Energieeffizienz in Gebäuden. Zielmarktanalyse mit Profilen der Marktakteure Singapur

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1 Energieeffizienz in Gebäuden Zielmarktanalyse mit Profilen der Marktakteure Singapur S

2 Impressum Herausgeber Deutsch-Singapurische Industrie- und Handelskammer 25 International Business Park, # German Centre Singapore Tel: (+65) Website: Bildnachweis Dreamstime.com Stand Juli 2015 Kontaktperson Katja Münzer Autoren Jacqueline März, Elena Eckhardt Redaktion Katja Münzer Disclaimer/Haftungsausschluss: Alle Angaben beruhen auf allgemein zugänglich Quellen und Interviews mit Branchenexperten. Trotz gründlicher Quellenauswertung und größtmöglicher Sorgfalt bei der Erstellung übernimmt die verantwortliche AHK keine Haftung für die Inhalte der vorliegenden Zielmarktanalyse bzw. für Schäden, die sich - direkt oder indirekt - durch Entscheidungen ergeben, die auf Grundlage der Inhalte der vorliegenden Zielmarktanalyse getroffen werden. Nachdruck und Fotokopien, auch teilweise, sind unter genauer Angabe der Quelle und mit Hinweis auf erstens die herausgebende AHK und zweitens die Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gestattet.

3 Table of Contents Executive Summary... I Abkürzungsverzeichnis... III Tabellenverzeichnis... VI Abbildungsverzeichnis... VI 1. Einleitung Zielmarkt Singapur Länderprofil Politische Rahmenbedingungen Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Deutschland Investitionsklima und Förderung Kulturelle Besonderheiten Kleidung und Sprache Geschäftsetikette Gesetzliche Feiertage Energiemarkt Energiepolitische und gesetzliche Rahmenbedingungen Energiepreise Energieerzeugung und Verbrauch Entwicklungen auf dem Energiemarkt Energieeffizienz in Singapur Energieeffizienz im Bauwesen Allgemeiner Überblick Klimatische Verhältnisse Struktur und Trends in der Baubranche Marktentwicklung und Bedarf in den einzelnen Bausektoren Baumaterialien Aktuelle Projekte im Bereich Gebäudeeffizienz Rahmenbedingungen für Energieeffizienz Standards, Normen und Zertifizierungen Öffentliches Vergabeverfahren und Ausschreibungen... 40

4 4.2.3 Weiterführende Maßnahmen, Vereinbarungen und Vorhaben Finanzierungsmöglichkeiten Steueranreizssysteme Forschung und Entwicklung Marktstruktur und Marktchancen für deutsche Unternehmen Marktstruktur und Marktattraktivität für Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich Gebäudeeffizienz Marktbarrieren und hemmnisse im Bereich Energieeffizienz Wettbewerbssituation Markt und - absatzpotentiale für deutsche Unternehmen Chancen und Risiken für Markterschließung im Bereich Gebäudeeffizienz Handlungsempfehlungen für deutsche Unternehmen Zielgruppenanalyse Profile Marktakteure Unternehmen die bereits im Zielmarkt als Anbieter der untersuchten Marktsegmente im Bereich Energieeffizienz tätig sind Administrative Instanzen und politische Stellen der unterschiedlichen Verwaltungsebenen Potentielle Investoren Standortagenturen, Beauftragte für Auslandsinvestitionen, Beratungsunternehmen und sonstige Multiplikatoren Wichtige Messen im Zielland Wichtige sonstige Adressen und Websites Hinweise auf Fachzeitschriften Schlussbetrachtung Quellenverzeichnis... 80

5 Executive Summary Die Folgen des weltweiten Klimawandels werden immer deutlicher und gezielte Maßnahmen notwendig. Auch in Singapur hat der Aspekt der Energieeffizienz in den letzten Jahren stetig an Bedeutung zugenommen. Um eine nationale Strategie zum Thema Klimawandel zu entwickeln, wurde das National Climate Change Secretariat ins Leben gerufen. Darüberhinaus erfordert Singapur s Abhängigkeit von ausländischen Energieressourcen eine besondere Sensibilität zum Thema Energieeffizienz. Singapur produziert den größten Teil des Stroms aus importiertem Erdgas. Daher wird es für Singapur immer wichtiger, Energie in allen Bereichen zu sparen und effizient zu nutzen. Der singapurische Strommarkt war vormals verstaatlicht, ist heutzutage jedoch zu circa 75 Prozent liberalisiert. Durch mehr Wettbewerb sollen Innovationen und Effizienz gesteigert werden. Auch der Gasmarkt spielt eine bedeutende Rolle, wird doch der Großteil der singapurischen Energie durch Gas erzeugt. Bezüglich erneuerbarer Energien gibt es aufgrund Singapurs geografischer Lage vor allem im Bereich Solarenergie Initiativen der Regierung. Andere Formen erneuerbarer Energien, wie bspw. Windoder Wasserenergie, haben weniger Potential. Da aber auch im Bereich Solarenergie einige Hürden bestehen, legt die Regierung zusätzlich Wert auf die Steigerung der Energieeffizienz. Auch Gebäude sollen zu gesteigerter Energieeffizienz beitragen. So ist der Plan der singapurischen Regierung, 80 Prozent der Gebäude bis zum Jahr 2030 mit einem Green Mark Certified Standard zu versehen, der einem minimalen Nachhaltigkeitsstandard nach der singapurischen Ranking-Methode entspricht. Im Rahmen der nationalen Strategie zu nachhaltigen Gebäuden, dem Green Building Masterplan, wurde das Ziel formuliert, den Green Mark Standard als führende Ranking-Methode für grüne Gebäude in den Tropen zu etablieren. Ferner sind Rahmenbedingungen für nachhaltiges Bauen im Gesetz verankert, nicht bloß als Strategie. Seit dem Jahr 2008 müssen alle neuen Gebäude gemäß den Building Control (Environmental Sustainability) Regulations einem Green Mark Standard entsprechen. Im Jahr 2012 wurde einen Richtlinie für bestehende Gebäude in den Building Control Act integriert, die ebenfalls einen minimalen Standard bezüglich Energieeffizienz in Gebäuden vorsieht. Im Allgemeinen gibt es von der singapurischen Regierung initiierte Programme, die einen Anreiz zur Steigerung der Energieeffizienz bieten sollen. Einige, wie bspw. EASe oder GREET, sind auch bei Gebäuden anwendbar. Speziell auf die Energieeffizienz in Gebäuden ausgerichtete Initiativen sind von der Building and Construction Authority ausgeschrieben. Dies sind vor allem Programme, die darauf abzielen, den Green Mark Standard von Gebäuden zu verbessern. Forschung und Entwicklung spielen eine entscheidene Rolle, wenn es um Innovationen im Bereich energieeffiziente Gebäude geht. Die zwei großen staatlichen Universitäten des Landes, die National I

6 University of Singapore und die Nanyang Technological University, unterhalten themenspezifische Forschungscluster. Das Solar Energy Research Institute of Singapore unterhält bspw. das Cluster Solar and Energy Efficient Buildings, während es in das Cluster Sustainable Building Technologies gibt. Das erste Zero Energy Building in ganz Südostasien steht auf dem Gelände der singapurischen BCA Akademie und dient Forschungs- und Demonstrationszwecken. Singapurische Unternehmen legen Wert auf nachhaltige Projekte. McGraw-Hill Construction konnte in einer Umfrage feststellen, dass die Projekte von 66 Prozent der singapurischen Unternehmen zu über 60 Prozent der Nachhaltigkeit verschrieben sind. Das sind deutlich mehr als die weltweit durchschnittlichen 28 Prozent an Unternehmen. Dies liegt zum einen an den durch die singapurische Regierung geschaffenen Rahmenbedingungen und zum anderen daran, dass sich viele Unternehmen auf diesen Bereich spezialisiert haben. Betrachtet man den Markt für Energieeffizienz in Gebäuden, fällt auf, dass dieser sehr kompetitiv ist und bereits viele multinationale Unternehmen vor Ort aktiv sind. Vor allem Unternehmen aus Japan und Korea seien aktiv, aber prinzipiell auch viele Unternehmen aus anderen Regionen der Welt. Öffentliche Projekte sind es, die an die 60 Prozent der Baunachfrage bestimmen. Das bedeutet, dass der Hauptsponsor die singapurische Regierung selbst ist. Öffentliche Projekte, wie bspw. die Entwicklung von Krankenhäusern, und Infrastrukturprojekte, wie bspw. die Ausdehnung des MRT-Netzes oder des Flughafens Changi, stehen im Vordergrund. Sollten deutsche Unternehmen planen, mit ihren Geschäften nach Singapur zu expandieren, ist es vor allem wichtig, die rechtlichen und klimatischen Rahmenbedingungen zu verstehen. Produkte müssen gegebenenfalls an das tropische Klima angepasst werden. Zudem sei das öffentliche Bewusstsein gegenüber der Notwendigkeit von Energieeffizienz in Gebäuden noch nicht so ausgereift wie bspw. in Deutschland, weshalb mit kürzeren Amortisationszeiten gerechnet werden muss. Ein Unternehmen sollte sich auch gut in die lokalen Begrifflichkeiten der Branche einarbeiten, da diese teils von den in Deutschland verwendeten abweichen. Sinnvoll wäre es für ein deutsches Unternehmen, ein Netzwerk aufzubauen, bevor es den singapurischen Markt erschießt. Auch ist es wichtig, mit einem lokalen Partner zu kooperieren, da die Singapurer neuen Produkten nicht gleich von Beginn an ihr Vertrauen schenken. Hierfür kann auch ein erfolgreich absolviertes Testprojekt Abhilfe leisten. Experten raten zusätzlich dazu, mit dem Economic Development Board oder der Building and Construction Authority ins Gespräch zu treten, da dies die beiden relevanten Behörden vom Fach sind. Abschließend bleibt zu sagen, dass der singapurische Markt für Gebäudeeffizienz Potential birgt und auch von der Regierung stark gefördert wird, jedoch umkämpft ist und Produkte und Anwendungen gegebenenfalls angepasst werden müssen. II

7 Abkürzungsverzeichnis A*STAR Agency for Science, Technology and Research ADAS One Year Accelerated Depreciation Allowance for Energy Efficienct Equipment and Technology AFTA ASEAN Free Trade Area APEC Asia-Pacific Economic Corporation ASEAN Association of Southeast Asian Nations ASEM Asia-Europe Meeting BCA Building and Construction Authority BIM Building Information Modeling BIP Bruttoinlandsprodukt BMIS Building Management and Information Systems BREEF Building Retrofit Energy Efficiency Financing Scheme CCR Core Central Region CDM Clean Development Mechanism CSBC Centre for Sustainable Building and Construction E2PO Energy Efficiency Programme Office EASe Energy Efficiency Improvement Assistence Scheme ECs Executive Condominium EDB Economic Development Board EEI Energy Efficiency Index EENP Energy Efficiency National Partnership EERS Elevator Energy Regeneration System EFTA European Free Trade Association EIPO Energy Innovation Programme Office EMA Energy Market Authority EMC Energy Market Company EMIS Energy Management Information Systems EPGC Experimental Power Grid Energy Research NTU ESCAP Economic and Social Commission for Asia and the Pacific ESCO Energy Services Company ESFTA EFTA Singapore Free Trade Agreement FDI Foreign Direct Investment III

8 GBIC GCC GM- GFA GMIS- DP GMIS- EB GMIS- EBP GMIS- NB Greet GTAI HDB HSFO IDA igrant JTC KMU LED LNG LTA MEWR MND MSSL MTI NCCS NEA NEMS NParks NRF NTU NTUC NUS Green Buildings Innovation Cluster Gulf Cooperation Council Green Mark Gross Floor Area Incentive Scheme Green Mark Incentive Scheme - Design Prototype Green Mark Incentive Scheme for Existing Buildings Green Mark Incentive Scheme for Existing Buildings and Premises Green Mark Incentive Scheme for New Buildings Grant for Energy Efficiency Technologies Germany Trade and Invest Housing Development Board High Sulfur Fuel Oil Infocomm Development Authority Innovation Grant JTC Corporation kleine und mittelständische Unternehmen Light-Emitting Diode Liquified Natural Gas Land Transport Authority Ministry of the Environment and Water Resources Ministry of National Development Market Support Service Licensee Ministry of Trade and Industry National Climate Change Secretariat National Environment Agency National Electricity Market of Singapore National Parks Board National Research Foundation Nanyang Technological University National Trade Union Congress National University of Singapore IV

9 OCR PAP PMO PSTLES PwC RCR ROI SCEM SDA SDP SEAS SERIS SGBC SLA SPH URA USEP WEF WP WTO ZEB Outside Central Region People's Action Party Prime Minister's Office Public Sector Taking The Lead Pricewaterhouse Coopers Rest of Central Region Return on Investment Singapore Certified Energy Manager Singapore Democratic Alliance Singapore Democratic Party Sustainable Energy Association of Singapore Solar Energy Research Institute of Singapore Singapore Green Building Council Singapore Land Authority Singapore Press Holdings Urban Redevelopment Authority Uniform Singapore Energy Price World Economic Forum Worker's Party of Singapore World Trade Organisation Zero-Energy-Building V

10 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Basisdaten im Überblick Tabelle 2: Politische Daten im Überblick Tabelle 3: Wirtschaftsdaten im Überblick Tabelle 4: Handelsvolumen zwischen Singapur und Deutschland Tabelle 5: Deutsche Handelsexporte- und Importe Tabelle 6: Gesamthandel, Importe und Exporte (in Mio. SGD) zu aktuellen Preisen Tabelle 7: FDI / Direktinvestitionen in Mio. SGD Tabelle 8: Gesetzliche Feiertage in Singapur Tabelle 9: Entwicklung der Strom-und Stadtgaspreise sowie des HSFO Preises Tabelle 10: Fuel Mix zur Stromerzeugung (in Prozent) Tabelle 11: Marktanteile der Stromerzeuger Tabelle 12: Marktanteile der Stromverkäufer Tabelle 13: Übersicht existierender Green Mark Standards Tabelle 14: Fördermittelinitiativen im Rahmen von SMEEE Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Wirtschaftsstruktur Singapurs Abbildung 2: Gasindustrie in Singapur Abbildung 3: Jährliche Gesamtanzahl an erzeugten Stromeinheiten Abbildung 4: Nachfrage nach Strom Abbildung 5: Verbrauch nach Sektoren in Singapur 2012 Abbildung 6: Singapurs Energieintensität Abbildung 7: Energieintensität im Ländervergleich Abbildung 8: Momentaufnahmen des gesamten Energieeffizienzmarktes in Asien-Pazifik, 2010 und 2015 VI

11 1. Einleitung Seit seiner Gründung in 1965 hat sich der Stadtstaat Singapur zu einer der erfolgreichsten Volkswirtschaften Südostasiens entwickelt und gilt als das Wirtschaftszentrum der Region. Neben einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik zeichnet sich Singapur auch durch seine vorteilhafte geografische Lage aus. Gelegen an der Seestraße von Malakka, beherbergt Singapur einen der geschäftigsten Containerhäfen weltweit. Auch der Flughafen Changi stellt einen verkehrstechnischen Dreh- und Angelpunkt dar. Als Mitglied der regionalen Gemeinschaft ASEAN genießt Singapur die Vorzüge des Binnenmarktes, der circa 620 Millionen Einwohner in Mitgliedstaaten wie bspw. Indonesien und Malaysia umfasst. Singapur bietet also eine hervorragende Plattform für Geschäftsaktivitäten, die zugleich als Hub dienen kann, um die umliegenden südostasiatischen Märkte zu bedienen. Die Asian Development Bank (ADB) schätzt, dass der Energiebedarf der Region Asien-Pazifik bis 2030 jährlich um circa 2,4 Prozent steigen wird. Im Vergleich dazu steigt die Nachfrage im Rest der Welt jährlich um 1,5 Prozent. 1 Aufgrund des hohen Entwicklungsstands weist Singapur einen großen Energiebedarf auf und muss deshalb bei der Energieplanung mehrere Faktoren berücksichtigen. Zum einen soll die zukünftige Energielieferung gesichert und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert werden. Zum anderen sollen mehr Jobs in diesem Sektor geschaffen und neue Technologien gefördert werden. Darüber hinaus kann durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen eine höhere Luft- und Lebensqualität geschaffen werden. 2 Da Singapur ein Land ohne eigene Rohstoffreserven ist, muss dessen wichtigster Energieträger Gas über Pipelines aus Malaysia und Indonesien eingeführt werden. Um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und dennoch den wachsenden Energiebedarf weiterhin abdecken zu können, setzt die Regierung vermehrt auf Energieeffizienz. Zudem können hierdurch sowohl die genannten wirtschaftlichen als auch umweltbezogenen Ziele erreicht werden. Weltweit verbrauchen Gebäude circa 40 Prozent Energie und sind damit verantwortlich für ein Drittel der Treibhausgasemissionen. 3 In Singapur wird ein ähnlicher hoher Wert gemessen; hier verbraucht der Bausektor bis zu 38 Prozent der Energie. 4 Betrachtet man also Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, ist die Energieeffizienz in Gebäuden ein ausschlaggebender Punkt. Die vorliegende Zielmarktanalyse der AHK Singapur zeigt zuerst in einem Überblick die länderspezifischen Eigenschaften, wie Politik, Wirtschaft und Kultur, auf. Im Anschluss erfolgt eine Darstellung des singapurischen Energiemarktes. Das Profil des Energiemarktes ergibt sich aus den energiepolitischen Rahmenbedingungen, gefolgt von Informationen zur Preisentstehung sowie Energieerzeugung und Energieverbrauch. Anschließend wird die singapurische Baubranche vorgestellt, ergänzt durch die 1 Doi, N. et al. (2010). Energy Outlook for Asia and the Pacific. 2 Thomson, E. (2013). Sustainable Singapore: Innovations in Energy & Environment. 3 UNEP. About UNEP-SBCI, Why Buildings. 4 BCA. (2014). BCA Building Energy Benchmarking Report

12 Entwicklungen im Bereich Energieeffizienz in Gebäuden. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie durch die Regierung angebotene Initiativen und Entwicklungen im Bereich der Forschung. Vervollständigt wird die Zielmarktanalyse durch die nähere Betrachtung des Marktes selbst und daraus folgende Implikationen für Produkte und Unternehmen. Um ein tiefgreifendes Marktverständnis zu entwickeln, hat die AHK Singapur eine ausführliche Recherche durchgeführt sowie Experteninterviews mit Marktteilnehmern geführt. 2

13 2. Zielmarkt Singapur 2.1 Länderprofil Singapur ist eines der stärksten Wirtschaftszentren Südostasiens. Dank langfristiger Vorausschau ist die Stadt hochentwickelt, bietet aber mit zahlreichen Parks und Naturreservaten auch eine hohe Lebensqualität. Die multikulturelle Vielfalt aus Chinesen, Malaien und Indern, sowie das Erbe der britischen Kolonialherrschaft, prägen Singapurs einzigartige Kultur bis heute. Das Hoheitsgebiet besteht aus der Insel Singapur und circa 50 kleineren, angrenzenden Inseln. Die Landessprachen sind Englisch, Mandarin, Malaiisch und Tamil. Von den rund 5,47 Millionen Einwohnern Singapurs sind circa 2,13 Millionen Ausländer, davon circa 0,53 Millionen sogenannte Permanent Residents. Die von nahezu allen gesprochene und verstandene Geschäftssprache ist Englisch. Die Temperaturen in Singapur bewegen sich während des ganzen Jahres relativ konstant zwischen 23 und 33 ºC. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei durchschnittlich 84 Prozent. Tabelle 1: Basisdaten im Überblick Fläche (2014) 718,3 Quadratkilometer Einwohner (2014) 5,469 Millionen (einschließlich Ausländer mit Daueraufenthaltsgenehmigung, ausländische Arbeitnehmer) Bevölkerungsdichte (2014) Einwohner/Quadratkilometer Bevölkerungszuwachs (2014) 1,3 Prozent Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsunionen APEC, AFTA, ASEAN, ESCAP, Colombo-Plan, Indian Ocean Rim Association für Regional Cooperation, Welthandelsorganisation (WTO), Commonwealth, Teilnehmer an Europäisch-Asiatische Gipfeltreffen (ASEM) ASEAN als wichtigster Binnenmarkt in Südostasien (circa 600 Millionen Einwohner in den Mitgliedstaaten Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam, Brunei, Kambodscha, Laos, Myanmar; Gründung: 1967) Freihandelsabkommen In Kraft: ASEAN-Staaten, Australien, China, Jordanien, Japan, Südkorea, Neuseeland, Panama, Peru, ESFTA (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island), USA, Chile, Indien, EFTA Unterzeichnet: EU (12/2012), Arab States of the Gulf (GCC), Costa Rica Weitere in Verhandlung: Taiwan, Canada, Mexiko, Pakistan, Ukraine, ASEAN-India Services & Investment, ASEAN-Japan Services & Investment Währung Euro 1 = S$ 1,4919 (6. Juli 2015) Ethnische Gruppen 74,3 Prozent Chinesen, 13,4 Prozent Malaien, 9,1 Prozent 3

14 Inder, 3,3 Prozent Sonstige Religionen Buddhismus, Taoismus, Islam, Christentum, Hinduismus Sprachen Amtsprachen: Englisch, Mandarin, Tamil, Malaiisch, Verkehrs-, Handels- und Verwaltungssprache ist Englisch, zudem Mandarin und andere chinesische Dialekte Arbeitskräfte (2014) 3,623 Millionen (67,0 Prozent ) Quellen: Department of Statistics Singapore, Population and Population Structure; Department of Statistics Singapore, Singapore in Figures; Ministry of Manpower, Statistics 2.2 Politische Rahmenbedingungen Die Republik Singapur ist eine parlamentarische Demokratie nach dem Westminster-Modell (Einkammersystem). Staatsoberhaupt ist der Präsident. Dieser wird für eine Amtsperiode von sechs Jahren gewählt. Der aktuelle Präsident ist Dr. Tony Tan Keng Yam, der seit 2011 im Amt ist. Das Parlament wird alle fünf Jahre gewählt und unterliegt der Führung des Premierministers, derzeit Lee Hsien Loong (seit 2004). Aktuell gibt es 23 registrierte politische Parteien. Das zurzeit regierende Parlament zählt 87 Parlamentarier, bestehend aus 81 Vertretern der People s Action Party (PAP) und sechs Vertretern der Worker s Party of Singapore (WP). Die Judikative bildet zusammen mit der Legislative und der Exekutive die drei Säulen der Regierung. Als Staatsorgan fungiert die Judikative als unabhängige Rechtsprechung. Die Funktion und Unabhängigkeit der Judikative ist in der Verfassung der Republik Singapur verankert. Die Wahlen in 2011 bestätigten die ungebrochene Dominanz der PAP, welche seit 1959 an der Macht ist und politische Stabilität im Land repräsentiert. Die Regierung betreibt eine aktive Einwanderungspolitik, die auf hochqualifizierte Arbeitskräfte ausgerichtet ist. Weitere Prinzipien der Regierungsarbeit sind bspw. der Erhalt und Ausbau der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, die Schaffung eines hohen Lebensstandards für die Bevölkerung sowie Harmonie zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen. Eine straff geführte Regierung und ein hochqualifizierter, sehr gut bezahlter und daher nicht korruptionsanfälliger Verwaltungsapparat stehen im Fokus der Arbeit, genauso wie die Bekämpfung der Kriminalität in jeder Form, insbesondere Terrorismus, Korruption und Drogenmissbrauch. Menschenrechte werden grundsätzlich durch den Grundrechtekatalog der Verfassung geschützt. Politische Rechte, insbesondere Versammlungs-, Rede- und Medienfreiheit, sind allerdings stark eingeschränkt. 4

15 Tabelle 2: Politische Daten im Überblick Staatsform Parlamentarische Demokratie, Einkammersystem, derzeit 87 Parlamentssitze Staatsoberhaupt Dr. Tony Tan Keng Yam, Staatspräsident der Republik Singapur, seit Premierminister Lee Hsien Loong, PAP, seit Außenminister Kasiviswanathan Shanmugam, seit Parlamentspräsident Halimah Yacob, PAP, seit Regierungspartei People's Action Party (PAP) Opposition Eine Reihe kleiner, gemäßigter Parteien, Worker s Party (WP), Singapore Democratic Alliance (SDA; Zusammenschluss von vier kleinen Parteien) und Singapore Democratic Party (SDP). Zurzeit gehören nur 7 von 87 gewählten Mitgliedern des Parlaments Oppositionsparteien an. Gewerkschaften Gewerkschaften sind politisch und personell eng mit der Regierung verflochten. Der Generalsekretär des National Trade Union Congress (NTUC), Lim Swee Say, ist Mitglied der Regierung. Internationale Organisationen Vereinte Nationen und Sonderorganisationen, Commonwealth, Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN), Welthandelsorganisation (WTO), Asiatisch- Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC), Teilnehmer an Europäisch-Asiatischen Gipfeltreffen (ASEM) Wichtigste Medien Medienkonzerne: Singapore Press Holdings (SPH), MediaCorps neun Tageszeitungen, darunter: Quelle: Auswärtiges Amt, Außen- und Europapolitik, Länderinformationen The Straits Times (Englisch, Auflage ca ), Today (Englisch, Auflage ca ), My Paper (Chinesisch/Englisch, Auflage ca ), Lianhe Zaobao (Chinesisch, Auflage ca ) Sieben Fernsehsender in 4 Sprachen, einen Digital TV Sender sowie zahlreiche internationale Kabelkanäle (einschließlich Deutsche Welle) 13 lokale Radiosender (einschließlich Expat Radio XFM96.3) sowie das World Service Programm von BBC 5

16 2.3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Singapur liegt im Herzen Südostasiens und wird zu Recht als dessen Wirtschaftszentrum bezeichnet. Auch aufgrund seiner günstigen strategischen Lage hat sich der Stadtstaat zu einem Dreh- und Angelpunkt für die Region entwickelt. Die leistungsfähige Infrastruktur mit einem der drei geschäftigsten Containerhäfen der Welt und dem Changi International Airport mit ca. 302 Städteverbindungen sucht ihresgleichen. In maximal drei Flugstunden sind sämtliche ASEAN-Mitgliedsländer zu erreichen. Mit einer aktiven Freihandelspolitik konnte die Regierung diese Position weiter festigen. Singapur verfügt über eine stark diversifizierte Wirtschaftsstruktur. So sollen neben dem hohen Anteil des Dienstleistungssektors auch dauerhaft etwa Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) durch produzierende Industrien erwirtschaftet werden. Innerhalb der Wertschöpfungskette konzentriert sich Singapur auf Forschung und Entwicklung sowie auf Fertigungstechnik. Die Kernindustrien sind Biomedizin, chemische Industrie, Bildung, elektronische Industrie, Maschinenbau, verarbeitendes Gewerbe, Finanzen, Gesundheit, Telekommunikation, Medien und Logistik. Die wichtigsten Wirtschaftszweige des verarbeitenden Gewerbes sind die elektronische Industrie, die pharmazeutische und chemische Industrie, Maschinen und Ausrüstungen (besonders für Ölbohrungen) sowie die petrochemische- und die Schifffahrtsindustrie. Entscheidende, von der Regierung Singapurs geförderte Wachstumsindustrien sind u.a. die biomedizinische Wissenschaft, Umwelt- und Wassertechnologien sowie interaktive und digitale Medien. In den Dienstleistungsindustrien wie bspw. Transport, Logistik und Finanzen wird Singapur als führendes regionales Zentrum betrachtet. Die Regierung beabsichtigt, dieser herausragenden Position in Zukunft weitere Industrien wie Bildung, digitale Medien und Gesundheit hinzuzufügen. Das Land zielt auf eine weltweit führende Stellung in ausgewählten Technologien wie bspw. Halbleiter- und Informationstechnologie, Biotechnologie und Genetik ab. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Regierung bis zum Jahr ,5 Prozent des BIP, d. h. circa S$ 56,7 Milliarden, in den Forschungs- und Entwicklungssektor investieren. Dabei sollen 2,5 Prozent aus dem privaten und 1 Prozent aus dem öffentlichen Sektor finanziert werden. Des Weiteren fördert das Ministry of Trade and Industry (MTI) ausländische Investitionen und den Tourismus. 6

17 Abbildung 1: Wirtschaftsstruktur Singapurs Quelle: Economic Survey of Singapore 2014, Structure of the Economy Deutsche Unternehmen vor Ort schätzen an Singapur die wirtschaftsorientierte Politik, politische Stabilität und Rechtssicherheit. Der Stadtstaat gilt als eines der unternehmerfreundlichsten Länder der Welt und bietet umfassende organisatorische sowie finanzielle Unterstützung für ausländische Unternehmen. Darüber hinaus eignet sich Singapur in besonderem Maße als Hub, von dem aus deutsche Unternehmen asiatische Entwicklungs- und Schwellenländer erschließen können. Entscheidungsträger, aus internationalen und auch deutschen Unternehmen mit regionaler Vernetzung, nutzen Singapur bereits als Basis für Vertriebs- und andere Geschäftsaktivitäten in der Region Südostasien und ASEAN. Insbesondere mit Malaysia, Indonesien, Vietnam und Thailand, aber auch zu weiter entfernten Ländern wie China und Japan, werden enge Kontakte unterhalten. Zurzeit gibt es über deutsche, in Singapur registrierte Unternehmen. Dem Global Competitiveness Report des World Economic Forums (WEF) 5 zufolge ist Singapur die zweitwettbewerbsfähigste Wirtschaft der Welt und die wettbewerbsfähigste Wirtschaft in Asien. Die Rangliste basiert auf zwölf Kategorien: Institutionen, Infrastruktur, gesamtwirtschaftliches Umfeld, Gesundheit und Grundschulbildung, höhere Bildung und Weiterbildung, Effizienz des Gütermarktes, Effizienz des Arbeitsmarktes, Entwicklung des Finanzmarktes, technologische Bereitschaft, Marktgröße, Entwicklungsstand des Geschäftslebens und Innovation. Aufgrund der starken Exportorientierung ist die Entwicklung der Industrie sehr von den Entwicklungen der Weltwirtschaft abhängig, insbesondere der USA, Chinas und Europas. Die schnell wachsende Wirtschaft Chinas stellt eine spezielle Herausforderung für Singapur dar. Um Schritt zu halten und die zukünftige 5 Schwab, K. (2014).World Economic Forum. The global competitiveness report

18 Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern, konzentriert sich Singapur stark auf Forschung und Entwicklung. Tabelle 3: Wirtschaftsdaten im Überblick BIP zu Marktpreisen (2014) BIP Wachstumsrate (2014) BIP pro Kopf (2014) BIP Produzierende Industrie (2014) BIP Dienstleistungsindustrie (2014) BIP Entstehung (2014) S$ 390 Milliarden 3,1 Prozent S$ S$ ,9 Millionen S$ ,3 Millionen Manufacturing (18,4 Prozent), Wholesale & Retail Trade (17,5 Prozent), Business Services (15,8 Prozent), Finance & Insurance (12,5 Prozent), Transportation & Storage (6,9 Prozent), Construction (5,1 Prozent), Information and Communications (4,0 Prozent), Accommodation & Food Services (2,2 Prozent) BIP Verwendung (2014) Privater Verbrauch (36,8 Prozent); Außenbeitrag (24,4 Prozent); Bruttoanlageinvestitionen (25,4 Prozent); Staatsverbrauch (10,0 Prozent); Bestandsveränderungen (2,3 Prozent) Arbeitslosenrate (2014) 2,0 Prozent Arbeitskräfte (2014) 3,623 Millionen Inflationsrate (2014) 1,0 Prozent Gesamthandel (2014) S$ ,9 Millionen Importe (2014) S$ ,1 Millionen Güter: Rohöl- und Petroleumprodukte, elektronische Komponenten und Geräte, Telekommunikationsequipment, Chemikalien, Lebensmittel/Getränke, Eisen /Stahl, Kraftfahrzeuge Bedeutende Lieferanten: Europa (15,7 Prozent), Malaysia (10,7 Prozent), USA (10,3 Prozent), China (12,1 Prozent), Japan (5,5 Prozent), Südkorea (5,9 Prozent), Saudi Arabien (4,0 Prozent), Deutschland (2,9 Prozent) S$ ,7 Millionen Exporte (2014) Güter: Petroleumprodukte, Lebensmittel/Getränke, Chemikalien, Pharmazeutika, Industriemaschinen- und Ausrüstungen, elektronische Bauteile und Geräte, medizinische Apparate, Telekommunikationsausrüstungen, Transportausrüstungen Bedeutende Märkte: Europa (8,6 Prozent), Malaysia (12,0 Prozent), China (12,6 Prozent), Hongkong (11,0 Prozent), Indonesien (9,4 Prozent), USA (5,6 Prozent), Japan (4,1 Prozent), Taiwan (3,9 Prozent), Deutschland (1,3 Prozent) 8

19 Leistungsbilanz (2014) Offizielle Devisenreserven (2014) BIP zu Marktpreisen (2014) S$ 74,5 Milliarden S$ Millionen S$ 390 Milliarden Quellen: Ministry of Trade and Industry, Economic Survey of Singapore, 2014; Department of Statistics Singapore, Monthly Digest of Statistics Singapore, Wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Deutschland Die Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland sind sehr gut. Sie basieren auf enger Zusammenarbeit auf der bilateralen Ebene. Deutschland ist einer der wichtigsten europäischen Handelspartner der ASEAN- Staaten und Singapur einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands im Raum Südostasien. Die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder sowie die Zusammenarbeit im Forschungsbereich werden intensiv gefördert. So finden u.a. acht vom Bund geförderte Messen und das German-Singaporean Business Forum regelmäßig statt. Zudem nutzen viele deutsche Unternehmen Singapur als Sprungbrett für den südostasiatischen Markt, sodass die Anzahl der deutschen Unternehmen und Niederlassungen in Singapur von 500 (2004) auf (2014) gestiegen ist. Dies zeigt die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten über die letzten zehn Jahre. Vereinfacht werden die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen durch Wirtschaftsabkommen wie dem Doppelbesteuerungsabkommen 6 vom (in Kraft seit dem ), dem Investitionsschutzabkommen 7 vm (in Kraft seit dem ) und Singapurs Mitgliedschaft in der World Trade Organisation (WTO) (seit ). 8 Ein Freihandelsabkommen zwischen Singapur und der EU wurde am beschlossen und wird derzeit durch die EU ratifiziert. 6 Gesetz zu dem Abkommen vom 28. Juni 2004 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Singapur zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen. 7 Gesetz über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen 8 WTO. (2015). Singapore and the WTO. 9

20 Tabelle 4: Handelsvolumen zwischen Singapur und Deutschland Gesamthandelsvolumen in S$ Millionen Deutsche Importe aus Singapur in S$ Millionen Veränderung zum Vorjahr in Prozent Deutsche Exporte nach Singapur in S$ Millionen Veränderung zum Vorjahr in Prozent Quelle: Department of Statistics Singapore, Trade p , , , , , , , ,2 0,6-11,6-1,8-6, , , , ,4 7,9 0,9 3,0-0,9 Tabelle 5: Deutsche Handelsexporte- und Importe Deutsche Hauptexporte nach Singapur 1. Sonstige 2. Maschinen 3. Chemische Erzeugnisse 4. Kfz- und Teile 5. Elektrotechnik Quelle: GTAI, Wirtschaftsdaten Kompakt Deutsche Hauptimporte aus Singapur 1. Chemie 2. Elektronik 3. Maschinen 4. Mess- und Regeltechnik 5. Elektrotechnik Tabelle 6: Gesamthandel, Importe und Exporte (in S$ Millionen) zu aktuellen Preisen p Gesamthandel , , , , ,9 Importe , , , , ,1 Exporte , , , , ,7 Importe Asien , , , , ,0 China , , , , ,7 Malaysia , , , , ,9 Korea , , , , ,3 Amerika , , , , ,6 USA , , , , ,6 Europa , , , , ,4 EU , , , , ,9 Deutschland , , , , ,4 Ozeanien 5.597, , , , ,5 Australien 4.710, , , , ,9 Exporte Asien , , , , ,2 China , , , , ,0 Hongkong , , , , ,7 Malaysia , , , , ,3 10

21 Indonesien , , , , ,4 Amerika , , , , ,5 USA , , , , ,4 Europa , , , , ,4 EU , , , , ,2 Deutschland 8.369, , , , ,2 Ozeanien , , , , ,5 Australien , , , , ,5 p = preliminary (vorläufig) Quelle: Department of Statistics Singapore, Trade 2.5 Investitionsklima und Förderung In Singapur herrscht ein offenes Investitionsklima. Mehr als multinationale Konzerne und weitere internationale Unternehmen investieren derzeit in Singapur. Länder mit erheblichen Investitionssummen in Singapur sind die USA, die Niederlande, Japan und Großbritannien. Durch die zunehmende Akzeptanz ausländischer Investitionen fördert die singapurische Regierung freies Unternehmertum ohne Einschränkung hinsichtlich ausländischer Beteiligungen an Unternehmen. Foreign Direct Investment (FDI) und internationale Unternehmen sowie ihre Arbeitnehmer werden stark gefördert und multilaterale Wirtschaftsbeziehungen sind für den Stadtstaat äußerst wichtig. Fast alle Wirtschaftssektoren Singapurs sind zu 100 Prozent offen für ausländische Eigentümer und es bestehen fast keine Restriktionen bzgl. der Art der wirtschaftlichen Aktivitäten. Ausländische Firmen werden unter bestimmten Bedingungen sogar von der singapurischen Regierung finanziell gefördert. Darüber hinaus gibt es keine Registrierungs- oder Meldepflicht für die Anleger bzgl. ihres Investitionskapitals, Darlehen oder Technologievereinbarungen. Tabelle 7: FDI / Direktinvestitionen in Mio. SGD Singapurische Investitionen im Ausland Investitionen in Deutschland Ausländische Investitionen in Singapur Investitionen aus Deutschland , , , , ,1 998, , , , , , , , , , , ,0 14,215, , ,6 Quelle: Department of Statistics Singapore, Investment 11

22 Folgende Wettbewerbsfaktoren grenzen Singapur positiv von anderen Standorten ab und machen es zu einem der attraktivsten Standorte weltweit für ausländische Investitionen: Rankings 1. Platz: Ease of Doing Business 9 1. Platz: Enabling Trade Index Platz: Global Competitiveness Report 3. Platz: World Competitiveness Ranking Platz: Corruption Perceptions Index 12 Weitere Standortvorteile Politische Stabilität, Rechtssicherheit- und Transparenz Starke Vernetzung zwischen Staat und Wirtschaft, wirtschaftsfreundliche Regierung Hoch qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte Einfache Unternehmensgründung (dauert in der Regel nur etwa drei Tage) Diverse Freihandels- und Doppelbesteuerungsabkommen Bonitätsindex 92,8 13 Steuerliche Vorteile Territoriales System der Einkommensbesteuerung mit niedriger Körperschaftsteuerrate (17 Prozent) Verfügbarkeit vieler Arten von steuerlichen Anreizen, die eine Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes bieten Keine Besteuerung von Veräußerungsgewinnen Reduzierte Sätze der Quellensteuer unter Singapurs 59. Doppelbesteuerungsabkommen Deutsche Großinvestitionen (2007) Siemens, Global Water Technology Centre (2008) Siemens, Global Centre of Competence for City Management (2008) Daimler, weltweit erster Test von Smart City Fahrzeugen (2009) Siemens, City of the Future Solutions Centre (2010) Infineon, Application Innovation Centre (2010) Bosch, Regionales Headquarter für Forschung und Advanced Engineering (2010) Bayer, MaterialScience Functional Films Research Centre (2011) Infineon, Erweiterung Forschung & Entwicklung (F&E), Supply Chain Competence Centre 9 World Bank. (2014). Economy Rankings. 10 Drzeniek Hanouz, M., Geiger, T., & Doherty, S. World Economic Forum. (2014). The Global Enabling Trade Report IMD. (2014). The 2015 IMD World Competitiveness Scoreboard. 12 Transparency International. (2014). Corruption Perceptions Index 2014: Results. 13 ixpos. (2015). ixpos-länderprofil: Singapur. 12

23 (2011) Vela Diagnostics, Globales F&E Zentrum (2011) Merck, Investitionen in Manufacturing, Marketing and Research (2012) BIOTRONIK, regionales Headquarter (2014) Mead Johnson, Erweiterung der Produktionskapazitäten für Babynahrung & Aufbau von Forschungsaktivitäten für kindgerechte Nahrung 2.6 Kulturelle Besonderheiten Singapur wird oftmals als Asia Light oder Asien für Einsteiger bezeichnet, da es als ehemalige britische Kolonie auch heute noch sehr westlich geprägt ist. Gleichzeitig sind die Stadt und ihre Kultur aufgrund der ethnischen Vielfalt ihrer Bewohner sehr facettenreich. Die Menschen sind das Zusammenleben mit unterschiedlichen, teilweise verschmelzenden Kulturen gewohnt und im Allgemeinen sehr offen und tolerant. Geschäftsreisende sollten sich jedoch den einheimischen Traditionen und verschiedenen kulturellen Hintergründen bewusst sein, wenn sie Singapur besuchen Kleidung und Sprache Kleidung Die Kleiderordnung im Geschäftsleben ist formell, jedoch auf Grund des tropischen Klimas informeller als in Europa. Im Allgemeinen tragen Männer kein Jackett, sondern lediglich Hemd, Krawatte und Anzughose. Kurzärmelige Hemden bei Geschäftstreffen gelten als Fauxpas. Frauen tragen meist Blusen und Röcke (mindestens knielang). Schminke und Kleidung sollten dezent gehalten sein. Zu besonderen Anlässen tragen Frauen Kleider und Männer Anzüge. Im Allgemeinen wird auf Einladungen unter 'Dress Code' erwähnt, welche Art von Kleidung erwartet wird. Im Alltag wird informelle, komfortable und dem Wetter angemessene Kleidung bevorzugt. In manchen Hotels und gehobenen Restaurants wird jedoch eher elegantere Kleidung erwartet. Formelle Kleidung trägt man nur zu besonderen Anlässen. Sprache & Körpersprache Die Geschäfts- und Verwaltungssprache in Singapur ist Englisch. Weitere Landessprachen sind Malaiisch, Chinesisch (Mandarin) und Tamil. Malaiisch ist aus historischen Gründen die Sprache, in der auch die Nationalhymne verfasst ist. Die meisten Schilder und Publikationen sind in Englisch und werden nur zum Teil in die anderen Landessprachen übersetzt. In der Schule lernen Singapurer verpflichtend Englisch sowie entsprechend ihres kulturellen Hintergrundes eine der drei anderen Landessprachen. Nonverbale Kommunikation spielt, wie auch in vielen anderen asiatischen Ländern, eine wichtige Rolle. Man verhält sich subtiler und zurückhaltender als in Europa und hebt zum Beispiel die Hand, um die Aufmerksamkeit einer Person auf sich zu lenken. Um jemanden zu bitten, sich zu nähern, hält man die Hand 13

24 mit der Handfläche nach unten und winkt mit den Fingern. Das Zeigen mit einem Finger sollte vermieden werden, der Daumen kann jedoch benutzt werden Geschäftsetikette Es braucht Zeit, um Geschäftsbeziehungen mit Singapurern aufzubauen. Persönliche Kontakte spielen eine außerordentlich wichtige Rolle. Es ist empfehlenswert, sein Gegenüber kennenzulernen, bevor man in Geschäftsverhandlungen eintritt. Nichtsdestotrotz gelten Singapurer als sehr geschäftsorientiert und zielstrebig, da sie schnell zum Punkt kommen und Entscheidungen schnell umsetzen. Dasselbe erwarten sie auch von ihren Geschäftspartnern. Wenn Singapurer etwas ablehnen, tendieren sie zu eher vagen Formulierungen wie "Ich werde es versuchen" oder "Ich werde sehen, was ich machen kann", statt mit einem klaren Nein zu antworten. Dies ermöglicht es beiden Geschäftspartnern, das Gesicht zu wahren und die Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten. Eine für Deutsche positiv klingende Antwort kann also in Wirklichkeit eine freundlich formulierte Absage sein. Entscheidungen können oft nur auf bestimmten Hierarchiebenen getroffen werden. Eine Pause zu machen, bevor man antwortet, zeigt, dass man die Frage ernst nimmt und sich die Antwort genau überlegt. Schweigen ist ein wichtiger Teil der Kommunikation in Singapur. Gute Unterhaltungsthemen sind vor allem Essen, Einkaufen, Familie und Urlaub. Während Gespräche über Politik und die Religion eher vermieden werden, kann man über Geschäfte und Geld sehr offen diskutieren. Man sollte in der Öffentlichkeit jedoch niemals jemanden kritisieren oder gegen ihn Stellung beziehen besonders dann nicht, wenn es sich um ältere oder ranghöhere Personen handelt. Korrekturen können als vorsichtig formulierte Frage geäußert werden ("Ich dachte, es sei eigentlich so, aber vielleicht irre ich mich auch"). Im Falle von Vorträgen bietet es sich an, am Ende um Fragen zu bitten, da Fragen gegebenenfalls eher in kleinerer Runde oder im Dialog gestellt werden als vor einer großen Zuhörerschaft. Begrüßungen Normalerweise begrüßt man sich, indem man sich die Hand reicht. Bei Kontakten zwischen Frauen und Männern sollte die Frau ihre Hand zuerst anbieten. Manche sehr traditionell geprägte (muslimische) Inder und Malaien vermeiden hingegen jedweden körperlichen Kontakt mit fremden Personen des anderen Geschlechts und grüßen daher mit einem leichten Kopfnicken. Wenn man jemanden vorstellt, werden die älteren Personen zuerst vorgestellt. Mitglieder der lokalen ethnischen Gruppen sprechen sich in unterschiedlicher Art und Weise formell an. Ist man sich nicht sicher, wie man sein Gegenüber adressieren sollte, kann man nachfragen, wie er oder sie angesprochen werden möchte. Im Allgemeinen wird im Geschäftsalltag der Vorname verwendet, man sollte aber auf jeden Fall dem Vorbild des Gegenübers folgen. 14

25 Visitenkarten Nach der gegenseitigen Vorstellung werden gerne Visitenkarten ausgetauscht. Die Art und Weise, wie man eine Visitenkarte behandelt, spiegelt den Stellenwert wieder, den man der Geschäftsbeziehung beimisst. Man sollte sie mit beiden Händen gleichzeitig sowohl überreichen als auch in Empfang nehmen und sie dann aufmerksam lesen. Die Visitenkarte wird für den Empfänger lesbar übergeben. Dies gilt insbesondere im Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern. Danach verstaut man die Visitenkarte nicht sofort in der Brief- oder Jackentasche, sondern legt sie vor sich auf den Tisch und schaut sie sich von Zeit zu Zeit wieder an. Wenn es sich nicht um ein Geschäftstreffen handelt, sollte man sie am besten in die Hemd- oder Westentasche stecken - in die Nähe des Herzens - aber niemals in die hintere Hosentasche. Wenn man im Wesentlichen mit chinesischen Geschäftspartnern zu tun hat, sollte man erwägen seine Visitenkarten zweisprachig drucken zu lassen. Termine Geschäftstermine sollten zwei Wochen im Voraus geplant werden, jedoch ist es in Singapur ebenfalls allgemein akzeptiert, ein Treffen kurzfristig zu arrangieren, bspw. wenn man sich im Rahmen einer Veranstaltung kennen lernt Der formellste Weg, ein Treffen zu vereinbaren, ist die schriftliche Form. Es empfiehlt sich dann, den Termin telefonisch nochmals zu bestätigen. Während des Chinesischen Neujahrs ist es sehr schwierig, ein Treffen zu vereinbaren. Dies ist die einzige Zeit in Singapur, in der die Geschäftstätigkeit etwas an Tempo verliert. Pünktlichkeit gilt als Zeichen des Respekts für den Gastgeber. Falls man voraussehen kann, dass man sich verspäten wird, wird ein kurzer Anruf geschätzt. Der Geschäftspartner sollte vor dem Treffen über weitere Anwesende und die Tagesordnung informiert werden. Abgesehen von den Büroräumen sind Hotels und Restaurants typische Orte für Geschäftstreffen. Als Initiator eines Treffens ist es ein Gebot der Höflichkeit, sein Gegenüber zum Kaffee oder Mittagessen einzuladen. Hierbei sollten die Essgewohnheiten der verschiedenen Kulturen beachtet werden. Muslime essen bspw. nur Speisen, die Halal zubereitet sind (kein Schweinefleisch, andere Fleischsorten nur aus spezieller Schlachtung) und trinken keinen Alkohol. In anderen Kulturen isst man nur vegetarisch oder kein Rindfleisch. Bevor man ein Restaurant vorschlägt, kann man sich höflich nach special dietary requirements (spezielle Bedürfnisse für Lebensmittel) erkundigen. Das Rauchen ist in öffentlichen Gebäuden, Restaurants und Bars gesetzlich verboten. Geschenke Im Geschäftsleben sind Geschenke unüblich, da sie leicht als Bestechungsversuch ausgelegt werden könnten. Dies gilt ganz besonders für Geschenke an Angestellte des öffentlichen Dienstes. Jedoch werden 15

26 Geschäftspartner oftmals zu Hochzeiten eingeladen. Wenn man eine Einladung nach Hause erhält, sollte man ein kleines Geschenk mitbringen. Ein Geschenk wird üblicherweise mit beiden Händen überreicht, zumindest aber mit der rechten Hand, da die linke Hand von vielen Kulturen als unrein angesehen wird. Ein Geschenk wird nicht umgehend ausgepackt. Geschenke betreffend, gibt es unterschiedliche Traditionen der verschiedenen in Singapur repräsentierten Kulturkreise. Geschenke Chinesen Ein Geschenk wird ein paar Mal zurückgewiesen, bevor es angenommen wird. Der Empfänger möchte nicht begierig erscheinen. Uhren, Taschentücher, Schuhe und Blumen sollten nicht verschenkt werden, da sie mit dem Tod (und Krankheit) assoziiert werden. Aus demselben Grund sollten Verpackungen in den Trauerfarben weiß, blau und schwarz vermieden werden (besser sind rot, rosa oder gelb). Ein eleganter Kugelschreiber, ein Visitenkartenhalter oder ein Feuerzeug sind neutrale Geschenke, die man einem Geschäftspartner mitbringen kann. Häufige Geschenke zum Geburtstag sind auch eine Torte oder eine schöne Karte. Zur Eröffnung eines neuen Büros oder Geschäfts schickt man im Allgemeinen einen Blumenstrauß. Bei einer chinesischen Hochzeit bringt man normalerweise einen roten Umschlag mit Bargeld oder einem Geschenkgutschein mit. Die Geburt eines Kindes sollte nie mit einem Storch in Verbindung gebracht werden, da diese die Sendboten des Todes sind. Bei einer Einladung zu einer Mahlzeit bringt man kein Essen mit, da dies als Zweifel an der Gastfreundschaft des Gastgebers betrachtet würde. Geschenke Malaien Malaiischen Geschäftspartnern bringt man grundsätzlich keine Geschenke mit, die Alkohol enthalten oder nicht Halal sind. Geschenke werden zumeist am Ende eines Treffens oder einer Veranstaltung überreicht. Weißes Geschenkpapier hat die Assoziation des Todes. Rot oder grün sind bevorzugte Farben. Geschenke Inder Weißes oder schwarzes Geschenkpapier wird nie verwendet. Rot, gelb, grün oder andere leuchtende Farben bringen Glück. Man sollte Hindus keine Lederprodukte schenken. Geschenke, die Alkohol enthalten, sollte nur dann gegeben werden, wenn man weiß, dass der Empfänger auch Alkohol trinkt. 16

27 2.6.3 Gesetzliche Feiertage Da die verschiedenen ethnischen Gruppen ihre Bräuche und Feste beibehalten haben, muss man die verschiedenen Festtage der unterschiedlichen Kulturen im Hinterkopf behalten. Es wird geschätzt, wenn man beim Arrangieren eines Geschäftstreffens die entsprechenden Feiertage berücksichtigt oder sich bei einem Mitglied der feiernden Kultur erkundigt. Laut dem Singapore Census of Population 2010 erklären 83 Prozent der Bevölkerung, dass sie einer Religion angehören. 44,2 Prozent der Bevölkerung gehören dem Buddhismus, Taoismus oder ähnlichen Glaubensrichtungen an. Weitere 5,1 Prozent sind Hindus und 14,7 Prozent Muslime. Dazu kommen 18,3 Prozent Christen sowie 0,7 Prozent die anderen Religionen angehören. Das chinesische Neujahrsfest findet im Januar oder Februar in Abhängigkeit des Mondkalenders statt. Dies ist die einzige Zeit des Jahres in Singapur, in der die Geschäftstätigkeit etwas an Tempo verliert. Manche chinesische Unternehmen schließen für bis zu zwei Wochen während der Festlichkeiten. Muslime feiern Hari Raya Puasa, das Ende des Fastenmonats Ramadan, und Hari Raya Haji, das Opferfest. Deepavali, das Fest der Lichter, wird von den Hindus und Sikhs gefeiert und findet in Abhängigkeit vom Kalender der Hindus im Oktober oder November statt. Obwohl Christen eine der kleineren Religionsgemeinschaften Singapurs darstellen, sind die christlichen Feste sehr populär und Weihnachten bspw. ist stark kommerzialisiert. Der Neujahrstag und Karfreitag sind ebenfalls gesetzliche Feiertage. Tabelle 8: Gesetzliche Feiertage in Singapur Feiertag 2015 Neujahrstag 01. Januar 2015 Chinesisches Neujahr Februar 2015 Karfreitag 03. April 2015 Tag der Arbeit 01. Mai 2015 Vesak Day (Geburt Buddhas) 01. Juni 2015 Hari Raya Puasa (Ende des Fastenmonats) 17. Juli 2015 Nationalfeiertag 09. August 2015 Hari Raya Haji 24. September 2015 Deepavali 10. November 2015 Weihnachten 25. Dezember 2015 Quelle: Ministry of Manpower, Public Holidays 17

28 3. Energiemarkt Der folgende Abschnitt behandelt den singapurischen Energiemarkt. Zuerst wird hierbei der Strommarkt vorgestellt. Da ein Großteil des Stroms in Singapur aus Gas hergestellt wird, folgt im Anschluss eine Übersicht zum singapurischen Gasmarkt, gefolgt von einem Überblick des singapurischen Marktes alternativer Energiegewinnung. Daran anschließend wird die Entstehung der Energiepreise erläutert sowie Energieerzeugung und verbrauch erklärt. Schließlich wird auf die künftige Entwicklung des singapurischen Energiemarktes genauer eingegangen. 3.1 Energiepolitische und gesetzliche Rahmenbedingungen Strommarkt Die Stromerzeugung in Singapur war ursprünglich vertikal integriert und verstaatlicht. Seit 2000 arbeitet die Regierung daran, den Strommarkt langsam durch eine Reihe von Maßnahmen in drei Phasen zu liberalisieren. Eine der wesentlichen Organisationen ist dabei die Energy Market Company (EMC), welche seit 2014 vollständig der Asian Gateway Investements Pte Ltd angehört und den Großhandelsmarkt für Energie in Singapur betreibt. 14 Im Jahr 2003 wurde von der EMC der National Electricity Market of Singapore (NEMS) geschaffen, welcher als Handelsplattform für den Einkauf sowie Verkauf von Strom dient. 15 Mit diesem Schritt wurde die Stromindustrie weiter liberalisiert und dem Verbraucher mehr Auswahl beim Stromkauf ermöglicht. Aufgrund des höheren Konkurrenzdrucks zwischen den Anbietern verbesserte sich der Service für die Konsumenten. Die Energy Market Authority (EMA) unterscheidet zwischen contestable consumers und non-contestable consumers. Zu den inzwischen rund contestable consumers, den Großkunden, zählen Stromverbraucher, die monatlich im Durchschnitt über das Jahr gesehen mehr als kwh verbrauchen. Ab Juli 2015 wird die Grenze sogar auf kwh heruntergesetzt. Ihnen wurde die Möglichkeit geschaffen, ihren Strombezug frei zu wählen. 16 Langfristig möchte die EMA auch den kleinen Unternehmen und Haushalten die Möglichkeit geben, zwischen dem regulierten Tarif oder dem Strombezug am Markt zu wählen. Diese letzte Phase ist die Full Retail Contestability und umfasst die vollständige Liberalisierung des Stromwiederverkaufsmarktes. Derzeit dürfen die non-contestable consumer ausschließlich von der SP Services Ltd (dem einzigen Market Support Service Licensee ) versorgt werden. Das Unternehmen stellt somit ein natürliches Monopol dar. 17 SP Services Ltd regulierte Preispolitik bzw. deren Preise werden jedoch 14 EMC. (2015). Corporate Profile. 15 EMA. (Oktober 2010). Introduction to the National Electricity Market of Singapore. 16 EMA. (27. Oktober 2014). Liberalisation of Retail Electricity Market. 17 Energy Portal. (2015). Electricity Market. 18

29 vierteljährlich auf die eigentlichen Kosten des Stroms hin überprüft und müssen von der EMA abgesegnet werden. Als Regulator der Märkte überwacht die EMA auch die Aktivitäten am freien Markt, um den Wettbewerb sowie die Sicherheit und Verlässlichkeit der Energieversorgung für die Konsumenten zu gewährleisten. 18 Gasmarkt Durch die Liberalisierung des Strommarktes sind energieerzeugende Unternehmen wesentlich mehr bemüht, energieeffiziente Produktionsprozesse zu finden wie bspw. durch die Nutzung von Erdgas in Kombination mit Gasturbinenkreisläufen. Aktuell werden über 90 Prozent des Strombedarfs von Singapur durch gasproduzierten Strom gedeckt. Aufgrund dessen spielt die Gasindustrie eine wichtige Rolle auf dem Energiemarkt. 19 In 2008 wurde die Gasindustrie durch Schaffung von kompetitiven Rahmenbedingungen neu strukturiert und die Reformen auf dem Energiemarkt dadurch stärker unterstützt. Der Gastransport wurde bspw. von dem konkurrenzfähigen Gasimport und -verkaufsgeschäft separiert. Dem Unternehmen PowerGas Ltd (Gastransporter, dem das Gasleitungsnetzwerk gehört) war es danach nicht mehr erlaubt, am Gasimport und verkaufsgeschäft teilzunehmen. Dafür hat die Firma SembCorp Pte Ltd ihre Gasleitungen an PowerGas Ltd abgegeben, um sich auf das Import und verkaufsgeschäft zu konzentrieren. 20 Gegenwärtig besteht die Gasindustrie in Singapur aus zwei komplett getrennten Gasnetzwerken: dem Stadtgasnetzwerk und dem Erdgasnetzwerk. Das Stadtgasnetzwerk versorgt vor allem private und kommerzielle Kunden, die das Gas vornehmlich zum Kochen und zur Wassererhitzung nutzen. Produziert und verkauft wird das Stadtgas von der City Gas Pte Ltd. Das Erdgas hingegen wird vornehmlich zur Stromerzeugung gebraucht und aus Malaysia sowie Indonesien durch Offshore-Leitungen importiert. Zudem importiert Singapur noch Flüssigerdgas aus anderen Ländern. 21 Abbildung 2: Gasindustrie in Singapur 22 Quelle: Singapore Gas. Types of Natural Gas Available in Singapore 18 EMA. (27. Oktober 2014). Electricity Consumers. 19 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA. (20. Mai 2015) Overview of Gas Market. 21 EMA. (20. Mai 2015) Overview of Gas Market. 22 Singapore Gas. Types of Natural Gas Available in Singapore. 19

30 Saubere und erneuerbare Energien Obwohl Singapur ein Land mit eher ungünstigen Voraussetzungen für alternative Energie ist, sieht sich der Staat dennoch in der Verantwortung, den Bereich weiter auszubauen und Investitionen zu tätigen. Diese Absichten beruhen vor allem auf dem Wunsch, unabhängiger von fossilen Brennstoffressourcen zu werden, die Umwelt zu schützen und die Energieversorgung für die Zukunft zu sichern. Die Gewinnung erneuerbarer Energien ist aus natürlichen Ressourcen wie Solar, Biobrennstoff, Wind, Gezeiten, Wasserstoff oder geothermalen Technologien möglich, wobei von diesen vor allem Solarenergie Potential in Singapur hat. Andere natürliche Ressourcen sind aus bestimmten Gründen eher ungeeignet. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit ist bspw. zu gering für einen ökonomischen Gebrauch von großen Windturbinen. Wellen, Gezeiten und ozeanische Thermiken haben nur geringe Anwendungsmöglichkeiten, da das Meer rund um Singapur bereits als Hafen, Ankerplatz oder Schiffsroute genutzt wird. Die geografische Lage des Landes erschwert zudem die Nutzung von erneuerbarer Energie mit hydro- oder geothermalen Technologien Energiepreise Der Strompreis auf dem Wiederverkaufsmarkt wird von der EMA reguliert und alle drei Monate von dieser überprüft. Die Preisfindung hängt von zwei bestimmten Komponenten ab: den Brennstoffkosten und anderen Kosten. Die Brennstoffkosten bzw. die Kosten des importierten Erdgases sind an den Heizölpreis gekoppelt. Die anderen Kosten spiegeln die Kosten der Produktion und Lieferung des Stromes an die Häuser wieder und haben sich seit den letzten Jahren kaum verändert. 24 Die Berechnung der Brennstoffkosten basiert auf dem durchschnittlichen Heizölpreis der letzten 3 Monate. Bspw. wird der Heizölpreis von April bis Juni genommen und so der Preis für Juli bis September ermittelt. Dadurch können zum einen starke Veränderungen auf dem Heizölmarkt ausgeglichen werden, zum anderen reflektiert der Strompreis dennoch die Konditionen des Marktes. 25 Der Heizölpreis hängt wiederum von der durchschnittlichen, voraussichtlichen Höhe des Schwefel-Benzinöl Preises ( forward high sulphur fuel oil - HSFO) über drei Monate ab. 26 Obwohl Singapurs Strom hauptsächlich aus importiertem Erdgas generiert wird, ist dessen Preis aufgrund der Handelsverträge auch an den Heizölpreis gekoppelt. Dies ist eine allgemeine Praxis in Asien für Erdgas- Verträge. Daher steigen oder sinken der Erdgaspreis und der Heizölpreis parallel. Die Komponente der Brennstoffkosten im Strompreis wird somit von den jeweiligen Veränderungen des Heizölpreises 23 EMA. (27. April 2015). Overview. 24 EMA (30. Juni 2015). Electricity Tariffs. 25 EMA (30. Juni 2015). Electricity Tariffs. 26 EMA. (Dezember 2013). EMA s Procedures For Calculating The Components Of The Vesting Contracts Version

31 beeinflusst. 27 Der Preis des Stadtgases orientiert sich ebenfalls stark an dem jeweiligen HSFO Preis, wird jedoch zusätzlich von der EMA regelmäßig kontrolliert. 28 Andere, nicht-brennstoffkosten: Die anderen, nicht-brennstoffkosten, welche die Kosten der Produktion und Lieferung des Stromes in die Gebäude reflektieren, setzen sich im zweiten Quartal des Jahres 2015 wie folgt zusammen: 29 Stromerzeugungskosten: - Betriebskosten der Kraftwerke (Einsatz von Arbeitskräften, Erhaltungs- und Investitionskosten der Werke) - werden vierteljährlich an die Situation des Marktes angepasst und lagen bei S$ Cent/kWh Stromnetzkosten: - Transportkosten des Stromes durch das Energieversorgungsnetz - werden jährlich überprüft und lagen bei S$ 5.26 Cent/kWh Servicekosten des Market Support Service Licensee (MSSL) - Rechnungserstellung und Zählerablesungen - werden jährlich überprüft und lagen bei S$ 0,17 Cent/kWh Stromversorgungsnetz- und Marktverwaltungsgebühren - Kosten des Netzwerkes und der Verwaltung des Großhandelsmarktes - werden jährlich überprüft und lagen bei S$ 0,05 Cent/kWh Die SP Services Ltd kauft für ihre Konsumenten den Strom von den Marktteilnehmern und bezahlt die verschiedenen Kostenkomponenten. Der Strompreis für Haushalte lag in 2014 bei S$ 25,60 Cent/kWh 30, der Gaspreis bei S$ 17,62 Cent/kWh 31 und der Wasserpreis bei S$ 1,17 pro Kubikmeter (S$ 1,40 bei mehr als 40 Kubikmeter) EMA (30. Juni 2015). Electricity Tariffs. 28 Energy Market Authority (2012) 29 EMA (30. Juni 2015). Electricity Tariffs. 30 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics City Gas Pte Ltd. (1. Mai 2015). Gas Tariffs. 32 Public Utilities Board. (12. September 2014). Water Pricing in Singapore. 21

32 Die Entwicklung der Preise zeigt die folgende Tabelle: Tabelle 9: Entwicklung der Strom-und Stadtgaspreise sowie des HSFO Preises HSFO Price 100,0 141,4 127,9 196,5 134,5 167, ,4 Electricity Tariff 100,0 119,2 114,1 144,1 115,8 132, ,6 Town Gas Tariff 100,0 108,1 107,5 125,0 103,1 116,9 118,1 135,1 Quelle: Energy Market Authority 2013 Der Strompreis auf dem Großhandelsmarkt (NEMS) schwankt dagegen alle halbe Stunde. Der sogenannte Uniform Singapore Energy Price (USEP) lag in 2014 im Schnitt bei S$ 136,67/MWh. 34 Die Preisschwankungen stellen für Großkunden, die direkt auf dem Großhandelsmarkt einkaufen, ein Risiko dar. Daher kann es sinnvoll sein, den Strom von einem lizensierten Händler zu beziehen, der das Risiko jedoch in seinem Angebotspaket berücksichtigt. 3.3 Energieerzeugung und Verbrauch In Singapur wird die Energie vor allem durch die Nutzung folgender Ressourcen produziert: Flüssigerdgas ( Liquified Natural Gas LNG), Erdgas, Diesel und Heizöl. Als Flüssigerdgas oder LNG wird dabei verflüssigtes Erdgas bezeichnet, welches auf -161 bis -164 C abgekühlt wurde und dann etwa ein 1/600stel des Volumens von Erdgas in Gasform aufweist. Gerade für Transport- und Lagerungszwecke ist dies von Bedeutung, da das Erdgas durch die Umformung seine Eigenschaft der Leitungsgebundenheit verliert und somit ebenfalls auf Straßen, Schienen oder dem Wasser transportiert werden kann. 35 Während das Erdgas aus Malaysia und Indonesien durch Offshore-Leitungen importiert wird, wird das Flüssigerdgas auch aus anderen Ländern bezogen. Diese Ressourcen werden zur Energieerzeugung von verschiedenen Kraftwerkstypen wie Dampfkraftwerken, kombinierte Gas- und Dampfturbinenkraftwerken sowie Solar- oder Müllverbrennungsanlagen genutzt. Der Strom wird dann über ein Stromnetzwerk an die Verbraucher übermittelt. 36 Die Kraftwerksbetreiber erzeugten im ersten Quartal des Jahres 2014 circa 95 Prozent der in Singapur verbrauchten Elektrizität mit Gas. Bei weniger als 1 Prozent der Stromproduktion kam Öl zum Einsatz, den 33 Energy Market Authority (2013) 34 Energy Market Company (2014) 35 EMA. (12. September 2014). Understanding LNG. 36 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics

33 Rest machen Diesel, Biomasse oder Müllverbrennung aus. Die Menge der erzeugten Stromeinheiten steigerte sich jedes Jahr und lag im Jahr 2013 bei ,42 GWh. 37 Tabelle 10: Fuel Mix zur Stromerzeugung (in Prozent) Erdölprodukte 23,1 16,9 20,2 19,3 13,0 5,0 0,9 Erdgas 74,4 80,6 77, ,3 91,5 95,4 Andere 4,2 2,5 2,6 2,6 2,7 3,5 3,7 Quelle: EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics Abbildung 3: Jährliche Gesamtanzahl an erzeugten Stromeinheiten Stromerzeugung GWh (bis September) Quelle: Energy Market Authority Die installierte Kapazität der Kraftwerke lag 2013 bei ,6 MW. Hiervon entfielen im Jahr 2013 etwa 70 Prozent auf kombinierte Gas- und Dampfturbinenkraftwerke, 23,9 Prozent auf reine Dampfkraftwerke, 3,5 Prozent auf kombinierte Gasturbinenkraftwerke und 2,2 Prozent auf andere Müllverbrennungsanlagen. 41 In Singapur dürfen nur Firmen, die eine Lizenz zur Stromerzeugung besitzen, Strom produzieren. Die Erzeuger müssen die erzeugten Einheiten bei der EMC registrieren, um die sichere Auslieferung der entsprechend produzierten Einheiten auf dem NEMS zu gewährleisten. Der Strom wird dann in verschiedenen Strommengen zu entsprechenden Preisen auf dem Großhandelsmarkt angeboten und alle 37 EMA. (31. Mai 2015). Statistics: Electricicty Generated. 38 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA. (31. Dezember 2014). Statistics: Fuel Mix for Electricity Generation. 40 EMA. (31. Mai 2015). Statistics: Electricicty Generated. 41 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics

34 Angebote werden dort für den Wiederverkaufsmarkt zusammengefasst. 42 Aktive Erzeuger 43 sind unter anderem die in Tabelle 11 dargestellten Unternehmen. Tabelle 11: Marktanteile der Stromerzeuger 44 Marktanteile der erzeugenden Unternehmen (in Prozent) Senoko Energy Ltd 31,7 25,7 25,0 24,1 26,3 26,2 PowerSeraya Ltd 28,1 26,3 26,7 26,5 25,1 22,9 Tuas Power Generation Ltd 23,2 23,7 24, ,5 20,1 SembCorp Cogen Pte Ltd 12,1 10,4 9,4 9,6 9,2 8,4 Keppel Merlimau Cogen Pte Ltd - 8,8 8,1 8,0 8,6 12,9 PacificLight Power ,0 Other 4,8 5,3 6,2 5,5 6,4 8,5 Quelle: EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics Tabelle 12: Marktanteile der Stromverkäufer 45 Marktanteile der Stromeinzelhändler (in Prozent) SP Services Ltd 41,7 36,6 35,5 36,7 36,7 35,8 Seraya Energy Pte Ltd 16,8 19,1 19,1 15,8 17,1 16,9 Keppel Electric Pte Ltd 3,1 10,1 9,5 11,4 11,4 16,6 Senoko Energy Supply Pte Ltd 17,5 14,7 15,6 13,6 15,9 14,5 Tuas Power Supply Pte Ltd 13,3 10,5 12,8 16,2 12,3 10,3 SembCorp Power Pte Ltd 7,6 9,0 7,5 6,4 6,6 5,9 Quelle: EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics Hinzu kommen folgende lizenzierte Vertreiber 46, die den Strom im Wettbewerb an die Verbraucher verkaufen. SP Services Ltd ist der alleinige Einzelhändler für Haushalte und sogenannte non-contestable Stromverbraucher und besitzt den größten Marktanteil. Allerdings hat der Marktanteil gegenüber 2005 um fast 6 Prozentpunkte abgenommen. Auffällig ist zudem, dass vor allem Keppel Electric Pte Ltd die Marktanteile gegenüber 2005 erheblich erhöhen konnte EMA. (8. Oktober 2014). Electricity Licences. 43 EMA. (17. November 2014). Generation Company. 44 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA. (24. Juni 2015). Retailer. 47 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics

35 Abbildung 4: Nachfrage nach Strom Peak System Demand in MW (bis Juli) Peak System Demand in MW Quelle: EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics Industrie, Gebäude und Haushalte sind die größten Energieverbraucher in Singapur, während der größte Konsum von Brennstoff vor allem durch die Stromerzeugung sowie durch den Industrie- und Transportsektor erfolgt. 49 Mit fast der Hälfte des Gesamtverbrauchs an Energie ist der Industriesektor mit Abstand der größte Stromverbraucher, was auf stromintensive Produktionsprozesse, Maschinen und Pumpen sowie die Dampferzeugung zurückzuführen ist. Der Stromabsatz wuchs von ,3 GWh in 2005 auf ,0 GWh in Davon entfielen ,1 GWh (41,9 Prozent) auf den Industriesektor sowie ,6 GWh (36,9 Prozent) auf den Güter- und Dienstleistungssektor. 50 Auch in Bezug auf Erdgas ist der Industriesektor in Singapur der größte Verbraucher mit 1.272,1 ktoe im Jahr 2013 (88,2 Prozent des Gesamtverbrauches in 2013). Der Güter- und Dienstleistungssektor (91 ktoe oder 6,3 Prozent), Haushalte (57,6 ktoe oder 3,9 Prozent) und der Transportsektor (20,1 ktoe oder 1,3 Prozent) waren weitere Verbraucher von Erdgas. 51 Zusätzlich haben die Energieproduktimporte aufgrund der steigenden Nachfrage nach Energieprodukten von 115,2 Mtoe in 2005 auf 159,5 Mtoe in 2013 zugenommen. Den größten Anteil stellten Petroleumprodukte sowie Erdöl und Erdgas dar. Der Export von Energieprodukten wird von Petroleumprodukten dominiert und ist seit 2005 von 49,3 Mtoe auf 102,1 Mtoe gestiegen EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics NEA. (6. Mai 2015). Climate Change and Energy Efficiency. 50 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics

36 Abbildung 5: Verbrauch nach Sektoren in Singapur Quelle: NEA. (6. Mai 2015). Climate Change and Energy Efficiency. 3.4 Entwicklungen auf dem Energiemarkt Die Versorgungsunternehmen rechnen langfristig mit einem steigenden Energiebedarf sowohl der Haushalte als auch der betrieblichen Abnehmer, denn die Regierung verfolgt ehrgeizige Entwicklungsziele. Zum einen soll der steigende Wohlstand der Gesellschaft weiter anhalten, was auch zu einer höheren Nachfrage an Energie führt. Zum anderen liegt die Bevölkerungsdichte bereits bei circa Personen pro Quadratkilometer, womit Singapur zu den am dichtesten besiedelten Länder der Welt zählt. Die Regierung rechnet dennoch mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg von derzeit ca. 5,4 Mio. auf 6,5 bis 6,9 Millionen Einwohnern in Dieser Bevölkerungszuwachs, und im Zuge dessen die erhöhte Nachfrage nach Raum und Gebäuden, sind weitere Ursachen eines steigenden Energiebedarfs. Um die steigende Nachfrage und damit auch den Konsum von Erdgas befriedigen zu können, hat Singapur in 2014 das erste LNG Terminal eröffnet, welches eine anfängliche Durchlaufkapazität von 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr (Mtpa) hat. Laut dem stellvertretenden Innenminister Iswaran könnte die Gesamtnachfrage nach Gas in Singapur in den nächsten 10 Jahren auf 15 Mtpa wachsen. Daher müssten schon heute Maßnahmen unternommen werden, um der zukünftigen Nachfrage standhalten zu können. 54 Bei der Eröffnung des LNG Terminals kündigte der Premierminister Lee Hsien Loong an, dass ein zweiter LNG Terminal geplant sei und dass vielleicht eines Tages der komplette Energiebedarf Singapurs mit Flüssiggas gedeckt werden könnte. 55 In 2014 wurden zudem die Jurong Rock Caverns eröffnet, das erste unterirdische Lager für lö in Südostasien. Das Lager befindet sich in 130 Meter Tiefe auf Jurong Island und umfasst 1,47 Millionen Kubikmeter Speicher. 56 Eine Methode der singapurischen Regierung, den steigenden Energiebedarf des Landes auch in Zukunft befriedigen zu können, ist die Umsetzung von energieeffizienten Maßnahmen. Die Effizienz bei der 53 NEA. (6. Mai 2015). Climate Change and Energy Efficiency. 54 SIEW. (2013). Shaping a New Energy Landscape A Singapore Perspective. 55 PMO. (25. Februar 2014). Transcript of Speech by Prime Minister Lee Hsien Loong at the Official Opening of the Liquefied Natural Gas Terminal. 56 JTC. (2. Juli 2015). Jurong Rock Caverns. 26

37 Stromerzeugung ist bspw. während der vergangenen zehn Jahre durch die Einführung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt gestiegen. Es gab zudem einen klaren Umschwung von weniger effizienten, kohlenstoffintensiven Ölverbrennungskraftwerken zu effizienteren, sauberen und weniger kohlenstoffintensiven Gasverbrennungssystemen. Zwischen 2000 und 2006 stieg die gesamte Stromerzeugungseffizienz von 38 Prozent auf 44 Prozent. Singapurs Energieintensität hat sich dabei zwischen 2005 und 2010 um 15 Prozent verbessert. Unter Energieintensität wird der Energieverbrauch pro Dollar BIP verstanden und global als Indikator für die Energieeffizienz eines Landes genutzt. Eines der Ziele Singapurs ist es, die Energieeffizienz zu steigern, um die Energieintensität bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent gegenüber 2005 zu senken. 57 Daher ist Energieeffizienz ein bedeutendes Thema für Singapur. Im nachfolgenden Abschnitt wird auf den Stand und die Entwicklungen von Energieeffizienz mit Fokus auf Gebäuden in dem Stadtstaat eingegangen. 57 ABB. (Mai 2013). Singapore Energy efficiency report. 27

38 4. Energieeffizienz in Singapur 4.1 Energieeffizienz im Bauwesen Allgemeiner Überblick Das folgende Kapitel liefert grundlegende Informationen zum Thema Energieeffizienz im Bauwesen. Um den Markt verstehen zu können, bedarf es einiger Hintergrundinformationen, um zu begreifen, wie Singapur zu Energieeffizienz im Bauwesen steht. Hierfür werden zuerst die klimatischen Verhältnisse erläutert. Anschließend wird ein kurzer Überblick über die Baubranche gegeben und auch ein Ausblick für eben jene. Darauf folgt eine Darstellung der Entwicklung der einzelnen Bausektoren Wohnungsbau, gewerblicher Bau, Infrastrukturausbau und Baumaterial hinsichtlich Energieeffizienz; gefolgt von aktuellen Projekten, die in Singapur von Bedeutung sind. Die Marktentwicklung wird von einer Strategie, Gesetzen und Standards unterstützt. Diese werden vorgestellt, nachdem die Marktentwicklung umrissen wurde. Unterstützt wird Energieeffizienz in Gebäuden von der singapurischen Regierung auch in Form von Ausschreibungen. Zuerst sollen allgemeine Ausschreibungen aus dem Bereich Energieeffizienz vorgestellt werden, die aber auch auf Gebäude anwendbar sind. Im Anschluss werden Anreizsysteme, die speziell für Gebäude gedacht sind, vorgestellt. Abschließend werden Finanzierungsmöglichkeiten und Steueranreize beschrieben Klimatische Verhältnisse Der Stadtstaat Singapur liegt nördlich des Äquators (Breitengrad 1,5 degn; Längengrad 104 dege) und ist vom Meer umschlossen. Durch die geografischen Gegebenheiten gibt es kaum Temperaturschwankungen. Es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit und in der Regenzeit ist mit heftigen, dafür meist kurzen Schauern zu rechnen. Laut Angaben der NEA schwanken die Temperaturen zwischen dem Minimum bei 23 bis 26 ºC und dem Maximum bei 31 und 34 ºC. Im Extremfall wurden ein Minimum von 19,4 ºC und ein Maximum von 36,0 ºC aufgezeichnet. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit beträgt 84 Prozent, wobei am Morgen eine höhere Luftfeuchtigkeit als am späten Nachmittag zu spüren ist. In der Regenzeit kann die Luftfeuchtigkeit unter Umständen sogar 100 Prozent betragen. Zu unterscheiden gilt es zwei Jahreszeiten, den Nordost- Monsun und den Südwest-Monsun, die jeweils durch eine Übergangszeit voneinander getrennt sind. Der Nordost-Monsun dauert von Dezember bis März an. In dieser Zeit ist es relativ windig (Nordost-Wind) und bewölkt. Diese Periode ist geprägt von heftigen Regenschauern, die zum Ende hin seltener sind. In der Übergangsphase, die von Ende März bis Mai andauert, ist das Wetter durch leichte Winde und Regenfälle bzw. Gewitter am Ende des Tages gekennzeichnet. Von Juni bis September ist die Zeit des Südwest- Monsuns, währenddessen die Niederschläge eher tagsüber fallen. Die Übergangsphase zum Nordost- 28

39 Monsun dauert von Oktober bis November an. In dieser Periode treten meist leichte Winde und Schauer sowie Gewitter am Abend auf. Durchschnittlich regnet es am meisten im Dezember und April. Im Februar und Juli ist es eher trocken. 58 Aber auch in Singapur gibt es Ausnahmen und Abweichungen zum sonst üblichen Wetter. So hat es im Januar bis März 2014 lange Zeit gar nicht geregnet. Die längste Trockenperiode seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1869 wurde gemessen. Ein sinkender Niederschlag, aber steigende Temperaturen können dazu führen, dass sich Haze verstärkt. Haze ist eine smog-ähnliche Verunreinigung der Luft, die auch in Singapur periodisch auftritt und durch bspw. Brandrodungen in Indonesien entsteht. Nicht nur das Auftreten von Haze könnte sich verschlimmern, auch Veränderungen der Biodiversität und der Volksgesundheit bringt die Klimaerwärmung mit sich. Weiterhin würde die Nachfrage nach Kühltechnologien steigen und somit der Energieverbrauch. 59 Es ist deutlich zu sehen, dass der global zu beobachtende Klimawandel auch vor Singapur keinen Halt macht. Seit 2010 ergreift die singapurische Regierung Maßnahmen dagegen. Dies geschieht in Form des National Climate Change Secretariats (NCCS), das unter dem Prime Minister s Office (PMO) angesiedelt ist. 60 Das erwartete Bevölkerungswachstum und die Ausweitung wirtschaftlicher Aktivität lassen den Schluss zu, dass auch der Energieverbrauch weiter ansteigt. Den größten Ausstoß von CO2-Emissionen zeichnet Singapur in der Verbrennung von fossilen Brennstoffen auf, der nun nachhaltig reduziert werden soll. 61 Im Kampf gegen den Klimawandel setzt Singapur nun vorrangig auf Energiegewinnung durch Erdgas und alternative Energien, die die Treibhausgasemissionen senken und die Energieeffizienz steigern sollen. Während im Jahr 2000 nur 19 Prozent der Energie durch Erdgas gewonnen wurden, so waren es im Jahr 2010 schon an die 80 Prozent (2014: 95 Prozent 62 ). Um einen holistischen Ansatz im Bestreben nach einer Steigerung der Energieeffizienz erreichen zu können, wurde das behördenübergreifende Energy Efficiency Programme Office (E2PO) eingerichtet, das von NEA und EMA geleitet wird. Durch das Schaffen rechtlicher Rahmenbedingungen, durch Anreizsysteme und das Bereitstellen von Informationen unterstützt NEA somit aktiv die Steigerung von Energieeffizienz in der Industrie, in Haushalten und im öffentlichen Sektor. 63 Um der wachsenden globalen Bedrohung durch den Klimawandel entgegenzutreten, hat die singapurische Regierung eine Strategie entwickelt, in der festgehalten wird, welchen Beitrag Singapur im Kampf gegen die Erderwärmung leisten kann. In der sogenannten National Climate Change Strategy 2012 sind Ziele wie bspw. das sektorübergreifende Reduzieren von Treibhausgasemissionen oder die Ausdehnung von Grünflächen in der Stadt festgeschrieben. Auch Energieeffizienz spielt eine entscheidende Rolle bei der 58 NEA. (10. Juni 2014). Local Climatology. 59 NCCS. (20. Januar 2015). Climate Change and Singapore. 60 NEA. (2. Januar 2015). Climate Change. 61 NEA. (6. Mai 2015). Climate Change and Energy Efficiency. 62 EMA Research and Statistics Unit. (Oktober 2014). Singapore Energy Statistics NEA. (20. Januar 2015) Energy Efficiency Overview. 29

40 Umsetzung, da der Stadtstaat Singapur nicht über ausreichend eigene natürliche Ressourcen zur Energiegewinnung verfügt. 64 Singapur ist eine dicht bebaute Stadt. Dadurch kommt die Erderwärmung noch einmal stärker zum Tragen, da es zu einem Urban Heat Island Effekt kommt. 65 Urban Heat Island Effekt beschreibt das Phänomen, dass Städte höhere Temperaturen verzeichnen als weniger bebaute Gegenden. Je wärmer das Klima, desto eher sind die Menschen dazu geneigt bspw. Klimaanlagen zu nutzen, welche zusätzlichen Energieverbrauch bedeuten. Um dem entgegen zu wirken, kann ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden, in dem bereits Gebäude und Umwelt voraussehend nachhaltig geplant werden. So gibt bspw. die Building and Construction Authority (BCA) den Green Mark Standard vor, der energieeffizientes Bauen fördern soll. Auch arbeiten Urban Redevelopment Authority (URA) und National Parks Board (NParks) eng zusammen, um Singapur wortwörtlich grüner zu gestalten. Im Rahmen des Programms Community-in-Bloom wurden stadtweit über 300 Grünflächen initiiert. In Bezug auf Gebäude befürworten die beiden Behörden Grünanlagen auf Dächern und sogenannte vertikale Gärten. Singapur als Inselstaat verfügt nicht über eine große Anzahl natürlicher Ressourcen und ist aufgrund seiner Größe auch kein Ort, an dem diese großflächig integriert werden könnten. Aufgrund der dadurch entstehenden Abhängigkeit der Ressourcenzufuhr durch dritte ist Singapur besonders daran interessiert, Mittel effizient zu nutzen. Der Singapore Sustainable Blueprint hält die Ziele fest, durch die Ressourceneffizienz erreicht werden soll. Unter anderen wird durch das Programm NEWater das Ziel verfolgt, in der Lage zu sein, eigene Trinkwasser Ressourcen bereitstellen zu können Struktur und Trends in der Baubranche Durch stetiges Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und der Nachfrage nach Raum ist in Singapur eine stabile und hohe Anzahl von Bauverträgen zu beobachten. Laut einer Prognose der BCA gilt dies auch für das Jahr Nachdem die Baunachfrage im Jahr 2014 einen Rekordwert von S$ 37,7 Milliarden erreichte, wird für das Jahr 2015 eine Gesamtnachfrage zwischen S$ 29 und 36 Milliarden vorhergesehen. Ähnliche Werte werden bis zum Jahr 2019 vorhergesehen. So soll die Gesamtnachfrage zwischen 2016 und 2019 S$ 27 bis 36 Millionen wert sein. Hierbei entfallen voraussichtlich S$ 16 bis 20 Millionen auf den öffentlichen Sektor. 60 Prozent wird dabei der Gebäudebau ausmachen, die verbleibenden 40 Prozent Tiefbau. Die außergewöhnlich starke Nachfrage des letzten Jahres lässt sich vor allem durch institutionelle und Tiefbauprojekte wie bspw. das Sengkang General Hospital, Tampines Town Hub oder auch die Vergabe der Verträge für die MRT-Strecke Thomson-East Coast und den Ausbau des Flughafens Changi erklären. Die Baunachfrage im 2015 erklärt sich nach Angaben der Behörde zum Großteil durch öffentliche Projekte, welche voraussichtlich einen Wert von S$ 18 bis 21 Milliarden verzeichnen werden. Einen ähnlichen Wert in 64 NEA. (6. Mai 2015). Climate Change and Energy Efficiency. 65 Wong, N. H. A Study of Urban Heat Island (UHI) in Singapore. 66 NEA. National Climate Change How it affects you. 30

41 Höhe von S$ 19,7 Milliarden erreichte die öffentliche Baunachfrage im Jahr Der Wert abgeschlossener Bauverträge des öffentlichen Sektors wird also voraussichtlich ähnlich hoch sein wie im Vorjahr. Die öffentliche Baunachfrage bleibt demnach stabil, auch wenn die BCA parallel einen Rückgang des öffentlichen Wohnungsbaus vorhersieht. Aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf rasche globale Veränderungen und dem erwarteten Rückgang der Nachfrage nach privaten Wohnobjekten werden voraussichtlich weniger private Bauverträge abgeschlossen. Abgefedert werden, kann das Phänomen durch die Beteiligung privater Akteure bei Projekten wie bspw. dem Ausbau des Changi East Runway 3. Die private Baunachfrage sinkt mithin von S$ 18 Milliarden im Jahr 2014 auf circa S$ 11 bis 15 Milliarden in Im Allgemeinen sieht die BCA aber eine stabile Gesamtnachfrage im Bauwesen voraus, die sich vor allem durch öffentliche Infrastrukturprojekte erklären lässt. 67 Der singapurische Immobilienmarkt gilt allgemein als einer der teuersten weltweit. ECA International sieht Singapur Anfang des Jahres 2013 auf dem sechsten Platz der Städte mit den höchsten Mietpreisen. 68 Obwohl die singapurische Regierung Bemühungen verfolgt, den Immobilienmarkt zu regulieren und somit die Preise zu senken, ist kein allzu starker Preisrückgang in Sicht. Dennoch sanken die Preise seit Ende 2013 leicht. Im ersten Quartal diesen Jahres sank der Preis bspw. im privaten Wohnungsbau im Vergleich zum letzten Quartal 2014 um 1 Prozent. Objekte, die nicht in die Kategorie Grundeigentum fallen, verzeichneten stadtweit einen Preisabfall. So fielen die Preise im ersten Quartal 2015 in der Core Central Region (CCR) um 0,4 Prozent, um 1,7 Prozent in der Gegend Rest of Central Region (RCR) und um 1,1 Prozent in der Outside Central Region (OCR). Die Preise von Landed Properties fielen um 0,9 Prozent. Dementsprechend ist in genanntem Zeitraum auch ein Sinken der Mieten zu beobachten. Im ersten Quartal 2015 konnten Projektträger unfertige private Wohneinheiten lancieren. Ausgenommen davon sind Executive Condominiums (ECs). ECs sind von privaten Bauunternehmen durchgeführte Projekte, die günstiger sind als Condominiums, da das Grundstück, auf das sie gebaut werden, von der Regierung subventioniert wird. Auch hierbei gibt es spezielle Regelungen, die Kauf, Verkauf und Mieten betreffen. Preise für Büroflächen sanken im letzten Quartal um 0,1 Prozent, nachdem sie im vorherigen Quartal um 2,4 Prozent gestiegen waren. Die Mieten sind dabei um 0,6 Prozent gestiegen. Zum Ende des ersten Quartals 2015 standen Quadratmeter Bürofläche in der Vorbereitung. Verkauft werden konnten im ersten Quartal private Wohneinheiten (ausgenommen ECs). In der Vorbereitung befanden sich Wohneinheiten (ECs hinzugezählt). Ebenfalls zusammengerechnet konnten im Jahr Einheiten komplettiert werden. Erwartet wird, dass Einheiten bis zum Ende 2015 und weitere in 2016 fertiggestellt werden BCA. (8. Januar 2015.) Public sector projects to sustain construction demand in ECA International. (31. Januar 2013). Internationale Mietpreisstudie von ECA International: Moskau weltweit am teuersten, München in Deutschland vorne. 69 URA. (24. April 2015). Release of 1st Quarter 2015 real estate statistics. 31

42 In einem Artikel der Asia One wird ein Beitrag des singapurischen Senior Minister for National Development and Trade and Industry Mr Yi Shyan Lee am Seminar BCA Redas Built Environment and Property Prospects zitiert, der betont, dass die Baunachfrage auch in den kommenden Jahren stark sein wird. Die Ursache dafür sieht er vor allem in Bauprojekten aus den Bereichen Gesundheit und Infrastruktur. Auch Singapore Construction Authority Präsident Ho Nyok Yong äußert sich positiv zum Thema und lässt verlauten, dass in den nächsten Jahren Volumen in der Branche besteht, auch wenn die Werte nicht die Rekordhöhe des Jahres 2014 erreichen werden. 70 Auch ein Experte von Pricewaterhouse Coopers (PwC) sieht für den Bausektor allgemein nachhaltiges Wachstum gegeben. Aufgrund des vorhergesehenen Voranschreitens der Urbanisierung, wodurch im Jahr 2050 wahrscheinlich zwei Milliarden mehr Menschen als heute in Städten leben, seien auch Investitionen in deren Energieversorgung zu tätigen. Weitere Faktoren, wie Smart City Technologien oder Green Buildings, rückten zusätzlich auf die Agenda. 71 Germany Trade and Invest (GTAI) hingegen prognostiziert ein sinkendes Wachstum bis Ende Zurückzuführen sei dies auf Maßnahmen der Regierung, den überhitzten Wohnungsmarkt etwas abzukühlen. Auch die neuen Zuzugsbeschränkungen für ausländische Arbeitskräfte seien nicht förderlich für ein Wachstum in diesem Sektor. Positiv hervorzuheben sei aber die Unterstützung von energieeffizienten Lösungen durch den Staat. 72 Von Singapur als einem Zentrum für saubere Energien spricht das Economic Development Board (EDB). Hier ist sogar die Rede von dem nächsten großen Wachstumssektor. Denn aufgrund der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Asien lebt, müsse der Kontinent aufgrund mangelnder Ressourcen und dem stetig voranschreitenden Klimawandel auf saubere Energien setzen. Vor allem im Bereich Solarenergie und Halbleitertechnologien verfüge Singapur über besonders ausgeprägte Kompetenzen, aber auch nachhaltiges Bauen stelle einen wichtigen Wachstumsfaktor dar. 73 Wohnungsbau Marktentwicklung und Bedarf in den einzelnen Bausektoren Bezüglich des privaten Wohnraums ist in Singapur grundsätzlich zu unterscheiden zwischen privatem und staatlichem Wohnungsbau. Mehr als 80 Prozent der Singapurer leben in staatlich subventionierten Wohngebäuden, den sogenannten HDBs. 90 Prozent können sich sogar Eigentümer ihrer Wohneinheit nennen. Die Wohnkomplexe sind in Form einer Gemeinde erbaut, zu der auch weitere Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Supermärkte zählen. Seit dem In-Kraft-Treten des Home Ownership for the People Scheme im Jahr 1964 sind Personen dazu ermächtigt, HDB-Wohneinheiten zu erwerben. Früher funktional und einfach gehalten, sind die Bauten heute auf dem neuesten Stand der Technik und auch die älteren HDBs werden im Rahmen der Estate Renewal Strategy modernisiert. Ein Prestige-Projekt des 70 Khoo, L. (9. Januar 2015). Demand in construction sector holding up this year. 71 PwC. ( ) Hoch hinaus Globale Baubranche wächst bis 2025 stark, Europa stagniert. 72 Germany Trade and Invest. (Februar 2015). Branchenbarometer Asien: Bauwirtschaft. 73 EDB. (24. Juli 2014.) Erneuerbare Energien. 32

43 Housing and Development Boards (HDB) stellt The dar, das jeweils im 26ten und 50ten Stock Dachgärten beherbergt. Im Jahr 2007 führte das HDB sein erstes nachhaltiges Projekt durch und erbaute die Das für Nachhaltigkeit stehende Wohnprojekt geht beispielhaft im Bereich Energie-, Wasser- und Abfallmanagement voran und soll als Vorbild für zukünftige Projekte dienen. 74 Zusätzlich zu den sogenannten HDB Wohnungen gibt es private Wohnprojekte (Condominiums) und Landed Properties. Bezüglich der Eigentumsverhältnisse ist zu beachten, dass die Regelungen bei den unterschiedlichen Bauobjekten variieren. Zu Eigentumsfragen bieten die URA, das HDB und die Singapore Land Authority (SLA) detaillierte Auskünfte. Das HDB versucht, verschiedene Technologien in seine Projekte zu integrieren, um die Energieeffizienz zu senken. HDB hat bereits 3,6 MWp an Solar-Photovoltaik (Solar-PV) Systemen installiert, zusätzlich sind 3 MWp in Punggol im Aufbau. Die durch Sonneneinstrahlung gewonnene Energie soll genutzt werden, um Aufzügen, Beleuchtung und Wasserpumpen Energie zuzuführen. Im Rahmen des HDB Greenprint sollen zusätzlich 800 kwp auf Dächern von HDBs in Yuhua installiert werden. Eine weitere Maßnahme zur nachhaltigen Energiegewinnung sieht HDB in Brennstoffzellentechnologie. Durch den elektrochemischen Prozess kann zusätzlich Wasser gewonnen werden. In Yuhua werden Wohnblöcke erstmals mit der Technologie ausgestattet, die dabei alle Bereiche abdecken soll, und nur für den Notfall an das normale Stromnetz angeschlossen sein wird. Es ist vorgesehen, in Fahrstühlen das Elevator Energy Regeneration System (EERS) zu integrieren, um den Energieverbrauch zu senken. Nach Angaben des HDB können so 20 Prozent Energie eingespart werden. Auch in Sachen Beleuchtung möchte das HDB vorbildlich vorweg gehen und installiert seit dem Jahr 2008 LED (Light-Emitting Diode)-Lichter in den Gemeinschaftsflächen wie bspw. Treppenhäuser. In Yuhua plant das HDB, LED-Lichter als Straßenbeleuchtung zu integrieren. Das HDB schätzt, dass durch die Implementation dieser Beleuchtungstechnologie in Straßenbeleuchtung rund 70 Prozent Energie eingespart werden könnten. Nicht nur beim Bau eines Gebäudes gilt es, auf energieeffiziente Technologien zu setzen, sondern auch innerhalb des Wohnraums, sagt das HDB. Anwendungen wie bspw. Klimaanlagen, Kühlschränke oder Beleuchtung verbrauchen Unmengen an Energie. Um dem entgegenzutreten, hat HDB das Green Homes Package eingeführt, das die Bewohner dazu anregen soll, auf energieeffiziente Applikationen umzustellen. Hierfür plant das HDB eine Kooperation mit Anbietern aus dem privaten Sektor, um energieeffiziente Produkte vergünstigt an die Bewohner zu vertreiben. 75 Einen Industriepartner stellt das Unternehmen Panasonic dar, dass im Projekt Punggol Eco-Town die Total Energy Solution testet. Bestandteile sind unter anderem Solarsysteme, Lithium-Ionen-Batterien, Energiemanagementsysteme und energieeffiziente Klimaanlagen HDB. (5. September 2014.) Public Housing in Singapore. 75 HDB. (2. August 2014). Energy Conversation. 76 EDB. (24. Juli 2014). Erneuerbare Energien. 33

44 Gewerblicher Bau Das EDB wirbt mit einer vielfältigen Auswahl an Standorten für Unternehmen in Singapur. Vor allem Entwickler für Gewerbeflächen, bei denen die wichtigsten Ascendas, Mapletree und Soilbuild seien, bieten eine große Anzahl unterschiedlicher Objekte an. Gewerbeflächen und ganze Gewerbegebiete werden auch von staatlichen Behörden wie JTC Corporation (JTC) entwickelt. Als Beispiel sind der Tuas Biomedical Park oder Jurong Island hervorzuheben, aber auch die Surface Engineering Hub von JTC, die besonders innovative und umweltfreundliche Unternehmen aus dem Bereich der Oberflächentechnik einen Raum bietet. Solche spezialisierten Gewerbegebiete bilden ein wichtiges Merkmal Singapurs industrieller Infrastruktur, indem sie Synergieeffekte durch räumliche Bündelung von Unternehmen mit ähnlichen Schwerpunkten erzielen. 77 Im Jahr 2012 eröffnete JTC das erste Gebäude im neuen Öko-Businesspark, dem CleanTech Park. Das Gebäude trägt den Namen CleanTech One und soll ein Hub für Unternehmen der Cleantech Industrie darstellen. CleanTech One soll einen Standort darstellen, an dem Unternehmen Innovationen in nachhaltiger Technologie entwickeln können. Hierbei punktet die Lage des CleanTech Parks, der sowohl in der Nähe der Nanyang Technological University als auch in der Nähe von Jurong Industrial Estate und Tuas liegt, wo viele Produktionsstätten ansässig sind. Der Park liegt nicht nur in der Nähe der Kaderschmiede Nanyang Technological University (NTU), sondern beherbergt auch Labore der beiden großen Forschungsinstitute im Bereich Energieeffizienz, Energy Research NTU und Solar Energy Research Institute of Singapore (SERIS). Getestet wird hier die Leistungsfähigkeit von Solar-PV Technologien ebenso wie solarbetriebene Klimatechnik. Das Gebäude selbst wurde von Surbana International Consultants entworfen. Alles in allem beliefen sich die Baukosten auf S$ 87 Millionen. Das fertiggestellte Gebäude konnte einen Green Mark Platinum Standard erreichen. Eine gen Ost-West ausgerichtete Fassade ermöglicht eine optimale Sonneneinstrahlung, während integrierte Pflanzen die Wärmegewinne reduzieren. Weitere umweltfreundliche Maßnahmen sind Solartechnologien, die auf dem Dach integriert wurden, sowie energieeffiziente Beleuchtung und Brennstoffzellentechnologien zur Gewinnung erneuerbarer Energien, eine Biogasanlage zur Verwertung von Essensresten und eine Kühlanlage, die auf Luftentfeuchtungstechnologienbasiert. 78 Infrastrukturausbau Die singapurische Land Transport Authority (LTA) befasst sich mit der Zukunft der singapurischen Infrastruktur. Neben dem Ausbau des Schienennetzwerkes, dessen Ausmaß sich verdoppeln soll und dem Unterfangen, das steigende Aufkommen privater Transportmittel angemessen zu organisieren, konzentriert 77 EDB. (21. Januar 2015). Investieren in Singapur. 78 Reyes, E. (16. August 2013). CleanTech One officially opens in Singapore s first eco-business park. 34

45 sich die LTA auch darauf, das Transportwesen nachhaltiger zu gestalten. Einen großen Beitrag können die Nutzer selbst leisten, indem sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen und das propagiert auch die LTA. 79 Die LTA nutzt für ihre Projekte ein ISO zertifiziertes Environmental Management System, das Maßnahmen zum Umweltschutz festschreibt. 80 Für die MRT-Strecke Circle Line hat die LTA den BCA-LTA Green Mark for Rapid Systems Award Gold erhalten, der die Linie als besonders umweltfreundlich auszeichnet. 81 Aktuelle Projekte umfassen den Bau der MRT-Station Canberra, den Ausbau der Downtown Line, den Bau der neuen MRT-Linie Thomson-East Coast-Line sowie die Erweiterung der East-West Line von Joo Koon bis nach Tuas West. Für die Zukunft sind weitere Projekte geplant, wie bspw. die Cross Island Line, die Jurong Regional Line, der North South Expressway, die Komplettierung der Circle Line sowie ein Ausbau der North-East Line bis nach Punggol North. 82 Es ist deutlich zu sehen, dass im Bereich der öffentlichen Infrastruktur viele Projekte in der Fertiggestellung oder in der Planung stehen Baumaterialien Unter nachhaltiger Konstruktion versteht man in Singapur das Nutzen von Materialen oder Produkten, die zum einen wiederverwertbar sind und zum anderen einen geringeren Verbrauch natürlicher Ressourcen bedeuten. Als Beispiele für nachhaltige Konstruktionsmaterialen gelten unter anderem Stahl und andere Metalle, Glas, Substitute für Beton und bereits vorgefertigte Teile der Konstruktion (bspw. Badezimmer). 83 In fünf strategischen Zielen wurde ein Masterplan zu nachhaltiger Konstruktion entwickelt. Die Regierung soll beispielhaft vorangehen und somit auch nachhaltige Konstruktion im privaten Sektor vorantreiben. Im privaten Bereich wurde bspw. für den Bau der Goodwood Residence Material des zuvor abgerissenen Hauses verwendet. Ein weiteres Beispiel stellt Tampines Concourse dar, das mit Hilfe von Materialen wie Kupferschlacke und Hüttensand erbaut wurde, wodurch natürliche Ressourcen geschont werden konnten und Karbonneutralität erreicht wurde. Durch Forschung und Unterstützung der Regierung in Form von bspw. Research Fund for the Built Environment oder Sustainable Construction Capability Development Fund soll zudem die Leistungsfähigkeit der Industrie weiter gefördert werden. Auch rechtliche Rahmenbedingungen wurden ausgebaut, unter anderem durch einen neuen Standard bzgl. Zuschlagsstoffen oder auch durch Bestimmungen zu Abrissen. Mit der Unterstützung von sowohl Industrie als auch Regierung ist die BCA zuversichtlich, weitere Schritte hin zu nachhaltiger Konstruktion zu gehen LTA. (31. März 2015). Green Transport 80 LTA. (22. August 2013). Preserving The Environment in Our Work. 81 LTA. (10. Juli 2012). LTA and the BCA Awards. 82 LTA. (14. November 2014). Featured Projects. 83 BCA. (2007). Sustainable Construction Materials for Building. 84 Chew, K.C. (2010). Singapore's strategies towards sustainable construction. 35

46 4.1.6 Aktuelle Projekte im Bereich Gebäudeeffizienz Wie bereits im vorangehenden Abschnitt beschrieben, sind es vor allem Projekte des öffentlichen Sektors, die das Bauwesen vorantreiben. Der Personaldienstleister Hays sieht in Singapur Chancen für Fachkräfte aus Architektur und Bauwesen, denn viele Projekte stünden aktuell in der Warteschleife. Große, öffentliche Projekte wie bspw. das Betten umfassende Krankenhaus in Woodlands oder der neue Terminal 4 am Flughafen Changi sind es, die die Baunachfrage oben halten. Öffentliche Infrastruktur wird nicht nur durch Projekte wie dem Flughafen Changi ausgebaut, sondern vor allem auch in Form der MRT. Der Ausbau des MRT-Netzes und Tunnelprojekte stellen weitere Projekte dar, die auf dem Plan stehen Rahmenbedingungen für Energieeffizienz Standards, Normen und Zertifizierungen Im Jahr 2005 wurde die singapurische Ranking-Methode für grüne Gebäude, das BCA Green Mark Scheme, eingeführt. Energieeffizienz, Wassereffizienz und nachhaltiges Baumaterial sind nur einige der Leitideen, die durch den einheitlichen Standard umgesetzt werden sollen. Der Green Mark Standard beschränkt sich nicht nur auf den Gebäudebau. Auch gibt es Vorschriften für bspw. nachhaltige Büroausstattung, Supermärkte und Datenzentren. Seit 2008 besteht die Pflicht, dass alle neuen Gebäude den Building Control (Environmental Sustainability) Regulations entsprechen müssen, um dem Green Mark Standard zu genügen. Damit bereits bestehende Bauten ebenfalls dem Standard gerecht werden, ist dem Building Control Act 2012 ein Richtlinie hinzugefügt worden: Part IIIB Environmental Measures for Existing Buildings. Demnach sind Besitzer dazu angehalten, Sorge zu tragen, dass auch bestehende Gebäude dem Green Mark Standard entsprechen. Im Zuge dessen ist auch ein regelmäßiges Protokoll über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz der Kühltechnik zu führen. Seit der Einführung des Standards im Jahr 2005 hat sich die Zahl von 17 grünen Gebäuden auf im Jahr 2014 erhöht. Die BCA möchte ihren Beitrag durch den Green Mark Standard leisten, dem bis zum Jahr Prozent der Gebäude in Singapur entsprechen sollen. Dies entspricht einer Größenordnung von 62 Millionen Quadratmetern Grundfläche, was 25 Prozent der bebauten Fläche in Singapur ausmacht. Auch in der Industrie sollen so Niedrigenergiebauten gefördert werden. All diese Maßnahmen erfolgten unter dem ersten und zweiten Green Building Masterplan, wobei sich ersterer auf die Nachhaltigkeit neu erbauter Gebäude fokussierte, während der zweite auch bereits existierende Gebäude einbezieht. Der Green Building Masterplan ist die Strategievorgabe für energieeffiziente Gebäude. Der aktuelle dritte Green Building Masterplan basiert auf drei Säulen. Das erste Ziel besteht darin, die Vorreiterrolle bezüglich energieeffizienter Gebäude weiter auszubauen. Auch soll das 85 Hays. (28. Januar 2015). New Projects spur demand for architects and construction professionals in Singapore. 36

47 Engagement auf alle Bewohner ausgedehnt werden, da Zusammenarbeit größere Erfolge erzielt. Schließlich ist es das dritte Anliegen, dem gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes Beachtung zu schenken. Dies schließt bspw. nachhaltige Baumaterialen, Energieüberwachung und die Nachhaltigkeit innerhalb des Raumes ein. 86 Strategie: Der Green Building Masterplan Erster Green Building Masterplan Bei der Entwicklung des ersten Green Building Masterplans wurde das Augenmerk auf grünes Bauen in der Industrie und auf Richtlinien für neue Objekte gelegt. Im Anschluss wurde im Jahr 2006 das Green Mark Incentive Scheme for New Buildings mit S$ 20 Millionen dotiert, was finanzielle Anreize setzen sollte, zumindest eine Green Mark-Auszeichnung in Gold beim Bau eines neuen Gebäudes zu erreichen. Die Idee des grünen Bauens neuer Gebäude fand regen Anklang, weshalb der Fond bereits vier Jahre später erschöpft war wurde ein Masterplan zu nachhaltiger Konstruktion verabschiedet, im gleichen Jahr wurde ein erster Fond mit Forschungsgeldern vom Ministry of National Development (MND) zur Verfügung gestellt. Der Fund for the Built Environment in Höhe von S$ 50 Millionen wird von der BCA verwaltet und soll die Forschung im Bereich der Bauindustrie vorantreiben. Zusätzlich zu Programmen und Anreizen ging Singapur auch einen rechtlichen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Bauindustrie, so wurde im Building Control Act ein Abschnitt zu nachhaltigem Bau verankert. Seither gilt der Green Mark Standard verpflichtend für Neubauten und existierende Gebäude, die saniert werden. 87 Zweiter Green Building Masterplan Wenig später, nach Einführung der ersten gesetzlichen Richtlinie zu grünem Bauen, wurde 2009 der zweite Green Building Masterplan veröffentlicht, der sich auf die Nachhaltigkeit bereits bestehender Bauten fokussiert. Im Rahmen des Programms PSTLES (Public Sector Taking The Lead) müssen neue öffentliche Gebäude, deren von einer Klimaanlage bediente Fläche größer als Quadratmeter ist, dem Green Mark Platinum Standard entsprechen. Für bestehende öffentliche Bauten gilt, dass, soweit die klimatisierte Fläche größer Quadratmeter ist, eine Renovierung vorgenommen werden muss, sodass bis zum Jahr 2020 ein Green Mark Gold Standard erreicht wird. Im Allgemeinen ist ein Großteil der öffentlichen Organisationen daran interessiert, umweltfreundliche Projekte durchzuführen. Die JTC bspw. gewann im Jahr 2013 den Green Mark Champion Award, nachdem die singapurische Behörde in ihren Bauprojekten auf Nachhaltigkeit setzte. Der zweite Green Building Masterplan basiert auf sechs strategischen Zielen, wobei unter anderem der öffentliche Sektor als Vorbild 86 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 87 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 37

48 für den privaten Sektor dienen soll, Anreize für den Privatsektor gesetzt werden, Fähigkeiten und Technologien entwickelt werden und auch rechtliche Grundbausteine gesetzt werden sollen. 88 Dritter Green Building Masterplan Um das führende Land im nachhaltigen Bauen mit Expertise unter tropischen Bedingungen zu werden, ist es die Zielsetzung des dritten Green Building Masterplans, nicht nur Fortschritte im Bauen selbst zu erzielen, sondern auch im Denken der beteiligten Individuen. Der dritte Green Building Masterplan richtet sich also nicht nur an Besitzer und Entwickler, sondern auch bspw. an Hausmeister und Bewohner. Die erste Säule des neuen Masterplans ist der Ausbau der Führung im Bereich des nachhaltigen Bauens in den Tropen. Innerhalb Singapurs wird schon seit Jahren Expertise aufgebaut, bspw. durch PSTLES, die Initiative, in der der öffentliche Sektor beispielhaft vorangeht und auf grüne Gebäude setzt oder auch Ausbildung im Bereich des grünen Bauens, wie bspw. das Programm Singapore Certified Energy Manager oder themenbezogene Studiengänge. Bildung und Forschung wird in Singapur im Allgemeinen groß geschrieben und soll auch im Bereich des grünen Bauens Innovationen voranbringen. Auch der Green Mark Standard, der Gebäude hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit beurteilt, wird stetig weiterentwickelt und soll als führende Ranking-Methode für Gebäude in den Tropen heranwachsen. Auch außerhalb Singapurs wird der Green Mark Standard genutzt. So sind an die 250 Projekte in 71 Städten aus 15 verschiedenen Ländern verzeichnet, davon 22 in China und 21 in Malaysia. Weitere vereinzelte Städte, vor in ASEAN gelegen, aber auch in Australien, Korea und sogar Tansania haben Projekte nach dem Green Mark Standard zertifiziert. Weiterhin soll das Engagement und die Zusammenarbeit ausgebaut werden. Das ist das zweite Ziel des dritten Green Building Masterplans. Hierbei sollen Besitzer und Mieter von Gebäuden, die Industrie, der öffentliche Sektor und der Bildungssektor gemeinsam das Bewusstsein gegenüber nachhaltigem Bauen voranbringen. Technologien und nachhaltiges Bauen allgemein können schon einen großen Teil zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs beitragen, jedoch müssen auch die beteiligten Stakeholder mitspielen und ein Bewusstsein gegenüber Nachhaltigkeit entwickeln. Nur so kann ein ganzheitlicher Ansatz umgesetzt werden. Durch Beobachtung und Kontrolle der bisherigen Maßnahmen soll der Energieverbrauch überwacht werden. Auch rücken nachhaltige Baumaterialen, Karbon-Reduktion und die Raumqualität innerhalb des Gebäudes in den Fokus. Das dritte Ziel ist es also, eine nachhaltige Wirkung durch die erfolgten Maßnahmen gewährleisten zu können BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 89 BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan. 38

49 Gesetze: Der Building Control Act In Singapur wird sowohl mit Hilfe von Anreizen als auch Regulierungen gearbeitet, um Gebäude nachhaltig und energieeffizient zu gestalten. Das den Bau regelnde Gesetz, der Building Control Act, wurde im Jahr 2008 von MND und BCA um einen Abschnitt ergänzt, der diesbezügliche Basisvereinbarungen enthält. Die Building Control (Environmental Sustainability) Regulations umfassen minimale Standards für neue Gebäude und bestehende Bauten. Durch einen 2010 eingeführten Zusatz soll zusätzlich der Standard Certified des Green Mark Schemes bei allen neuen Gebäuden, Anbauten an bestehende Bauten und bei Renovierung existierender Bauten größer Quadratmeter eingehalten werden. Durch die Ergänzungen des Building Control Acts sind die Eigentümer dazu verpflichtet, bei Renovierung des Gebäudes einen minimalen Green Mark Standard zu erfüllen, wenn bspw. das Kühlsystem ausgetauscht oder erneuert wird. Auch muss die Kühlanlage Effizienz-Standards einhalten können. Um dies sicherzustellen, ist der Eigentümer dazu verpflichtet, alle drei Jahre einen Energieaudit durchzuführen. Jährlich müssen Daten über den Energieverbrauch des Gebäudes eingereicht werden. 90 Standards: Der Green Mark Standard Um einen einheitlichen Standard im Bausektor festzulegen, gilt in Singapur seit 2005 das BCA Green Mark Scheme. Der Green Mark Standard gilt für neue und bereits bestehende Gebäude und soll deren Nachhaltigkeit bewerten. Bereits existierende Bauten sollen somit möglichst nachhaltig und umweltschonend fortbestehen, während neue Bauten in den Bereichen Wasser und Energie besonders effizient gestaltet werden sollen. Weitere Schlüsselkriterien stellen Umweltschutz, die Qualität des Wohnraumklimas sowie andere grüne Faktoren dar. Im Rahmen des Bewertungsverfahrens wird vorab besprochen, welches Ergebnis erzielt werden soll, um anschließend eine Bewertung durchzuführen. Erreicht werden, können die Ergebnisse BCA Green Mark Certified, Gold, Gold Plus und Platinum (aufsteigende Reihenfolge). Der Green Mark Status muss hierbei alle drei Jahre überprüft werden. Die Bewertungskriterien für neue Bauten sind seit dem 15. Januar 2013 in Kraft (Version 4.1), während die Version für existierende Nichtwohngebäude seit 26. Juli 2012 in Kraft ist, für existierende Wohngebäude seit 27. März Auch gibt es Green Mark Zertifizierungen für bspw. Restaurants, Büroausstattung, Infrastruktur, Krankenhäuser oder Schulen. Für Neubauten, die Nichtwohnbauten zuzuordnen sind, gilt aktuell BCA Green Mark for Non-Residential Buildings Version 4.1, welches im Bereich Energieeffizienz Einsparungsmöglichkeiten in der Gebäudehülle, bei Klimaanlagen, Beleuchtung, mechanischen Belüftungssystemen, energieeffizienten Aufzügen und der Integration von erneuerbaren Energien Punkte vorsieht. Für bereits existierende Nichtwohnbauten ist das 90 BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan. ; BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. ; 39

50 BCA Green Mark for Existing Non-Residential Building Version 3.0 anwendbar, welches die gleichen Teilaspekte umfasst und zusätzlich Wert auf Tageslicht und natürliche Ventilation legt. Durch folgende Links ist ein jeder dazu in der Lage, den persönlichen Punktestand eines Projektes innerhalb des Green Mark Schemas zu berechnen. 91 https://www.bca.gov.sg/greenmarkscorecalculator https://www.bca.gov.sg/greenmarkebcalculator Tabelle 13: Übersicht existierender Green Mark Standards Neue Gebäude Bestehende Gebäude BCA Green Mark for New Non- Residential Buildings BCA Green Mark for Existing Non- Residential Buildings BCA Green Mark for New Residential Buildings BCA Green Mark for Existing Residential Buildings BCA Green Mark for Landed Houses BCA Green Mark for Existing Schools Beyond Buildings Within Buildings BCA-NParks Green Mark for Existing BCA Green Mark for Office Interior Parks BCA Green Mark for Restaurants BCA-NParks Green Mark for New BCA Green Mark for Supermarket Parks BCA Green Mark for Retail BCA Green Mark for Infrastructures BCA Green Mark for Data Centre BCA-LTA Green Mark for Rapid Transit System (RTS) BCA Green Mark for Healthcare Facilities BCA Green Mark for District Quelle: BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan Öffentliches Vergabeverfahren und Ausschreibungen Singapur ist einer jener Mitgliedsstaaten der WTO, die das Agreement on Government Procurement unterzeichnet haben. Die Vereinbarung sieht vor, dass von der Regierung angebotene Ausschreibungen offen, fair und transparent sein müssen. 92 In Singapur werden solche Angebote auf dem Online-Portal gebiz veröffentlicht und abgewickelt BCA. (18. Juni 2015). BCA Green Mark Assessment Criteria and Online Application. 92 WTO. (2015). Agreement on Government Procurement. 93 GeBIZ ist das Online-Portal, über das öffentliche Angebote und Ausschreibungen bekannt gegeben und abgewickelt werden. Nähere Informationen unter: https://www.gebiz.gov.sg 40

51 Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist die singapurische Regierung proaktiv, wenn es um das Vorantreiben der Energieeffizienz geht. Neben den direkt unterstützten Programmen, wie dem E2PO, ist die Regierung bestrebt, mögliche Barrieren, wie bspw. die Finanzierungsfrage, zu überwinden. Dies ist entscheidend, da Unternehmen lediglich dann in Energieeffizienz investieren, wenn gute Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind. Experten nach geht die Anzahl der unterstützenden Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz in Gebäuden im Vergleich zu den letzten Jahren durch die Regierung aktuell jedoch zurück. Im folgenden Abschnitt werden zuerst allgemeine Initiativen zur Förderung von Energieeffizienz vorgestellt, die jedoch nicht nur bspw. in der Industrie anwendbar sind, sondern auch in Gebäuden. Anschließend werden spezielle Initiativen zur Energieeffizienz in Gebäuden im Rahmen des BCA Green Mark der Building and Construction Authority erläutert. Zu beachten ist, dass dem Großteil der Initiativen ein Auswahlkriterium zu Grunde liegt, dass formuliert, dass sich ausschließlich Unternehmen bewerben können, die in Singapur registriert sind. Auch die Lokalität, auf die die Initiative angewendet werden soll, muss meist innerhalb der singapurischen Grenzen liegen. Ausschreibungen Energieeffizienz allgemein Clean Development Mechanism (CDM) Unter CDM können Unternehmen durch Energieeinsparungen Umweltzertifikate erwerben, die sie wiederrum bspw. an Länder verkaufen können. So soll ein durch das Kyoto-Protokoll vorgegebener Standard hinsichtlich Treibhausgasreduktionen leichter erreicht werden können. 94 Der CDM gilt unter dem Kyoto-Protokoll und in Singapur unter der Schirmherrschaft der NEA für Projekte, deren Zielsetzung es ist, Treibhausgase einzusparen. Im Rahmen des CDM ist die NEA dafür zuständig, das Genehmigungsschreiben auszustellen, das bescheinigt, dass das Projekt die geforderten Kriterien erfüllt, damit dieses bei United Nations Framework Convention on Climate Change CDM Executive Board registriert werden kann. Die drei Schlüsselkriterien sind Umweltverträglichkeit, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit. 95 Ein extra eingerichteter Fond, der CDM Documentation Grant, soll die Unternehmen bei diesem Vorhaben unterstützen. Der Höchstbetrag zur Förderung eines CDM Projekts sind $ Im Rahmen des Projektes wird ein Karbon Berater engagiert, dessen Auftragskosten zu 30 bzw. 50 Prozent gedeckt werden können und dessen Beratungsleistung erfolgt, bevor das neue Projekt durchgeführt wird. Der CDM Projektentwickler muss in Singapur registriert sein und das vorgeschlagene CDM Projekt muss in Singapur liegen United Nations Climate Change Clean Development Mechanism. (Mai 2012). CDM Factsheet: General. 95 NEA. (6. April 2015). Clean Development Mechanism. 96 NEA. (31. Juli 2014). Clean Development Mechanism Documentation Grant. 41

52 Energy Efficiency Improvement Assistance Scheme (EASe) Das EASe richtet sich an Unternehmen der Industrie und des Bausektors und soll diese dazu bewegen, ihren Energieverbrauch zu überwachen, um Potentiale zu untersuchen, den Energieverbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu steigern. Bei Inanspruchnahme einer Energieuntersuchung durch eine Energy Services Company (ESCO) können demnach bis zu 50 Prozent der Kosten übernommen werden. Der Maximalbetrag, der pro Gebäude (oder Manufaktur) in Anspruch genommen werden kann, beträgt S$ in fünf Jahren. Ende März 2014 wurden im Rahmen von EASe bereits 282 Projekte im Wert von S$ 7,88 Millionen unterstützt. Teilnahmeberechtigt sind Besitzer oder Betreiber von Industrieanlagen oder Gebäuden, die in Singapur registriert sind. Auch das Objekt, auf das EASe angewendet wird, muss in Singapur liegen. 97 Durch eine sorgfältige Energieanalyse, die durch EASe unterstützt werden kann, soll es Gebäudenutzern ermöglicht werden, Energieeinsparungspotentiale zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu tätigen, sodass sowohl Energie als auch Kosten eingespart werden können. Das Singapore Post Office bspw. hat seine Kühlanlage ausgetauscht und konnte seinen Energieverbrauch von 1,1 kw/rt auf 0,6 kw/rt senken. Jährlich können so MWh eingespart werden. Die Implementationskosten betrugen S$ 2 Millionen bei einer Amortisationszeit von 1,7 Jahren. Durch das Austauschen der Kühlanlage können nun jährlich S$ 1,2 Millionen eingespart werden. Auch bei dem Condominium Keppel Bay, bei dem es sich um ein privates Wohnobjekt handelt, konnten mit Hilfe von EASe Möglichkeiten zur Einsparung von Energie ausgemacht werden. Durch die Optimierung von Wasserpumpen und Beleuchtung spart das Gebäude nun jährlich 437 MWh an Energie ein. Die Implementationskosten betrugen S$ , die Amortisationszeit 2,2 Jahre. Durch die Optimierung werden nun S$ pro Jahr eingespart. 98 Grant for Energy Efficiency Technologies (GREET) GREET ist ein Fond, der Unternehmer dabei unterstützen soll, energieeffiziente Anlagen und Technologien in bestehende und neue Einrichtungen zu integrieren. Gestützt wird das Programm durch NEA und EDB. Bis zu 20 Prozent der Kosten werden übernommen, bis zu S$ 4 Millionen pro Projekt. Ende März 2014 ist eine Anzahl von 51 Projekten mit S$ 46 Millionen unterstützt worden. 99 Die Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass sowohl Besitzer oder Betreiber als auch das Gebäude selbst in Singapur registriert bzw. ansässig sein müssen. Außerdem muss der Bewerber Partner innerhalb des Energy Efficiency National Partnership (EENP)-Programms sein und ein bestimmtes Energy Management System installiert haben. Das EENP- Programm wurde 2010 von NEA, EMA und EDB als ein freiwilliges Programm ins Leben gerufen und lädt Akteure der Industrie ein, sich über Best-Practice-Ansätze in Bezug auf Energieeffizienz in ihrer Branche auszutauschen. Auch hinsichtlich des Projektes gibt es bestimmte Ausschlusskriterien. Bspw. muss der 97 NEA. (4. März 2015).Energy Efficiency Improvement Assistance Scheme (EASe). ; NEA. (20. Januar 2015). Energy Efficiency Improvement Assistance Scheme (EASe). 98 NEA. (17. März 2015). Buildings Success Stories. 99 NEA. (20. Januar 2015). Grant for Energy Efficient Technologies (GREET). 42

53 Projektstart nach dem Zeitpunkt der Bewerbung liegen und das Projekt muss messbare Energieeinsparungen vorweisen können. Sollte das sich bewerbende Unternehmen kein kleines oder mittelständisches Unternehmen (KMU) sein und der erwartete Energieverbrauch größer als 5 GWh sein, liegen die minimalen Projektkosten bei S$ Die Definition eines KMU nach SPRING beschreibt, dass mindestens 30 Prozent der Shareholder lokal sein müssen und der Umsatz des Unternehmens S$ 100 Millionen nicht überschreitet oder nicht mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Auch sollte das Projekt drei Jahre nach Gewährleistung des Grants fertiggestellt sein. Projekte, die ausschließlich Kosten reduzieren, aber keine Energie einsparen, sind von einer Bewerbung ausgeschlossen. 100 Singapore Certified Energy Manager (SCEM) Programme and Training Grant SCEM ist ein Fond, der die Expertise in Energiemanagement fördert. Ingenieure oder Manager von energieraubenden Einrichtungen, bspw. von Gebäuden, können sich weiterbilden. Der Training Grant bezieht sich auf die Ausbildung, das SCEM Training auf professioneller Ebene. Eine unterstützende Wirkung entfaltet der Fond, indem er erfolgreichen Bewerbern die Kosten für das Training nach Bestehen des Tests zurückerstattet. 101 Das Programm wurde von der Abteilung Energy Sustainability an der National University of Singapore (NUS) entwickelt und von EDB gesponsert. Das Programm wird von Locally-based Enterprise Advancement Programm angeboten und stellt eine Weiterbildung im Bereich Energiemanagement dar. Um an dem Programm teilnehmen zu können, muss der Bewerber Singapurer oder Permanent Resident sein. 70 Prozent der Kosten können übernommen werden. Das Unternehmen GlaxoSmithKline hat zwei Produktionen in Singapur und hat durch das SCEM Programm profitiert. Das Unternehmen hat einen SCEM Manager, der für die jährliche Zielsetzung für Energieeinsparungen zuständig ist und diese mit einem Energiemanagement Komitee festlegt. Bereits seit 2002 kann das Unternehmen auf diesem Weg Einsparungspotentiale analysieren. Dies wird durch ein Kontroll- und Zielsetzungssystem unterstützt. So hat GlaxoSmithKline an die 300 Energiesparmaßnahmen implementiert und konnte dadurch $ 12,5 Millionen einsparen NEA. (7. Mai 2015). Grant for Energy Efficient Technologies (GREET). 101 NEA. (20. Januar 2015). Singapore Certified Energy Manager (SCEM) Programme and Training Grant. 102 NEA. (25. Mai 2015). Singapore Certified Energy Manager (SCEM) Programme and Training Grant. 43

54 Zusammenhang einzelner Programme Die Zusammenhänge einiger einzelner Programme zeigt die folgende Abbildung: Abbildung 6: Nutzungsverlauf der einzelnen Programme 103 Quelle: modifiziert nach NEA. (21. April 2015). Step-by-step guide for industries to improve EE with NEAs incentives. Erster Anlaufpunkt ist das EENP-Programm. Darauf folgt das SCEM Training Grant, welches zur Kofinanzierung beim Aufbau von lokaler Expertise und Kompetenz im Bereich des professionellen Energiemanagements dient. Das EASe wird dann zur Identifikation potenzieller Bereiche für die Verbesserung der Energieeffizienz genutzt. Der GREET unterstützt bei der Anschaffung geeigneter Technologie und Ausrüstung zur Steigerung der Energieeffizienz. 104 Die einzelnen Programme können auch losgelöst voneinander genutzt werden, je nach Vorhaben des Unternehmens. Deutlich wird hierbei, dass die Regierung in verschiedenen Phasen der Energieeffizienzsteigerung Hilfeleistungen bietet. Alle Programme zielen darauf ab, dass Unternehmen: ihre Anlagen und Einrichtungen energieeffizienter gestalten, energieeffiziente Ausstattungen vorziehen und ausgebildetes Personal haben, das energieeffiziente Maßnahmen identifizieren und implementieren kann. SME Energy Efficiency Initiative Im Juli 2013 hat die Regierung die SME Energy Efficiency Initiative ins Leben gerufen, welche sich an KMUs richtet. S$ 17 Millionen wurden kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung gestellt, damit diese ihre Energienutzung auswerten, kontrollieren und verbessern können und so über die folgenden 103 NEA. (21. April 2015). Step-by-step guide for industries to improve EE with NEAs incentives. 104 NEA. (21. April 2015). Step-by-step guide for industries to improve EE with NEAs incentives. 44

55 drei Jahre mindestens 10 Prozent Einsparungen bei den Energiekosten erzielen. Diese Initiative wurde von SPRING Singapore entwickelt und wird von dem Industrieverband für nachhaltige Energie, der Sustainable Energy Association of Singapore (SEAS), geführt. 105 Unter diesem Programm können Unternehmen gefördert werden, die in Singapur operieren und registriert sind, die mindestens zu 30 Prozent lokale Aktieninhaber vorzeigen können und weniger als 200 Angestellte oder einen Jahresumsatz von weniger als S$ 100 Millionen haben. 106 SEAS vertritt die Interessen und bietet zeitgleich eine Plattform für Unternehmen der Energiebranche, um Singapur als regionales Zentrum für energieeffiziente Technologien und Dienstleistungen, nachhaltige Energien, Carbon-Asset Management und Handel sowie Clean Energy Finance zu entwickeln. 107 SPRING Singapore, auf der anderen Seite, ist eine Behörde des Ministeriums für Handel und Industrie und sorgt dafür, das Unternehmen in Singapur wachsen und das Vertrauen in singapurische Produkte und Dienstleistungen steigt. 108 Die Initiative besteht aus folgenden Komponenten: Tabelle 14: Fördermittelinitiativen im Rahmen von SMEEE 109 Bereich Ziel Beschreibung Energy Audit Innovation and Capability Voucher Soll KMUs unterstützen vereinfachte Kontrollen bezüglich des Energieeffizienzlevels ihres Betriebes durchzuführen KMUs können eine der 11 vorqualifizierten ESCOs engagieren um ein Energieaudit ihres Betriebes durchführen zu lassen. Die Prüfung beinhaltet: Erfassung des Energieverbrauchs der gesamten Anlage, Ableitung von Leistungsindikatoren und in Vergleich mit Benchmarks setzen Abgabe einer Schlussfolgerungen und Empfehlungen bezüglich der betrieblichen Verfahren, Energieeffizienz und Angabe des Kapitalaufwands, jährliche Kosten- bzw. kwh - Einsparungen, Rückzahlung, etc. Empfehlungen unterbreiten wie bspw. Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung der Anlage, zum Betrieb und der Verwaltung sowie zur Energieeffizienz. Energy Monitoring System isprint Ermöglicht den KMUs ihren Energieverbrauch zu überwachen und zu kontrollieren KMUs können ein Energy Monitoring System installieren und an ihre Bedürfnisse anpassen um eine Echtzeit- Überwachung des Energieverbrauchs ihres Betriebes zu haben, Basiswerte und Leistungsindikatoren zu setzen, sowie mögliche Abweichungen zu identifizieren. 105 Green Business Singapore. (10. Juli 2013). Government sets aside 17 milion to boost energy efficiency in SMEs. 106 SEAS. SME Energy Efficiency Initiative. 107 SEAS. (2015). About Us. 108 SPRING. (3. Feburar 2015). SPRING Singapore. 109 Green Business Singapore. (10. Juli 2013). Government sets aside 17 milion to boost energy efficiency in SMEs. 45

56 Energy Efficiency Project Implementation Capability Development Grant Energy Efficiency Thought Leadership Capability Development Grant Soll KMUs bei der Einführung von Projekten zur Verbesserung der Energieeffizienz unterstützen Die Nachhaltigkeit von Energieeffizienzinitiativen innerhalb des Betriebes unterstützen KMUs können Projekte einführen, die deutliche Verbesserungen hinsichtlich der Energieeffizienz des Betriebes gewährleisten und wesentliche Einsparungen beim Energieverbrauch generieren. Beispiele für energieeffiziente Projekte sind folgende, jedoch nicht allein auf diese zu beschränken: - Installation und Gebrauch von energieeffizienter Ausstattung oder Technologie, die eine nachgewiesene Erfolgsbilanz in einer industriellen Einrichtung aufweisen kann. - Einführung von Projekten unter Einbeziehung der Neugestaltung von Arbeitsabläufen und Prozessen. - Erforschung und Entwicklung von energieeffizienter Technologie. Ein Pilot-Trainings-Programm wird in Zusammenarbeit mit dem McKinsey Capability Center: Green Campus durchgeführt. Das Green Campus: Learn and Apply Programm für KMUs besteht aus einem vier-tägigen Training vor Ort und 12 Revisions-Sitzungen. Das Programm ist auf einen Zeitraum von sechs Monaten ausgelegt, um den KMUs zu ermöglichen zu Lernen und Anzuwenden, was sie in ihrem Betrieb erlernt haben. Waehrend dem gesamten Prozess werden sie von McKinsey s Green Campus Fakultätsmitgliedern betreut. Quelle: Green Business Singapore. (10. Juli 2013). Government sets aside 17 milion to boost energy efficiency in SMEs. Insgesamt hat Singapur ein vielfältiges und fortschrittliches Angebot an Finanzierungs- und Fördermitteln, was das Engagement und die Unterstützung für energieeffiziente Maßnahmen seitens der Regierung deutlich macht. Ausschreibungen Energieeffizienz in Gebäuden Speziell auf Gebäude bezogen, fördert die singapurische Building and Construction Authority energieeffiziente Baumaßnahmen durch das Anreizsystem BCA Green Mark, welches unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung beinhaltet. Unter dem BCA Green Mark Anreizsystem laufen bspw. das $ 100 Millionen Green Mark Incentive Scheme for Existing Buildings, das Green Mark Gross Floor Area Incentive Scheme, das Green Mark Incentive Scheme Design Prototype und das Pilotprojekt Building Retrofit Energy Efficiency Financing Scheme. 110 Die einzelnen Fördermöglichkeiten werden im Folgenden näher vorgestellt. 110 NEA. (14. Februar 2014) Green Mark Incentive Schemes. 46

57 Building Retrofit Energy Efficiency Financing Scheme (BREEF) Das Umrüsten bestehender Bauten auf Energieeffizienz ist meist mit hohen Kosten verbunden. Aus diesem Grund und um damit den Eigentümern von Bauten unterstützend unter die Arme zu greifen, wurde im Jahr 2011 das BREEF eingerichtet. Es soll den Gebäudeeigentümern über die Hürde der Implementationskosten energieeffizienter Maßnahmen hinweg helfen. Bereits in der ersten Phase des Testprojekts BREEF konnten 5 Projekte mit über S$ 6 Millionen gefördert werden. Im April 2014 wurde das BREEF ausgeweitet und gilt nunmehr auch für Wohnbauten. BREEF läuft noch bis Ende März Anwendbar ist BREEF von Besitzern von Nichtwohnbauten, Management Korporationen nach dem Land Titles (Strata) Act (Chapter 158) für sowohl Wohnbauten als auch Nichtwohnbauten und von NEA und BCA anerkannte ESCOs innerhalb einer Energy Performance Contracting Vereinbarung. Die Laufzeit des Kredits muss einen Zeitraum kleiner acht Jahre betragen, während der Kredit die Obergrenze von S$ 5 Millionen nicht überschreiten darf. Das zuständige Kreditinstitut bestimmt den Zinssatz. Teilnehmende Kreditinstitute sind DBS Bank Ltd, IFS Capital Ltd, Orix Leasing Singapore Ltd, Standard Chartered Bank sowie United Overseas Bank. Die Zielsetzung der BREEF Initiative ist es, die größtmögliche Performanz eines bestehenden Gebäudes in Sachen Energieeffizienz zu erreichen. Hierbei soll durch die Maßnahme zumindest ein Green Mark Standard des Niveaus Certified erreicht werden, der die gesamte Laufzeit des Kredits erhalten bleiben muss. 111 Green Mark Incentive Scheme for New Buildings (GMIS-NB) Das GMIS-NB, dotiert mit $20 Millionen, wurde im Jahr 2006 eingeführt, um die Anwendung von energieeffizienten Technologien und Gebäudedesign zu unterstützen. Das Mindestziel ist ein Green Mark Gold Standard. Die Initiative besteht nicht mehr, denn der Fond ist aufgebraucht. 112 Green Mark Gross Floor Area (GM-GFA) Incentive Scheme Im Jahr 2009 haben die BCA und die URA GM-GFA eingeführt. Die Initiative soll den privaten Sektor dabei unterstützen, Gebäude mit einem hohen Green Mark Standard zu entwickeln. Sobald ein Gebäude einen Platinum Standard oder einen Gold Plus Standard erreicht hat, gewährt die URA eine Bewerbung auf zusätzliche Grundfläche. Das GM-GFA wurde im April 2014 verlängert und gilt für weitere fünf Jahre oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Fond aufgebraucht ist. GM-GFA ist anwendbar für private Bauzwecke, Sanierung und Rekonstruktion, sowohl auf Wohnbauten als auch auf Nichtwohnbauten. 111 BCA. (26. Januar 2015). Pilot Building Retrofit Energy Efficiency Financing Scheme. 112 BCA. (22. Juni 2015). Enhanced $20 Million Green Mark Incentive Scheme for New Buildings. 47

58 Green Mark Incentive Scheme Design Prototype (GMIS-DP) Durch die Zusammenarbeit aller Akteure, die am Bau eines neues Gebäudes beteiligt sind, kann das Design eines Objektes so geplant werden, dass ein höherer Grad an Energieeffizienz des Gebäudes erreicht werden kann, da die Bedürfnisse anderer Baubeteiligter eingerechnet werden können. Um die ganzheitliche Zusammenarbeit beim Design eines neuen Gebäudes zu berücksichtigen, hat die BCA im Dezember 2014 das GMIS-DP, dotiert mit S$ 5 Millionen, eingerichtet. Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre und endet spätestens dann, wenn der Fond aufgebraucht ist, was auch zu einem früheren Zeitpunkt geschehen kann. Es können unter dem Schema bis zu 70 Prozent der Kosten getragen werden, höchstens S$ Mit Hilfe der Initiative sollen die Bauherren dazu befähigt werden, einen Consultant aus dem Bereich Environmentally Sustainable Design anzustellen. Dieser wirkt unterstützend durch Workshops und Simulationen. Das Ziel der Initiative ist es, einen Green Mark Standard Platinum zu erreichen oder mindestens 40 Prozent Energieersparnis. Bewerben können sich Bauträger und Besitzer von sowohl privaten als auch öffentlichen, neuen Bauprojekten und dieselben von bestehenden, zu renovierenden Gebäuden, die mindestens 2000 Quadratmeter groß sind. Das Projekt darf zuvor keine anderen Fördermaßnahmen einer singapurischen Behörde in Anspruch genommen haben. Vor einer Bewerbung ist auf jeden Fall die BCA aufzusuchen, um den Projektvorschlag gemeinsam zu besprechen und danach eine formelle Bewerbung abzuliefern. Seit Mai 2013 müssen neue Bewerber je nach Art des Gebäudes auch eine bestimmte Punktzahl auf dem Energy Efficiency Index (EEI) erreichen. Green Mark Incentive Scheme for Existing Buildings (GMIS-EB) Das GMIS-EB soll Entwickler und Besitzer von Bauten dazu anregen, energieeffizientes Design oder Technologien in bestehenden Gebäuden zu integrieren. Inhalte der Initiative sind sowohl ein Liquiditätsanreiz als auch ein sogenannter Health Check, der einen Energieaudit von Klimaanlagen darstellt. Der Fond für Liquiditätsanreiz ist seit April 2014 aufgebraucht und somit nicht mehr verfügbar. Zuvor wurden bis zu 50 Prozent des Umbaus oder der Neuanschaffung von Energieeffizienzmaßnahmen bis zu einer Höhe von S$ 3 Millionen übernommen. Der Health Check, bei dem 50 Prozent der Kosten eines Energieaudits getragen werden können, während die verbleibenden 50 Prozent vom Besitzer selbst entrichtet werden müssen, wurde im April 2014 auf weitere 5 Jahre verlängert. Green Mark Incentive Scheme for Existing Buildings and Premises (GMIS-EBP) Gefördert werden, kann im Rahmen des GMIS-EBP die Installation von energieeffizienter Ausstattung, deren Anschaffungskosten bis zu 50 Prozent erstattet werden können. GMIS-EBP richtet sich vor allem an private kommerzielle Bauten, wie bspw. Malls oder Hotels, aber auch an Mietimmobilien, wie bspw. Büros, 48

59 Restaurants oder Supermärkte. Projekte des öffentlichen Sektors, ebenso wie industrielle Bauten oder Wohnbauten können nicht unter GMIS-EBP gefördert werden. Die Initiative kann von Besitzern gewerblicher Bauten, die KMUs sind, in Anspruch genommen werden, genauso wie von Gebäudeinhabern, deren Mieter zu 30 Prozent aus KMUs bestehen. Um zu definieren, welche Unternehmen genau unter das Label KMU fallen, nutzt BCA die Definition von SPRING Weiterführende Maßnahmen, Vereinbarungen und Vorhaben Um die Umwelt zu schützen und eine hohe Lebensqualität in dem dicht besiedelten Inselstaat beizubehalten, setzte Singapur schon früh auf den Erhalt von Grünflächen. Zwischen 1986 und 2007 ist der Anteil an Grünflächen von 36 Prozent auf 47 Prozent gestiegen, obwohl es einen Bevölkerungszuwachs von 68 Prozent während dieser Zeit gab. Momentan ist circa 50 Prozent der Stadt Grünfläche. Dies soll auch weiterhin so bleiben. 113 Abbildung 9: Energieintensität im Ländervergleich 114 Quelle: Enerdata Yearbook (2010) 113 NCCS. (2012). Mitigation: Reducing Emissions. 114 Krishnaswamy, R. (Februar 2013). Dynamics of the Industrial Energy Efficiency Market: A Strategic Perspective. 49

60 Insgesamt hat Singapur im Ländervergleich bereits eine gute Position im Bereich Energieeffizienz erreicht. Die Energieintensität ist seit 2000 bereits stark gesunken. Auch die Kohlenstoffintensität konnte im Vergleich zu 1990 bis 2012 um 25 Prozent verbessert werden. Die Regierung möchte zudem die Kohlendioxidemission bis 2020 um 16 Prozent im Vergleich zum Status Quo senken. 115 Dennoch lässt der Stadtstaat im Vergleich zu anderen Ländern wie bspw. Japan noch Verbesserungspotential erkennen. Daher muss Singapur auch weiterhin Maßnahmen zur Verbesserung von Energieeffizienz fördern Finanzierungsmöglichkeiten Das EDB unterscheidet im Bereich der Finanzierung sauberer Energien zwischen Projektfinanzierung und Venture Capital/Private Equity Finanzierung. Projektfinanzierung bieten bspw. Deutsche Bank, Rabobank, Standard Bank, Standard Chartered, DnB NOR, BARCLAYS oder BNP Paribas an. Im Bereich Venture Capital/Private Equity Finanzierung seien bspw. zouk, EDBI, NEA, Temasek Holdings, Vertex, FE Clean Energy Gourp Inc. oder GIC zu nennen. 116 Das kalifornische Start-Up-Unternehmen Sunnyvale, das bspw. intelligente Lichtsensoren herstellt, wird bei einem Markteintritt nach Singapur von EDBI unterstützt. Auch das Start-Up-Unternehmen Enlighted wurde von EDBI mit $5 Millionen unterstützt Steueranreizssysteme One Year Accelerated Depreciation Allowance for Energy Efficient Equipment and Technology (ADAS) Das ADAS ist ein Steueranreizsystem im Rahmen des Income Tax Acts, in energieeffiziente Ausstattung zu investieren. Der Vorteil, den das Programm ermöglicht, ist, dass die Produkte im Laufe des ersten Jahres abgeschrieben werden können, an Stelle von dreien. Das bedeutet, dass im ersten Jahr weniger Steuern gezahlt werden müssen. Kosten, die direkt auf die Produktanschaffung und Inbetriebnahme zurückgeführt werden können, fallen unter das Schema; Kosten für Beratungsleistung jedoch nicht. 118 Für die Initiative kann sich jedes Individuum bewerben, dass in Singapur ein Gewerbe betreibt oder einer entsprechenden Beschäftigung nachgeht. Das Equipment darf allerdings ausschließlich zum geschäftlichen Gebrauch bestimmt sein und muss Ausstattung ersetzen, die weniger energieeffizient ist Forschung und Entwicklung 115 Thomson, E. (2013). Sustainable Singapore: Innovations in Energy & Environment. 116 Goh, C. K. (15. November 2011). Cleantech Hub in Asia Pacific Singapore. 117 John, J. (10. September 2013). Enlighted Targets Singapore for Smart Lighting, Building Sensors. 118 NEA. (20. Januar 2015). One Year Accelerated Depreciation Allowance for Energy Efficienct Equipment and Technology (ADAS). 119 NEA. (5. März 2015). One Year Accelerated Depreciation Allowance for Energy Efficient Equipment and Technology. 50

61 Um die Stellung des globalen Spitzenreiters im nachhaltigen Bauen in tropischem Klima zu erreichen, arbeitet die BCA eng mit dem Forschungs- und Bildungssektor zusammen. Hierbei soll durch die Zusammenarbeit privater und öffentlicher Institutionen Synergieeffekte erzielt werden. Im Rahmen des Themas Forschung sind drei Punkte relevant, die im Folgenden vorgestellt werden: Forschungsinstitute, Singapur als Testzentrum sowie Forschungsgelder und Ausschreibungen. Darüberhinaus erfolgt das Ausbilden von Experten, die den Sektor weiter voranbringen sollen. Auf diesen Aspekt wird im letzten Teil des Abschnitts genauer eingegangen. Forschung Seit 2011 hat Singapur mehr als S$ 800 Millionen an öffentlichen Forschungsgeldern in die Bereiche Energie, Wasser und auch nachhaltige Gebäude investiert. Die Förderung der Forschung steigert das Unternehmertum. So hat sich die Zahl der Unternehmen aus dem Bereich Wasser seit 2006 verdoppelt und umfasst heute an die 100 Unternehmen. Forschung eröffnet ein Spielfeld für alle Akteure der Wertschöpfungskette, die durch Zusammenarbeit Innovationen erreichen können. 120 Der Programmleiter des Studiengangs Integrated Sustainable Design der NUS, Dr. Nirmal Kishnani, betont die Notwendigkeit von Forschung speziell auf dem Gebiet der Gebäudeeffizienz : Only R&D can quantify and objectively measure the performance of green buildings.. Forschung und Entwicklung sind nicht nur die Grundbedingungen für die Entwicklung neuer Technologien und deren Test auf Wirksamkeit, sondern auch eine treibende Kraft, was die Implementation der Anwendungen in der Industrie betrifft. 121 Auch Experten sind sich einig, dass Unternehmen ein Testprogramm fahren sollten, um den Konsumenten das Vertrauen in neue Produkte zu erleichtern. Viele große Akteure aus dem Bereich der sauberen Energien sind sich dieser Tatsache bewusst, weshalb sie regionale oder globale Forschungs- und Testzentren in Singapur eingerichtet haben. Das Unternehmen Panasonic hat bspw. ein Forschungszentrum eröffnet, in dem umweltfreundliche Produkte und Anwendungen getestet werden, bevor sie auf den Markt kommen. Hierbei arbeitet Panasonic eng mit der singapurischen Regierung zusammen. Auch das Unternehmen Vestas Wind forscht in Singapur und zwar im Bereich der Windenergie. 122 Forschungsinstitute Im Bereich der Forschung zu sauberen Energien ist Singapur ein etablierter Standort. Ein wichtiger Teilnehmer in diesem Feld ist das SERIS, das hochklassige Forschung betreibt und ebenso anerkannte Experten ausbildet. Derzeit arbeiten an die 160 Forscher an Forschungsprojekten des SERIS. 123 SERIS unterhält in Bezug auf energieeffiziente Gebäude das Cluster Solar and Energy Efficient Buildings. Die 120 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 121 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 122 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 123 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 51

62 Forscher sehen ein großes Einsparpotential, sowohl auf Energie- als auch auf Kostenseite vor allem was die Nutzung von Klimaanlagen betrifft. Durch die klimatischen Bedingungen ist deren Gebrauch in Singapur weit verbreitet. Zusätzlich zum Thema Klimatisierung sind energieeffiziente Gebäudetechnologien im Allgemeinen, wie bspw. leistungsstarke Gebäudehüllen und solare Energiequellen von Bedeutung. Das Cluster teilt sich dementsprechend in zwei Bereiche: Fassadentechnologien und Solar Thermal. Aufgrund Singapurs geografischer Lage liegt bei beiden Schwerpunkten ein besonderes Augenmerk auf den Technologien und deren Wirkung unter den tropischen Bedingungen. 124 Neben SERIS ist ein weiteres großes Forschungsinstitut im Bereich der sauberen Energien in Singapur tätigt: Hier werden Bereiche wie Windenergie, Brennstoffzellen, Smart Grids und auch nachhaltige Gebäude behandelt. pflegt auch Forschungskooperation zu Unternehmen. So arbeitet bspw. mit großen Marktakteuren wie Bosch, IBM, Philips oder Vestas Wind zusammen. 125 Hinsichtlich energieeffizienter Gebäude gibt es bei den Forschungsbereich Sustainable Building Technologies, dessen Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Building-to-Grid Infrastruktur, nachhaltiges Gebäudemanagement in den Tropen, erneuerbare Energien im Hinblick auf Gebäude, energieeffiziente Kühlung und Beleuchtung sowie nachhaltigem Baumaterial liegen. 126 Auch die Agency for Science, Technology & Research (A*STAR) ist aktiv auf dem Feld der sauberen Energien und betreibt ein Experimental Power Grid (EPGC). Das EPGC ermöglich Forschung im Bereich Energieverteilung und Smart Grids auf einer MicroGrid Fläche von einem MW. 127 Singapur als lebendes Labor Der Stadtstaat Singapur verfügt über eine relativ kleine Grundfläche und weist ein geringes Vorkommen natürlicher Ressourcen auf. Aus diesem Grund ist Singapur besonders an Nachhaltigkeit interessiert. Um Entwicklungen auf diesem Gebiet zu fördern, arbeiten öffentliche Instututionen eng mit privaten Organisationen zusammen. Indem Unternehmen der Raum für ein lebendes Labor geboten wird, kann auch der singapurische Stadtstaat von den neusten Technologien profitieren. Die singapurische Behörde für Wohnungsbau, das Housing Development Board, kooperiert bspw. gemeinsam mit dem Unternehmen Panasonic am Projekt Punggol Eco-Town. In dem öffentlichen Wohnungsbau befinden sich Solarsysteme, Lithium-Ionen-Batterien, Energiemanagementsysteme und Klimaanlagen von Panasonic. Auch Unternehmen wie EDF, Veolia, GlaxoSmithKline oder Keppel Seghers arbeiten eng mit den singapurischen Behörden zusammen. 128 Im Jahr 2009 eröffnete die BCA ihr Prestigeprojekt: Das Zero Energy Building (ZEB), welches das erste seiner Art in Südostasien ist. Es wurde in Zusammenarbeit der Unternehmen DP Architects und Beca Asia 124 SERIS. (5. März 2015). Solar and Energy Efficient Buildings. 125 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 126 (21. August 2014). Research Areas Sustainable Building Technologies. 127 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 128 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 52

63 entwickelt und mit Technologien wie Ventilation und PV Systemen ausgestattet. Das ZEB gehört zu der BCA Akademie und weist einen Nettoenergieverbrauch gleich Null auf. Das heißt, es kann sich selbst mit Energie versorgen. Der emerierte Chairman von Beca Asia zeigt sich sehr zufrieden und erklärt, dass das ZEB sogar mehr Energie produziert, als es bräuchte und somit sogar eine positive Energiebilanz aufweist. Das Prestigeprojekt dient zeitgleich auch Forschungszwecken nachhaltiger Gebäudetechnologien. Die Forschungseinheit der BCA, das Centre for Sustainable Building and Construction (CSBC), hat in Zusammenarbeit mit SERIS bereits Forschung an PV-Systemen durchführen können. Auch wurde ein Passive Displacement Ventilation System getestet, was später in der Learning Hub der NTU integriert wurde. CSBC hat zudem ein energieeffizientes Beleuchtungssystem getestet. Der Vertreiber des Beleuchtungssystems weiß seither steigende Absatzzahlen aufzuzeigen. Testprojekte wie bspw. kühlende Wandfarbe sind weiterhin geplant. Alles in allem dient das ZEB nicht ausschließlich als Forschungsobjekt, sondern zeitgleich als eine Plattform, die neuen Technologien zu Popularität verhilft. 129 Im Laufe des Jahres 2015 soll ein weiteres Vorzeigeprojekt, neben dem ZEB, in Singapur eröffnet werden. Bereits im Jahr 2012 begann BCA gemeinsam mit Lawrence Berkeley National Laboratory die Planung einer drehbaren Testeinrichtung. Nach dem amerikanischen Vorbild FLEXLAB wird die Anlage das Testen neuer Technologien wie bspw. Beleuchtung, Klimatechnik oder Fassadentechnologien unter tropischen Bedingungen und unterschiedlicher Sonneneinstrahlung ermöglichen. 130 Auch andere Regierungsbehörden arbeiten an der Weiterentwicklung der singapurischen Nachhaltigkeit in Gebäuden. Innerhalb des S$ 90 Millionen teuren Ökoprojekts CleanTech One, dem nachhaltigen Business Park, der 2030 fertiggestellt werden soll, arbeitet die JTC eng mit Marktteilnehmern aus der Industrie zusammen. Im Rahmen der Initiative Clean Tech Park Living Lab werden so neue Technologien getestet, bevor sie auf den Markt kommen. 131 Die JTC initiiert auch das Programm JTC Industrial Infrastructure Innovations (I hoch 3) Partnership, im Rahmen dessen Unternehmen ihre nachhaltigen Anwendungen in Projekten der JTC testen können. Durch das Programm und den Capability Development Grant von SPRING wird zudem eine gemeinsame Ausschreibung der beiden Organisationen gefördert der JTC- SPRING Joint Call for Test-Bedding of Sustainable Solutions, der 2014 ausgerufen wurde. Die Aufgabe der geförderten Anwendungen soll es sein, ein Gebäude effizienter, leistungsfähiger und kostengünstiger zu gestalten. 132 Forschungsgelder und Ausschreibungen Unterschiedliche Behörden initiieren Ausschreibungen zum Thema Energieeffizienz in Gebäuden. So fanden in der Vergangenheit bspw. zwei Ausschreibungsverfahren statt, die von BCA, A*STAR und MND initiiert 129 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 130 BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan. ; EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 131 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 132 JTC. (29. Juni 2015). JTC i3 Partnership Programme. 53

64 wurden. Zum einen gab es den A*STAR-MND Green Building Joint Call (2011), der sich auf energieeffiziente Lösungen und nachhaltige Baumaterialen fokussierte und zum anderen den A*STAR-MND Green Building R&D Grant Call (2012), in dem das Fassadenmaterial im Fokus stand. 133 Für den MND Research Fund for Built Environment stellte MND S$ 50 Millionen zur Verfügung. Der Fond wird von BCA verwaltet. 134 Die NEA möchte zudem zwei industrielle Projekte bei der Implementierung von Energy Management Information Systems (EMIS) unterstützen. EMIS bezieht sich hierbei auf ein System, dass Daten zur Energieperformanz aufzeichnet und es Unternehmen somit ermöglicht, ihren Energieverbrauch auszuwerten und zu verbessern. So soll die Effektivität eines solchen Systems unter Beweis gestellt werden. Bis 6. Juli 2015 werden Bewerbungen entgegen genommen. 135 Zwischen den Jahren 2007 und 2013 hat die BCA sechs Ausschreibungen veranlasst, die alle einem Public- Private-Partnership-Ansatz folgten. Das Ziel war es, Technologien für nachhaltige Gebäude zu entwickeln. Auch wurden im September 2013 $20 Millionen an Forschungsgeldern in das Energy Innovation Research Programme investiert, das gemeinsam mit der National Research Foundation (NRF) gegründet wurde, um Hochschulen, Forschungsinstitute und KMUs bei der Entwicklung nachhaltiger Anwendungen für den Umbau bestehender Gebäude in den Tropen zu entwickeln. 136 Gemeinsam mit verschiedenen Behörden und anderen Experten der Branche hat die BCA ein Forschungspapier erstellt, die BCA R&D Roadmap. Die Schrift hält Technologien fest, die in Singapur eine Zukunft haben können und befasst sich ebenso mit Schwierigkeiten, die die Implementation derselben mit sich bringen würden. Die NRF, in Form des Energy Research, Development, Demonstration Executive Committees, stellt S$ 52 Millionen im Rahmen des Green Buildings Innovation Clusters zur Verfügung, dessen Zielsetzung es ist, den schwierigen Schritt zwischen Theorie und Praxis zu überwinden, die Verknüpfung zwischen Innovation und Policy zu knüpfen. 137 Die folgenden zwei Abschnitte umreißen die aktuellen Ausschreibungen Innovation Grant und Green Building Innovation Cluster. Beispiel: Innovation Grant (igrant) Der Fokus des igrant liegt auf den von der BCA R&D Roadmap identifizierten Technologien mit Potential in den Tropen aus dem Bereich Energieeffizienz und Ressourceneffizienz. Die Förderung basiert auf einem Zwei-Stufen-Prinzip, bei dem zuerst eine finanzielle Hilfe zum Start des Projekts ausgezahlt wird. Auf der zweiten Stufe können weitere Kosten in einer Höhe von bis zu $ übernommen werden, höchstens jedoch 70 Prozent. Um als Bewerber in Frage zu kommen, muss ein Unternehmen in Singapur registriert sein und auch die Entwicklungsarbeit muss in Singapur erfolgen. Die Bewerbung muss vor Start des Projekts erfolgen und es darf keine ähnliche öffentliche Unterstützung in Anspruch genommen worden sein. 133 BCA. (13. August 2013). A*STAR-MND Joint Grant Call for Green Building R&D. 134 BCA. (15. Juli 2013). MND Research Fund for the Built Environment. 135 NEA. (6. Mai 2015). Grant Call for Energy Management Information Systems (EMIS) Projects. 136 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 137 BCA. (6. Mai 2015). Green Buildings Innovation Cluster (GBIC). ; BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan. 54

65 Zusätzlich muss das Unternehmen aufzeigen, dass es das Projekt alleine oder durch Mithilfe von Partnern stemmen kann. 138 Beispiel: Green Buildings Innovation Cluster (GBIC) Im Rahmen des dritten Green Building Masterplans gewinnen Forschung, Entwicklung und Demonstration an Bedeutung. Das langfristige Ziel hohe Gebäude mit niederigem Energieverbrauch für die Tropen ( low energy, high-rise buildings for the tropics ) zu errichten, dominiert auch die Forschungsschwerpunkte, die in der BCA R&D Roadmap festgehalten sind. Daraus resultierend hat die NRF S$ 52 Millionen in das GBIC investiert, mit dessen Hilfe eine integrierte RD&D Hub entstehen soll. Verwaltet wird das Programm von CSBC an der BCA Akademie. Die drei Kernkomponenten in GBIC sind zum einen das Herstellen einer Verbindung zwischen Entwicklern und Industrie, sodass neue Technologien getestet werden können, um bessere Startbedingungen auf dem Markt zu haben. Auch sollen gemessene Daten zur Auswertung und Beurteilung von Technologien dienen. Zum anderen unterstützt GBIC Forschung und Entwicklung. Eine Ausschreibung wird im September 2015 erfolgen. 139 Bildung Zusätzlich zu den Forschungsmaßnahmen wird besonders Wert auf eine Ausbildung im Bereich der Nachhaltigkeit gelegt. Das erklärte Ziel der BCA ist es, bis zum Jahr Experten im Bereich des nachhaltigen Bauens ausgebildet zu haben. Darüber hinaus soll das allgemeine Bewusstsein in der Bevölkerung gegenüber nachhaltigen Gebäuden soll gestärkt werden. 140 Um einen holistischen Ansatz hinsichtlich wachsender Nachhaltigkeit in der Baubranche zu erreichen, sind Fachkräfte unabdinglich. Eine größere Kompetenz soll die Unternehmen zudem wettbewerbsfähiger werden lassen. Die BCA Akademie bspw. verfolgt einen Bildungsansatz, der Experten von der Stufe des Designs bis hin zu Energiemanagement ausbilden soll. 141 Die Art der Ausbildung im Bereich nachhaltiger Gebäude kann in drei Bereiche eingeteilt werden. Akademische Programme, Programme für Führungskräfte und Programme, die mit einem Zertifikat abschließen. Im Bereich der akademischen Programme wird bspw. ein Diploma Abschluss in Mechanical Engineering mit Schwerpunkt Green Building Technology, Strategic Facilities Management und Electrical Engineering & CleanEnergy angeboten. An den Hochschulen UniSIM, BCAA und der Singapore Polytechnic wird der Studiengang Bachelor of Science in Facilities & Events Management angeboten. Auch Masterstudiengänge im Bereich des nachhaltigen Bauens werden in Singapur angeboten, so bspw. der Master of Science in Sustainable Building Design (University of Nottingham) oder der Master of Science in Facility & Environment Management (University College London). Zertifikate wie bspw. Green Mark 138 BCA. (14. August 2014). 2-Stage Innovation Grant (igrant). 139 BCA. (6. Mai 2015). Green Buildings Innovation Cluster (GBIC). 140 EDB. (25. Juni 2015). Clean Energy. 141 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 55

66 Manager oder Green Mark Professional können erreicht werden. An Executive Development Programmen bietet die Carnegie Mellon Universität Leadership in Environmental Sustainability an, während Stuttgart University of Applied Sciences und die Technische Universität Braunschweig Innovations in Sustainable Design & Technology anbieten. Außerdem werden in Singapur Seminare und Konferenzen veranstaltet, die eine Weiterbildung im Bereich des nachhaltigen Bauens ermöglichen. 142 Im Allgemeinen wird in Singapur viel Wert auf die Forschung und Entwicklung von neuen Technologien gelegt. Nachhaltiges Bauen wird demnach durch Forschung, Ausbildungen und Kurse bzw. Zertifikate gefördert BCA. (2014). 3 rd Green Building Masterplan. 143 BCA. (2013). Leading the Way for Green Buildings in the Tropics. 56

67 5. Marktstruktur und Marktchancen für deutsche Unternehmen 5.1 Marktstruktur und Marktattraktivität für Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich Gebäudeeffizienz Seit Mai 2007 engagiert sich auf Regierungsebene das Gremium E2PO speziell für das Thema Energieeffizienz in Singapur. Dieses setzt sich, ähnlich wie das 2006 zur Förderung der Solarindustrie gegründete Energy Innovation Programme Office (EIPO, ehemals Clean Energy Programm Office), aus Vertretern aller für den Bereich relevanten Ministerien und Behörden zusammen: NEA, EMA, EDB, LTA, BCA, HDB, URA, Infocomm Development Authority of Singapore (IDA), A*STAR, JTC, NRF, Ministry of the Environment and Water Resources (MEWR) und MTI. 144 Handlungsbedarf wird, wie es sich auch in den involvierten Behörden widerspiegelt, in folgenden Bereichen gesehen: Energieerzeugung Industrie Transport Gebäude Haushalte Der Auftrag von E2PO ist es, eine ganzheitliche abgestimmte Strategie sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu erarbeiten. Diese sollen die Adaption und Weiterentwicklung innovativer Technologien ebenso fördern wie das Know-How im Bereich Energiemanagement. Darüber hinaus soll E2PO die Profilierung einer entsprechenden Industrie für saubere Energien vorantreiben. In allen Bereichen, ob im Privatleben oder in der Wirtschaft, soll ein stärkeres Bewusstsein für Energieeffizienz im Kontext von Themen wie Klimawandel und CO2-Ausstoß geschaffen werden. E2PO bietet das ESCO Akkreditierungsschema an. Als ESCO werden jene Unternehmen betitelt, die Technologien oder Services aus dem Bereich Energieeffizienz anbieten. Eine Akkreditierung soll die Qualität der angebotenen Produkte eines Unternehmens sicherstellen. So soll das Vertrauen und auch das Wachstum des Sektors Energieeffizienz angekurbelt werden. Jedes in Singapur ansässige Unternehmen kann sich innerhalb des Schemas für die Akkreditierung als ESCO bewerben. Hierbei gelten unterschiedliche Regelungen wie bspw. die Dauer des Bestehens des Unternehmens größer/kleiner 3 Jahre. 145 Große Marktakteure wie bspw. Siemens, Honeywell, Johnson Controls sind akkreditierte ESCOs. Als 144 NEA. (5. März 2013). Objective and Members. 145 NEA. (21. April 2015). ESCO Accreditation Scheme. 57

68 ausgewachsene Märkte für ESCOs im Bereich Energieeffizienz werden mittlerweile Japan und Südkorea gesehen. Von diesen Ländern können entsprechende Best-Practice-Ansätze übernommen werden. 146 Abbildung 20: Momentaufnahmen des gesamten Energieeffizienzmarktes in Asien-Pazifik, 2010 und Quelle: Krishnaswamy, R. (Februar 2013). Dynamics of the Industrial Energy Efficiency Market: A Strategic Perspective. Vergleicht man Singapur mit den anderen Staaten, ist der Markt der Energieeffizienz hier bereits in einer mittleren Entwicklungsphase. Die singapurische Regierung ist offen gegenüber ausländischen Unternehmen und arbeitet kooperativ mit diesen zusammen, um neue Potenziale und Lösungen zu entwickeln. Viele Unternehmen, die sich auf Energieeffizienz und Energieoptimierung spezialisiert haben, sind daher in Singapur vertreten bspw. Siemens Energy, Schneider Electric, IBM, M+W Group, GE Energy, Cendid Energy Solutions, EnEd Asia and AEG Power Solutions. Des Weiteren finden sich trotz der relativ geringen Landesfläche viele multinationale ESCOs in Singapur. Neben den 20 akkreditierten Firmen gibt es zahlreiche ESCOs, die in Größe und Angebot variieren und verschiedene Arten von energieeffizienten Beratungen anbieten. Beispiele für ESCOs sind Equation Energy Pte Ltd und G-Energy Global Pte Ltd sowie Kaer Pte Ltd, United Premas Ltd, LJ Energy Pte Ltd, Invensys und Actsys Process Management Consultants Pte Ltd. 148 Die Unternehmen, die sich schon länger für die Verbesserung der Nachhaltigkeit und Transparenz in ihren Betrieben einsetzen, sind ein Haupttreiber der Energieeffizienz in Singapur. Daneben sind es auch die multinationalen Unternehmen, welche ihre Richtlinien für Energienutzung nach der Best Practice - Methode in allen ihren Betrieben durchsetzen und dadurch neue Standards in Singapur schaffen. Im Allgemeinen haben die Regierungen in der Region Asien-Pazifik mittlerweile die Wichtigkeit von Energieeffizienz erkannt. Dabei variieren die Ergebnisse der implementierten Energieeffizienzmaßnahmen je nach Energiepreisen, Menge der Aufmerksamkeit für das Thema und der staatlichen Unterstützung im Land. Im Vergleich der unterschiedlichen Länder zeigt sich zudem, dass grundsätzlich eine Reduzierung von 146 Krishnaswamy, R. (Februar 2013). Dynamics of the Industrial Energy Efficiency Market: A Strategic Perspective. 147 Krishnaswamy, R. (Februar 2013). Dynamics of the Industrial Energy Efficiency Market: A Strategic Perspective. 148 ReEx Capital Asia. (2011) South East Asia Energy Efficiency Market report

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