Geschäftsbericht ERGO Lebensversicherung AG

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1 2010 Geschäftsbericht

2 Auf einen Blick ERGO Lebensversicherung B eitragseinnahmen um über 26 % auf 3,6 Mrd. gesteigert K osten gesenkt: Verwaltungskostensatz beträgt 2,7 (3,3) %, Abschlusskostensatz bei 6,3 (6,9) % N eugeschäft nahezu verdoppelt; Neugeschäftsbeitrag beträgt über 1,2 Mrd. Finanzkraft weiterhin stark P ositive Auswirkungen auf Geschäftsentwicklung durch neue ERGO Markenstrategie T eilbestände der betrieblichen Altersversorgung von unserer Schwestergesellschaft Victoria Leben übernommen N eue ERGO Produktpalette vereint das Beste aus zwei Produktwelten M it 3,68 Mrd. hohe Versicherungsleistungen für unsere Kunden B esonderer Fokus auf Kundenorientierung und Transparenz R eservesituation unverändert sehr komfortabel: Freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zuzüglich Schlussüberschussanteilfonds bei 2,3 Mrd., Bewertungsreserven mit 1,1 Mrd. weiter auf hohem Niveau Ü berschussbeteiligung unverändert und auf attraktivem Niveau

3 ERGO Lebensversicherung AG Ordentliche Hauptversammlung am 30. März 2011

4 ERGO Lebensversicherung im 5-Jahres-Überblick mehr dazu auf Seite Beitragseinnahmen gebuchte Bruttobeiträge 1) Mio Gesamte Beitragseinnahmen Mio Beiträge aus der RfB Mio Mio Tsd. St Mio Bestand Mio Nettoergebnis aus Kapitalanlagen Mio % 4,2 4,3 3,8 4,6 4,7 21 ausgezahlte Leistungen Mio Leistungsverpflichtungen Mio Eingelöstes Neugeschäft 1) Beitrag 19 Versicherungsbestand 1) Anzahl der Verträge Bestandsbeitrag 20 Kapitalanlagen 2) Nettoverzinsung Versicherungsleistungen und Überschussanteile 1) 20 Kosten 20 Abschlusskostensatz (in % der Beitragssumme des Neugeschäfts) % 6,3 6,9 6,1 6,7 6,5 Verwaltungskostensatz (in % der gebuchten Bruttobeiträge) % 2,7 3,3 3,7 3,7 3,8 Rohüberschuss Mio Gesamtergebnis 3) Mio Ergebnisse 21 Eigenmittel Eigenkapital Mio freie RfB und Schlussüberschussanteilfonds Mio selbst abgeschlossene Versicherungen 2) ohne Kapitalanlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung 3) vor Ergebnisabführung 1)

5 Inhalt 4 Gesellschaftsorgane 5 Bericht des Aufsichtsrats 7 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Lagebericht 10 Geschäft und Rahmenbedingungen 19 Ertragslage 22 Vermögenslage 25 Finanzlage 26 Gesamtaussage zur wirtschaflichen Lage 26 Nachtragsbericht 27 Risikobericht 38 Ausblick 42 Bewegung und Struktur des Versicherungs bestandes im Jahr Betriebene Versicherungsarten 47 Sonderabteilung Deutsche Anwalt- und Notar-Versicherung 50 Jahresbilanz zum 31. Dezember Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang 78 Gewinnverwendungsvorschlag 79 Anlage zum Anhang: Überschussbeteiligung 108 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

6 Gesellschaftsorgane Aufsichtsrat Dr. Torsten Oletzky, Vorsitzender des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe AG, Vorsitzender Marco Nörenberg, bis , Versicherungsangestellter, stellv. Vorsitzender Holger Schmelzer, Chefsyndikus der ERGO Versicherungsgruppe AG, stellv. Vorsitzender, ab Peter Brühl, ab , Versicherungskaufmann Eric Bussert, bis , Leitender Angestellter Gerhild Elias, bis , Geschäftsführerin der Ruhegehaltskasse (Stiftung) für Beschäftigte der DAG José Ferrer, bis , Mitglied des Vorstands der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG i. R. Harald Herber, bis , Versicherungsangestellter Dr. Ulf Mainzer, ab , Mitglied des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe AG Dr. Lothar Meyer, bis , Vorsitzender des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe AG i. R. Jörg Peppernick, bis , Versicherungsangestellter Dr. Christoph Schurig, bis , Zentralbereichsleiter der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG Gabriele Sinz-Torporzysek, ab , Versicherungsangestellte Richard Sommer, bis , Leiter der Bundesfachgruppe Versicherungen der ver.di Dr. Götz Wricke, bis , Vorsitzender des Vorstands der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG i. R. Jürgen Vetter, ab , Mitglied des Vorstands der ERGO Versicherungsgruppe AG Vorstand Dr. Daniel von Borries, Vorsitzender Rolf Bauernfeind Ludger Griese, ab Thomas Langhein Dr. Ulf Mainzer, bis Dr. Johannes Lörper Frank Neuroth 4

7 Bericht des Aufsichtsrats Wir haben im Berichtsjahr die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und beratend begleitet. Hierzu haben wir uns durch Berichte des Vorstands über die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und ihrer wesentlichen Beteiligungsgesellschaften sowie über alle wichtigen Angelegenheiten unterrichten lassen. Darüber hinaus wurden Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie grundlegende Fragen der Geschäftsführung in zwei Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorstand eingehend besprochen. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 24. März 2010 endete die Amtsperiode des Aufsichtsrats. Anschließend hat sich der nach Durchführung eines Statusverfahrens auf sechs Mitglieder verkleinerte Aufsichtsrat in seiner neuen Besetzung konstituiert. Herr Dr. Torsten Oletzky wurde erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Herr Holger Schmelzer zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich nun aus vier Vertretern der Anteilseigner und zwei Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats standen die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt»Neue ERGO«. Infolge des Projekts wurde die Firma der Gesellschaft am 18. Juni 2010 in ERGO Lebensversicherung AG geändert sowie verschiedene Bestände der Victoria Lebensversicherung AG im Bereich der betrieblichen Altersversorgung auf die Gesellschaft übertragen. Prüfungsmaßnahmen gemäß 111 Abs. 2 S. 1 AktG waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich. Die KPMG Bayerische Treuhandgesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungs gesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten für das Jahr 2010 sowie den Lagebericht geprüft und mit einem unein geschränkten Bestätigungsvermerk versehen. 5

8 Nach unserer eigenen Überprüfung haben wir diese Unterlagen sowie den Bericht des Abschlussprüfers in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats, an der auch der Abschlussprüfer teilgenommen hat, abschließend erörtert. Wir hatten keine Einwendungen zu erheben. Insbesondere sind uns keine Risiken bekannt geworden, denen im nicht ausreichend Rechnung getragen worden ist. Wir billigen den für das Jahr 2010, der damit festgestellt ist. Auch der Verantwortliche Aktuar hat an der Bilanzsitzung teilgenommen und uns die wesentlichen Ergebnisse seines Erläuterungsberichts zur versicherungsmathematischen Bestätigung vorgestellt. Einwendungen oder zusätzliche Anmerkungen haben wir auch insoweit nicht zu erheben. Herr Dr. Ulf Mainzer ist mit Ablauf der Aufsichtsratssitzung am 24. März 2010 einvernehmlich aus dem Vorstand unserer Gesellschaft ausgeschieden. Wir danken Herrn Dr. Mainzer für sein Engagement und die geleistete Arbeit. Mit Wirkung zum 1. April 2010 haben wir Herrn Ludger Griese in den Vorstand bestellt. Wir danken dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihre Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz und die im Berichtsjahr erzielten Erfolge. Düsseldorf, den 30. März 2011 Der Aufsichtsrat Dr. Torsten Oletzky, Vorsitzender Bericht des Aufsichtsrats 6

9 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Sehr geehrte Damen und Herren, die Lebensversicherung hat vor dem Hintergrund der im Jahr 2010 immer noch schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten insbesondere dem anhaltend niedrigen Zinsniveau weiterhin Stärke und Stabilität bewiesen. Ein Blick auf die Neugeschäftsentwicklung zeigt, dass die Kunden die einzigartigen Vorteile der Lebensversicherung, die als einziges Vorsorgeprodukt biometrische Risiken wie Tod, Langlebigkeit oder Invalidität absichert, zu schätzen wissen. Die private Rentenversicherung ist das einzige Produkt auf dem Markt, mit dem sich die Menschen eine lebenslange, garantierte Rentenzahlung sichern können. Daher ist das Produkt Lebensversicherung als Baustein der privaten Altersvorsorge und der Hinterbliebenenabsicherung gerade jetzt besonders wertvoll. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir mit dem Geschäftsjahr 2010 insgesamt zufrieden. Die Neugeschäftsentwicklung der ERGO Leben war trotz einer bewusst zurückhaltenden Zeichnungspolitik bei großvolumigen Einmalbeiträgen positiv durch die Entwicklung des Neugeschäfts gegen Einmalbeitrag beeinflusst. Die erfreuliche Entwicklung des Neugeschäfts 2010 zeigt, dass unsere Kunden auf die Solidität der ERGO Leben vertrauen. Mit einer exzellenten Bewertungsreserve- und Sicherheitsmittelquote sowie einer Solvabilitäts quote deutlich über den gesetzlichen Anforderungen bietet die ERGO Leben ihren Kunden überdurchschnittliche Sicherheit. Sie gehört zu den kapitalstärksten und sichersten Unternehmen der Branche und dank der ausgewogenen Kapitalanlagepolitik unserer Gesellschaft sind wir in der Lage, unsere Überschussbeteiligung bei Lebens- und Rentenversicherungsprodukten für 2011 auf attraktivem Niveau stabil zu halten. In dem schwierigen Kapitalmarktumfeld, in dem wir uns bewegen, ein deutliches Zeichen für Stabilität und Verlässlichkeit. Das Jahr 2010 war geprägt durch die neue Markenstrategie der ERGO Versicherungsgruppe und wird mit Sicherheit einen besonderen Platz in den Annalen der ERGO und ihrer Vertriebe einnehmen. Im Zuge der Umsetzung unserer neuen Markenstrategie ist es uns gelungen, ERGO als Versicherung der neuen Art zu platzieren. Mit der zentralen Botschaft»Versichern heißt verstehen«geben wir ein Versprechen ab, das es so in der Branche noch nie gegeben hat. Mit unserer Markenkampagne haben wir es geschafft, die Bekanntheit der Marke ERGO in kürzester Zeit enorm zu steigern. Dr. Daniel von Borries Vorsitzender des Vorstands der ERGO Lebensversicherung 7

10 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Ende September 2010 hat die ERGO Versicherungsgruppe die letzten rechtlichen Umstellungen im Zuge ihrer strategischen Neuausrichtung abgeschlossen. Das Neugeschäft in der Lebensversicherung wird auf die ERGO Lebensversicherung AG (ehemals Hamburg-Mann - heimer Versicherungs-AG) konzentriert. Zudem ist der bisherige Kollektivbestand der betrieb - lichen Altersversorgung der Victoria Lebensversicherung AG rückwirkend zum 1. Januar 2010 auf die ERGO Lebensversicherung AG übertragen worden. Sich stetig verändernde Rahmenbedingungen und Marktbewegungen werden auch 2011 wieder anspruchsvolle Herausforderungen für uns bereithalten. Diese können wir nur mit engagierten, kompetenten und hoch motivierten Vertriebspartnern sowie Mitarbeitern und Führungskräften im Innen- und Außendienst meistern. Sie haben in diesem Jahr trotz struktureller und prozessualer Veränderungen einmal mehr ihr Know-how, ihre Leistungsfähigkeit und ihre hohe Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt. Dafür möchte ich ihnen auch im Namen meiner Kollegen aus dem Vorstand herzlich danken. Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit diesem exzellenten Team im Innen- und Außendienst unsere Ziele in Angriff zu nehmen und unseren Kunden zu beweisen, dass wir verstanden haben, was versichern wirklich heißt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Daniel von Borries 8

11 Lagebericht

12 10 Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren erwartungsgemäß von der globalen konjunkturellen Erholung geprägt. Die Kapital märkte beruhigten sich in weiten Teilen; allerdings herrschte große Unsicherheit an den Märkten für bestimmte europäische Staatsanleihen. Die Umsätze der deutschen Versicherungs wirtschaft stiegen 2010 vor allem infolge hoher Einmalbeiträge in der Lebensversicherung außerordentlich stark an. Die Erholung der Weltwirtschaft, die bereits zur Jahresmitte 2009 begonnen hatte, setzte sich 2010 wie erwartet fort. Dabei blieben die globalen Unterschiede bestehen: Während die Volkswirtschaften einiger Industrieländer nur schwach wuchsen, wiesen die meisten Schwellen- und Entwicklungsländer hohe Wachstumsraten auf. in erster Linie das Einmalbeitragsgeschäft in der Lebensversicherung. Das Beitragswachstum in der privaten Kranken versicherung war jedoch ebenfalls sehr hoch. Dagegen verzeichnete die Schaden- und Unfallversicherung nur eine leichte Beitragszunahme. Auch innerhalb der Eurozone war die wirtschaftliche Ent wicklung regional sehr unterschiedlich. Während Spanien, Griechen land und Irland in der Rezession blieben und die Volks wirt schaften Frankreichs und Italiens nur relativ schwach wuchsen, profitierte Deutschland von der schwungvollen Erholung der Weltwirtschaft. Auch in Osteuropa verlief die Erholung von der scharfen Rezession uneinheitlich. Kapitalmarktentwicklung Das deutsche Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr 2010 preisbereinigt um 3,6 % (vorläufige Schätzung des Statistischen Bundesamtes vom 12. Januar 2011), während es im Vorjahr um 4,7 % geschrumpft war. Der deutsche Arbeitsmarkt, der sich über den gesamten Verlauf der Banken- und Wirtschaftskrise überraschend robust gezeigt hatte, entwickelte sich 2010 weiter positiv: Im Jahresverlauf sank die Arbeitslosenquote von 8,6 % im Januar auf 7,2 % im Dezember und betrug im Jahresdurchschnitt 7,7 %. Die Anzahl der Arbeitslosen war durchschnittlich mit 3,2 Millionen so niedrig wie seit 1992 nicht mehr. Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in Deutschland blieb auch 2010 niedrig. So lag die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt bei 1,1 %. Mit 4,7 % (vorläufige Schätzung des GDV) wuchs das gesamte Prämienvolumen der deutschen Versicherungswirtschaft nochmals stärker als im Vorjahr (4,2 %). Ursächlich für den außerordentlichen Anstieg war wie schon 2009 Die Kapitalmärkte haben sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich beruhigt. Allerdings stieg die Sensibilität der Investoren für Ausfallrisiken von Staatsanleihen merklich an. Im Laufe des Jahres mussten Griechenland und Irland mit Finanzmitteln der EU-Partnerländer und des Internationalen Währungsfonds unterstützt werden. Die Schwankungen der internationalen Aktienmärkte hielten sich 2010 im Vergleich zu den beiden Vorjahren im Rahmen und spiegelten nur phasenweise die verbleibende Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und die Stabilität des Finanzsystems wider. Während der Euro Stoxx 50 das Jahr etwa 6 % niedriger abschloss, gewann der DAX im Vergleich zum Jahresanfang rund 16 %. Die anhaltende Unsicherheit an den Staatsanleihemärkten, die hohe Arbeitslosigkeit und der geringe Inflationsdruck in vielen Industrieländern veranlassten die dortigen Zentr al - banken, ihre Niedrigzinspolitik fortzusetzen. So blieb der Leitzins der EZB und der Bank von England bei 1 % bzw. 0,5 %. Die US-Notenbank ließ ihren Leitzins bei 0-0,25 % und entschloss sich im Herbst 2010 außerdem zu einer weiteren Runde unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen fiel im Laufe des Jahres von 3,4 % auf 3,0 %. Die Rendite zehnjähriger US-amerikanischer Staatsanleihen sank von 3,8 % auf 3,3 %.

13 Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen 11 Die Lebensversicherung im Jahr 2010: Die Lebensversicherung ist ein Garant für eine sichere Altersversorgung. Die Kunden schätzen die spezifischen Stärken der Lebens versicherung in hohem Maße, insbesondere die Beherrschung von Risiken und die Sicherstellung lebenslanger Garantien. Die Lebensversicherung hat vor dem Hintergrund der im Jahr 2010 immer noch schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten weiterhin Stärke und Stabilität bewiesen. Auch deshalb wissen die Kunden die einzigartigen Vorteile der Lebensversicherung gerade im Vergleich mit Altersvorsorgeprodukten anderer Anbieter besonders zu schätzen: die Beherrschung von biometrischen Risiken wie Tod, Alter oder Invalidität und die lebenslangen Garantien. Insbesondere das Garantieversprechen zusammen mit den attraktiven Renditen von Lebensversicherungen haben 2010 zu einem weiteren Anstieg der Einmalbeiträge im Neugeschäft geführt und damit auch insgesamt zu einem Beitragswachstum. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung einschließlich Pensionskassen und fonds stiegen nach vorläufigen Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 6,2 % auf 90,4 (85,1) Mrd.. Die Auszahlungen an die Lebensversicherungskunden belegen mit einem Betrag von 70,2 (72,9) Mrd. weiterhin eindrucksvoll die hohe Bedeutung der Branche. Die private Altersversorgung Lebensversicherungen bieten vielfältige Möglichkeiten zur privaten Vorsorge. Das umfangreiche Angebot reicht von klassischen Kapital- und Rentenversicherungen sowie fondsgebundenen Policen über Risikoversicherungen bis hin zu Produkten, die Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit oder auch den Pflegefall absichern. Private Vorsorge mit einer Lebensversicherung bleibt weiter attraktiv. Dies zeigte sich auch im vergangenen Geschäftsjahr Hier wurden klassische Rentenversicherungen insbesondere gegen Einmalbeitrag stark nachfragt. Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag war insgesamt leicht rückläufig. So schwächte sich zum Beispiel die Nachfrage nach Riester-Rentenversicherungen und fondsgebundenen Rentenpolicen leicht ab. Gerade Riester-Rentenversicherungen besitzen jedoch auch im Vergleich zu Alternativprodukten anderer Finanzdienstleister eine weiterhin sehr hohe Bedeutung und Akzeptanz im Markt. Die ebenfalls staatlich geförderte Basis-Rente verzeichnete im Geschäftsjahr 2010 gute Verkaufszahlen. Die betriebliche Altersversorgung Die betriebliche Altersversorgung leistet einen wesentlichen Beitrag zur eigenverantwortlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge. Der Gesetzgeber unterstützt sie durch umfangreiche staatliche Förderungen und günstige Rahmenbedingungen. Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG), das für Jahresabschlüsse ab 2010 anzuwenden ist, förderte den Trend zur Auslagerung von Pensionsverpflichtungen der Unternehmen. Davon profitierten die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland, die sich gerade in der Finanzkrise als besonders sicher und stabil erwiesen haben. Gleichwohl setzte sich die insgesamt verhaltene Geschäftsentwicklung der betrieblichen Altersversorgung auch im Jahr 2010 fort. Die verschiedenen Durchführungswege entwickelten sich dabei unterschiedlich. Maßgeblich getragen vom Neugeschäft gegen Einmalbeitrag verzeichneten Direkt- und Rückdeckungsversicherungen deutliche Wachstumsimpulse. Das Geschäft über Pensionsfonds reduzierte sich hingegen spürbar. Das außerordentlich hohe Vorjahres niveau an Einmalbeiträgen wurde hier deutlich unterschritten. Auch das Neugeschäftsvolumen der Pensionskassen war weiter rückläufig.

14 Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen 12 Zusammenarbeit im Konzern: Die ERGO Leben ist der große Lebensversicherer der ERGO, einer der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa. Die Kundenorientie rung, Größe und Finanzstärke der Gruppe machen ihre Gesellschaften zu nachhaltig zuverlässigen Partnern ihrer Kunden. Teil einer starken Gruppe Die ERGO Lebensversicherung AG ist eine 100 %ige Tochter gesellschaft der ERGO Versicherungsgruppe AG. Diese gehört zu dem DAX 30-Unternehmen Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger. Bereits seit 2001 existieren ein Beherrschungs- und ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der ERGO Lebensversicherung AG und der ERGO Versicherungsgruppe AG. ERGO ist weltweit in über 30 Ländern vertreten und konzentriert sich auf die Regionen Europa und Asien. Über Menschen arbeiten als angestellte Mitarbeiter oder als hauptberufliche selbstständige Vermittler für die Gruppe. Im Jahr 2010 erzielte die ERGO Versicherungsgruppe Beitragseinnahmen von 20 Mrd. Euro. ERGO und ihre Spezialisten bieten ein umfassendes Spektrum an Versicherungen, Vorsorge und Serviceleistungen. Heute vertrauen über 40 Millionen Kunden der Kompetenz und Sicherheit der ERGO und ihrer Experten in den verschiedenen Geschäftsfeldern; allein in Deutschland sind es 20 Millionen Kunden. ERGO spricht sie mit vielfältigen Vertriebsorganisationen und auf verschiedenen Wegen an. Neue Markenstrategie: ERGO tritt unter eigenem Namen auf ERGO hat Ende 2009 ihre Markenstrategie geändert und tritt jetzt in Deutschland unter eigenem Namen am Markt auf. Im Februar 2010 benannte sich der Direktversicherer der Gruppe, die KarstadtQuelle Versicherungen, in ERGO Direkt Versicherungen um. Seit dem Sommer bietet die Gruppe Lebens- und Schaden / Unfallversicherungen unter der Marke ERGO an; sie löst die Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria ab. Die Umstellung erfolgte reibungslos. Dank einer groß angelegten Werbekampagne, die im Juli 2010 startete, erreicht die Marke ERGO bei deutschen Verbrauchern bereits nach kurzer Zeit erfreulich hohe Bekanntheitsund Sympathiewerte. Gleichzeitig hat ERGO das Profil ihrer Spezialisten geschärft: Gesundheit wird nur noch unter der bekannten Marke DKV, Rechtsschutz unter der bekannten Marke D. A. S. vertrieben. Die jeweiligen Rechtsträger in diesen Geschäftsfeldern wurden im Herbst 2010 zusammengeführt. Die ERV bleibt der Name für Reiseschutz. In vielen internationalen Märkten steht die Marke ERGO bereits seit einiger Zeit für die Lebens- und Schaden / Unfallversicherung; auch hier stellt die Gruppe den eigenen Namen in Zukunft noch konsequenter nach vorne. Unser Anspruch: Versichern heißt verstehen Mit dem geänderten Markenauftritt hat sich die Gruppe neu positioniert und konsequent an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet. ERGO arbeitet auf eine klare und verständliche Kommunikation mit Kunden und Interessenten hin und lädt sie selbstkritisch zu Feedback ein. Die detaillierten Anregungen und Wünsche, die Verbraucher online an das Unternehmen richten können, fließen in die Arbeiten an Produkten und Prozessen ein. Ein neu bestellter Kundenanwalt wird ab 2011 die Interessen

15 der Kunden in den internen Prozessen in Deutschland vertreten. Die starke Kundenorientierung ist in allen Unternehmensbereichen und Gesellschaften Maßstab des Handelns. Verbunden mit der Größe und Finanzstärke der Gruppe macht dieser Anspruch ERGO und ihre Spezialisten zu nachhaltig zuverlässigen Partnern für alle Versicherungsund Vorsorgebedürfnisse. Der neue Markenauftritt hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die etablierten Organisationsstrukturen der Gruppe. Ein einheitlicher Innendienst unterstützt die verschiedenen Gesellschaften und Vertriebsorganisationen in Deutschland und steuert wichtige Funktionen wie Rechnungswesen, Controlling, Finanzen oder Personal zentral. Die Geschäftsbereiche arbeiten auf einer gemeinsamen IT-Plattform; der konzerneigene IT-Dienstleister ITERGO hält die Informationstechnologie der Gruppe national und international auf dem neuesten Stand. Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen Die ERGO Leben hat die Verwaltung ihrer Vermögens anlagen zum größten Teil auf die MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH und ihre Tochtergesellschaften übertragen. MEAG ist der Vermögensmanager von Munich Re. Strategische An lage entscheidungen werden in enger Abstimmung mit MEAG und ERGO von der ERGO Leben getroffen. Die ERGO Versicherungsgruppe AG übernimmt das Controlling bestimmter Kapitalanlagen. 13

16 Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen 14 Bedeutende Ereignisse: Die ERGO Leben ist aus der Hamburg-Mannheimer Versicherung hervorgegangen. Zusätzlich wurden Teilbestände von der Victoria Leben übertragen. Alle Umstellungsprozesse sind planmäßig verlaufen. Im Zuge der neuen konzernweiten Markenstrategie ergaben sich für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften von ERGO umfangreiche Veränderungen. Die ERGO Lebensversicherung AG ist aus der ehemaligen Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG hervorgegangen. Die Umbenennung erfolgte am 18. Juni Wir bieten Lebensversicherungen nun unter der Marke ERGO an und konzentrieren das Neu geschäft auf den Risikoträger ERGO Lebensversicherung AG. Zusätzlich wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2010 Teile der Versicherungsbestände der Schwestergesellschaft Victoria Lebensversicherung AG auf die ERGO Lebensversicherung AG übertragen. Bei der Übertragung handelt es sich um Versicherungsverträge für die betriebliche Altersversorgung. Es wurden Bestände mit einem Deckungskapital in Höhe von 5,8 Mrd. mit entsprechenden Vermögens werten übertragen (im Folgenden»der übertragene Teil - bestand«genannt). Die deutsche Versicherungsaufsicht hat der Übertragung zugestimmt. Die in diesem Geschäfts bericht nachfolgend aufgeführten Beträge für Bestandsvolumina und Rückstellungen der ERGO Lebensversicherung AG für das Geschäftsjahr 2010 sind daher nur eingeschränkt mit denen des Vorjahres vergleichbar. Für detaillierte Informationen hinsichtlich der Teilbestandsübertragung verweisen wir auf den Anhang des Geschäftsberichts. Unsere Kunden haben wir über die Veränderungen rechtzeitig und umfassend informiert. Sämtliche Umstellungsprozesse sind planmäßig verlaufen.

17 Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen 15 Produkte und Vertrieb: Die ERGO Leben verfügt über ein attraktives Produktsortiment in der privaten und der betrieblichen Altersversorgung. Als renommierter und erfahrener Rundum-Versicherer zeichnet sie sich durch einen exzellenten Service und einen ganz heitlichen Beratungsansatz mit vielfältigen Produktlösungen aus. Über die ERGO Leben Die ERGO Leben ist der größte Lebensversicherer der ERGO Versicherungsgruppe und zählt zu den führenden Anbietern am deutschen Markt. Rund 3,7 Millionen Kunden setzen auf unsere vielfältigen Produkte für Vorsorge und Ver mögensbildung genauso wie auf unsere anerkannte langfristige Sicherheit. Die ERGO Lebensversicherung AG hieß bis Juni 2010 Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG. Die Marke HamburgMannheimer ist im Rahmen einer neuen Markenstrategie der ERGO in der Marke ERGO aufgegangen. Geschäftstätigkeit der ERGO Lebensversicherung AG Die ERGO Lebensversicherung AG betreibt direkt und indirekt alle gängigen Formen der Lebens- und Rentenversicherung, darunter auch Rentenversicherungen als zertifizierte Altersvorsorgeprodukte und fondsgebundene Versicherungen. Sie verfügt damit über eine leistungsstarke Produktpalette für die private und betriebliche Vorsorge. Durch ihre große Erfahrung und besondere Expertise kann sie so für jede individuelle Versorgungssituation eine umfassende Analyse, ausführliche Beratung und geeignete Problemlösung aus einer Hand anbieten. Wir verweisen auf die Übersicht zu den im Geschäftsjahr 2010 betriebenen Versicherungsarten auf Seite 46, die Teil unseres Lageberichts ist. Die ERGO Lebensversicherung AG betreibt eine Zweig niederlassung in Großbritannien. Der Geschäftsschwerpunkt liegt hier auf betrieblichen Gruppenversicherungen. Hohe Expertise in der privaten und betrieblichen Altersversorgung Im Zuge der neuen konzernweiten Markenstrategie wurde die gesamte Produktpalette komplett überarbeitet. Die Produktwelten der ehemaligen Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG sowie ihrer Schwestergesellschaft Victoria Lebensversicherung AG wurden vereinheitlicht und zusammengeführt. Die ERGO Lebensversicherung AG profitiert von einem noch breiteren Angebotsspektrum und vereint unter dem Markennamen ERGO die Stärken aus zwei Produktwelten. Die ERGO Leben ist ein großer und bedeutender Anbieter im Bereich privater Altersversorgung. Das angebotene Produktspektrum ist breit gefächert: Es reicht von klassischen Kapitallebens- und Rentenversicherungen sowie fondsgebundenen Policen über Risikoversicherungen bis hin zu Produkten mit finanzieller Absicherung gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie den Pflegefall. Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung bieten wir Versorgungskonzepte, die alle Durchführungswege umfassen. Unser Produktangebot beinhaltet sowohl klassische Garantieprodukte als auch fondsbasierte Konzepte. Neben standardisierten Produktlösungen betreuen wir komplexe Versorgungsformen wie Kombinationen von Durchführungswegen oder gemischte Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierungen.

18 Transparenz und Kundenorientierung Neben der Erweiterung und Verbesserung unserer Produktpalette legen wir großen Wert auf Transparenz und Kunden orientierung. Wir haben intern einen kontinuierlichen Ver besserungsprozess aufgesetzt, der unsere Produkte stetig auf Transparenzaspekte prüft. Eingebettet in die Werbekampagne von ERGO arbeiten wir darüber hinaus konsequent auf eine klare und verständliche Kommunikation mit unseren Kunden hin: So haben wir im Geschäftsjahr 2010 für unsere Lebensversicherungskunden ein vollkommen neu konzipiertes Schreiben zur automatischen Anpassung entwickelt und an die Kunden verschickt. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter. Kompetenter Vertriebspartner Das Jahr 2010 war ein ganz besonderes Jahr für die ERGO Versicherungsgruppe. Im Zentrum der Aktivitäten stand der Aufbau der Marke ERGO mit der damit verbundenen Neuausrichtung des Konzerns. Die neue Markenstrategie verschafft unseren Kunden einen besseren Überblick über unsere Produkte. Durch die sehr erfolgreiche Werbekampagne haben die Vertriebe profitiert, da die Bekanntheit der ERGO in kürzester Zeit enorm gestiegen ist. Auch für die Ausschließlichkeitsvertriebe war 2010 von einer hohen Änderungsgeschwindigkeit geprägt. Mit dem durch die Änderung der Markenstrategie verbesserten Produktportfolio und der guten Qualifizierung der Außendienstpartner konnte die Ausschließlichkeit auch im Jahr 2010 wesentlich zum Erfolg der Gesellschaft beitragen. Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen 16 Im Maklervertrieb liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Geschäftsfeld der betrieblichen Altersversorgung. Hier konnten erneut gute Ergebnisse bei den Einmalbeiträgen, die das Neugeschäft wesentlich prägen, erzielt werden. Nach den durch die Finanzmarktkrise geprägten Jahren 2008 und 2009 hat sich das über Banken vermittelte Geschäft 2010 erfreulich entwickelt. Gegen den Markttrend konnte das Geschäft gegen laufenden Beitrag ausgebaut werden, wobei die Zuwächse sowohl klassische als auch kapitalmarktnahe Produkte betrafen. Deutliche Zuwächse waren im Einmalbeitragsgeschäft zu verzeichnen es handelt sich ganz überwiegend um sofort beginnende Rentenversicherungen. Gerade für ältere Kunden, die bei ihrer Altersvorsorge eine hohe Sicherheitsorientierung aufweisen, erfreut sich dieses Produkt einer hohen Beliebtheit.

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Konzern Versicherungskammer Bayern stabilisiert seine Marktposition in schwierigem Umfeld P R E S S E M I T T E I L U N G München, 26. April 2012 Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Claudia Scheerer, Tel. (089) 2160 3050 Thomas Bundschuh, Tel. (089) 2160 1775 Fax (089) 2160 3009, presse@vkb.de

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