Leistungsbericht 2007

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1 Leistungsbericht 2007

2 Inhalt Editorial 3 Beitrag von Bundespräsident Pascal Couchepin 4 Rückblick auf das Jahr 2007 von Vreni Spoerry 5 Fachstellen 6 Einführung in die Arbeit der Fachstellen 7 Beratung und Information: Sozialberatung 8 Beratung und Information: Individuelle Finanzhilfe 9 Services: Mahlzeitendienst 10 Gemeinwesenarbeit: Quartiers Solidaires 11 Gesundheitsförderung und Prävention: Sanaprofil 12 Sport und Bewegung: Ausbildung für Seniorensportleiterinnen und -leiter 13 Bildung und Kultur: Kursangebot «digitale Medienlandschaft» 14 Generationenbeziehungen: Prix Chronos 15 Kommentar zur Dienstleistungsstatistik 16 Bildung und Gesellschaft 20 Bibliothek und Dokumentation 21 SAG Schule für Angewandte Gerontologie / Weiterbildungsangebote von Pro Senectute 22 Politik und Gesellschaft / Forschung 23 Kommunikation 24 Marketing und Kommunikation Jahre-Jubiläum von Pro Senectute 26 Zeitlupe 28 Bücher und Publikationen Sprachregionen 30 Secrétariat romand / Segretariato Svizzera italiana 31 Informatik und Finanzen 32 IT-Kompetenzzentrum 33 Finanz- und Rechnungswesen / Innere Dienste 34 ZEWO / Swiss GAAP FER 35 Kurzkommentar zur Jahresrechnung 36 Spenden, Legate und Sponsoring 37 Bericht der Geschäftsleitung 38 Entwicklungskonzept für die Gesamtorganisation Pro Senectute 39 Ausblick Zentrale Organe von Pro Senectute Schweiz 42 Impressum 43

3 Leistungsbericht Pro Senectute Schweiz Editorial Grosse Herausforderungen Eine neu zusammengesetzte Geschäftsleitung ist für eine Organisation wie Pro Senectute eine grosse Herausforderung. Viele Erwartungen wollen erfüllt werden einerseits innerhalb der Organisation, andererseits aber auch die des breiten Kundenkreises der Stiftung. Der Spagat kann nur gelingen, wenn alle am selben Strick und in die gleiche Richtung ziehen. Wir meinen, auf gutem Weg dahin zu sein: dies unterstützt durch den breit erarbeiteten Prozess zur Erneuerung der Stiftungsstrategie in Form eines Entwicklungskonzeptes, die Festlegung klarer, prioritärer Ziele und den Willen aller, die entsprechenden Leistungen zu erbringen. Dies sind wesentliche Voraussetzungen, die nötigen Instrumente zu schaffen, die allen Mitgliedern unserer Gesellschaft ein Älterwerden mit Qualität ermöglichen. Diese Grundvoraussetzungen braucht es zwingend und sie müssen laufend verbessert werden. Der neu konzipierte Leistungsbericht ermöglicht einen repräsentativen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Gesamtorganisation. Unser umfassendes Angebot kann nur gemeinsam mit den rund 65 Mitarbeitenden der Geschäftsund Fachstelle von Pro Senectute Schweiz und den kantonalen und regionalen Pro-Senectute-Organisationen sichergestellt werden. Ihnen allen danke ich an dieser Stelle herzlich. Werner Schärer, Direktor Pro Senectute Schweiz Pro Senectute Leistungsbericht

4 Beitrag von Bundespräsident Pascal Couchepin, Präsident der Stiftungsversammlung Pro Senectute Schweiz Autonomie, Partizipation, Lebensqualität: Ziele für eine neue Alterspolitik Als Antwort auf ein Postulat verabschiedete der Bundesrat am 29. August 2007 einen Bericht, der die Leitlinien für eine Alterspolitik vorlegt. Es ist nun Sache des Parlaments, auf Basis dieser strategischen Ziele über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Aus dem Bericht ergeben sich einige Feststellungen. Zunächst ist anzuerkennen, dass sich das Profil der älteren Bevölkerung geändert hat. Ihre Ressourcen, ihre Potenziale und ihr Platz in der Gesellschaft sind nicht mehr die gleichen. Wir orientieren uns aber noch zu häufig an starren Bildern, überholten Klischees. Das Alter ist nicht länger eine ausschliesslich von Defiziten geprägte Lebensphase des Rückzugs. Schweizer Seniorinnen und Senioren verfügen heute über eine immer längere behinderungsfreie Lebenserwartung und wohnen häufig bis ins Alter von 80 und mehr Jahren im eigenen Haushalt. Ihre Erwerbsquote kurz vor dem Rentenalter ist im internationalen Vergleich hoch und ihre finanzielle Situation insgesamt als gut zu bezeichnen. Zudem leistet die Bevölkerungsgruppe der jüngeren Rentnerinnen und Rentner am meisten unbezahlte Arbeit wie Kinderbetreuung und Nachbarschaftshilfe. Diese Veränderungen erfordern eine Neuausrichtung der Alterspolitik. Zahlreiche Instrumente wurden auf den verschiedenen staatlichen Ebenen bereits umgesetzt. Nun gilt es deren Kohärenz zu erhöhen, um einen besseren Gesamtüberblick zu erlangen. Hauptziel ist die Förderung der Autonomie, der Selbstbestimmung und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Partizipation älterer Personen. Die bedürfnisorientierte Ausrichtung der strategischen Leitlinien soll ferner ein ihren individuellen Wünschen und Verhältnissen entsprechendes würdiges Leben auch unter den Bedingungen von Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit bis hin zum Lebensende gewährleisten. Wichtig ist auch die Öffnung der Alterspolitik gegenüber anderen Generationen und Politiken (zum Beispiel Gesundheit, Wohnungswesen, Verkehr oder Informationsgesellschaft). Der Bericht des Bundesrates enthält rund zwanzig Handlungsvorschläge. Die wichtigsten lassen sich wie folgt zusammenfassen: Erhöhung der Arbeitsmarktchancen der älteren Arbeitnehmenden, Förderung der Prävention und Ausbau der Gesundheitsförderung, Verbesserung des Zugangs zur Informationsgesellschaft, insbesondere zu den neuen Technologien, Anerkennung und Unterstützung der freiwilligen, von Angehörigen erbrachten Leistungen und Koordination der medizinischen Versorgung, der Pflegeleistungen und der sozialen Betreuung. Ich hoffe, dass diese Leitlinien auch die Ausarbeitung der künftigen Strategien von Pro Senectute erleichtern werden. 4 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

5 Rückblick auf das Jahr 2007 von Vreni Spoerry, Stiftungsratspräsidentin Pro Senectute Schweiz Das Jahr, in dem Pro Senectute 90 wurde Das Jahr 2007, in dem Pro Senectute den neunzigsten Geburtstag gefeiert hat, war ein Jahr des Aufbruchs. Dem neuen Direktor, Werner Schärer, ist gemeinsam mit der Geschäftsleitung ein Durchbruch beim komplexen Vertragswerk der Beitragsvereinbarung mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) gelungen. Gemeinsam konnte eine wesentliche Vereinfachung und Verbesserung der bisher geltenden Vereinbarung erreicht werden. In Zukunft gibt es nur noch ein Dokument, in das alle bisherigen Nachträge und Korrekturen integriert wurden. Zudem wird die operative Verantwortung bei der Umsetzung des Leistungsvertrags Pro Senectute zugewiesen. Gemäss der Philosophie der Neugestaltung des Finanzausgleichs wird sich das BSV in Zukunft vorwiegend um die strategischen Ziele der Stiftung kümmern. Ein grosser Schritt hin zu einem reibungsloseren Funktionieren unserer komplexen Organisation konnte mit der einstimmigen Verabschiedung des gemeinsam erarbeiteten Entwicklungskonzepts gemacht werden. Eine Folge daraus ist die neue Zusammensetzung des Stiftungsrats von Pro Senectute Schweiz. Neben den frei gewählten Mitgliedern das werden zukünftig nur noch fünf sein nahmen die von den Regionalkonferenzen der Pro- Senectute-Organisationen bestimmten Vertreter ihre Arbeit im Stiftungsrat auf. Die Zusammenarbeit hat sich gut angelassen und die bessere Integration der regionalen Anliegen dürfte sich in Zukunft positiv zugunsten aller Beteiligten auswirken. Die Überarbeitung des Stiftungsreglements hat als Folge der verabschiedeten neuen Statuten und der Vorgaben des Entwicklungskonzepts begonnen. Ebenso wurde das Vorgehen festgelegt, wie die Neuerungen umzusetzen sind, die das Entwicklungskonzept mit sich bringt. Ein weiteres wichtiges Ereignis im vergangenen Jahr war der Umzug der Bibliothek und Dokumentation von Pro Senectute. Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen es dem motivierten Bibliotheksteam, einen optimalen Service anzubieten. So können noch mehr Menschen vom umfassenden Knowhow der grössten Fachbibliothek zu Altersfragen in der Schweiz profitieren. Der Stiftungsrat von Pro Senectute Schweiz ist über die positiven Ereignisse im letzten Jahr glücklich und dankt allen Beteiligten herzlich für die konstruktive Mitarbeit. Die Tatsache, dass der Wille zur Zusammenarbeit besteht, zeigt sich auch im erfolgreich abgeschlossenen Fusionsprozess der Pro-Senectute-Organisationen beider Basel. Wir wünschen der fusionierten Organisation in ihrer neuen Struktur viel Erfolg. Die Voraussetzungen sind gut, dass Pro Senectute als Gesamtorganisation auch im letzten Jahrzehnt bis zum 100-Jahre-Jubiläum der Stiftung ihren wichtigen Auftrag erfüllen kann: zum Wohle der älteren Bevölkerung in der Schweiz und im Gesamtinteresse unserer Gesellschaft diejenigen Dienstleistungen anzubieten, die für ein gelingendes Alter nötig sind. Pro Senectute Leistungsbericht

6 FACHSTELLEN

7 Einführung in die Arbeit der Fachstellen von Charlotte Fritz, Leiterin Fachstellen Pro Senectute Schweiz Die Vielseitigkeit der Leistungsbereiche Die bisherigen Leistungsbereiche von Pro Senectute werden um zwei neue Themen erweitert: «Gesundheitsförderung und Prävention» und «Generationenbeziehungen». Die Angebote in diesen Bereichen unterstützen einerseits das Bedürfnis älterer Menschen, verantwortungsbewusst mit ihrer Gesundheit umzugehen, andererseits fördern sie den Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen und stärken die gegenseitige Solidarität. Das Jahr 2007 hat den Stellenwert der Pro-Senectute-Sozialberatung eindrücklich gezeigt. Über Personen nahmen allein oder in Begleitung ihrer Angehörigen eine Beratung in Anspruch. Das entspricht gesamtschweizerisch mehr als der Hälfte aller erbrachten Dienstleistungen. In professionellen Beratungsgesprächen werden gemeinsam gesetzte Ziele verfolgt, die zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Bei den Individuellen Finanzhilfen zeigt sich erneut, wie wichtig es auch in der Schweiz ist, existenziell bedrängten Menschen rasch helfen zu können. Unterstützung in dieser Form steht Personen im AHV- Alter in finanzieller Not zur Verfügung, die durch sozialstaatliche Mittel nicht gelindert werden kann. Im Bereich «Services» auch «Hilfen zu Hause» genannt wird ein Grossteil der Arbeit von freiwilligen Helferinnen und Helfern erbracht. Es sind Angebote wie Mahlzeiten-, Reinigungs-, Steuererklärungs- und Treuhanddienste, welche jahrelang erprobt sind und das Leben in den eigenen vier Wänden unterstützen. Durch die Gemeinwesenarbeit werden die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Solidarität von älteren Menschen in ihrem direkten Umfeld gefördert. Dies geschieht in erster Linie durch Aktivierung und Stärkung der Selbsthilfe- und Selbstorganisationskräfte. Es handelt sich dabei einerseits um Projekte, die zur Förderung der Begegnung verschiedener Generationen oder zur Erarbeitung von Altersleitbildern in den Gemeinden beitragen, andererseits um die fachliche Begleitung von Senioren- und Selbsthilfeorganisationen, beispielsweise beim Aufbau einer Nachbarschaftshilfe. Mit dem Bereich «Sport und Bewegung» steht Pro Senectute im Schweizer Seniorensport an der Spitze. Die Kurse werden von Sportleiterinnen und -leitern geführt, die Pro Senectute in gesamtschweizerischen Leiterkursen speziell ausbildet. Die Qualitätssicherung ist durch die enge Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen gewährleistet. Der Besuch von Bildungsangeboten hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Ein Trend, der seit mehreren Jahren anhält. Der Bereich «Bildung und Kultur» ermöglicht die Beteiligung am gesellschaftlichen Geschehen und trägt zur Lebensqualität bei. Die Beiträge der folgenden Seiten geben Ausschnitte der vielseitigen Leistungen von Pro Senectute wieder. Es werden bewusst Mitarbeitende und Angebote einzelner Pro-Senectute-Organisationen in den Mittelpunkt gestellt. Diese Beispiele zeigen, wie ältere Menschen und ihr Umfeld in der Selbstbestimmung und der Lebensqualität unterstützt werden können. Pro Senectute Leistungsbericht

8 Beratung und Information Sozialberatung Die Sozialberatung von Pro Senectute steht älteren Menschen und deren Angehörigen zur Verfügung. Rund 130 Beratungsstellen in allen vier Sprachregionen stellen die nationale Abdeckung sicher. Dadurch ist Pro Senectute mit ihren rund 200 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern nahe bei ihren Klientinnen und Klienten und deren Umfeld. In professionellen Beratungsgesprächen begegnen sich Sozialarbeitende, Seniorinnen und Senioren und/oder deren Angehörige. Das Kernstück der Sozialberatung ist das Erreichen gemeinsam gesetzter Ziele im direkten Kontakt mit den Klienten. Damit bewirkt Pro Senectute den Erhalt oder sogar die Verbesserung der Lebensqualität im Alter. Susanne Ernst arbeitet seit 2002 zu 50 Prozent in der Sozialberatung der Beratungsstelle Rheinfelden von Pro Senectute Kanton Aargau. Sie erzählt von ihrer Arbeit. «Meine berufliche Laufbahn begann ich als Arztgehilfin. Nach der berufsbegleitenden Ausbildung zur Sozialarbeiterin war ich in einer Reha-Klinik engagiert, bevor ich zu Pro Senectute Kanton Aargau wechselte. Vor meinem Stellenantritt wünschte ich mir, es in Zukunft beruflich ein wenig ruhiger zu nehmen ich war ja selbst schon etwas in die Jahre gekommen. Gleichzeitig hatte ich aber auch Bedenken, dass die Arbeit bei der Stiftung eher eintönig, ja vielleicht sogar etwas langweilig sein könnte. Die Praxis lehrte mich etwas ganz anderes! Die Beratung von Seniorinnen und Senioren ist so abwechslungsreich, wie die älteren Menschen vielfältig sind. Die Spezialität und das grosse Plus der Sozialberatung von Pro Senectute sehe ich in der Freiwilligkeit, auf der die Beratung basiert, und in der Möglichkeit, für Notlagen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Jahr Beratungsgespräche Beratene Personen Ich lege grossen Wert auf die Qualität der Beziehungen zu den Klientinnen und Klienten. Es gefällt mir, wenn die Begegnungen durch Lebendigkeit geprägt werden. Meine Kernkompetenz ist, stabile und strukturierte Beziehungen entstehen zu lassen und sie zu pflegen. Ich fühle mich dem Krisenmanagement aber ebenso gewachsen. Das kommt mir in der Angehörigen-, Familien- und Demenzberatung oft zugute. Mediative Fähigkeiten und die Klarheit, etwas auf den Punkt zu bringen, sind ebenso gefragt wie eine gute Portion Unerschrockenheit, Durchhaltevermögen und Geduld bei längeren Prozessen. Mich mit der Philosophie der kleinen Schritte zufriedenzugeben, macht mir keine Mühe ich geniesse das Gefühl, mit meinen Kompetenzen am richtigen Arbeitsplatz zu sein.» Die Sozialberatung von Pro Senectute steht Seniorinnen und Senioren sowie deren Angehörigen in der ganzen Schweiz unentgeltlich zur Verfügung. Sie dient der Erhaltung der Autonomie, der Lösung von Problemsituationen und der beratenden Unterstützung mit dem Ziel, die Lebensqualität im Alter zu erhalten oder zu verbessern. Die Fachstelle Beratung und Information von Pro Senectute Schweiz organisiert regelmässig Arbeitstagungen zu Fachthemen für alle Sozialarbeitenden der Organisation und unterstützt sie bei Fachfragen. 8 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

9 Beratung und Information Individuelle Finanzhilfe Wenn unglückliche Umstände oder Schicksalsschläge den Alltag durcheinanderbringen, kann es für ältere Menschen finanziell schnell eng werden. Nicht immer reichen die AHV und die Ergänzungsleistungen dazu, allen Verpflichtungen nachzukommen. Viele dieser finanziellen Notsituationen können nicht durch sozialstaatliche Hilfestellungen gelindert werden. Hier besteht die Möglichkeit, über die Individuelle Finanzhilfe von Pro Senectute unbürokratisch Unterstützung zu beantragen. Mein Ehemann war selbstständig erwerbend. Wir konnten weder ein Vermögen noch eine berufliche Vorsorge bilden. Die finanziellen Mittel sind deshalb seit dem Eintritt ins Rentenalter sehr bescheiden. Wenn eine einmalige Anschaffung ansteht, gerate ich in eine finanzielle Notsituation. Meine drei Kinder können mich auch nicht immer unterstützen, da sie selbst Familien haben und nicht sehr begütert sind. Das Begräbnis meines Mannes haben meine Kinder und ich aber ohne fremde Hilfe finanziert.» unter Erbringung einer angemessenen Eigenleistung der Gesuchsteller gewährt. Die Geschäfts- und Fachstelle von Pro Senectute Schweiz bildet eine Arbeitsgruppe «Individuelle Finanzhilfe». Pro Senectute Schweiz übernimmt Koordination und Moderation und gewährleistet den Informationsfluss zwischen der Arbeitsgruppe und dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Ein Fallbeispiel aus der Praxis von Pro Senectute Kanton Luzern: In der Sozialberatung schildert Frau B.* dem Sozialarbeiter der Beratungsstelle Willisau, Toni Räber, ihre Situation: «Seit dem Tod meines Ehemannes Anfang 2006 habe ich finanzielle Probleme. Die Miete ist durch die Ergänzungsleistungen nicht mehr gedeckt. Als Rollstuhlfahrerin bin ich aber auf eine behindertengerechte Wohnung angewiesen. Zudem fühle ich mich in meiner langjährigen Wohnumgebung wohl. Meine Nachbarn unterstützen mich im Alltag und ich fühle mich gut verankert und getragen. Mit der periodischen Leistung aus der Individuellen Finanzhilfe von rund 80 Franken pro Monat kann Frau B. die volle Miete für ihre Wohnung bezahlen und so ihr gewohntes Lebensumfeld behalten. Im Jahr 2007 wurden Frau B. zudem die Anschaffung eines neuen Betts für 747 Franken ermöglicht sowie die durch Ergänzungsleistungen nicht gedeckte Heiz- und Nebenkostenabrechnung von 953 Franken übernommen. Die Mehrheit der Unterstützungen aus der Individuellen Finanzhilfe erfolgt in Form von einmaligen Geldleistungen zur Finanzierung ausserordentlicher Auslagen. Alle finanziellen Hilfen von Pro Senectute werden nur subsidiär zu den gesetzlichen Ansprüchen und Jahr Unterstützte Personen Über die Individuelle Finanzhilfe hat Pro Senectute die Möglichkeit, Menschen im AHV-Alter in finanziellen Schwierigkeiten schnell und unbürokratisch zu helfen. Rund 90 Prozent der im Jahr 2007 ausgeschöpften Mittel stammen aus der AHV (Art. 17 und 18 ELG), gegen 10 Prozent aus stiftungseigenen Geldern und aus Fonds. * Initialen geändert Pro Senectute Leistungsbericht

10 Services Der Mahlzeitendienst von Pro Senectute Ticino e Moesano Sechs Fragen an Vincenzo Prati, Vizedirektor von Pro Senectute Ticino e Moesano Weshalb braucht es im Kanton Tessin einen Mahlzeitendienst? Der Mahlzeitendienst ist ein wichtiges Angebot von Pro Senectute Ticino e Moesano. Er wird mit der Sozialberatung, den Tagesheimen und den privaten sowie öffentlichen Haushilfediensten koordiniert. Mit dem Mahlzeitendienst leisten wir einen Beitrag zur gesunden und ausgewogenen Ernährung im Alter. Genauso wichtig ist aber, dass ältere Menschen dank dieser Dienstleistung länger zuhause leben können. Und nicht zuletzt tun wir etwas gegen die Vereinsamung. Denn oft ist die Person, die die Mahlzeiten liefert, der einzige regelmässige Kontakt. Wer hat Anspruch und wie viel kosten die Mahlzeiten? Anspruch darauf haben Personen, die eine AHV- oder IV-Rente beziehen. Bei Krankheit oder Unfall steht das Angebot auch einer breiteren Zielgruppe zeitlich begrenzt zur Verfügung. In der Regel sind es die Verwandten, der Hausarzt, das Spital, die Reha-Klinik oder der Hauspflegedienst, die den Antrag stellen. Der Preis pro Mahlzeit liegt je nach Einkommen zwischen Fr und Welche Art Mahlzeiten werden angeboten? Von Montag bis Samstag liefern wir warme Gerichte. An Sonn- und Feiertagen sind es Mahlzeiten zum Aufwärmen, das heisst frisch gekochte, gekühlte und vakuumverpackte Speisen. Bei der Abgabe müssen die warmen Gerichte eine Mindesttemperatur von 65 Grad aufweisen. In entlegenen Gegenden liefern wir deshalb ausschliesslich Gerichte zum Aufwärmen. Jahr Anzahl Mahlzeiten Bediente Personen Anzahl Mahlzeiten Bediente Personen (PS TI) (PS TI) (ganze Schweiz) (ganze Schweiz) Woher kommt das Essen und wie ist die Auslieferung organisiert? Wir haben 23 Verteilzentren, zum Beispiel in Altersheimküchen, Spitälern oder Tagesheimen. Die Zubereitung und die Auslieferung unterliegen strengen Richtlinien und Hygienevorschriften. Die Mitarbeitenden des Mahlzeitendiensts von Pro Senectute Ticino e Moesano erhalten eine Entschädigung und die Autospesen. Wird der Mahlzeitendienst durch die öffentliche Hand subventioniert? Neben dem Kantonsbeitrag steuerte der Bund bis Ende 2007 einen Franken pro Mahlzeit bei. Mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs (NFA) ändert sich das: Ab 2008 subventioniert nur noch der Kanton Tessin. Wie sieht die Zukunft aus? Nach über 25 Jahren Einsatz und einem steilen Wachstum in den letzten 10 Jahren ist der Mahlzeitendienst nun «gross» geworden. Er wird trotzdem weiterwachsen, die Lebenserwartung steigt ja stetig. Pro Senectute setzt sich explizit für das Leben in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter ein. Der Mahlzeitendienst kann dabei eine grosse Hilfe sein. Dank dem Mahlzeitendienst von Pro Senectute können viele ältere Menschen länger im eigenen Zuhause wohnen bleiben. Auf abwechslungsreiche, ausgewogene und gesunde Mahlzeiten wird sehr geachtet, um einer Mangelernährung vorzubeugen und Freude am Essen zu bereiten. 10 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

11 Gemeinwesenarbeit Die Solidarität in den Quartieren fördern Das Projekt «Quartiers Solidaires» wurde im Rahmen der Gemeinwesenarbeit im Jahr 2002 von Pro Senectute Kanton Waadt und der Fondation Leenaards ins Leben gerufen. Es dient der Förderung der Gemeinschaft und der nachbarschaftlichen Solidarität zwischen älteren Menschen und verfolgt das Ziel, die Integration in ihrem Wohnquartier zu erleichtern. Dies geschieht vor allem durch die Mobilisierung offizieller und die Unterstützung spontan entstehender Netzwerke. Die Besonderheit des Projekts «Quartiers Solidaires» liegt in der speziellen Rolle, die die Sozialarbeitenden übernehmen. Sie arbeiten nicht für die Quartierbewohner, sondern setzen sich vielmehr mit ihnen für die Entwicklung eigener Projekte ein. Ein dynamischer Prozess In einer ersten Phase nimmt der soziokulturelle Animator oder die Animatorin Einblick ins Quartier, besucht die dort wohnhaften älteren Menschen und führt Gespräche mit den Quartierbewohnern. Damit schafft sich «Quartiers Solidaires» Präsenz und es bildet sich eine erste Personengruppe, die sich für das Programm interessiert. Mithilfe dieser Gruppe organisieren die soziokulturellen Animatorinnen und Animatoren verschiedene Diskussionsanlässe, an denen sich die beteiligten Personen treffen. Dort werden Ergebnisse bereits geführter Gespräche vorgelegt und bestimmte Themen speziell herausgegriffen. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich dazu zu äussern und Wege zur Verbesserung der Lebensqualität im Quartier aufzuzeigen. Vision, Motivation, Realität Nach und nach bilden sich um die Ideen neue Gruppen von Interessierten und die Projekte beginnen sich zu konkretisieren. Die Ressourcen der älteren Bevölkerung zu mobilisieren, benötigt allerdings viel Zeit. Im Lausanner Quartier Bellevaux nahm die Verwirklichung der Projekte drei Jahre in Anspruch. Heute aber ist das Quartier zu neuem Leben erwacht: Die Einwohner haben die Vereinigung «Connexion Bellevaux» geschaffen, geben eine Zeitung heraus und führen Quartierfeste durch. Dank diesem Erfolg hat das Projekt «Quartiers Solidaires» in verschiedenen anderen Regionen des Kantons Waadt Fuss gefasst: Yverdon, Vallorbe, Prilly und Lausanne. Die Projekte tragen den individuellen Stempel des jeweiligen Quartiers, stehen aber für dieselbe Vision: Vorurteile überwinden und einander besser kennen lernen. Das erlaubt es älteren Menschen, aus ihrer Einsamkeit herauszufinden und im Alltag aktiv zu bleiben. Jahr Anzahl Projekte Die Gemeinwesenarbeit von Pro Senectute hat die kollektive Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen ab dem mittleren Lebensalter und ihrem Umfeld zum Ziel. Mit den Projekten sollen in erster Linie die Selbsthilfe- und Selbstorganisationskräfte aktiviert und gestärkt werden. Pro Senectute Leistungsbericht

12 Gesundheitsförderung und Prävention Pro Senectute Kanton Solothurn setzt das Projekt «Sanaprofil» um Mit dem Projekt «Sanaprofil» haben Menschen ab 65 Jahren die Möglichkeit, ihren persönlichen Gesundheitsbericht erstellen zu lassen und sich umfassend mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. Ziel dieses Programms ist es, die Lebensqualität und die Gesundheit im Alter zu erhalten. werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Ernährung, soziales Netz, körperliche Aktivität und Gesundheitsvorsorge. Das gesamte Angebot ist kostenlos. Vom Pionierprojekt SO!PRA zu «Sanaprofil Solothurn» Das Angebot «Sanaprofil Solothurn» macht einen grossen Schritt in die richtige Richtung, nämlich: älteren Menschen ein unabhängiges und selbstständiges Leben zu ermöglichen und die Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern. Dabei ist die Mitwirkung der Hausärzte eine entscheidende und wichtige Voraussetzung. Denn nur so findet das Programm Verbreitung und Akzeptanz. Kern von «Sanaprofil» ist der Gesundheits-Profil Fragebogen. Anhand konkreter Alltagssituationen werden alle wichtigen Bereiche der Gesundheit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität erfasst. Ein spezialisiertes Rechenzentrum wertet den ausgefüllten Fragebogen aus und stellt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie auch der Hausärztin oder dem Hausarzt den persönlichen Gesundheitsbericht zu. Dieser zeigt, welche Lebensbereiche im Hinblick auf die Gesundheit verbessert werden können und wo und wie der Hausarzt unterstützen kann. Der Kurs «Gesundheit und Alter» ergänzt das Angebot. Fachleute erklären, wie Risikofaktoren, die im Alter häufig zu Pflegebedürftigkeit führen, erkannt Dem heutigen Angebot ging mit SO!PRA (Solothurn Prävention im Alter) ein wissenschaftlich begleitetes Projekt voraus, das von 1999 bis 2005 in verschiedenen Bezirken im Kanton Solothurn durchgeführt wurde. Die positiven Resultate ermöglichen es, das Angebot bis ins Jahr 2010 kantonsweit umzusetzen. Die Finanzierung stellt der Kanton Solothurn sicher, der schon 1999 erkannt hat, dass ein flächendeckendes Modell die Lebensqualität und die Gesundheit älterer Menschen in ihrer vertrauten Umgebung erhalten oder gar verbessern kann. Gleichzeitig werden längerfristig die sozialen, medizinischen und pflegerischen Kosten gesenkt. Jahr Erfasste Gesundheits-Profil Teilnehmer/Innen an Fragebogen Kursen Gesundheit und Alter Eine erste Bilanz Zurzeit werden weitere Kanäle zur Abgabe der Sanaprofil-Fragebogen geprüft, zum Beispiel über Einwohnergemeinden. Die Auswertung der Kurse «Gesundheit und Alter» zeigt bereits jetzt eine sehr positive Einschätzung. Dem Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer Vertiefung der Themen kommt Pro Senectute Kanton Solothurn mit dem Angebot an Folgekursen nach. Unter der Bezeichnung Gesundheitsförderung und Prävention fasst Pro Senectute Angebote wie zum Beispiel «Sanaprofil» zusammen, mit denen die Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale erreicht werden. Die ältere Bevölkerung soll dadurch zu verantwortungsbewussten Entscheidungen hinsichtlich ihrer Gesundheit befähigt werden. 12 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

13 Sport und Bewegung Ausbildung für Seniorensportleiterinnen und -leiter Pro Senectute ist die führende Kraft im Schweizer Seniorensport mit dem vielfältigsten Bewegungs- und Sportangebot für ältere Menschen. Die Stiftung arbeitet eng mit der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen sowie mit verschiedenen Sportverbänden zusammen. Alle Kurse und Sportangebote werden von Sportleiterinnen und -leitern geführt, die Pro Senectute in national angebotenen Leiterkursen ausbildet. Damit ist die Qualitätssicherung gewährleistet und die Seniorensportleiterinnen und -leiter können ihre Aufgabe kompetent und seniorengerecht wahrnehmen. Seit bald elf Jahren arbeitet Margrit Berger als Sachbearbeiterin der Fachstelle Sport und Bewegung bei Pro Senectute Schweiz. Vor zwei Jahren hat sie den Pro-Senectute-Leiter-Grundkurs abgeschlossen und ihr Grundwissen ein Jahr später im Fachkurs Fit/Gym erweitert. Seither leitet sie in regelmässiger Stellvertretung ca. einmal im Monat eine Fit/Gym-Seniorengruppe in ihrem Wohnort Richterswil. Frau Berger, warum haben Sie sich zur Seniorensportleiterin ausbilden lassen? Als Mitarbeiterin im Bereich Sport und Bewegung bei Pro Senectute Schweiz setze ich mich mit dem Seniorensport auseinander allerdings immer nur aus der theoretischen Warte. Der Wunsch nach einem stärkeren Bezug zur Praxis war einer der Gründe, die Leiterausbildung zu machen. Einerseits, um auch nach meiner Pensionierung einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen zu können, andererseits, um mir selbst gesundheitlich etwas Gutes zu tun. Sport für Senioren ist einfach eine gute Sache! Jahr Teilnehmer/Innen an Ausgebildete Seniorensport- Pro Senectute-Sportkursen Leiter/Innen Was haben Sie während der Ausbildung positiv, was eher negativ wahrgenommen? Insgesamt gebe ich der Ausbildung sehr gute Noten. Es hat mich überrascht, wie dynamisch die Kurse waren! Die vier Fachkurstage haben mich stark gefordert. Sie waren körperlich intensiv, aber das hat mir sehr gefallen. Einen weiteren Pluspunkt bekommen die Beispiellektionen der Experten. Damit haben sie sehr praxisnah gezeigt, wie eine Kursstunde gestaltet werden kann. Ich hätte mir gewünscht, mehr Zeit fürs praktische Üben im «geschützten Rahmen» zu haben, um dann schon etwas sicherer ins spätere Praktikum zu gehen. Allerdings würde dies mindestens einen zusätzlichen Kurstag nötig machen. Welche persönlichen Eigenschaften müssen Seniorensportleiterinnen und -leiter mitbringen? Da fallen mir als Erstes die eigene Sportlichkeit, die Fähigkeit, den Überblick zu behalten, Durchsetzungsvermögen, Offenheit und Kommunikationsfähigkeit ein. Es ist aber genauso wichtig, auf die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer einzugehen, deren Bedürfnisse zu erkennen und einzubinden. Pro Senectute bietet eine Vielfalt von Sport- und Bewegungsmöglichkeiten an, die gezielt auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind. Damit sollen die Lebensfreude gefördert sowie Beiträge zur Gesundheitsförderung und zur sozialen Integration älterer Menschen geleistet werden. Pro Senectute Leistungsbericht

14 Bildung und Kultur Lebenslanges Lernen eine Notwendigkeit? Nach dem Eintritt ins Pensionsalter leben die Menschen heute in der Schweiz noch durchschnittlich 20 Jahre. In diesem neuen Lebensabschnitt ist Bildung losgelöst vom Schulalltag in der Jugend oder von der beruflichen Weiterbildung im Erwachsenenleben eine sinnvolle Unterstützung. Lernen, solange man lebt, ist ein wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge, denn ein vielseitig genutztes Gehirn bleibt erwiesenermassen länger gesund. Die wachsende Informationsflut und die Beschleunigung der Entwicklungen in allen Lebensbereichen stellen ältere Menschen vor neue Herausforderungen. Veränderte Medienlandschaft Radio und Fernseher sind wichtige Informationsmedien, besonders für ältere Menschen. In letzter Zeit ist die Medienlandschaft in unserem Land in Bewegung geraten. Über Jahre vertraute Hör- und Sehgewohnheiten werden durch technische Entwicklungen verändert. Das Angebot der TV-Sender ändert sich von analog zu digital. Flache und viel grössere TV-Bildschirme erobern den Markt. Ältere Zuschauerinnen und Zuschauer sind zum Teil auf Unterstützung angewiesen, damit sie von der rasanten technischen Entwicklung nicht überfordert werden und sich im Informationsangebot der Medien weiterhin zurechtfinden. Entwicklung einer Kursidee Pro Senectute Kanton Graubünden hat zusammen mit Radio e Televisiun Rumantscha der SRG SSR idée suisse ein Kurskonzept zum Thema «digitale Medienlandschaft» entwickelt. Die Fachleute des romanischen Radios und Fernsehens informieren das ältere Publikum kompetent und aus erster Hand an verschiedenen Kursorten im Kanton Graubünden über die Umstellung auf digitales Radio und TV. Sie zeigen die verschiedenen Möglichkeiten des Radio- und Fernsehempfangs und erklären anhand verschiedener Geräte, welches die Voraussetzungen für die jeweilige Empfangsart zum Beispiel Kabel, Satellit, analog/digital sind. In der anschliessenden Diskussionsrunde beantworten die Experten die Fragen des Publikums. Pro Senectute Kanton Graubünden leistet mit diesem Kursangebot einen Beitrag, damit die ältere Bevölkerung auch in Zukunft die elektronischen Medien autonom nutzen kann und der Zugang zu den Informations-, Unterhaltungs-, Kultur- und Bildungssendungen für sie sichergestellt ist. Jahr Teilnehmer/Innen an Pro- Senectute-Bildungsangeboten Die Angebote des Bereichs Bildung und Kultur von Pro Senectute haben zum Ziel: Förderung geistiger Aktivität Erwerb neuen Wissens Auseinandersetzung mit neuen technischen Entwicklungen Beteiligung am und die Integration ins gesellschaftliche Geschehen Förderung von Lebensqualität und Gesundheitsprävention Persönlichkeitsbildung und Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Alters 14 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

15 Generationenbeziehungen Prix Chronos Der Prix Chronos ist Generationenprojekt, Leseanimation und Jugendbuchpreis in einem. Aus fünf bis acht Büchern für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 13 Jahren wählen Seniorinnen und Senioren sowie Jugendliche ihren Favoriten. Die Bücher greifen Themen wie das Altwerden, das Verhältnis zwischen Jung und Alt, aber auch Sterben und den Tod auf. Der Prix Chronos wird von Pro Senectute in der Romandie und in der deutschen Schweiz durchgeführt und ist mit je 2000 Franken dotiert. Prix Chronos in der Romandie 1997 hat Pro Senectute den Prix Chronos in der Romandie erstmals durchgeführt. Die Idee wurde von der Pariser Fondation Nationale de Gérontologie übernommen haben mehr als 2000 Kinder und ältere Menschen mitgemacht. Die Teilnahme am Prix Chronos bietet Gelegenheit, über das Leben, das Alter und Älterwerden, den Tod oder Trennungen nachzudenken und zu diskutieren. Das kann bei Besuchen von jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Altersheimen sein oder wenn Vertreterinnen und Vertreter der Seniorenjury Schulklassen besuchen. Nicht wenige junge Menschen finden über den Prix Chronos erstmals Gefallen am Lesen und 2007 haben sogar zwei junge Lehrerinnen ihre Diplomarbeit dem Projekt gewidmet. In der Romandie arbeitet Pro Senectute für den Prix Chronos mit «Lire et faire lire» einem Leseförderungsprogramm für Kinder zusammen. Gemeinsam ist man an der Genfer Buchmesse mit einem Stand präsent und dort findet auch jedes Jahr die Preisverleihung statt. Prix Chronos in der deutschen Schweiz 2007 wurde der Prix Chronos in der deutschen Schweiz zum dritten Mal vergeben. Rund zwanzig Schulklassen aus verschiedenen Kantonen, Dutzende von Seniorinnen und Senioren, diverse Bibliotheken und Lesezirkel, aber auch einzelne Jugendliche haben mitgemacht. Jahr Teilnehmende deutsche Schweiz Teilnehmende Romandie Viele von ihnen kamen mit Begeisterung an die Preisverleihung im Gemeinschaftszentrum Heuried in Zürich. Eine Lesegruppe hat sogar die lange Reise aus dem Wallis nicht gescheut. Nicht umsonst: Das Programm mit Lesung, Performance, Wettbewerb und kleinem Zvieri war ein krönender Projektabschluss und als generationenübergreifender Anlass ein ganz besonders schöner Beitrag zum 90-Jahre-Jubiläum von Pro Senectute. Jung und Alt freuten sich über das gelungene Fest und feierten das Gewinnerbuch. Aus den fünf vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien ausgewählten Büchern bekam «Kaninchen bringen Glück» von Beate Dölling am meisten Stimmen und zwar von den Kindern wie auch von den älteren Leserinnen und Lesern. Der Prix Chronos ist Generationenprojekt, Leseförderung und Jugendbuchpreis in einem. Kinder und Senioren lesen, besprechen und bewerten ausgewählte Jugendbücher. Der Prix Chronos trägt so zum besseren Verständnis zwischen den Generationen bei. Pro Senectute Leistungsbericht

16 Kernleistungen von Pro Senectute Kommentar zur Dienstleistungsstatistik 2007 Sozialberatung Im Jahr 2007 beanspruchten über Personen die Sozialberatung. Damit stieg die Nachfrage im Vergleich zu den letzten Jahren leicht an. Zwei Drittel der Klienten waren Frauen. Die 70- bis 90-Jährigen stellten immer noch die grösste Gruppe dar, von der über die Hälfte allein lebte. Oft sind es Frauen, die ihren Partner schon verloren haben. Unterstützung bei Fragen zu Finanzen und Sozialversicherungsleistungen wurde am häufigsten geleistet vor Beratung in Lebens-, Gesundheits-, Wohn- und Rechtsfragen. Anzahl Sozialberatungen nach Themen Eine Beratung umfasst meistens mehrere Themen und viele Personen werden mehrmals beraten. Anzahl Sozialberatungen, in Prozenten Finanzen Lebensgestaltung Gesundheit Wohnen 9 14 Recht 7 7 Total 100 % 100 % Wohnformen Allein lebend Nicht allein lebend Im Heim Keine Angaben Altersgruppen Jünger als Älter als 90 Keine Angaben Geschlecht Frauen Männer 16 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

17 Individuelle Finanzhilfe 32% 9% 2% 57% % 9% 3% 55% 2006 Die Individuelle Finanzhilfe von Pro Senectute ist ein einfaches und wirksames Werkzeug im Kampf gegen die Armut im Alter. Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter setzen die finanziellen Mittel bei unvorhergesehenen Engpässen im Sinne der gezielten, einmaligen oder aber auch der regelmässigen Unterstützung ein. Dieses Jahr konnten über Personen mit finanziellen Hilfeleistungen unterstützt werden. 34% 9% 3% 1% 35% 18% 34% 3% 10% 1% 17% 35% Unterstützte Personen, in Prozenten Frauen Männer Ehepaare Total 100 % 100 % % 34% 67% 66% Pro Senectute Leistungsbericht

18 Gemeinwesenarbeit Im vergangenen Jahr haben sich über die Hälfte aller Pro-Senectute-Organisationen in der Gemeinwesenarbeit engagiert. Es wurden 48 Projekte abgeschlossen und 44 Senioren- und Selbsthilfeorganisationen fachlich begleitet. Lokale Unterschiede ergeben sich durch verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel fachliche, finanzielle und personelle Ressourcen. Gemeinwesenarbeit Abgeschlossene Projekte Fachliche Unterstützungen Total Services Im Vergleich zum Vorjahr zeichnete sich bei der Inanspruchnahme der Mittagstische, Reinigungs-, Umzugs-, Steuererklärungs- und Besuchsdienste eine leichte Zunahme ab. Die leichte Abnahme der Kundenzahl in den Bereichen Fusspflegedienst, Coiffeur, Transport-, Haushilfe-, Mahlzeiten- und Hilfsmitteldienste ist auf die Kantonalisierung von Bundesleistungen zurückzuführen, die eine Folge der Neugestaltung des Finanzausgleichs per 1. Januar 2008 ist. Anzahl Kund/Innen nach Angebot, in Prozenten Transportdienst Besuchsdienst Steuererklärung Mahlzeitendienst Fusspflege Mittagstisch Haushalthilfe Putz- oder Reinigungsdienst Hilfsmitteldienst Treuhänderdienst Betreute Ferien Umzug / Räumungen Coiffeur Tagesheime Wäsche- und Flickdienst Wohnberatungen Total 100 % 100 % 18 Pro Senectute Leistungsbericht 2007

19 Bildung und Kultur Der Besuch von Bildungsangeboten hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Ein erfreulicher Trend, der seit mehreren Jahren anhält. Anzahl Teilnehmer/Innen an Bildungsangeboten, in Prozenten Sprachkurse EDV / Internet Moderate Bewegungsangebote Pensionierungsvorbereitung Altersspezifische Themen Kunst und Kultur Gestalten und Spielen Haus und Küche Ateliers Chômage Handwerk Musik Total 100 % 100 % Sport und Bewegung Bei den Sportangeboten ist mehrheitlich eine Zunahme an Teilnehmerinnen und Teilnehmern festzustellen. Sehr ausgeprägt zeigt sich das beim Nordic Walking. Einzig bei den Bewegungsangeboten in Heimen nahm die Teilnehmerzahl ab, denn dieses Angebot wird immer öfter durch Heimangestellte selbst übernommen. Anzahl Teilnehmer/Innen an Sportangeboten, in Prozenten Turnen Wandern / Orientierungswandern Aqua Fitness / Schwimmen Tanz / Volkstanz Bewegung im Heim Velofahren Nordic Walking Fitness / Gymnastik (Gym 60) Walking Langlauf / Skiwandern Schneeschuhlaufen Tennis Total 100 % 100 % LeiterInnenausbildung Total 463 Personen davon wiederum der grösste Teil Frauen besuchten einen der 19 Fachkurse von Pro Senectute Sport. Vier der Fachkurse waren Fit/ Gym gewidmet. 180 Leiterinnen und Leiter absolvierten einen der 14 Fortbildungskurse zu den Themen Velofahren, Wandern und Nordic Walking oder Weiterbildungskurse zu Bewegungsangeboten im Heim und Kartenlesen. Zudem nahmen 105 Frauen und Männer an einem Zentralkurs für Ausbildnerinnen und Ausbildner der Fachstelle Sport von Pro Senectute Schweiz teil. Erfreulich ist auch, dass sechs Personen, die zukünftig als Ausbildnerinnen und Ausbildner für Pro Senectute Sport tätig sein werden, den 13-tägigen Expertenkurs der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen besuchten. Pro Senectute Leistungsbericht

20 BILDUNG UND GESELLSCHAFT

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