Brief der Herrnhuter Brüdergemeine Hamburg Brüdergemeine in Norddeutschland

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1 Brief der Herrnhuter Brüdergemeine Hamburg Brüdergemeine in Norddeutschland August - September 2012 Freizeit für alle Generationen auf Spiekeroog Es gibt Momente, da kommt es vor allem auf das Hören an!

2 Ad r e s s e n: Ält e s t e n r at: Vorwort Liebe Geschwister, liebe Freunde! Gerade komme ich zurück von der Konfirmation von Johanne, Elisabeth und Lukas Eckelmann in Mascherode. Manch einer kennt dieses Trio ja noch aus der Zeit, als sie im Hannoverschen Raum lebten. Inzwischen wohnen und leben sie auf Barbados, unterhalten aber regelmäßige und rege Kontakte zur Brüdergemeine in Deutschland. Einer der Gründe, sie hier in unserer Gemeinde zu konfirmieren war, dass ein großer Teil der Familie - und vor allem die Großeltern - in Deutschland leben, und es war ihnen wichtig, dass an einem solchen Tag, die Familie beisammen sein kann. Es war aber kein Familienfest, sondern eigentlich ein rechtes Sommerfest der Brüdergemeine, denn es kamen Verwandte, Freunde und Bekannte aus Berlin, Hamburg, Rhein- Main, NRW und der Braunschweiger Region. Strahlend blauer Himmel, eine fröhliche, bunte Gesellschaft und eine feierliche Versammlung. Eine Woche zuvor hatten wir die Trauung von Christoph Crause und Pauline, geb. Ehrlich, in Hannover gefeiert. Auch das war eine außerordentlich schöne Feier mit einer großen Hochzeitsgemeinde in der Markuskirche in Hannover. In der selben Woche war zuvor schon die Beerdigung von Anneliese Conrad in Bremen, wo auch wieder - diesmal zu einem traurigen Anlass - eine große Gemeinde zusammenkam, um Abschied zu nehmen von einer besonderen Frau, die in unserer Gemeinde Stützpfeiler und treue Mitarbeiterin war. Von Sommerloch also gar keine Spur - hinzu kamen ja auch noch die regulären Versammlungen. Im Gegenteil, ich musste mich förmlich durch den dichten Ferienverkehr drängen, der kaum Lücken für ein Weiterkommen bot, um pünktlich und ausgeruht zu den jeweiligen Versammlungen zu gelangen. Dass nun zudem der Brief mal wieder viel zu spät erscheint... Ich bitte um Entschuldigung! Der Blick in den Brief lohnt aber. Denn wir haben ein Leitbild. Die Synode hat ein Dokument verabschiedet, das nun diese Überschrift trägt. An dem Prozess der Entstehung dieses Leitbildes haben wir als Gemeinde rege teilgenommen. Das Ergebnis sollten wir erst einmal gründlich auf uns wirken lassen, deshalb steht es an exponierte Stelle in Carsten Polke, Mühlenkampstraße 41c, Wunstorf Tel: , Pfa r r a m t: Stefan Richter, Armgartstraße 20, Hamburg Tel: , Ki r c h e n r e c h n e r i n: Roswitha Lensing, Baeyerweg 6, Braunschweig Tel: , Ba n k v e r b i n d u n g: KD-Bank (BLZ ), Kto-Nr

3 diesem Brief. Eindrücke von der Synode bekommen wir durch die Berichte unserer Synodalvertreter, die dankenswerter Weise einige Erfahrungen zusammengestellt haben. Ein ausführlicher Bericht stand ja auch schon im Herrnhuter Boten und im Internet unter Ein Brief von der Schwesternvertretung unserer Provinz gibt Einblick in die Schwesternarbeit. Hingewiesen sei auf die Einladung zu einer Schwesternreise nach Herrnhut im Oktober. Konfirmanden und Minikonfirmanden werden wieder eingeladen zu ihren jeweiligen Treffen. Eltern von Kindern, die bisher noch nicht im Bilde waren, mögen sich bei Interesse gern noch bei mir melden. Und: Wir schauen auch wieder in die weltweite Brüder-Unität dank der Nachrichten, die Andreas Tasche uns zur Verfügung stellt. Herzliche Grüße, euer Stefan Richter Die letzte Synode in Königsfeld verabschiedete ein Leitbild für die Europäisch-Festländische Brüder-Unität: Leitbild Die Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine ist eine protestantische Kirche. Sie ist ein europäischer Zweig der internationalen Brüder-Unität. Ihre Wurzeln liegen in der tschechischen Reformation und in der Herrnhuter Bewegung um Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Sie glaubt mit der ganzen Christenheit an den dreieinigen Gott, wie er sich in der Bibel offenbart. Jesus Christus steht für uns im Zentrum. Mit seinem Leben hat er uns gezeigt, wie Gott ist. Er hat uns Liebe, Vergebung und Gemeinschaft gelehrt und ging damit bis zum Äußersten, zum Tod am Kreuz. Christus ist auferstanden. Wir vertrauen auf ihn, auch da, wo wir scheitern und schuldig werden. Er begegnet uns als Bruder, der uns befreit, befähigt und beauftragt, seine Liebe weiterzugeben. So möchten wir gern: Vielfalt leben. Grenzen überwinden In unserer Kirche sind Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Traditionen zu Hause. Diese Vielfalt prägt unser kirchliches Leben, bereichert uns und fordert uns heraus. Wir öffnen uns für die Begegnung mit Menschen, die anders leben und glauben als wir. Weil Migration einen großen Einfluss auf unsere Kirche hat, können wir Grenzen überwinden. Wir gestalten Einheit in Verschiedenheit. In Gemeinschaft leben. Einzelne wertschätzen Durch Jesus werden wir zu Schwestern und Brüdern. Wie er, wollen wir aufmerksam sein für Benachteiligte, einander wertschätzen - auch in Konflikten. Wir nehmen einander an als Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, Begabungen und Biographien und bringen diese in unsere Gemeinschaft 3

4 ein. Wir haben unter uns keine Rangordnungen. Glauben leben. Hoffnung weitergeben Unser Glaube gewinnt Gestalt in unserem Alltag, in unserem Singen, Beten und Arbeiten. Die Losungen helfen uns Gottes Wort konkret werden zu lassen. Sie verbinden uns untereinander und mit Christen aus anderen Kirchen. Mit diakonischen Einrichtungen, Schulen und Missionsorganisationen engagieren wir uns für Andere. Wir setzen uns für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein. Mit Wort und Tat wollen wir unsere Hoffnung bezeugen und zum Glauben einladen. Aus dem Erbe schöpfen. Zukunft gestalten Vielfältige Glaubenserfahrungen, Gottesdienstformen und Aufgaben sind uns als Erbe anvertraut. Immer neu prüfen wir, was für Menschen heute segensreich sein kann. Im Vertrauen auf Gottes lebendigen Geist gestalten wir Neues. Wir verlassen uns nicht auf uns selbst, sondern auf Gottes Verheißungen. Synode 2012 in Königsfeld oder das Familieneinkommen nicht zum Leben ausreicht, sei es, dass die Familie sich nur noch am Wochenende sieht, weil der Arbeitsplatz des Vaters weit weg ist, sei es, dass die Mutter allein für ihre Kinder sorgen muss. Die meisten Väter und Mütter wollen ihren Kindern gute Eltern und verlässliche Partner sein. Zwischen den eigenen Idealen und dem schwierigen Alltag sehen sie sich aber oft einer Zerreißprobe ausgesetzt. Leidtragende sind in jedem Fall die Kinder. Diakonie und Kirche sind mehr denn je gefragt, Erwachsene und Kinder dabei zu unterstützen, ihren Alltag zu bewältigen und einen Ausweg aus schwierigen Lebensumständen zu finden. Kirche und Diakonie leisten mit ihren Angeboten in 600 Beratungsstellen umfassende Hilfe für Leib und Seele. Sie sind darin ein unverzichtbarer Dienst am Menschen. Aus: Mitteilungen der Direktion Wer sich an der Kollekte für den Monat August beteiligen möchte, die Versammlungen aber nicht besuchen kann, möge seinen/ihren Beitrag überweisen auf das Konto der Brüdergemeine Hamburg (s. S. 2) Im August sammeln wir für Diakonisches Werk der EKD: Diakonie Anwalt und Hilfen für Familien Viele Familien in Deutschland sind im Alltag hohen Belastungen ausgesetzt, sei es, dass der Vater oder die Mutter von Arbeitslosigkeit betroffen sind Rückblick auf die Synode in Königsfeld Eindrücke eines Synoden-Neulings von Klaus Künzel Es ist schwierig, jemandem, der noch nie an einer Synode teilgenommen hat und das dürften die meisten unter 4

5 Ihnen sein einen Eindruck von der besonderen Atmosphäre einer solchen Veranstaltung zu vermitteln. Schon im Vorfeld wird beim Öffnen der dicken Briefumschläge mit Anmeldeunterlagen, Fahrplänen, Antragstexten und Ausschussberichten, Online-Tickets, Hotelbuchung und Ablaufplänen klar: Hier wird professionell gearbeitet. Im Kirchensaal geht s weiter, nachdem der Sitzplatz gefunden ist: Schreibmappe, schon wieder neue Unterlagen, ein Mikrofon und Kopfhörer, im Rücken die schallisolierten Kabinen der Dolmetscher, ich drücke Kanal 1 der Fernbedienung und höre die niederländischen Beiträge auf Deutsch. Eine knallharte Geschäftsordnung legt den Weg aller Diskussionsgrundlagen und Anträge fest: schriftlich muss es sein, und zweisprachig dazu, denn auf den Wortlaut kommt es an, und daher rauchen im Übersetzungsbüro die Köpfe und im Synodalbüro nebenan laufen die Kopierer heiß, bis endlich die Synodaldiener mit neuen Stapeln Papier durch die Reihen eilen können. Ist dann lang genug über den Sachverhalt diskutiert und hat endlich ein Mutiger per Geschäftsordnungsantrag (nein, der braucht nicht schriftlich zu sein) auf Schluss der Rednerliste plädiert; hat sich keine Gegenrede erhoben und wird der Geschäftsordnungsantrag als solcher angenommen (Abstimmung!) und schließlich inhaltlich befürwortet (erneute Abstimmung) dann endlich heißt es: Die Sache wird zur weiteren Bearbeitung in den Ausschuss XY überwiesen (klar, Abstimmung). Wenn dann zum nächsten Mal anstelle des Plenums die vorher festgelegten Synodalausschüsse zu ihrer Gruppenarbeit zusammentreten, wird dort im kleinen Kreise so lange am Wortlaut gefeilt, bis alles von Neuem beginnen kann mit Abtippen im Synodalbüro, Übersetzen, Kopieren, Verteilen im Plenum, Diskutieren. Man wundert sich nicht, dass durch solches Prozedere eine Woche mit etwa 25 anderthalbstündigen Sitzungen rasch bis zum Rand gefüllt ist, auch wenn nur vierzehn Anträge vorlagen, aber es gab ja noch den Bericht der Direktion und dazu reihenweise weitere Berichte zu bearbeiten, aus denen sich im Lauf der Synode noch einmal ebenso viele Anträge ergaben (für die zum Schluss die Zeit doch noch knapp wurde), außerdem Wahlen, Grußworte, Mitteilungen. Andererseits garantierte die beschriebene Ausführlichkeit eine fundierte Meinungsbildung und solides verantwortungsbewusstes Entscheiden im Interesse der ganzen Provinz. Häufiges Singen gliederte die Beratungen und verschaffte, wo nötig, den Gedanken Luft. Besonders die sensiblen Themen wie der Umgang mit gleichgeschlechtlich lebenden Paaren, die Leitungsstruktur der Provinz oder die Aufsicht der Direktion über die Gemeinden sind, so habe ich dies erlebt, auf diese Weise in aller Breite und großer Ernsthaftigkeit verhandelt worden. Ganz besonders gilt das für die Verabschiedung des Leitbilds, dessen Entwurf zunächst von uns in allen Einzelheiten zerpflückt wurde, um schließlich in einem mehrstufigen und höchst 5

6 konstruktiven Prozess zu einer Neugeburt in überwältigend mehrheitsfähiger Form zu gelangen. Gar nicht hoch genug bewerten kann ich die Gespräche zwischendurch : in den Kaffeepausen, beim Essen, am Abend. Außerhalb des formalisierten Ablaufs andere Meinungen erkunden und die eigenen Argumente testen, die anderen Teilnehmer dabei nicht bloß als Meinungsträger, sondern als Menschen wahrnehmen zu können, das ist es letztlich, was Verständnis füreinander schafft und Gemeinschaft bildet. Ganz wichtig waren dafür auch die täglichen Bibelarbeiten innerhalb des eigenen Ausschusses: der freie Austausch ließ uns gegenseitig unsere Grundlagen erkennen und erleichterte die folgende Sacharbeit erheblich, da dann niemand mehr die eigene Rolle zu profilieren brauchte. Ich habe erfahren, was es bedeutet, um Positionen und Formulierungen zu ringen. Ich habe trotz lebenslanger Zugehörigkeit zur Gemeine zum ersten Mal eine Vorstellung davon bekommen, was es bedeutet, eine Kirche zu sein nämlich Bereicherung und Belastung gleichermaßen. Und mir ist deutlich geworden, dass die Chance des weiten Horizonts, die sich aus dem Bewusstsein dieser Einheit ergibt, des permanenten Rückbezugs auf das einige Notwendige bedarf, soll ihre hohe Wertschätzung nicht zur Instrumentalisierung von Ängsten missbraucht werden. Für alle Fürbitten aus der Gemeinde bin ich dankbar und wünsche mir, dass es gelingt, nun möglichst vieles 6 von dem, was die Synode umgetrieben hat, in die Gemeinde weiterzugeben und dort fruchtbar werden zu lassen für die weitere Entwicklung. Denn nach der Synode, soviel ist jetzt schon sicher, ist vor der Synode. *** Bericht über die Synode 2012 in Königsfeld von Harald Gerstmann Die diesjährige Synode stand unter dem biblischen Motto Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. (1. Korinther 15,10) Dieses Lob an Gottes Gnade begleitete die Synode vom ersten Tag an und in der Folgezeit fand an jeden Morgen eine Bibellese statt, die die Gnade Gottes zum Inhalt hatte. Einleitend fand Br. Bischof Volker Schulz in seiner Eröffnungspredigt sowie drei Referenten in ihren Ausführungen zum Leitbild weisende Botschaften. Die vom Synodalvorstand gut vorbereitete Tagung war in den ersten Tagen geprägt vom gegenseitigen Willen zuzuhören und so entspannte sich z.b. in der ersten Abendsitzung ein lebhafter Austausch über das Thema Abendmahl und Taufe. Zu Grunde lag hier ein Antrag über die Zulassung zum Abendmahl und der Austausch zeigte eine Vielfalt an Blickwinkeln und Meinungen. Die theologische Kommission unserer Provinz wird sich diesem Thema annehmen und für den Gebrauch in den Gemeinden eine neue Handreichung verfassen. Zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften wurde dann jedoch sehr deutlich, dass hier Grenzen für

7 jeden einzelnen Synodalen existieren, die nur durch einen langen Prozess verschoben werden können. Das gilt für alle Beteiligten. Das Erreichen eines Konsenses ist hier derzeit nicht absehbar. In einer sehr emotional geführten Debatte wurde zum einen an die Bibelauslegung und das Bestreben, das Zentrum Christus nicht zu verlassen, appelliert und zum anderen anhand persönlicher Erfahrungen berichtet, dass die Liebe Gottes auch für Menschen mit gleichgeschlechtlicher Ausprägung versprochen ist und deren Segnung für gerecht und angemessen gehalten wird. Auch hier kommt es der theologischen Kommission zu, den begonnenen Prozess in unserer Provinz weiter zu gestalten und die Möglichkeit zu wahren, auf der nächsten Unitätssynode eine Behandlung dieser Thematik zu ermöglichen. Br. Mwaitebele aus Tansania begleitete unsre Synode und vertrat den Abgesandten der Britischen Provinz (die sonst üblich an unseren Synoden teilnehmen). In meiner Wahrnehmung kamen die unterschiedlichen Statements bei dem Bruder aus Tansania an. Sein eigenes Statement war frei von Verurteilungen und zeigt ein gewisses Verständnis für die Situation - gleichwohl warb er (natürlich) für eine bibelnahe Auslegung der Argumente. Der Direktion wurden verschiedene Aufgaben durch die Synode auferlegt. U.a. sind dies: Planung einer Zukunftswerkstatt (vor der Synode 2014). Herbeiführung von Lösungen für das TEH (derzeit lediglich eine Auslastung v. rd. 30%). Bildung eines Ausschusses zur Zusammensetzung und Größe der Synode. Bildung eines Liturgischen Ausschusses (u.a. zum Thema Jugendliturgie). Stärkung der Jugendarbeit und Einrichtung einer Jugendreferentenstelle für die ganze Provinz. Benennung eines Rechtsausschusses (u.a. Klärung des Stimmrechts hauptamtlicher ÄR-Mitglieder ohne BG Zugehörigkeit). Einberufung einer Arbeitsgruppe zum Personalkostenumlageverfahren (an dem Grundsatz die Gemeinden tragen in ihrer Gesamtheit die Personalkosten ihrer Gemeindiener ganz soll festgehalten werden). Nach dem sich der Strukturausschuss vor der Synode deutlich für eine Beibehaltung der drei Direktionssitze ausgesprochen hat, stärkte die Synode diese Position mit einem eigenen Beschluss. Ein Antrag, der Herrnhut als Direktionssitz strikter stärken wollte, wurde mit Verweis auf das Ergebnis des Strukturausschusses abgelehnt. Das wesentliche Thema der diesjährigen Synodaltagung war jedoch das Leitbild. In einem umfassenden Meinungsbildungsprozess der Synodalen gelang es dem eigens hierfür gebildeten Ausschuss eine Vorlage zu erarbeiten, die, nach Vorstellung, Diskussion und Einarbeitung kleiner Änderungen, eine breite Zustimmung erhielt. Es ist somit geschafft es gibt für unsere kleine Kirche ein Leitbild. Machen wir das beste daraus. 7

8 8 Es wurde auch gewählt: Sr. Benigna Carsten aus Königsfeld ist neue Direktorin (und ganz Königsfeld ist traurig, dass sie eine tolle Gemeindienerin verlieren.). Die Brüder Reichel und Schmidt scheiden aus der Direktion bzw. dem Finanzausschuss aus. Die Kirchenordnung erhielt eine weitere Auffrischung. Im wesentlichen wurden folgende Punkte behandelt: Für den Fall, dass ein ÄR seinen Pflichten nicht gerecht wird, wurden (wie in anderen Kirchen seit langem geschehen) entspr. Aufsichtsmittel installiert. Zustimmungs- und Genehmigungserfordernisse zwischen Gemeinden und Direktion wurde auf Empfehlung des Rechtsausschusses angepasst (konsistente Regelung). Die Tage in Königsfeld waren, wie Eingangs schon erwähnt, geprägt von einer guten und hoffnungsvollen Stimmung. Die Aufnahme auch von kleinen Gemeinschaften aus unserer Provinz in die Synode macht die Bildung einer umfassenden und gerechten Meinung nicht immer einfach. Die unterschiedlichen Kulturen und Sprachen machen sich nicht nur in Äußerlichkeiten bemerkbar; der Grund des eigenen Glaubens ist (auch in unserer Provinz) von großen Unterschieden geprägt. Dies ist allerdings auch die große Chance unserer kleinen Kirche; hier können wir voneinander lernen. Manches, wie die Diskussion um die Partnerschaften gezeigt hat, braucht hierbei seine Zeit. Pers. Anmerkung: Auch wenn es den Anschein hat, dass eine Meinung nicht ankommt und nicht berücksichtigt wird so glaube ich, dass allein dieser Prozess, das darüber Reden und das Zuhören, bereits eine große Bedeutung für das gegenseitige Verständnis in unserer weltweiten Kirche hat. Lehrstunde in Sachen gerechtes Teilen Freizeit auf Spiekeroog für alle Generationen Lange hatte der Sommer in diesem Jahr auf sich warten lassen. Beinahe hatten wir schon Angst, unsere Familienfreizeit auf Spiekeroog könnte buchstäblich ins Wasser fallen. Aber es kam alles ganz anders: Am Tag der Anreise erstrahlte der Himmel über dem Norden Deutschlands in Azurblau. Und bis zum Tag der Abreise

9 Die Herrnhuter Abteilung beim Dünensingen - bis auf ein Gewitter in der vorletzten Nacht - sollte sich daran auch nichts mehr ändern. Einfach himmlisch! Das Thema der Woche auf Spiekeroog lautete Hör dir das mal an und lud ein, einmal ganz einfach nur die Ohren zu öffnen. Was wir zu hören bekamen, ließ die Herzen höher schlagen: Spielende Kinder, den säuselnden Sommerwind, die Brandung des Meeres, die Vertreter der Vogelwelt: Möwen, Elstern, natürlich auch Austernfischer, Regenpfeifer, Strandläufer..., aber auch Schiffssirenen und -motoren, rufende Menschen, Gespräche, Lachen, Weinen... Es gab in der Tat reichlich Erbauliches zu hören. Übrigens auch schöne Geschichten! Alte Geschichten neu erzählt. So fanden wir für die morgendlichen Gespräche im Kreis der Großen immer Anhaltspunkte genug, eigenen Erfahrungen und Fragen auszutauschen. Sehr schön und besonders erwähnenswert war ein Vormittag, an dem die Gruppe der Kinder den Erwachsenen, die mit dem Rücken zur Bühne Platz nehmen mussten und nicht gucken durften, Bibelszenen vorspielte. Woraufhin die Erwachsenen raten mussten, um welche Geschichten es sich handelte. Die Szenen wurden so gut in Töne umgesetzt, dass alle Geschichten, die dahinter standen, erraten werden konnten. Die Abendgestaltung lag jeweils in 9

10 den Händen einer Familie oder zwei Familien. Da gab es dann Spiele, bei denen Große wie Kleine zu ihrem Recht kamen. An den Nachmittagen gab es reichlich Gelegenheit zum Spielen und Baden am Strand. Wir waren beim Dünensingen, eine Veranstaltung für alle Gäste auf der Insel, die inzwischen Kult-Status hat. Eisessen im Ort, Bummel durch die Geschäfte, Kutterfahrt... Eigentlich ist eine Woche auf Spiekeroog viel zu kurz. Die Kinder - große und kleine - haben es genossen und für die Eltern war es eine wohltuende und erfrischende Abwechslung. Auf jeden Fall haben wir den Jugendhof für 2014 schon wieder reservieren lassen. sr Schwesternbrief Du sollst reden! 1. Juli 2012 Liebe Schwestern, zum Sommeranfang grüße ich euch aus einem regennassen Stuttgart und wünsche euch, auch an trüben Tagen wie heute, ein helles und frohes Herz. Es tut doch gut, in der Sommerzeit Urlaub vom Alltag zu nehmen, nicht nur um 10 Strand - Weite - Entspannung etwas anderes zu erleben, sondern auch um zur Ruhe zu kommen und Orientierung für das tägliche Leben zu finden. Und das mag an einem verregneten Sommertag auf dem heimischen Balkon genauso gelingen, wie am sonnigen Strand von Sizilien. In einer solchen stillen Stunde habe ich nachgesehen, welche Losung 2012 für die Schwesternarbeit in unserer Provinz gezogen wurde und fand den Hinweis auf den 23. Oktober. Da heißt es: Der Herr sprach zu Mose: Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde. (2. Mose 7,1.2) Du sollst reden. Das gilt zunächst für Mose, der berufen wurde, vor den Pharao zu treten und die Befreiung des Volkes Israel zu fordern. Ähnliche Geschichten gibt es von den Propheten und Aposteln, die im Auftrag Gottes geredet haben. Und die Bibel erzählt

11 auch von Frauen, die reden mussten, Frauen wie Abigail, die David vom Rachefeldzug abgehalten hat, Königin Esther, die ihr Volk vor der Vernichtung bewahrte, und Maria Magdalena, die erste Zeugin der Auferstehung Jesu. Du sollst reden. Das gilt auch für uns. Auch wir kennen Situationen, in denen geredet werden muss, selbst wenn es schwer fällt. Es gibt Leidtragende zu trösten und Zerstrittene zu versöhnen. Es geht darum, Unrecht zu benennen und für die Opfer einzutreten. Und wo wir selber in verantwortlicher Position sind, dürfen wir nicht den Vielrednern das Feld überlassen! Natürlich gehört Mut dazu, zu reden, wenn man lieber schweigen möchte, sich möglicherweise zu blamieren und zu riskieren, dass man nicht auf uns hört. Auch für Mose war das Reden mühsam, gefährlich, scheinbar aussichtslos. Aber Gott hat ihn nicht allein gelassen und am Ende ging alles nach seinem guten Plan. Du sollst reden. Was aber soll ich sagen? Es ist so schwer, die richtigen Worte zu finden! Gott diktiert sie mir nicht. Ich kann seinen Willen nur erahnen. Und dazu muss ich im täglichen Gespräch mit ihm bleiben. Fehler sind trotzdem nicht ausgeschlossen. Darum ist es mir wichtig, selbstkritisch zu bleiben und Gott immer wieder zu bitten, seinen Plan trotz meiner Versäumnisse zu Ende zu führen. Dann wird mein Reden wie zu gegebener Zeit auch mein Schweigen richtig sein. Nachrichten aus der Schwesternarbeit Die Schwesternwerkstatt 2012 vom 27. bis 29. Januar in Ebersdorf liegt schon weit zurück. Wir hatten das Thema Auch Träumen hat seine Zeit, und ich frage mich, wie es um die Träume steht, die wir damals ausgetauscht haben. Hat die Traumreise stattgefunden? Wurde das gewünschte Studium in Angriff genommen? Ist das geplante Buch im Werden? Was auch immer gelungen ist - oder nicht das Wissen um die Kraft und die Leichtigkeit der Träume kann uns heute noch beflügeln! Berichtet wurde bei der Werkstatt von dem 2011 gegründeten Unitätsfrauenbüro in Winston Salem, USA. Damit soll die Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung der Schwestern in der weltweiten Unität vorangetrieben werden. Dazu gibt es einen monatlich erscheinenden Prayer Letter und es werden innerhalb der Unität Frauen- Projekte unterstützt und Stipendien an Frauen und Mädchen vergeben. So wurde gerade erst das Schulgeld für vier Mädchen auf dem Sternberg bezahlt. Mehr dazu unter oder auf der Schwesternseite der Website Bei der Werkstatt wurde auch das Schwesternprojekt 2012 vorgestellt: Frauen in Malawi stärken und zurüsten. Durch Seminare, praktische Anleitung und kleine zinsgünstige Darlehen sollen Frauen in die Lage versetzt werden, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften, beispielsweise durch den Anbau von Cashew-Nüssen. Spendenkonto: Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ , Konto- Nr , Kennwort: Schwesternprojekt Eine Online Spende ist 11

12 auch möglich. Am 21. April fand der Schwesterntag in der Oberlausitz statt, der 19. dieser Art (nicht der 18. wie im Herrnhuter Boten berichtet). Es war ein gesegneter Tag, mit 100 Teilnehmerinnen, die sich unter dem Thema Wurzeln, die uns tragen versammelten, um auf die Lebenserfahrungen der altgewordenen Schwestern zu hören. Für das Schwesternprojekt kamen dabei 711 Euro zusammen. Vielen Dank! Vom 2. bis 8. Juni tagte die Synode unserer Provinz in Königsfeld. Wir freuen uns sehr über die Wahl von Schwester Benigna Carstens in die Direktion und wünschen ihr für das neue Amt, das sie in einem Jahr antreten wird, gutes Gelingen und vor allem Gottes reichen Segen! Am ist in Neudietendorf der Schwesterntag im grünen Herzen Deutschlands findet eine Norddeutsche Schwesternfahrt nach Herrnhut statt: Busfahrt ab Neugnadenfeld über Hannover und Gnadau nach Herrnhut, mit Rückfahrt über Neudietendorf. Informationen und Anmeldung: Mechthild Clemens de, Tel.05151/ ) ist auf dem Herrnhaag Schwesternseminar zum Thema Labyrinth des Lebens. Anmeldung bei Katharina Rühe (Witzfeldstraße 62, Meerbusch, Am findet das Schwesterntreffen im Südwesten in Neuwied 12 statt. Thema: Gott loben, das ist unser Amt. Informationen: Katharina Goodwin Tel.0711/474930) ist in Ebersdorf die Schwesternwerkstatt 2013 mit dem Arbeitstitel: von Schwestern anderer Provinzen lernen. Bei dieser Werkstatt wird die Schwesternvertretung neu gewählt. Am findet der nächste Schwesterntag in der Oberlausitz in Herrnhut statt ist das 10. Europäische Schwesterntreffen in Tirana, Albanien. Das Thema lautet Wir feiern unsere Vielfalt in Christus sind wir eins. Kosten (ohne einen evtl. gemeinsamen Hin- und Rückflug): 200 Euro für die Tagungsgebühren und ÜVP im Doppelzimmer. Weitere Informationen über Susanne Gärtner (Fritz-Vogt-Weg 28, Bielefeld Als Schwesternvertreterinnen freuen wir uns darauf, euch bei der einen oder anderen der o.g. Veranstaltungen zu treffen und mit euch ins Gespräch zu kommen! Bis dann: herzliche Grüße von eurer Katharina Goodwin Schemppstr. 15 D Stuttgart Tel

13 Aus der weltweiten Brüder-Unität Frauenzentrum in Rungwe eröffnet Am 15. Juni 2012 wurde in Rungwe das Numwagile Zentrum für Frauen eingeweiht. Damit ging ein Traum der Frauen in der tanzanischen Südprovinz in Erfüllung. Bisher teilten sich Pfarrerin Melania Mrema-Kyando, Leiterin der Arbeit, und Mama N. Silonda, ihre Stellvertreterin, ein winziges, dunkles Büro im alten Missionshaus. Oft mussten Frauen, die mit Problemen kamen, dichtgedrängt stehen; ein Gespräch unter vier Augen war kaum möglich. Nun kann das Frauenbüro in einen großen, hellen Raum umziehen. Neben dem Büro gibt es einen Klassenraum für 30 Teilnehmerinnen, Ausstellungsfläche für Produkte aus verschiedenen Projekten der Frauenarbeit und eine geräumige Lehrküche. Numwagile hieß die erste Christin der Region. Illegal geschlagenes Edelholz gefunden Das Grüne Bataillon, eine Art Öko- Polizei in der Autonomen Republik an der nördlichen Atlantikküste von Nicaragua, hat im Urwald nahe der Gemeinde Prinzapolke, 70 Kilometer südöstlich von Bonanza, im Naturschutzgebiet eine größere Menge illegal geschlagenen Edelholzes ( Cedro ) gefunden und beschlagnahmt. Das unter Blättern versteckte, bereits zugesägte Holz sollte von der internationalen Holz-Mafia ganz offensichtlich abtransportiert und weiterverkauft werden. Die nicaraguanischen Behörden sind zumeist nicht in der Lage, derartige Aktionen zu verhindern. Oberst Francisco Ruiz Sandino, Chef des Grünen Bataillons, schätzte die beschlagnahmte Holzmenge auf etwa 20 Kubikmeter. Neue Berufsschule für den Sternberg Für die nach einer Rattenplage im Sommer 2011 sowie nach Feststellung weiterer schwerer Gebäudeschäden kaum noch nutzbare Berufsschule des Förderzentrums der weltweiten Brüder- Unität auf dem Sternberg (bei Ramallah) soll es in Bälde einen Ersatzneubau geben. Die japanische Vertretung in den palästinensischen Autonomiegebieten hat zugesagt, sich im Rahmen ihrer Entwicklungshilfe für Palästina an den Kosten des Neubaus maßgeblich zu beteiligen. In den vergangenen Monaten war die Arbeit des Berufsschulzentrums eingeschränkt bzw. in verschiedene Provisorien auf dem Sternberg-Gelände ausgelagert worden. Im Berufsschulzentrum entsteht u. a. die Olivenseife, die über den Fairen Handel der HMH deutschlandweit vertrieben wird. Nachtrag: Der Neubau einer Berufsschule auf dem Sternberg, veranschlagt mit ca , wird mit Entwicklungshilfe aus Japan nur zu 40 Prozent (= ) finanziert. Zur Deckung der verbleibenden werden noch Spenden benötigt. 13

14 Neue Website der Brüdergemeine in Albanien Die Brüdergemeine in Albanien, die sich selbst Lutherisch-Brüderische Kirche in Albanien nennt und der jüngste Teil der Europäisch-Festländischen Unitäts- provinz ist, hat eine eigene Website: Auf der Website wird die albanische Losung erstmals in digitaler Form veröffentlicht. Die wichtigsten Inhalte der Website sind auch ins Englische übersetzt (dazu Butten mit dem kleinen Union Jack anklicken) und damit außerhalb Albaniens leichter zur Kenntnis zu nehmen. Auf der Frontsite wird über das derzeit laufende Jugend-Sommer-Camp in Pogradec (Ostalbanien) berichtet. Auch vom Begehen des Internationalen Kindertages am 1. Juni 2012 ist die Rede. Ein Fotoalbum mit mehreren Kapiteln ergänzt die neue Website vorzüglich. An das Bundeskanzleramt Unterschriften übergeben Mitarbeitende vom Aktionsbündnis gegen Aids übergaben am 29. Mai 2012 vor dem Berliner Bundeskanzleramt die Unterschriften von Personen. Diese hatten sich an der Kampagne Bis 2015 Babys ohne HIV! beteiligt, die auch von der HMH unterstützt worden war. Noch immer infizieren sich weltweit jährlich Neugeborene während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit mit HIV, obwohl dies einfach und fast vollständig vermeidbar wäre. Erhält eine HIV-positive Schwangere frühzei- 14 tig Medikamente, sinkt das Risiko einer Virusübertragung auf das Baby auf unter 5%! Dennoch erhalten in armen Ländern weniger als die Hälfte der Schwangeren antiretrovirale Präparate. Mehr Unterstützung der Bundesregierung im Kampf gegen HIV/Aids wurde angemahnt. Zahl der Flüchtlinge sinkt nicht Kriege, Klimawandel und Hunger haben im vergangenen Jahr die weltweite Zahl der neuen Flüchtlinge drastisch erhöht. 4,3 Millionen Menschen seien 2011 neu vertrieben worden, erklärte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Sonntag in Genf. Das sei die höchste Zahl seit der Insgesamt waren laut der Statistik von UNHCR 2011 etwa 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon beherbergte Deutschland rund mehr Flüchtlinge als jedes andere Industrieland. Die größten Flüchtlingsströme wurden 2011 durch die Gewalt in der Elfenbeinküste, in Libyen, Somalia und dem Sudan verursacht. Von den 10,4 Millionen Flüchtlingen, die offiziell vom UNHCR versorgt und geschützt werden, waren 2011 mehr als 7 Millionen seit mindestens 5 Jahren auf der Flucht. Kurzmeldungen In Ibungu (Tanzania, Südprovinz) ist der Bau der Wasserleitung so weit vorangeschritten, dass nun auch die Grundschule über eine Druckleitung mit frischem Nass aus dem Tal versorgt werden kann. Für den Bau dieser

15 Wasserleitung engagiert sich seit vielen Jahren die Brüdergemeine Rhein-Main. Für die nächste HMH-Begegnungsreise zum Sternberg und nach Israel war ein falscher Preis angegeben worden. Die Reise vom 10. bis kostet voraussichtlich etwa Euro. Hanna und Bruno Runge mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt Dem emeritierten Arzt Dr. Bruno Runge und seiner Frau Hanna (Sinzing) wurde aufgrund ihres Lebens für Afrika das Bundesverdienstkreuz verliehen. Das Ehepaar hatte nach 1966 im tanzanischen Isoko im Auftrag der Herrnhuter Mission ein Hospital aufgebaut, ein 100-Betten-Haus in einer sehr abgelegenen Region der Südprovinz. Auch im Ruhestand weilten Hanna und Bruno Runge immer wieder für mehrere Wochen und Monate in Isoko und in anderen Hospitälern, um mit ihren Kenntnissen zu helfen und um einheimischen Ärzten einen Urlaub zu ermöglichen. Darüber hinaus haben sie uneigennützig viele Spendenprojekte realisiert. Seine Erlebnisse hat Dr. Bruno Runge in zwei Büchern niedergeschrieben, die beide den Titel tragen: Briefe aus Tanzania. Colegio Moravo in Bluefields ist 90 Jahre alt Schon im Vorjahr feierte das Colegio Moravo der Brüdergemeine in Bluefields (südliche Atlantikküste von Nicaragua) den 90. Jahrestag seines Bestehens mit historischen Vorträgen, mit allerlei Ehrungen für verdienstvolle Mitarbeitende sowie mit einer Andacht auf dem Gottesacker, wo die ersten Herrnhuter Missionare begraben liegen. Das Collegio Moravo, gegründet 1921 als Junior High School, war die erste weiterführende Schule der Brüdergemeine an der Atlantikküste. Ein Kindergarten wurde der Schule 1939 hinzugefügt, auch dies ein Novum an der Atlantikküste. Gegenwärtig lernen und lehren am Colegio Moravo 756 Schülerinnen und Schüler sowie 32 Lehrerinnen und Lehrer. Ein Artikel in der Zeitung El Nuevo Diario würdigt das Ereignis. Ausführlicher Bericht unter Jahre_Colegio_Moravo.pdf Straßenbau in der Nähe von Bonanza vorerst gestoppt In der Nähe von Bonanza im nordöstlichen Nicaragua haben Arbeiter einer nicht identifizierbaren Firma die ersten viereinhalb Kilometer Straße durch bewaldetes Gebiet errichtet. Obwohl das Straßenbauvorhaben nach Angaben des zuständigen Bürgermeisters das Naturreservat Bosawás nicht tangiere, ist dieses auf Intervention der nicaraguanischen Umweltbehörde inzwischen gestoppt worden. Der seit längerem diskutierte Bau einer befestigten Straße wird nach Befürchtungen der indigenen Bevölkerung - zum überwiegenden Teil Mitglieder der Brüdergemeine - nicht nur zur weiteren Zerstörung des Urwaldes führen, sondern auch illegalen Siedlern den relativ unbemerk- 15

16 ten Eintritt in das ansonsten schwer zugängliche Waldgebiet von Sauni As erleichtern. Surinam: Sklavenbefreiungstag auch 2012 schon groß gefeiert In Surinam wird alljährlich des Tages der Sklavenbefreiung am 1. Juli 1863 gedacht. Die Mitglieder der Brüdergemeine waren eingeladen, am zentralen Gottesdienst in Paramaribo teilzunehmen. Viele Schwestern kamen im Koto, der traditionellen Tracht. Als Predigttext diente 1. Petr.3, 8-15a. Mit dem Gottesdienst begannen die Aktivitäten im Jubeljahr bis hin zur 150-Jahr-Feier der Sklavenbefreiung Es wurden Vorträge gehalten, z. B. zum Thema Afro-Surinamer und die Ehe, Von der Sklaverei zur Selbstentfaltung oder Die Kirche als Bake in einem multi-ethnischen religiösen Zusammenleben. Nach dem Gottesdienst liefen viele in einem langen Zug zum Jugendzentrum, wo mit Essen und Trinken, mit Sport und Spiel sowie mit einer Koto-Show ausgiebig gefeiert wurde. Schulstiftung der Brüdergemeine in Surinam ist 35 Jahre alt Die Schulstiftung der Brüdergemeine in Surinam feierte kürzlich den 35. Jahrestag ihres Bestehens. Die 1977 gegründete Stiftung vereint etwa Kinder und Jugendliche sowie Lehrerinnen und Lehrer an 60 Grundschulen und 9 Schulen für die mittlere Reife. Von Anfang an erteilten Herrnhuter Missionare in Surinam Unterricht für Kinder und Erwachsene. Bis 1977 befanden sich alle Schulen in unmittelbarer kirchlicher Trägerschaft. Für den Gründungstag der Schulstiftung wählte man bewusst den 6. Juli, den Todestag des tschechischen Reformators Jan Huss. Sommer auf dem Sternberg Die drei Sternberg-Mitarbeitenden, die drei Wochen in der Herrnhuter Diakonie mitgeholfen haben, sind wieder nach Hause zurückgekehrt. Auf dem Sternberg ist es jetzt täglich 35 Grad Celsius warm, was zum Verschwinden des Grüns in der Umgebung führte. Der Sternberg selber ist jedoch grün - dank der Reparatur des Bewässerungssystems und dank der Anstrengungen des Landwirts Abu Annas. Auf dem Sternberg wachsen Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Zucchini, Auberginen, Mais, Sonnenblumen und vieles mehr. Im Normalfall wird den Pflanzen täglich etwas Wasser zugeführt, manchmal auch nur alle drei bis vier Tage. Das Ergebnis ist atemberaubend, schreibt Marianne van de Glind: Was für ein Unterschied zwischen kein Wasser und ein bisschen Wasser! Fördermitglied der HMH werden! Die Mitgliederversammlung der HMH hat am 23. Juni 2012 in Neugnadenfeld eine neue Satzung beschlossen, die erstmals für jeden Mann und jede Frau ab dem vollendeten 16. Lebensjahr und darüber hinaus auch für juristische Personen - die Möglichkeit vorsieht, 16

17 HMH-Fördermitglied zu werden. Interessentinnen und Interessenten für eine solche Fördermitgliedschaft wird gern per E- Mail oder per Post die neue Satzung zugestellt, die u. a. über die Grundlagen, Ziele, Aufgaben und Strukturen der HMH sowie über die Rechte und Pflichten eines Fördermitglieds informiert. Der jährliche Mitgliedsbeitrag für Fördermitglieder beträgt 36 Euro für Verdienende bzw. 24 Euro für Nichtverdienende. Herzliche Einladung zur Mitgliedschaft! Soendersingh -Jungeninternat erhält HMH-Unterstützung Im Projektaustausch mit der Zeister Missionsgesellschaft, der niederländischen Partnerorganisation der HMH, erhält das Soendersingh -Jungeninternat der Brüdergemeine in Paramaribo Unterstützung aus Deutschland. In dem 1969 gegründeten Internat leben 47 Jugendliche aus ganz Surinam. Die ethnische Zusammensetzung der Bewohner ist sehr gemischt. Ein Teil der Jungen kommt vom Marowijnefluss, der Grenze zu Französisch Guyana, und gehört zu den Marrons (Nachkommen der in den Urwald geflüchteten Sklaven afrikanischen Ursprungs). Ein anderer Teil kommt von der Südgrenze zu Brasilien und gehört indigenen Dschungelstämmen an. Ein dritter Teil kommt von der Ostgrenze zu Guyana und hat indische Vorfahren. Ein Bericht von Anneli Vollprecht unter: herrnhuter-missionshilfe.de/newsletter/ documents/1412_soendersingh-jungeninternat.pdf Osterbericht aus Rajpur (Nordindien) Erst jetzt erreichte die HMH ein eindrücklicher englischsprachiger Osterbericht aus dem Moravian Institute im Rajpur, verfasst von der Freiwilligen Maureen Colbert. Darin ist vom Einüben und Singen des Hosianna ebenso die Rede wie von den Leseversammlungen in der Karwoche, die von Studierenden gehalten wurden. In die Versammlung am Karfreitag waren Ausschnitte aus einem Jesus-Film integriert. Am Ostermorgen um 4.30 Uhr zog die in Rajpur verbliebene Schulgemeinde den Pfad zum Gottesacker hinab, wo es eine Liturgie gab und wo zur Gitarrenbegleitung mehrere Osterlieder gesungen wurden. Den anschließenden Morgengottesdienst feierten das Moravian Institute und die Blindenschule Sharp Memorial School in Old Rajpur gemeinsam. Synode auf St. Thomas wählte neue Kirchenleitung Am 18. Juli 2012 endete die fünftägige Synode der Unitätsprovinz Westindien- Ost mit einem Gottesdienst in Nisky (St. Thomas). Die Synode vereinte 71 Delegierte sowie 42 Beobachter und Gäste. Berichte gab es nicht nur von der Kirchenleitung, sondern auch von den Superintendenten der sechs Regionalkonferenzen. Auch der Fortgang der neuen Missionsarbeit auf Grenada stand auf der Tagesordnung. Zur Abstimmung standen 21 Anträge, die sich mit kirchlichen und sozialdiakonischen Anliegen befassten. Eine 17

18 18 Bischofswahl wurde auf 2015 verschoben. Gewählt wurde jedoch eine neue fünfköpfige Kirchenleitung, der eine Frau angehört. Die Wiederwahl des Vorsitzenden, Cortroy Jarvis, wurde historisch genannt, erfolgte sie doch erstmals gleich im ersten Wahlgang. Gesetz zum Bau des Interozeanischen Kanals verabschiedet Die Nationalversammlung von Nicaragua hat nach einer langen Debatte über die politischen, wirtschaftlichen, ethnischen und ökologischen Aspekte das Gesetz über den Bau des so genannten»gran Canal Interoseánico«sowie die Gründung einer Kanalgesellschaft verabschiedet. Die Kosten in Höhe von vermutlich etwa 30 Milliarden Dollar sollen zu 51 Prozent von Nicaragua und zu 49 Prozent von Partnern aus dem Ausland getragen werden. Die Idee eines Kanals durch Nicaragua ist bereits Jahrhunderte alt. Im Jahr 1914 wurde dann allerdings der Panamakanal eingeweiht. Eine neue Verbindung beider Ozeane könnte Nicaragua, nach Haiti das zweitärmste Land Amerikas, neue Einnahmen bringen. Panama hat mit seinem Kanal 2010 eine Milliarde Dollar eingenommen. Kurzmeldungen Neuer Vorsitzender der Herrnhuter Mission in der Schweiz ist Dieter Zellweger (Oberwil) anstelle von Volker Schulz (Basel). Dieter Zellweger arbeitet deshalb seit kurzem auch als Berater im Vorstand der Herrnhuter Missionshilfe mit. Die Brüdergemeine in Estland beteiligt sich an einem neuen christlichen Familienradio ( Pereraadio Tartu - 89,4 MHz), das bereits am 26. Juni 2012 aus dem Bethaus im südestnischen Misso auf Sendung gegangen ist. Konfirmandenwochenende Am findet das nächste Konfirmandenwochenende in Hamburg statt. Eltern und Konfirmanden werden in einem gesonderten Schreiben informiert. Abendmahlskurs für 7-9 Jährige Vom laden wir zu einem Abendmahlskurs für Kinder ein. Wir beginnen am Samstag mit einem Frühstück um 10:30 Uhr, übernachten vielleicht in der Kirche (oder in Gastfamilien) und feiern dann mit den Kindern und der Gemeinde am Sonntag Abendmahl. Wer Kinder in diesem Alter hat und interessiert ist an näheren Informationen, wende sich bitte an das Pfarramt. Norddeutsche Schwesternreise Liebe Schwestern, endlich kann es losgehen: unsere FAHRT NACH HERRNHUT. Wir starten am Freitag, den , frühmorgens in Neugnadenfeld. Vorgesehene Zusteigemöglichkeiten sind in Hannover und Gnadau. Andere Zustie-

19 ge sind auf der Strecke nach Absprache möglich. Die Rückfahrt geht über Neudietendorf. Das Programm wird eine Mischung zwischen Besichtigung touristischer Ziele - Görlitz, Bautzen und Kloster Marienstern - und Kennenlernen von Brüdergemeinorten - Gnadau, Herrnhut, Niesky und Neudietendorf - sein. Außerdem sind Begegnungen mit Schwestern vorgesehen. Wir übernachten im Tagungs- und Erholungsheim Herrnhut in Doppelzimmern. Einzelzimmer werden mit einem Aufschlag von 10 Euro pro Tag berechnet. Die Kosten für die Fahrt einschließlich Übernachtung und Vollpension betragen 250 Euro. Ermäßigungen sind möglich. Wir müssen mindestens 25 Teilnehmerinnen werden. Ich freue mich auf viele Anmeldungen (möglichst bald) und eine schöne gemeinsame Fahrt. Anmeldeschluss ist der Mit freundlichem Gruß Mechthild Clemens; Kranichfeld 38, Hameln; Tel So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Jesaja 43,1 Unsere Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Schwägerin Anna Elisabeth Conrad geb. Müller * ist in ihrem hundertsten Lebensjahr friedlich eingeschlafen. In Liebe und Dankbarkeit: Dr. Ernst-Albrecht und Ute Conrad- Parnemann Eberhard und Heike Conrad Fried-Ludwig und Heidelore Conrad Reinhard und Helga Müller die Enkel Dan, Anne, Torben, Sören, Lina und alle Angehörigen Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung fand statt am 30. Juli 2012 auf dem Osterholzer Friedhof in Bremen. Persönliche Nachrichten Wir gratulieren zu besonderen Geburtstagen: Katharina Peters in Hamburg 75 Jahre Peter Wittstock in Hamburg 82 Jahre Sylvia Meilicke in Hamburg 40 Jahre Sigrid Herrmann in Hildesheim 30 Jahre Erna Steiner in Brodersby 87 Jahre Anke Freytag in Hamburg 85 Jahre 19

20 Br a u n s c h w e i g Versammlungen Kein Gemeindeabend im August Gemeindeabend 19:30 Uhr Gemeinderäume St. Georg, Donnerburgweg Br e m e n Gemeindnachmittag mit Abendmahl 15:30 Uhr Gemeindezentrum Kirchengemeinde Alt-Hastedt Versammlung in Verden zum Abschluss des Gemeintags ca. 10:00 Uhr Evang. Jugendhof Sachsenhain Ha n n o v e r Kein Hauskreis im August 2.9. Predigtversammlung mit Abendmahl 10:00 Uhr Gemeindehaus Kreuzstraße 3-5 anschließend Begegnung und Ältestenratsitzung Hauskreis 15:00 Uhr Ort nach Vereinbarung Ha m b u r g Schwesternkreis - Synodalbeschlüsse und -berichte 15:30 Uhr Heilandskirche (bei schönem Wetter im Garten) 1.9. Hochzeit Irene Delvendahl und Dietmar Schwarz 12:00 Uhr Nienstedtener Kirche, Elbchaussee Versammlung mit den Konfirmanden 10:30 Uhr Heilandskirche, Winterhuderweg 132 (Metrobus 6 / Bus 25) Anschließend Begegnung Weitere Termine Kein Schwesternkreis im September 2.9. Sitzung des Ältestenrates in Hannover Nacht der Kirchen in Hamburg Konfirmandenwochenende Abendmahlskurs für 7-9 Jährige (siehe Einladung!) Kinderfestwochenende in Hamburg Kirchentag in Hamburg Konfirmation in Hamburg Wir laden Familien mit ihren Kindern ein, in unsere Predigtversammlungen zu kommen. Die Kinder werden auf jeden Fall mit in den Gottesdienst einbezogen und beschäftigt!

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