Branche DER MARKT FÜR MEDIZINTECHNIK IN INDONESIEN

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1 Branche DER MARKT FÜR MEDIZINTECHNIK IN INDONESIEN

2 EXPORTINITIATIVE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT Die Produkte und Dienstleistungen der deutschen Gesundheitswirtschaft sind in vielen Ländern der Welt sehr gefragt. Health - Made in Germany steht für Qualität, Innovation und Erfahrung. Trotzdem brauchen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen oft Unterstützung beim Auslandsgeschäft in der stark regulierten Branche. Hier setzt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) an, indem sie deutschen Unternehmen dabei hilft, neue Märkte für sich zu erschließen. Seit ihrer Entstehung im August 2011 hat sich die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft durch ihr Engagement in den Zielmärkten als zentrale Anlaufstelle für die Branche etabliert. Umfassendes Unterstützungsangebot Auf dem Internetportal der Exportinitiative werden bestehenden Aktivitäten im Bereich der Außenwirtschaftsförderung zentral vernetzt. Die Website bietet umfassende Informations- und Serviceangebote. Unternehmer finden dort Expertenwissen zu den Exportchancen auf den weltweiten Zielmärkten. Eine Übersicht über Ausschreibungen und Förderprogramme sowie ein Veranstaltungskalender mit Messen, Kongressen, Geschäfts- und Delegationsreisen ergänzen den Service. Vermarktung im Ausland Die Stärken der deutschen Gesundheitswirtschaft vermarktet die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft auf dem englischen Internetportal Ausländische Kunden, Partner und Entscheidungsträger erfahren dort, warum es sich lohnt, mit Anbietern aus Deutschland zusammenzuarbeiten. Um die deutschen Unternehmen im Ausland zu bewerben, erstellt die Exportinitiative Firmenverzeichnisse, die sie an die Zielgruppen verteilt. Eigene Veranstaltungen im Rahmen von Messen und Kongressen helfen den Unternehmen bei der Vernetzung in den Zielmärkten und sorgen für eine stärkere öffentliche Präsenz der deutschen Hersteller vor Ort. Enge Zusammenarbeit mit Bundesministerien, Ländern und Fachverbänden Die Exportinitiative ist breit vernetzt, zu den Partnern gehören Bundesministerien, Verbände und die Bundesländer. Umgesetzt wird die Exportinitiative von Germany Trade & Invest (GTAI), der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesregierung. Die Exportinitiative entwickelt ihre Maßnahmen und Aktivitäten in vier Arbeitskreisen: Arzneimittel, Biotechnologie, Medizintechnik und gesundheitsbezogene Dienstleistungen & Telemedizin. Gemeinsam mit den jeweiligen Fachverbänden der Branche werden hier zielgerichtete Aktivitäten und Marketingmaßnahmen entwickelt, die genau dort ansetzen, wo sie für die Unternehmen den größtmöglichen Nutzen haben. Der Markt für Medizintechnik in Indonesien Die vorliegende Studie zeigt: Indonesiens Markt für Medizintechnik verspricht ein hohes Absatzpotenzial vor allem für ausländische Medizintechnikhersteller, denn das Land ist bei hochwertiger Technik weiterhin auf Importe angewiesen. Zwischen 2002 und 2012 stiegen die entsprechenden Einfuhren um mehr als das Zwölffache. Mit ihren Unterstützungsangeboten in Indonesien trägt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft dazu bei, Deutschlands Position als wichtiger Lieferant von Medizintechnik im Land und in der Region zu stärken. Die Studie zum Markt für Medizintechnik in Indonesien ist auf Anregung der Fachverbände im Arbeitskreis Medizintechnik entstanden.

3 INHALT 5 Marktüberblick 6 Marktentwicklung und -bedarf 6 Rahmenbedingungen und Nachfrage bestimmende Faktoren 6 Bevölkerungsstruktur, Konsumverhalten und Krankheiten 7 Das indonesische Gesundheitssystem 9 Marktvolumen 11 Produktion und Branchenstruktur 12 Außenhandel 14 Geschäftspraxis 14 Vertrieb 15 Zulassungsbedingungen, Normen, Einfuhrverfahren 16 Kontaktadressen Germany Trade & Invest 3

4 MARKTÜBERBLICK MARKTÜBERBLICK Indonesien wird von einer zunehmenden Anzahl ausländischer Investoren als bedeutender Zukunftsmarkt erkannt. Seit dem Ende der internationalen Finanzkrise wuchs die Wirtschaft des Landes jährlich um real mehr als 6%. Für 2013 und 2014 gehen Experten maximal von einer leichten Abkühlung der Konjunktur aus - das Potenzialwachstum sehen sie nach wie vor bei rund 6 bis 7%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf dürfte spätestens 2014 die Marke von US$ übersteigen. Damit wäre der südostasiatische Archipel per Definition kein armes Entwicklungsland mehr. Immer mehr Indonesier gehören zur aufstrebenden Mittelschicht. rungspläne erfordert in diesem Zusammenhang Investitionen in den Gesundheitssektor. Noch reichen die vorhandenen Kapazitäten für den zu erwartenden Ansturm von Patienten nicht aus. Viele Krankenhäuser - sowohl private als auch staatliche - haben bereits im Sommer 2013 angekündigt, dass sie die im Zuge der Reform geplanten Gesundheitskarte vorerst nicht anerkennen werden. Neue Hospitäler müssen dringend gebaut und ausgerüstet werden. Bis 2015 sollen mehr als zusätzliche Krankenhausbetten entstehen. Möglicherweise wird diese Anzahl auch überschritten, denn der private Sektor ist zur Mitarbeit aufgefordert. Bereits 2011 befanden sich knapp über die Hälfte aller Kliniken im Pri- Allgemeine Wirtschaftsdaten Indonesien Kennziffer Wert (Jahr) 1) Bruttoinlandsprodukt (BIP, nominal) circa 875 Mrd. US$ (2012) BIP-Wachstum (real) 6,2% (2012); 5,9% (2013) Inflationsrate 4,3% (2012); 7,0% (2013) Pro-Kopf-Einkommen rund US$ (2012) Ausländische Direktinvestitionen 24,6 Mrd. US$ (2012) Wareneinfuhren 191,7 Mrd. US$ (2012) Warenausfuhren 190,0 Mrd. US$ (2012) Währung 2) Rupiah (Rp); 1 US$ = Rp (Jahresmitte 2013) Geschäftssprache Bahasa (Indonesisch), Englisch 1) 2013: Prognose; 2) Der Devisenkurs der Rupiah korreliert stark mit dem des US$. In der Tendenz hat die Rupiah aber seit Ende 2012 leicht gegenüber der amerikanischen Leitwährung an Wert verloren. Quellen: Zentralbank, Nationales Statistikamt Der indonesische Gesundheitsmarkt ist noch wenig entwickelt. So gab es 2011 pro Einwohner nur knapp sechs Krankenhausbetten. Das Land kämpft unter anderem mit den schwierigen geografischen Rahmenbedingungen: Außerhalb der Hauptinsel Java lebt die Bevölkerung verstreut auf fast Inseln, viele Regionen sind nur dünn besiedelt. Für die Regierung ist es schwierig, der gesamten Bevölkerung des Landes einen Zugang zum Gesundheitssystem zu garantieren. Dennoch ist die Absicht zumindest auf dem Papier erkennbar: Zum soll eine Krankenversicherung für alle Einwohner eingeführt werden. Die Umsetzung der Regie- vatbesitz. Diese Quote soll sich in Zukunft noch weiter erhöhen. Die Nachfrage nach Medizintechnik wird in praktisch allen Sparten des Gesundheitssystems rasant steigen. Insbesondere für ausländische Anbieter dürften sich neue Absatzmöglichkeiten ergeben, da die indonesische Konkurrenz lediglich einfache Produkte wie Spritzen, Verbandsmaterial oder Blutdruck- und Fiebermesser in Eigenregie herstellt. Nahezu alle hochwertigen und modernen Geräte müssen importiert werden. Zwischen 2002 und 2012 sind die entsprechenden Einfuhren bereits um mehr als das Zwölffache gestiegen. Germany Trade & Invest 5

5 MARKTENTWICKLUNG UND -BEDARF MARKTENTWICKLUNG UND -BEDARF RAHMENBEDINGUNGEN UND NACHFRAGE BESTIMMENDE FAKTOREN BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR, KONSUMVERHALTEN UND KRANKHEITEN Indonesien hat bei Weitem die größte Bevölkerung innerhalb der ASEAN-Region. Nach Angaben des nationalen Statistikamts lebten 2011 mehr als 240 Mio. Menschen im Land. Der Gesundheitsmarkt des Archipels weist einige Besonderheiten auf, die sich aus speziellen geografischen und sozioökonomischen Faktoren ergeben. Die Bevölkerung ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen, in den letzten Jahren war jedoch ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenrate zu beobachten. So sank die Fertilitätsrate zwischen 1971 und 2012 von 5,6 auf 2,4. Auf mittlere Sicht wird dieser Wert nach Einschätzung von Landeskennern unter 2 liegen, denn immer mehr Familien entscheiden sich für nur noch ein oder zwei Kinder. Kurzfristig dürfte die Bevölkerung aber weiter zunehmen. Von einer Überalterung der Gesellschaft wie beispielsweise in der VR China ist Indonesien noch Jahrzehnte entfernt. Zum Zeitpunkt des letzten offiziellen Zensus im Jahr 2010 war erst rund 1% der Bevölkerung älter als 75 Jahre. Zugleich hatte mit mehr als 100 Mio. Menschen nahezu die Hälfte der Gesamtbevölkerung ihr 25. Lebensjahr noch nicht vollendet. Angesichts der stetig steigenden Lebenserwartung dürfte die absolute Anzahl der Senioren in den nächsten Jahren merklich wachsen, relativ gesehen dürfte diese Altersgruppe aber weiterhin nicht an Bedeutung gewinnen. Der Bedarf an medizinischen Dienstleistungen, Arzneien sowie entsprechenden Geräten für die Behandlung und Versorgung älterer Menschen wird entsprechend gering bleiben. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt lag 2011 nach Angaben des nationalen Statistikamtes bei 69 Jahren. Die Behörde differenziert dabei nicht nach Geschlecht. Gemäß den Angaben des US-amerikanischen Population Reference Bureau lag der Wert sogar bei 71 Jahren. Diesen Zahlen zufolge beträgt der geschlechtsspezifische Unterschied fünf Jahre (Männer 69, Frauen 74 Jahre). Neben dem Alter spielen die Lebensgewohnheiten der Indonesier eine entscheidende Rolle für den Gesundheitsmarkt. In den letzten Jahren haben die sogenannten Zivilisationskrankheiten im Land insgesamt zugenommen. So waren 1995 nichtinfektiöse Krankheiten für 41% aller Todesfälle verantwortlich. Der entsprechende Wert legte bis 2007 auf fast 60% zu. Allerdings ist ein Teil dieses Anstiegs auf eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Antibiotika, höhere Impfraten und verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung von Dengue-Fieber und Malaria übertragenden Mücken zurückzuführen. Rahmendaten zum Gesundheitssystem in Indonesien Indikator Wert (Jahr) Einwohnerzahl (Mio.) 243,7 (2011) Bevölkerungswachstum (% p.a.) 1,49 (2011) Altersstruktur der Bevölkerung - Anteil der unter 14-Jährigen (%) 28,9 (2011) Anteil der über 65-Jährigen (%) 5,0 (2011) Durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt (Jahre) *) 71,1 (2011) Gesundheitsausgaben pro Kopf (US$/Jahr) 108,9 (2012) Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP (%) 3,0 (2011) Ärzte/ Einwohner 10,7 (2012) Zahnärzte/ Einwohner 10,3 (2012) Krankenhausbetten/ Einwohner, davon 60,8 (2011) privat 24,0 (2011) öffentlich 36,8 (2011) *) Angaben des Population Reference Bureau Quellen: Nationales Statistikamt, Frost & Sullivan, Population Reference Bureau 6 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

6 Übergewichtige Menschen stellen in Indonesien derzeit noch eine Ausnahme dar. Ihre Anzahl ist in der jüngsten Vergangenheit jedoch rasch gewachsen und dürfte nach Einschätzung von Landeskennern weiter zunehmen. Alleine zwischen 2007 und 2012 stieg der Anteil der Übergewichtigen an der Gesamtbevölkerung laut Gesundheitsministerium von 12 auf 21%. Etwa die Hälfte davon sei als fettleibig einzustufen. Auf der anderen Seite kämpft ein bedeutender Anteil mit dem Problem der Unterernährung. Im Durchschnitt ist die Bevölkerung des Landes schlank. Veränderungen im Ernährungsverhalten der Indonesier sind nicht nur hinsichtlich der Menge, sondern auch in Bezug auf die Qualität zu beobachten. Der Trend geht vermehrt zu süßen und fetthaltigen Speisen. Limonaden und andere Fertiggetränke sind in Indonesien extrem gesüßt und enthalten oftmals mehr als 500 kcal pro Liter. Auch Fast Food erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Anzahl von Diabeteserkrankungen dürfte daher in absehbarer Zeit deutlich zunehmen. Eine von der Regierung bislang wenig beachtete Gesundheitsgefährdung stellt der Tabakkonsum dar. Zigaretten sind in Indonesien extrem preiswert. Nach Schätzungen rauchen die Hälfte bis drei Viertel der männlichen Bevölkerung des Landes, viele beginnen damit bereits in sehr jungen Jahren. Laut Gesundheitsministerium rauchen zwar nur 35% der Gesamtbevölkerung, jedoch bereits 18% in der Gruppe von 10 bis 14 Jahren. Die in Indonesien verkauften Zigaretten sind zudem bedeutend schädlicher als in der EU oder in den USA erhältliche Produkte. So enthalten die filterlosen Zigaretten der beliebten Marken Kretek 2,3 mg Nikotin und 39 mg Teer und damit vier bis fünfmal so viel wie eine durchschnittliche westliche Leichtzigarette. Ansteckungskrankheiten bilden für die indonesischen Hospitäler trotz der Zunahme der Wohlstandsleiden die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Infektiöse Magendarmerkrankungen, Dengue-Fieber und Typhus lagen 2010 auf den ersten Rängen der behandelten Leiden. Die medizinische Versorgung bei Verletzungen (insbesondere infolge von Verkehrsunfällen) beschäftigte die Klinikärzte ebenfalls überdurchschnittlich. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs fallen bisher statistisch kaum ins Gewicht. Die zehn häufigsten in Kliniken behandelten Krankheiten in Indonesien (2010) Krankheit Fallzahl Infektiöse Magen- und Darmerkrankungen Dengue-Fieber Typhus Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen Nichtinfektiöse Magen- und Darmerkrankungen Äußere Verletzungen Bluthochdruck Schädelverletzungen Andere infektiöse Atemwegserkrankungen Lungenentzündungen Quelle: Gesundheitsministerium 2011 DAS INDONESISCHE GESUNDHEITSSYSTEM Eine weitere Besonderheit des indonesischen Marktes ist die starke geografische Zersplitterung der Bevölkerung. So besteht der Archipel aus Inseln, die sich auf einer Fläche von über mal knapp km erstrecken. Etwa die Hälfte davon ist besiedelt. Fast 60% der Bevölkerung wohnen aktuell auf der Insel Java, die nur 7% der Gesamtfläche des Landes ausmacht. Der Rest lebt über das gesamte Land verteilt. Daher hat der Gesundheitssektor mit zwei fundamentalen Problemen zu kämpfen: Auf der einen Seite leben auf Java viele Menschen auf engem Raum, was zu hygienischen Problemen und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten führt. Auf der anderen Seite haben zahlreiche Einwohner in entlegenen Gebieten nur unzureichenden Zugang zur medizinischen Versorgung. Die Regierung versucht, das Problem mit der Schaffung eines engmaschigen Netzes von medizinischen Zentren anzugehen. Diese bieten den Menschen kostenfreie Basisgesundheitsleistungen und Standardmedikamente Germany Trade & Invest 7

7 MARKTENTWICKLUNG UND -BEDARF Für die Zukunft besteht jedoch nicht nur Bedarf an medizinischem Personal, es muss auch eine Steigerung der Qualifizierungen erfolgen. Es gibt nur ein halbes Dutan. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es 2011 bereits dieser Community Health Centers und damit rund mehr als noch Ende 2013 dürfte die Anzahl bei mehr als liegen. Allerdings verfügte 2011 nur etwa jede dritte dieser Einrichtungen über eine stationäre Abteilung. Die Anzahl der allgemeinen Krankenhäuser und Spezialkliniken belief sich 2011 auf über Im Jahr 2006 waren es knapp Etwas mehr als die Hälfte der Einrichtungen befindet sich in Privatbesitz. Allerdings sind diese gemessen an der Bettenzahl merklich kleiner als die staatlich betriebenen Hospitäler, da die privaten Gesellschaften vor allem Spezialkliniken betreiben. Circa 50% davon sind auf Geburtskunde spezialisiert. Krankenhäuser in Indonesien (Anzahl) Krankenhäuser insgesamt, davon staatlich privat Allgemeinkliniken, davon staatlich privat Spezialkliniken, davon staatlich privat Krankenhausbetten, davon *) staatlich privat *) ohne Community Health Centers Quelle: Gesundheitsministerium Insgesamt gab es in Indonesien 2011 fast Krankenhausbetten (nicht eingerechnet die Community Health Center mit zusätzlich mehr als Betten) - im Verhältnis zu der großen Einwohnerzahl des Landes ein sehr niedriger Wert. Der Inselstaat steht damit selbst gegenüber Ländern mit einem geringeren Pro- Foto: Markus Langer - Fotolia.com Kopf-Einkommen wie Vietnam oder Indien merklich schlechter da. Zwar will die Regierung bis 2015 die Anzahl der Krankenhausbetten um steigern, sodass sich zusammen mit den Anstrengungen des Privatsektors die entsprechende Anzahl pro Einwohnern von sechs auf neun erhöhen würde, dennoch bestünde ein enormer Aufholbedarf gegenüber einigen Nachbarländern. So strebt beispielsweise die VR China bis 2015 einen Wert von 47 an, Vietnam will bis 2020 eine Quote von 31 erreichen. Ausgehend von der sehr niedrigen Basis ist dieses Wachstum dennoch beachtlich. In den nächsten Jahren dürften zahlreiche neue Gesundheitszentren sowie staatliche oder privat betriebene Krankenhäuser und Spezialkliniken eröffnen. Die Nachfrage nach Medizintechnik wird infolge dessen kräftig wachsen. Branchenkenner gehen davon aus, dass der bereits jetzt sehr aktive Privatsektor seine Stellung ausbauen wird. Auch im Bereich Personal muss das Land aufstocken. Insgesamt arbeiteten 2010 mehr als Menschen im Gesundheitssektor Indonesiens, davon mehr als 20% nicht-medizinisches Personal. Mit nur Ärzten gab es lediglich rund 11 Ärzte pro Einwohner. In vielen Gegenden liegt diese Quote sogar nur im einstelligen Bereich. Die Hauptstadt Jakarta ragte mit einem Wert von 34 heraus. Ein Hauptgrund für die ungleiche Verteilung ist die Vergütung, die auf dem Land oftmals wesentlich geringer ausfällt. 8 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

8 Foto: sudok1 - Fotolia.com zend Krankenhäuser, die international akkreditiert sind. Vermögende Patienten fliegen im Fall einer ernsthaften Erkrankung oftmals nach Singapur. Landeskenner sprechen von einem negativen Medizintourismus. Nach Angaben des nationalen Fremdenverkehrsministeriums reisten 2012 rund Indonesier zur ärztlichen Behandlung ins Ausland und gaben dabei rund 1,4 Mrd. US$ aus. Die meisten zog es ins benachbarte Singapur oder nach Malaysia. Der indonesische Gesundheitssektor leidet im internationalen Vergleich unter zu niedrigen Ausbildungsstandards sowie unter einem geringen wissenschaftlichen Austausch. So haben vergleichsweise wenige in Indonesien tätige Ärzte im Ausland studiert. Ausländische Mediziner dürfen zudem nicht vor Ort praktizieren. Der Gesundheitssektor muss nicht nur quantitativ ausgebaut und qualitativ verbessert, sondern auch erschwinglicher werden. Bereits in der Vergangenheit hat die Regierung ein Versicherungssystem geschaffen, das ärmeren Bevölkerungsschichten einen Zugang zu den staatlichen und privaten Hospitälern des Landes ermöglicht. Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge hatte dieses 2010 bereits mehr als 76 Mio. Mitglieder. Insgesamt waren zur Jahresmitte 2013 fast 150 Mio. Menschen, also knapp zwei Drittel der Bevölkerung, durch eine Krankenversicherung abgesichert. Den Plänen der Regierung zufolge soll diese Quote bereits ab auf 100% steigen. Unklar ist bislang, wie der zu erwartende Ansturm zum Jahresbeginn 2014 mit den vorhandenen Kapazitäten bewältigt werden kann. Viele Menschen, die bislang nicht an eine medizinische Behandlung oder gar eine Operation denken konnten, werden nun um einen Termin bitten. Jene, die es sich bisher leisten konnten, aber privat zahlen mussten, schieben seit geraumer Zeit alle notwendigen Eingriffe auf. Die Bettenbelegungsquote der Krankenhäuser fiel zum Sommer 2013 um 20 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Viele Kliniken - sowohl staatliche als auch private - haben bereits klar gemacht, dass sie Patienten abweisen müssten. MARKTVOLUMEN Die offiziellen Statistiken machen keine genauen Angaben zur Größe des indonesischen Gesundheitsmarktes. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beziffert das Volumen 2012 auf 26,4 Mrd. US$. Die Consultants erwarten für die nächsten Jahre ein deutliches Wachstum. Sie gehen für den Zeitraum 2012 bis 2018 von einem jährlichen durchschnittlichen Plus von nominal 15% aus. Demzufolge würde die Marktgröße bis 2018 auf rund 60 Mrd. US$ ansteigen. Dieses Szenario gilt angesichts der positiven ökonomischen Rahmenbedingungen als durchaus realistisch. Bei einem zu erwartenden allgemeinen Wirtschaftswachstum von real 6% dürfte der Medizinmarkt nach Angaben von Branchenkennern etwa doppelt so schnell zulegen. Ein Anstieg von nominal circa 15% käme einem realen Zuwachs von etwa 10 bis 11% gleich. Mit dem vorhergesagten Wachstum wird sich Indonesien rasch als der mit weitem Abstand bedeutendste Markt für Medizintechnik Südostasiens etablieren. Zum Vergleich: Das für 2018 von Frost & Sullivan prognostizierte Marktvolumen für Thailand, Malaysia und Singapur zusammengerechnet dürfte sich nur ganz knapp über dem Niveau des größten Landes der ASEAN-Region bewegen. Im Vergleich zur VR China wird Indonesien allerdings unbedeutend bleiben. Dort soll der Branchenabsatz 2018 die Grenze von 1 Billion US$ übersteigen. Germany Trade & Invest 9

9 MARKTENTWICKLUNG UND -BEDARF Prognostizierter Markt für Medizintechnik in Asien (in Mrd. US$; durchschnittliche jährliche Veränderung in %) Veränderung VR China 386, ,7 17,6 Japan 441,2 529,7 3,1 Korea (Rep.) 80,8 113,4 5,8 Indien 76,0 193,0 16,8 Indonesien 26,4 60,6 14,9 Malaysia 15,1 22,1 6,5 Thailand 12,4 22,4 10,4 Singapur 11,7 22,3 11,4 Quelle: Frost & Sullivan Der Begriff Gesundheitsmarkt ist weit gefasst. Er umfasst vor allem Dienstleistungen, während der Verkauf von medizinischen Ausrüstungen nur einen vergleichsweise kleinen Anteil ausmacht. So beziffert das indonesische Gesundheitsministerium das Volumen des einheimischen Medizintechnikmarktes für 2011 auf rund 780 Mio. US$. Ein nominales Wachstum von rund 15% vorausgesetzt ergäbe sich damit für 2012 ein Wert von rund 900 Mio. US$. Die Behörde trifft keine Aussagen darüber, in welchen Umfang der Bedarf von einheimischen Anbietern gedeckt wird. Im Jahr 2012 dürfte deren Umsatz bei schätzungsweise rund 600 Mio. US$ gelegen haben. Der Markt für Medizintechnik in Indonesien (in Mio. US$) 1) Kennziffer Umsätze lokaler Unternehmen 2) Importe 3) Exporte 3) Marktvolumen ) gerundete Werte; 2) rechnerisch: Marktvolumen minus Importe plus Exporte; 3) Waren der Zolltarifpositionen SITC , 774, 872, Quelle: Schätzungen von Germany Trade & Invest auf Basis von Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums 10 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

10 PRODUKTION UND BRANCHENSTRUKTUR PRODUKTION UND BRANCHEN- STRUKTUR Die Datenlage bezüglich der indonesischen Medizintechnikbranche ist uneinheitlich. Das nationale Statistikamt erfasst die Sparte zusammen mit den Herstellern von Präzisionsinstrumenten, optischen Geräten sowie Uhren. Der Behörde zufolge gab es in diesem Sektor das sind die letzten verfügbaren Zahlen - lediglich 68 größere Betriebe. Gemessen an allen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes kommt dies einer Quote von 0,3% gleich. Ihre Wertschöpfung belief sich auf rund 250 Mio. US$. Dies entspricht im Vergleich zur gesamten verarbeitenden Industrie ebenfalls einem Anteil von 0,3%. Die Behörde macht allerdings keine Angaben darüber, ab welcher Schwelle ein Unternehmen als größer gilt. Gerade in der Medizintechnikbranche dürfte es eine Vielzahl von kleinen und mittleren Firmen geben, die zahlenmäßig nicht erfasst werden. Einen deutlich besseren Einblick in die Branche gewährt das Gesundheitsministerium, zumal alle Betriebe, die medizinische und pharmazeutische Produkte herstellen und im Inland verkaufen wollen, sich dort registrieren müssen. Das Gleiche gilt für Händler und Importeure. Gemäß dieser Quelle gab es 2011 mehr als 250 produzierende Branchenunternehmen und damit fast 90 mehr als drei Jahre zuvor. Daneben existierten im Land gut 530 Anbieter von Gesundheitsprodukten für den Hausbedarf ( Household and Health Supply ). Ihre Anzahl variierte über die letzten drei Jahre jedoch stark, sodass sich kein genauer Trend erkennen lässt. Hersteller von Medizintechnik in Indonesien (Anzahl) Sparte Medizintechnik Gesundheitsprodukte Insgesamt Quelle: Gesundheitsministerium Germany Trade & Invest 11

11 AUSSENHANDEL AUSSENHANDEL Indonesiens Gesundheitssektor muss große Teile seines Bedarfs an Medizintechnik durch Importe decken. Den einheimischen Unternehmen fehlt vielfach das Knowhow, um technisch komplexe Geräte in Eigenregie herzustellen. Oftmals produzieren sie lediglich einfache Güter für den täglichen Krankenhausgebrauch wie Spritzen oder Verbandsmaterial. Teilweise stellen sie auch anspruchsvollere Apparate her, jedoch zumeist im Auftrag ausländischer Markenhersteller. Indonesien importierte 2012 Medizintechnik im Wert von rund 560 Mio. US$. Der Markt zeichnet sich durch eine sehr niedrige Ausgangsbasis, aber hohe Wachstumsraten aus. Im Vergleich zu 2002 sind die Branchenimporte um mehr als das Zwölffache gestiegen. Nahezu 90% der Lieferungen aus Singapur zählen zur Orthopädietechnik und nicht zu den klassischen medizintechnischen Apparaten. In diesen Sparten dominieren Anbieter aus Deutschland, den USA, Japan und der VR China. Die Importe von Elektrodiagnose- und Röntgenapparaten beliefen sich 2012 laut Zollstatistik auf 127 Mio. US$. Foto: Dirk Rothe - Fotolia.com Indonesiens Medizintechnikeinfuhren (in Mio. US$) *) Einfuhren 45,6 90,5 144,1 347,5 445,0 459,8 563,7 *) SITC , , Quelle: UN Comtrade Singapur ist der mit weitem Abstand wichtigste Lieferant von Medizintechnik für den indonesischen Markt. So verkaufte der Stadtstaat 2012 Branchenprodukte im Wert von nahezu 220 Mio. US$. Allerdings handelt es sich dabei auch um Reexporte von Erzeugnissen, die in anderen Ländern hergestellt wurden. Viele Anbieter verkaufen ihre für den südostasiatische Archipel bestimmten Waren über ein in der ehemaligen britischen Kolonie gelegenes Handelshaus. Indonesiens Einfuhren von Prothesen und Implantaten summierten sich 2012 auf nahezu 200 Mio. US$. In Indonesien fallen jährlich zehntausende Menschen Verkehrsunfällen zum Opfer und benötigen künstliche Gliedmaßen. Die Dentaltechnik wird bislang nahezu komplett vernachlässigt. Die Einfuhren von zahnmedizinischen Instrumenten erreichten 2012 einschließlich Zahnersatz nur rund 0,5 Mio. US$. Indonesiens Medizintechnikeinfuhren nach Lieferländern (in Mio. US$) 1) Singapur 2) 122,5 184,0 218,5 VR China 30,7 40,4 54,9 Japan 45,5 45,7 52,8 USA 39,9 40,3 49,3 Deutschland 28,2 44,0 47,2 12 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

12 Indonesiens Medizintechnikeinfuhren nach Lieferländern (in Mio. US$) 1) (Forts.) Korea (Rep.) 10,1 10,9 20,9 Malaysia 7,6 6,6 15,4 Niederlande 4,1 7,8 8,3 Italien 4,0 6,8 8,2 Vereinigtes Königreich 3,8 2,5 8,1 Frankreich 7,3 6,5 7,9 Australien 4,6 1,9 3,2 1) SITC , 774, 872, 899.6; 2) Es handelt sich auch um Reexporte. Die genaue Quote liegt nicht vor. Quelle: UN Comtrade Deutschland verkaufte 2012 Medizintechnik im Wert von fast 50 Mio. US$ nach Indonesien. Elektrodiagnoseund Röntgengeräte machten dabei mehr als 40% der Lieferungen made in Germany aus. Die größten Konkurrenten für die deutschen Anbieter kommen aus Japan und den USA. Die Einfuhren von Medizintechnik nach Indonesien können in unterschiedlichen Sparten starken Schwankungen unterliegen. Das Gleiche gilt auch für die Lieferquoten der Anbieterländer. Oftmals fallen bereits einzelne größere Ausschreibungen in der Statistik ins Gewicht. Einfuhr ausgewählter medizintechnischer Produkte nach Indonesien (in US$) SITC Produktgruppe davon aus Deutschland (2012) Elektrodiagnoseapparate und -geräte , , , Röntgenapparate etc , , , Sterilisierapparate , ,0 316, Rollstühle 3.131, , Zahnmedizinische Instrumente; a.n.g. 609,2 546,2 47, Spritzen, Nadeln, Katheter, Kanülen etc , ,0 632, Ophthalmologische Instrumente 7.647, ,6 846, Andere Instrumente, Apparate und Geräte , , , Therapiegeräte, Atmungsgeräte etc , ,1 943, Medizinmöbel etc , ,4 938, *) Orthopädietechnik, Prothesen etc , ,6 903,8 *) Die Unterposition ( Andere Prothesen und Implantate ) beläuft sich auf 195,8 Mio. US$. Quelle: UN Comtrade Germany Trade & Invest 13

13 GESCHÄFTSPRAXIS GESCHÄFTSPRAXIS VERTRIEB Da der indonesische Markt für Medizintechnik noch relativ klein ist, lohnt es sich für die wenigsten Hersteller, eine eigene Niederlassung zu gründen. Daher und aufgrund komplizierter Einfuhr- und Registrierungsvorschriften empfiehlt sich die Einschaltung eines Agenten. Alle wichtigen Medizintechnikhändler sind an der indonesischen Börse notiert. Dort lassen sich bereits Informationen über deren Finanzkraft einholen. Wichtig ist, dass der Vertriebspartner über eine gesunde Innenfinanzierung verfügt. Es gibt verschiedene Vertriebskanäle für Medizintechnik in Indonesien. Standardgeräte, insbesondere für den Hausgebrauch, lassen sich über den Facheinzel- Absatzkanäle für Arzneimittel und Medizintechnik in Indonesien (Anzahl) Drugstores Großhandel Sub-Vertriebsagenten Vertriebsagenten Quelle: Gesundheitsministerium Die Einarbeitung in ein kompliziertes Gerät sowie dessen Wartung und Reparatur stellt in Indonesien eine große Herausforderung dar. Selbst Ärzte haben oftmals Schwierigkeiten MRT- oder CT-Scans korrekt auszuwerten. Daher muss nicht nur das technische, sondern auch das medizinische Personal intensiv geschult werden. Durch die größere geografische Nähe haben japanische Konkurrenten auf diesem Gebiet einen Standortvorteil. Sie können im Falle eines Defekts relativ schnell und kostengünstig technisches Personal nach Indonesien schicken. Oftmals muss dieses noch nicht einmal aus Japan anreisen. Viele Firmen unterhalten in Singapur einen regionalen Hub für die ASEAN-Region. Auch für deutsche Firmen könnte es sich lohnen, ein Verkaufsund Servicebüro in dem Stadtstaat zu betreiben. Foto: MP2 - Fotolia.com handel oder aber die sogenannten Drugstores direkt an den Endkunden verkaufen. Sind die Produkte für Arztpraxen und Krankenhäuser bestimmt, muss ein Großhändler oder ein Vertriebsagent eingeschaltet werden. Insgesamt gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums 2011 knapp solcher Distributoren. Hinzu kamen fast sogenannte Sub-Distributoren. Dabei handelt es sich um Händler ohne eine entsprechende Vertriebslizenz. Wer schon in größerem Umfang in Indonesien verkauft und eine eigenständige Vertriebsgesellschaft vor Ort gründen will, steht vor der Frage, ob er einen sogenannten Expat oder eine lokale Kraft als Leiter des Büros bestellen will. Entsendekräfte sind bei Gewährung von Zusatzleistungen wie Mietzuschüssen oder Schulgeld erfahrungsgemäß teurer. Dieser Kostenblock ist jedoch - insbesondere gegenüber Singapur, wo die Mieten sehr hoch sind - vergleichsweise gering. Vor Ort tätige Unternehmen berichten, dass es sehr zu empfehlen sei, indonesische Studenten bereits in Deutschland an die Firma zu binden. Diese können dann langfristig als Vertreter ausgebildet und eingesetzt werden. 14 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

14 ZULASSUNGSBEDINGUNGEN, NORMEN, EINFUHRVERFAHREN Die Zulassungsbedingungen und Einfuhrverfahren in Indonesien sind traditionell kompliziert und langwierig. Dem Vernehmen nach sind Korruption und Vetternwirtschaft zudem weit verbreitet. Ausländische Firmen sollten vor diesem Hintergrund einen Vertriebsagenten wählen, der sich mit den Vorschriften auskennt und gut vernetzt ist. Alle medizinischen Geräte, die in Indonesien an Ärzte oder Hospitäler vertrieben werden, müssen registriert werden. Dabei ist es nicht erforderlich, Ersatzteile und Zusatzgeräte einzeln zu benennen. Diese werden in einer Produktgruppe zusammen erfasst. Eine ausländische Gesellschaft kann eine Registrierung nicht beantragen. Dazu benötigt sie eine indonesische Niederlassung oder einen einheimischen Distributor. Dieser muss wiederum über eine Lizenz verfügen, die er beim Gesundheitsministerium beantragen kann. Er kann jedoch als Sub-Distributor das Geschäft über einen anderen Lizenznehmer abwickeln. Erfahrungen in anderen Branchen haben jedoch gezeigt, dass die Wahl eines Agenten ohne Lizenz zu Komplikationen führen kann. Medizinische Geräte, die direkt an den Konsumenten verkauft werden, müssen nicht registriert werden. Das gleiche gilt für Apparaturen für Forschungs- oder Vor- führungszwecke sowie für Spenden ausländischer Regierungen. Allerdings sind für diese nicht registrierten Waren Importzertifikate des indonesischen Gesundheitsministeriums erforderlich. Der Einfuhrzollsatz für medizintechnische Waren liegt in der Regel bei 5%. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer (Value Added Tax, VAT) in Höhe von 10%. Die indonesische Industrie- und Handelskammer (KADIN) drängt jedoch darauf, die Sätze zu senken und die Einfuhr- und Zulassungsvorschriften zu vereinfachen, denn nur dadurch lässt sich die Gesundheitsreform rasch und kostengünstig durchführen. Das Wort der Kammer hat Gewicht, denn im Vorstand und Beirat sitzen viele einflussreiche Unternehmer. So hatte die Regierung bereits 2003 den 20-prozentigen Zollsatz auf Sanitäreinrichtungen für Krankenhäuser gestrichen. Insofern ist in Zukunft mit Zollsenkungen und -vereinfachungen zu rechnen. Ein Großteil der in Indonesien umgesetzten Medizintechnik wird an die öffentlichen Krankenhäuser verkauft. Diese schreiben alle größeren Beschaffungen aus. Um an einem Ausschreibungsverfahren teilnehmen zu können, muss ein Vertriebspartner ebenfalls eine Handelslizenz besitzen. An private Hospitäler kann ein Unternehmen Medizintechnik (im Umfang von maximal US$ pro Bestellung) aber auch direkt verkaufen. Germany Trade & Invest 15

15 KONTAKTADRESSEN KONTAKTADRESSEN Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen AHK Indonesien Anlaufstelle für deutsche Unternehmen Deutsche Botschaft Jakarta - Ministry of Health Gesundheitsministerium The Indonesian Association of Medical and Laboratory Appliance Enterprises Branchenverband Indonesian Medical Association Ärzteverband Indonesian Hospitals Association Verband der indonesischen Krankenhäuser Indonesian Dental Association Fachverband Zahnmedizin International Pharmaceutical Manufacturers Group National Standardization Agency of Indonesia Vereinigung internationaler Arzneimittelhersteller nationale Standards-, Normenagentur Employee social security (Jamsostek) Sozialversicherung für Arbeitnehmer National Health Insurance for the Poor and Near Poor (Jamkesmas) Indonesian Association of Health Laboratory staatliches Krankenversicherungssystem Branchenverband Indonesian Pharmaceutical Association Branchenverband Indomedicare Expo Fachmesse für medizinischtechnische Geräte, Dentaltechnik und Sportmedizin; jährlich Indonesian International Medical and Hospital Equipments Expo Fachmesse für Krankenhausausrüstungen, jährlich; nächster Termin: 6. bis in Jakarta 16 Der Markt für Medizintechnik in Indonesien

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17 Kontakt Impressum Herausgeber Germany Trade and Invest Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbh Villemombler Straße Bonn T. +49(0) F. +49(0) Internet: Hauptsitz der Gesellschaft Friedrichstraße 60, Berlin Geschäftsführung Dr. Benno Bunse, Erster Geschäftsführer Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer In Zusammenarbeit mit Exportinitiative Gesundheitswirtschaft Friedrichstraße 60, Berlin T. +49(0) Autor Dr. Roland Rohde - Jakarta Redaktion Stefan Kroll, Beate Voell Ansprechpartnerin Melanie Volberg, T. +49(0) , Redaktionsschluss Juli 2013 Bestell-Nr Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck - auch teilweise - nur mit vorheriger ausdrücklicher Genehmigung. Trotz größtmöglicher Sorgfalt keine Haftung für den Inhalt. Layout Germany Trade & Invest Druck Das Druckhaus Bernd Brümmer, Bonn Gefördert vom aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

18 Germany Trade & Invest Villemombler Straße Bonn T. +49 (0) F. +49 (0) Über uns Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. Sie unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Germany Trade & Invest wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Foto: Jan Rysavy - Fotolia.com

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