die Kreditvergabe an gesunde Unternehmen zu gewährleisten. Bei der Kreditvergabe an KMU ist ein bestimmter Prozessablauf einzuhalten. Der Kodex enthält eine Liste von Standards und verpflichtet Banken Geschäftskunden in jährlichen Meetings über die Basis für ihre Entscheidung zu informieren Der erste derartige Report wurde im Jänner unter dem Titel Treasury Department Monthly Lending and Intermediation Snapshot veröffentlicht. Das Ziel des Dokuments ist es, dem Finanzdepartment und der Öffentlichkeit regelmäßige Einblicke in Kreditvergabetrends und die ihnen zugehörigen Dienstleistungen inklusive das Unterfertigen, Kaufen und Verkaufen von Sicherheiten und andere Aktivitäten in Kapitalmärkten jener Banken zu gewähren, die am stärksten vom Kapitalkaufprogramm (CPP) gefördert wurden. Diese Momentaufnahme dient der Hilfe zur Beantwortung einer Frage, die während der Krise oft gestellt wurde: Tun Banken das, was sie zu tun haben, nämlich Kredite an Kreditnehmer in einer sicheren und zuverlässigen Art zu vergeben? Des Weiteren hat die US-Regierung die Banken ersucht, in ihren Quartalsberichten Informationen über die KMU-Kreditaufnahmepraxis darzustellen. france.fr/gb/publications/telechar/bulletin/qsa/qsa16/quarterly-selection-of-articles-winter etude_4.pdf (Abgerufen am ) Doc~E7B014C1123F74DCBA B600B95D~ATpl~Ecommon~Scontent.html (Abgerufen am ) (Abgerufen am ) 43

44 Insbesondere wird die Bedeutung von schriftlichen Aufzeichnungen sowie Verfahrensabläufen und einem angemessenen Beschwerdemanagement mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Lösung betont. Im Falle der Ablehnung eines Kreditantrages sind die regulierten Einheiten verpflicht genau Auskunft zu geben warum die Ablehnung erfolgte und der Kreditwerber ist unverzüglich zu informieren. Beschwerden müssen innerhalb von 5 Werktagen zur Kenntnis genommen werden, eine Kontaktperson für die Beschwerde muss festgelegt werden, dem Beschwerdeführer muss ständig ein Update über den Status seiner Beschwerde geliefert werden und eine Beschwerde soll 40 Werktage nach Einlagen gelöst sein, andernfalls ist der Beschwerdeführer darüber zu informieren. 83 Lending Panel : UK Im November 2008 beschloss die britische Regierung eine stärkere Überwachung der Kreditvergabe um während der Wirtschafts- und Finanzkrise die Finanzierung der Unternehmen und Haushalte sicher zu stellen. 84 Das Verhalten der Banken wird auf einer Monatsbasis evaluiert, durch das Monitoring ist die britische Regierung in der Lage zu beurteilen, ob die Kreditvergabe der Banken in einer ausreichenden Größenordnung bzw. zu vernünftigen Konditionen stattfindet. 85 Im Rahmen des Screenings internationaler Maßnahmen erweisen sich insbesondere Instrumente des Monitorings und der Mediation als Good Practices. Eine Ausweitung und Schärfung derartiger Instrumentarien erscheint daher auch für Österreich sinnvoll, wenngleich Schritte teils in ähnlicher Form bzw. regional, wie die Ombudsstelle der WKW, bereits gesetzt wurden. Aus Sicht des IWI haben vor allem unbürokratische Erstanlaufstellen mit Vermittlungsfunktion, die auch eine entsprechende Hubfunktion (bei weitergehenden und anders gearteten Problemstellungen und Fragen) erfüllen, für KMU in Krisensituationen hohe Bedeutung. Grund dafür ist die auch durch die Erhebung belegte Tatsache, dass gerade bei sehr kleinen Unternehmen (insb. auch bei EPU) immer noch in zahlreichen Bereichen Informationsmängel bestehen und selbst vorhandene Unterstützungsleistungen und Förderungen oftmals nicht abgerufen und in Anspruch genommen sowie Handlungsoptionen nicht wahrgenommen werden. In folgender tabellarischer Übersicht sollen die wichtigsten Antworten der Politik auf die Krise im Bereich KMU-unterstützender Maßnahmen im internationalen Vergleich dargestellt werden. Die Maßnahmen in Europa gegen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind durch eine ähnliche Strategie gekennzeichnet. Die Mitgliedsstaaten der EU setzten dabei sowohl kurzfristige Anreize zur Stützung der Konjunktur (kurzfristiges Ankurbeln der Nachfrage und Absicherung von Beschäftigung), als auch auf eine Intensivierung langfristiger Strukturmaßnahmen im Sinne der Lissabon-Strategie. Die Übersicht orientiert sich dabei an der oben erwähnten Einteilung in die drei Hauptzielsetzungen. Grundsätzlich muss man im Rahmen einer Beurteilung der international gesetzten Maßnahmen allerdings anmerken, dass gerade Österreich in der Bekämpfung der negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sehr zügig und umfassend gehandelt hat und diesbezüglich eher selbst als good practice gelten kann und weniger ein Nachholbedarf gegenüber anderen EU-Ländern bzw. OECD-Staaten zu erkennen ist Vgl. medium%20enterprises.pdf; (Abgerufen am ) Vgl. (Abgerufen am ) Vgl. (Abgerufen am ) 44

45 Tab. 9: Politische Reaktionen Überblick im Bereich KMU-unterstützender Maßnahmen Anteil der KMU im nichtfinanziellen Sektor der gewerbl. Wirtschaft in % Zahl der Unternehmen Zahl der Beschäftigten Wertschöpfung 1. Maßnahmen zur Unterstützung von Absatz, Cashflow und Betriebskapital Exporterleichterungen Reduzierung der Betriebskapitalknappheit in der Wirtschaft Vereinfachung der Steuerentrichtung/-zahlung Vereinfachung der Zahlungsvorgänge im Beschaffungswesen 2. Verbesserung des Zugangs von KMU zu Liquidität, insb. Bankkrediten Schaffung und Erweiterung von Darlehens- u. Kreditbürgschaftsregelungen Mediation und Monitoring 3a. Stärkung proaktiver Investitionsmaßnahmen 3b. Stärkung des Kapitalstocks, der privaten Beteiligungsfinanzierung und Wagnis- /Risikokapital OECD Australia Austria 99,7 67,4 60,0 Belgium 99,8 66,6 57,8 Mediator Canada Czech Republic 99,8 68,9 56,7 Denmark 99,7 66,0 64,8 Finland 99,7 58,5 53,9 France 99,8 61,4 54,2 Mediator Germany 99,5 60,6 53,2 Greece Hungary 99,8 70,9 50,2 Italy 99,9 81,3 70,9 Monitoring Japan Korea Luxembourg 99,6 70,8 58,5 Mexico Netherlands 99,7 67,6 61,5 New Zealand Spain 99,9 78,7 68,5 Switzerland UK 99,6 54,0 51,0 USA Monitoring EC NON-OECD Brazil Chile Estonia 99,6 78,1 75,1 Romania 99,5 60,8 48,4 Russia Slovenia 99,7 66,4 60,6 Thailand INTERNATIONAL FINANCIAL INSTITUTIONS EIB-EIF Anm.: Der nichtfinanzielle Sektor der gewerblichen Wirtschaft umfasst die NACE-Abschnitte C bis I und K (Referenzjahr: 2005). Quelle: EUROSTAT (2008), "Unternehmen nach Größenklassen - Überblick über KMU in der EU", Statistik kurz gefasst, 31/2008; OECD (2009b, 2009c; Country Reponses to the OECD WPSMEE on the Impact of the Global Crisis on SMEs and Entrepreneurship Financing, Turin, March 2009)

46 4.2 Österreich Mit Ende Oktober 2008 wurden auch in Österreich verschiedene Maßnahmen beschlossen, um der Krise entgegenzuwirken und die Finanzierung von KMU zu unterstützen. Einerseits hat die Regierung 100 Mrd. Euro im Rahmen des Bankenpakets freigegeben, um das System zu stabilisieren sowie langfristige Finanzierungen großvolumiger Projekte, aber auch den Zugang von KMU zu Finanzierungen zu erleichtern. 86 Andererseits wurden zwei Konjunkturbelebungspakete ( Mittelstandsmilliarde und Investitionsoffensive ) geschnürt. Zusätzlich wurde die Steuerreform, welche eigentlich für 2010 vorgesehen war, ins Jahr 2009 vorgezogen, um durch eine tarifliche Entlastung der Steuerpflichtigen den privaten Konsum anzukurbeln. 87 Weiters gab es zahlreiche branchen-/sektorspezifische Unterstützungsmaßnahmen, die teilweise auch im Rahmen der Konjunkturpakete abgedeckt wurden, wie z.b. für die: Tourismusbranche (z.b. Tourismuspaket/Sonderbudget Österreichwerbung) 88 Automobilindustrie Autozulieferer, Händler (Ökoprämie / Verschrottungsprämie), Bauindustrie (Thermische Sanierung Konjunkturpaket II) und sonstige Unterstützungsmaßnahmen, wie z.b. eine Headquarter-Offensive oder Maßnahmen zugunsten österreichischer Cluster im Ausland. 89 Bankenpaket ("Finanzmarktstabilitätsgesetz" und "Interbankmarktförderungsgesetz") Als Folge der Finanzmarktkrise war bei vielen Banken die Eigenkapitalbasis geschwächt, weshalb die österreichische Bundesregierung ein Bankenrettungspaket schnürte. Dieses österreichische Bankenpaket mit einem Volumen von bis zu 100 Mrd. EUR wurde von der EU-Kommission am 10. Dezember 2008 genehmigt: Mrd. EUR: Wiederbelebung des Interbankmarktes Interbankmarktstärkungsgesetz (ISBG) 15 Mrd. EUR: Stärkung der Eigenkapitalbasis von Kreditinstituten Finanzmarktstabilitätsgesetz (FinStaG) 10 Mrd. EUR: Vertrauensbildende Maßnahmen (Einlagensicherung) Novellierung des Bankwesengesetzes unbeschränkte Haftung bis Ende 2009; danach bis EUR 91 Konjunkturpaket I und II Mit dem Konjunkturpaket I (Schwerpunkt Mittelstandsmilliarde ) wurde vor allem die Abwendung einer drohenden Kreditklemme und somit die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung (Senkung der Finanzierungskosten) angestrebt. Insbesondere wurden staatliche Haftungen und Garantien ausgeweitet, um die Bereitstellung von zusätzlichem Kapital, besonders für KMU, zu ermöglichen. Die Mittel für zinsgünstige Investitionskredite wurden um 200 Mio. Euro erhöht. 92 Andere Schwerpunkte waren die Fortsetzung der Internationalisierungsoffensive, Förderung von F&E, erhöhte Bausparförderung sowie Infrastrukturinvestitionen der ÖBB und der ASFINAG Vgl. (Abgerufen am ); EVD - EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTMENT/SECO STAATSSEKRETARIAT FÜR WIRTSCHAFT (2009) Vgl. IHS (2009) Vgl. (Abgerufen am ) (Abgerufen am ) IP/08/1933, Brüssel, 10. Dezember 2008, Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt Österreichisches Unterstützungspaket für Kreditinstitute; EUROPÄISCHE KOMMISSION (2008) Vgl. ITZLINGER, A. (2009); start.htm (Abgerufen am ) Vgl. (Abgerufen am ) Vgl. IHS (2009), S. 7 46

47 Das Konjunkturpaket II konzentrierte sich neben den Bereichen Investitionsanreizen durch vorzeitige Abschreibungen von beweglichen Anlagegütern, umfangreiche vorgezogene Infrastrukturinvestitionen in Gebäude der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft), Förderung von Unternehmensprojekten, die Arbeitsplätze schaffen, und des kostenlosen Kindergartenjahres auch auf die Themen F&E sowie thermische Sanierung im privaten Wohnbau und Unternehmensbereich. Das Konjunkturpaket II kann als Antwort auf die Krise in der Realwirtschaft verstanden werden. 94 Steuerreform 2009 Im März 2009 wurde die Steuerreform beschlossen. Rückwirkend mit 1. Jänner 2009 wird die Lohn- und Einkommensteuer gesenkt, die zur Stärkung des Konsums beitragen soll. Für Unternehmerinnen und Unternehmer wird ab 2010 ein Gewinnfreibetrag in Höhe von 13% die bisher bestehenden Eigenkapitalförderungen ersetzen. Förderungen für Unternehmerinnen und Unternehmer (Neuerungen mit der Steuerreform 2009): Erhöhung des Gewinnfreibetrages von 10% auf 13% Ausdehnung des Gewinnfreibetrages von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern auf Bilanzierer Abschaffung des Investitionserfordernisses für die ersten Gewinn Aufnahme von Gebäuden in den Kreis möglicher Investitionsgüter Streichung der begünstigten Besteuerung für nicht entnommene Gewinne 95 Abb. 13: Volumen der konjunkturstabilisierenden Maßnahmen (in Mio. EUR) Volumen der konjunkturstabilisierenden Maßnahmen (in Mio. ) Zielt ab auf Konjunkturpaket I ÖBB und ASFINAG Projekte Infrastruktur Drittmittelkredite EIB (KMU und F&E) Finanzierungskosten Erhöhung Haftungsrahmen AWS Finanzierungskosten Mittelstandsfonds Finanzierungskosten Zinsgünstige ERP-Kredite Finanzierungskosten Bausparförderung Finanzierungskosten Internationalisierungsoffensive Insgesamt Bund Breitbandoffensive 10 0 Infrastruktur Konjunkturpaket II BIG-Projekte Infrastruktur Befristete vorzeitige Abschreibung Finanzierungskosten Thermische Sanierung Einkommen private Haushalte Forschungsförderung Insgesamt Bund Regionale Beschäftigungsoffensive AMS-Mittel Einkommen private Haushalte Unternehmensbezogene AMF Insgesamt Bund Letztes Kindergartenjahr Insgesamt Bund Steuerreform inkl. Familienpaket Lohnsteuerentlastung Einkommen private Haushalte Familienpaket Einkommen private Haushalte Spendenabsetzbarkeit Einkommen private Haushalte Gewinnfreibetrag Finanzierungskosten Verschrottungsprämie Verschrottungsprämie 23 0 Einkommen private Haushalte Ländermaßnahmen Infrastrukturinvestitionen Insgesamt Bund+Länder Kaufkraftstärkende Maßnahmen Insgesamt Bund+Länder Gesamtvolumen davon defizitwirksam Quelle: BMF, BMWFJ, IHS; IWI-Darstellung Vgl. IHS (2009), S. 7 Vgl. (Abgerufen am ) 47

48 Sowohl IHS als auch WIFO untersuchten die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der beiden Konjunkturpakete, der Steuerreform 2009 sowie der konjunkturbelebenden Maßnahmen der Bundesländer auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Österreich in den Jahren 2009 und Das IHS schätze die makroökonomischen Auswirkungen der Konjunkturpakete mit Hilfe des Makromodells LIMA, wobei die Effekte als Abweichungen von einer Basislösung (Juni- Prognose des IHS) dargestellt werden. Mit sämtlichen Konjunkturbelebungsmaßnahmen des Bundes und der Bundesländer ist das reale BIP nach Berechnungen des IHS im Jahr 2009 um 1 % und im Jahr 2010 um 1,2 % höher, als es ohne diese Maßnahmen zu erwarten wäre. Dabei entfallen 0,7 % (2009) bzw. 0,9 % (2010) auf die Maßnahmen der Bundesregierung. Die Beschäftigung ist im Jahr 2009 um Personen höher. Im Jahr 2010 liegt das Beschäftigungsniveau um Personen über dem Wert der Basislösung, was in einer Reduktion der Arbeitslosenquote um einen halben Prozentpunkt resultiert. 97 Modellberechnungen des WIFO zeigen, dass der konjunkturbedingte Einbruch in Österreich in den Jahren 2009 und 2010 kumuliert um 2,1% des realen BIP gedämpft wird. Knapp die Hälfte dieses Impulses entsteht durch die auf der Bundesebene implementierten Konjunkturpakete und die Steuerreform, 0,4 Prozentpunkte durch die Maßnahmen der Bundesländer. 0,8 Prozentpunkte sind auf die Konjunkturpakete der wichtigsten Handelspartner Österreichs zurückzuführen. Die Wirkung der nationalen und internationalen Maßnahmen sichert im Jahr und im Jahr 2010 kumuliert Personen die Beschäftigung und dämpft den Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahr 2010 um 0,7 Prozentpunkte. Die Inflation beschleunigt sich ausgehend von sehr niedrigem Niveau mäßig. 98 Auch die Europäische Investitionsbank (EIB), die Finanzierungsinstitution der Europäischen Union, hat ihre Aktivitäten in Österreich in den letzten Jahren als Teil ihrer Reaktion auf die Finanzkrise erheblich ausgeweitet erreichten die Darlehensunterzeichnungen in Österreich das bisher höchste Niveau von 1,93 Mrd. Euro (2007: 1,07 Mrd. Euro, 2008: 1,32 Mrd. Euro) vergab die EIB an zehn Partnerinstitute Darlehen für KMU und Globaldarlehen im Gesamtbetrag von 615 Mio. Euro, die zur Finanzierung von kleineren Projekten von KMU und Kommunen in den Bereichen lokale Infrastruktur, Umweltschutz, Energie, FTI und Dienstleistungen einschließlich Fremdenverkehr dienten. Ein Teil der Kreditlinien trägt zum Erreichen eines der vorrangigen Ziele der EIB bei, nämlich der Unterstützung von europäischen KMU. Im Zuge der Verringerung der Auswirkungen der Kreditkrise soll der Zugang von KMU zu mittel- und langfristigen Finanzierungsmitteln zu günstigen Konditionen erleichtert werden. In diesem Zusammenhang modifizierte die EIB auch in Österreich ihre Verfahren um zu gewährleisten, dass die zwischengeschalteten Institute 99 zugunsten von KMU mindestens den doppelten Betrag des EIB-Darlehens zur Verfügung stellen, und vereinfachte die Förderwürdigkeitskriterien für KMU. 100 Im Rahmen eines Pilotprojekts und der generellen Politik der EIB in Zukunft mehr Risiko zu tragen, übernimmt die EIB erstmals Kreditrisiken für Ausleihungen an österreichische KMU. Dazu haben die EIB und die Bank Austria am 29. Jänner 2010 in Wien ein sogenanntes Risk Sharing Agreement unterfertigt. Demzufolge wird die EIB künftig im KMU-Bereich nicht mehr nur als ein reiner Refinanzierer der Bank Austria fungieren, sondern im Verbund mit der Bank auch direkt zinsgünstige Unternehmenskredite vergeben. Das Gesamtvolumen der EIB-Kofinanzierungen ist vorderhand mit 75 Mio. Euro begrenzt. Ein gleich großer Betrag wird von der Bank Austria zur Verfügung gestellt wer Vgl. IHS (2009); WIFO (2009) Vgl. IHS (2009) Vgl. WIFO (2009); (Abgerufen am ) Vgl. (Abgerufen am ) Vgl. EIB EUROPÄISCHE INVESTITIONSBANK (2010) 48

49 den. Die beiden Partner teilen sich das Kreditrisiko je zur Hälfte. Die neuen, zinsgünstigen Kredite von Bank Austria und EIB sind vor allem für KMU aber auch mittelgroße Unternehmen bis zu Mitarbeiter konzipiert. Finanziert werden dabei insbesondere Technologie- und Umweltprojekte mit einem Gesamtwert bis zu 25 Mio. Euro. Die Kreditlaufzeiten werden zwischen 3 und 12 Jahren liegen. Sollte das Pilotprojekt ein Erfolg werden, sind weitere Tranchen angedacht. 101 Die Refinanzierung durch die EIB ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wertvoll, da sie den kommerziellen Banken ermöglicht, losgelöst von den Kapitalmärkten gezielt günstige Unternehmenskredite zu vergeben. 102 Ähnlich den Kredit-Vermittlern in Belgien und Frankreich hat die Wirtschaftskammer Wien (WKW) am Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Ombudsstelle für abgelehnte Kredite eingerichtet. Die WKW hat am eine Telefonnummer eingerichtet, unter der sich Unternehmer und Unternehmerinnen beraten lassen können, deren Kredite im Zuge der Finanzkrise abgelehnt werden. Kernaufgabe der Ombudsstelle ist ihre Rolle als Vermittler zwischen den Unternehmen und Banken. Die Experten der Wirtschaftskammer Wien klären mit beiden Seiten ab, warum ein Kreditansuchen abgelehnt wurde und versuchen, Unklarheiten zu beseitigen und Nachbesserungen zu ermöglichen. 103 Ursprünglich lediglich als sofortige Krisenmaßnahme und als Anlaufstelle für abgelehnte Kredite gestartet, hat sich mittlerweile, auch aufgrund der hohen Nachfrage, der Aufgabenbereich bzw. das Service etwas gewandelt und stark erweitert. Lag der Fokus zu Beginn auf der Hilfestellung für Unternehmen mit abgelehnten Krediten, steht jetzt die Beratung bei der erstmaligen Kreditbeantragung und die damit verbundene professionelle Vorbereitung im Mittelpunkt. 104 Die Beratung findet persönlich oder telefonisch statt und umfasst die Bereiche: Vorbereitung von Bankengesprächen Begleitung zu Finanzierungs-, Förder- und Haftungsansuchen bei der Hausbank Fragen zur Beurteilung des Unternehmens durch die Hausbank (Rating) Bewertung von Kreditunterlagen und Kreditsicherheiten Erläuterung von Zinsanpassungsklauseln und Spesenverrechnungen Überprüfung der Finanzlage des Unternehmens und Möglichkeiten einer alternativen Finanzierung Beratung zu Gesetzesänderungen (z.b. Zahlungsdienstgesetz) Herstellung von Kontakten wie z.b. zur WIFI-Unternehmensberatung und zu den Ombudsstellen der großen Bankinstitute Kooperation mit den Förderstellen Bereitstellung von Broschüren und Informationsmaterial Nach den Dienstleistungen der Ombudsstelle besteht (nach wie vor) eine sehr hohe Nachfrage, das verdeutlichen die Anfragen (Stand: ) seit ihrer Einrichtung im November Ein erster großer Schub an Anfragen kann zwischen November 2008 und Februar 2009 festgestellt werden. In diesem Zeitraum kontaktierten rund Unternehmen die Ombudsstelle (Abgerufen am ) (Abgerufen am ) Vgl. Ombudsstelle%20der%20WK%20Wien%20( ).pdf (Abgerufen am ) Ein wesentlicher Bestandteil dieses Informationsangebots ist die CD Das erfolgreiche Kreditgespräch, welche es den Unternehmen ermöglicht, sich auf Kredit- bzw. Ratinggespräche vorzubereiten. Durch die Eingabe von Kennzahlen besteht die Möglichkeit einen Bankenbericht zu generieren, wodurch die eigene Bilanz sowie die Sichtweise der Banken besser beurteilt werden können. 49

50 Besonders Kleinstunternehmen nutzen die Angebote der Ombudsstelle intensiv, weswegen etwa 80% aller Kontakte auf Kleinstbetriebe (bei der Ombudsstelle definiert als Unternehmen mit weniger als 5 Mitarbeitern) zurückzuführen sind. Diese kleinsten unter den KMU können meist die Kosten für einen auf Finanzierungsgespräche spezialisierten Berater nicht tragen, im Gegensatz zu größeren Unternehmen, welche oft auf Finanzierungsfragen spezialisierte Mitarbeiter oder Abteilungen beschäftigen. Als besonderes Service stellt die Ombudsstelle bis zu 24 Beratungsstunden in Form eines WIFI Wien- Finanzierungsexperten gratis (ausgenommen Umsatzsteuer) zur Verfügung die Kosten werden von der Wirtschaftskammer Wien übernommen. Im Zuge dieser Beratung erfolgt eine Erarbeitung sowie Aufbereitung von hochwertigen Unternehmensunterlagen und teilweise auch eine Begleitung bei Kreditgesprächen mit Banken und Förderstellen. Insgesamt wurden 65 Unternehmen umfassend im Zuge einer vollen Förderung begleitet und es konnte in rund 40% der Fälle eine Finanzierung ermöglicht werden. Bei abgelehnten Krediten stellt die Unterstützung vor allem auf eine Feststellung der Gründe für die Ablehnung sowie eine Hilfestellung für die Nachreichung von fehlenden Unterlagen und Plänen ab. Einerseits ist hier die Schaffung von Klarheit ein wesentlicher Punkt, andererseits auch das Aufzeigen von Finanzierungsalternativen. Grundsätzlich muss hier allerdings festgehalten werden, dass eine Revidierung bereits getroffener Kreditentscheidungen nur in Ausnahmefällen möglich ist. Generell liegt das Hauptaugenmerk der Anfragen an die Ombudsstelle aber auf Beratungsleistungen, wie zum Beispiel: Probleme mit Rahmenkürzungen Gebühren Zinssätze Anfragen zum Bankwesengesetz (BWG) Analyse der Qualität und Detailliertheit der Unterlagen sowie der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen Insbesondere bei einer Herabsetzung von Gebühren kann die Ombudsstelle große Erfolge vorweisen. Hier stellt die Ombudsstelle einen Kontakt zu den Ombudsstellen der Banken bzw. den Betreuern her. Neben Gebühren betreffen die Beschwerden in diesem Bereich vor allem Spesen und Kreditgestion. Insgesamt beträgt die Erfolgsrate via Ombudsstelle in diesem Bereich rund 40%. Die Ombudsstelle arbeitet mit den Ombudsstellen der fünf größten österreichischen Banken (Bank Austria, Raiffeisen, Volksbank, Erste Bank, BAWAG) zusammen. Durch die Zusammenarbeit sind die an Unternehmen gerichteten Kreditbedingungen sowie die Basis für die Erstellung von Ratings bekannt und erlauben eine optimale Beratung und Vorbereitung auf Kreditanträge seitens der Unternehmen. Weiters findet ein reger Informationsaustausch über die neuesten Entwicklungen im Rahmen von jährlichen Treffen statt. In Österreich wurde in enger Abstimmung mit der EU ein Gesamtpaket geschnürt, das neben der Stabilisierung des heimischen Bankensystems oder der Ausweitung der Möglichkeiten zur Kurzarbeit auch zahlreiche Stimulierungsmaßnahmen für die heimische Volkswirtschaft enthielt. Eine Bewertung der gesetzten Maßnahmen ist einerseits im Fehlen einer gesamtheitliche Darstellung aller Maßnahmen sowie der eingesetzten finanziellen Mittel schwierig. Dazu tragen auch Abweichungen von Ankündigung und Umsetzung (teils wurden Maßnahmen nur teilweise oder zeitverzögert umgesetzt) bei. Weiters sind auch die externen Effekte der Konjunkturpakete der wichtigsten Handelspartner Österreichs schwer aus dem gesamten Wirkungszusammenhang zu lösen. All dies macht insbesondere auch eine abgesicherte Bewertung der Effekte auf KMU schwierig und führt dazu, dass einzelne Maßnahmen wie etwa die sogenannte Verschrottungsprämie durchaus kontroversiell debattiert werden. 50

51 Das rasch umgesetzte Bankenpaket zu Beginn der einsetzenden Krise kann sicherlich als wichtiges Signal gewertet werden, denn es hat maßgeblich dazu beigetragen die Stabilität des österreichischen Finanzmarkts (Interbankenmarkt) wiederherzustellen und so die Existenz von Unternehmen und Arbeitsplätzen gesichert. Trotzdem haben KMU die Auswirkungen der Krise auf dem Kreditmarkt gespürt, insbesondere jene Unternehmen, die bereits vor der Krise Probleme hatten (geringe Eigenkapitalquote, schwache Rentabilität usw.) bzw. Unternehmen in Branchen, die von der Krise besonders stark betroffen waren (exportabhängige Branchen, Bau, Automotive Zulieferer etc.). Die Verschärfung der Kreditbedingungen wurde durch Risiko- und Kostenüberlegungen der Banken verursacht, die sich diesbezüglich auf die Bonitätsverschlechterung vieler Unternehmen beriefen. Inwieweit die durch das Bankenpaket wieder hergestellte Liquidität an die Realwirtschaft insbesondere die KMU weitergegeben wurde, lässt sich, wie auch die unterschiedliche Einschätzung von KMU und Bankenvertretern im Rahmen der IWI Erhebung zeigt, schwer beurteilen. Vor allem die generelle Risikoneubewertung macht es trotz wiederhergestellter Liquidität der Banken für einige KMU schwer, Fremdkapital aufzunehmen. Hier haben vor allem Kredite aus Mitteln der KMU-Initiative der Europäischen Investitionsbank (EIB) oder auch die zinsgünstige Kredite aus dem ERP-Fonds (Konjunkturpaket I) wichtige Unterstützung gebracht. Neben der unmittelbaren Absicherung des Bankensystems wurden in weiterer Folge zwei Konjunkturpakete geschnürt, die, wie auch die Maßnahmenpakete der anderen EU Staaten, als Verschränkung von kurzfristigen Konjunkturimpulsen und längerfristigen strukturpolitischen Zielsetzungen gesehen werden können. Was den Konjunkturimpuls der Pakete betrifft, haben die Studien von WIFO und IHS erste positive Einschätzungen geliefert. 105 Im Rahmen einer Erstbewertung der heimischen Konjunkturpakete muss von Seiten des IWI insbesondere das Haftungsinstrumentarium der AWS (und seine entsprechende Ausweitung) als bedeutend hervorgehoben werden. Die heimische Förderbank hat sich hier als wichtige Stütze in der Krise erwiesen, welche mit über die Jahre gut entwickelten Strukturen und Instrumenten schnell auf die veränderte Situation reagierte. Weiters konnte der Anstieg der real verfügbaren Einkommen, zurückzuführen auf die Steuerreform (insbesondere die Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer) in Verbindung mit einer niedrigen Inflation und den hohen Lohnabschlüssen 2009, eine Stabilisierung der Nachfrage bewirken. 106 Es zeigt sich, dass neben einem finanziellen Förderinstrumentarium vor allem auch Soft- Aid-Maßnahmen (Beratung, Training) geeignet sind, den Zugang von KMU zur Finanzierung zu erleichtern bzw. die Unternehmen (gerade EPU/Kleinstunternehmen) zu unterstützen. Diese sollen einerseits darauf abzielen, das Bewusstsein über die Verfügbarkeit von Förderinstrumenten und über die Bedingungen, unter denen Unterstützung geboten wird, zu erhöhen, sowie anderseits das Wissen der Unternehmer über finanzielle Angelegenheiten fördern (Maßnahmen zur Beseitigung strategischer Defizite). Auch die Transparenz ist ein Schlüsselthema sowohl für die Banken als auch die KMU. Das bessere Wissen um Kreditentscheidungen und Ratingroutinen könnte Unternehmen ermutigen aktive Strategien zur Verbesserung ihres Ratings zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist eine Weiterentwicklung des Verhaltenskodex zwischen Banken und KMU auf nationaler und europäischer Ebene weiterzuführen. Nicht zuletzt würde eine nachhaltige Erhöhung der Eigenkapitalausstattung von KMU (z. B. Steuererleichterung für nicht ausgeschüttete Gewinne) dazu beitragen, den Zugang von KMU zur Finanzierung zu verbessern, und deren Bedarf an Fremdfinanzierung langfristig senken Vgl. IHS (2009); WIFO (2009) Vgl. 26_sp_de.pdf (Abgerufen am ) 51

52 5 Resümee und Schlussfolgerungen Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der heimischen Unternehmenslandschaft und haben damit wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur. In Österreich sind mehr als 99% aller Unternehmen KMU, die wiederum rund 67% der Arbeitskräfte beschäftigen. Aufgrund der Öffnung der Märkte und zunehmender Internationalisierung stehen auch österreichische KMU immer stärker unter Wettbewerbsdruck und müssen sich neuen Herausforderungen stellen. Neben guten Marktkenntnissen, hoher Flexibilität, Innovationsfähigkeit zur Entwicklung und Anwendung neuer Technologien etc. sind insbesondere die Themen Finanzierung und Zugang zu Kapital für KMU von entscheidender Bedeutung. KMU sind u.a. durch ihre spezifische Finanzierungsstruktur charakterisiert. Die Kreditfinanzierung ist für KMU deutlich wichtiger als für größere Unternehmen. Die Bankverschuldungsquote von sehr kleinen Unternehmen lag 2006 im Median bei rund 50%, jene von kleinen Unternehmen bei rund 33% und die von mittleren Unternehmen bei rund 29%, während große und sehr große Unternehmen eine Bankverschuldungsquote von rund 25% und 12% aufwiesen. 107 Leasing und Factoring spielen bei KMU eine untergeordnete Rolle und sie haben aufgrund hoher Transaktions- und Informationskosten kaum Zugang zum Finanzmarkt, sodass sie kaum auf andere Finanzierungsquellen ausweichen können. Daher hätte eine im Zuge der Finanzmarktkrise entstehende Kreditklemme besonders große Auswirkungen auf KMU haben können. Eine allgemeine Kreditklemme für KMU ist jedoch ausgeblieben, wenngleich sich das Wachstum des Kreditvolumens verlangsamte. KMU sehen sich jedoch verschärften Finanzierungsbedingungen gegenüber. Die Zinskonditionen für Unternehmenskredite wurden zwar mit den Zinssatzsenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich günstiger. Die durchschnittlichen Kreditaufschläge (Differenz zwischen Kreditzinsen und dem Dreimonats-EURIBOR) der Banken sind jedoch besonders bei den für KMU wichtigen Kleinkrediten bis 1 Mio. Euro deutlich höher als vor der Krise. Die Kreditrichtlinien im Firmenkundengeschäft wurden seit Beginn der Finanzkrise acht Mal in Folge angehoben und bleiben seit dem dritten Quartal 2009 unverändert auf hohem Niveau. Auch die Kreditbedingungen die Zinsmargen, aber auch die Sicherheitenerfordernisse, die Höhe und die Fristigkeit der vergebenen Kredite, die Zusatz- oder Nebenvereinbarungen sowie die Kreditnebenkosten wurden während der Finanz- und Wirtschaftskrise in Summe merklich verschärft. Die Abschwächung des Wachstums der Unternehmenskredite dürfte neben den genannten angebotsseitigen auch nachfrageseitige Ursachen haben. Dieser Rückgang entspricht dem historischen Muster, wonach in Phasen sinkender Unternehmensinvestitionen der Finanzierungsbedarf der Unternehmen zurückgeht. Aus den Ergebnissen der vorliegenden Studie können keine Aussagen getroffen werden, ob die Verlangsamung des Kreditwachstums durch das Kreditvergabeverhalten der Banken oder durch die Entwicklungen der KMU hervorgerufen ist. Zur Beantwortung dieser Fragen bedürfte es der Anwendung regressionsanalytischer Verfahren, welche jedoch den Rahmen der vorliegenden Studie sprengen würden. Das derzeit angewandte Aufsichts- und Regulierungswerk, welches unter den Schlagworten Basel II und International Financial Reporting Standards bekannt ist, erwies sich als pro-zyklisch und bedarf einer baldigen Reform. Der Diskurs darüber ist auf internationaler Ebene seit der Veröffentlichung von Vorschlägen durch den Basler Ausschuss im Herbst letzten Jahres im Gange. Der Zeitplan für die Einführung des neuen Regelwerks sieht vor, dass die neuen Standards bis Ende des Jahres 2010 vorliegen und bis Ende des Jahres 2012 implementiert werden sollen. 107 Vgl. OeNB, 2009a 52

53 Im Rahmen der vorliegenden Studie führte das IWI eine Umfrage unter heimischen KMU durch, in welcher die derzeitige Finanzierungssituation und die Wahrnehmung des Verhaltens der Kreditinstitute durch KMU erhoben wurden. Diese zeigt eine vorsichtige Grundhaltung die Finanzierungsbedingungen betreffend und tendenziell eine konservative Einstellung zu Finanzierungsformen und -trägern, speziell bei der Vielzahl der Kleinstunternehmen und Einpersonenunternehmen (EPU). Alles in Allem ist für die kommenden drei Jahre keine substanzielle Änderung im Finanzierungsverhalten durch die Unternehmen selbst zu erwarten (Förderkredite und in geringem Ausmaß Leasing zeigen noch leichte Tendenzen zu einem Bedeutungsgewinn). Der höhere Druck am Kapital- bzw. Finanzierungsmarkt wird von den KMU eindeutig wahrgenommen und spiegelt sich auch in den Einschätzungen zu verschärften Rahmenbedingungen (wie Sicherheitserfordernisse und Dokumentationspflichten oder Nebenkosten) der Finanzierung wider. Die KMU verlassen sich auf klassische Beratungspartner bei der Finanzierung, nämlich Bank- und Steuerberater. Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung werden von Kleinstunternehmen (<10 Mitarbeiter) wesentlich seltener als Informationsquelle für Finanzierungsfragen verwendet als von Kleinen und Mittleren Unternehmen. Hier ist ein signifikanter Ansatzpunkt für wirtschaftspolitische Aktivitäten bei EPU und Kleinstunternehmen für Informationsarbeit zu Finanzierungsformen gegeben. Bonität und Auswirkungen der Ratingkriterien sind bei Unternehmen ab 10 Mitarbeiter zum Großteil bekannt. Bei EPU und vielfach auch bei Kleinstunternehmen ist auch hier ein deutliches Informationsdefizit anzutreffen. Ein Viertel der KMU gab an, in den vergangenen 12 Monaten öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen zu haben. Die zentralen Nutzer dieser Mittel sind Mittlere Unternehmen, wo der Nutzungsgrad 37% erreicht. Bei kleinen KMU (1 bis 9 Mitarbeiter) steht dieser Anteil bei 18% und bei EPU beträgt er 11%. 17% der Befragten wurden von ihrer Hausbank noch nicht beraten, hätten aber konkretes Interesse an Information zur Inanspruchnahme öffentlicher Finanzierungs- bzw. Fördermittel. Hier ist noch Informationsbedarf gegeben. Zusätzlich zur KMU-Befragung führte das IWI Tiefeninterviews mit Experten aus den Bereichen Bank, Kreditversicherung, Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung sowie Interessensvertretungen und Beratungsstellen der Wirtschaftsförderung durch. Laut Einschätzung der Befragten kann von einer Kreditklemme in Österreich nicht (bzw. nur temporär am Höhepunkt der Krise) gesprochen werden. Da die Banken zu Beginn der Krise mit der Sicherung ihrer eigenen Liquidität beschäftigt waren, konnte man zu diesem Zeitpunkt vereinzelt von einer kurzzeitigen Kreditklemme sprechen, vor allem dort, wo keine langfristigen, stabilen Bank-Kunden-Beziehungen vorherrschend waren. Grundsätzlich haben die Maßnahmen der Bundesregierung allerdings nach Ansicht der Interviewpartner relativ rasch dazu beigetragen, die Situation zu entschärfen und zu stabilisieren. Trotzdem das Bankenpaket, die Verschränkung von kurzfristigen Konjunkturimpulsen sowie längerfristigen strukturpolitischen Zielsetzungen in Form der zwei Konjunkturpakete, und die vorgezogene Steuerreform eine grundsätzliche Stabilisierung des Systems bewirken konnten, verfolgten die Banken vor dem Hintergrund der Krise eine (wesentlich) vorsichtigere, in Teilen auch restriktivere, Kreditpolitik. Kreditvergabebedingungen haben sich verschärft und auch Konditionen sind teils schlechter geworden. Es wird genauer nachgefragt und verstärkt auf strategische Aspekte der Investition bzw. die Strategie des Unternehmens eingegangen. Weiters fokussieren die Banken in ihrer Betrachtung heute noch stärker das aktuelle Geschehen in den Unternehmen, aktuelle Zahlen werden heute wesentlich schneller an- und eingefordert, ein Befund, der sich in Gesprächen mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern widerspiegelt. Die Banken fordern heute mehr Informationen ein, sind aber auch teils bereit, selbst offener und erklärender auf den Kunden zuzugehen. Generell haben die bei einem Großteil österreichischer KMU bestehenden langen, offenen und partnerschaftlichen Beziehungen zur Hausbank vielen Unternehmen gut durch die Krise geholfen. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Regionalbanken hat in der Krise gut funktioniert. 53

54 Durch die Krise haben Banken und Steuerberater generell mehr Beratungsverantwortung bekommen (KMU fragen umfangreichere Beratungsleistungen v.a. auch bezüglich Förderungen ab). Auch die begleitende Funktion des Steuerberaters wird wichtiger bzw. die schnelle und (argumentativ) gute Aufbereitung der Zahlen für die Bank (teils wird der Klient auch vor Ort beim Bankgespräch unterstützt). Die Betreuung der Klienten von Steuerberatern verändert sich verstärkt in Richtung Zukunftsorientierung (Planungsrechnung/Budgetierung), sprich besserer Vorbereitung der KMU. Eine ganzheitliche KMU-Politik muss das Finanzierungsthema allerdings im Zusammenspiel mit anderen wichtigen KMU-Themen betrachten Herausforderungen, vor denen heimische KMU aufgrund der dynamischen und rasanten Veränderungen der letzten Jahre stehen. In der Krise kommen dabei insbesondere verbesserungsfähige Rahmenbedingungen noch deutlicher zu tragen. Gerade KMU leiden seit Jahren unter hohen administrativen Belastungen aber auch Standortnachteilen vor allem den Faktor Arbeit betreffend (Arbeitszeitgestaltung, Lohn- und Lohnnebenkosten etc). Die hohe Besteuerung belastet die Finanzkraft der KMU was gerade in konjunkturschwachen Zeiten negative Auswirkungen zeigt. Auch der Mangel an genügend qualifiziertem Personal muss weiterhin als Problembereich gesehen werden. Hochqualifizierte Mitarbeiter sind als Kriterium der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gerade für österreichische KMU wichtiger als reine Preis- und Kostenvorteile. In den kommenden Jahren kann schon aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer weiteren Verschärfung des Engpasses an Fachkräften gerechnet werden. Somit bleiben die Förderung der Mitarbeiterausbildung und -qualifikation in den Betrieben selbst sowie eine bedarfsorientierte (Aus- und Weiter-)Bildungspolitik wesentliche Eckpfeiler einer qualitätsorientierten KMU-Politik. Aber nicht nur in der Politik, sondern auch bei den KMU selbst sind Verbesserungen möglich. Viele KMU haben sich vor der Krise zu wenig um ihre eigenen, internen Problembereiche gekümmert. In diesem Zusammenhang sei sowohl auf die oft kritische Finanzierungs- bzw. Eigenkapitalsituation als auch auf das vielfach fehlende professionelle Management bzw. die mangelnde strategische Planung (vorausschauendes Denken) einiger KMU hingewiesen. Hier spielt oft auch die Problematik einer starken Abhängigkeit von der Person des Inhabers/Gründers (dieser ist oft Unternehmer, Manager und Fachkraft in einer Person) hinein. Durch diese Mehrfachbelastung werden oft wichtige Schlüsselaufgaben im Unternehmen vernachlässigt. Auch das Thema Unternehmensnachfolge/Betriebsübernahme muss vor diesem Hintergrund beachtet werden (professionelle Planung des Nachfolgemanagements). So betreffen Maßnahmenvorschläge sowohl die Politik als auch die Entscheidungsträger in den KMU selbst, wobei auch hier die Politik unterstützend und fördernd eingreifen kann (z.b. Managementkompetenz fördern etc.). Im Wesentlichen sind es folgende Aspekte, die bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen im KMU-Bereich zu berücksichtigen sind: Erleichterungen im Bereich der Administration Reduktion steuerlicher Belastungen (insbesondere des Faktors Arbeit ) Förderungen/Unterstützungen sowohl bei Unternehmensgründungen als auch -übergaben Verbesserung des Marktzugangs: Unterstützung bei Export/Internationalisierung Förderungen im Bereich Management und strategischer Planung Förderung der bedarfsorientierten Weiterbildungsmöglichkeiten Förderung des Innovationsverhaltens und des Technologietransfers der KMU Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten 54

55 Abb. 14: Ganzheitliche KMU-Politik Strategien und Maßnahmen im KMU-Bereich Finanz- (Liquiditätsknappheit/Vorsichtigere Kreditvergabe durch Banken) und Wirtschaftskrise (Wachstums-, Auftrags- und Umsatzeinbrüche) Arbeitsmarktkrise (Ziel: Know-how- und Leistungsträger halten) Generelle Hürden/ Herausforderungen für KMU: Steuern- und Abgaben auf den Faktor Arbeit Administrative Belastungen Mangel an qualifiziertem Personal (Fachkräftemangel) Auftragslage (Preisdruck/ Internationalisierung) Lokaler/regionaler Bezug (Standortgebundenheit) Oft Abhängigkeit von einer Person (Gründer/Inhaber) Probleme bei Unternehmensnachfolge Proaktives Handeln von KMU (Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit aus eigener Kraft): Mitarbeiterqualifikation u. Fachkräfteausbildung Flexibilität und Willen der Unternehmen, den bereits vielfach eingeschlagenen Weg der Anpassung an die neuen Gegebenheiten auch weiterzugehen Aktives Abrufen von Informationsangeboten Strategische Planung, Ausbau von Managementkompetenzen KMU in Ö (über 99%; beschäftigen rund 67% der Arbeitskräfte) Finanzierung: Geringe Eigenkapitalquote Wichtigste externe Finanzierungsquelle: Bankkredite Dominante Rolle der Kreditinstitute Finanzierungsbedingungen schwieriger (v.a. Verschärfte Rahmenbedingungen) Investitionen werden zurückgestellt (abwartende Haltung) Förderkredite werden wichtiger Wichtigste Beratungspartner (Bank- und Steuerberater) Unterstützung Unterstützungsmaßnahmen in der Krise: Bankenpaket Konjunkturpaket I und II Steuerreform Branchen-/sektorspezifische Maßnahmen Einrichtungen wie Ombudsstelle der WKW etc. Handlungsempfehlungen Rahmenbedingungen: Reduktion administrativer und steuerlicher Belastungen Verstärkte Förderung bei Unternehmensgründung (Ausbau des Start-up-Engagements) Weitere Verbesserung des Marktzugangs: Exportförderung Förderung von Innovation und ihrer Umsetzung durch KMU (Bsp. ACR) Für die Zeit nach der Krise: hoher Bedarf an qual. Fachkräften (Bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote) Förderung u. Ausbau des Beratungsangebotes und Erleichterungen im Bereich Betriebsübergabe Ad Finanzierung: Verbesserung des Informationsstandes insb. bei EPU u. Kleinstunternehmen (Förderungen, Transparenzanforderungen etc.) Ausbau und Erweiterung von Beratungsangeboten wie der Ombudsstelle der WKW (professionelle Vorbereitung von KMU bei Finanzierungsfragen) Verstärkung von Eigenkapitalhilfen (bzw. Begünstigungen zur Eigenkapitalbildung) und Bürgschaften Ganzheitliche KMU-Politik Quelle: IWI-Darstellung Im Finanzierungsbereich hat sich die Situation der KMU insgesamt betrachtet zwar einigermaßen entschärft (hierzu trugen auch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen bei, durch die höhere Liquidität der Banken konnte die Kreditvergabe wieder angekurbelt werden), allerdings besteht noch immer ein hoher Informationsbedarf speziell für kleinere Unternehmen, um sich an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Hier sind neben den klassischen Beratungspartnern für KMU gerade Einrichtungen wie z.b. die Ombudsstelle der Wirtschaftskammer Wien, als zentrale Anlauf- bzw. Servicestelle für Unternehmen mit Finanzierungsfragen, gute Ansprechpartner. Auch das Thema Eigenkapital bleibt relevant. KMU brauchen Steuerentlastung sowie verbesserte Möglichkeiten zur Eigenkapitalbildung um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu bewaren. 55

56 Quellen Literatur AER ASSEMBLY OF EUROPEAN REGIONS (2009), AER Survey Regional policy to tackle the economic crisis, Strasbourg, risis/outcome_aer_survey_ pdf; 2009/DE-VII.1.7-CrisisSurvey.doc AMTSBLATT DER EUROPÄISCHEN UNION (2009), Mitteilung der Kommission Vorübergehender Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen zur Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmitteln in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise, (2009/C 83/01), , AUDRETSCH, D./VAN DER HORST, R./KWAAK, T./THURIK, R. (2009), First Section of the Annual Report on EU Small and Medium-sized Enterprises. EIM Business & Policy Research, Zoetermeer (The Netherlands). BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009a), Enhancements to the Basel II Framework, Bank for International Settlements, Basel, 2009, BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009b), Revisions to the Basel II Market Risk Framework, Bank for International Settlements, Basel, 2009, BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009c), Strengthening the resilience of the banking sector, Basel, 2009, BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2009d), International framework for liquidity risk measurement, standards and monitoring, Basel, 2009, BASEL COMMITTEE ON BANKING SUPERVISION (2010e), Principles for enhancing corporate governance, Basel, 2009, BERNANKE, B. S./LOWN, C. S. (1991), The Credit Crunch, Brookings Paper on Economic Activity, S BRUNNER, R./SCHWARZ, G. (2006), "Kapazitätsauslastung und Umsätze in der österreichischen Sachgütererzeugung", Monatsberichte des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Heft 6/2006, S BUNDESMINISTERIUM DER FINANZEN (2009), Die Wirtschafts- und Finanzkrise Konjunktur- und strukturpolitische, Antworten ausgewählter Volkswirtschaften, Monatsbericht des BMF August 2009, Startseite/Aktuelles/Monatsb ericht des BMF/2009/08/inhalt/Monatsbericht-August- 2009,templateId=raw,property=publicationFile.pdf BUSINESSEUROPE (2009), Recovery Plans, 27 Member States recovery plans, Brussels, COLUZZI, C./FERRANDO, A./MARTINEZ-CARRASCAL, C. (2009), Financing obstacles and growth. An analysis for euro area non-financial corporations, Working Paper No. 997, European Central Bank. CRESSY, R/OLOFSSON, C. (1997), European SME financing - An overview. Small Business Economics 9, EIB EUROPÄISCHE INVESTITIONSBANK (2010), EIB-Finanzierungen in Österreich im Jahre 2009, Februar 2010 EUROPÄISCHE KOMMISSION (2003): Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen, ABl. L 124 vom , EUROPÄISCHE KOMMISSION (2005), SEK(2005) 170, Die Aktivitäten der Europäischen Union im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), Bericht des KMU-Beauftragten, 56

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60 Anhang A: Fragebogen 60

61 61

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