Wie Klingt Pong? Ein künstlerischer Workshop zum Redesign des Kult-Computerspiels Pong

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1 Redesign Pong 2014

2 Wie Klingt Pong? Ein künstlerischer Workshop zum Redesign des Kult-Computerspiels Pong Mein erstes Computerspiel war eine Pong-Heimkonsole von Quelle. Das muss so um 1977 herum gewesen sein. Ich erinnere mich noch, dass ich anfangs fasziniert war, allerdings... konnte man damals keine weiteren Spiele reinstecken, sondern nur die Pong-Varianten spielen, die fest im Gerät eingebaut waren. Andreas Lange, Direktor Computerspielemuseum Ein vielseitiges, künstlerisches Projekt, welches gleich mehrere Fächer sinnvoll verbindet: Musik, Kunst und Informatik. Ich freue mich sehr über die neu entstandenen Spiele. Philipp Fleschenberg, Lehrer, Albert-Gutzmann-Schule Wie klingt Pong? ist ein Projekt, das aus der Zusammenarbeit von uns drei Künstlerinnen Peggy Sylopp, Petra Kübert und Heidrun Schramm entstand. Unser Ziel war es, ein Projekt zu schaffen, welches unsere unterschiedlichen künstlerischen Arbeitsweisen mit der Förderung von bildungsbenachteiligten Kindern vereint. Unsere Schaffensschwerpunkte Klangkunst, Medienkunst, Fotografie und Medienarchäologie bilden das Fundament für die Projektidee Wie klingt Pong?. Damit thematisieren wir ein über vierzig Jahre altes Kult-Computerspiel, das immer wieder in verschiedenen Medienkunstkontexten Künstler*innen inspiriert. Das minimalistische visuelle und akustische Design und die einfache Spielmechanik dieses Archetypus eines Konsolenspiels lassen noch viel Spielraum für das Pong Redesign. In einem künstlerischen, multimedialen Workshop gestalteten wir zusammen mit zwölf Weddinger Schüler*innen Pong akustisch und visuell neu. Fast alle der Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern wie Kongo, Tschetschenien, Bulgarien und Libyen waren erst wenige Monate in Deutschland. Wir kreierten die Atmosphäre eines Laboratoriums, in dem die Kinder mit auditiver Wahrnehmung experimentierten und dadurch ihre neue Umgebung spielerisch kennen lernten und erforschten. Am Beispiel dieses einfachen, sich auf Tischtennis beziehenden Spiels konnten die Teilnehmer*innen auch mit wenig Deutschkenntnissen in einem übersichtlichen Rahmen schnell in den kreativen Arbeitsprozess einsteigen und dabei im Umgang mit audio-visuellen Medien aktiv werden.

3 Soundwalk Wir beginnen mit einem Soundwalk, lenken unsere auditive Wahrnehmung auf unsere Umgebung und sensibilisierten unser Gehör für Klänge aus unserem Alltag. Analog >> Digital Wir spielten Tischtennis auf dem Schulhof und Pong am Computer.

4 Wie soll unser individuelles Pong-Spiel klingen? Aufschlag, Fehlschlag und Flugbewegung wollten wir neu vertonen. Thematisch fanden wir vier verschiedene Klangatmosphären interessant : Tierstimmen, Musikinstrumente, Beatbox /Stimmen und abstrakte Sounds. Wir erzeugten Klänge mit Gegenständen und Instrumenten wie Maultrommel, Trommeln auf dem Tisch, Stifte, Papier, Schwingungen von einem Linial und experimentierten mit unseren Stimmen. Im Musikraum gab es ein Klavier, Vibraphon und viele Percussion Instrumente Tonaufnahmen Wir lernten, diese Klänge mit digitalen Recordern aufzunehmen und mit dem Audioschnittprogramm Audacity zu scheiden und mit Effekten zu bearbeiten, um er- eine übersichtliche Sound- Bibliothek für das neue Spiel-Sounddesign aufzubauen. Ton >> Bild Wir hörten Filmsound-Beispiele verschiedener klanglicher Stimmungen, um zu erkennen, welche Wirkung Klänge erzielen können: z.b. tiefe Töne wirken bedrohlich oder hohe Töne alarmierend und schnellere Rhythmen erzeugen Spannung.

5 Bild >> Ton Um Ton und Bild inhaltlich aufeinander abzustimmen, fotografierten die Schüler*innen für sie passende Hintergrundbilder, Schläger und Bälle: zum Beispiel Fotoausschnitte vom Spielfeld, das rote Muster einer Schulwand, der wolkenlose blaue Himmel oder Mützen, Diskokugel, Stifte, Feuerlöscher, Lautsprecher. Mit dem Klang- und Bildmaterial gestalten wir das KultComputerspiel Pong neu. Hintergrund Bälle Schläger

6 Redesign Pong Dafür programmierte Peggy Sylopp das Pongspiel vor und integrierte es in eine speziell für Kinder konzipierte Software. Diese Software ist intuitiv und spielerisch zu bedienen. In kleinen Gruppen erarbeiteten wir verschiedene Pong-Spielvariationen mit ungewöhnlichem Sounddesign aus speziell gestalteten Klängen sowie Fotos für alternative Hintergrundbilder und fanden interessante Gegenstände für neue Ballund Schlägerformen. So konnten die Kinder und Jugendlichen selbstständig ihre eigenen Sounds in das Pong-Spiel einbauen. Sie kreierten mehrere neue Designvarianten und trafen Entscheidungen in der Gruppe, welche Sound-Bild- Kombinationen gefallen. Einige Schüler*innen wollen auch nach Ende des Workshops an ihren Spielen weiterarbeiten.

7 Und so klingt Pong: Disco Pong Gruppe: Ali, Ahmed, Zeea Sound 1 Pong Gruppe: Angel, Seyhan Sound 2 Pong Gruppe: Angel, Seyhan Beatbox Pong Gruppe: Erika, Mazlum, Sider Tierstimmen Pong Gruppe: Erik, Saghar, Sayd Markt Pong Gruppe: Sider Die entstandenen Spielvariationen werden auf unserem Blog einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und laden hier zum Spielen ein: wieklingtpong.wordpress.com

8 Besuch im Computerspielemuseum Berlin am 21. März 2014 Begrüßung durch Herrn Lange, Direktor Computerspielemuseum Führung durch das Museum mit Peggy Sylopp Der klassische Pong-Automat Ralph Baer, Erfinder der ersten Pong- Spielekonsole, der Brown Box

9 Präsentation der neuen Pong-Varianten am 8. April 2014, Eröffnung vom

10 Wie Klingt Pong? Ein künstlerischer, multimedialer Workshop Mit Petra Kübert, Heidrun Schramm und Peggy Sylopp und die Schülerinnen und Schüler Albert-Gutzmann-Schule in Berlin- Wedding vom bis Besonderen Dank an Alisah Çam und Philipp Fleschenberg, (Lehrer der Albert- Gutzmann-Schule) sowie Andreas Lange (Direktor Computerspielemuseum) und Stefan Roigk. Kontakt: Albert-Gutzmann-Schule Orthstraße 1, Berlin gutzmannschule.cidsnet.de Karl-Marx-Allee 93a, Berlin computerspielemuseum.de Gefördert durch

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