Radon: eine Gefahr für die Gesundheit?

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1 Radon: eine Gefahr für die Gesundheit? Früher gerühmt für seine radioaktiven Heilkräfte aus dem Radium, wird Radon heute bekämpft wegen seiner gesundheitsschädigenden Wirkung (Lungenkrebs) Der Radonator Christophe Murith Bundesamt für Gesundheit (BAG) 1

2 Inhalt R adon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko A kteure im Radonbereich D ie Gesetzgebung O bere Ziele des BAG betreffend Radon N eue Herausforderungen

3 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Was ist Radon?

4 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Natürlich vorkommende Radonkonzentrationen Bodenluft bis Bq/m 3 Typischer Wert Bq/m 3 Aussenluft 1 bis 100 Bq/m 3 Typischer Wert 10 Bq/m 3 Innenluft 10 bis Bq/m 3 Durchschnitt 75 Bq/m 3 Wasser 100 bis Bq/m 3 Typischer Wert 5000 Bq/m 3 RADON IST EIN NATÜRLICHES, RADIOAKTIVES EDELGAS. 4

5 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Wo liegt das Problem? in Wohn- und Aufenthaltsräumen Die meisten Menschen denken bei Gefahr durch ionisierende Strahlung in erster Linie an Ursachen wie KKW oder Atomwaffen. Dagegen fehlt meistens im öffentlichen Bewusstsein, dass natürliche radioaktive Gase, die aus dem Untergrund in Wohnhäuser dringen, erhebliche Gesundheitsfolgen mit sich bringen können zb. 10 Bq/m 3 zb. 50 Bq/m 3 zb. 300 Bq/m 3 zb Bq/m 3 zb Bq/m 3

6 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Kann man die Radonexposition reduzieren? JA Radonfrei wohnen Radonfrei bauen Ableitung der Luft aus dem Drainagesystem über Dach Überdruck gegen Kamineffekt Radonbrunnen

7 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Beiträge zur durchschnittlichen Exposition der Bevölkerung durch ionisierende Strahlen: Schweiz (~4 msv/jahr): Terrestrisch 0.35 msv/jahr Medizin 1,2 msv/jahr Kosmisch 0.38 msv/jahr Verschiedenes 0.2 msv/jahr Intern 0.34 msv/jahr Radon 1.6 msv/jahr

8 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsschutz Im Strahlenschutz ist alles eine Frage der Dosis (msv) Sichere Wirkung In utero msv msv/a msv/a Zufallswirkung Risikofaktor: msv -1 DNA- Schädigungen Krebs

9 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Geschichtlicher Überblick 1567 Ungewöhnliche Sterberate durch Lungenwegserkrankungen bei jungen Minenarbeitern (Mala Metallorum, Paracelsus) 1898 Entdeckung des Radium (Curie) 1924 Erstmals Berufskrankheit genannt (Schneebergkrankeit) 1955 Erste Strahlenschutzmassnahmen 1960 Lancierung erster epidemiologischer Studien bei Minenarbeitern 1988 Radon klar als Lungenkrebs erzeugender Schadstoff vom WHO eingeordnet 1990 Lancierung von epidemiologischen Studien in der Bevölkerung Informationsabend Freiburg - C. Murith, BAG, Radon, eine Gefahr für die Gesundheit, 11. November 2009

10 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Relatives Risiko Zunahme /100 Bq.m -3 = Non fumeurs Anciens fumeurs ( 10 ans) Anciens fumeurs (<10 ans) Fumeurs actifs (15-24 par jour) Relatives Lungenkrebsrisiko Relatives Risiko Radonkonzentration (Bq.m -3 )

11 Radon, Strahlenschutz, Gesundheitsrisiko Nach dem Rauchen ist Radon eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. Radon gelangt aus der Umgebungsluft in Innenräumen über die Atemwege in die Lunge. In der Lunge kommt es durch die Zerfallsprodukte von Radon zu einer Strahlenbelastung, was zu einer Lungenkrebserkrankung führen kann. Mit einfachen Vorkehrungen kann man sich aber meist gegen erhöhte Radonkonzentrationen in Innenräumen schützen. Informationsabend Freiburg - C. Murith, BAG, Radon, eine Gefahr für die Gesundheit, 11. November 2009

12 Akteure im Radonbereich Wer kann mir helfen? BAG Anerkannte Messstellen Radonfachpersonen Baufachleute EPFL / ETHZ/ ACADEMIA SIA Datenbank Radon Akteure KANTONE Massnahmen, Prävention und Sanierungen Bauämter Bezirke Gemeinden HES EIF HTW LU SUPSI Ausbildungs- Zentren Öffentlichkeit Politik und Medien Eigentümer Betroffene

13 Die Gesetzgebung Bewohnte Räume Auch Schulen! Keine Keller! Schweiz Gesetzliche Werte: Bestehende Gebäude: 1000 Bq/m 3 (Grenzwert) Sanierte Gebäude und Neubauten: 400 Bq/m 3 (Richtwert) Europäische Union Empfehlung: Bestehende Gebäude: 400 Bq/m 3 (Referenzwert) Neubauten: 200 Bq/m 3 (geplanter Wert) WHO (2009) Empfehlung: Bestehende Gebäude: 100 Bq/m 3 (Referenzwert empfohlen) gemäss nationaler Situation 300 Bq/m 3 (Max. Referenzwert entspricht 10 msv) Arbeits- Plätze Gesetzlicher Wert CIPR F=0.4 CIPR (2010?) (10 msv/jahr) 3000 Bq/m 3 (Grenzwert) 1500 Bq/m Bq/m 3 falls F= 0,4

14 Obere Ziele des BAG Sektion Radiologische Risiken Radon : Tel: , Christophe Murith Sektionsleiter Tel Martha Gruson Messung und Kartographie Kommunikation Tel Diana Diessa Administration Tel Georges-André Roserens Stv. Sektionsleiter Bauliches Ausbildung Internationales Tel Walther Gfeller Messtechnik Ausbildung Tel

15 Obere Ziele des BAG 1994 Individuelles und kollektives Risiko reduzieren (von 10-3 bis 10-4 ) Gesetzliches Mandat (Art. 24 StSG, Art StSV) SR Strahlenschutzverordnung (StSV): Art a SR Radonmessmittelverordnung Radonprogramm Risikokarte Messungen und Kartographie Sanierungen Ausbildung Baurichtlinien Kommunikation Euro-Kompatibilität

16 Neue Herausforderungen Radon wahrnehmen und mit Sachkenntnis bekämpfen Phantasien und Realität möglichst schwache Radonkonzentration in Wohn-& Aufenthaltsräumen Die Radonexposition besser kennen um sich davon schützen zu können Bauliche Methoden zur Reduktion der Radonexposition fragen & umsetzen Unterstützung vom Kanton, Radonfachpersonen, Baufachleute, BAG langfristig sicherstellen

17 Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Vergleich der Jahreswerte in der Schweiz (ungefährer Wert) Todesfälle Todesfälle durch Krebs Todesfälle durch Lungenkrebs Todesfälle durch Krebs aufgrund von Radon 300 Radon, fast so lebensgefährlich wie die Strasse! Empfehlungen Nicht rauchen Daheim mit einer schwachen Radonkonzentration leben

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