Digital Rights Management. Einführung aus bibliothekarischer Sicht

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1 Digital Rights Management Einführung aus bibliothekarischer Sicht Anne Christensen Januar 2006

2 Agenda Problemstellung: Was ist DRM und was soll das überhaupt? Was hat das mit Bibliotheken zu tun? Technische und alternative Lösungsansätze Kritikpunkte und Perspektiven

3 Problemstellung Dateitypen Texte Musik Nutzungsarten Speichern un Drucken Mitnehmen Authentifizierung (LogIn) Filme DRM Freunden

4 Digital Rights Management Definition DRM ist ein Verfahren, mit dem die Rechteinhaber eines elektronischen Dokumentes festlegen, in welcher Weise das Dokument genutzt bzw. nicht genutzt werden darf DRMS bezeichnet technische Systeme, die eine individuelle Lizenzierung und Abrechnung nach Häufigkeit, Dauer oder Umfang der Nutzung ermöglichen

5 Rechtsformen für die Nutzung von Software und elektronischen Dokumenten roprietäre Software Kommerzielle Vermarktung Weitergabe und insicht/veränderung der uellcodes nicht möglich ndere Lizenzrechtlich eschützte Werke Kommerzielle Vermarktung Einsicht/Veränderung der uellcodes nicht möglich Weitergabe / beliebig äufiges Ausdrucken möglich GNU / Creative Commons Lizenzierungsmöglichkeiten für Werke und Software in unterschiedlichen Abstufungen hinsichtlich Nennung der Urheber Einsicht bzw. Veränderung des Quellcodes Weitergabe Open Source Software in der Regel kostenfrei Quellcode zugänglich und beliebig veränderbar Gemeinfreie Werke / Public Domain Urheber (Autor/Fotograf/Maler) seit mehr als 70 Jahren tot 50 Jahre nach Erscheinen des Tonträgers

6 Warum DRM? Eine Antwort aus der Unterhaltungsindustrie Absatzzahlen für CD-Alben und Rohlinge DRM als Antwort auf illegale, aber populäre Peer-to-Peer- Börsen zum Austausch von Musik- und Filmdateien (z.b. Napster, Kazaa) Aus: c t 6(2004), S. 158

7 Lösung 1: Einfache Schutzvorrichtungen Kopierschutz bei CDs und DVDs Schutz vor unbefugter Software- Installation durch Seriennummern Dongles: Hardware-Stecker Sicherheitseinstellungen bei PDF- Dokumenten, z.b. Verbot von Copy and Paste oder Ausdruck

8 Einsatz von DRM bei Kauf oder Ausleihe von E- Books Warum DRM? Einsatz in Bibliotheken Einsatz von DRM für elektronische Lieferungen Druck der Klage des Börsenvereins gegen subito Konkreter Ausgestaltungsvorschlag Ansehen und zweimal ausdrucken oder Ansicht des Dokuments durch eine Hilfsperson und einmalige Weiterleitung des Dokuments durch diese Hilfsperson an die Bestimmungsperson, die dieses Dokument ansehen und zweimalig ausdrucken darf Befristung auf einen Monat Wasserzeichenmarkierung Kopie für Lizenzkunden von subito e.v., geliefert und ausgedruckt für [Name des Endkunden] Einsatz von DRM für Volltextzugang Druck der Content-Anbieter Umfassende Vergleichsstudie für DRMS

9 Demonstration: DRM bei E-Books von Ciando. Übersicht über erworbene/ausgeliehene Publikationen

10 Demonstration: DRM bei E-Books von Ciando 2. Beginn des Downloads: Es wird zunächst nicht die PDF- Datei heruntergeladen, sondern eine *.etd-datei mit Informationen zu den Nutzungsbedingungen Downloadanweisung für das eigentliche PDF

11 Demonstration: DRM bei E-Books von Ciando 3. Download des eigentlichen Dokumentes

12 Demonstration: DRM bei E-Books von Ciando 4. Anzeige des Dokumentes im Acrobat Reader mit Verweis zu den jeweils gültigen Dokumentrechten und Anweisungen

13 Demonstration: DRM bei E-Books von Ciando 5. Die aktuell gültigen Rechte im Detail (Datei > Dokumenteigenschaften)

14 Lösung 2: DRM - Funktionsweise Authentifizierung Metadaten Volltextansicht Ansicht des okuments unter den gültigen Bedingungen Anwendungssoftware (Acrobat Reader, MP3- Player Datei mit Informationen zu den erworbenen Nutzungsrechten

15 Elemente und Wirkungsweisen eines DRMS Elemente - Authentifizierung - Zahlungssystem - Inhalte und Metadaten mit Zugangsbedingungen (Authorisierungen) in Form eines verschlüsselten Containers - Manipulationssichere Software Wirkungsweisen - Limitierung der Ansichts-, Ausdruck-, Speicherund Kopiermöglichkeiten - Zeitliche Befristungen - Wasserzeichen - Fingerabdrücke - Bindung an bestimmte Hard- und Software

16 Die alternative Lösung: Pauschalabgaben Grundidee: Pauschale Abgaben, ähnlich wie Bibliothekstantiemen auf digitale Geräte, die sich zur Vervielfältigung eignen (PCs, Drucker, Scanner) - bereits im Einsatz (12 Euro pro PC) auf leistungsfähige Internetanschlüsse Rückerstattung der Einnahmen an die Urheber nach Popularität der angebotenen Medien in der Diskussion (15%) Berliner Erklärung zu kollektiv verwalteten Online-Rechten: Kompensation ohne Kontrolle

17 Kritikpunkte an DRM Was Rechte heißt, sind oft Verbote: DRM als Digital Restrictions Management Datenschutz: Wer liest was? Wer forscht woran? Geringe Kundenfreundlichkeit, z.b. bei Plugins Technisch unausgereift: Sicher und kundenfreundlich derzeit nicht umsetzbar Bindung an Hardware und proprietäre Software Irreversibilität des Peer-To-Peer-Gedankens Verhältnismäßigkeit von Zweck und Mitteln: DRMS ist teuer! DRM als dritte Bezahlstation für wissenschaftliche Information?

18 Konsequenzen und Perspektiven aus Nutzer- und Bibliothekssicht abnehmende Attraktivität der elektronischen Angebote durch höhere Hürden beim Zugang unbequeme Nutzung durch Beschränkungen bei Ansicht, Ausdruck, Speicherung,... Erhöhter Beratungsbedarf Möglicherweise Preissteigerungen Unsere Alternative: OpenAccess

19 Open Access was war das nochmal? Zwei Bedingungen, die eine Open Access-Publikation erfüllen muss: Autoren erteilen allen Benutzern das freie, unwiderrufliche und weltweite Zugangsrecht und die Erlaubnis, die Veröffentlichung für jeden verantwortlichen Zweck zu kopieren und zu benutzen Eine vollständige Fassung der Veröffentlichung wird auf mindestens einem online zugänglichen Archivserver hinterlegt und damit veröffentlicht Quelle: Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen

20 Danke fürs Zuhören!

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