GTBW Hinweise zur Situationsaufgabe Organisation und Unternehmensführung Seite 1

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1 Seite 1 Inhalt 1. Der generelle Prüfungsablauf Die dritte Situationsaufgabe (situationsbezogenes Fachgespräch) Die Präsentation Der Zeitfaktor Das Fazit Der generelle Prüfungsablauf Der Weg zum geprüften Technischen Betriebswirt ist lang und steinig. Er führt über sechs schriftliche Prüfungen, eine mündliche Prüfung (Fachgespräch zur dritten Situationsaufgabe), die schriftliche Hausarbeit (die binnen eines Monats zu anzufertigen und bei der Kammer vorzulegen ist) und die Verteidigung der Hausarbeit. Die Prüfungen haben sehr unterschiedliche Anforderungen und Organisationsformen. Dies kann aus der nachfolgenden Tabelle ersehen werden: Prüfungsteile und Fächer Anforderungen / Niveau 1. Teil: wirtschaftliches mehrere einzelne, anwendungsbezogene Handeln und betrieblicher Aufgaben, Leistungsprozess Reproduktion und Reorganisation ReWe, FIR, MPA, VWLBWL von Fachwissen ist erforderlich Organisationsform schriftlich Aufgaben zentrale Aufgabe 2.Teil: Management und Führung: PM, IK, OrgaUFue 3.Teil: fachübergreifend handlungsorientierte, integrierte Situationsaufgaben, Reorganisation und Transfer von Wissen aus verschiedenen Fachgebieten ist erforderlich Transfer des Wissens auf eine selbst gewählte betriebliche Problemstellung PM und IK schriftlich zentrale Aufgaben OrgaUFue mündlich situationsbezogenes Fachgespräch, dezentrale Aufgaben Hausarbeit: schriftlich und Fachgespräch: mündlich

2 Seite 2 Insbesondere der zweite Prüfungsteil hat seine Besonderheiten. So verlangt die Prüfungsordnung im 5: Es werden drei die Handlungsbereiche integrierende Situationsaufgaben unter Berücksichtigung der Inhalte des Prüfungsteils Wirtschaftliches Handeln und betrieblicher Leistungsprozess gestellt. Zwei Situationsaufgaben sind schriftlich zu lösen, eine dritte Situationsaufgabe ist Gegenstand des situationsbezogenen Fachgespräches 2. Die dritte Situationsaufgabe (situationsbezogenes Fachgespräch) Sie wird von den Kammern in eigener Regie erstellt. Es gibt hierzu keine bundeseinheitlichen Aufgaben. Meist liegen mehrere Prüfungssätze vor, aus denen der Prüfungsteilnehmer verdeckt einen Satz ziehen muss. Die dritte Situationsaufgabe kommt immer aus dem Handlungsbereich der nicht schriftlich geprüft wurde. In den vergangenen Jahren war das Organisation und Unternehmensführung. Im 6 der Prüfungsordnung werden relativ konkrete Anweisungen zur dritten Situationsaufgabe gegeben: Im situationsbezogenen Fachgespräch soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Aufgabenstellungen analysieren, strukturieren und einer begründeten Lösung zuführen zu können. Der Lösungsvorschlag ist unter Einbeziehung von Präsentationstechniken zu erläutern und zu erörtern. Das situationsbezogene Fachgespräch hat die gleiche Struktur wie die schriftlichen Situationsaufgaben. Es ist dabei der Handlungsbereich in den Mittelpunkt zu stellen, der nicht Kern einer der schriftlichen Situationsaufgaben war. Das situationsbezogene Fachgespräch integriert insbesondere die Qualifikationsschwerpunkte, die nicht schriftlich geprüft wurden. Das situationsbezogene Fachgespräch soll für jeden Prüfungsteilnehmer/jede Prüfungsteilnehmerin mindestens 30 Minuten, höchstens 45 Minuten dauern. Ihnen ist eine Vorbereitungszeit von mindestens 30 Minuten, höchstens 45 Minuten zu gewähren.

3 Seite 3 Das situationsbezogene Fachgespräch besteht aus grundsätzlich aus zwei Teilen, die zeitlich etwa von gleichem Umfang sind. Das Fachgespräch hat folgende Grobstruktur: 15 min situationsbezogenens Fachgespräch 15 min 1. Präsentation durch den Prüfungsteilnehmer Frage-Antwort- Teil 2. Analyse der Ist- Situation Lösungsvorschläge In der Prüfungsordnung werden vier wichtige Operatoren genannt, die bei der Lösung der Situationsaufgabe eine entscheidende Rolle spielen. Dabei handelt es sich um: 1. Analysieren: Der vorgestellte Fall darf nicht einseitig z.b. nur aus Sicht möglicher Kennzahlen beurteilt werden. Vielmehr sind verschiedene Positionen zu beachten. Die Aufgabe muss zerlegt und anschließend einzeln untersucht werden. Hier ist ein systematisches Vorgehen erforderlich. Dabei kann ein Lösungsschema sehr hilfreich sein (siehe Text Lösungsschema für Situationsaufgaben). 2. Strukturieren: Bedeutet ein aus mehreren Schritten bestehendes, geordnetes Vorgehen. Ein logischer Aufbau, vergleichbar einem Roten Faden soll erkennbar werden. Die Lösungsvorschlägesvorschläge müssen klar und übersichtlich sein. 3. begründete Lösung: Auf der Grundlage der Analyse (Diagnose) ist eine Lösung (Therapie) vorzuschlagen. Die gewählte Lösung muss durch Argumente gestützt werden. Im besten Fall kann man die Richtigkeit der Lösung beweisen. Weiterhin ist der Zusammenhang zwischen einzelnen Teillösungen herzustellen.

4 Seite 4 4. Erörtern: Bei den Situationsaufgaben handelt es sich um offene Aufgabenstellungen, die eine eigene Wertung erfordern. Lösungsvorschläge müssen stets kritisch beleuchtet werden. Man muss auf mehrere Lösungsvarianten eingehen. Was spricht für die eine Lösung und was spricht dagegen? Aus dieser Kette des Für-und-Wider- Abwägens wird eine Handlungsempfehlung abgegeben. Diese mündet in einen grob gegliederten Umsetzungsfahrplan. Aus den Operatoren können fünf Punkte für die Lösung abgeleitet werden: 1. Die Präsentation besteht immer aus einem Analyse- und einem Lösungsteil. 2. Es müssen mehreren Aspekte/Ansätze dargestellt werden. 3. Es ist strukturiert vorzugehen. 4. Bei Lösungsvorschlägen müssen Pro und Contra aufgezeigt werden. 5. Es ist ein Umsetzungsfahrplan anzugeben. 3. Die Präsentation Im ersten Teil des situationsbezogenen Fachgesprächs soll der Prüfungsteilnehmer Präsentationstechniken verwenden, um seine Lösung darzustellen. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit und der nur begrenzt verfügbaren Medien, wird eine Power- Point-Präsentation nicht möglich sein. Oft stellt die Kammer einige Overhead-Folien, Moderationskarten, Flipchartblätter oder die gute alte Tafel (grün oder weiß) zur Verfügung. Wer es gewohnt ist, immer eine ausgefeilte Power-Point-Präsentation, mit vielen technischen Spielereien zu erstellen, sollte eine derartige Spontanpräsentation vorher über. Hier gilt der Spruch: Der wahre Meister erweist sich in der Beschränkung! Wenn man eigene Karten, Stifte oder andere Moderationshilfsmittel verwenden möchte, sollte dies vorher mit der Kammer absprechen. Wer das nicht macht, muss sich u.u. den Vorwurf des Täuschungsversuchs, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen, gefallen lassen. Was immer funktioniert ist die Tafel. Aber aufpassen, es ist sehr ungewohnt vor der Tafel zu stehen und an eine senkrechte Fläche zu schreiben. Auch hier ist es ratsam, die wenn möglich vorher zu üben.

5 Seite 5 Für die Präsentation gilt übrigens auch die Überzeugungspyramide. Danach wirken sicheres, überzeugendes persönliche Auftreten und die eigene Stimme viel stärker als eine inhaltlich perfekte Lösung. 4. Der Zeitfaktor Die Prüfungszeit entspricht i.d.r. der Vorbereitungszeit. Dies hat organisatorische Gründe (Zahnarztprinzip: einer wird behandelt und der nächste bereitet sich vor). Meist beträgt die Prüfungszeit (und damit auch die Vorbereitungszeit) 30 Minuten. Während der Vorbereitung sind keine Hilfsmittel erlaubt. Die Kammer stellt i.d.r. einen Taschenrechner und Präsentationsmaterial zur Verfügung. Wenn der Prüfungsausschuss der Meinung ist, dass noch weitere Hilfsmittel notwendig sind, werden diese entweder auf der Einladung bekannt geben oder in der Vorbereitung bereitgestellt. Sehr empfehlenswert ist, das situationsbezogene Fachgespräch in Echtzeit vorher zu üben. Zeit ist relativ. So vergehen 30 Minuten Vorbereitungszeit wie im Fluge. Die anschließenden 15 min für die eigene Präsentation kommen einem dann wie eine halbe Ewigkeit vor. Dabei ist zu bedenken, wer seine eigene Zeit im Fachgespräch nicht ausnutzt wird einerseits Aspekte der Situationsaufgabe übersehen haben und andererseits gibt er den Prüfern mehr Zeit für bohrende, unangenehme Fragen. Man sollte sich auf jeden Fall eine Uhr mitnehmen und immer versuchen die Zeit so gut wie möglich auszunutzen. 5. Das Fazit Die dritte Situationsaufgabe ist lösbar. Man kann sich zwar weniger inhaltlich darauf vorbereiten, wie bei den anderen Prüfungen. Eine methodische Vorbereitung ist aber gut möglich. Ausgerüstet mit diesem Wissen kann die Situationsaufgabe ruhig kommen.

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