Der deutsche Mittelstand ist einzigartig und Weltspitze! Peter Ibbeken: Nr. 3, 29. Jahrgang, März 2013 E 5529

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1 Informationsdienst der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Baden-Württemberg E 5529 Nr. 3, 29. Jahrgang, März Peter Ibbeken: Der deutsche Mittelstand ist einzigartig und Weltspitze!

2 Aus dem Inhalt Stimmen des Mittelstandes: MIT mischt sich ein SPD-Steuerpläne widersprüchlich und schädlich Business-Englisch: Roland Stricker Brush up your Business-English! Wirtschaft: Seite 5 Seite 6 Seite 22 Sachverständige fordern Anerkennung und Bürokratieabbau Seite 25 Handwerk: Das Handwerk hat goldenen Boden aber nur, wenn es auch genügend Auszubildende gibt! Seite 28 Landespolitik: Grün-rote Vetterleswirtschaft in Baden-Württemberg Seite 37 Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren, liebe MIT-Streiterinnen und MIT-Streiter, liebe Mittelstands-Freunde! Der deutsche Mittelstand ist einzigartig und Weltspitze! Das ist in wenigen Worten das Ergebnis einer Untersuchung von Hermann Simon, der unlängst ein Buch über Hidden Champions veröffentlichte. Nach seiner langjährigen Untersuchung sind fast fünfzig Prozent der unbekannten weltweiten Marktführer deutsche Mittelständler. Gerade sie sorgen für unsere internationalen Erfolge. Diese meist familiengeführten Unternehmen behaupten sich - vielfach seit Jahrzehnten- im internationalen Kampf des globalen Wettbewerbs. Während laut Simon Deutschland je Million Einwohner auf 16 Hidden Champions (also unbekannte Weltmarktführer) kommt, schaffen es Italien auf 1,2 und Frankreich wie Spanien nur auf je 0,2. Aus vielen persönlichen Kontakten weiß ich, dass viele Geldgeber Schlange stehen für stille Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen. Insbesondere außereuropäische Investoren sind interessiert und bieten so interessante Alternativen zu Bankenfinanzierungen und deren absehbaren Kreditklemmen. Zeitgleich berichtet die Bundesregierung, dass der deutsche Mittelstand seit 2007 die Zahl der Beschäftigten um 1,4 Millionen gesteigert hat auf jetzt 25,1 Millionen Menschen. Mit Basel II und Basel III im Nacken haben es die deutschen mittelständischen Unternehmen sogar geschafft, ihre Eigenkapitalquote von 11,5 auf 18,6 Prozent zu erhöhen. Auch für Forschung und Entwicklung haben die Mittelständler ihre Investitionen deutlich gesteigert, auf 8,2 Milliarden Euro in Nimmt man dann auch zur Kenntnis, das über fünfzig Prozent der Mitarbeiter von mittelständischen Betrieben mit Haupt- und Realschulabschluss und anschließendem Berufsabschluss in den Betrieben tätig sind, wird es Zeit, die Voraussetzungen des erfolgreichen Mittelstandes zu betrachten, nicht zuletzt unser bislang durchlässiges Schulsystem und die duale Ausbildung! Wer den Realschulen zugunsten sogenannter Gemeinschaftsschulen 2 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

3 Vorwort oder Einheitsschulen das Leben schwer macht, schadet dem mittelständischen Wirtschafts- und Lebenserfolg, besonders in Baden-Württemberg! Deutschland auf dem Weg zu einer Nation der Betreuten und der Transferempfänger? Der internationale Erfolg des deutschen Mittelstandes hat neben der schöpferischen Innovationskraft sehr viel zu tun mit der Einheit von Handeln und Haftung im Bewusstsein sozialer Verantwortung; er hat auch sehr viel zu tun mit Leistungswille und Wettbewerbsfreude für fairen Wettbewerb. Es beginnt spätestens in der Schule! Nach ihren Wahlerfolgen wollen jetzt Rot/Grün in Niedersachsen und Baden-Württemberg die Schulnoten und das Sitzenbleiben abschaffen. Wenn Leistung nicht mehr gemessen wird, kann sie auch nicht anerkannt werden, und Nichtleistung einschließlich Faulheit nicht sanktioniert werden. Der Begriff Leistungsträger ist anscheinend auf dem besten Weg, ein Schimpfwort zu werden. Warum wird dann nicht gleich die Schule umgewandelt in eine Betreuungseinrichtung des kollektiven Wohlfühlens. Glaubt den jemand ernsthaft, dass sich eine solche Schmusegesellschaft - man könnte fast von Weicheiern sprechen - im globalen, multikulturellen Wettbewerb behaupten kann? Erlebnisse von Erfolg und Misserfolg sind für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig; je später sie erfahren werden, umso schwieriger wird die positive Lebensgestaltung. Heute profitieren wir noch von den alten Werten und Tugenden der - unter Entbehrungen - leistungsorientierten Generationen. Allzugern wird vergessen, dass wir nicht auf einer Insel der Glückseeligen leben, sondern in einer globalen Welt persönlicher und nationalstaatlicher Egoismen. Das Wort oder Unwort des Jahres 2013 könnte Umverteilung heißen. Alle reden nur noch von Umverteilung, wer kümmert sich noch um das zukünftige Erwirtschaften von Verteilbarem? Stellen Sie sich vor, Sie werden enteignet und merken es nicht! Genau das passiert bereits! Die wegen der hohen Staatsschulden von den Staaten künstlich niedrig gehaltenen Zinsen unterhalb der Preissteigerungsraten bewirken auf Sparguthaben nichts anderes als ein Abschmelzen der Ersparnisse, eine schleichende Enteignung zu Gunsten aller Schuldenmacher, vorneweg des Staates. Dies scheint derzeit der Weg zu sein, aus der europäischen Staatsschuldenkrise herauszukommen. Viele haben es ja noch gar nicht so richtig bemerkt. Spüren werden wir es aber alle spätestens dann, wenn Rot/Grün bei der diesjährigen Bundestagswahl eine regierungsfähige Mehrheit - für mindestens vier Jahre! - findet. Die Steuererhöhungsorgie, das staatlich verordnete Enteignungsprogramm, liegt für jedermann lesbar auf dem Tisch: Sogenannte Höhere Einkommen und Sparvermögen sollen abgeschöpft werden, die Einkommensteuer auf 49 Prozent erhöht, die Abgeltungssteuer erhöht, die Vermögenssteuer wieder eingeführt. Begünstigungen des Betriebsvermögens bei der Erbschaftssteuer werden rückgängig gemacht, das Ehegattensplitting abgeschafft, das Kindergeld erhöht und der Kinderfreibetrag gesenkt. Soweit die SPD. Die Grünen setzen noch einen drauf. Zu den Segnungen der SPD wollen sie zusätzlich die Ausweitung der Substanzbesteuerung bei der Gewerbesteuer und eine Verdoppelung der Einnahmen bei der Erbschaftssteuer. Doch bevor das Ehegattensplitting abgeschafft wird, sollen gleichgeschlechtliche Partnerschaften in deren Genuss kommen!? Bei dieser Ankündigungslage dürfte schnell klar sein, dass bei der Bundestagswahl 2013 jede Stimme entscheidend sein kann, dass jeder Wahlberechtigte verantwortlich an der Wahl teilnehmen muss! Offenbar ist Staatsverschuldung für die meisten wählenden Bürger kein Problem. Anders sind der Wahlerfolg und die mediale Wertschätzung der Ministerpräsidentin Kraft von Nordrhein- Westfalen nicht zu erklären. Nordrhein-Westfalen nahm allein zwei Drittel der Kredite auf, die alle Länder zusammen rechnerisch benötigen und legte einen verfassungswidrigen Haushalt vor. Der Länderfinanzausgleich wird immer grotesker! Während Bayern und Hessen nun endlich nach jahrelangen vergeblichen WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013 3

4 Vorwort Verhandlungsbestrebungen im so geliebten Förderalismus endlich die Klage beim Verfassungsgericht einreichen wollen, gibt die Rot/Grüne Landesregierung Baden-Württembergs vor, auf Verhandlungen zu setzen. Die derzeitige Haushaltspolitik erweckt einen anderen Eindruck: Offenbar will man durch extreme Neuverschuldung trotz sprudelnder Steuereinnahmen den Weg zum Empfängerland finden! Dann muss man natürlich am derzeitigen System des Länderfinanzausgleichs festhalten!? Sämtliche bisherige Konsolidierungsbemühungen setzen vorrangig auf die Erhöhung von Steuer- und Abgabeneinnahmen. Nennenswerte Einschränkungen auf der Ausgabenseite sind schwer zu finden. Das lässt für die nächsten Jahre wenig Gutes erwarten! Stellen Sie sich eine Million Unterschriften vor! Genau dies hat eine an die Ängste der Menschen appellierende Kampagne erreicht, die mit dem Slogan Wasser ist Menschenrecht und right2water in Europa medial vor allem im Internet unterwegs war. Dabei wurde unwahrer Weise behauptet, die EU fordere mit ihrer Konzessionsrichtlinie die Privatisierung der Wasserversorgung. Der Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden der MIT Baden-Württemberg haben bei ihrer Klausurtagung am 8./9.Februar ausführlich darüber diskutiert. Ganz allgemein geht es bei der Richtlinie um Ausschreibungen und Vergaben der Öffentlichen Hand. Hier schafft die neue Richtlinie der EU künftig mehr Rechtssicherheit bei der Freien Vergabe durch klare Regeln. Sie sollen mehr (fairen) Wettbewerb und Transparenz, weniger Verwaltungsaufwand und Kostenersparnis bringen. Die Risiken für Vetternwirtschaft und Korruption sollen dadurch erhöht werden. Letztlich liegt es weiterhin an den Kommunen und ihren Ausschreibungen, welche Konzession sie an Privatunternehmen vergeben wollen, und mit welchen Kontrollen in welcher Tiefe sie für Qualität und Versorgungssicherheit einstehen wollen. Rundfunkbeitrag verfassungswidrig? Eine letzte Bemerkung sei heute gestattet zur bisher GEZ genannten Einrichtung für die Erhebung von Rundfunk- und Fernsehgebühren für ARD und ZDF. Bereits seit drei Jahren - während der Verhandlungen - hat die MIT Baden- Württemberg auf die Fallstricke des neuen Staatsvertrages hingewiesen und konkrete Vorschläge eingebracht. Erst ab Anfang 2013 beginnen die Steuerzahler zu merken, was ihnen da zugemutet wird. Wir haben mittelständische Betriebe, die ganz konkret von Gebührenerhöhungen von 800 Prozent berichten. Dabei sollte die Neuordnung doch kostenneutral sein!? Letztlich ist für die jetzige Zwangsabgabe auf Wohnungen eine Behörde mit weit über tausend Mitarbeitern überflüssig wie ein Kropf ; das könnten Gemeinde-Kämmerer oder die Fi- nanzämter locker mit erledigen. So begrüßen wir, dass ein erstes juristisches Gutachten den neuen Rundfunkbeitrag für verfassungswidrig hält, und dass einige Unternehmen Verfassungsklage angekündigt haben. Aber einfach nur die Zahlung zu verweigern, wie die Stadt Köln angekündigt hat, ist mit demokratisch-rechtsstaatlichem Verständnis auch kaum vereinbar. Nach alledem, liebe MITStreiter und MITStreiterinnen, grenzt es fast an ein Wunder, dass der deutsche Mittelstand, insbesondere in Baden-Württemberg, trotz aller Hürden und schwieriger politischer Rahmenbedingungen immer noch so erfolgreich ist. Damit er erfolgreich bleibt, muss eine Rot/Grüne Bundesregierung bei der nächsten Bundestagswahl verhindert werden. Positiv gilt es abschließend auch festzuhalten, dass 17 Europa-Abgeordnete der deutschen CDU/CSU dank Initiative von Markus Pieper (EVP/CDU) und Markus Ferber (EVP/CSU) im Europäischen Parlament einen Parlamentskreis Mittelstand gebildet haben. Inzwischen sehen wir mehr mittelstandsfreundliche Initiativen bei der EU als in Berlin! Mit mittelständischem Gruß Ihr Peter Ibbeken 4 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

5 Stimmen des Mittelstandes MIT mischt sich ein Einfluss nehmen auf Landes- und Bundespolitik Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Baden-Württemberg (MIT) traf sich am 8. und 9. Februar 2013 zu ihrer zweitägigen Klausurtagung im Golf Club St. Leon-Rot. Wirtschaftspolitischer Kongress der CDU-Landtagsfraktion: DIE SOZIALE MARKTWIRT- SCHAFT: WAS WOLLTE LUDWIG ERHARD - WAS WOLLEN WIR HEUTE? Nach der Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Peter Ibbeken berichtete der Landesgeschäftsführer der CDU Baden-Württemberg, Florian Weller, über die aktuelle Situation der baden-württembergischen Mutterpartei. Im Anschluss gab der Hauptreferent Dr. Carsten Linnemann, MdB, ein authentisches Bild der Berliner politischen Lage. Wenige Monate vor der Bundestagswahl wagte er eine erste Bilanz der schwarz-gelben Regierungsarbeit. Die Teilnehmer waren sich mit Herrn Dr. Linnemann darin einig, dass zwar gerade aus der Sicht des Mittelstandes nicht alles Wünschenswerte umgesetzt worden ist bzw. die angegangen Projekte und deren Kommunikation bisweilen nicht optimal verliefen, die Koalition - gerade im internationalen Vergleich - jedoch insgesamt auf eine erfolgreiche Regierungsbilanz verweisen können. In intensiv geführten Arbeitsgruppen erarbeiten die Teilnehmer dann konkrete Forderungen und Vorschläge an die Bundes- und Landespolitik. Die Themen reichten von der Energie- und Steuerpolitik über die Frauenquote bis zur GEZ-Novelle. Mit diesen Themen werde die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Baden-Württemberg auch im Jahr der Bundestagswahl Einfluss auf die Landes- und Bundespolitik nehmen und dem Mittelstand eine wahrnehmbare Stimme geben, so der Landesvorsitzende Peter Ibbeken. <<< Montag, 18. März 2013, 16:00 Uhr Plenarsaal des Landtags von Baden-Württemberg Konrad-Adenauer-Str. 3, Stuttgart Eintritt: frei Anmeldung: erforderlich Bei dieser Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe zur Sozialen Marktwirtschaft, in die auch der MIT- Landesvorsitzende Peter Ibbeken eingebunden ist, kommen nach einem einführenden Impulsvortrag neben der MIT Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kirchen, Wirtschaftsrat und die CDA zu Wort. WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013 5

6 Stimmen des Mittelstandes CDU/CSU-Gruppe gründet Mittelstandskreis Europa 17 Europa-Abgeordnete der deutschen CDU/CSU haben jetzt einen parlamentarischen Kreis für Belange des Mittelstands (PKM) gegründet. Unser Einsatz gilt einer starken Währung und fairen Wettbewerbsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen, so die Sprecher des PKM Europe Markus Pieper (CDU) und Markus Ferber (CSU). Innerhalb der EVP-Gruppe wolle man sich dazu noch besser vernetzen. Themen wie Basel 3, Berufsqualifikationen, Meisterbrief oder DIN-Normen erforderten zudem eine spezielle deutsche Diskussion. Anstehende EU-Gesetzgebung wird der PKM deshalb im frühen Dialog mit der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU und mit dem Berliner PKM der CDU/CSU im Bundestag diskutieren. In Brüssel plant der neue Arbeitskreis einen intensiven Austausch mit Kammern und Wirtschaftsverbänden sowie spezielle Themenveranstaltungen für kleine und mittlere Unternehmen. Aktuelle Stunde im Bundestag: SPD-Steuerpläne widersprüchlich und schädlich Im Wahlkampf droht die SPD den Bürgern mit massiven Steuererhöhungen. Ebenso wie die Union will sie zwar die Steuerhinterziehung bekämpfen, allerdings mit einem fragwürdigen Konzept. In einer Aktuellen Stunde des Bundestages kritisierten Abgeordnete von CDU und CSU die Steuerpolitik der SPD als widersprüchlich und unglaubwürdig. Sie schade der Wirtschaft und belaste die Bürger, lautete der einhellige Tenor. Im Falle eines Wahlsieges plant die SPD Steuererhöhungen mit einem jährlichen Volumen von 28 Milliarden Euro, rechnete der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Finanzausschuss des Bundestages, Hans Michelbach, vor. Gleichzeitig unterbinde die Opposition Steuererleichterungen für die Bürger, indem sie die von der Koalition geplante Abmilderung der kalten Progression verhindere, kritisierte er. Von einer Steuererhöhungsorgie sprach der CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, sagte: Die Steuerpläne der SPD und des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück treffen den deutschen Mittelstand ins Mark. Mit der Wiedereinführung der Vermögensteuer, der Ausweitung der Erbschaftsteuer und der Anhebung des Spitzensteuersatzes würden diejenigen bestraft, die maßgeblich dazu beigetragen hätten, dass Deutschland so gut durch die Krise gekommen ist: die Handwerksmeister und Kaufleute, die innovativen mittelständischen Unternehmen und die Familienbetriebe. Mehr Bürokratie befürchtet Die Pläne der SPD gegen Steuerhinterziehung kommen spät und passen nicht in ihr Gesamtkonzept, lautete die übereinstimmende Auffassung der Unionsabgeordneten. Meinte die SPD es ernst mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, so hätte sie nicht das von der Regierung geplante Steuerabkommen mit der Schweiz blockiert und damit eine wirksame Verfolgung von Steuerflüchtlingen verhindert, sagte Gutting. Die rotgrüne Steuerpolitik passt vorne und hinten nicht zusammen, meinte auch Michelbach. Zuvor hatte bereits der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Meister die SPD-Pläne gegen Steuerhinterziehung als nicht zielführend bewertet. Sie führten zu einem bürokratischen Mehraufwand und belasteten letztendlich eher die ehrlichen Steuerzahler, sagte er. <<< 6 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

7 Stimmen des Mittelstandes Kosten der Stromerzeugung senken und nicht umverteilen Die SPD fordert, die Stromsteuer zu senken und das zusätzliche Mehrwertsteueraufkommen, das sich aus der steigenden Umlage für die erneuerbaren Energien ergibt, an die Stromverbraucher zurückzugeben. Auf diese Weise sollen die Stromverbraucher entlastet werden. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs: Die Vorschläge der SPD können allenfalls die schlimmsten Symptome, nicht aber die Ursachen für die steigenden Strompreise bekämpfen. Damit kommt der Patient Strompreis nicht aus der Intensivstation und der dringend notwendige Reformdruck auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lässt nach! Nicht Strom- und Mehrwertsteuer sind die Hauptkostentreiber, sondern die Förderung der erneuerbaren Energien. Solange jeder Anlagenbetreiber für 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung erhält, auch wenn niemand seinen Strom braucht, wird sich daran nichts ändern. Bundesumweltminister Altmaier hat Recht, wenn er mit seinen Vorschlägen die Erzeuger erneuerbaren Stroms mit in die finanzielle Verantwortung nehmen will. Nur so lässt sich das Problem an der Wurzel packen. Das EEG ist mittlerweile zu einer Gelddruckmaschine geworden. Laut Bundesumweltministerium belaufen sich allein die zugesagten Einspeisevergütungen bis 2020 auf 150 bis 170 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für Bildung und Forschung sind im diesjährigen Haushalt 13, 7 Milliarden Euro vorgesehen. Ein besonders krasses Beispiel ist die Solarförderung. Rund 50 Prozent der EEG-Förderung gehen auf ihr Konto. Erzeugt werden damit im Sonnenland Deutschland gerade einmal 5 Prozent des Strombedarfs, und das in völlig ungesicherter Form. Die von Bundesumweltminister Altmaier gemachten Vorschläge allein werden aber nicht ausreichen, um die Kosten wirksam zu begrenzen. Sie berücksichtigen zudem nicht die Auswirkungen der Kosten des Netzausbaus auf die Jede EEG-Anlage wird verpflichtet werden, mindesten 10 Prozent des Stroms als gesicherte Leistung einzuspeisen. Der Prozentsatz steigt mit jedem Jahr an. Die EEG-Vergütung fließt erst dann, wenn die Anlage an das Netz angeschlossen wird. So entstehen Anreize, Anlagen- und Netzausbau besser miteinander zu synchronisieren. Die Ausnahmen für die Industrie dürfen nur für die Unternehmen begrenzt werden, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen. Im Unterschied zu den Einschnitten beim EEG, führt diese Maßnahme nicht zu einer Senkung der EEG-Kosten insgesamt, sondern lediglich zu einer Umverteilung. Die volkswirtschaftlichen Belastungen der EEG-Förderung sinken um keinen Cent. Im Gegenteil: Das bei der EEG-Umlage eingesparte Geld schlägt sich in höheren Dienstleistungs- und Produktpreisen nieder und landet so wieder beim Verbraucher. Es ist das Verdienst von Bundesumweltminister Altmaier, mit seinen Vorschlägen erste Schritte in Richtung einer kausalen Behandlung des Strompreis-Patienten gemacht zu haben. Weitere werden folgen müssen. <<< WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013 7

8 Stimmen des Mittelstandes MIT Ostalb: Vorstandssitzung mit Roderich Kiesewetter MdB und Winfried Mack MdL Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU ist Europas größte parteipolitische Vereinigung von der lokalen bis hin zur Bundesebene. Die MIT-CDU Ostalb hat etwa 80 Mitglieder aus dem Mittelstand und setzt unter ihrem Vorsitzenden, Werner Frank aus Ruppertshofen, auf einen weiteren Mitgliederzuwachs. Im Rahmen der mehrmals jährlich stattfindenden Veranstaltungen, Informationen und Firmenbesuche wurden zur ersten Vorstands- und Beiratssitzung die CDU Abgeordneten Roderich Kiesewetter MdB und Winfried Mack MdL eingeladen. Den beiden Abgeordneten und der MIT geht es darum, die Ostalb als Region der Talente und Patente auch im schon laufenden Wettbewerb um die besten Köpfe gut aufzustellen. Die Zukunft der Ostalb liegt im Zusammenhalt von Mittelstand, Bevölkerung und Bildungseinrichtungen. Neben Fragen der Bundes- und Landespolitik wurden Fragen, die insbesondere den Mittelstand betreffen angesprochen. 95% der Betriebe in Baden-Württemberg sind Mittelständer und stellen 63% der Arbeitsplätze sowie 80% der Ausbildungsplätze. Mitteständler zahlen im internationalen Vergleich in Deutschland überdurchschnittliche Steuern und Abgaben, entsprechend einer Studie der Weltbank. Die Unternehmen fürchten daher einen weiteren gravierenden Wettbewerbsnachteil, wenn die Erbschaftssteuer erhöht und die Vermögenssteuer wieder eingeführt würde. Vier von zehn Betrieben in Deutschland finden keinen Nachfolger. Sorgen bereiten den Betrieben die Energiewende mit stark steigenden Energiepreisen und die Versorgungssicherheit in den Stromnetzen. Die MIT Ostalb fordert eine erhebliche Senkung der kalten Progression. Von der Lohnerhöhung bleibt den Mitarbeitern damit viel weniger als ihnen zusteht. Doch schon seit Monaten blockiert die Opposition im Bundesrat einen entsprechenden Gesetzentwurf der Regierung. Jede Veranstaltung des Kreisverbandes ist gleichzeitig auch ein Treffen der Mittelständer der Region. Man hat Gelegenheit zum Austausch über Politik, Geselliges und natürlich auch Geschäftliches. Das wichtigste Argument für eine MIT-Mitgliedschaft ist das vielseitige, unternehmerische Netzwerk, welches geboten wird. Es konzentriert sich auf die regionale Wirtschaftspolitik und die Anliegen der Unternehmer vor Ort. Heinrich Esch, Schriftführer und Pressesprecher 8 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

9 Stimmen des Mittelstandes MIT Heidenheim: Start ins Bundestagswahljahr 2013 Die Jahresplanung für 2013 und die Wahl des neuen Vorstands standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der MIT im Brauereigasthof Hirsch in Söhnstetten. Zum neuen Vorstand wurden gewählt: Michael Kolb als Vorsitzender, Oliver Briel als stellvertretender Vorsitzender und als Beisitzer Dr. Stephan Bauer, Bernd Hieber, Michael Lehmann, Kai Motzygemba, Klaus Schleweit und Hermann-Josef Boch. Die im alten Jahr eingeführten regelmäßigen Mittagstische haben sich bewährt und finden jeweils am zweiten Dienstag im Monat statt. Hierzu sind auch Besucher und Gäste stets herzlich eingeladen. Für den Bundestagswahlkampf mit Roderich Kiesewetter plant die MIT einen Besuch der Brauerei in Dunstelkingen mit einer größeren Veranstaltung auf dem Härtsfeld und einige Betriebsbesichtigungen in Heidenheim und im nördlichen Landkreis. Im Unteren Brenztal soll es eine Veranstaltung zum Ausbau der Brenzbahn mit Roderich Kiesewetter und Georg Brunnhuber geben. Inhaltliche Themen waren die Energiewende und die Erhaltung günstiger Energiepreise für die Wirtschaft, insbesondere auch für den Mittelstand. Steigende Energiepreise schmerzen alle, so Kreisvorsitzender Michael Kolb, aber in der Wirtschaft können sie dazu führen, dass Unternehmen wegziehen oder aufhören müssen. Dazu dürfe es nicht kommen, und hier müssten stets Lösungen gefunden werden. Als weiteres Thema für die regionale mittelständische Wirtschaft wurde die Verkehrsanbindung angesprochen. Wichtig sei nicht zuletzt eine gute Anbindung in den Raum Stuttgart. Dass Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Ausbau der Umgehung von Süßen blockiere, sei ein Skandal. Dank gebühre dem Bund und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der sich für die Umgehung einsetzt. <<< Wahlen bei der MIT: Der neue Vorstand besteht aus Michael Kolb (Vorsitzender), Oliver Briel (stellvertretender Vorsitzender) sowie aus den Vorstandsmitgliedern Stephan Bauer, Hermann-Josef Boch, Bernd Hieber, Michael Lehmann, Kai Motzygemba und Klaus Schleweit. WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013 9

10 Stimmen des Mittelstandes MIT Heidenheim: Chancen bei erneuerbaren Energien Holger Kaufmann, CDU-Mitglied aus Zang und Bundesvorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Deutschland, referierte bei der MIT zum Thema Erneuerbare Energien. Es ging um ökologische Aspekte, Fragen der Wirtschaftlichkeit und die Chancen für den Mittelstand bei Investitionen in erneuerbare Energien. zender Michael Bender begrüßte Gäste vom örtlichen Handwerk, von den umliegenden CDU-Ortsverbänden Blickpunkt erneuerbare Energien: Holger Kaufmann zeigte bei der MIT zahlreiche Möglichkeiten auf. Die Veranstaltung fand gemeinsam mit dem CDU-Ortsverband Burgberg statt. Ortsverbandsvorsitund der JU. Holger Kaufmann sprach über Photovoltaik, die Energiepolitik des Bundes, technische Möglichkeiten, Finanzierungsformen, die Förderung von Bürgerwindparks und den geplanten Windpark bei Dettingen. Die Photovoltaik-Experten Thomas Becker und Leonhard Jooß von der Firma Wikora in Hermaringen erklärten, dass sich Technik und Effektivität von Photovoltaik-Anlagen in den nächsten Jahren noch weiter verbessern werden. Daher werde sich diese Technik weiter am Markt behaupten. Der von Roderich Kiesewetter MdB initiierte Stiftungslehrstuhl für Erneuerbare Energien an der Hochschule Aalen wird der Region wertvolle Impulse geben und zahlreiche Innovationen hervorbringen, waren sich alle Anwesenden einig. MIT-Vorsitzender Michael Kolb meinte, dass sich bei Sanierungen und Neubauten noch viel Energie einsparen lässt. Dadurch kann auch das regionale Handwerk profitieren. Da momentan auch die Zinssätze sehr niedrig sind, könne sich eine energetische Sanierung für viele lohnen, ergänzte Holger Kaufmann. <<< 10 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

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12 Stimmen des Mittelstandes MIT Stuttgart: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen Diese Erkenntnis setzt die MIT Stuttgart seit Jahren zu Beginn eines neuen Jahres um. Beim 42. After Business Talk traf sich eine große Runde zum Fine Dining in Rauschenbergers Goldberg Gastronomie. I n unterhaltsamer Weise berichtete Jörg Rauschenberger über seinen beruflichen Werdegang und die frühe Planung seiner Nachfolgeregelung. Im Alter von 26 Jahren übernahm er ohne Eigenkapital und praktisch umsonst den Gasthof Krone in Winnenden. Heute, 30 Jahre später, beschäftigt er 170 Angestellte in Vollzeit, 80 Teilzeitkräfte, hat 40 Azubis, einen Jahresumsatz von 18,4 Mio. Euro und steht auf Platz 97 der umsatzstärksten Gastronomiebetriebe Deutschlands. Mit Anfang 40 machte er sich erste Gedanken über eine Nachfolgeregelung. Vor drei Jahren stellte er hierzu die Weichen. Heute, mit 57Jahren, ist ein Teil der Geschäftsanteile bereits übergeben und 2015 wird er sich endgültig aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Rauschenbergers Erkenntnis lautet: Klassische Mittelständler haben klassischerweise ein Problem mit der Nachfolgeregelung. Er empfiehlt jedem, sich früh darüber Gedanken zu machen, was eigentlich gewollt ist, also Nachfolge oder Verkauf des Unternehmens. Rauschenberger s eindringliche Empfehlung an alle Unternehmer hat er in fünf Weisheitsregeln zusammengefasst: 1. Es ist nie zu früh, über Nachfolge nachzudenken. 2. Der richtige Mann an den richtigen Platz - haben meine Kinder kein Interesse, suche ich jemand passendes. 3. An den Fortbestand denken - wie kann das Unternehmen weitergeführt werden, wo soll es in der Zukunft hingehen. 4. Den richtigen Berater wählen - nicht zwingend Finanzamt, Steuerberater oder Versicherungsvertreter. 5. Rechtzeitig an der eigenen Einstellung arbeiten - und sich dann wirklich zurückziehen. Der Schlussaufforderung von Herrn Rauschenberger: Ab in die Küche, folgten dann alle MIT ler mit Begeisterung und machten sich vor Ort über die angebotenen Köstlichkeiten her. Trotz stundenlangem Essen und Trinken fanden an dieser ungewöhnlichen Stelle überraschend viele und interessante Gespräche statt und wurden neue geschäftliche Kontakte geknüpft. Ute Dick, Pressesprecherin der MIT Stuttgart 12 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

13 MIT Enzkreis/Pforzheim: Günther Oettinger begeistert Zuhörer beim Neujahrsempfang Beim diesjährigen Neujahrsempfang der CDU Enzkreis/Pforzheim und der Mittelstandsvereinigung MIT stand alles im Zeichen der Zukunft. Dabei konnten die Veranstalter mit einem ebenso prominenten wie kompetenten Gastredner aufwarten, dem EU-Kommissar für Energie und ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger. Neben diesem Ehrengast konnte Kreisvorsitzender Gunther Krichbaum bei seinen einleitenden Worten eine ganze Reihe an Würden-, Amts- und Mandatsträgern begrüßen. Stimmen des Mittelstandes Volle Ränge, gespannte Zuhörer - Günther Oettinger kann auch in Pforzheim als Redner überzeugen. Vor rund 600 Zuhörern machte der EU-Kommissar deutlich, dass auf Dauer nur ein geeintes Europa auf internationaler Ebene eine Rolle spielen kann. Dies verdeutlichte er anhand einer chinesischer Weltkarte, auf der China, das sogenannte Reich der Mitte im Zentrum liege und Europa am oberen linken Rand zu finden sei, dort wo auf europäischen Karten Alaska liegt. Wenn die Europäer von den beiden Supermächten USA und China gehört und als ebenbürtiger Partner künftig behandelt werden wollten, dann gäbe es keine Alternative zu einer wirtschaftlich und politisch geeinten EU. Entsprechend sei die derzeitige Staatsschuldenkrise gewissermaßen ein Lackmustest für Europa. Wenn es der Union nicht gelänge, einem Land wie Griechenland, das gerade einmal drei Prozent der Wirtschaftskraft aller Mitgliedsstaaten ausmache, aus der Krise zu helfen, so würde dies vom Rest der Welt als Zeichen der Schwäche gesehen werden. Oettinger forderte in diesem Zusammenhang mehr Teamwork innerhalb der EU und warnte vor Arroganz ge- genüber den strauchelnden Staaten. Auch die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sollten unter diesen Gesichtspunkten geführt werden. Hier mahnte er mehr Offenheit und Fairness an. Die Energiewende hält Oettinger für unumkehrbar, warnte aber zugleich Dem EU-Kommissar für Energie gelang es, die aktuelle EU-Politik spannend und kritisch dem Publikum zu vermitteln. davor, diese im Schweinsgalopp durchzuführen. Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit müssten oberste Priorität bei der Umsetzung genießen. Solar- und Windenergie gehörten zweifelsohne die Zukunft, allerdings erst, wenn die technischen Voraussetzungen für kosteneffiziente und verlustarme Speicherung des nachhaltig erzeugten Stroms gegeben sind. Gleiches gelte für den Ausbau des Stromnetzes. Wer für erneuerbare Energien sei, müsse auch für mehr Stromleitungen sein, stellte Oettinger Gruppenbild mit Damen - Daniel Caspary, Gunther Krichbaum mit Gattin, Viktoria Schmid, Günther Oettinger, Dr. Marianne Engeser, Dr. Jochen Birkle. fest. Die Gäste goutierten die klaren und sachlichen Ausführungen des EU- Kommissars mit langanhaltendem Applaus, bevor Dr. Jochen Bürkle im Namen der MIT das Schlusswort sprach und zum anschließenden Empfang lud. Dr. Joachim Birkle, Kreisvorsitzender WIRTSCHAFTSFORUM 03/

14 Stimmen des Mittelstandes MIT Karlsruhe-Stadt: Weiter in Erfolgsspur Zum Jahresabschluss 2012 lud die MIT ihre diesjährigen Referenten zu einem Weihnachtsessen in den BUNDSCHUH (Grötzingen) ein. Notar Dr. Ulrich Mayer (Ettlingen) hatte über die Patientenverfügung referiert. Rainer Warzecha (Ittersbach) referierte im Hotel Eden über den strategischen und klugen Umgang mit den weltweiten Erdölvorkommen und Dr. Jürgen Matthes sprach im Hotel Residenz über die Eurokrise aus Sicht des Institutes der Deutschen Wirtschaft (Köln). Dr. Oliver Hettmer aus Winnenden sprach über Neukundengewinnung mit System. Familie Baur hatte uns in ihren Weinberg eingeladen, verbunden mit einer vorherigen Wanderung und späteren Weinverkostung. Und am Ende des Jahres führten wir noch unseren Besuch des Ateliers Neue Schule worden, aber auch bei dem Vorhaben, x-mal mehr Windräder im Ländle aufbauen zu wollen, als schon da seien. Wohlverdienter Jahresausklang. Wolfgang Taubert, Marco Mossa, Volker und Lydia Storm. Unsere Gäste Meike Betzinger, GF MIT-LGst., Peter Hertweck, MIT Mittelbaden, und Stadtrat Erwin Feike, Mannheim. in der alten Wäschefabrik Bulach bei OMI Riesterer und Barbara Jäger durch. Allen Referenten sei hier nochmals gedankt. Manfred Groh MdL referierte über seine Arbeit im Wahlkreis Ost und über die Maßnahmen der grün-roten Regierungsarbeit in Stuttgart. Dort sei mehr im Argen, als nach außen hin sichtbar würde. Finanzen würden geschleift, Bildung verwässert und mit einer gewissen Basta-Politik regiert. Besonders sichtbar sei das beim Thema Nationalpark und Stuttgart 21 ge- Intensiver OB-Wahlkampf Special-Guest des Abends war unser OB-Kandidat Ingo Wellenreuther. Er blickte auf die vergangenen Wahlkampfwochen zurück, die voller Energie seitens seiner Person und der ganzen Partei intensiv stadtweit betrieben wurden. Wellenreuther appellierte an alle, auch die letzte Woche noch zu nutzen, mit den Bürgern im Gespräch zu sein und auf die gute Bilanz der vergangen 42 Jahre zu verweisen, die es fortzusetzen gelte. Dass es am Ende nicht dazu kam, den OB-Sessel zu verteidigen, ist bitter für die CDU und den Kandidaten. Das Votum der Wähler/innen richtig aufgearbeitet könnte aber zu einem 14 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

15 Stimmen des Mittelstandes Folgende drei MIT-Kreisverbandsveranstaltungen Karlsruhe-Stadt befinden sich in der Planung für das Frühjahr Montag, 18. März 2013, Uhr MIT-Firmenbesuch im Karlsruher Rheinhafen, Firma CARL SPAETER Stahlhandel Stahlhandel im globalen Wettbewerb Eine kurze Einführung durch Hanns Heidberg, Geschäftsführer. Anschließend Betriebsbesichtigung. Treffpunkt SPAETER-Zentrale, festes Schuhwerk ist wichtig! Carl Spaeter Südwest GmbH, Fettweisstr , Karlsruhe Wolfgang Taubert am Klavier: Stille Nacht und andere besinnliche Klänge am Klavier. Lernprozess führen, der am Ende der CDU Karlsruhe-Stadt nutzt und für die Bundestagswahl 2013 und die Kommunalwahl 2014 wichtig wäre. Gregor Wick bedankte sich bei allen Aktiven seines Vorstandes, der ihm auch im zehnten Amtsjahr als Vorsitzenden sehr hilfreich, kreativ und einsatzfreudig zur Seite stand. Netzwerken, Lernen, Freundschaften begründen, über den Tellerrand blicken - das alles gäbe es bei der MIT, so Gregor Wick, und deshalb sei die Arbeit für die MIT immer auch ein Gewinn für die eigene Weiterentwicklung, für den Verband und für die Mutterpartei. Marco Mossa, Pressewart Donnerstag, 11. April 2013, Uhr Den Wertwandel mitgestalten - zurück zur Verantwortung Was den Mittelstand in Deutschland so erfolgreich macht. Referent: Prof. Dr. Dr. h. c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand Stiftung Familienunternehmen in Deutschland und Europa. Prof. Hennerkes, Jahrgang 1939, befasst sich seit über 30 Jahren ausschließlich mit diesem Unternehmenstypus. Er gilt daher als einer der führenden Experten im Bereich der Familienunternehmen. Sein jüngstes Buch bei Herder: WERTWANDEL MITGESTALTEN. Die Stiftung Familienunternehmen wurde von ihm im Jahre 2002 ins Leben gerufen. Ort: N. N. Ingo Wellenreuther sieht gute Chancen für die OB-Wahl, trotz schwieriger Ausgangslage. Montag, 13. Mai 2013, Uhr Energiewirtschaft im Wandel - von der Politik getrieben oder von technischem Fortschritt geprägt? Die Energiewende zwischen Vision und Wirklichkeit. Referentin: Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der Energieund Wasserwirtschaft e.v., zuvor war sie Vorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundesbeauftrage für den Bürokratieabbau. Ort: N. N. WIRTSCHAFTSFORUM 03/

16 Stimmen des Mittelstandes MIT Konstanz: Vortragsveranstaltung Altersversorgung für Selbstständige Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) im Landkreis Konstanz lud zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Thema Altersversorgung für Selbstständige nach Hilzingen ins Weingut Vollmayer ein. Zwei Referenten sollten Mitgliedern und Interessierten dieses Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Peter Ibbeken, der Kreisvorsitzende der MIT, begrüßte die zahlreichen Gäste und führte mit der aktuellen politischen Diskussion um die Aufnahme der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung ins Thema ein. Er erläuterte dabei natürlich auch die Position der MIT, die die Interessen der mittelständischen Unternehmen in der CDU vertritt. Die MIT unterstützt zwar die verbindliche Verpflichtung der Selbstständigen zum Vorsorgesparen für das Alter, doch möchte sie den Selbstständigen die freie Wahl geben, wie sie dies tun. Als erster Referent sprach Nikolaus Jurawel, der als Spezialist für das Lebensversicherungsgeschäft und Vorsorgegeschäft der Württembergischen Versicherung tätig ist. In seinem Vortrag zeigte Jurawel mit einigen Beispielen aus der Praxis die Versorgungslücken von Arbeitnehmern und Selbstständigen auf. Seine Erkenntnis war, dass auch gut verdienende Mitarbeiter mit Rentenbeginn erhebliche Einkommenseinbußen durch die geringer werdenden Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung hinnehmen werden müssen. Unternehmer sollten daher ihren Mitarbeiter durch die betriebliche Altersversorgung helfen, diese Lücken zu schließen. Die betriebliche Altersversorgung ist für Mitarbeiter und auch Unternehmer wegen der Steuerersparnis und der ersparten Sozialversicherungsbeiträge besonders attraktiv. Daneben kommen noch die Basisrente und die Riesterrente als steuergeförderte Möglichkeiten in Betracht. Neben der Altersversorgung sollte aber auch das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht unterschätzt werden und entsprechend abgesichert sein. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, ihren Mitarbeitern betriebliche Altersversorgung zu ermöglichen. Dass dieser Pflicht nachgekommen wurde, sollte in der Personalakte dokumentiert sein, auch wenn der Mitarbeiter das Angebot nicht nutzen will. Im zweiten Vortrag zeigte Jürgen Beirer, Honorarberater aus Bodman-Ludwigshafen, welche Möglichkeiten Selbstständige und Unternehmer besitzen, um für das Alter vorzusorgen. Vorsorge heißt dabei nicht unbedingt Versicherung(en) abschließen. Als frei- 16 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

17 Stimmen des Mittelstandes er Berater sieht Beirer das Spektrum der Möglichkeiten viel weiter, nicht zuletzt der Betrieb selbst kann ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge des Unternehmers sein. Beirer benannte verschiedene Ansparmöglichkeiten und zeigte kurz Vor- und Nachteile auf. Kritisch ging Beirer mit Versicherungen wie der Basisrente, die eine Zwangsverrentung vorsehen, ins Gericht. Wegen des Niedrigzins-Umfelds, den Kosten und der gestiegenen Lebenserwartung, die bei den Versicherern zu extrem vorsichtigen Kalkulationen führen, muss man 95 Jahre oder älter werden, damit sich dies als halbwegs gutes Geschäft erweist. Deshalb sollte der Selbstständige oder Unternehmer auch versicherungsfreie Lösungen in Betracht ziehen sowie Versicherungen mit Kapitalwahlrecht. Hierfür können verschiedene private Sparformen oder Kapitalanlagen genutzt werden. Steuerlich am besten gefördert wird allerdings die betriebliche Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung (bav) bietet nicht nur Arbeitnehmern steuergeförderte Vorsorgemöglichkeiten, sondern auch Geschäftsführern von Kapitalgesellschaften. Dies ist aus verschiedenen Gründen empfehlenswert. Für die Leistungsempfänger, ob GGF oder sonstige Mitarbeiter, erhöhen sich die Renten- oder Kapitalzahlungen erheblich im Vergleich zu versicherungsförmiger bav, weil üblicher Weise mit einem Rechnungszins von 3 bis 4% kalkuliert wird, von dem keine Kosten abzuziehen sind, während Versicherungen nur noch Garantiezinsen von 1,75% vor Kosten und 0,75% nach Kosten kalkulieren und weil Versicherungen mit extremen Risikopuffern bei der Lebenserwartung kalkulieren, wodurch die Renten massiv geschmälert werden. Neben den höheren Leistungen ist auch die Flexibilität für die Beitragszahler von großem Vorteil. Die Beitragszahlung kann jährlich neu festgelegt werden und auch Bonuszahlungen können flexibel einbezahlt werden. Auch bei den Auszahlungen bieten sich durch die 5-tel-Regelung einer steuerlich geförderten Einmalauszahlung bei der Pensionszusage und der pauschal-dotierten Unterstützungskasse an. Im Gegensatz dazu werden Auszahlungen aus Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds mit der vollen Auszahlungssumme im Jahr der Auszahlung steuerlich angesetzt. Unternehmer können mit Pensionszusagen oder pauschal-dotierten Unterstützungskassen nicht nur sehr flexibel und steuergefördert vorsorgen, sondern bei kluger Einbindung der Mitarbeiter einen Innenfinanzierungseffekt durch die betriebliche Altersversorgung erzielen. Der Unternehmer hat die Freiheit zu entscheiden, was mit dem Geld passiert. Er entscheidet, ob er Bankkredite damit ablöst, Maschinen oder Immobilien kauft oder in Kapitalanlagen investiert. Sinnvoll kann auch ein Mix sein. Zur Absicherung der Mitarbeiter vor Insolvenz muss das Unternehmen Beiträge in den Pensionssicherungsverein leisten. Zum Abschluss übernahm Peter Ibbeken die Diskussionsleitung. Zu später Stunde wurden nach zahlreichen Fragen die offizielle Diskussion beendet. Die Gäste diskutierten danach noch rege in Kleingruppen und Einzelgesprächen. <<< WIRTSCHAFTSFORUM 03/

18 Stimmen des Mittelstandes MIT Mittelbaden: Menschliches Potenzial entfalten und nutzen Der Ausdruck Humankapital mag unschön klingen, aber er hat etwas für sich: In ihm steckt die Erkenntnis, dass das wertvollste an einem Unternehmen seine Mitarbeiter sind. Wie man sein eigenes menschliches Kapital stärker nutzen und das der Anderen zur Entfaltung bringen kann, war das Thema der Abendveranstaltung Erfolgsfaktor Mitarbeiter, zu dem die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Baden-Baden mit ihrem Vorsitzenden Peter Hertweck in die Orangerie von Brenner s Park Hotel und Spa geladen hatte. Nach einem Grußwort von Hoteldirektor Frank Marrenbach führte Gastgeber Hertweck in das Thema des Abends ein. Aus schierer Menschlichkeit, aber auch angesichts handfester Entwicklungen - wie der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs - könne es sich Deutschland nicht leisten, menschliches Potenzial brachliegen zu lassen. Rezepte, wie wir diesen Herausforderungen begegnen, ist Hertweck überzeugt. Und diese gilt es zu Geschäftsmodellen zu entwickeln und marktfähig zu machen. Dann haben wir beste Chancen auf mehr Lebensqualität, qualitatives Wirtschaftswachstum und materielle Absicherung. Doch obwohl unsere Gesellschaft, die sich durch eine Kultur der Menschlichkeit auszeichne, Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit pflegt und gemeinschaftsorientiert ist, wüchsen in ihr Menschen heran, deren Qualifikationen für den Arbeitsmarkt nicht ausreichten. Andererseits könne bereits heute jeder zehnte Arbeitsplatz in Deutschland nicht mehr besetzt werden - die Nachfrage nach Arbeitskräften sei also da, und sie werde angesichts der demo- Wir haben beste Chancen - wenn wir unsere Stärken nutzen Dabei ist dieses Potenzial hierzulande reichlich vorhanden, so Hertwecks Credo. Er verwies auf die vielen Menschen, die sich in allen Bereichen der Gesellschaft ehrenamtlich engagieren. Das Bildungs- und Ausbildungsniveau sei hoch und führe zu qualitativ hochwertigen Erzeugnissen, die unter dem Gütesiegel Made in Germany weltweit geschätzt würden. Zwar gebe es in vielen Bereichen - etwa auf sozialem oder umweltpolitischem Gebiet -auch Probleme, doch diese würden erkannt und angegangen. Es gibt Veranstalter und Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links nach rechts): Richard Schmitz, IHK-Vizepräsident und langjähriger Direktor des Brenner s, Manfred Knecht, Unternehmer und Distriktleiter der Pfadfinderschaft Royal Rangers, Otmar Kern, Sylvia Mitschele-Mörmann und Peter Hertweck, MIT Baden-Baden, Ingo Auer, Unternehmer, Professor Dr. Rolf Osterhoff, Albert Reis, Unternehmer. 18 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

19 Stimmen des Mittelstandes grafischen Entwicklung sowohl unter Facharbeitern als auch Akademikern weiter steigen. Ansätze dazu, wie diese Kluft zu schließen sei, zeigte anschließend der bekannte Betriebswirt, Psychologe und Coach Professor Dr. Rolf Osterhoff in einem überaus lebendigen, mitreißenden und humorvollen Vortrag auf, dessen Leitmotiv die Formel vom Rohdiamanten zum wertvollen Mitarbeiter war. Der Tenor: Nur wer sein eigenes Potenzial kennt, kann auch fremdes zur Entfaltung bringen; und nur wer sich seiner Stärken bewusst ist, kann auch die Stärken anderer fördern und für Unternehmen und Gesellschaft nutzbar machen. Grundlegend sei dabei die Erkenntnis, dass nicht materielle Anreize die Hauptmotivation für Menschen sind, sich zu engagieren, sondern der Wunsch nach Anerkennung. Der menschliche Faktor sei es auch, der im unternehmerischen Wettbewerb letztendlich den Ausschlag gebe - und nicht der Preis, wie oft suggeriert werde. Auf den Punkt brachte es Osterhoff mit der Formel motivieren heißt, jemanden zu begeistern - was vor allem bedeute, Menschen über positive Schaltwörter und Gesten anzusprechen und aufzubauen, Vertrauen in sie zu setzen und zur Übernahme von Verantwortung zu ermuntern, statt über Kritik und eine ausgesprochene Erwartungshaltung Druck aufzubauen und damit Begabungen und Motivation eher zu vernichten als zu stärken. In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von MIT-Vorstandsmitglied Otmar Kern moderiert wurde, erörterten Unter- nehmer - unter ihnen auch der Distriktleiter eines Pfadfinderverbands -, wie im Sinne des zuvor Gesagten menschliches Potenzial gefördert und zur Entfaltung gebracht werden könne. Fragen und Anregungen der rund hundert Gäste rundeten den konstruktiven Meinungsaustausch ab. Bei dem anschließenden Stehempfang war Gelegenheit, sich über das Besprochene wie auch verwandte Themen weiter auszutauschen, zwanglos zu plaudern sowie bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Die Resonanz unter den Gästen war durchweg positiv. Auch Gastgeber Peter Hertweck zog eine zufriedene Bilanz dieses Abends: Unsere Gesellschaft hat wunderbare Perspektiven, stellte er fest. Hören wir einander zu! Das gesamte Jahresprogramm der MIT finden Sie unter <<< WIRTSCHAFTSFORUM 03/

20 Leserbrief Wem nützt es? Jetzt wird erst richtig viel Feuer gemacht - obwohl unser langjähriger Ex-Landesminister Ulrich Müller, Minister für Umwelt und Verkehr, noch MdL, über Jahre hinweg gute Arbeit in seinen Ämtern geleistet hat, und auch noch die undankbare Aufgabe als Ausschussvorsitzender im EnBW-Ausschuss übernommen hat. Jetzt wird er beschuldigt dem Ex-Regierungschef Stefan Mappus (CDU), so der Presse entnommen, zu Unrecht Akten zukommen ließ. Ich gebe zu, mir ist nicht bekannt, in wie weit die Korrespondenz zwischen dem Ausschussvorsitzenden und Herrn Mappus berechtigt war. Ich weiß auch nicht, wer der Presse und anderen Medien ständig Tipps und geheime Unterlagen aus diesem Ausschuss liefert. Aber es entsteht der Eindruck, da wir ja in einem nicht unerheblichen Wahljahr 2013 sind, dass es nach dem selben Muster abgeht wie immer, wenn so etwas passiert: Zuerst saugt der politische Gegner Honig daraus - und dann wenden sich die eigenen Freunde ab, weil sie befürchten, dass sie ein paar Spritzer abbekommen könnten. Krasser als bei Mappus ist dies noch nie geschehen! Die Akteure in der CDU sollten sich längst fragen: Wem nützt es? Und sie sollten sich mit denjenigen beschäftigen, die im Moment das Sagen haben. Da taucht doch die Frage auf, was würden z.b. der Verkehrsminister Winfried Hermann und seine Parteifreunde eigentlich in und für Baden- Württemberg tun, gebe es Stuttgart 21, ebenso den EnBW- Deal, der ja zuerst von allen beklatscht wurde, nicht. Sie verspielen aus reiner Rechthaberei das Projekt Stuttgart 21, das von der Bevölkerung gewünscht und von Fachleuten als einmaliges Zukunftsprojekt beschrieben ist. Und im U-Ausschuss spielen sie fleißig weiter Opposition - zum Gefallen der Medien. Knapp zwei Jahre nach der Landtagswahl (knapper Sieg von Grün-Rot) und über ein Jahr nach der Volksabstimmung, die den Streit eigentlich befrieden sollte, bringt das Milliardenprojekt Stuttgart 21 für grün-rote Koalition weitere Sprengkraft. Wobei sich die Bahn nicht mit Ruhm bekleckert; auch Staatsbetriebe sollten rechnen können. Ich zitiere den Projektsprecher der Bahn Wolfgang Dietrich: man dürfe nicht nur die Risiken sehen, Baden- Württemberg lebe schließlich von einem Ruf, die Welt mit Innovation und Ingenieur Kunst zu bereichern. Die müsse auch durch Großprojekte wie S21 sichtbar werden, um die Spitzenposition des Landes zu halten. Bei einem Bahnchef Dürr war dies noch klar. Aber man ist ja in Stuttgart gewöhnt, dass man den Hund zum Jagen tragen muss: Autobahnbau, Fernsehturm, Flughafen, Neue Messe - immer dagegen! Doch davon profitieren dann die grün-roten Beamten noch mehr als die Arbeiter in den Betrieben. Und es hat den Anschein, dass die 68-er frühzeitig in Rente gehen, damit man wieder Spaß am Demonstrieren haben kann. Aber wer keine Kinder hat, braucht sich um die Zukunft auch keine Gedanken zu machen. Franz Pfeffer, stellv. Kreisvorsitzender MIT Kreisverband Esslingen 20 WIRTSCHAFTSFORUM 03/2013

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