Möglichkeiten und Grenzen der HIV/AIDS-Prävention im virtuellen Raum am Beispiel des Internetforums GayRomeo

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1 Möglichkeiten und Grenzen der HIV/AIDS-Prävention im virtuellen Raum am Beispiel des Internetforums GayRomeo Diplomarbeit Erik Dollwetzel Matrikelnummer: , Fachsemester 13 Feurigstr. 62, Berlin, In Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Dresden e.v. Betreuung & Erstgutachten: Prof. Dr. Bernd Stickelmann Zweitgutachten: Prof. Dr. Marlene Bock Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen Abgabetermin: (Wintersemester 2005 / 2006)

2 Inhalt 1 Einleitung 1 2 Prävention und Gesundheitsförderung 3 3 HIV/ Aids und schwule Männer als eine Hauptrisikogruppe Entwicklungen der bisherigen HIV/Aids-Prävention Normalisierung Aktuelle Herausforderungen und Schwerpunkte der HIV/Aids-Prävention mit schwulen Männern Sexuelle Realität: Präventionsrationalismus vs. Triebrealismus Selbstschutz und Angst als Motivation Risikomanagement und neue Herausforderungen für die Prävention Spezifische Aspekte im Blick auf HIV-positive Schwule Barebacking Sexuell übertragbare Krankheiten Schwule Männer und Partnerschaft Schwule Szenen Zusammenfassung 43 4 Das Internet Ort von Kommunikation und sozialen Prozessen Funktionsweise, technische Voraussetzungen und Inhalte Dienste im Internet Kommunikation und Interaktion im Internet Besonderheiten computervermittelter Kommunikation Theorien der computervermittelten Kommunikation Modelle zu Medienwahl, Medienmerkmalen und Kommunikationsverhalten Identität und Virtualität in der CvK Sprache im Chat Zusammenfassung 64

3 5 Sexualität im Internet Gayromeo die schwule Online-Community Aufbau des Angebotes Profil Mitgliederdatenbank und Suchfunktionen Kommunikationsmöglichkeiten Nutzer Nutzungsmotivationen Cybersex? Virtuelle Sexualität vs. sexuelle Realität 83 6 Hybrididentitäten und (Un-)safer Sex 90 7 Network vs. Streetwork? Überlegungen zu Präventionsarbeit bei GayRomeo Literatur und Quellen 109 Anhang

4 1 Einleitung Ungezählte theoretische Auseinandersetzungen haben sich innerhalb der letzten etwa dreißig Jahre mit HIV und Aids beschäftigt teilweise in harten Kontroversen. Trotz medizinischer Fortschritte zumindest in der industrialisierten Welt werden das HI-Virus und seine Auswirkungen wohl auf lange Zeit eine Herausforderung bleiben sozial, medizinisch politisch, wirtschaftlich und menschlich. Eine der hauptsächlich betroffenen Gruppen in der westlichen Welt sind nach wie vor schwule Männer. Das Verhältnis zwischen ihnen und der HIV-Prävention war und ist immer auch von Ambivalenzen geprägt. Die Gründe hierfür sind einer der Ausgangspunkte der vorliegenden Arbeit. Fest steht, dass sich HIV-Prävention mit schwulen Männern vor allem mit Sexualität befassen muss, denn diese stellt das primäre Übertragungsrisiko für das Virus dar. Sexualität wiederum trifft als elementarer Bestandteil menschlichen Lebens seit einigen Jahren auf ein Phänomen, welches den Alltag vieler Millionen Menschen nachhaltig beeinflusst: das Internet. Die vernetzte Welt hat innerhalb rasant kurzer Zeit mit unvergleichlicher Selbstverständlichkeit jeden Bereich kommunikativer Zusammenhänge in sich aufgenommen so auch Sexualität. Wer sich innerhalb der schwulen Subkulturen und Szenen umsieht, wird den Eindruck gewinnen, dass Internet-Dating-Communities mittlerweile den herkömmlichen Szenelokalitäten den Rang abgelaufen haben. Eines der sich regen Zulaufs erfreuenden Portale in Deutschland ist GayRomeo. Hunderttausende Mitglieder sind registriert und nutzen die Vorteile der lückenlosen Vernetzung und des einfachen Datings per Mausklick. Was folgt aber für die herkömmliche HIV-Prävention aus dieser Verlagerung schwuler Subkultur? Wie kann sie mit schwulen Männern in einem Raum umgehen, der sich eben nicht mehr mit bunten Plakaten und einer Hand voll Kondome betreten lässt. Wie kann HIV-Prävention mit schwulen Männern in einer Welt agieren, deren Bewohner durch DSL-Leitungen verbunden sind? Funktionieren die herkömmlichen, bereits kontrovers genug diskutierten Präventionskonzepte, wenn ihre Rezipienten sich den gewohnten Räumen entziehen und ihr soziales wie sexuelles Leben zunehmend in einem, in seinen gesellschaftlichen, sozialen und psychologischen Auswirkungen noch längst nicht hinreichend erforschten Medium gestalten? Wie kann sich Prävention auf kommunikativer, aber auch praktisch technischer Ebene

5 auf das Internet einstellen und sich vielleicht im selben Moment seiner Eigenschaften bedienen? Ist die Online-Welt nichts anderes als ein Spiegelbild der realen Welt und was, wenn nicht? Welche Auswirkungen hätte dies auf Sexualität, und Leben schwuler Männer und damit auf HIV-Prävention selbst? Diese Fragen soll die vorliegende Arbeit zu beantworten helfen. Dabei wird zunächst, nach einem kurzen Blick auf Prävention im Allgemeinen, die HIV-Prävention mit schwulen Männern im Mittelpunkt stehen. Ihre Entwicklung soll ebenso beschrieben werden wie ihre Probleme und Perspektiven. In einem nächsten Teil soll die Welt des Internet und die mit ihm verbundenen sozialund kommunikationswissenschaftlichen Zusammenhänge beleuchtet werden, um danach der komplexen Verbindung von Sexualität, computervermittelter Kommunikation und HIV-Risiken auf den Grund zu gehen.

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