Die EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen - Stand der Umsetzung -

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1 Die EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen - Stand der Umsetzung - Dr. Wolfgang Stinglwagner - Oktober

2 Vorgaben aus Brüssel Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen (EDL-RL) trat am 17. Mai 2006 in Kraft. Umsetzungsfrist: 2 Jahre Schon für 2007 gefordert: Erster Energieeffizienz- Aktionsplan (EEAP) Ziel: EU-weite Erhöhung der Energieeffizienz im Nachfragebereich (Endenergie)

3 Prüfung der Umsetzung in Deutschland Zu prüfen: Welche Elemente der Richtlinie sind unmittelbar durch Rechtsakt(e) umzusetzen? In welchen Bereichen sind quantitative Zielsetzungen zu definieren? Mit welchen Instrumenten sind diese Ziele anzustreben? Wie können Energiedienstleistungsmärkte am besten geschaffen und ausgeweitet werden?

4 Studie zu statistisch-methodischen Grundlagen Herbst 2005: An Fraunhofer-Institut System- und Innovationsforschung Studienauftrag vergeben zu statistisch-methodischen Fragen bei Umsetzung der EDL-Richtlinie 30./31. Januar 2006: Internationalen Workshop im BMWi Berlin unter Beteiligung der EU-Kommission durchgeführt. 16. Mai 2006: Fachgespräch mit Energiestatistik- Experten im BMWi Berlin durchgeführt. Derzeit: Abschlussberichts der Studie bald fertig, Input für EU-Ausschuss. Art der quantitativen Zieldefinition und Abrechnung betrifft alle Beteiligte, die Energieeinsparaktivitäten durchführen.

5 Beispiele für die statistisch-methodischen Fragen Welche Konversionsfaktoren werden für bestimmte Energieträger verwendet (Interpretation von Anhang II der Richtlinie)? Early Actions? Zielwert-Darstellung? Konsistente Verknüpfung von Top-Down- und Bottom-Up-Evaluierungsmethoden Rolle von Benchmarks? Definition des öffentlichen Sektors

6 Neue Studie zu aktuellen Einsparpotenzialen Auftrag an wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut vergeben. Ziel: Schätzung wirtschaftlicher Energieeinsparpotenziale unter Berücksichtigung aktueller Preis- und Kostenverhältnisse Ableitung instrumenteller Handlungsempfehlungen Konkretisierung erster Elemente für den Aktionsplan Energieeffizienz; Workshop Parallel dazu weitere Klärungen in EU- Ausschuss.

7 Weitere Aufgaben Definition der Stelle(n), die mit Wahrnehmung von Aufgaben im Auftrag Bundesregierung befasst sein werden: Deutsche Energie- Agentur, Forschungsinstitute, sonstige Institutionen Entwicklung kooperativer Ansätze zur Erschließung solcher Potenziale Entwicklung und Förderung von Energiedienstleistungsmärkten

8 Artikel 6: Daten, Wettbewerb, EDL-Förderung, Finanzierung Wie werden die quantitativen Ziele angestrebt? Grundsätzliche Möglichkeiten nach Richtlinie: Freiwillige Vereinbarungen oder Energie- Einsparzertifikate Wahrung fairer Voraussetzungen für andere Marktteilnehmer Außerdem möglich: Staatliche Programme, rechtliche Vorgaben

9 Handlungsoptionen der Wirtschaft Noch stärker als bisher: über den reinen Verkauf von Strom, Gas, Fernwärme und sonstigen Brennstoffen hinaus gehen. Kunden vermehrt Angebote als Dienstleister zur effizienten Nutzung von Wärme, Kraft und Beleuchtung vorlegen. Absatz energieeffizienter Produkte forcieren Vermarktungspakete einschl. Finanzierungsleistungen anbieten. Vor allem: Qualifizierte Information, Beratung und Audits verfügbar machen. Energiedienstleistung verstärkt zum Geschäftsfeld entwickeln.

10 Die Konkurrenz schläft nicht Viele EVU und sonstige Endenergiehändler in der EU haben bereits Energiedienstleistungs-Modelle entwickelt, erweitern sie. Industrieunternehmen als Energieabnehmer werden stetig bessere Angebote für Energiedienstleistungen auf den Märkten erhalten. Auch wenn manche Details der Richtlinie Fragen aufwerfen: Sie wird den EU-weiten Trend zur verstärkten Förderung von Energiedienstleistungen politisch und wirtschaftlich stärken.

11 Energiesparen "mit Ansage": warum? Die Richtlinie fordert Endenergieeinsparungen gegenüber einem Referenzpfad also NICHT absolut gegenüber Endenergieverbrauch der Basisperiode. Konsequenz: Energieeinsparungen und Energieeffizienz- Verbesserungen, die nicht nachweisbar ("bottom-up") durch gezielte Maßnahmen erreicht wurden, zählen tendenziell nicht als Beitrag zum Ziel der Richtlinie. Die restliche Lücke zur Erreichung des Einsparziels kann insbesondere geschlossen werden durch rechtliche Vorgaben des Staates an Energieversorger und -händler oder durch programmatische Zielsetzungen bzw. Selbstverpflichtungen der betreffenden Branchen

12 Umsetzungsfristen Art. 18 (Umsetzung) RL wurde am im EU-Amtsblatt veröffentlicht und trat damit am 17. Mai 2006 in Kraft. Mitgliedstaaten setzen erforderliche nationale Rechts- und Verwaltungsvorschriften bis 17. Mai 2008 in Kraft. Art. 14 (Berichterstattung) Mitgliedstaaten legen der Kommission Energieeffizienz-Aktionspläne (EEAP) vor: den ersten EEAP bis 30. Juni 2007, den zweiten EEAP bis 30. Juni 2011 und den dritten EEAP bis 30. Juni Art. 16 (Ausschuss) Beratender Ausschuss hat erstmals im Juli 2006 getagt.

13 Perspektive: Ein europäischer Markt für Energiedienstleistungen

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